Die deutsche Biomassestrategie wird einen kniffligen Interessenausgleich zwischen den verschiedenen Stakeholdern leisten müssen. Im Frühjahr sollen diese in Workshops über die Strategie debattieren. Nutzungskonflikte um die begrenzte Biomasse sind jedoch schon heute absehbar.
Klimaschutz-Sofortprogramm, Planungsbeschleunigung oder Energieeffizienzgesetz – zahlreiche Klimaprojekte der Ampel hängen derzeit in der Warteschleife. Denn FDP und Grüne blockieren sich gegenseitig. Die SPD schaut zu. Ein Koalitionsausschuss am Donnerstag soll den Reformstau lösen.
Aufgrund der gefallenen Strompreise ist die Gewinnabschöpfung der Bundesregierung nun fast vollständig wirkungslos. Denn alle Kraftwerksarten überschreiten in der Regel nicht mehr die Schwellen, ab denen Gewinne eingezogen werden. Das facht die Diskussion ums Strommarktdesign an.
Um den Stromnetzausbau zu beschleunigen greift die Bundesregierung zu drastischen Maßnahmen: In bestimmten Gebieten („Go-to-Areas“) sollen die Genehmigungsverfahren durch Verzicht auf die UVP-Pflicht erleichtert werden. Auf die gleiche Weise will man auch den Windkraftausbau ankurbeln – an Land und neuerdings auf See.
Die Natrium-Ionen-Batterie könnte ein wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit sein. Auf dem Batterieforum Deutschland wurde zudem deutlich, wie sich bei der Produktion der Akkus Energie und CO2-Emissionen einsparen lassen.
FDP und Union erwischen die Ampel-Koalition an einem wunden Punkt: Sie machen Druck beim Thema CO2-Speicher, das die Grünen spaltet. Nach jahrelanger Ablehnung von CCS dreht sich in Schleswig-Holstein die Stimmung.
Noch bezieht die Volksrepublik einen großen Teil ihres Wasserstoffs aus Kohleenergie. Verglichen mit anderen Ländern spielt klimafreundliche Erzeugung kaum eine Rolle. Der Staat verteilt großzügig Gelder an die Industrie – doch für den Hochlauf könnten Speichermaterialien der Flaschenhals sein.
Umweltministerin Steffi Lemke will in Kürze einen Gesetzentwurf in die Ressortabstimmung geben, der das Aus von aus Nahrungs- und Futtermitteln gewonnen Biokraftstoffen besiegelt. Trotz Widerstand aus den Reihen der FDP.
Lange hat der größte deutsche Öl- und Gasförderer an seinem wichtigen Geschäft in Russland festgehalten. Jetzt hat der Kreml ihm in drei Zügen die Kontrolle über die deutsch-russischen Joint Ventures entzogen. Das Unternehmen hat offenbar keine Chance mehr, noch Einfluss zu nehmen.
Für Netto-Null-Emissionsziele und das Zwei-Grad-Ziel ist sie unverzichtbar. Einen Plan für die Kohlendioxidentnahme hat laut einer ersten globalen Erhebung aber noch niemand. Ein neuer Bericht zeigt: In Zukunft wird die Strategie eine immer größere Rolle beim Klimaschutz spielen.
Geht es nach den Grünen im Osten, soll der Kohleausstieg auch dort bis 2030 vollzogen sein. Deshalb arbeiten die Grünen derzeit mit dem Bundeswirtschaftsministerium an der Frage, wie eine entsprechende Vereinbarung mit dem Energiekonzern Leag und den Ministerpräsidenten aussehen könnte. Letzere lehnen einen früheren Kohleausstieg jedoch ab.
Eine Verfassungsbeschwerde für ein allgemeines Tempolimit auf Autobahnen ist gescheitert. Damit stellen die Karlsruher Richter klar: Klimaschutz hat Verfassungsrang, die Details sind jedoch Aufgabe des Gesetzgebers.
Der Wettlauf um den besten Standort für Batteriefertigung ist in vollem Gange. Gestiegene Energiepreise und Milliardenanreize aus den USA könnten dazu führen, dass Europa beim Hochlauf der Stromspeicher leer ausgeht – obwohl die Forschung in Deutschland sich sehen lassen kann.
Deutschland setzte lange auf die Magnetfusion, die den Versuchsreaktor Iter zum Laufen bringen soll. Die laserbasierte Kernfusion hingegen galt als Sackgasse. Doch seit die Technologie in den USA Fortschritte macht und auch heimische Start-ups auf sie setzen, schwenkt das Bundesforschungsministerium um.
Der Bund hat Klimaschutzziele erlassen, die zu einem großen Teil auf kommunaler Ebene umgesetzt werden müssen. Doch Finanzierung kommt vom Bund nur im Ausnahmefall. In der Regel übertragen die Länder den Kommunen die Klimaschutzaufgaben, doch sichern die Finanzierung nicht. Ein Rechtsgutachten bemängelt das und schlägt eine Änderung des Grundgesetzes vor.
Lachgas ist ein unterschätzter Treiber des Klimawandels. Die meisten Emissionen kommen aus der Landwirtschaft. Empfehlungen zur Minderung des Gases gab die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften. Eine ungewöhnliche Lösung hat am gleichen Tag das Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau vorgeschlagen.
Die Bundesregierung will in diesem Jahr ein neues Strommarktdesign fertigstellen – mutmaßlich mit Elementen eines Kapazitätsmarkts. Auch bei den Wasserstoffnetzen und ohnehin beim LNG wird der Bund eine entscheidende Rolle spielen. Das wird manchen langsam unheimlich.
Die Gasmärkte haben sich etwas beruhigt, dazu sollen bald mehrere Notfallinstrumente der EU greifen, um die Energiekrise abzufedern. Doch die werden nicht ausreichen, meint James Watson vom Lobbyverband Eurogas. Er rät dazu, vorsichtshalber neue Gaslieferanten zu finden – vor allem in den USA.
Nach der Entdeckung des größten Vorkommens Seltener Erden in Europa stellt sich die Frage, wie schnell sie abgebaut werden können. EU-Kommission und Bundesregierung haben straffere Genehmigungsverfahren und mehr Geld versprochen. Sie erweitern die IPCEI-Förderung für die Batterieproduktion auf die Rohstoffversorgung.
Wie ist der Stand der Attributionsforschung, welche Ereignisse werden für die Untersuchung ausgewählt? Die Oxford-Professorin Friederike Otto, die zu den führenden Wissenschaftlerinnen bei der Verknüpfung von Klimaerhitzung und Wetter zählt, gibt im Interview Auskunft und spricht über Zyklone, Zeitdruck und das Symbol Lützerath.
Der westafrikanische Staat Nigeria will bis 2060 klimaneutral werden. Nun liegen Meilensteine von Fachleuten vor, an denen das Land sich orientieren kann. Besonders der Verkehrssektor gilt als Problembereich, weil ein stabiles Stromsystem fehlt. Doch auch eine Alltagstätigkeit gilt als energie- und emissionsintensiv: Kochen.
Die Fortschreibung der Nationalen Wasserstoffstrategie soll für einen schnelleren Markthochlauf von grünem H2 sorgen. Doch aus Sicht des Verkehrsministeriums schränkt der Entwurf aus dem Haus von Robert Habeck die Wasserstoff-Nutzung im Verkehr zu sehr ein.
Dank kostengünstiger Offshore-Windparks stellt die Politik der Industrie eine Strompreisgarantie über 20 Jahre in Aussicht. Die entsprechende Verordnungsermächtigung des Gesetzgebers aus dem Sommerpaket setzt der Wirtschaftsminister aber frühestens 2024 um – nach Auslaufen der Strompreisbremse.
Unter dem Motto „shifting the trillions“ sollen die globalen Finanzströme in die Prävention und Folgenbekämpfung des Klimawandels gelenkt werden. Dies ist eine Hauptsäule des Pariser Klimaabkommens, doch bislang ist wenig geschehen. Die Weltbank gibt mit einer neuen Roadmap nun erste Schritte vor.
Der Bundesnetzagentur-Bericht zur Versorgungssicherheit zeigt, wie eng es im Stromnetz wird. Ausbau der erneuerbaren Energien und Gaskraft-Investitionen, Stromnetz: Fast überall muss es gut laufen, damit die Stromversorgung sicher bleibt. Die Behörde setzt sich eine Reformagenda für die Netzregulierung, um riesige Flexibilitäten verlässlich zu aktivieren.
Weg mit der Pendlerpauschale und keine Subventionen für Dieselfahrzeuge: die Grünen mahnen den Abbau von Privilegien für Autofahrer an. Verkehrsminister Volker Wissing bleibt Antworten schuldig und ignoriert seinen Expertenbeirat.
Ein gesetzlicher Neustart soll die Digitalisierung der Energiewende entfesseln. Gemeinsam mit den Smart Metern sollen speziell auf die Erneuerbaren zugeschnittene Stromtarife früher eingeführt werden. Eine Notklausel, die in der Branche umstritten ist, bleibt im nun beschlossenen Gesetzentwurf erhalten.
Der Lützerath-Deal von NRW-Energieministerin Neubaur und Bundeswirtschaftsminister Habeck droht zur Zerreißprobe für die Grünen zu werden. Kritik kommt insbesondere von der Grünen Jugend. Habeck verteidigt indes den Kompromiss und ruft zu Gewaltverzicht auf. Der Klimaforscher Niklas Höhne fordert eine Neubewertung der Lage.
Beim Mobilitätsgipfel im Kanzleramt scheitern die FDP-Minister mit ihrem Plan, der Autoindustrie ein Bekenntnis zu E-Fuels für Neuwagen abzuringen. Die Beschlüsse zum entscheidenden Thema Klimaschutz im Verkehr bleiben ziemlich vage.
Die belgische Regierung will die Versorgungssicherheit des Landes erhöhen und zwei Atommeiler länger am Netz lassen. Nach der Einigung mit der Betreiberfirma müssen aber noch die technischen Probleme gelöst werden.
Ein neuer Atlas fasst Fakten zur Klimawirkung trockengelegter Moore in Deutschland und weltweit zusammen. Die Wiedervernässung der Moore sei vom Konfliktpotenzial her mit dem Kohleausstieg vergleichbar, heißt es darin. Ohne Enteignungen werde man bei der Renaturierung wohl nicht vorankommen.
Die Preise für Polysilizium – ein Grundmaterial in der Solarindustrie – sind seit November im Sinkflug. Beobachter erwarten einen weiteren Preisverfall und Kostensenkungen entlang der Wertschöpfungskette. Ein Experte fordert weniger Abhängigkeit von China, und zwar nicht nur bei dem Halbmetall.
Der Mangel an Fachpersonal bremst den Umbau des Energiesystems auch im besonders sensiblen Bereich Cybersicherheit. Neue EU-Vorschriften sollen die Widerstandsfähigkeit kritischer Infrastrukturen steigern helfen. Doch viele Unternehmen werden die Regularien kaum umsetzen können.
Gasetagenheizungen laufen heute vor allem in älteren Gebäuden, die viel Energie verbrauchen. Umso größer wäre der Effekt fürs Klima, wenn man diese Heizungen durch Wärmepumpen ersetzen könnte. Das Fraunhofer ISE startet jetzt ein Projekt dafür.
Neues Jahr, alter Streit: Trotz leichter Zugeständnisse der USA verärgern die mit ihrem Anti-Inflationsgesetz weiter die Europäer. Der Nationale Wasserstoffrat warnt die Bundesregierung vor Produktions-Verlagerungen, Engpässen, Fehlinvestitionen und dem Verlust der Technologieführerschaft.
Auch in diesem Jahr steht eine ganze Reihe internationaler Klimagipfel an. Auf der COP28 wird erstmals eine große Bilanz der bisherigen Bemühungen um das Pariser Klimaabkommen gezogen. Die multilateralen Entwicklungsbanken wollen sich neue Leitlinien geben. Ein Überblick, was in der Klimadiplomatie 2023 wichtig wird.
Im Dorf Lützerath im rheinischen Braunkohlerevier haben am Sonntag rund 2000 Klimaschützer gegen die geplante Abbagerung protestiert. Ab Dienstag droht Räumung durch die Polizei. Die Grünen bringt der Protest in Bedrängnis. Bundeswirtschaftsminister Habeck und Landesenergieministerin hatten den Deal mit RWE eingetütet, den auch Parteifreunde kritisieren.
Aus den ausgedehnten Urwäldern Germaniens sind heute längst Forstflächen geworden, die in viele, relativ kleine Fragmente zerstückelt sind. Diese Mini-Forste aber trotzen dem Klimawandel viel schlechter als große, zusammenhängende Wälder, wie eine neue Studie nun zeigt. Wichtig sei, so ein Fazit, die Zerstückelung in der Planung zu berücksichtigen.
Der Klimaforscher Ottmar Edenhofer empfiehlt der Ampel, sich nicht mit Debatten um Akw-Laufzeitverlängerungen und hiesigem Fracking aufzuhalten. Vielmehr müsse sich die Bundesregierung nun daran machen, die gigantischen Wasserstoffziele mit Maßnahmen zu unterlegen.
Der norwegische Staatskonzern Equinor will 2030 zwei Gigawatt blauen Wasserstoff nach Deutschland liefern, um mit RWE neue Gaskraftwerke zu betreiben. Das CO2 verschwindet unter der Nordsee. Kritik von Umweltschützern an den Plänen weist der deutsche Wirtschaftsminister zurück.
Mit mindestens 24 Millionen Euro betrieben die größten Interessenvertreter der Energiewirtschaft 2021 politische Lobbyarbeit. Sie übertrafen damit sogar die Größten der Autobranche, wie eine Auswertung des Vereins Finanzwende zeigt. Das Lobbyregister beim Bundestag gibt Aufschluss über Budgets und Netzwerke.
Bis 2050 sollen die Emissionen in Europa auf netto null sinken. Wie groß die notwendigen Investitionen sind, haben zwei Forschende in einer Studie kalkuliert. Die erneuerbaren Energien brauchen künftig fast genau so viel zusätzliche Gelder wie die Schieneninfrastruktur.
Das Bundeswirtschaftsministerium will die Rohstoffstrategie von 2020 weiterentwickeln. Geplant sind unter anderem eine öffentlich-private Partnerschaft und eine staatliche Lagerhaltung für strategisch wichtige Bereiche, zeigt ein Eckpunktepapier. Seine neue Rolle beim Bergbau soll der Staat nutzen, um diesen nachhaltig umzugestalten.
Deutschland hat auch im vergangenen Jahr seine Klimaziele verfehlt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von Agora Energiewende. Der Verkehrssektor entfernt sich immer weiter von seinen Emissionszielen.
Der alle zwei Jahre erscheinende Monitoringbericht zur Versorgungssicherheit mit Strom der Bundesnetzagentur gibt nun einen Ausblick auf den Zeitraum 2025 bis 2031. Ein Entwurf ist jetzt in die Ressortabstimmung gegangen. Erste Ergebnisse hat das Bundeswirtschaftsministerium bekannt gemacht. So ist etwa trotz Kohleausstieg bis 2030 die Versorgung gesichert.
Wohnraum gebe es in Deutschland zu Genüge, sagt Elisabeth Broermann von „Architects for Future“, doch das Potenzial des Bestands werde nicht erschlossen. Im Interview fordert sie eine deutlich schnellere Bauwende und ein Ende der „inflationären“ Nutzung von Beton.
100 Tage sind die Explosionen an Nord Stream 1 und Nord Stream 2 her. Ermittlungsbehörden wie Regierungen schweigen. Offizielle Beweise dafür, wer die Gaspipelines in der Ostsee zerstörte, gibt es bisher keine. Im Bundestag wächst die Unruhe.
In Wilhelmshaven jagt eine LNG-Premiere die nächste. So ist erstmals seit Eröffnung des schwimmenden Terminals im Dezember ein Tanker mit einer vollständigen Ladung von gefracktem Gas aus den USA angelandet. Der Betreiber Uniper zeigt sich ebenso wie weitere Gaskonzerne zuversichtlich, was weitere Lieferungen betrifft. Umweltschützer schlagen Alarm.
Mehr als 13 Milliarden Euro hat Deutschland im vergangenen Jahr aus dem Verkauf von CO2-Zertifikaten eingenommen – obwohl weniger emittiert wurde. Grund für die Rekordeinnahmen sind vor allem steigende Preise im EU-ETS. Eine Rückzahlung in Form eines Klimageldes ist allerdings noch nicht in Sicht.
Mit dem Jahresanfang hat die schwedische EU-Ratspräsidentschaft begonnen. Zwar haben die Tschechen zuvor zentrale Gesetzesvorhaben beenden können, doch die Schweden werden nicht nur das „Fit for 55“-Paket abschließen, sondern Europa krisensicher durch den Winter führen müssen.
Zur Amtseinführung von Brasiliens neuem Präsidenten da Silva sind Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Umweltministerin Steffi Lemke eingeflogen. Lula weckt international Hoffnung für den Schutz des Amazonas-Regenwaldes und den Kampf gegen die Klimakrise.
Im Dezember befeuerte ein Forschungsdurchbruch in den USA die Hoffnung auf Kernfusion als Lösung vieler Energieprobleme. Doch unter anderem in der Greifswalder Versuchsanlage Wendelstein 7-X zeigt sich: Der Weg zu einem funktionierenden Kraftwerk ist noch weit. In Greifswald hat ein neues Experiment begonnen.
Für Finanzminister Lindner sind die hohen Energiepreise das „neue Normal“. Er fordert deshalb die Aufhebung des Fracking-Verbots im neuen Jahr. Wirtschaftsminister Habeck dagegen verweist auf seine Anstrengungen zur Inbetriebnahme von LNG-Terminals und verspricht sinkende Preise.
Erst kein Öl mehr per Tanker, jetzt auch nicht mehr per Pipeline: Seit gestern importiert Deutschland wegen des Krieges in der Ukraine kein Öl mehr aus Russland. Der Bund versucht, Zuversicht zu stiften. Für die Versorgung der ostdeutschen Raffinerien zeichnen sich Ersatzlösungen ab.
In der Wasserstoffdebatte ist klimaschonend erzeugtes „türkisfarbenes“ H2 bisher eine Randerscheinung. Forscher und Unternehmer sind aber zuversichtlich, dass das zugrundeliegende Verfahren, die Methanpyrolyse, bald reif ist für den industriellen Einsatz.
Einen „Game Changer“ nennt die IAEA das finnische Atommüll-Endlager Onkalo. Während Deutschland sich vielleicht erst 2068 für einen Standort entscheidet, will Finnland in drei Jahren die ersten hochradioaktiven Brennstäbe begraben. Onkalo zeigt, wie grundsätzlich anders die Finnen mit der Kernenergie umgehen.
Mit dem OK aus Brüssel kann zum Jahreswechsel das EEG 2023 in Kraft treten. Das Gesetz zeichnet einen klaren Ausbaupfad vor und gewährt mehr Förderung für den Süden, schafft aber auch Stolpersteine wie die Abschaffung der Vergütung bei negativen Preisen. Gefragt sind jetzt vor allem die Länder, Flächenvorgaben des Bundes für die Windkraft umzusetzen.
Peter Liese, Mitglied der EVP-Fraktion im EU-Parlament, hat die Reform des Europäischen Emissionshandels mit verhandelt. Er zeigt sich verärgert über die Bundesregierung, die das Projekt fast hätte platzen lassen. Nun aber sei ein großer Klima-Deal gelungen, sagt Liese im Interview und verteidigt die Reform gegen Kritik.
Die Erdgasknappheit steht im kommenden Jahr weiter im Fokus der Energiepolitik. Die Arbeit an den Energiepreisbremsen und anderen Subventionen geht weiter. Doch die Ampelkoalition nimmt auch neue Vorhaben in Angriff, sie reichen vom Strommarktdesign bis zum Verkehrssektor. Ein Überblick.
Trotz immer neuer russischer Luftangriffe gegen ihre Energieinfrastruktur konnte die Ukraine bisher einen totalen Blackout verhindern. Mut der Reparaturtrupps, Reserven und Glück tragen ebenso dazu bei wie die sowjetische Vergangenheit. Aber für die nächsten Tage rechnet die Regierung mit noch heftigeren Attacken.
Die Bundesregierung erwägt eine CO2-Speicherung auch in Deutschland, zeigt der Evaluierungsbericht zum CCS-Gesetz. Außerdem will sie ein Verbot der Technik für Kohlekraftwerke prüfen. Die EU hat am Wochenende mehr finanzielle Hilfe für die CO2-Nutzung beschlossen.
Der Bundeskanzler hat sich ins Zeug gelegt für einen Schutzschirm der am schlimmsten vom Klimawandel betroffenen Länder. Aber bisher gibt es nur eine Idee und erste Gespräche – und dem Pionierland Pakistan geht das Geld aus.
Die Kohlekraftwerke in Deutschland haben erstmals mehr Treibhausgas produziert als staatlich zugebilligt. Der CO2-Ausstoß im Energie-Sektor werde nach vorläufigen Zahlen in 2022 die Vorgabe um rund ein Prozent übersteigen, wie neue Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft zeigen. Damit sei zu rechnen gewesen, heißt es dazu aus dem BMWK.
Geringere Kosten, weniger Bürokratie, mehr dynamische Stromtarife: So soll laut einem Gesetzentwurf aus dem BMWK der Ausbau intelligenter Messsysteme beschleunigt werden. Verbände loben den Vorstoß – befürchten jedoch Wettbewerbsverzerrungen. Profitieren könnte offenbar ein Unternehmen, das zu E.on gehört: Westnetz.
Die Kondensatortechnologie ist schon Jahrzehnte alt. Doch weiterentwickelt zu Superkondensatoren, kann sie zu einem Effizienzhebel im Energie- und Verkehrssektor werden. Europas größte Fabrik für die Schnellspeicher soll in Deutschland entstehen.
Trotz vieler Bedenken haben die EU-Energieminister einen Gaspreisdeckel für alle Großhandelsplätze beschlossen. Auch Deutschland stimmte für den Kompromissvorschlag, weil zahlreiche neue Mechanismen verhindern sollen, dass er Schaden anrichten kann. Im Gegenzug gibt es einen Erneuerbaren-„Booster“.