Die Mitglieder der Branchenvereinigung für nachhaltiges Investieren FNG haben am Montag einen neuen Vorstand gewählt und weitere Beschlüsse gefasst, mit denen sie nach den Querelen von 2023 zum Jahreswechsel ein neues Kapital aufschlagen wollen.
Tausende Firmen müssen künftig Angaben zu ihren Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft veröffentlichen – und deren Richtigkeit prüfen lassen. Von wem? Das Bundesjustizministerium hat Regeln entworfen, welche hohe Hürden vorsehen.
Die freiwilligen Standards der Global Reporting Initiative (GRI) decken die neuen verpflichtenden EU-Berichtsstandards ESRS nur teilweise ab. Das ergibt eine Studie der Unternehmensberatung Kirchhoff Consult, die Tagesspiegel Background vorab vorlag.
Dieses Jahr müssen Unternehmen vieler Branchen dafür sorgen, ab 2025 nachweisen zu können, dass ihre Produkte keine Entwaldung verursachen. Die meisten stehen am Anfang. Aber beim Risikomanagement und bei Berichtspflichten ergeben sich Synergien zu anderen Regulierungen. Handlungsbedarf besteht auch für Finanzakteure.
Das Sparkonto von Apple und die von Facebook einst angedachte Digitalwährung sind nur prominente Beispiele: Tech-Giganten wollen auch im Finanzsektor Geschäfte machen. Die EU-Finanzregulierer weisen auf Risiken hin – und planen eine strengere Beaufsichtigung.
Die Verhandlungsführer des EU-Parlaments und der Mitgliedsstaaten haben sich auf Vorschriften für die Anbieter von Nachhaltigkeits-Ratings geeinigt. In manchen Aspekten sind sie laxer als zunächst vorgeschlagen.
Die Bundesregierung kann sich nicht auf eine gemeinsame Position zu dem zur Verabschiedung anstehenden EU-Lieferkettengesetz verständigen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil erklärte das Scheitern seiner Bemühungen um eine Zustimmung Deutschlands und machte dafür Koalitionspartner FDP verantwortlich. Grüne sind enttäuscht. International baut sich Druck auf.
Nach Unternehmen und Finanzinstituten positionieren sich auch Vereinigungen des Kapitalmarkts gegen Diffamierung, rechtsradikales Gedankengut und Feinde von Demokratie und Menschenrechten.
Das geplante Netto-Null-Industrie-Gesetz soll die Fertigung klimaschonender Technologien in Europa stärken. Die Behörden müssen künftig zum Beispiel den Bau der entsprechenden Fabriken deutlich schneller genehmigen, wie die vorläufige Einigung vorsieht. Die Liste mit den betroffenen Bereichen liegt Tagesspiegel Background vor.
Die Verabschiedung des EU-Lieferkettengesetzes steht wieder auf der Kippe. Verantwortlich dafür ist die plötzliche Weigerung der deutschen Justiz- und Finanzminister Marco Buschmann und Christian Lindner, der CSDDD im Rat der EU-Mitgliedsländer die Zustimmung zu geben – trotz der zwischen EU-Staaten, Parlament und EU-Kommission erreichten Einigung.
Nach turbulenten Monaten stellt sich das Forum Nachhaltige Geldanlagen zunehmend neu auf. Am Dienstag stimmten die Mitglieder klar für eine Umstrukturierung beim FNG-Siegel. Zudem tritt heute Verena Menne als neue Geschäftsführerin an.
Der VfU versteht sich als Netzwerk, bei dem Nachhaltigkeitsmanager verschiedenartiger Finanzinstitute voneinander lernen können. Die kooperative Idee wird beliebter: In den vergangenen Jahren sind etliche Mitglieder dazugekommen. Durch den Zulauf entstehen neue finanzielle Möglichkeiten für den Verein – und damit auch neue Aufgabengebiete.
Das Beratungsgremium der Bundesregierung zum nachhaltigen Finanzwesen verdeutlicht in einer Konferenz in Berlin, dass deutsche Unternehmen, Finanzhäuser und Regulatoren einiges zu tun haben, um ihren Rückstand im internationalen Vergleich aufzuholen. Erste Werkzeuge, Methoden und Berichtsstandards sind vorhanden und nutzbar.
Scharf und flexibel: So kann man zusammenfassen, wie Bafin-Präsident Mark Branson im Tagesspiegel-Background-Interview die Arbeit seiner Finanzmarktaufsicht zu Nachhaltigkeitsthemen charakterisiert. Vom Ausbau der Sustainable-Finance-Regulierung, etwa durch eine soziale EU-Taxonomie, hält Branson wenig: Man sei „am oberen Ende dessen, was verdaubar ist“.
Eine Umweltorganisation will ausgerechnet die als ein Nachhaltigkeitsvorreiter angesehene niederländische Großbank per Gericht zu mehr Klimaschutz zwingen. Ähnliche Klagen gegen andere Banken könnten folgen, prognostiziert die Ratingagentur Morningstar DBRS. Unter bestimmten Umständen könnten sie sich auf die Ratings auswirken.
Der EU-Bankenregulierer EBA legt einen Leitfaden dafür vor, wie Banken ihre Umwelt-, sozialen und Governance-Risiken (ESG) handhaben. In dem Entwurf spricht er sich dafür aus, dass Kreditkonditionen die Risiken widerspiegeln – und erklärt, wie Banken Transitionspläne erstellen sollen.
Zu den tausenden Demonstranten gegen Rechtsextremismus und die Alternative für Deutschland (AfD) gehörten auch viele Vertreter aus der Real- und Finanzwirtschaft. Doch lässt sich für Finanzinstitute mehr tun, als sich nur klar zu positionieren? Einige haben klare Ausschlusskriterien, andere sind vorsichtiger.
Mit einem Plan, Deutschland unabhängig vom klimaschädlichen Erdgas aus oft autoritaristischen Lieferländern zu machen, hat am Dienstag ein Gremium aus acht Wissenschaftlern und Sustainable-Finance-Experten aufgewartet. Auf einer anschließenden Diskussionsrunde wurde der „Fachrat Energieunabhängigkeit“ aber gleich mit den Niederungen der Praxis konfrontiert.
Nachdem die FDP eine Kehrtwende zur geplanten EU-Sorgfaltspflichtenrichtlinie gemacht hat, protestieren auch zwei Gruppierungen großer Wirtschaftsverbände gegen die Lieferkettenregulierung. Deutschlands Position ist noch unklar, Menschenrechtler verlangen von Kanzler Olaf Scholz ein Machtwort zugunsten der CSDDD.
Die EU-Beratergruppe Efrag hat einen Entwurf für einen Umsetzungsleitfaden zur Nachhaltigkeitsberichtspflichterstattungs-Richtlinie CSRD vorgelegt. Er gibt Empfehlungen, wie Unternehmen entscheiden können, über welche ihrer Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft und welche Nachhaltigkeitsrisiken sie berichten. Die Efrag betont die Rolle von Stakeholdern.
Nachdem Finanzminister Christian Lindner angekündigt hatte, die Auszahlung des Klimageldes zu verschieben, reagieren Koalitionspartner der FDP, Sozialverbände und Wissenschaftler mit Unverständnis. Einkommensschwache Haushalte müssten bei steigenden CO2-Preisen entlastet werden und bräuchten eine gezielte Förderung bei der Abkehr von fossilen Brennstoffen.
Die FDP will in der EU die geplante menschenrechtliche und ökologische Sorgfaltspflicht auf den letzten Metern ausbremsen. Während Nichtregierungsorganisationen das kritisieren, plädieren die meisten in Umfragen angesprochenen Unternehmen für eine EU-weite Lieferkettenregulierung.
Wenn NGOs Greenwashing von Banken und Fondsanbietern anprangern, dann ist die mediale Resonanz oft groß. Eine Studie der europäischen Finanzmarktaufsicht Esma kommt nun aber zu dem Ergebnis, dass die finanziellen Auswirkungen von Greenwashing-Kontroversen praktisch nicht existent sind.
Die EU sollte drei Kategorien nachhaltiger Fonds einführen, darunter eine Kategorie für Investitionen in die Transformation – darüber herrscht große Einigkeit im Finanzsektor.
Milliardensubventionen für die Landwirtschaft verschärfen Klimakrise und Artensterben, meint Greenpeace und hat das mit einer neuen Studie untermauert. Gleichzeitig zeigt die Untersuchung neue Spielräume für den besseren Einsatz öffentlicher Mittel auf.
Weniger als ein Viertel der Unternehmen fühlt sich bei Kernelementen des seit einem Jahr greifenden deutschen Lieferkettengesetzes gut bis sehr gut aufgestellt. Das zeigt eine branchenübergreifende Umfrage, die Tagesspiegel Background vorab vorlag. Gleichwohl wirkt die deutsche Regulierung und dient zur Vorbereitung auf die EU-Lieferkettenregulierung CSDDD.
Cyberangriff-Stresstest und IT-Sicherheit als Priorität: Die Aufseher der EZB nehmen dieses Jahr die Widerstandsfähigkeit der Banken gegen Hackerangriffe unter die Lupe. Sie haben einen aktuellen Anlass dafür.
Um die Klimawende in der Europäischen Union schneller voranzubringen, fordern Wagniskapitalgeber und Start-ups mehr Garantien der öffentlichen Hand. Förderbanken wie die EIB können so kostengünstig insbesondere den Einstieg in die industrielle Serienproduktion sicherstellen, argumentieren Investoren und Unternehmensgründer.
Die EU-Staaten wollen, dass die Vorschriften später gültig werden als vom Europaparlament gewünscht, sie sind für einfachere Regeln für kleine Ratingagenturen und wollen den ESG-Ratingagenturen auch andere Dienstleistungen erlauben.
Wenn Shareaction mal wieder eines seiner Nachhaltigkeitsrankings von Vermögensverwaltern veröffentlicht, dann ist die Resonanz groß. Doch die britische Nichtregierungsorganisation ist noch in vielen weiteren Bereichen aktiv. Mit all ihren Maßnahmen will sein Ziel erreichen: ein demokratischeres Finanzsystem.
Für tausende nachhaltige Fonds gilt bald: Wenn das Portfolio und die offiziellen Dokumente nicht im Einklang mit neuen Vorschriften der EU-Finanzmarktaufseher stehen, müssen sie geändert werden – oder der Fondsname.
Mehr Freiheiten bei der Kapitalanlage, eine größere Berücksichtigung des Klimawandels bei Kapitalpuffern und Risikoprofil des Policen-Portfolios, mehr Berichtspflichten und die Einführung von Transformationsplänen – all das sieht die Reform des EU-Regulierungsrahmens für Versicherungen, Solvency II, vor.
Banken gehen davon aus, dass grüne Kredite ihnen helfen könnten, Nachhaltigkeitsziele zu erreichen und ihr Image zu polieren. Doch bislang fehlt eine einheitliche Definition. Die EU-Regulierungsbehörde EBA ist dafür, eine einzuführen.
Nach langen Verhandlungen hat die EU sich auf ihre Lieferketten-Richtlinie CSDDD geeinigt. Hauptstreitpunkt war zuletzt der Finanzsektor – für dessen Kundenbeziehungen wird sie nicht gelten.
Nachhaltigkeitsbehauptungen von Versicherern sollen wahr und präzise sein und aktuell gehalten werden, so der EU-Regulierer Eiopa. Wenn Assekuranzen aus Klimaschutzinitiativen austreten, sollen sie dies bekannt geben – andernfalls werden sie zum Negativbeispiel.
Eine Reorganisation soll das deutsche Qualitätslabel für nachhaltige Fonds unabhängiger vom Forum Nachhaltige Geldanlagen (FNG) machen, erläutert Timo Busch, Vorsitzender der Wissenschaftsorganisation First, im Interview. Das FNG-Siegel solle künftig auch Transformationsleistung und Wirkung abbilden, sagt der Hamburger Professor für Betriebswirtschaftslehre.
Die Position des Europaparlaments in den Verhandlungen mit den Mitgliedsstaaten über eine Regulierung von ESG-Ratingagenturen steht fest. Sie ist in manchen Aspekten weniger strikt als von der Berichterstatterin vorgeschlagen. Im Vergleich zu den Wünschen der Kommission drohen Analysten aber schärfere Vorschriften bei Interessenskonflikten.
Die Bundesregierung hat sich geeinigt, das Haushaltsloch mit Ausgabenkürzungen und höheren Abgaben zu stopfen. Ließen sich Nachhaltigkeitsinvestitionen auch finanzieren, indem Deutschland seine im Ausland lebenden Bürger besteuert? Auch in dieser Frage liegen die Unions-Parteien und die Grünen auseinander.
Die Verhandlungen zwischen EU-Parlament und dem Rat der Mitgliedsländer zur EU-Lieferkettenrichtlinie gehen in eine entscheidende Runde: Wird der Finanzsektor ganz oder teilweise davon befreit, bei seiner Kundschaft aus der Realwirtschaft auf Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörungen achten zu müssen? Kommt es gar zur Vertagung der Verhandlungen?
Die Mitgliederversammlung des Forum Nachhaltige Geldanlagen war vor allem eines: ein großes Durcheinander. Über viele wichtige Punkte wollten die Mitglieder gar nicht erst abstimmen, weil ihnen offenbar Informationen fehlten. Nach langem Ringen kam es immerhin zu einer Aussprache zum FNG-Siegel. Und plötzlich auch zu Rücktritten.
Der Klimaschutz soll in Zukunft Leitmotiv der deutschen Außenpolitik sein. Dazu hat die Regierung eine erste Strategie vorgelegt: Durch Entwicklungszusammenarbeit und Zusammenschlüsse wie die G7 oder den Klimaclub sollen Ziele wie Nachhaltigkeit, Gesundheit und ein Ausstieg aus allen fossilen Brennstoffen in anderen Ländern erwirkt werden.
Die nun mit monatelanger Verspätung veröffentlichte Methodik der PCAF sieht vor, dass Wertpapierplatzierungen sich viel weniger in den Treibhausgasbilanzen von Banken niederschlagen als vergleichbare Kredite. Also nur eine Anleitung zu hemmungslosem Greenwashing? Trotz seiner Schwächen dürfte das Regelwerk für mehr Transparenz sorgen.
Die staatliche Förderbank KfW hat seit 2015 ihre Ziele für Investitionen in grüne Anleihen übertroffen und somit starke Impulse für das Wachstums des globalen Marktes für Green Bonds gegeben. Zudem hat sie durch Mindestkriterien international anerkannte Qualitätsstandards mitentwickelt.
Mit dem deutschen Lieferkettengesetz hat die „Initiative Lieferkettengesetz“ ihr Ziel erreicht. Doch sie macht weiter Druck auf die Bundesregierung, damit sie die absehbare europäische Sorgfaltspflichtenrichtlinie CSDDD anspruchsvoll umsetzt. Das zivilgesellschaftliche Bündnis hat aber wenig Hoffnung, dass auch der Finanzsektor einbezogen wird.
Wenige Tage vor der Mitgliederversammlung des FNG haben die Verantwortlichen schriftlich Fragen von Mitgliedern zur kritischen Berichterstattung in Medien beantwortet. Doch das Dokument wirft seinerseits Fragen auf. Am morgigen Dienstag sind die Mitglieder zu einem gesonderten Informationsgespräch eingeladen.
HSBC, Societe Generale, ABN Amro und Standard Chartered verlassen die Science Based Targets Initiative. Die Banken vermuteten laut Insidern, bei einer Validierung ihrer Klimaziele durch die SBTI wären sie künftig weniger in der Lage, in fossile Brennstoffe zu investieren.
Wie viel Macht sollen die Vorstände bekommen? Welchen Einfluss die Mitglieder? Über derart grundlegenden Fragen können nächste Woche rund 200 Finanzakteure bei der Jahresversammlung des ins Schlingern geratenen Forums Nachhaltige Geldanlagen entscheiden.
Durch den Klimawandel werden Unwetterschäden häufiger – doch die meisten sind nicht versichert. Eiopa-Chefin Petra Hielkema und Bundesbank-Vorständin Sabine Mauderer sprechen sich auf der Jahreskonferenz der EU-Versicherungsaufsicht für klare Grenzen staatlicher Hilfe aus.
Heute beginnt die COP28 in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Um das Pariser Klimaabkommen noch einzuhalten, müssten die Staaten massive Emissionseinsparungen beschließen und sich zu einem Ende von Kohle, Öl und Gas bekennen – bislang war das stets erfolglos. Ein Überblick über die wichtigsten Themen der Weltklimakonferenz.
Vor einer Anhörung der EZB-Präsidentin Lagarde vor dem Währungsausschuss des Europaparlaments machen Ausschussberater Vorschläge, wie die Zentralbank klimafreundlicher werden kann. EZB-Direktoriumsmitglied Elderson legt schon mal eigene Vorschläge vor.
Eine aufschlussreiche Veranstaltung im Bundesfinanzministerium beschloss vergangenen Donnerstag den Sustainable-Finance-Gipfel. Politiker aus Regierung und Opposition bekannten sich überraschend deutlich zur Transformation in Richtung netto Null – allerdings gab es teils heftigen Streit über den richtigen Weg dorthin.
Die internen Diskussionen im Forum Nachhaltige Geldanlagen wirken sich auch auf dessen Siegel-Tochter QNG und darüber hinaus auf das Prüfteam für das Nachhaltigkeitssiegel des Fachverbands aus. Nun mussten dort Mitarbeiter entlassen werden – offenbar, weil sich FNG-Vorstand und Siegel-Geschäftsführung nicht über die Finanzierung einigen konnten.
Eine von der britischen Regierung eingesetzte Arbeitsgruppe hat Leitlinien für Übergangspläne besonders wichtiger Sektoren vorgelegt. Ihre Empfehlungen sind nicht die ersten für derartige Unternehmenspläne – doch ihre Detailliertheit macht sie interessant.
Nach dem Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichts zur Finanzierungspraxis der Ampel gibt es erste Einschätzungen von Politikern zur Frage, welche Klimaschutzmaßnahmen weiterfinanziert werden. Doch die Union sieht schon das nächste Finanzmittel bedroht: den Wirtschaftsstabilisierungsfonds.
Das Bundesverfassungsgericht hat geurteilt, dass 60 Milliarden Euro an nicht benötigten Krediten zur Bewältigung der Corona-Krise nicht in den Klimafonds verschoben werden durften. Nun ist die Finanzierung vieler klimapolitischen Maßnahmen ungeklärt.
Die EU-Mitgliedstaaten sollen auf Vorschlag der spanischen Ratspräsidentschaft überraschend den gesamten Finanzsektor aus dem europäischen Lieferkettengesetz heraushalten – zunächst. Doch was wie eine Niederlage für Befürworter eines ambitionierten Rechtsrahmens aussieht, könnte sich noch als Vorteil für eine striktere Lieferkettenregulierung erweisen.
Nach fünf Vorstandsrücktritten auf einen Schlag entscheidet Anfang Dezember die Mitgliederversammlung, wer das Forum Nachhaltige Geldanlagen in die Zukunft führen wird. Manche Finanzakteure wünschen sich einen Neuanfang mit kompetenten Teamplayern an der Spitze.
Vorstandsvorsitzender weg, vier Beisitzer ebenso: In der Führung des Forum Nachhaltige Geldanlagen herrscht Chaos und der Verband muss sich einmal mehr mit sich selbst beschäftigen. Wie konnte es so weit kommen? Und wie geht es weiter? Es ist ein Drama in zwei Akten, das ausgerechnet am Nikolaustag seinen Höhepunkt finden dürfte.
Bislang umweltschädliche Unternehmen könnten Investitionen am dringendsten benötigen, um sich zu transformieren – doch ihre Finanzierung wird von der Sustainable-Finance-Regulierung der EU bislang nicht gefördert, kritisiert der Bankenverband AFME. Er schlägt der Politik Änderungen an den Vorschriften vor.
Zum Start des siebten Sustainable-Finance-Gipfels traf sich die Branche am Montag in Frankfurt. Auf den ersten beiden Veranstaltungen ging es viel darum, wie der Finanzsektor die Wirtschaft in ihrem Wandel unterstützen kann. Doch die wirklich aufrüttelnden Worte kamen auf einer Parallel-Konferenz.
Um einen besseren Überblick über den Erfolg einer Netto-Null-Strategie von Unternehmen zu erhalten sowie zu Emissionen in Wertschöpfungsketten, haben Wissenschaftler des Mannheimer ZEW sowie der Stanford-Universität ein dynamisches Berichtsrahmensystem entwickelt. Damit, so die Forscher, könnten Unternehmen sich auch von Greenwashing der Konkurrenz absetzen.
Mehrere wichtige Wirtschaftsnationen und -regionen werden Unternehmen verpflichten, Nachhaltigkeitsinformationen künftig auf Basis der ISSB-Regeln zu veröffentlichen. Manche beschränken sich allerdings auf Klimaangaben.
Nigeria ist als Ölförderland und Bevölkerungsriese Afrikas bekannt. Doch auch dort tut sich viel beim Klimaschutz. Spritsubventionen sind gerade zusammengestrichen worden. Das Land will in Solarkraft, E-Busse und Made in Germany investieren. Allerdings wird dringend Kapital benötigt. Auf der Weltklimakonferenz COP28 in Dubai ist das ein wichtiges Anliegen.
Sei es in der Realwirtschaft oder im Finanzsektor: Laut einer Studie des Südwind-Instituts arbeitet kaum einer konkret auf die Umsetzung der nachhaltigen Entwicklungsziele hin. Dabei braucht es besonders das Geld von privaten Investoren, um die SDGs noch zu erreichen. Die Bundesregierung will helfen, dass mehr Geld in den globalen Süden fließt.
Beim Trilog über die europäische Richtlinie zu menschenrechtlichen und ökologischen Sorgfaltspflichten von Unternehmen (CSDDD) ist politisch umstritten, ob und inwieweit sie Finanzakteure einbeziehen soll. Die Mitgliedsstaaten haben sehr unterschiedliche Ansichten, die spanische Ratspräsidentschaft steuert Kompromisse an.
Die Global Reporting Initiative (GRI) gehört zu den Pionierorganisationen der standardisierten Nachhaltigkeitsberichterstattung. Die langjährige Arbeit zahlt sich aus: Heute sind die Standards der GRI die Grundlage für Gesetze von der EU bis nach Taiwan.