Kinder sucht- und psychisch erkrankter Eltern sind eine besonders vulnerable Gruppe, fallen aber oft durch die Lücken zwischen Hilfesystemen. Ein Netzwerk aus verschiedenen Trägern und Verbänden fordert, dass Kommunen in Zukunft Gesamtkonzepte entwickeln sollen und dass es bessere Kollaboration zwischen den verschiedenen Akteuren braucht.
Mit einer besseren Patientensteuerung sollen die beiden großen Problemen im Gesundheitssystem gelöst werden. Nämlich dass einerseits finanzielle Mittel fehlen, um die älter werdende Gesellschaft versorgen zu können und dass andererseits das dafür nötige Personal fehlt. Der Hausärztinnen- und Hausärzteverband möchte sein Konzept HÄPPI in die Fläche bringen.
Per Erlass wurde die BZgA gestern zum Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit – nötig sind nun aber Gesetzesänderungen, wie Minister Lauterbach einräumt. Laut Kooperationsvereinbarung soll das RKI sein KI-Zentrum abgeben. Doch welche Wirkung können die Vorgaben entfalten, wenn sie von der nächsten Bundesregierung rechtssicher gemacht werden müssen?
Einen zügigen, gar unaufhaltsamen Rollout der elektronischen Patientenakte hatte das Bundesgesundheitsministerium zuletzt signalisiert. Nun muss es gegenüber den Gematik-Gesellschaftern eine massive Verzögerung der nächsten großen Weiterentwicklungsstufe ankündigen. Die Adressaten reagieren gefasst, lediglich die DKG bedauert die Verspätung.
Vor dem heute geplanten Ministererlass für ein neues Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit wirft der RKI-Personalrat Minister Lauterbach Falschdarstellungen zur Beteiligung der Betroffenen vor. Und fordert eine Klarstellung.
Im Bundesrat drängt Baden-Württemberg morgen auf eine Entschlackung des zunehmend verfeinerten Morbi-RSA. Der Risikoausgleich für die Krankenkassen müsse einfacher, transparenter und in seinen Auswirkungen besser vorhersehbar werden, so die Forderung. Zudem sei es nötig, Investitionen in Prävention oder innovative Versorgung stärker zu berücksichtigen.
In einem neuen Positionspapier beschreiben verschiedene Akteure, wie eine proaktive Gesundheitspolitik mit Maßnahmen in vier Bereichen das Potenzial haben soll, die Lebensqualität der Bevölkerung nachhaltig zu verbessern und gleichzeitig in hohem Maße zur gesamtwirtschaftlichen und sozialen Stabilität beizutragen.
In Deutschland gibt es einen Mangel an Psychotherapieplätzen. Ein Forschungsteam hat nun untersucht, ob der KI-basierte Chatbot ChatGPT Paartherapiesitzungen übernehmen könnte. Die Studienteilnehmenden konnten keine großen Unterschiede zu menschlichen Therapeuten ausmachen, zeigen die Ergebnisse. Wissenschaftler:innen zweifeln die Aussagekraft der Studie an.
Die steigenden Eigenanteile in den Heimen belasten nicht nur Pflegebedürftige. Für die gewährten prozentualen Zuschüsse müssen auch die Beitragszahler immer mehr Geld aufbringen. Im Jahr 2029 könnten das bereits 14 Milliarden Euro sein, heißt es in einer gestern vorgelegten Studie. Und die SPD-Idee, den Eigenanteil bei 1000 Euro zu deckeln, käme noch teurer.
Nicht nur Union und FDP, auch die Grünen kritisieren die Pläne von Karl Lauterbach, das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit morgen ohne Parlamentsbeteiligung im Schnellverfahren durchzudrücken. Der Minister muss sich zudem auf Proteste aus RKI und BZgA einstellen. Die SPD sieht in der Notlösung einen Auftrag an die nächste Regierung.
Vor gut einem Jahr hat die bayerische Staatsregierung eine Online-Suchmaschine für Pflegeplätze gestartet. Der Freistaat sieht sich damit weiterhin in einer bundesweiten Vorreiterrolle. Die Nutzerzahlen sind aber noch vergleichsweise gering. Die Staatsregierung startet deshalb eine Werbekampagne.
Mit viel Hartnäckigkeit hatten die Unterstützer der Neuregelung von Paragraf 218 StGB für eine Anhörung gekämpft. Am vorletzten Sitzungstag des Bundestages blieb es dann auch dabei: Drei Stunden lang debattierten und erklärten Sachverständige. Dabei ging es um verfassungsrechtliche Fragen, aber auch um ärztliches Handeln und Versorgung.
Nachdem es mit dem BIÖG-Gesetz nicht geklappt hat, sollen beide Bundesinstitute nun eine Kooperationsvereinbarung bekommen, die am Donnerstag unterschrieben werden soll – die BZgA wird am gleichen Tag umbenannt. Minister Lauterbach schafft damit Tatsachen, die Finanzierung muss die nächste Regierung sicherstellen.
Gemeinsam mit dem EU-Parlament, Mitgliedsstaaten und Stakeholdern will die EU-Kommission Durchblick im Regulierungsdickicht schaffen, Berichtspflichten eindampfen und so die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Morgen will die Kommission ihr Arbeitsprogramm 2025 dem EU-Parlament vorstellen – direkten und indirekten Bezug zur Gesundheitspolitik gibt es einigen.
Die Krankenhaustransformationsfonds-Verordnung steht in dieser Woche nicht auf der Tagesordnung im Bundesrat, sondern wurde auf den 21. März vertagt. Die Länder wollen sich in den nächsten Tagen in Einzelfragen näher abstimmen und offene Fragen klären. Dabei könnte es auch um die Förderfähigkeit von Universitätsklinika gehen.
Hat die Krankenhausreform bestehende Probleme verschärft oder kommt sie nur zu spät? In Rheinland-Pfalz haben zehn Kliniken des Roten Kreuzes Insolvenz angemeldet, der Wohlfahrtsverband zieht sich dort komplett aus der stationären Versorgung zurück. Nun geht es in dem Bundesland darum, möglichst schnell neue Träger für diese Häuser zu finden.
Die Nationale Strategie für gen- und zellbasierte Strategien soll nicht nur bemerkenswert viele Ideen vorweisen, sondern sich auch als Mittel dafür entpuppen, dass Deutschland bei der Entwicklung und Translation innovativer Therapien in die internationale Spitzengruppe aufrückt. Dafür fordert das koordinierende BIH von der nächsten Regierung Zusagen.
Thomas Preis ist der neue ABDA-Präsident und gilt als Verfechter der Vor-Ort-Apotheke. In seiner Amtszeit will er sich für die Stärkung eben dieser einsetzen und ein Bild der Apotheke der Zukunft entwerfen. Im Interview spricht er darüber, wo das Geld für eine Honoraranpassung herkommen und welche Rolle dabei die Telepharmazie spielen soll.
Mit dem GVSG sollte auch die durch BSG-Urteile ausgelöste Krise im ambulanten Bereitschaftsdienst gelöst werden – der interministeriell erzielte Kompromiss liegt nun aber auf Eis. Eine Umfrage unter den Ländern zeigt: Einige KVen haben Tatsachen geschaffen, andere warten. Und alle drängen die nächste Bundesregierung, Rechtssicherheit zu schaffen.
28 Prozent der Klinikärzte in Deutschland sind so frustriert, dass sie über einen Jobwechsel nachdenken. Das ist das alarmierende Ergebnis einer Umfrage, die der Marburger Bund gestern präsentierte. Hauptgründe für die Unzufriedenheit sind hohe Arbeitsbelastung, Personalmangel und zu viel Verwaltungstätigkeit. Dazu kommen immer mehr Gewalterfahrungen.
Zunehmender Mischkonsum, ein wachsendes Problem mit Crack in deutschen Großstädten und immer mehr Drogentote – es ist kein sehr erfreuliches Fazit, das der Bundesdrogenbeauftragte Burkhard Blienert ziehen kann. In einem Drogenkonsumraum in Berlin-Kreuzberg versucht er es mit Appellen an die Länder, die globalen Herausforderungen gegenüberstehen.
Bislang gibt es kaum speziell für Kinder entwickelte Krebsmedikamente. Das könnte sich künftig ändern – auch dank neuer, zielführender Regulatorik. Im Interview spricht sich Stefan Pfister, Direktor des Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg, unter anderem für mehr Public Private Partnerships aus und plädiert für mehr politische Entscheidungen.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach hält auf den letzten Metern dieser Legislaturperiode an dem geplanten Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit (BIÖG) fest. Prävention zu stärken, war eines seiner großen Ziele. Doch wirklich weit gekommen ist er damit nicht. Für das genannte Institut wird die Zeit nun denkbar knapp.
Mitte Januar haben nicht nur die Krankenkassen begonnen, elektronische Patientenakten für ihre Versicherten anzulegen. Auch die Pilotphase in Gesundheitseinrichtungen ist in drei Modellregionen gestartet. Erst wenn alle Mängel behoben sind und der Betrieb rund läuft, soll der flächendeckende Rollout stattfinden. Wie steht es um die Pilotierung?
Die EU-Kommission gibt sich größte Mühe, auf die Ankündigung, den Critical Medicines Act in den ersten hundert Tagen der Amtszeit vorzulegen, Taten folgen zu lassen. Doch selbst in der Pharmaindustrie wird, bei allem Wunsch nach Maßnahmen, von einem Schnellschuss abgeraten. Im Mittelpunkt steht nun das Instrument der Folgenabschätzung.
Gesundheits-Apps spielen eine immer zentralere Rolle in der Versorgung. Vor allem für KI-basierte, selbst lernende Modelle seien transparente Rückmeldesysteme wichtig, schreiben Forschende in einem aktuellen Paper. Darin beschreiben sie, warum sich die Patientensicherheit durch Echtzeit-Feedback verbessern könnte und was es dafür braucht.
Klinikärzte, DGHO und DKG sind zutiefst besorgt: Die stationäre Versorgung schwerstkranker Krebspatienten mit hochwirksamen CAR-T-Zell-Therapien stehe womöglich auf dem Spiel, sollte der Gesetzgeber an den kleinteiligen Behandlungsvorgaben und teils aberwitzigen Nachweispflichten festhalten. Das finanzielle Risiko für die Kliniken sei nicht gerechtfertigt.
Trotz maroder Finanzierungsmechanismen und starker Kostensteigerungen sind Krankenhausinsolvenzen bisher kein Massenphänomen. Der Arbeitsrecht-Anwalt Wolf J. Reuter hat schon viele Insolvenzen, auch unter dem sogenannten Schutzschirm-Verfahren, begleitet und wagt eine Prognose. Er übt auch Kritik an Fehlwirtschaft durch Gesellschafter und Geschäftsführung.
Der Ärger bei Kassenpatienten wegen überlanger Wartezeiten auf Facharzt-Termine wächst: Laut einer gestern veröffentlichten Befragung muss sich jeder Vierte dafür länger als einen Monat gedulden. Hinzu kommt, dass viele Praxen telefonisch kaum erreichbar sind oder zu kurze Öffnungszeiten haben. Der GKV-Spitzenverband will das nicht länger hinnehmen.
Nachdem auch die Bundesregierung ihre Wirtschaftsprognose für 2025 im Jahreswirtschaftsbericht nach unten korrigiert hat, ist es ein Stück gewisser geworden, dass die Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds bis zum Jahresende unter die gesetzliche Untergrenze sinken wird. Im Sommer könnte der Bund mit Darlehen einspringen müssen.
Als jüngste Gesundheitsministerin gerade ins Amt gekommen, hat die Thüringer Ressortchefin Katharina Schenk sogleich den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz übernommen. Im Interview spricht die SPD-Politikerin über die Schwierigkeiten einer Regierung ohne Landtagsmehrheit, die Krankenhausreform und die anderen geplanten Schwerpunkte in der GMK.
Schon seit geraumer Zeit belegen deutlich mehr Frauen Medizin als Studienfach als Männer. In der berufstätigen Ärzteschaft waren Frauen bislang allerdings in der Minderheit. In immer mehr Einzelbereichen der Medizin ändert sich das. Aus der Landesärztekammer Bayern wird jetzt ein weiterer Meilenstein gemeldet. Der Ärztinnenbund sieht aber noch Nachholbedarf.
Die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen sollen die fachärztliche Versorgung auch in der Fläche sicherstellen. Das gelingt nicht überall gleich gut – immer wieder berichten Patient:innen von der vergeblichen Suche nach einem Facharzttermin. Bei welchen Facharztrichtungen und in welchen Regionen es hakt, zeigt eine Abfrage bei den KVen.
Wie kann der hiesige Pharmastandort gestärkt werden? Verlässlichkeit wird von der Industrie genauso gefordert wie Planungssicherheit und eine innovationsfreundliche AMNOG-Reform. Gestern warben Politiker und Pharmavertreter außerdem für ein besseres Image im Ausland, mehr Rechenleistung und einen staatlichen Biotechfonds.
Mit der Entbudgetierung der Hausärzte schaffe man neue Kapazitäten in den Praxen, begründet die SPD die Maßnahme – die GKV glaubt daran nicht. Um mehr Termine zu ermöglichen, setzt man im Kassenlager auf eine stärkere Regulierung privater Terminvermittler, die in der kommenden Legislaturperiode angegangen werden müsse.
Die rückwirkende Aufarbeitung unzulässiger Einflussnahmen von Krankenkassen auf das Diagnoseverhalten von Ärzten, um so zusätzliche Einnahmen aus dem Finanzausgleich zu erzielen, kommt nur schleppend voran. Dies bestätigt jetzt die Bundesregierung in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Unionsfraktion. Die gibt der Ampelregierung dafür die Schuld.
Frauen, die eine Fehlgeburt erlitten haben, erhalten künftig einen Anspruch auf Mutterschutz. Ein Gesetzentwurf der Unions-Fraktion fand gestern eine fraktionsübergreifende Zustimmung in den Ausschüssen. Kaum noch in dieser Legislatur umsetzbar scheint indes die von einer Parlamentariergruppe angestrebte Einführung der Widerspruchslösung bei der Organspende.
Die Stabilisierung der GKV-Finanzen wird das bestimmende Thema in der nächsten Legislaturperiode. Werden erste Maßnahmen nicht schon 2025 umgesetzt, drohen 2026 weitere drastische Beitragssteigerungen, warnt der Verband der Ersatzkassen. Was die Politik aus Verbandssicht jetzt tun kann und muss.
Es gibt nicht genug Spendenorgane für Menschen mit Herzerkrankung. Doch zum Weiterleben sind diese neben Herzpumpen bisher die einzige Therapiemöglichkeit. Ein deutsches Forschungsteam probiert sich deshalb an der Reparatur des Herzens aus. Erste Ergebnisse zum Herzpflaster aus transformierten Stammzellen liegen nun vor.
Knappe Ressourcen und Stakeholder, die zwingend benötigten Veränderungen im Weg stehen: Auf dem diesjährigen BMC-Kongress sprachen sich viele Systemkenner für mehr Mut zur Veränderung aus. Dazu könnten auch mehr Transparenz und die Bürger als echte Ko-Innovatoren des Systems gehören. Ein ePA-Update gab es auch.
In weniger als einem Monat wählt Deutschland einen neuen Bundestag. Unter Hochdruck arbeitet Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach nun an der Umsetzung seiner Krankenhausreform. Heute befasst sich der Gesundheitsausschuss des Bundesrats mit der Transformationsfonds-Verordnung und gestern hat der Leistungsgruppen-Ausschuss seine Arbeit aufgenommen.
Die Soziale Pflegeversicherung steht vor ungelösten Finanzproblemen. Gleichzeitig treiben hohe Eigenanteile immer mehr Heimbewohner in die Sozialhilfe. Ein Gutachten von Forschern der Universität Bremen weist einen Weg aus der Finanzmisere. Allerdings ist Widerspruch programmiert, etwa aus der Privaten Krankenversicherung.
Vor 30 Jahren trat die Soziale Pflegeversicherung in Kraft. Was damals ein Riesenschritt war, müsse nun auf den Prüfstand und bedürfe womöglich auch einer „Generalüberholung“, meint NRW-Sozialminister Karl-Josef Laumann (CDU). Am Wichtigsten sei dabei zweierlei: der Erhalt der Zahlungsfähigkeit und Verbesserungen für pflegende Angehörige.
Vertreter:innen von CDU und Grünen zeigen sich entschlossen, für teure Medikamente bessere Evidenz zu fordern. Die Debatte um den Umgang mit Hochpreismedikamenten, auch als Kostendämpfungsmaßnahme, dürfte in der kommenden Legislatur Fahrt aufnehmen.
„Ohne grundlegende Reform wird der Morbi-RSA zum Sprengsatz für die gegliederte Krankenversicherung werden.“ Mit dieser Warnung wenden sich jetzt in ungewöhnlichem Schulterschluss mehrere große Krankenkassen an den zukünftigen Gesetzgeber. Mindestens die Manipulationsbremse müsse sofort ausgesetzt werden.
Einen Monat vor der Bundestagswahl geht es beim Kongress Pflege mit besonderer Deutlichkeit zu. Ein wohl nicht wörtlich gemeinter Satz von Sabine Dittmar zu den Zugangsvoraussetzungen für den Pflegeberuf motiviert Pflegeratsvorsitzende Vogler zu Nachdruck: Es brauche im Gegenteil mehr selbstbewusste Berufsvertretung und Ausdifferenzierung.
Exakt an dem Tag, an dem Trump ankündigte, 500 Milliarden Dollar in die KI-Entwicklung zu stecken, trafen sich in Bochum bei der TechTour „AI for Health“ Start-ups von KI-getriebenen Innovationen im Gesundheitsbereich mit möglichen Investoren. Ausrichter der Premiere in Bochum war die Bochum Wirtschaftsentwicklung.
Es handelt sich um eine der nachgefragtesten Untersuchungen. Doch einen Termin zur ambulanten Magenspiegelung zu ergattern, ist für Kassenpatienten immens schwierig geworden. Das liege am niedrigen Honorar und der zusätzlichen Budgetierung, heißt es bei KV und Gastroenterologen. Helfen könne aber auch bessere Patientensteuerung über die Hausärzte.
Nicht weniger als einen kompletten Neustart für die GKV verlangt der BKK-Dachverband in seinen Forderungen an die nächste Regierung. Das Sozialgesetzbuch sei „voller Fehlanreize und Absurditäten“, schimpft Vorstandschef Franz Knieps. Es müsse neu geschrieben werden. Außerdem müsse Prävention in der Versorgung „oberste Priorität erhalten“.
Die Messerattacke von Aschaffenburg lässt den Ruf nach härteren Maßnahmen wieder laut werden. Dabei stellt sich die Frage, ob es sich um ein rein innen- und sicherheitspolitisches Problem handelt oder ob es schärfere Maßnahmen an der Schnittstelle zwischen Psychiatrie und Justiz braucht.
Viele unterschiedliche Haltungen gibt es zur anhaltenden Debatte um eine mögliche Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze in der GKV und SPV. Neue und alte Argumente werden bemüht. Letztlich laufen aber doch alle Lösungsvorschläge auf eine Entlastung der Sozialversicherungsbeiträge durch Finanzierung der versicherungsfremden Leistungen hinaus.
Mit „Stargate“ kündigt die US-Regierung gemeinsam mit Branchengrößen ein KI-Projekt der Superlative an. 500 Milliarden Dollar sollen in den kommenden vier Jahren in Rechenzentren fließen, ein erster Fokus liegt auf der medizinischen Forschung. Verbände warnen: Die EU könnte den Anschluss verlieren. Gefordert sei eine Allianz aus Staat und Wirtschaft.
Zu wenig Mediziner, zu viel Schmoren im eigenen Saft: Mit neuen Strategien will die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin die Versorgung betroffener Patienten verbessern. Dazu gehört mehr interdisziplinäre Zusammenarbeit, ein Ausbau regionaler Versorgungszentren und auch die stärkere Einbeziehung von virtueller Schmerzforschung.
Gerade feiern die ehemaligen Ampel-Koalitionäre die Einigung auf die Entbudgetierung der Hausärzte. Nun warnt die Kassenärztliche Bundesvereinigung jedoch davor, dass im schlimmsten Falle Honorarumverteilungen innerhalb der Ärzteschaft drohen, weil es keine neuen Finanzmittel zu geben scheint.
Um über vier Prozentpunkte könnten die Sozialbeiträge in Deutschland sinken, wenn der Staat – wie ordnungspolitisch geboten – alle Kosten für gesamtgesellschaftliche Leistungen übernähme. Das hat jetzt der VdK errechnet. Die Unterfinanzierung betrage 70,8 Milliarden Euro pro Jahr. Um an dieses Geld zu kommen, brauche es eine gerechtere Besteuerung.
Kaum im Amt, hat der neue US-Präsident seinem Land den Rückzug aus der Weltgesundheitsorganisation verordnet. Die Entscheidung schwächt nicht nur die WHO finanziell wie strukturell, sondern könnte auch Hunderttausende Menschen gefährden und den Kampf gegen Krankheiten behindern, befürchten Politiker parteiübergreifend. Einzig die AfD jubelt.
Die Zahnärzteschaft freut sich, dass mit einem EuGH-Urteil das Fremdinvestorenverbot bestätigt wird. Im konkreten Fall ging es zwar um Rechtsanwaltsgesellschaften, doch ist es am Ende egal, ob es sich um eine Kanzlei, Arzt- oder Zahnarztpraxis handelt? Der Bundesverband der Betreiber medizinischer Versorgungszentren sagt ganz klar: nein.
Das BMG legt seinen Verordnungsentwurf für den Transformationsfonds vor, die Verhandlungen mit den Ländern beginnen nun erst – Minister Lauterbach setzt dabei auch auf Zeitdruck, um die Länder zur Kooperation zu drängen. Der GKV-Spitzenverband denkt verstärkt darüber nach, gegen das Konstrukt in Karlsruhe zu klagen.
Die aktuelle Beitragsdynamik bei den gesetzlichen Kassen könnte mit einem überschaubaren Bündel von Maßnahmen gestoppt werden. Zu diesem Befund kommt eine Studie des IGES-Instituts im Auftrag der DAK. Deren Vorstandschef appelliert nun an die nächste Regierung, die Ideen in einem Sofortprogramm umzusetzen. Neue Beiträge auf Kapitalerträge gehören nicht dazu.
Das Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetz soll in einer der letzten Sitzungswochen des Bundestags doch noch beschlossen werden. SPD, Grüne und FDP verkündeten gestern ihre Einigung auf die Entbudgetierung der Hausärzte und einiger anderer Punkte. Ein teures Wahlgeschenk, sagen die Krankenkassen. Schließlich geht es jährlich um 400 bis 500 Millionen Euro.
Noch knapp drei Jahre, dann beginnt ein neuer mehrjähriger Finanzrahmen in der EU. Schon jetzt ist zu erahnen, dass die Verhandlungen zwischen Rat, Parlament und Kommission keinesfalls einfach werden. Die Kommission will mehr Kontrolle über die Ausgaben. So würden die Nationalregierungen gestärkt – die könnten aber im Rat erneut für eine Blockade sorgen.
Die neue Brandenburger Gesundheitsministerin ist die erste BSW-Besetzung in diesem Amt. Zuvor leitete die Parteilose und Ex-SPDlerin Britta Müller die Pflegekasse der AOK Sachsen-Anhalt. Im Interview spricht sie über ihre Pläne als Ministerin, die Entlassung ihrer Vorgängerin und warum aus ihrer Sicht die Pflegepolitik einen Neustart braucht.
Die neue Bundesregierung muss die GKV-Finanzen in den Griff bekommen und dazu Effizienzreserven heben. Gut vorstellbar, dass sie auch auf die Idee kommt, die automatische Biosimilars-Substitution auszuweiten. Keine gute Idee, meinen Branchenverbände.
Da Pflegebedürftige oft nur unter Schwierigkeiten in eine Zahnarztpraxis gelangen, machen sich Dentisten immer öfter auf den Weg ins Heim. Die Zahl solcher Besuche hat sich nach Angaben der KZBV binnen eines Jahres um fast elf Prozent erhöht. Und auch die Zahl der Kooperationsverträge von Heimbetreibern mit Zahnärzten ist gestiegen.
Thomas Preis warb im Vorfeld der ABDA-Präsidiumswahl dafür, die Politik mit frischem Wind für die eigenen Ziele zu gewinnen und hatte damit Erfolg. Er setzte sich gegen die bisherige Amtsinhaberin Gabriele Regina Overwiening durch. Welche Ziele verfolgt der neu Verbandschef in den nächsten Jahren?
Die finanzielle Stabilisierung der Krankenkassen wird eine herausragende Frage sein bei bevorstehenden Koalitionsverhandlungen. Die Ausweitung von Beitragsbemessungsgrenzen werden dabei genauso Thema sein wie die Erhöhung des Steuerausgleichs. Es gibt Gründe für die Union, Vorstöße von SPD und Grünen aufzugreifen. Was sind die Optionen?