Zum kommenden Jahr sollen das Gesunde-Herz-Gesetz in Kraft treten und das neue Präventionsinstitut an den Start gehen – beide Vorhaben stoßen weiterhin auf Vorbehalte in den Fraktionen. Derweil rechnet die AOK vor, dass das GKV-Präventionsbudget bald zum Großteil für die medikamentöse Tabakentwöhnung draufgehen könnte.
„Land auf Land ab werden aus kommunalen Haushalten Krankenhäuser stabilisiert“, sagt Potsdams Oberbürgermeister Maik Schubert (SPD). Das könne nicht ewig so weitergehen. Was versprechen sich Bürgermeister von der Krankenhausreform und welche Zukunftsperspektiven tun sich für kommunale Krankenhäuser auf?
Das BSW könnte bald ein oder mehrere Landesgesundheitsministerien besetzen, und schon jetzt geht der Blick auf die Bundestagswahl kommendes Jahr. Was kommt da für eine gesundheitspolitische Programmatik? Die Antwort lässt man derzeit beim BSW noch offen – und holt sich Unterstützung eines etablierten Gesundheitswissenschaftlers.
Der Verband der Privaten Krankenversicherung legt mit „Heal Capital 2“ einen weiteren Wagniskapitalfonds für digitale Gesundheitsinnovationen auf. Größer soll er werden, weitere Partner sich beteiligen. Heute wird er vorgestellt. In der Politik stößt das Vorhaben auf Zuspruch.
Dass kein Ruhm in der Vorbeugung liegt, hat die Pandemie hinlänglich bewiesen. Angesichts der wachsenden Herausforderungen im Gesundheitssystem und des demografischen Wandels bekräftigt der Expert:innenrat Gesundheit & Resilienz die Forderung aus der Präventionsmedizin: Gesundheit muss überall mitgedacht, Präventionsangebote müssen individualisiert werden.
Cyberkriminelle greifen vermehrt Arztpraxen an. Ein Bericht des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik hat die dortigen Schwachstellen identifiziert und Handlungsempfehlungen für Praxen formuliert. Warum er die regulatorische Seite trotz der NIS-2-Umsetzungsverzögerung gut aufgestellt sieht, erzählt der Projektleiter Oliver Kling.
Mit ihrem KI-Basismodell für die Medizin will die Helmholtz-Gemeinschaft den Grundstein für die Gesundheitsforschung der Zukunft legen. Die Datensammlung für das groß angelegte Projekt hat bereits begonnen. In drei Jahren soll es bei der Präzisionsprävention helfen, doch dafür stehen noch einige Schritte bevor. Auch die Politik ist an der Stelle gefragt.
Sowohl der Hausärztinnen- und Hausärzteverband als auch das Bündnis Gesundheit setzen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) unter Druck, seine geplante Reformen durchzubringen und für eine ausreichende Finanzierung des Gesundheitswesens zu sorgen.
Ausnahmeregelungen ja, aber nicht dauerhaft und nur auf Leistungen der Grundversorgung begrenzt. Damit und mit einigen anderen Punkten will der Bund den Ländern in den Verhandlungen um die Krankenhausstrukturreform entgegenkommen. Bei der Finanzierung des Transformationsfonds sieht die Bundesregierung hingegen keinen Änderungsbedarf.
680 Millionen Euro wurden zu Beginn der Pandemie für zusätzliche Intensivbetten ausgeschüttet, 400 Millionen für Beatmungsgeräte. Die Mittelvergabe war undurchsichtig, die Zweckmäßigkeit nicht nachvollziehbar, beklagt ein neuer Rechnungshofbericht. Der bescheinigt der Regierung zudem, immer noch mangelhaft auf die nächste Pandemie vorbereitet zu sein.
Millionen Menschen in Deutschland sind auf barrierefreie digitale Anwendungen angewiesen. Doch ist die elektronische Patientenakte für alle eine solche? Hört man sich um, gibt es daran Zweifel. Und auch manche Vorgaben werfen Fragen auf – die auch auf Nachfrage nicht unbedingt überzeugend beantwortet werden.
Das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz wurde vom Kabinett beschlossen, bevor die Rechtsförmlichkeitsprüfung finalisiert werden konnte. Mittlerweile wurde sie abgeschlossen und ihre Ergebnisse in einen neuen Gesetzesentwurf überführt. Die Länder warten noch auf ein Entgegenkommen.
Ursula von der Leyen gibt das Gesundheitsressort an Ungarn, der nominierte Kandidat soll auch für veterinärmedizinische Aspekte Verantwortung tragen. Als bisheriger Erweiterungskommissar und Orban-Kandidat genießt Olivér Várhelyi kaum Vertrauen in den großen Fraktionen – die EVP kündigt schon an, ihn durchfallen lassen zu wollen.
Jedes zweite Kind in Deutschland scheint chronisch gesundheitliche Probleme zu haben. Das jedenfalls legen Befragungsergebnisse der AOK Rheinland/Hamburg unter 5000 Eltern nahe, die heute im Kindergesundheitsatlas veröffentlicht werden. Doch egal, ob subjektive Einschätzung oder offizielle Diagnose: In Sachen Prävention ist noch mehr möglich.
Wie es um die Diagnosesicherheit in Deutschland steht, ist ziemlich unbekannt – Daten werden schlichtweg nicht erhoben. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit wirbt nun genau dafür und führt finanzielle Argumente an, denn bessere Patientensicherheit sei nicht nur ein menschliches Gebot, sondern auch eine wirtschaftliche Notwendigkeit.
In Hamburg sammeln die Mitarbeitenden des katholischen Kinderkrankenhauses Spenden, um ihr Defizit auszugleichen. Dabei wollen sie eigentlich nur kranke Kinder behandeln. Aber das System macht es ihnen und allen anderen Kinderkrankenhäusern und -stationen schwer. Daran ändern auch Klinikreform und Krankenhauspflegeentlastunggesetz nicht viel.
Ein Jahr vor einem wahrscheinlichen Regierungswechsel ist die Unzufriedenheit bei den Niedergelassenen spürbar. Neben Diskussionen um Vergütung drücken auch anscheinend zunehmende Gewalt und der Reformstau auf die Gemüter. Bei der Vertreterversammlung sprachen Vorstand und Vertreter:innen deutliche Worte.
In ihrer Stellungnahme zur Notfallreform fordern die Länder Handlungsspielräume für sich. Beim BIPAM zeichnet sich ein Trend zur Namensänderung ab, zudem die Hervorhebung der fachlichen Unabhängigkeit des neuen Instituts. Mit Blick auf das MFG plädierten fünf Länder für die Anrufung des Vermittlungsausschusses.
In der Debatte um steigende Zusatzbeiträge wird ausgeblendet, dass die GKV-Versicherten auch ohne Beitragserhöhungen jedes Jahr über ihre prozentualen Beitragssätze mehr ins Gesundheitssystem einzahlen. Allein seit 2015 flossen so laut Berechnungen des IGES-Instituts über 50 Milliarden Euro zusätzlich ins System.
Im Abbau von Bürokratie liegt großes Potenzial in Zeiten schwindender Ressourcen. Mehrere Mitglieder der Gesundheitsministerkonferenz sind nun Karl Lauterbachs Aufforderung nachgekommen und haben dem BMG entsprechende Vorschläge gemacht. Das Krankenhaustransparenzgesetz sowie Personalrichtlinien tauchen darin gleich öfter auf.
Der Kanzler, ein möglicher Kanzlerkandidat und ein Ministerpräsident warben gestern für ihre industriepolitischen Überzeugungen und Taten. Die vor ihnen sitzenden Unternehmer der Chemie- und Pharmaindustrie wirkten aber bei der gestrigen Veranstaltung des Verbands der Chemischen Industrie nur bedingt überzeugt.
Wegen sachfremder Ausgaben drohen im Wahljahr 2025 erneut Beitragsanhebungen in GKV und SPV. Die Fraktionen von SPD- und Grünen wollen bei den Haushaltsverhandlungen darauf drängen, die Steuerzuschüsse zu erhöhen. Kritisch sehen alle in der Ampel den Klinik-Fonds. Bei der ersten Lesung des Einzelplans musste Karl Lauterbach zurück ins Plenum beordert werden.
Niedergelassene Ärzte als Operateure im Krankenhaus, Klinikmediziner als Primärversorger: Beim angestrebten Abbau der Sektorengrenzen will das Gesundheitsministerium keine Rücksicht auf Bedenkenträger nehmen. Dies machte gestern BMG-Abteilungsleiter Michael Weller klar. Zudem will er übers Parlament eine Ausweitung der Hybrid-DRGS erreichen.
Die vorläufige Verteilung der Leistungsgruppen lässt die nordrhein-westfälische Krankenhausreform erstmals lebendig werden: Während es bei der breiten Versorgung wenig Umwälzungen geben soll, gibt ein Dashboard des Science Media Center Aufschluss über lokale Kämpfe um hochspezialisierte Leistungsgruppen.
Die anfängliche Freude vieler Pharma-Vertreter über die erklärte Unterstützung der Bundesregierung im EU-Rat gegen aus ihrer Sicht unerfreuliche Maßnahmen im Rahmen des europäischen Pharmapakets wurde nur Minuten später wieder gedämpft: Grund dafür ist die Aussicht auf Kostendämpfungsmaßnahmen zulasten der Gesundheitswirtschaft in der kommenden Legislatur.
Die Zahl der Sterbefälle aufgrund von Herzerkrankungen ist 2022 wieder gestiegen. Das ist dem aktuellen Herzbericht zu entnehmen, der gestern veröffentlicht wurde. Beunruhigend ist für die Experten vor allem zweierlei: das erhebliche Ost-West-Gefälle dabei und die gesunkene Zahl von Eingriffen in den Kliniken. Helfen sollen mehr Prävention und Vernetzung.
Mit der Pandemie kam auch der Ruf nach besseren Daten zu Infektionszahlen und Impfquoten. Das neu eingeführte Berichterstattungssystem DIM bot damals zwar einige Vorteile – seit anderthalb Jahren legt die Fusion mit dem alten Berichterstattungssystem aber die Impfquotenberichterstattung lahm. Der Kinderärzte-Präsident ist „frustriert und genervt“ davon.
Operationsplan Deutschland, Kritis-Dachgesetz, Rahmenrichtlinie für die Gesamtverteidigung und Empfehlungen des Expertenrats „Gesundheit und Resilienz“ – Deutschland bereitet sich derzeit auch auf bewaffnete Konflikte vor. Lauterbachs Gesundheitssicherstellungsgesetz lässt jedoch auf sich warten.
Die Großen fressen die Kleinen, um sich immer breiter zu machen? Bei den Pharmaherstellern trifft das nicht unbedingt zu, wie eine aktuelle Studie am Beispiel des schnell wachsenden Antidiabetika-Marktes belegt. Die meisten Firmenübernahmen gingen hier nicht von den Marktführern der Branche, sondern von kleinen, forschungsorientierten Unternehmen aus.
Beim Krankenhausgipfel ging es in diesem Jahr um die Frage, wie die Krankenhausreform gemeinsam noch zu einem guten Ende geführt werden kann. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach setzt dabei offenbar auf ein großzügiges Zugehen auf die Länder innerhalb des parlamentarischen Verfahrens.
Morgen sollen die Neubesetzungen der EU-Kommission bekanntgegeben werden. Um den Gesundheitsposten gibt es Spekulationen und vielleicht auch Gerangel. Derweil legt der neue Draghi-Bericht Empfehlungen vor, den EU-Gesundheitsmarkt zu stärken – auch mit der KI-Verwertung von Gesundheitsdaten.
Der vom PKV-Verband ins Leben gerufene Expertenrat Pflegefinanzen warnt vor einer Umsetzung sämtlicher im Regierungsbericht enthaltenen Reformoptionen. Dieser gehe von viel zu positiven Annahmen zu künftigen Pflegekosten aus. Es sei gefährlich, „eine Reform auf einer derart unrealistischen Basis aufzubauen“, so Ratsvorsitzender Jürgen Wasem.
Nicht weniger als einen Neustart für die Pflege hatte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) angekündigt. Und tatsächlich liegt nun auch ein Referentenentwurf für sein geplantes Pflegekompetenzgesetz vor. Damit soll die Pflege zu einem eigenständigen Heilberuf werden.
Was in der Gesellschaft eine ideologisierte Debatte ist, sehen die zuständigen Fachgesellschaften recht nüchtern: Trans Kinder und Jugendliche sind eine recht kleine und spezielle Gruppe in der Versorgung. Daten von BARMER und TK zeigen nun, dass ihr Anteil auf die Gesamtbevölkerung gerechnet im Promillebereich liegt.
Die Nachricht hat das Zeug zum Politikum: Wird die AOK Sachsen-Anhalt finanziell dafür bestraft, dass in dem Bundesland überdurchschnittlich viele Menschen 2021 nicht zur Bundestagswahl gingen? Die Antwort ist komplexer als erste Reaktionen vermuten lassen. „Politische Sensibilität“ lasse das zuständige Bundesamt aber trotzdem vermissen, sagen Kritiker.
Wie die meisten Behörden wurden auch die Europäische Seuchenschutzbehörde ECDC und die Arzneimittelbehörde EMA von der Covid-Pandemie überrascht. Der Europäische Rechnungshof beurteilt nun in einem Bericht, wie gut die Behörden vorbereitet waren, ob sie die Mitgliedsstaaten angemessen unterstützen konnten und ob die Kommission ausreichend nachgebessert hat.
Um dem Pflegekräftemangel zu begegnen, sieht die Bundesregierung einen gesetzgeberischen Dreiklang vor: Mit dem Pflegeassistenz-, Pflegekompetenz- und Advanced-Practice-Nurse-Gesetz sollen mehr Menschen in den Pflegeberuf gebracht werden. Doch es scheint immer noch ungenutztes Potenzial zu geben.
Seit der ersten Bund-Länder-Runde zur Krankenhausreform pochen die Länder auf flexiblere, regionale Lösungen für ihre Kliniken. Bislang blieb Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach mit Blick auf Öffnungsklauseln unkonkret, nun versprach er in Hamburg das Selbstkostendeckungsprinzip für ausgewählte Spezialkliniken.
Teilzeitbeschäftigte dürfen bei ihrem Anspruch auf Überstundenvergütung nicht schlechter gestellt sein als Vollzeitkräfte. Das hat der Europäische Gerichtshof klargestellt – und dabei wegen der hohen Teilzeitquote von Frauen auch Diskriminierung aufgrund des Geschlechts ins Spiel gebracht. Eine Entscheidung mit Relevanz für Pflegekräfte wie Ärzt:innen.
In einem Bericht an den Haushaltsausschuss liest der Bundesrechnungshof dem Gesundheitsminister die Leviten. Die Beitragszahler mit Milliardenkosten für die Krankenhausreform zu belasten, gehe gar nicht, heißt es darin. Die Abschaffung der Hausarzt-Budgets wird ebenfalls kritisiert. Und bei der Pflege brauche es dringend eine dauerhaft bessere Finanzierung.
Die Abkehr von der Krankheits- zur tatsächlichen Gesundheitspolitik wird seit Jahrzehnten gefordert. Präventionsmediziner:innen und -forscher:innen beklagen, dass es zwar viele gute Einzelprojekte, aber zu wenig langfristige Finanzierung gibt. Zudem hinkt die Praxis mit ihrem Fokus auf Verhaltensprävention der Forschung hinterher.
Die Wahlergebnisse in Thüringen und Sachsen könnten in der Gesundheitspolitik für neue Realitäten sorgen. Die Pharmaindustrie sorgt sich um das Signal für den Standort Deutschland. Und Gesundheitsamtsleiter appellieren an die Bundespolitik, den Öffentlichen Gesundheitsdienst auf sich verstärkende autoritäre Tendenzen vorzubereiten.
Krankenhaus- und Stationsschließungen sorgen nicht nur für Frust für Angestellte und Bevölkerung: Ein Fall im hessischen Wetteraukreis zeigt, wie eine geschlossene Notaufnahme de facto zu mehr Personalbedarf führt. Den aber können Rettungsdienste kaum noch decken.
Weil die Finanzierung der Weiterbildung zum Fachpsychotherapeuten nach der neuen Ausbildungsordnung nicht geklärt ist, droht sich der Mangel in der Versorgung zu vergrößern. Die Hoffnung von Studierenden und Verbänden liegt nun auf dem GVSG.
Die gesetzlichen Kassen ärgern sich zunehmend über die Zweckentfremdung von Beitragsgeldern für gesamtgesellschaftliche Aufgaben. Um das zu stoppen, drängt der IKK e.V. nun auf ein Klagerecht der Versicherer. Bestärkt wird der Verband darin vom früheren Präsidenten des Bundessozialgerichts – und von einer Mehrheit der betroffenen Beitragszahler.
Energydrinks gelten als ungesund – vor allem für Kinder und Jugendliche. Die Forderung nach einem Mindestalter für den Kauf der Getränke wird immer lauter. Ein Bericht des wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestags gibt der Politik nun Argumente dafür an die Hand, aktiv zu werden. Weitere Erkenntnis soll ein Austausch im Agrarausschuss bringen.
Bei künftigen Reformen müsse sechsmal so viel Geld in die häusliche Pflege fließen wie in die stationäre Versorgung. Das forderte der BKK Dachverband in einem gestern veröffentlichten Positionspapier. Schließlich würden 84 Prozent der Pflegebedürftigen von Angehörigen versorgt. Und die Politik habe diesen wichtigen Sektor schon viel zu lange vernachlässigt.
Mit Unterstützung der Kardiologen verteidigt Lauterbach sein Gesundes-Herz-Gesetz, das nun das Kabinett passiert hat, mit Zugeständnissen an die Selbstverwaltung. Dort will man das Vorhaben weiterhin am liebsten gestoppt sehen, die DEGAM bringt sogar eine Verfassungsbeschwerde ins Spiel. Auch die Grünen mahnen zu Sorgfalt.
HPV-Infektionen sind die Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs, pro Jahr sterben hierzulande mehr als 1500 Frauen daran. Mit rechtzeitiger Impfung ließe sich das verhindern. Doch einer aktuellen Studie zufolge sind derzeit nicht nur 40 Prozent der 14-jährigen Mädchen ohne solchen Schutz. Die Zahl der Impfungen ist sogar nochmal drastisch eingebrochen.
Mangelnde Interoperabilität in Kliniken kann zum Datenverlust bei der Verlegung von der Intensiv- auf die Normalstation führen. Zudem raubt die manuelle Übertragung dem Personal Zeit. Die Uniklinik Frankfurt hat sich überlegt, wie sie dagegen angehen kann. Zwei Projektbeteiligte erzählen, wie das vom Fraunhofer IESE entwickelte Dashboard funktioniert.
Der PKV-Verband kommt in einer Analyse zu dem Schluss, dass in dünn besiedelten Landkreisen Thüringens Niedergelassene mehr Einnahmen durch privat Versicherte haben als in den großen Städten. Was die Zahlen zeigen – und was nicht.
Bei der Diskussion um zu geringe Transplantationszahlen geht es häufig um die mangelnde Spendenbereitschaft. Eine Analyse deutscher Daten zeigt: Auch die Altersgrenzen beeinflussen die Verteilung und damit Wartezeiten und Nutzungsdauer der Spenderorgane deutlich. Eine Reform wirft aber auch ethische Fragen auf.
Todesfälle in Zahnarztpraxen haben Fragen nach dem Risiko ambulanter Vollnarkosen laut werden lassen. Fakt ist: Es gibt weder Statistiken zur Zahl solcher Narkosen bei Zahnbehandlungen noch zur Menge an unerwünschten Vorkommnissen bei solchen Prozeduren. Funktionäre registrieren aber eine „Häufung von Schadensfällen“. Und die Nachfrage scheint zu steigen.
Um weitere Beitragssteigerungen zu stoppen, fordert der GKV-Spitzenverband von der Politik ein Notpaket mit schnellen Reformen. Man benötige vor allem dreierlei, so Verbandschefin Doris Pfeiffer: weniger Mehrwertsteuer auf Arzneimittel, höhere Zuschüsse für Bürgergeld-Empfänger plus Anpassung des Bundeszuschusses an die Kosten- und Inflationsentwicklung.
Seit der Einführung von Medizinalcannabis hadern die Regulierungsorgane damit, die „dreckige Droge“ den herkömmlichen Regeln für Arzneimittel zu unterwerfen. Nun kommen aus zwei sehr unterschiedlichen Ecken, nämlich von Pharmaherstellern und vom Medizinischen Dienst, Forderungen nach einer Beschränkung auf Extrakte und einer Abkehr von Cannabisblüten.
Wie Krankheitsausbrüche verlaufen und wie gut der Zugang zu lokalen Hilfsangeboten ist, hängt stark vom Wissen über die lokalen Gegebenheiten ab – und wie leicht dieses Wissen zugänglich ist. Beim WHO Pandemic Hub stellten verschiedene Organisationen Lösungen vor, die etwa Reiseflüsse oder Hilfsangebote auf die Karte bringen.
Für vermeidbare schwere Behandlungsfehler, die sogenannten Never Events, muss es endlich eine Meldepflicht geben. Diese Forderung erhob gestern der Medizinische Dienst bei der Vorstellung seiner neuen Fehlerstatistik. Demnach kamen im vergangenen Jahr wieder 75 Menschen nachweislich durch Behandlungsfehler zu Tode. Die Dunkelziffer ist jedoch weit höher.
Ab 2025 sollen digitale Gesundheitsanwendungen elektronisch verordnet werden, so steht es in einem technischen Konzept der Gematik. Die Umsetzungspläne rufen erheblichen Unmut hervor – bei den Kassen wie auch beim Spitzenverband Digitale Gesundheitsversorgung. Schließlich sei der Prozess komplexer als der zur Verordnung von Medikamenten per E-Rezept.
Mit 560 Millionen Euro entfällt im ersten Halbjahr über ein Viertel des GKV-Defizits auf eine Kasse, die ihren Zusatzbeitrag im Jahr 2024 nicht erhöht hat: die TK. Überhaupt schreiben derzeit vor allem bislang beitragsstabile Kassen steigende rote Zahlen. Zugleich belegen unterjährige Beitragserhöhungen von 23 Kassen, dass die Misere größer ist als vermutet.
Die Zahl ausländischer Ärztinnen und Ärzten, die in Deutschland arbeiten, steigt kontinuierlich. Doch vor allem Mediziner aus sogenannten Drittstaaten müssen oft lange warten, bis ihre Abschlüsse anerkannt sind. Eine Bundesratsinitiative unter der Führung Bayerns soll Abhilfe schaffen. Sie stößt allerdings auch auf Widerspruch.
Die Gesundheitsminister wollen Herzkrankheiten stärker in den Blick nehmen und bringen dafür vor allem eine stärkere Regulierung bei Tabak und Alkohol ins Spiel. Auch eine Erhöhung der Organspenden soll forciert werden. Themenkomplexe, die derzeit auch das BMG beschäftigen – allerdings mit anderen Akzenten.
Das Defizit der gesetzlichen Krankenkassen steigt im ersten Halbjahr erheblich, zeichnet sich nach ersten Meldungen der Kassenverbände ab. Binnen eines Quartals hat sich damit das Minus nahezu verdreifacht. Hauptgrund seien „politisch induzierte Preiserhöhungen“, sagen Kassenvertreter und fordern die Rückkehr zu einer einnahmeorientierten Gesundheitspolitik.
Der sprunghafte Anstieg von Medizinalcannabis-Importen und von Telemedizinplattformen, die für Cannabisrezepte werben, ruft nun die Politik auf den Plan. Niedersachsens Gesundheitsminister will Vorschläge für eine schärfere Regulierung in die Gesundheitsministerkonferenz einbringen. Auch andere Länder zeigen sich offen für die Initiative.
Nach einer Welle unterjähriger Beitragserhöhungen von Krankenkassen gerät auch der Gesundheitsfonds finanziell ins Stottern. Das schlägt sich auch bei den Überweisungen für die einzelnen Kassen nieder. Es drohen nun weitere unterjährige Erhöhungen.
Zurzeit häufen sich die Berichte darüber, dass das Gewalt- und Aggressionspotenzial in den Notaufnahmen stetig zunimmt und die Zahl verbaler und körperlicher Übergriffe steigen soll. Ein Leitfaden der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen soll helfen, Klinikpersonal besser zu schützen. Im Mittelpunkt stehen drei zentrale Handlungsfelder.
In dieser Woche überschlagen sich die Ereignisse zu Mpox – und internationale Akteure mit großen Worten. Doch begegnet die Welt der Thematik mit der gebührenden Ernsthaftigkeit? Bedarf gibt es an Forschung für eine bessere Risikobeurteilung. Die Impfstoff-Nachfrage könnte rapide steigen, die Verantwortung lastet vor allem auf einem Hersteller.