Das drohende Dieselfahrverbot war in Wiesbaden die Geburtsstunde der Stadtlogistik. Der Green City Masterplan wird mit einem umfangreichen Stufenkonzept umgesetzt, schreibt Carola Pahl vom Tiefbau- und Vermessungsamt der hessischen Landeshauptstadt. Zu den Sofortmaßnahmen zählen „intelligente Lieferzonen“ zur umweltfreundlichen Letzte-Meile-Belieferung.
Fuhrpark- und Travelbeauftragte müssen ein gemeinsames Verständnis für betriebliches Mobilitätsmanagement entwickeln, schreibt Marc-Oliver Prinzing, Vorstandschef des Bundesverbands Fuhrparkmanagement. Aspekte der grünen Mobilität werden dabei zunehmend wichtiger. Trotzdem ist und bleibt ein Dienstwagen wegen der steuerlichen Gegebenheiten nach wie vor hoch attraktiv.
E-Tretroller-Verleiher haben aus dem Debakel der ersten Bikesharer gelernt: Sicherheitskonzepte sind entscheidend, um neuen Mobilitätskonzepten zum Durchbruch zu verhelfen, schreibt Allianz-Vorstand Claudius Leibfritz. Nur so lasse sich Vertrauen in neue Mobilitätsangebote herstellen. Dabei seien sowohl die Anbieter selbst als auch die Versicherer gefordert.
Der Bau eines Fahrradweges dauert in etwa genauso lange wie der einer Straße – das muss schneller gehen, schreibt Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Hendrik Wüst. Sein Land macht deshalb Tempo bei der Planung: Es hat ein Antragspaket zum Investitionsbeschleunigungsgesetz in den Bundesrat eingebracht und die Eckpunkte für ein Fahrrad- und Nahmobilitätsgesetz vorgelegt.
Der Schienenverkehr steht im Mittelpunkt des virtuellen EU-Verkehrsministertreffens am kommenden Montag. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sollte die Gelegenheit nutzen, eine deutsch-französische Achse für eine starke Schiene zu schmieden, fordert Malte Lawrenz, Vorsitzender des Verbandes der Güterwagenhalter in Deutschland. Notwendig sei jetzt ein klares europäisches Bekenntnis zur Digitalen Automatischen Kupplung.
Fahrzeugflotten spielen eine Schlüsselrolle bei der Elektrifizierung des Verkehrssektors, schreibt Oliver Braune, Teamleiter Batterie und Programmleiter Elektromobilität bei der NOW. In seinem Gastbeitrag erläutert er, warum sich Flotten besonders für eine zeitnahe Umstellung auf neue Antriebe eignen und stellt neue Förderprogramme in Aussicht.
Der Luftverkehr darf in der Coronakrise nicht in eine Schockstarre verfallen, denn er wird in einer globalisierten Welt dringender gebraucht werden denn je, schreibt Hamburgs Flughafenchef Michael Eggenschwiler im Gastbeitrag. Das sind seine Forderungen an die Politik.
Platz ist Premium in vielen Städten der Welt und die Menschen machen sich auf den Weg, den urbanen Raum zurückzugewinnen. Elektroautos sind deshalb keine echte Antwort auf die Zukunftsfrage, wie die Verkehrswende in Städten aussehen sollte. Mikromobilität könnte dagegen eine sein, schreibt Felix Petersen. Der Europachef von Spin hält heute die Keynote bei der IFA-Konferenz Shift Mobility.
Bisher fehlen gesetzliche Regelung darüber, wem die Fahrzeugdaten gehören und wer sie nutzen darf. ADAC Technikpräsident Karsten Schulze warnt vor negativen Folgen für die Verbraucher. In seinem Meinungsbeitrag erläutert er die Grundprinzipien für einen fairen Wettbewerb und Datentransparenz.
Bisher fehlen gesetzliche Regelung darüber, wem die Fahrzeugdaten gehören und wer sie nutzen darf. ADAC-Technikpräsident Karsten Schulze warnt vor negativen Folgen für die Verbraucher. In seinem Meinungsbeitrag fordert er den Gesetzgeber zum schnellen Handeln auf.
Fahrzeugbesitz wird künftig kaum noch eine Rolle spielen. Stattdessen werden rollende Büros oder Fitnesstudios die Menschen zu ihrem Ziel kutschieren, prognostiziert Philipp Reusch. Im Gastbeitrag analysiert der Rechtsanwalt die künftige Rolle von Zulieferern und Lieferanten sowie die Auswirkungen auf Geschäftsmodelle und Haftungsfragen der Autohersteller.
Ohne intelligente Regulierung des autonomen Verkehrs drohen der Mobilität der Zukunft unerwünschte Effekte, warnt VDV-Geschäftsführer Martin Schmitz. Der Regelbetrieb autonomer Fahrzeuge solle vor allem im öffentlichen Personenverkehr möglich sein, schreibt er im Gastbeitrag.
Damit der Transport- und Mobilitätssektor wieder auf die Beine kommt, müssen jetzt vor allem im Konjunkturpaket der Bundesregierung die entsprechenden Maßnahmen angeschoben werden, fordert DVF-Geschäftsführer Florian Eck im heutigen Standpunkt. Das gleiche gilt für das europäische Recovery-Programm und die Connecting Europe Facility.
Die Bundesregierung arbeitet an einem Gesetz, das den Regelbetrieb von hochautomatisierten Fahrzeugen vorbereitet. Erste Entwürfe zeigen, wie sehr Mobilität und die Gestalt der gebauten Umwelt aneinandergebunden sind, schreibt das Autorenteam um Mathias Mitteregger von der TU Wien. Das Gesetz dürfte für die Zukunft von Stadt und Land entscheidend sein. In ihrem Standpunkt erläutern die Forscher, worauf der Gesetzgeber achten sollte.
Stadtverwaltungen wissen oft nicht, wie sie mit dem Verkehrsmittel Fahrrad umgehen sollen – und behandeln es wie ein langsameres Auto. Damit Städte wirklich fahrradfreundlicher werden, braucht es diversere Planungsteams, schreibt Jorn Wemmenhove von Humankind, einer Agentur für städtischen Wandel in Rotterdam – heute im Standpunkt auf Englisch. Humankind arbeitet mit dem Ansatz des „Transition Management“: einer Kombination aus Langfrist-Strategie und Kurzfrist-Maßnahmen.
Künstliche Intelligenz für grüne Mobilität: Die Deutsche Bahn will bei der nächsten Stufe der Digitalisierung vorn dabei sein, schreibt Digital- und Technikvorständin Sabina Jeschke. Den Weg dahin will das Unternehmen trotz und wegen der Krise weiterverfolgen.
Die Coronakrise zwingt die Luftfahrt zur Klimawende, schreibt DIW-Klimaökonomin Claudia Kemfert. Im Gastbeitrag fordert sie die „mehr als überfällige“ Einführung einer Kerosinsteuer, die Abschaffung von Kurzstreckenflügen und kleinen Airports sowie den schnellen Einsatz von synthetischem Kerosin.
Die Pandemie hat in den Städten die Verkehrswende beschleunigt, das Fahrrad gewinnt an Bedeutung. Um dauerhaft mehr Menschen zum Radfahren zu bewegen, braucht es aber mehr als Pop-Up-Radwege. Auch das Bikesharing muss stärker in den Mobility-Mix integriert und mit dem Nahverkehr vernetzt werden, schreibt Erdem Ovacik, Gründer von Donkey Republic.
In der Logistik eingesetzt, schafft die Blockchain ein neues Maß an Transparenz. Ein Forschungsprojekt hilft kleinen und mittelständischen Unternehmen herauszufinden, ob die Technologie für sie sinnvoll ist, schreiben Sven Reimers, wissenschaftlicher Mitarbeiter, und Wolfgang Kersten, Leiter des Instituts für Logistik und Unternehmensführung an der TU Hamburg-Harburg.
Sebastian Crusius kennt die E-Mobilitätsbranche seit Jahren: Bei der Roaming-Plattform Hubject arbeitete er in leitender Position, zudem gehörte er zum Gründerteam des Vorteilsprogramms Global Electric Club. In seiner jetzigen Position als Berater für neue Mobilität schreibt er im Standpunkt über das Rennen zwischen Autoherstellern und Energieversorgern um das Geschäft mit dem Laden.
Wer die Menschen zum Umstieg vom eigenen Auto auf öffentliche Verkehrsmittel wie Straßenbahn oder Eisenbahn bewegen möchte, darf nicht nur über Alternativen reden, sondern muss diese auch zur Verfügung stellen, schreibt Luxemburgs Mobilitätsminister François Bausch. In seinem Gastbeitrag erläutert er, wie das Großherzogtum dabei vorgeht.
Berlin bekommt ein Lobbyregister. Es wurde auch Zeit, meint Eckart von Klaeden, der seit 2013 Cheflobbyist von Daimler ist. Bürgerinnen und Bürger müssen wissen können, wer für welche Entscheidungen verantwortlich ist und warum sie getroffen wurden. Deshalb müssten auch NGOs und Kanzleien im neuen Register stehen.
Um eine sichere und nachhaltige E-Mobilität zu garantieren, müssen Systeme und Bauteile der Fahrzeuge regelmäßig von unabhängigen Stellen geprüft werden, fordert Jannis Dörhöfer in seinem Beitrag. Der Referent New Mobility beim VdTÜV sieht neben der Batterie auch in Wasserstoff und Brennstoffzelle wichtige Zukunftstechnologien, E-Fuels räumt er dagegen wenig Klimaschutzpotenzial ein.
Das Konjunkturpaket ist die Gelegenheit, den europäischen Lkw-Herstellern sowie der Logistikbranche gleichzeitig zu helfen. Die Verschwendung von Geldern für Euro-VI-Lkw wird die Lkw-Hersteller, die Logistikbranche und Europa nur weiter von ihren eigenen Klimazielen entfernen und gleichzeitig dem außereuropäischen Wettbewerb die Tür zur Eroberung von Marktanteilen öffnen, meint Stef Cornelis von Transport & Environment.
Der Masterplan des Zukunftsbündnis Schiene, der heute in Berlin vorgestellt wird, soll der Startschuss sein für eine neue Ära der Schienenmobilität. Für die Umsetzung, so fordert Bahnindustrie-Präsident Michael Fohrer, wird zweierlei gebraucht: doppelte Geschwindigkeit und doppelte Innovationskraft.
Energieversorger können erheblich vom Corona-Konjunkturpaket und der darin angelegten Förderung der E-Mobilität profitieren, schreibt Klaus Kreutzer. Was Stadtwerke beachten müssen, um sich am wachsenden Markt jetzt konsequent zu positionieren und ihre Kompetenzen als regionale Infrastrukturdienstleister auszuspielen, erläutert er in seinem Standpunkt.
Massive Pendlerströme stellen die städtische Infrastruktur weiterhin vor große Herausforderungen, schreibt Marcus Willand, Partner bei der Beratung MHP, in seinem Gastbeitrag. Eine Lösung setze die Zusammenarbeit aller Akteure voraus. Nötig sei vor allem ein anbieterübergreifender digitaler Zugang.
„Technologieoffenheit“ ist zum geflügelten Wort geworden. Carsten Pfeiffer, Leiter Strategie und Politik des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (BNE), geht dem Begriff auf den Grund. Er zeigt dessen Grenzen auf und analysiert, wie der Begriff von Interessengruppen im Energie- und Mobilitätssektor eingesetzt wird.
Bislang scheitert der Versuch, eine digitale Mobilitätsplattform für Europa zu entwickeln. Den Anbietern fehlt vor allem das gegenseitige Vertrauen, schreibt Fraunhofer-Forscher Karl-Heinz Krempels. Statt nach neuen Lösungen zu suchen, könnte für die Freischaltung verschiedener Angebote ein System genutzt werden, das es bereits gibt, lautet sein Vorschlag.
Multimodale Supply Chains brauchen die Daten von Sensoren. So werden komplexe Lieferprozesse transparent und steuerbar. Aber ohne eine gemeinsame, weltweite „Sprache“ entsteht kein Vertrauen unter den Partnern, argumentiert Sandra Hohenecker, Senior Manager Identifikation/Datenträger, GS1 Germany GmbH.
Uber-Deutschland-Chef Christoph Weigler kritisiert in seinem Meinungsbeitrag die aktuellen Vorschläge der Bundesregierung zur Novellierung des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG): Die darin weiterhin für Mietwagen vorgesehene Rückkehrpflicht sei ein „Mobilitätskiller”. Bleibt es bei der starken Regulierung, machen neue Anbieter künftig einen Bogen um Deutschland, warnt er.
Mobilität braucht eine langfristige Perspektive, damit sie dem Umwelt- und Klimaschutz gerecht werden kann, auch mithilfe der Digitalisierung. Dafür gibt es bereits viele gute Ansätze. Diese will Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) mit dem Zukunftswettbewerb „#mobilwandel 2035“ fördern. In ihrem Standpunkt erklärt sie die Philosophie dahinter.
Digitale Werkzeuge könnten helfen, dem öffentlichen Verkehr nach der Coronakrise wieder auf die Beine zu helfen, schreibt Timm Fuchs vom Deutschen Städte- und Gemeindebund in seinem Gastbeitrag. Um eine bessere Vernetzung der Verkehrsunternehmen untereinander zu erreichen, brauche es offene Standards. Die Unternehmen sollten in Echtzeitinformationen oder Buchungssysteme investieren.
Die Power-to-Liquid-Technologie zur Herstellung von E-Fuels ist ausgereift, schreibt Nils Aldag. Der CCO des Dresdner Unternehmens Sunfire fordert in seinem Standpunkt eine verbindliche Beimischquote für E-Kraftstoffe für Pkw und Lkw sowie für E-Kerosin. Das könne der Technologie einen Schub versetzen.
Eine solide Infrastruktur für Bus und Bahn, eine steigende Anzahl von Fahrradfahrenden, stationäres und flexibles Car- und Bikesharing und digitale Ridepooling-Angebote: Alternativen zum privaten Pkw haben in Leipzig zu einer Veränderung im Mobilitätsverhalten geführt, schreiben die Forscher Lisa Ruhrort und Andreas Knie. Die Stadt habe das Potenzial, zum „Verkehrsparadies“ zu werden.
Das Konjunkturpaket hält eine beeindruckende Anzahl an steuerlichen Maßnahmen bereit. Sie sind durchaus geeignet, die erhofften Investitions- und Wachstumsimpulse zu erfüllen, finden Ladislava Klein und Jürgen Voigt, Spezialisten für Unternehmenssteuern bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG.
Unter dem Vorwand der Krisenbewältigung werden weitreichende verkehrspolitische Entscheidungen getroffen, die neue Konflikte mit sich bringen, kritisiert ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand in seinem Meinungsbeitrag. Ein Beispiel seien die Pop-up-Radwege. Hillebrand fordert, auch abweichenden Meinungen wieder Gehör zu schenken.
Bund und Bahn rücken in der Coronakrise enger zusammen. Doch das kürzlich geschlossene Bündnis hat einen Konstruktionsfehler, kritisiert Frank Zerban, Hauptgeschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabenträger des SPNV. „Bahn“ ist mehr als der Staatskonzern DB – vor allem im Schienennahverkehr.
Mit dem Buch „Neustaat – Politik und Verwaltung müssen sich ändern“ wollen die CDU-Bundestagsabgeordneten Nadine Schön und Thomas Heilmann ein Schlaglicht darauf werfen, dass allein aus den Milliardensummen, die der Staat in die Wirtschaft pumpt, kein nachhaltiges Wachstum entstehen wird. Sie fordern in ihrem Standpunkt auch Staat, Verwaltungsvorschriften und Strukturen zu verändern – und insbesondere die Planung von Infrastrukturprojekten zu beschleunigen.
Mit der Forderung nach einer Abwrackprämie hat sich die Automobilbranche keinen Gefallen getan, schreibt der Degepol-Vorsitzende Dominik Meier in seinem Standpunkt. Um bei der Politik für Unterstützung zu werben, sollte die Branche weniger auf ihre Partikularinteressen pochen und stattdessen das Gemeinwohl im Blick haben und inhaltliche Kritik in ihren Forderungen aufgreifen.
Die Coronakrise als verkehrspolitische Chance: Die Grünen-Bundestagsabgeordneten Daniela Wagner und Matthias Gastel schlagen vor, dass die Deutsche Bahn in Kooperation mit der Lufthansa innerdeutsche Non-Stop-Verbindungen zwischen den großen Metropolen anbietet. Vorteil für die Airline: die Anrechenbarkeit von „Flügen auf Schienen“ auf ihre CO2-Bilanz.
Die Corona-Pandemie entwertet Geschäftsmodelle der Vor-Krisenzeit. Cross-Border-Leasing oder auch E-Scooter-Sharing belasten die Kommunen. Die Zeit der Geschäftsmodellinnovationen für eine echte Verkehrswende ist gekommen, meint Florian Lüdeke-Freund, Professor für unternehmerische Nachhaltigkeit an der ESCP Business School Berlin.
Autos teilen, statt sie zu besitzen – das gehört zur grünen Verkehrspolitik. In der „Mobilitätshauptstadt“ Berlin ist das offenbar anders. In keiner deutschen Großstadt gibt es so viel Carsharing, aber nirgendwo werden die Anbieter auch so bei Parkgebühren zur Kasse gebeten. Das bremse die Verkehrswende, kritisiert Oliver Mackprang, Chef des Sharing-Anbieters Miles Mobility.
Es wirkt absurd: Der deutsche Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) setzt sich in Brüssel dafür ein, dass CO2-intensive Pkw gefördert werden. Die französische Regierung verhängt dagegen einen Umwelt-Malus von bis zu 20.000 Euro für schmutzige Autos. Es ist zu befürchten, dass sich Deutschland im Europäischen Rat wieder für eine Lockerung der CO2-Grenzwerte einsetzen wird, um die eigenen Hersteller zu schützen.
Die Coronakrise verdeutlicht, wie schnell vernetzte Lieferketten zum Engpass für global tätige Unternehmen werden können. Digitale Tools und Arbeitsweisen sind in Krisensituationen hilfreich, analysiert Sylvia Trage, Direktorin im Bereich Consulting bei KPMG, in ihrem Meinungsbeitrag.
Mobilitätsplattformen sollen Nutzerinnen und Nutzern den Verzicht aufs eigene Auto erleichtern. Doch damit die Mobilitätswende vorangetrieben wird, sind zwei Voraussetzungen gefordert, schreibt BVG-Vorstand Dirk Schulte. Warum es dabei auch um Exklusivrechte und Datenschutz geht, erklärt er in seinem Gastbeitrag.
Falsche Industrie-Romantik bringt keine Zukunft, ist Jörg Heynkes überzeugt. Statt auf eine neue Kaufprämie zu setzen, sollten der Autobranche endlich klare Bedingungen gestellt werden, fordert der Unternehmer und Vizepräsident der Bergischen IHK – denn sonst sei der „Patient Autoindustrie“ schneller tot als der neue Leasingvertrag abgelaufen ist.
Die Coronakrise ist eine bisher einmalige Chance, unsere Städte innerhalb kürzester Zeit zu resilienten und lebenswerten Orten weiterzuentwickeln. Die Stadtbevölkerung sollte ihr Recht auf öffentlichen Raum einfordern. Wir werden immer noch mit Autos und mehrspurigen Straßen sozialisiert, aber das ist kein Naturgesetz, schreibt DLR-Forscherin Julia Jarass.
Heute veröffentlicht der Sachverständigenrat für Umweltfragen ein Gutachten, das sich der Mobilitätswende in den Städten widmet. Wie der coronabedingte Fahrrad-Boom verstetigt und Shared-Mobility-Angebote differenziert werden sollten, erklärt Claudia Kemfert, die Mitglied des Sachverständigenrates ist.
Weniger Verkehr durch Corona verbessert die Luft in den Städten, schreibt Nordrhein-Westfalens Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU). Gegenteilige Behauptungen, die auf Momentaufnahmen beruhen, seien schlicht falsch. Aber auch ohne Corona werde die Luft kontinuierlich sauberer. Die Kommunen müssten jetzt die Luftreinhaltepläne zügig umsetzen.
Dekarbonisierung und Digitalisierung, diese beiden Megatrends eröffnen die Möglichkeit der Verkehrswende – doch digitale Technologien alleine stellen noch keine nachhaltige Mobilität her, betont Dirk Meyer, Leiter der Zentralabteilung, Verwaltung, Haushalt, Forschung, Digitalisierung im Umweltministerium (BMU). In seinem Gastbeitrag erklärt er, warum vor allem auch handlungsfähige Kommunen gebraucht werden.
Lockdown und Social Distancing haben das Mobilitätsverhalten verändert. Der Individualverkehr gewinnt, Busse und Bahnen werden gemieden. Doch wie nachhaltig ist dieser Wandel, fragen Oliver Rottmann und die Co-Autoren Christoph Mengs und Niklas Günther in ihrem Meinungsbeitrag. Die Krise biete Chancen – für mehr Kooperation, Vernetzung und Digitalisierung.
Der Klimaschutz braucht beides: Elektromobilität und E-Fuels. In der Debatte um synthetische Kraftstoffe werde oft zu kurz gedacht, glaubt Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung von Bosch, dem größten Autozulieferer der Welt. In seinem Meinungsbeitrag plädiert er für mehr Realitätssinn.
Die Autoindustrie ist ein Multiplikator für die Volkswirtschaft und verdient in der Krise besondere Unterstützung, mahnt VDA-Präsidentin Hildegard Müller in ihrem exklusiven Meinungsbeitrag. Alle Verkehrsträger sollten im Wettbewerb ihre Stärken ausspielen, Autos mit Verbrennungsmotor zählen dazu.
Die Autoindustrie will Kanzlerin Angela Merkel (CDU) heute von den Vorteilen einer Abwrackprämie überzeugen – eine Dummheit im Hinblick auf die Mobilität der Zukunft, meint Verkehrsexpertin Claudia Kemfert vom DIW. Warum Staatshilfen keine Marketing-Gags sein dürfen und wie ein Neustart gelingen kann, erklärt sie in ihrem Gastbeitrag.
Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hofft für den Autogipfel am 5. Mai, dass „uns nicht wieder nur Abwrackprämien einfallen, die es der Industrie erlauben, weiterzumachen wie bisher“. Tatsächlich gibt es bessere Ideen, Konjunkturimpulse zu setzen und gleichzeitig den Klimaschutz zu fördern, erklärt Christian Hochfeld, Direktor der Agora Verkehrswende.
Vor dem Autogipfel am 5. Mai fordert die Branche Kaufprämien. 2009 verbrannte die Abwrackprämie Milliarden Euro. Greenpeace-Verkehrsexperte Benjamin Gehrs plädiert dafür, nur rein batterieelektrische Pkw bis 40.000 Euro Listenpreis und Mobilitätsdienste zu fördern. Abwracken würde er schmutzige Lieferfahrzeuge.
Intensive Reinigung, Hinweise auf Einhaltung der Maskenpflicht, eine Ausweitung des Angebots und ein Spuckschutz im Bus. VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff skizziert in seinem Gastbeitrag, welche Maßnahmen im ÖPNV künftig sicheres Reisen gewährleisten sollen. Gleichzeitig warnt er vor überzogenen Reaktionen.
Statt über Betriebssysteme fürs autonome Fahren, wird über die „Abwrackprämie 2.0“ diskutiert. Wie intelligente Regulierung nun Anreize setzen und der Mobilfunkmarkt dabei (bedingt) als Vorbild dienen kann, erklären Benedikt Wolfers (Kanzlei Posser Spieth Wolfers & Partners) und Philipp Raidt (Axel Springer Digital Ventures).
Die Coronakrise hat den Verkehr in den Städten spürbar entspannt, wie das Beispiel Berlin zeigt. Die Berater Eike Gernant und Robert Stolt von Porsche Consulting sowie Justas Petronis von Trafi beschreiben in ihrem Gastbeitrag, warum Corona die Mobilität in den Metropolen schneller und nachhaltiger verändern könnte als bisher erwartet.
Eingestellte Schülerverkehre, Homeoffice und Geschäftsschließungen: Die Coronapandemie verursacht im ÖPNV Fahrgeldausfälle nie dagewesenen Ausmaßes. Ohne gezielte und schnelle Hilfen werden einige Verkehrsbetriebe in existenzielle Schwierigkeiten geraten.
Bei der Debatte um die Novelle des Personenbeförderungsgesetzes wird darüber gestritten, welchen Raum Plattformen wie Berlkönig, Clevershuttle oder Moia zukünftig einnehmen sollen. Bislang fehlte es an Daten. Eine neue Studie der WZB-Forscher Andreas Knie und Lisa Ruhrort zeigt: Ride-Pooling-Dienste können den öffentlichen Verkehr an seinen Schwachstellen stark machen, wenn diese Angebote mehr Raum erhalten und die Rückkehrpflicht aufgehoben wird.
Die Bundesregierung arbeitet immer noch an ihrer Nationalen Wasserstoffstrategie. Die Gefahr: Selbst grüner Wasserstoff ist im Straßenverkehr eine Scheinlösung und kann wirksamen Klimaschutz ausbremsen. Und klimaneutrale E-Fuels werden auch bei optimalem Hochlauf in den nächsten zehn Jahren nicht in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.
Die Coronakrise zeige, dass der Staat beim autonomen Fahren regulierend eingreifen müsse, schreibt Martin Varsavsky, CEO des Mobilitäts-Start-ups Goggo Network. Er macht sich für ein Lizenzmodell für Roboautos stark. Nur so könnten europäische Unternehmen im Wettbewerb mit Google bestehen.
Fluggesellschaften sind am Boden, Flughäfen im Notbetrieb. Weil die Airports keinen Zugriff auf die Kfw-Hilfsprogramme haben, droht der Kollaps, warnt Ralph Beisel, Hauptgeschäftsführer des Flughafenverbands ADV, in seinem Meinungsbeitrag. Schnelle Liquiditätshilfe ist nötig – und womöglich eine Beteiligung des Staates.
Der Güterverkehr wird bei der Bewältigung der Coronakrise eine wichtige Rolle spielen, auch aus Gründen des Klimaschutzes, ist Railwatch-Chef Michael Breuer überzeugt. Für eine vorausschauende Instandhaltung müsse er aber digitaler werden.