Die Logistikindustrie gehört zu den Branchen, die von den Auswirkungen der Corona-Pandemie in der Anfangszeit unmittelbar betroffen waren. Auch heute noch sind die Covid-19-Folgen längst nicht ausgestanden, schreibt Janis Bargsten, General Manager bei Flexport International. Im Standpunkt erläutert er, warum die „Retail-Apokalypse“ der letzten Monate die Spielregeln fundamental verändert hat – und was jetzt zu tun ist.
Im Oktober gab es mit fast 50.000 Batterie- und Plug-in-Fahrzeugen einen neuen Zulassungsrekord. Dennoch zögern viele noch mit dem Umstieg. Hauptgrund ist die nicht ausreichende Ladeinfrastruktur. Hier hat jeder Akteur seine Sicht auf das Problem. Doch wenn alle nur auf die eigene Baustelle schauen, besteht die Gefahr, dass wir den Ausbau von Ladeinfrastruktur so lange verschieben, bis es zu spät ist. Wie es gehen kann, skizziert Oliver Arnhold vom Reiner Lemoine Institut.
Die Reform des Personenbeförderungsgesetzes sieht keine Deregulierung vor. Alexander Möller schreibt, wie Unternehmen gleichwohl erfolgreiche Mobilitätslogistiker werden können. Dazu muss die Plattformstrategie passen. Die Plattform kann auch Schnittstelle zu Dritten sein. Vor allem müssen der Kunde und Änderungen seines Nutzerverhaltens im Mittelpunkt stehen. Mit einem solchen modernisierten ÖPNV kann die Verkehrswende gelingen.
Vor dem heutigen Autogipfel hat VDA-Präsidentin Hildegard Müller einen Ladegipfel gefordert sowie 2000 neue Ladepunkte pro Woche. Auch brauche jede Kommune einen verbindlichen Umsetzungsplan. Timm Fuchs vom Städte- und Gemeindebund schreibt in seinem Standpunkt: Die Entwicklung der Elektromobilität ist keine kommunale Aufgabe und muss es auch nicht werden. Gleichwohl sind Förderprogramme sinnvoll. Vorbild: die kommunalen Klimaschutzmanager.
Carsten Rolle vom BDI warnt vor einer Ausweitung des europäischen Emissionshandels auf alle Sektoren. In den kommenden Jahren müsse es zunächst verschiedene CO2-Preise geben, schreibt der Abteilungsleiter Energie- und Klimapolitik. Im Gastbeitrag erläutert er, welche Instrumente geeignet seien, um den Transformationsprozess bezahlbar zu gestalten.
Nach jahrelangen Vorarbeiten rückt der europäische digitale Frachtbrief in greifbare Nähe, schreibt Ulrika Hurt, Leiterin Forschung und Entwicklung für die Single-Window-Initiative Estland. In ihrem Gastbeitrag erläutert die Mitentwicklerin eines ersten Prototypen, wie die Zusammenarbeit in Clustern dabei helfen kann.
Digitalisierung wird zum Treiber nachhaltiger Transport- und Logistiklösungen. Dabei geht es um mehr als nur elektrische Flotten, schreibt Christoph Bornschein in seinem Standpunkt. Der Geschäftsführer der Digitalagentur TLGG berät internationale Unternehmen, Marken und staatliche Institutionen bei der strategischen Nutzung digitaler Technologien.
Strengere Regeln für das Abstellen kleiner E-Fahrzeuge reichen nicht aus, um die Akzeptanz der Sharing-Fahrzeuge zu erhöhen, meint Axel Lindner, General Manager bei Wheels. Stattdessen sollten die Anbieter ihrer Verantwortung gerecht werden – und sichere Fahrzeuge auf den Markt bringen, schreibt er im Standpunkt.
„Autopapst“ Andreas Keßler findet die Verweise auf den öffentlichen Nahverkehr, das Fahrrad und die Elektromobilität fast zwanghaft. Die Alternativen müssten sich am auch heute noch extrem attraktiven Mobilitätsmodell Auto messen lassen. Bei anderen Verkehrsmitteln gehe es immer ein bisschen um Verzicht und Gleichmacherei, schreibt der Kfz-Experte.
„Mit der Brücke über den Atlantik ist es ein bisschen wie mit der Golden Gate Bridge in San Francisco“, schreibt VDA-Präsidentin Hildegard Müller in ihrem Gastbeitrag zur US-Präsidentschaftswahl, „es muss ständig an ihr gearbeitet werden“. Worauf die Autoindustrie nicht nur am morgigen Wahltag hofft.
Der Vorschlag des Bundesumweltministeriums zur nationalen Umsetzung der RED-II-Richtlinie im Verkehr steht unter Beschuss. Große Industrieverbände äußern ihre Kritik. Doch Unterstützung erhält das Ministerium ausgerechnet vom VW-Konzern. Jekaterina Boening, Senior Policy Manager bei Transport & Environment, der Dachorganisation für nachhaltigen Verkehr, analysiert die Beweggründe des weltweit größten Autobauers.
Tom Kirschbaum, der CO-Gründer von „door2door“, sieht eine gewaltige ÖPNV-Lücke auf Europa zukommen. 250 Milliarden Personenkilometer müssen bis 2030 ersetzt werden. Am besten geht das aus seiner Sicht mit kommunalem On-Demand Ridepooling. Dafür schaffe die Reform des Personenbeförderungsgesetzes nun die Voraussetzungen.
Das Bundesumweltministerium lässt mit seinem Vorschlag zur Umsetzung der RED II-Richtlinie im Verkehr viele Fragen offen. Wunsch und Wirklichkeit klaffen in der Klimaschutzpolitik weit auseinander, meint Jürgen Hasler, Abteilungsleiter Mobilität und Logistik beim Bundesverband der deutschen Industrie (BDI). Die Wirtschaft brauche langfristige Orientierung.
Wenn die Politik auf dem bisherigen Pfad weitermacht, werden wir alle Klimaziele im Verkehr klar verfehlen, schreibt der Mobilitätsforscher Helmut Holzapfel. Sein Gegenkonzept: Wir müssen an die Fahrleistungen heran. Die Straßenbaupläne im Bundesverkehrswegeplan sind absurd. Fossiler Kraftstoff muss vier Euro pro Liter kosten. In den Städten helfen nicht Einzelmaßnahmen, sondern nur eine ganz neue Mobilitätsordnung, die Teil eines Bundesmobilitätsgesetzes sein müsste.
Der IG-Metall-Vorsitzende Jörg Hofmann zeichnet zur heutigen Zuliefererkonferenz ein düsteres Bild der Automobilindustrie. Einigen Unternehmen droht die Liquidität auszugehen, teilweise wird die Belegschaft massiv abgebaut. Doch Politik und Unternehmen können reagieren: mit dem Transformationsfonds, der Best Owner Group, Qualifizierung und der Vier-Tage-Woche.
Es lohnt sich, neu über die Pkw-Maut nachzudenken, schreibt Verkehrsökonom Carl-Friedrich Elmer von Agora Verkehrswende – gerade jetzt, da die Bundesregierung mit ihrem Vorhaben endgültig gescheitert ist. Für die Debatte schlägt er drei Leitlinien vor: Eine neue Pkw-Maut sollte von der Fahrleistung abhängen, differenzierte Preissignale geben und nachhaltige Mobilität finanzieren.
Der Chef des Biokraftstoffverbands VDB mag wüten, aber der Vorschlag des Bundesumweltministeriums zur nationalen Umsetzung der europäischen Erneuerbare-Energien-Richtlinie II geht in die richtige Richtung. Klimaschutzfeindliche Scheinlösungen wie Agrosprit werden eingeschränkt, und die Förderung effizienter Elektromobilität rückt in den Vordergrund.
Auf der Suche nach innovativen Lösungen für ein starkes Schienennetz der Zukunft setzt die DB Netz AG auch auf Know-how aus der Raumfahrt. Sie ist Partner des Innovationswettbewerbs Innospace Masters, der vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt ausgerichtet wird. Der Wettbewerb sucht nach Transferprojekten zwischen der Raumfahrt und anderen Branchen. In der Mobilitätsbranche ist das Potenzial besonders groß.
Das Umweltministerium setzt bei der Umsetzung der europäischen Richtlinie RED II völlig falsche Prioritäten, kritisiert Elmar Baumann, Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) in seinem Standpunkt. Der Anteil fossiler Kraftstoffe im Verkehr werde auf 95 Prozent zementiert – und die Klimaziele für den Sektor rückten in weite Ferne.
Ob gegen Pandemien, Unwetter oder Hackerangriffe: Wer sein Unternehmen schützen möchte, sollte bei seiner Lieferkette ansetzen. Adel Al-Saleh fordert im Standpunkt, dass Wertschöpfung in der Nach-Corona-Zeit lokaler, nachhaltiger, transparenter und intelligenter werden muss. Eine Aufgabe, die Unternehmen am besten im Schulterschluss mit Partnern stemmen.
Das drohende Dieselfahrverbot war in Wiesbaden die Geburtsstunde der Stadtlogistik. Der Green City Masterplan wird mit einem umfangreichen Stufenkonzept umgesetzt, schreibt Carola Pahl vom Tiefbau- und Vermessungsamt der hessischen Landeshauptstadt. Zu den Sofortmaßnahmen zählen „intelligente Lieferzonen“ zur umweltfreundlichen Letzte-Meile-Belieferung.
Fuhrpark- und Travelbeauftragte müssen ein gemeinsames Verständnis für betriebliches Mobilitätsmanagement entwickeln, schreibt Marc-Oliver Prinzing, Vorstandschef des Bundesverbands Fuhrparkmanagement. Aspekte der grünen Mobilität werden dabei zunehmend wichtiger. Trotzdem ist und bleibt ein Dienstwagen wegen der steuerlichen Gegebenheiten nach wie vor hoch attraktiv.
E-Tretroller-Verleiher haben aus dem Debakel der ersten Bikesharer gelernt: Sicherheitskonzepte sind entscheidend, um neuen Mobilitätskonzepten zum Durchbruch zu verhelfen, schreibt Allianz-Vorstand Claudius Leibfritz. Nur so lasse sich Vertrauen in neue Mobilitätsangebote herstellen. Dabei seien sowohl die Anbieter selbst als auch die Versicherer gefordert.
Der Bau eines Fahrradweges dauert in etwa genauso lange wie der einer Straße – das muss schneller gehen, schreibt Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Hendrik Wüst. Sein Land macht deshalb Tempo bei der Planung: Es hat ein Antragspaket zum Investitionsbeschleunigungsgesetz in den Bundesrat eingebracht und die Eckpunkte für ein Fahrrad- und Nahmobilitätsgesetz vorgelegt.
Der Schienenverkehr steht im Mittelpunkt des virtuellen EU-Verkehrsministertreffens am kommenden Montag. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sollte die Gelegenheit nutzen, eine deutsch-französische Achse für eine starke Schiene zu schmieden, fordert Malte Lawrenz, Vorsitzender des Verbandes der Güterwagenhalter in Deutschland. Notwendig sei jetzt ein klares europäisches Bekenntnis zur Digitalen Automatischen Kupplung.
Fahrzeugflotten spielen eine Schlüsselrolle bei der Elektrifizierung des Verkehrssektors, schreibt Oliver Braune, Teamleiter Batterie und Programmleiter Elektromobilität bei der NOW. In seinem Gastbeitrag erläutert er, warum sich Flotten besonders für eine zeitnahe Umstellung auf neue Antriebe eignen und stellt neue Förderprogramme in Aussicht.
Der Luftverkehr darf in der Coronakrise nicht in eine Schockstarre verfallen, denn er wird in einer globalisierten Welt dringender gebraucht werden denn je, schreibt Hamburgs Flughafenchef Michael Eggenschwiler im Gastbeitrag. Das sind seine Forderungen an die Politik.
Platz ist Premium in vielen Städten der Welt und die Menschen machen sich auf den Weg, den urbanen Raum zurückzugewinnen. Elektroautos sind deshalb keine echte Antwort auf die Zukunftsfrage, wie die Verkehrswende in Städten aussehen sollte. Mikromobilität könnte dagegen eine sein, schreibt Felix Petersen. Der Europachef von Spin hält heute die Keynote bei der IFA-Konferenz Shift Mobility.
Bisher fehlen gesetzliche Regelung darüber, wem die Fahrzeugdaten gehören und wer sie nutzen darf. ADAC Technikpräsident Karsten Schulze warnt vor negativen Folgen für die Verbraucher. In seinem Meinungsbeitrag erläutert er die Grundprinzipien für einen fairen Wettbewerb und Datentransparenz.
Bisher fehlen gesetzliche Regelung darüber, wem die Fahrzeugdaten gehören und wer sie nutzen darf. ADAC-Technikpräsident Karsten Schulze warnt vor negativen Folgen für die Verbraucher. In seinem Meinungsbeitrag fordert er den Gesetzgeber zum schnellen Handeln auf.
Fahrzeugbesitz wird künftig kaum noch eine Rolle spielen. Stattdessen werden rollende Büros oder Fitnesstudios die Menschen zu ihrem Ziel kutschieren, prognostiziert Philipp Reusch. Im Gastbeitrag analysiert der Rechtsanwalt die künftige Rolle von Zulieferern und Lieferanten sowie die Auswirkungen auf Geschäftsmodelle und Haftungsfragen der Autohersteller.
Ohne intelligente Regulierung des autonomen Verkehrs drohen der Mobilität der Zukunft unerwünschte Effekte, warnt VDV-Geschäftsführer Martin Schmitz. Der Regelbetrieb autonomer Fahrzeuge solle vor allem im öffentlichen Personenverkehr möglich sein, schreibt er im Gastbeitrag.
Damit der Transport- und Mobilitätssektor wieder auf die Beine kommt, müssen jetzt vor allem im Konjunkturpaket der Bundesregierung die entsprechenden Maßnahmen angeschoben werden, fordert DVF-Geschäftsführer Florian Eck im heutigen Standpunkt. Das gleiche gilt für das europäische Recovery-Programm und die Connecting Europe Facility.
Die Bundesregierung arbeitet an einem Gesetz, das den Regelbetrieb von hochautomatisierten Fahrzeugen vorbereitet. Erste Entwürfe zeigen, wie sehr Mobilität und die Gestalt der gebauten Umwelt aneinandergebunden sind, schreibt das Autorenteam um Mathias Mitteregger von der TU Wien. Das Gesetz dürfte für die Zukunft von Stadt und Land entscheidend sein. In ihrem Standpunkt erläutern die Forscher, worauf der Gesetzgeber achten sollte.
Stadtverwaltungen wissen oft nicht, wie sie mit dem Verkehrsmittel Fahrrad umgehen sollen – und behandeln es wie ein langsameres Auto. Damit Städte wirklich fahrradfreundlicher werden, braucht es diversere Planungsteams, schreibt Jorn Wemmenhove von Humankind, einer Agentur für städtischen Wandel in Rotterdam – heute im Standpunkt auf Englisch. Humankind arbeitet mit dem Ansatz des „Transition Management“: einer Kombination aus Langfrist-Strategie und Kurzfrist-Maßnahmen.
Künstliche Intelligenz für grüne Mobilität: Die Deutsche Bahn will bei der nächsten Stufe der Digitalisierung vorn dabei sein, schreibt Digital- und Technikvorständin Sabina Jeschke. Den Weg dahin will das Unternehmen trotz und wegen der Krise weiterverfolgen.
Die Coronakrise zwingt die Luftfahrt zur Klimawende, schreibt DIW-Klimaökonomin Claudia Kemfert. Im Gastbeitrag fordert sie die „mehr als überfällige“ Einführung einer Kerosinsteuer, die Abschaffung von Kurzstreckenflügen und kleinen Airports sowie den schnellen Einsatz von synthetischem Kerosin.
Die Pandemie hat in den Städten die Verkehrswende beschleunigt, das Fahrrad gewinnt an Bedeutung. Um dauerhaft mehr Menschen zum Radfahren zu bewegen, braucht es aber mehr als Pop-Up-Radwege. Auch das Bikesharing muss stärker in den Mobility-Mix integriert und mit dem Nahverkehr vernetzt werden, schreibt Erdem Ovacik, Gründer von Donkey Republic.
In der Logistik eingesetzt, schafft die Blockchain ein neues Maß an Transparenz. Ein Forschungsprojekt hilft kleinen und mittelständischen Unternehmen herauszufinden, ob die Technologie für sie sinnvoll ist, schreiben Sven Reimers, wissenschaftlicher Mitarbeiter, und Wolfgang Kersten, Leiter des Instituts für Logistik und Unternehmensführung an der TU Hamburg-Harburg.
Sebastian Crusius kennt die E-Mobilitätsbranche seit Jahren: Bei der Roaming-Plattform Hubject arbeitete er in leitender Position, zudem gehörte er zum Gründerteam des Vorteilsprogramms Global Electric Club. In seiner jetzigen Position als Berater für neue Mobilität schreibt er im Standpunkt über das Rennen zwischen Autoherstellern und Energieversorgern um das Geschäft mit dem Laden.
Wer die Menschen zum Umstieg vom eigenen Auto auf öffentliche Verkehrsmittel wie Straßenbahn oder Eisenbahn bewegen möchte, darf nicht nur über Alternativen reden, sondern muss diese auch zur Verfügung stellen, schreibt Luxemburgs Mobilitätsminister François Bausch. In seinem Gastbeitrag erläutert er, wie das Großherzogtum dabei vorgeht.
Berlin bekommt ein Lobbyregister. Es wurde auch Zeit, meint Eckart von Klaeden, der seit 2013 Cheflobbyist von Daimler ist. Bürgerinnen und Bürger müssen wissen können, wer für welche Entscheidungen verantwortlich ist und warum sie getroffen wurden. Deshalb müssten auch NGOs und Kanzleien im neuen Register stehen.
Um eine sichere und nachhaltige E-Mobilität zu garantieren, müssen Systeme und Bauteile der Fahrzeuge regelmäßig von unabhängigen Stellen geprüft werden, fordert Jannis Dörhöfer in seinem Beitrag. Der Referent New Mobility beim VdTÜV sieht neben der Batterie auch in Wasserstoff und Brennstoffzelle wichtige Zukunftstechnologien, E-Fuels räumt er dagegen wenig Klimaschutzpotenzial ein.
Das Konjunkturpaket ist die Gelegenheit, den europäischen Lkw-Herstellern sowie der Logistikbranche gleichzeitig zu helfen. Die Verschwendung von Geldern für Euro-VI-Lkw wird die Lkw-Hersteller, die Logistikbranche und Europa nur weiter von ihren eigenen Klimazielen entfernen und gleichzeitig dem außereuropäischen Wettbewerb die Tür zur Eroberung von Marktanteilen öffnen, meint Stef Cornelis von Transport & Environment.
Der Masterplan des Zukunftsbündnis Schiene, der heute in Berlin vorgestellt wird, soll der Startschuss sein für eine neue Ära der Schienenmobilität. Für die Umsetzung, so fordert Bahnindustrie-Präsident Michael Fohrer, wird zweierlei gebraucht: doppelte Geschwindigkeit und doppelte Innovationskraft.
Energieversorger können erheblich vom Corona-Konjunkturpaket und der darin angelegten Förderung der E-Mobilität profitieren, schreibt Klaus Kreutzer. Was Stadtwerke beachten müssen, um sich am wachsenden Markt jetzt konsequent zu positionieren und ihre Kompetenzen als regionale Infrastrukturdienstleister auszuspielen, erläutert er in seinem Standpunkt.
Massive Pendlerströme stellen die städtische Infrastruktur weiterhin vor große Herausforderungen, schreibt Marcus Willand, Partner bei der Beratung MHP, in seinem Gastbeitrag. Eine Lösung setze die Zusammenarbeit aller Akteure voraus. Nötig sei vor allem ein anbieterübergreifender digitaler Zugang.
„Technologieoffenheit“ ist zum geflügelten Wort geworden. Carsten Pfeiffer, Leiter Strategie und Politik des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (BNE), geht dem Begriff auf den Grund. Er zeigt dessen Grenzen auf und analysiert, wie der Begriff von Interessengruppen im Energie- und Mobilitätssektor eingesetzt wird.
Bislang scheitert der Versuch, eine digitale Mobilitätsplattform für Europa zu entwickeln. Den Anbietern fehlt vor allem das gegenseitige Vertrauen, schreibt Fraunhofer-Forscher Karl-Heinz Krempels. Statt nach neuen Lösungen zu suchen, könnte für die Freischaltung verschiedener Angebote ein System genutzt werden, das es bereits gibt, lautet sein Vorschlag.
Multimodale Supply Chains brauchen die Daten von Sensoren. So werden komplexe Lieferprozesse transparent und steuerbar. Aber ohne eine gemeinsame, weltweite „Sprache“ entsteht kein Vertrauen unter den Partnern, argumentiert Sandra Hohenecker, Senior Manager Identifikation/Datenträger, GS1 Germany GmbH.
Uber-Deutschland-Chef Christoph Weigler kritisiert in seinem Meinungsbeitrag die aktuellen Vorschläge der Bundesregierung zur Novellierung des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG): Die darin weiterhin für Mietwagen vorgesehene Rückkehrpflicht sei ein „Mobilitätskiller”. Bleibt es bei der starken Regulierung, machen neue Anbieter künftig einen Bogen um Deutschland, warnt er.
Mobilität braucht eine langfristige Perspektive, damit sie dem Umwelt- und Klimaschutz gerecht werden kann, auch mithilfe der Digitalisierung. Dafür gibt es bereits viele gute Ansätze. Diese will Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) mit dem Zukunftswettbewerb „#mobilwandel 2035“ fördern. In ihrem Standpunkt erklärt sie die Philosophie dahinter.
Digitale Werkzeuge könnten helfen, dem öffentlichen Verkehr nach der Coronakrise wieder auf die Beine zu helfen, schreibt Timm Fuchs vom Deutschen Städte- und Gemeindebund in seinem Gastbeitrag. Um eine bessere Vernetzung der Verkehrsunternehmen untereinander zu erreichen, brauche es offene Standards. Die Unternehmen sollten in Echtzeitinformationen oder Buchungssysteme investieren.
Die Power-to-Liquid-Technologie zur Herstellung von E-Fuels ist ausgereift, schreibt Nils Aldag. Der CCO des Dresdner Unternehmens Sunfire fordert in seinem Standpunkt eine verbindliche Beimischquote für E-Kraftstoffe für Pkw und Lkw sowie für E-Kerosin. Das könne der Technologie einen Schub versetzen.
Eine solide Infrastruktur für Bus und Bahn, eine steigende Anzahl von Fahrradfahrenden, stationäres und flexibles Car- und Bikesharing und digitale Ridepooling-Angebote: Alternativen zum privaten Pkw haben in Leipzig zu einer Veränderung im Mobilitätsverhalten geführt, schreiben die Forscher Lisa Ruhrort und Andreas Knie. Die Stadt habe das Potenzial, zum „Verkehrsparadies“ zu werden.
Das Konjunkturpaket hält eine beeindruckende Anzahl an steuerlichen Maßnahmen bereit. Sie sind durchaus geeignet, die erhofften Investitions- und Wachstumsimpulse zu erfüllen, finden Ladislava Klein und Jürgen Voigt, Spezialisten für Unternehmenssteuern bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG.
Unter dem Vorwand der Krisenbewältigung werden weitreichende verkehrspolitische Entscheidungen getroffen, die neue Konflikte mit sich bringen, kritisiert ADAC-Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand in seinem Meinungsbeitrag. Ein Beispiel seien die Pop-up-Radwege. Hillebrand fordert, auch abweichenden Meinungen wieder Gehör zu schenken.
Bund und Bahn rücken in der Coronakrise enger zusammen. Doch das kürzlich geschlossene Bündnis hat einen Konstruktionsfehler, kritisiert Frank Zerban, Hauptgeschäftsführer der Bundesarbeitsgemeinschaft der Aufgabenträger des SPNV. „Bahn“ ist mehr als der Staatskonzern DB – vor allem im Schienennahverkehr.
Mit dem Buch „Neustaat – Politik und Verwaltung müssen sich ändern“ wollen die CDU-Bundestagsabgeordneten Nadine Schön und Thomas Heilmann ein Schlaglicht darauf werfen, dass allein aus den Milliardensummen, die der Staat in die Wirtschaft pumpt, kein nachhaltiges Wachstum entstehen wird. Sie fordern in ihrem Standpunkt auch Staat, Verwaltungsvorschriften und Strukturen zu verändern – und insbesondere die Planung von Infrastrukturprojekten zu beschleunigen.
Mit der Forderung nach einer Abwrackprämie hat sich die Automobilbranche keinen Gefallen getan, schreibt der Degepol-Vorsitzende Dominik Meier in seinem Standpunkt. Um bei der Politik für Unterstützung zu werben, sollte die Branche weniger auf ihre Partikularinteressen pochen und stattdessen das Gemeinwohl im Blick haben und inhaltliche Kritik in ihren Forderungen aufgreifen.
Die Coronakrise als verkehrspolitische Chance: Die Grünen-Bundestagsabgeordneten Daniela Wagner und Matthias Gastel schlagen vor, dass die Deutsche Bahn in Kooperation mit der Lufthansa innerdeutsche Non-Stop-Verbindungen zwischen den großen Metropolen anbietet. Vorteil für die Airline: die Anrechenbarkeit von „Flügen auf Schienen“ auf ihre CO2-Bilanz.
Die Corona-Pandemie entwertet Geschäftsmodelle der Vor-Krisenzeit. Cross-Border-Leasing oder auch E-Scooter-Sharing belasten die Kommunen. Die Zeit der Geschäftsmodellinnovationen für eine echte Verkehrswende ist gekommen, meint Florian Lüdeke-Freund, Professor für unternehmerische Nachhaltigkeit an der ESCP Business School Berlin.
Autos teilen, statt sie zu besitzen – das gehört zur grünen Verkehrspolitik. In der „Mobilitätshauptstadt“ Berlin ist das offenbar anders. In keiner deutschen Großstadt gibt es so viel Carsharing, aber nirgendwo werden die Anbieter auch so bei Parkgebühren zur Kasse gebeten. Das bremse die Verkehrswende, kritisiert Oliver Mackprang, Chef des Sharing-Anbieters Miles Mobility.
Es wirkt absurd: Der deutsche Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) setzt sich in Brüssel dafür ein, dass CO2-intensive Pkw gefördert werden. Die französische Regierung verhängt dagegen einen Umwelt-Malus von bis zu 20.000 Euro für schmutzige Autos. Es ist zu befürchten, dass sich Deutschland im Europäischen Rat wieder für eine Lockerung der CO2-Grenzwerte einsetzen wird, um die eigenen Hersteller zu schützen.
Die Coronakrise verdeutlicht, wie schnell vernetzte Lieferketten zum Engpass für global tätige Unternehmen werden können. Digitale Tools und Arbeitsweisen sind in Krisensituationen hilfreich, analysiert Sylvia Trage, Direktorin im Bereich Consulting bei KPMG, in ihrem Meinungsbeitrag.
Mobilitätsplattformen sollen Nutzerinnen und Nutzern den Verzicht aufs eigene Auto erleichtern. Doch damit die Mobilitätswende vorangetrieben wird, sind zwei Voraussetzungen gefordert, schreibt BVG-Vorstand Dirk Schulte. Warum es dabei auch um Exklusivrechte und Datenschutz geht, erklärt er in seinem Gastbeitrag.