Im Zuge des Bürokratieabbaus will das BMLEH offenbar darauf verzichten, zwei neue Ökoregelungen ab 2027 wie geplant einzuführen. Vor der neuen GAP lohnt sich dieser Schritt nicht mehr, heißt es auch von den meisten Bundesländern. Die Förderungen könnten möglicherweise aber weitergeführt werden.
Das wichtigste Beratungsgremium des Bundeslandwirtschaftsministeriums, der WBAE, startet in neuer Besetzung und größerer Runde. Erste inhaltliche Schwerpunkte zeichnen sich ab, Entscheidungen stehen aber noch aus.
Der Mord an vier Erntehelfern erschüttert Italien – und entlarvt ein Geschäftsmodell, das seit Jahrzehnten funktioniert. Ein italienisches Gesetz hat bisher kaum etwas gegen das System des Caporalato ausgerichtet. Eine EU-Richtlinie, die Erntehelfer schützen soll, erwies sich ebenfalls als wirkungslos.
Der Expertenrat für Klimafragen kam kürzlich zu einem harten Urteil: Deutschland und seine Landwirtschaft werden die Klimaziele ab 2030 nicht einhalten. Umweltorganisationen kritisieren, dass das Klimaschutzprogramm bisher nur kleinteilige Ansätze biete statt einen systemischen Wandel. Die künftige Eiweißpflanzenstrategie bleibt unkonkret.
Die EU-Kommission will viele Pestizid-Wirkstoffe künftig zeitlich unbegrenzt genehmigen. Eine Fachgruppe der Leopoldina hält das für riskant: Ohne eine regelmäßige Neubewertung würden aktuelle Erkenntnisse zu Gesundheits- und Umwelteffekten wirkungslos bleiben.
In der Gemeinsamen Agrarpolitik ab 2028 will die EU die Landwirtschaft für junge Menschen attraktiver machen. Gerade in Deutschland ist die Zukunft vieler Betriebe unsicher. Neben den Forderungen werden langsam auch die Vorschläge zur Umsetzung der GAP-Pläne konkreter.
Der Agrarhaushalt soll 2027 leicht wachsen, gleichzeitig muss das Bundeslandwirtschaftsministerium sparen. Im Interview spricht Hermann Färber (CDU) über Verteilungskämpfe in der Koalition, Spielräume bei den Ausgaben und die Frage, wie sich Transformation und Agrarsozialpolitik unter Spardruck finanzieren lassen.
Im Agrarausschuss des Europäischen Parlaments stößt die von der EU-Kommission geplante Einstufung von Soja(öl) als Rohstoff mit hohem ILUC‑Risiko auf Widerstand. Die Kommission verwies auf Nachhaltigkeitsregeln und Zertifizierungsmöglichkeiten – mehrere Abgeordnete warnten jedoch vor Nebenwirkungen für die Eiweißversorgung in der EU und Verarbeitungsketten.
Hersteller von Biodiesel fürchten um ihre Rohstoffe und Vermögensverwalter wollen die Waldschutzvorgaben für Produkte aus Leder behalten: Die Pläne der EU-Kommission für die EU-Entwaldungsverordnung haben unterschiedliche Reaktionen ausgelöst.
Nikolaus Kriz leitet die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit. Im Interview spricht er über Datenlawinen, den Einsatz von KI, warum Insektenprotein und Laborfleisch in der EU so schwer zuzulassen sind und den ewigen Streit um Glyphosat.
Mit der Aussicht auf eine faktische Nulltoleranz verbotener Pflanzenschutzstoffe bei Lebensmittelimporten wollte die EU-Kommission nach dem Mercosur-Aufruhr die Bauern beruhigen. Stattdessen folgten nationale Alleingänge und eine neuerliche Debatte um ein Exportverbot. Was dahinter steht und wie deutsche Hersteller darauf blicken.
Der europäische CO2-Grenzausgleich steht unter Druck, weil er die Kosten für Importe erhöht – unter anderem für Dünger. Nun zeigt das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung: Reagieren wichtige Handelspartner der EU mit einer eigenen CO2-Bepreisung, lassen sich weltweit 73 Prozent mehr Emissionen vermeiden als bei einem Alleingang der EU.
Der Entwurf für den Nationalen Wiederherstellungsplan steckt derzeit mitten in der Öffentlichkeitsbeteiligung – und weckt dabei alte Grabenkämpfe. Die administrativen Prozesse laufen unterdessen weiter auf Hochtouren, denn der Zeitplan ist weiterhin straff.
Ein Omnibus-Paket der EU geht in die deutsche Umsetzung: Das Kabinett hat Änderungen am Invekos- und am GAP-Konditionalitäten-Gesetz beschlossen. Geplant sind flexiblere GLÖZ-Ausnahmen, neue Regeln zum Grünland sowie Erleichterungen bei Stallumbau und Biogasausbau.
Welches Potenzial steckt in Carbonfasern aus Buche? Was können kleine Bioraffinerien besser als große? Und wie schnell kann man in Baden-Württemberg eine Textilkollektion kreieren? Tobias Wolfinger vom Technikum Laubholz gibt Antworten.
Dublins agrarpolitische Agenda für die zweite Jahreshälfte nimmt Konturen an: Landwirtschaftsminister Heydon will die Landwirtschaft im Mehrjährigen Finanzrahmen als Sicherheitsfaktor etablieren und lässt Offenheit für eine Pause beim CO2-Grenzausgleich durchblicken.
Eine Tierstudie zeigt: Die Kombination aus den drei Pflanzenschutzmitteln Glyphosat, 2,4-D und Dicamba kann den Darm von Ratten stärker beeinflussen als Glyphosat allein. Sie kann Entzündungen, Veränderungen im Mikrobiom und einen durchlässigen Darm begünstigen. Hersteller Bayer dagegen sieht keine schädliche Wirkung seiner Produkte nachgewiesen.
Ein Referentenentwurf zeigt: Die Verwaltungsvorschrift zur Ausweisung Roter Gebiete soll den Erfüllungsaufwand der Länder von 49 auf 9 Millionen Euro jährlich senken. Politisch brisanter: Der Agrarausschuss des Bundesrats signalisierte am Freitag, eine verursachergerechte Bilanzierung abzulehnen.
Reststoffe verwerten, neue Märkte erschließen, Einkommen sichern – die Bioökonomie verspricht viel. In der Realität jedoch verhindern fragmentierte Regeln und fehlende Investitionssicherheit den Durchbruch. Eine Studie zeigt, welche politischen Weichen jetzt gestellt werden müssten.
Mit dem Infrastruktur-Zukunftsgesetz will die Koalition den Sanierungsstau lösen. Doch Umweltminister Carsten Schneider koppelt zentrale Regelungen daraus an sein Gesetz zur Stärkung der grünen Infrastruktur. Die Union sieht darin eine Überdehnung des Naturschutzes. Wie weit geht die SPD nun für den Naturschutz?
Heute will die EU ihr modernisiertes Abkommen mit Mexiko unterzeichnen. Anders als bei Mercosur kann Brüssel offensiv Agrarinteressen in den Vordergrund rücken: bessere Marktchancen für Lebensmittelexporte, begrenzte Importkonflikte und Schutz für Hunderte europäische Herkunftsangaben.
Im „Diedersdorfer Dauerwald“ soll Kiefernwald zu klimaangepasstem Mischwald umgebaut werden. Ein Pionierprojekt, denn die finanzielle Unterstützung kommt nicht vom Staat, sondern von einem lokalen Familienunternehmen.
Eine neue Analyse zu den geplanten Änderungen der Gemeinsamen Agrarpolitik zeigt drastische Folgen für Sachsen: 240 Millionen Euro Mehrkosten, bis zu 50 Prozent weniger Direktzahlungen, Wettbewerbsverzerrungen und Jobverluste. Die Agrarökonomen Balmann und Lakner kritisieren zudem schwindende Umweltstandards.
In ihrem Düngeraktionsplan setzt die EU-Kommission sowohl auf synthetische als auch auf nachhaltigere, biobasierte Düngemittel. Landwirte sollen schnell Zugang zu erschwinglichem, konventionellem Dünger bekommen. Die Düngerproduktion soll in Richtung Dekarbonisierung gelenkt werden.
Die Anrede ist freundlich, die Argumentation weniger: In einem Schreiben an Umweltkommissarin Jessika Roswall führt EUDR-Schattenberichterstatterin Delara Burkhardt die Kommission vor. Deren Begründungen für die geplante Streichung von Leder aus dem Geltungsbereich seien nicht fundiert, teils fadenscheinig und gefährdeten die Integrität des ganzen Vorhabens.
Nur jeder fünfte Baum in Deutschland ist gesund – daran hat sich auch 2025 nichts geändert. Die neue Waldzustandserhebung zeigt: Der Wald hat sich von den Dürrejahren 2018 bis 2020 noch immer nicht erholt. Während die Politik auf Fördermittel für den Waldumbau verweist, entzündet sich bei dem Thema ein neuer Streit um die Wiederherstellungsverordnung.
Der Expertenrat für Klimafragen bestätigt: Mit der jetzigen Politik wird Deutschland zentrale Klimaziele verfehlen. Der Landnutzungssektor bleibt bis 2050 eine Quelle von Treibhausgasen – trotz methodischer Verbesserungen. Die Landwirtschaft hält ihre Ziele noch knapp ein, doch konkrete Maßnahmen für die Zukunft fehlen.
Wer wenig Geld hat, spart oft zuerst beim Essen – mit Folgen für Gesundheit und Teilhabe. Bei einer Veranstaltung von FIAN Deutschland ging es um die Frage, wie Ernährungsgerechtigkeit in Deutschland gestärkt werden kann. Vertreter:innen aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Politik diskutierten über soziale, ökologische und agrarpolitische Hebel.
Im Sommer wüten immer häufiger Feuer. Sie gefährden Leben und zerstören das Hab und Gut vieler Menschen. Die EU hilft den betroffenen Staaten über ein neues Katastrophenschutzprogramm mit Rat, Tat und viel Geld.
Manche Leguminosen kommen mit sehr wenig Wasser und hohen Temperaturen zurecht. Der Klimawandel macht diese Kulturen nun für den deutschen Ackerbau attraktiv. Aber damit der Anbau großflächig möglich wird, muss die Züchtung noch einiges liefern.
Nach 15 Jahren an der Spitze des baden-württembergischen Landwirtschaftsministeriums ist für Peter Hauk (CDU) Schluss. Im Zuge der Kabinettsbildung unter Ministerpräsident Cem Özdemir verliert der erfahrene Agrarpolitiker seinen Posten – offenbar nicht ganz freiwillig. Seine Nachfolgerin Marion Gentges muss sich in ein komplexes Politikfeld einarbeiten.
Kurz hatte der Referentenentwurf aufmerken lassen: Eine Nutzungshierarchie für Holzbiomasse sollte im zentralen Hebelgesetz für die Wärmewende verankert werden. Der Vorstoß aus dem Wirtschaftsministerium hat die Ressortabstimmung allerdings nicht überlebt. Die betroffenen Branchen atmen auf - dabei sind Kaskade und Wertschöpfung nicht zwingend unvereinbar.
Neue Milka-Schokoladentafeln wiegen weniger, sehen aber fast aus wie früher – ist das fair? Verbraucherschützer klagen, das Gericht gibt ihnen nun recht. Konkret ändern wird sich zunächst aber wenig.
Wie GAP und EU-Wiederherstellungsverordnung Hand in Hand gehen, damit landwirtschaftliche Betriebe Biodiversität und Ökosystemfunktionen stabilisieren können, haben zwei Beratungsgremien für den Bundeslandwirtschaftsminister aufgeschrieben.
Im fünften Jahr verteidigt sich die Ukraine inzwischen gegen russische Angriffe. Auch in der Landwirtschaft und der Lebensmittelverarbeitung hat das Spuren hinterlassen. Wie sich unter dem Druck des Krieges und die Einschränkungen auf dem EU-Markt verändern die Produktions- und Exportlogiken des Sektors.
Immer noch haben viele Menschen in Afrika nicht ausreichend Zugang zu gesunder Nahrung. Gleichzeitig orientiert sich eine wachsende Mittelschicht am westlichen Ernährungsstil – mit Auswirkungen für die Umwelt. Wie Ernährungssysteme nachhaltiger werden könnten, hängt stark vom jeweiligen Land ab, sagt die Ernährungsepidemiologin Juliana Minetto Gellert Paris
Der Konflikt um das Renaturierungsgesetz der EU macht auch vor der Ministerrunde nicht Halt und erinnert an Forderungen nach einem Stop-the-Clock-Schritt. Einigkeit herrscht hingegen bei der GAP-Reform, deren geplante Kürzungen bei der Naturschutzfinanzierung ein Angriff auf die Landwirtschaft sei. Das BMLEH soll eine weitere Novelle des Düngerechts liefern.
Die agrarpolitischen Themen in der Bundesratssitzung am Freitag betrafen vor allem die EU-Ebene. Noch nicht gehört fühlen sich die Länder in ihrer Sorge um die EU-Agrarförderung ab 2028. Sie warnen vor der Zusammenführung von Politikbereichen und vor einer Kürzung von Mitteln. Zu den Pflanzenschutzmittel-Zulassungen positionieren sich die Länder klar.
Ein neuer Bericht des Expertengremiums IPES-Food zeichnet ein düsteres Bild globaler Ernährungsmärkte. Handelskriege, Konflikte und konzentrierte Marktmacht würden die Preise weltweit nach oben treiben und Abhängigkeiten sichtbar machen. Dabei würden politische Instrumente bereitliegen, so die Expert:innen.
Der Referentenentwurf zum Gebäudemodernisierungsgesetz schafft Klarheit bei der sogenannten Biotreppe. Den Biomethan-UnternehmerJörg Selbach-Röntgen, freut das. Im Interview kritisiert der Chef von Biogeen aber die fehlende Synchronisierung von GModG und Energiewirtschaftsgesetz-Novelle.
Brüssel plant einen EU‑Proteinplan. Er zielt auf mehr Resilienz und auf einen Umbau entlang der gesamten Kette, der Landwirten auch wirtschaftlich etwas bringt. Doch Zeitplan und Details bleiben vage.
In der Bioenergiebranche wächst der Widerstand gegen die Kaskadenpflicht, wie sie im Entwurf des Gebäudemodernisierungsgesetzes für die Nutzung von Holz vorgesehen ist. Verbände sehen eine Überinterpretation der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der EU.
Acht Milliarden Euro bis 2045 – so viel würde es kosten, die Verluste für landwirtschaftliche Betriebe auszugleichen, wenn sie trockengelegte Moore wiedervernässen. Agora Agrar hat in einer Studie berechnet, welche Übergangsprämien es in welchen Landkreisen bräuchte und warum es sich für den Klimaschutz rechnet.
Wie knappe nachhaltige Biomasse bis 2050 kosteneffizient und klimagerecht eingesetzt werden kann, zeigen neue Erkenntnisse von DBFZ und UFZ: Der Energiesektor bleibt Hauptabnehmer, die Chemiebranche folgt auf Platz zwei. Bei Holzbau und Torfersatz stagnieren die Mengen – aus unterschiedlichen Gründen.
Ab 2028 soll die Zuckersteuer kommen, um der gesetzlichen Krankenversicherung aus ihrer Notlage zu helfen. Innerhalb der SPD sowie fraktionsübergreifend wird bereits über eine genaue Ausgestaltung gesprochen. Möglicherweise stützen sich die Abgeordneten dabei auf ein neues Gutachten, das die Rechtmäßigkeit einer zweckgebundenen Steuer prüft.
Beim ersten süddeutschen Biogasgipfel in Ulm haben Stakeholder deutlich bessere Rahmenbedingungen gefordert – von höheren Ausschreibungsvolumina über mehr Flexibilitätszuschläge bis hin zu einem sicherem Netzzugang. Bundesministerin Reiche sehen ihre Amtskollegen offen für das Ansinnen.
Die EU-Kommission hält an der EU-Anti-Entwaldungsverordnung fest – der Gesetzestext bleibt unangetastet, der Start am 30. Dezember steht. Mit einem Paket aus delegiertem Rechtsakt, Leitfäden und einem neuen Repository will Brüssel die Regeln präzisieren – zum Missfallen vieler Branchenverbände, aber mit Rückendeckung aus dem Europaparlament.
Dem Unionswiderstand gegen die Wiederherstellungsverordnung gibt Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger keine Erfolgschance. Bauern- und Waldbesitzerverband aber kritisieren die Verordnung weiter massiv. Sie sehen ihre Eigentumsrechte bedroht. Schlechte Erfahrungen mit der FFH-Richtlinie machen sie misstrauisch.
Die Nachfrage nach Ökoprodukten ist im ersten Quartal 2026 erneut gestiegen. Die Branche wirbt für Anreize, damit mehr Bauern auf Bio umstellen. Zuletzt war die Bereitschaft dafür zurückgegangen.
Die Koalition hat sich auf eine Kostenaufteilung für biogene Brennstoffe in neuen Gas- und Ölheizungen verständigt: Mieter und Vermieter sollen den Aufpreis für Grüngas je zur Hälfte tragen. Gleichzeitig rückt die Regierung mit einer niedrigen Grüngasquote von deutlich strengeren Vorgaben ab – und erntet dafür scharfe Kritik von Energie- und Umweltverbänden.
Im Haushaltsjahr 2027 soll der Agraretat bei gut sieben Milliarden Euro liegen und damit leicht ansteigen. Bis 2030 geht das Budget dann aber wieder zurück. Mehreinnahmen durch zwei wichtige Konsilidierungsmaßnahmen, die die Bereiche Ernährung und Landwirtschaft betreffen, sollen dem Gesundheitsministerium angerechnet werden.
Das neue deutsche Förderprogramm zum Wiedervernässen von Mooren gilt als Meilenstein. Doch es konkurriert mit gegenläufigen Anreizen der EU-Agrarpolitik. Ein aktueller Bericht des groß angelegten europäischen Forschungsprojekts Paludi4All zeigt Lösungswege auf.
Die meisten Schweine werden vor der Schlachtung mit Kohlenstoffdioxid betäubt – es gilt als zuverlässig und günstig, führt bei vielen Tieren aber zu Panik und Schleimhautreizungen. Andere Methoden galten lange als unsicher oder unausgereift. Eine Kooperation zwischen dem Friedrich-Loeffler-Institut und dem Schlachthofriesen Tönnies könnte das ändern.
Noch vor wenigen Monaten galt die Zuckersteuer als politisch nicht durchsetzbar. Nun wächst die Zustimmung – selbst in der Union. Doch der Kompromiss steht unter Vorbehalt und wirft neue Konfliktlinien auf.
Ob das Landwirtschaftsministerium wirklich einen Leitungsvorbehalt gegen die EEG‑Novelle eingelegt hat, ist am Montag offen geblieben. Doch fest steht: In der Biogasbranche steigt der Unmut über zu geringe Ausschreibungsmengen. Die EU dagegen erhöht den Druck, fossile Abhängigkeiten schnell zu reduzieren.
Deutschlands Ernährungspolitik arbeitet seit Jahren mit Zahlen aus einer anderen Zeit. Nun startet erneut ein Nationales Ernährungsmonitoring. Damit erhebt das Max Rubner-Institut in einem aufwendigen Verfahren erstmals wieder umfassende Daten zum Essverhalten und zur Nährstoffversorgung. Ein Interview mit Projektleiterin Carolin Krems.
Der Iran-Krieg bringt das globale Ernährungssystem ins Wanken, Düngerpreise explodieren. Das trifft die ärmsten Länder besonders hart, gleichzeitig drängt die Zeit: In Äthiopien beginnt in sechs Wochen die Pflanzzeit. Warum Experten vor einer Hungerkrise warnen und was Staaten in Afrika dagegen unternehmen.
Ein wegweisendes Urteil: Auch Puten haben ein Recht auf artgemäße Haltung. Das entschied am Donnerstag das Bundesverwaltungsgericht. Vor diesem Hintergrund wächst der Druck auf den Gesetzgeber, Vorgaben zur Putenhaltung in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung zu verankern.
Ein Erpressungsversuch gegen Hipp sorgt gerade für Aufsehen. Wie reagieren Lebensmittelunternehmen, wenn Erpresser zuschlagen?
Das Landwirtschaftsministerium hat das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz, wie von der Wirtschaft gefordert, grundlegend überarbeitet. Dadurch wurden die Bedenken zu einem Großteil, aber nicht restlos ausgeräumt. Vor einem enormen Aufwand warnt der Gastronomiebereich. Für Unsicherheit sorgt außerdem die erforderliche EU-Notifizierung.
In einer seltenen Ballung gehen diese Woche vier Gesetze zur Regulierung der Bioenergie und der Freiflächenphotovoltaik in den Bundestag beziehungsweise in die Verbändeanhörung. Es wird hart darum gerungen, nach welchen Regeln die Branchen spielen sollen.
Obwohl sie nicht im Mittelpunkt stehen sollte, bestimmte die Zuckersteuer dann doch die Jahrestagung vom Lebensmittelverband. Branche und Politik diskutierten über wissenschaftliche Evidenz und steuerpolitische Grenzen – mit weiter offenem Ausgang. Geopolitische Krisen brachten Lebensmittelsicherheit und Notfallvorsorge aufs Tapet.
Ein neues Rechtsgutachten kritisiert, dass Brüssel Rückstandshöchstmengen an internationalen Vorgaben und praktischen Handelsaspekten ausrichte – zum Nachteil von Gesundheitsschutz und EU-Bauern. Die geplante Reform halten Verbraucherschützer für unzureichend.
Das Gesetz zur Weiterentwicklung der THG-Quote befindet sich auf der Zielgeraden. Union und SPD haben laut Änderungsantrag die Obergrenze für Biokraftstoffe aus Nahrungs- und Futtermitteln angehoben. Das Gesetz soll in dieser Woche im Bundestag beschlossen werden. Die Grünen sind unzufrieden und machen eigene Vorschläge.
Eine stärkere Inanspruchnahme von Programmkrediten hat die Rentenbank für das Geschäftsjahr 2025 und das erste Quartal 2026 verzeichnet. Außerdem hat die Förderbank eine neue Geschäftsstrategie entwickelt – und reagiert damit offensichtlich auch auf die Kritik des Bundesrechnungshofs an der Erfüllung ihres gesetzlichen Auftrags.
Vor der heutigen Abstimmung zur NGT‑Verordnung im EU‑Ministerrat haben Bauern‑ und Bioverbände noch einmal ihre Bedenken vorgetragen. Die eigentliche Nagelprobe aber ist beim Votum im EU-Parlament zu erwarten – wahrscheinlich am 19. Mai. Ein Forschungsprojekt will dazu beitragen, dass Innovationen und Regulierung nicht gegeneinander ausgespielt werden.