Energieeffizienz und Klimaschutz sind wie eineiige Zwillinge, schreibt Klaus Körner in seinem Standpunkt. Mit energetischer Gebäudesanierung auf der Basis von Technologieoffenheit wäre beiden gedient. Die Frage sei nun, mit welchen Maßnahmen die Regierung das Sektorziel für Gebäude im Klimaschutzgesetz unterlegen werde.
Der Entwurf für das geplante Gebäudeenergiegesetz wirkt auf Christian Noll von der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz wie ein sich selbst verschlingendes Ungetüm. In seinem Standpunkt begründet er, warum das Gesetz sogar hinter Standards aus der Bronzezeit zurückfällt.
Auf die Empfehlungen der Kohlekommission müssen jetzt auch neue Maßnahmen für Gaskraftwerke folgen, fordert Timm Kehler von der Brancheninitiative „Zukunft Erdgas“. Dann müsse niemandem bange um die Versorgungssicherheit in Deutschland sein. Und die Klimaziele würden auch erreicht.
Kommissionen sollen unsere Demokratie unterstützen. Dafür müssten sie aber Lernprozesse ermöglichen, schreibt Martin Kowarsch, der als Gruppenleiter am Mercator Research Institute (MCC) zum Design wissenschaftlicher Politikberatung und zum Umgang mit Wertekonflikten forscht. Das hätte auch der Kohlekommission guttun können, die den Kompromiss womöglich überteuert erkauft habe.
Mit den Herausforderungen und Widersprüchen bei der Öffentlichkeitsbeteiligung im Auswahlverfahren für ein Atommüllendlager beschäftigt sich der Standpunkt von Wolfram König, Präsident des Bundesamtes für kerntechnische Entsorgungssicherheit. Umfassende Bürgerbeteiligung bedeute nicht, dass die Politik die schwierige Entscheidung für einen Standort abgeben könne, schreibt er.
Städtischer Industriepark oder Mountainbike-Park für Touristen – Welzow in der Lausitz setzt Ideen für die Zeit nach der Kohle längst um. Wichtig ist, Menschen, Wissenschaft und Wirtschaft am Ort mitzunehmen, wenn es um die Neuerfindung geht, schreibt Welzows Bürgermeisterin Birgit Zuchold (SPD) in ihrem Standpunkt.
Der Energiesektor mit seinen Emissionen treibt den Klimawandel voran, andererseits ist er auch deutlich von den Folgen betroffen. Wo ist diese kritische Infrastruktur besonders verletzlich, wie sollten Unternehmen und Politik reagieren? Markus Groth, Steffen Bender und Jörg Cortekar vom Climate Service Center Germany (GERICS) des Helmholtz-Zentrums Geesthacht plädieren in ihrem Standpunkt dafür, die Anpassung entschlossen voranzutreiben.
Zehn Jahre Verspätung beim Erreichen der Ziele, unentschlossenes Handeln: Bei der Energieeffizienz, insbesondere von Gebäuden, hinkt die Bundesregierung ihren Ambitionen weit hinterher. Sanierungsquote, Fokus auf Neubauten, zu wenige Fachhandwerker – die Liste der Versäumnisse ist laut Lothar Bombös, Vorstandschef des Qualitätsgedämmt e.V., lang.
Die nationale Kohleausstiegsstrategie setzt positive Anreize, berücksichtigt aber die Europäische Union zu wenig: Europäische Berichtspflichten, Unterstützungsmöglichkeiten und Kooperationsmöglichkeiten fehlen, bemängeln Sabine Schlacke von der Universität Münster und Michèle Knodt von der TU Darmstadt in ihrem Standpunkt.
Der Kohleausstieg ist beschlossene Sache. Dirk Uwe Sauer, Professor der RWTH Aachen und Sprecher des Akademienprojekts „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS), schlägt in seinem Standpunkt die weiteren Schritte vor. Er tritt für einen schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien, aber auch eine Marktreform ein.
Um die Klimaschutzziele zu erreichen, muss der Besitz eines privaten Autos unattraktiv werden und der ÖPNV besser funktionieren, fordern Weert Canzler und Andreas Knie. Nur dann würden die Menschen auf neue, digitale Angebote umsteigen, prognostizieren die Mobilitätsforscher vom Wissenschaftszentrum Berlin.
Zum Erreichen der deutschen Klimaschutzziele muss kein einziges deutsches Kohlekraftwerk durch politischen Eingriff stillgelegt werden, argumentiert Jürgen Hacker, der Vorsitzende des Bundesverbands Emissionshandel und Klimaschutz (BVEK), in seinem Standpunkt. Ein tatsächlich wirksamer und zugleich volkswirtschaftlich kosteneffizienter Klimaschutz sei allein über den Emissionshandel möglich – und Effizienz müsse sein, sonst drohten gelbe Westen.
Effiziente Erzeugung, gute Arbeitsplätze, ein wichtiger Beitrag zur Versorgungssicherheit: Thorsten Diercks vom Braunkohleverband DEBRIV spricht sich in seinem Standpunkt gegen die vorzeitige Stilllegung von Kraftwerken aus. 2050 seien die Anlagen auch ohne staatliche Eingriffe vom Netz. Zumindest müsse 2023 und 2026 der Fahrplan überprüft werden.
FDP-Vize Wolfgang Kubicki wirft den Grünen in seinem Standpunkt vor, für die deutschen Umweltziele die Nachteile der E-Mobilität auszublenden. Auch Handys und Laptops benötigen die kritischen Rohstoffe. Das Elektroauto führe aber zu einer dramatischen Verschlimmerung der Umstände und damit zu größerem Leid in der Welt – zu mehr Kinderarbeit, Umweltzerstörung und Ausbeutung.
Der öffentliche Druck, den die EU-Institutionen ausüben können, reicht nicht aus zur Disziplinierung der Mitgliedsstaaten in der Energie- und Klimapolitik. Michèle Knodt, Professorin der TU Darmstadt, schlägt in ihrem Standpunkt vor, die Energie- mit der Strukturpolitik zu verknüpfen. Der Zeitpunkt für eine kluge Verknüpfung sei günstig.
Der Kohleausstieg ist entscheidend für den Klimaschutz in Deutschland, schreibt Michael Otto, Aufsichtsratsvorsitzender der Otto Group und ehrenamtlich bei der Stiftung 2° – Deutsche Unternehmer für Klimaschutz engagiert. Er setzt große Hoffnungen auf ein ambitioniertes Klimaschutzgesetz als Kompass für die Wirtschaft.
Hinauszögern wird in der Kohlefrage keine Antworten liefern, argumentiert Michael Schäfer vom WWF in seinem Standpunkt. Die Länder verlangten absurde Zugeständnisse, aber es werde ihnen durch Finanzminister Olaf Scholz (SPD) auch das Leben schwer gemacht.
Natürlich verdient BMW am Verkauf neuer Autos. Gleichwohl spricht sich der Betriebsratsvorsitzende Manfred Schoch für neue Mobilitätsformen wie Ride Pooling, Ride Sharing oder Car Sharing aus. Der echte Durchbruch kommt nach seiner Einschätzung aber erst, wenn individuelle Kleinfahrzeuge mit elektrischem Antrieb vollautomatisiert auf unseren Straßen fahren. Diese E-Pods erlauben es, den Arbeitsweg produktiv zu nutzen und so den Büroaufenthalt zu verkürzen.
Beim Kohleausstieg sollten wir uns nicht auf die unsichtbare Hand des marktbasierten Emissionshandels verlassen: Braunkohletagebaue sollten zuerst und schnell auf ordnungspolitischem Wege stillgelegt werden. Ein Ausstiegsfahrplan kann entgegen der landläufigen Meinung zusammen mit dem Emissionshandel den C02-Ausstoß senken, schreiben Klaus Eisenack und Roman Mendelevitch von der Resource Economics Group an der Berliner Humboldt-Universität.
Einerseits ist der Klimawandel die komplexeste globale Herausforderung in der Geschichte der Menschheit. Andererseits ist es ganz einfach: Eine Weltwirtschaft mit niedrigerem Treibhausgasausstoß hilft den Klimawandel zu bekämpfen und macht uns dabei glücklicher, gesünder und reicher, schreibt Nick Bridge, Vertreter der britischen Regierung, in seinem Standpunkt.
Energieintensive Industrien wie die Stahl- und Zementherstellung oder die Chemiebranche erzeugen besonders hohe Emissionen. Gleichzeitig ist es dort besonders schwierig, sie zu reduzieren. Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth (SPD) fordert den Einsatz disruptiver Technologien wie grünem Wasserstoff.
Deutschland sollte alle Optionen zur Minderung des CO2-Ausstoßes nochmals prüfen – auch Verfahren zum Abscheiden und Speichern von Kohlendioxid im Untergrund, schreibt Reinhard F. Hüttl vom Deutschen Geoforschungszentrum (GFZ) in Potsdam.
Bei der Klimakonferenz in Kattowitz haben Saudi-Arabien, Kuwait, Russland und die USA dagegen gestimmt, den 1,5-Grad-Bericht des Weltklimarats willkommen zu heißen. Das ist ein Zeichen dafür, dass das Ende des fossilen Zeitalters näher rückt, schreibt Richard Black, Direktor der britischen Energy and Climate Intelligence Unit.
Solarstrom für Mietshäuser kann ein wichtiger Baustein der Energiewende werden, aber der Ausbau kommt bislang nur schleppend voran. Die jüngst diskutierten Vergütungskürzungen für Mieterstromprojekte wurden letztlich verhindert, haben aber Unsicherheit ob der politischen Ziele gebracht. Denn eigentlich stehen die Zeichen gut: Die steuerlichen Hemmnisse werden für Genossenschaften beseitigt, und mit dem Gebäudeenergiegesetz ergeben sich neue Chancen.
Klimaneutrale flüssige Kraftstoffe – E-Fuels und moderne Biofuels – können einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Kritiker, darunter die Agora Verkehrswende, NGOs und sogar das Bundesumweltministerium wollen der Elektromobilität wegen der höheren Effizienz den Vorzug geben. Aus Sicht von Christian Küchen sind die Klimaziele der EU nur mit einem technologieoffenen Ansatz erreichbar. Dazu zählt, E-Fuels auf die CO2-Flottenziele anrechenbar zu machen.
Die deutsche Hauptstadt will ihren Kohlendioxidausstoß bis 2050 um mindestens 85 Prozent reduzieren. Bisher ist allerdings der Erneuerbaren-Anteil bei Strom und Wärme noch sehr gering. Dabei könnte Berlin aus Brandenburg mit echtem Grünstrom versorgt werden. Wie das gelingen könnte, schreiben Simon Schäfer-Stradowsky und Dominik Dicken vom Ikem.
Mit wissenschaftlicher Unterstützung hat die Erneuerbaren-Branche das sogenannte Marktentwicklungsmodell (MEM) entwickelt. Dieses MEM ermöglicht den Kunden, sortenreinen grünen Strom zu beziehen. So kann der Kunde seine eigene CO2-Bilanz verbessern oder den Strom zur Weiterverwendung in anderen Sektoren nutzen. Die steigende Nachfrage nach grünem Strom bietet auch eine Vermarktungsmöglichkeit für Anlagen, die bald keine Förderung mehr erhalten.
Schon ein CO2-Preis von 20 bis 25 Euro würde zu einer deutlichen Reduktion der Emissionen führen. Kombiniert mit der Stilllegung von einigen älteren Braunkohlekraftwerken wäre das ein signifikanter Schritt, um die Klimaziele zu erreichen. Damit die schmutzigsten, aber auch billigen Braunkohlekraftwerke unwirtschaftlich werden, wäre ein CO2-Preis von etwa 35 Euro nötig.
Klimaschutz und Strukturwandel brauchen Planungssicherheit. Während in den Sektoren Energiewirtschaft und Teilen der Industrie mit dem Emissionshandel eine funktionierende CO2-Bepreisung besteht, fehlt in den Sektoren Verkehr, Gebäude und Landwirtschaft ein konsistentes Preissignal. Wie ein gerechtes Konzept aussehen kann, schreiben Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) und Reiner Hoffmann, der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).
Jüngst veröffentlichte das polnische Energieministerium einen ersten Entwurf seiner Energiepolitik bis 2040. Wie trägt die neue Strategie zur CO2-Reduktion des derzeitigen Gastgebers der Weltklimakonferenz bei? Eine Analyse von Filip Fiasecki und Johanna Schiele von Aurora Energy Research.
Eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts fordert vom Gesetzgeber einheitliche Vorgaben für den Umgang mit dem Tier- und Artenschutz in der Genehmigung von Windrädern. Das Gericht macht deutlich, dass die Regierung ihre Behörden nicht mit wissenschaftlichen Entscheidungen überfordern darf. Zumal: Die Unwägbarkeiten der Genehmigungsverfahren bedrohen inzwischen die deutschen Klimaschutz-Ziele.
Gute Energiepolitik muss drei Ziele in Einklang bringen: Die Energieversorgung soll wirtschaftlich sein, sodass Unternehmen und Haushalte ihren Energiebedarf ohne Einbuße ihrer Handlungsfähigkeit decken können. Sie soll versorgungssicher sein, sodass Produktionsabläufe nicht unterbrochen werden. Schließlich soll sie umweltverträglich sein. Es wäre dringend anzuraten, auf einen einheitlichen CO2-Preis zu setzen, argumentiert Christoph M. Schmidt.
Meldungen zum CO2-Anstieg sind oft entmutigend. Doch dem gegenüber stehen die vielen Menschen auf der ganzen Welt, die sich tagtäglich für den Klimaschutz engagieren, schreibt Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan. Sie fährt deshalb mit Optimismus zur Klimakonferenz in Kattowitz.
In diesem Jahr breitet sich in Deutschland eine Idee stark aus, die von der Wissenschaft schon lange propagiert und jetzt auch im politischen Raum unterstützt wird: Mit einem einheitlichen Preis für Kohlendioxidemissionen ließe sich zumindest den nicht unter den EU-Emissionshandel (ETS) fallenden Wirtschaftsbereichen bei der Emissionsminderung Beine machen. Wie ein solcher Preis ausgestaltet werden sollte, schreibt Andreas Troge in seinem Standpunkt.
Die Autohersteller wollen durchsetzen, dass strombasierte Kraftstoffe auf die europäischen CO2-Flottengrenzwerte für Pkw angerechnet werden. Doch das würde den Klimaschutz schwächen, argumentieren Urs Maier, Kerstin Meyer und Carl-Friedrich Elmer vom Thinktank Agora Verkehrswende in ihrem Standpunkt. Ein solcher Schritt würde den von Pkw verursachten Stromverbrauch deutlich erhöhen.
Die Strukturentwicklung in den Braunkohleregionen muss mehr sein als „Enddatum plus Fördermittel des Bundes“. Tatsächlich geht es um ein Leitbild der Regionen für die Zukunft, schreibt Dagmar Schmidt, Vorsitzende des Vereins Lausitzer Perspektiven. Es kommt jetzt darauf an, Kultur, Wissenschaft und Zivilgesellschaft viel stärker in den Prozess einzubinden und auch die überregionalen Chancen wahrzunehmen.
Was sind die wichtigsten Themen für die Politik im nächsten Jahr? Antworten gibt die Tagesspiegel-Konferenz „Agenda 2019“ am 19. November. Im Vorfeld schreiben Parteienvertreter über ihre Ideen für zentrale Themen. Für SPD-Fraktionsvize Matthias Miersch soll 2019 zum Jahr einer neuen Energie- und Klimapolitik werden. Ganz oben auf seiner Agenda: Ein Klimaschutzgesetz.
Allein die Übertragungsnetzbetreiber besitzen die Systemverantwortung für das Stromnetz? Mitnichten, argumentiert Ines Zenke, Partnerin der Energierechtskanzlei Becker Büttner Held (BBH) und Vize-Präsidentin des Wirtschaftsforums der SPD, in ihrem Standpunkt. Rechtlich und praktisch seien die Verteilnetzbetreiber auf Augenhöhe – und rücken durch Energiewende und Dezentralisierung immer weiter in den Mittelpunkt.
DB Schenker ist einer der größten Logistiker der Welt. Vorstandschef Jochen Thewes plädiert in seinem Standpunkt für strenge CO2-Grenzwerte für den Güterverkehr, kurz vor der Abstimmung darüber im Europaparlament. Er sagt: Kleine Schritte der Fahrzeughersteller reichen nicht, es müssen Technologiesprünge vollzogen werden.
Deutschland hat bei der neuen EU-Erneuerbaren-Richtlinie (EE-RL) gemauert, insbesondere bei der Regelung zum „Erneuerbaren Eigenverbrauch“ (Art. 21). Dadurch wurde ein möglicher Befreiungsschlag für deutsche Prosumer verhindert. Dennoch erhöht sich der Druck auf Deutschland, schreibt Holger Schneidewindt von der Verbraucherzentrale NRW in seinem Standpunkt.
Die Klimakrise erfordert einen weitreichenden Wandel in der Wirtschaft. Die Transformation dürfe nirgends haltmachen, auch nicht vor der Finanzwelt, schreibt Matthias Kopp, Leiter Sustainable Finance beim WWF Deutschland, in seinem Standpunkt. Sonst klaffen gehandelte und reelle Werte irgendwann auseinander und der Wirtschaft fehlt das Geld, um sich für die Zukunft zu rüsten. Wertverschiebungen zu antizipieren sei mittelbar entscheidend für die Stabilität des Finanzsystems.
Es gibt braucht mehr räumliche Koordination beim Ausbau der Windenergie. Die Regionalisierung von Ausschreibungen hilft aber nicht, schreiben die Volkswirtschaftler Paul Lehmann und Erik Gawel vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in ihrem Standpunkt. Das sei weder kosteneffizient noch hebe es Standortpotenziale.
Der Ausbau erneuerbarer Energien schreitet innerhalb Deutschlands mit unterschiedlicher Geschwindigkeit voran und diese Entwicklung wird zunehmend kritisch gesehen. Jedoch stellt die Regionalisierung von Ausschreibungen keine Lösung dar, schreiben Paul Lehmann und Erik Gawel vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in ihrem Standpunkt. Das sei weder kosteneffizient noch würde es regionale Potenziale heben.
Unter dem sperrigen Begriff Nichtwohngebäude verbirgt sich ein wichtiger Baustein für den Klimaschutz. Büros, Hotels, Kitas: Sie machen ein Drittel des Energieverbrauchs im Gebäudebereich aus. Christian Stolte von der Deutschen Energie-Agentur wirbt für Reformen, auch, um das Nutzer-Investor-Dilemma zu lösen. Zum Beispiel mittels „grüner“ Mietverträge.
Polen ist Gastgeber der Weltklimakonferenz – und kämpft mit ähnlichen Strukturproblemen wie Deutschland, schreiben Rebecca Bertram und Irene Hahn-Fuhr von der Heinrich-Böll-Stiftung in ihrem Standpunkt. Es helfe, dass Deutschland nicht mehr als Lehrmeister auftreten kann. So ist die Basis für eine intensivere deutsch-polnische Klima-Diplomatie gegeben.
Am vergangenen Freitag haben sich in Hamburg die Vertreter von Airlines und Flughafenbetreibern mit Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) zum Krisengipfel getroffen. Über Flugverspätungen und -ausfälle wurde viel geredet. Viel wirksamer wäre ein Verbot von innerdeutschen Flügen, meint der Verkehrsforscher Andreas Knie.
Den „Ressourcenfluch“ kennt man von Ländern, deren Wirtschaft vom Export fossiler Brennstoffe abhängig ist. In ihrem Standpunkt argumentieren Christian von Hirschhausen (DIW Berlin) und Ben Wealer (TU Berlin), dass die Atomgroßmächte China, Russland und USA Atomkraftwerke für diplomatische Zwecke nutzen. Dadurch würden aber korrupte Eliten in ohnehin schwachen Staaten gefördert.
Dass die EEG-Umlage kaum noch steigt, ist das Ergebnis steigender Börsenpreise, nicht von Ausbaudeckel und Ausschreibungen. Die Politik sollte sich davor hüten, wieder falsche Schlüsse zu ziehen.
Der schnellere Ausbau der Erneuerbaren Energien ist zum Scheitern verurteilt, wenn die teuren, langwierigen und widersprüchlichen Doppelgenehmigungen im Bau- und Immissionsschutzrecht für die Erneuerbaren nicht endlich abgeschafft werden, schreibt der Energierechtsanwalt Martin Maslaton. Dann laufen auch gut gemeinte Sonderausschreibungen ins Leere.
Was hat die Union in der Energiepolitik vor? In seinem Standpunkt legt Joachim Pfeiffer, energiepolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Leitlinien dar. Die Strompreise müssten insbesondere für die Industrie bezahlbar bleiben. Beim Ausbau der erneuerbaren Energien spricht er sich gegen Entschädigungszahlungen aus, wenn die Anlagen nicht laufen – und fordert technologieoffene Ausschreibungen. Gebäude- und Verkehrssektor sollen Teil des europäischen Emissionshandels werden.
Banken sind systemrelevant. Ein stabiles Klima ebenso. Deshalb müssen die Zentralbanken dabei helfen, den Klimawandel zu stoppen, schreibt Matthias Kroll, Chef-Ökonom der Future-Finance-Kommission des World Future Council, in seinem Standpunkt. Zehn Jahre nach dem Bank-Bailout sei ein Bailout für das Klima notwendig.
Die regionale Steuerung des Ausbaus der Windenergie an Land entlastet die Netze und bietet weitere Vorteile. Die kommende EEG-Änderung sollte für die Einführung genutzt werden, schreibt Michael Class, Vorstandsvorsitzender der juwi-Gruppe, in seinem Standpunkt.
An welchen Parteien scheitert eigentlich der Versuch, aus dem europäischen Emissionshandel ein Instrument zu machen, das dem Klima nützt, fragt sich die Geschäftsführerin des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel in ihrem Standpunkt.
Die stark gestiegenen CO2-Preise im europäischen Emissionshandel erwecken den Eindruck, das System funktioniere. Keineswegs, argumentiert Jörg Lange, Vorstand des Vereins für eine nationale CO2-Abgabe. Er fordert verursachergerechte, sozialverträgliche und technologieoffene "Deponiegebühren" für Treibhausgase – ohne Ausnahmen.
Jetzt wird's komplex: Die deutsche Energiewende muss Strom, Wärme und Verkehr verknüpfen. Und sie muss internationaler werden. Sonst sind die Klimaziele nicht zu schaffen, schreibt der Sprecher des Forschungsprojekts „Energiesysteme der Zukunft“, Dirk Uwe Sauer. Weil bei der Energiewende alles mit allem zusammenhänge, sei sie eine „unglaubliche intellektuelle Herausforderung“. Ein CO2-Preis allerdings würde vieles einfacher machen.
Deutschland ist derzeit führend bei der Entwicklung von Power-to-X-Technologien zur Herstellung von E-Fuels. Dies sollte sowohl für eine effiziente Sektorkopplung als auch den Klimaschutz im Mobilitätssektor genutzt werden. Notwendig sind aber neue regulatorische Spielregeln.
Thorben Becker vom BUND widerspricht in seinem Standpunkt dem Magdeburger Umweltökonomen Joachim Weimann, der den Ausbau der Windenergie scharf kritisiert hatte. Den Vergleich der Anti-Wind-Bewegung mit der Anti-Atombewegung kann er nicht nachvollziehen.
Netzausbau ist wichtig, doch nur über neue Hochspannungsleitungen zu diskutieren, greift viel zu kurz. Notwendig ist eine umfassende Netz-Reform auf unterer Ebene. Neben dem Übertragungsnetzgipfel muss ein Verteilnetzgipfel stehen, fordert Robert Busch, Geschäftsführer des Bundesverbands Neue Energiewirtschaft (BNE), in seinem Standpunkt.
Das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) hat ausgedient als „Grundgesetz des Energierechts“. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist längst nicht mehr nur Juniorpartner. Nach 20 Jahren ist die Zeit reif für ein modernes Energiegesetzbuch (EGB), schreibt Holger Schneidewindt von der Verbraucherzentrale NRW in seinem Standpunkt. Das „4. EU-Energiebinnenmarktpaket“ sei eine Steilvorlage für dieses Großprojekt. Deutschland könnte sich damit in der Spitzengruppe der Energiewende-Länder zurückmelden.
Gegen eine Steigerung der Energieeffizienz wird immer wieder angeführt, dass die Vorteile durch Mehrkonsum aufgefressen würden, nach dem Motto: „Warum das Licht ausschalten, wenn die Lampe so sparsam ist?“ Dieser sogenannte Rebound-Effekt wird aber maßlos überschätzt. Statt sich mit solchen Neben-Diskussionen zu befassen, sollte die Bundesregierung sich auf ihre Energieeffizienzstrategie konzentrieren, um die 2030-Klimaziele zu erreichen.
Emissionsfreie Fahrzeuge konnten sich bisher am Markt noch nicht durchsetzen – trotz der E-Auto-Prämie von Bundesregierung und Industrie. So wird der Verkehrssektor die Klimaziele nicht erreichen. Die Wissenschaftler Clara Burzlaff vom Institut Ikem und Florian Gizzi von der TU Berlin beschreiben in ihrem Standpunkt, wie eine wirksame Regulierung aussehen sollte. Eine zentrale Rolle spielt dabei eine besondere Quotenregelung.
Der Klimaschutz steht nach dem heißen Sommer und aufgrund der Arbeit der sogenannten Kohle-Kommission diesen Herbst im politischen Fokus. Nun sollten sich alle Beteiligten zurücklehnen und überlegen, ob der bisher eingeschlagene Weg auf Dauer erfolgversprechend sein wird, fordert Andreas Troge in seinem Standpunkt. Welches sind die Erfahrungen der deutschen und EU-Klimaschutzpolitik? Welche Schlussfolgerungen sind zu ziehen, um Klimaschutz in Deutschland, der EU & global zum Erfolg zu bringen?