Vize-Kanzler Robert Habeck will das deutsche Lieferkettengesetz für zwei Jahre aussetzen. Mit diesem Vorschlag sorgte der Wirtschaftsminister von den Grünen am Wochenende für Aufregung innerhalb der Ampel-Koalition. Während FDP-Chef Christian Lindner den Plan begrüßte, äußerten sich SPD-Politiker und Lieferketten-Initiativen ablehnend.
Der Sustainable-Finance-Beirat veröffentlicht heute für Politik und Kapitalmarkt ein Zukunftsbild des Finanzwesens, in das Nachhaltigkeit voll integriert ist. Ein verantwortliches System begleitet demnach die Transformation wirksam, stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Realwirtschaft und trägt zum Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen bei.
Künftig dürfen Investmentfonds mit Nachhaltigkeitsbegriffen im Namen nicht mehr in besonders klimaschädliche oder unsoziale Unternehmen investieren. Zwei Studien kommen zu dem Ergebnis, dass das Portfolio von vielen dieser Fonds aktuell nicht den EU-Vorgaben entspricht.
Deutsche Finanzakteure haben sich überwiegend strategisch noch nicht so aufgestellt, dass sie mit ihren Finanzierungen keine ökologischen Schäden mehr mitverantworten. Das ist Ergebnis einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC.
Der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft (BNW) setzt sich für Unternehmen ein, die bereits ökologische und soziale Kosten einpreisen. Sie sollen nicht am Markt benachteiligt werden. Hinter dieser Forderung versammeln sich im BNW 700 Unternehmen mit gut 200.000 Arbeitnehmern. Einige Forderungen des BNW schafften es in den Ampel-Koalitionsvertrag von 2021.
In Bonn tagen seit Montag Diplomaten, um die Weltklimakonferenz COP29 vorzubereiten. Vor allem die internationale Klimafinanzierung ist dort ein heikles Thema: Es geht um künftige Geberländer, den Umfang und die Struktur des Vorhabens. Eine Sammlung an Formulierungsvorschlägen erlaubt allerdings erste Einblicke in Schnittmengen der verhandelnden Staaten.
Angesichts der Diskussionen um die Klima- und Biodiversitätskrise droht das Thema soziale Nachhaltigkeit manchmal, etwas unterzugehen. Nun haben sich Versicherungen nach eigenen Angaben auf den Weg gemacht, das ganze stärker in den Blick zu nehmen. Doch stoßen sie auf Hürden – und sind sich bei den Lösungen auch nicht ganz einig.
Mit dem digitalen Euro soll in der Eurozone ein neues Zahlungsmittel entstehen. Der zuständige Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz erklärt im Interview, warum die Cybersicherheit für den Erfolg des Projekts entscheidend sei, weshalb die Bundesbank ein tokenbasiertes System präferiert und welche Rolle der Umweltschutz spielt.
Beschwerden von Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen, dass Konzerne gegen die OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen verstoßen, sind üblich. Neu ist der Versuch, Anbieter nachhaltigkeitsorientierter Börsenindizes zur Verantwortung zu ziehen. Die in EU-Regulierungen einfließenden Vorgaben betreffen auch Finanzakteure.
Gleich drei Berichte hat das Netzwerk zur Ökologisierung des Finanzsystems (NGFS) vorgelegt, um Zentralbanken in Richtung Nachhaltigkeit zu bewegen. Sie sind voll mit Tipps und konkreten Beispielen, was bereits umgesetzt wurde. Leicht wird es dennoch nicht, Zentralbanken zu wandeln. Schließlich haben sie originär eine ganz andere Aufgabe.
Publikumsfonds, Fonds für institutionelle Investoren und Immobilienfonds sollen verstärkt in Solaranlagen und andere Anlagen für erneuerbare Energie investieren dürfen. Dafür will das Bundesfinanzministerium einige Beschränkungen abschaffen. Auch die Elektromobilität hat es dabei im Blick.
Finanzminister Christian Lindner (FDP) verlangt Einsparungen beim deutschen Beitrag für die internationale Klimafinanzierung. Sachverständige warnen vor diesem Schritt und befürchten unter anderem einen „gefährlichen Domino-Effekt“ bei den Klimaverhandlungen sowie den wachsenden Einfluss Chinas.
Verena Menne, neue Geschäftsführerin des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG), ist angetan von dem, was die Branche und die Europäische Union für ein nachhaltiges Finanzwesen erreicht haben, sieht aber bei der Regulierung Verbesserungsbedarf und rät zur Vorsicht. Im FNG herrsche seit dessen Neustart vom Februar ideenreiche Aufbruchsstimmung.
Welche Chancen und Risiken bringt die Digitalisierung den Versicherern? Welche innovativen Geschäftsmodelle ermöglicht sie? Die EU-Versicherungsaufsicht hat dies untersucht – und gibt in ihrem Bericht auch einen Ausblick auf die von ihr geplanten Vorschriften.
Vermögensverwalter warteten gespannt darauf, nun sind sie da: Die EU-Empfehlungen für Nachhaltigkeitsbegriffe in Fondsnamen. Einige der Vorgaben werde für viele Fonds schwierig zu erfüllen sein, warnt ein Experte.
Die Umsetzung der EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichtspflichten von Unternehmen, CSRD, in deutsches Recht droht sich zu verzögern. Im Bundestag besteht Diskussionsbedarf über die bisherige Fassung des Umsetzungsgesetzes. Eine Öffnung der Testiererlaubnis für die Berichte über den Kreis von Wirtschafts- und Bilanzprüfern hinaus erscheint möglich.
Die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie ist geschwächt, das Thema dominiert voraussichtlich die nächste EU-Legislaturperiode. Alexandre Affre, Vize-Generaldirektor des europäischen Wirtschaftsspitzenverbands Business Europe und Industrieexperte, fordert eine Entlastung der Unternehmen durch die Politik. Aber er ist gegen Subventionen für einzelne Branchen.
Kann das Geschäftsmodell von Zentralbanken zerstört werden? Das fragte Bundesbank-Präsident Joachim Nagel beim Innovations-Gipfel der BIZ. Und antwortete: „Ich bin mir nicht mehr so sicher.“ Beim digitalen Euro drückt er deshalb aufs Tempo. Andere Zentralbanken sind schon weiter.
Die EU-Berichtspflicht CSRD soll helfen, dass Unternehmen und Investoren ihre systemrelevanten Risiken aus Abhängigkeiten von der Natur und Auswirkungen auf die ökologische Vielfalt erkennen und senken. Eine Herausforderung ist die Wesentlichkeitsanalyse.
Laut einer Umfrage unter Praktikern planen auch viele Unternehmen außerhalb Europas, sich an die Vorgaben der EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung zu halten. Dennoch geben viele der Befragten an, dass es schwierig sei, die eigenen Berichterstattungsprozesse an die Vorschriften anzupassen.
Die IIGCC gehört zu den weltweit wichtigsten Investorengemeinschaften, die auf eine klimaneutrale und klimaresistente Zukunft hinarbeiten. Unter dem Schirm der IIGCC versammeln sich institutionelle Anleger mit einem verwalteten Vermögen von insgesamt mehr als 65 Billionen US-Dollar.
Mit einem Paket von drei Berichten legt das Nachhaltigkeits-Zentralbankennetzwerk NGFS ein Fundament, auf dem Finanzhäuser Transformationspläne aufstellen können. Banken und andere Institute werden demnach wohl bald dazu verpflichtet sein, Fahrpläne zum klimafreundlichen Wandel vorzulegen. Entsprechende Leitlinien dürften 2025 veröffentlicht werden.
Die sogenannte neue Videoidentverordnung hat es in sich: Nicht nur teilautomatisierte und automatisierte Verfahren sollen im Bankensektor erlaubt werden, sondern auch die Tür für ein elektronisches staatliches Identitätsverfahren weiter aufgestoßen werden.
Solarzellen, Windräder oder Wärmepumpen: Das EU-Parlament macht den Weg frei für eine stärkere Förderung klimaneutraler Technologien. Die sogenannte Netto-Null-Industrieverordnung (Net Zero Industry Act – NZIA) ist am Donnerstag in Straßburg beschlossen worden.
Die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder spricht davon, dass ihr Nachhaltigkeit in die Wiege gelegt sei. Doch kommt immer wieder Kritik auf am Nachhaltigkeitsansatz von Deutschlands größter Einrichtung der betrieblichen Altersversorgung im öffentlichen Dienst. Wo also steht die Versorgungsanstalt?
Das Europäische Parlament hat in seiner gestrigen letzten Plenarsitzung vor den Europawahlen im Juni große Regulierungspakete verabschiedet. Damit will es den europäischen grünen Deal sowie indirekt auch ein nachhaltigeres Finanzwesen stärker voranzubringen.
Solvency-II-Reform, Ökodesign, Bankenregulierung: Mit einem mehrtägigen Abstimmungsmarathon haben die Europa-Abgeordneten in Straßburg viele Nachhaltigkeits- und Finanzmarktregulierungen auf ihrer letzten Sitzung in der Legislaturperiode auf den Weg gebracht, nicht nur die CSDDD. Ein Überblick.
Die Rolle des Deutschen Rechnungslegungs Standards Committee in der Nachhaltigkeitsberichterstattung ist bei zivilgesellschaftlichen Organisationen auf Kritik gestoßen. Ein Rechtsgutachten unterfüttert diese nun.
Die kapitalkräftige Großinvestoren-Klimainitiative Net-Zero Asset Owner Alliance (NZAOA) hat einen neuen Zielrahmen für den nachhaltigen Umbau der Anlageportfolios bis zum Jahr 2030 vorgelegt. Erstmals werden darin auch Staatsanleihen in den Fokus gerückt. Bei der Vorstellung des Konzepts wurde jedoch auch geklagt über fehlende Investmentangebote.
Bei der laufenden Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank sind Klimatransformation und Nachhaltigkeitsziele zentrale Themen. Doch während Weltbank-Chef Ajay Banga sein Haus umbaut, um schneller zu Ergebnissen zu kommen, herrscht beim IWF Business-as-usual: Klimarisiken spielen kaum eine Rolle.
Ab Donnerstag bietet die KfW für Hersteller strategischer Transformationstechnologien wie Solarpaneele bis hin zu CCUS-Ausrüstungen zinsvergünstigte Kredite an. Derweil hofft das Bundeswirtschaftsministerium weiter auf einen Resilienz-Bonus durch die Umsetzung der EU-Vorgaben.
Von einem „wichtigen Schritt, um die EU in jeder Hinsicht fit für die digitale Wirtschaft zu machen“, war die Rede, als die EU ihre Pilotregelung für Finanzmarktinfrastrukturen beschloss, die auf der Distributed-Ledger-Technologie basieren. Mehr als zwei Jahre später gibt es nicht einen entsprechenden Anbieter. Die Aufsichtsbehörde Esma erklärt die Gründe.
Die Weltbank und der Internationale Währungsfonds kommen diese Woche zu ihrer großen Frühjahrstagung zusammen, parallel treffen sich die Finanzminister der G20. Sie wollen die Reform der globalen Finanzflüsse in Sinne des Klimaschutzes angehen. Versprechen dazu gibt es bereits viele, jetzt geht es an die Umsetzung, sagen Experten.
Kristina Jeromin und Michael Schmidt werden zum Ende des Monats das Green and Sustainable Finance Cluster verlassen. Dem vorausgegangen waren Diskussionen um eine strategische Neuausrichtung. Der Vorstand des Clusters muss nun schleunigst zwei neue Geschäftsführer finden – doch wird es auch im Vorstand selbst zu Veränderungen kommen.
EU-Offenlegungsverordnung, Taxonomie und deutsches Recht sind eher Verhinderer als Katalysatoren für Nachhaltigkeit am Kapitalmarkt und in Unternehmen, meint Ingo Speich, Leiter Nachhaltigkeit und Corporate Governance bei der Fondsgesellschaft Deka Investment. Er forderte im Interview die deutschen Gesetzgeber auf, hiesiges Recht an EU-Zielen auszurichten.
Internationale Geldtransfers sind für die beteiligten Finanzinstitute bislang mit großem Aufwand und Risiken verbunden. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) will das ändern – mithilfe einer Blockchain-ähnlichen Technologie.
Um Technologien zur CO2-Entnahme führt auf dem Weg zur Klimaneutralität kein Weg herum. Doch noch sind sie nicht rentabel. In Zukunft könnten sie aber in den europäischen Emissionshandel integriert werden – jede gespeicherte Tonne CO2 würde dann Gewinn bringen. Wie das gehen soll, haben Forscher des PIK nun erstmals skizziert.
Die bevorstehende Klimakonferenz soll unter anderem ein neues Globalziel für die Klimafinanzierung bringen. Vertreter aus Australien und Südafrika zeigen nun den Weg hin zu einem Kompromiss auf. Stellungnahmen von Staaten zeigen: Viele Fragen sind offen und das Thema der künftigen Geberländer ist ein heißes Eisen.
Eigentlich sollen Nachhaltigkeitsregulierungen die Transparenz fördern und so helfen, die Wirtschaft zu transformieren. Doch eine Studie der Frankfurt School zeigt: Um ihren zu berichtenden CO2-Ausstoß zu senken, verkaufen einige Unternehmen ihre Anteile schlicht. Emissionen würden so nur verlagert, kritisiert Co-Autor Frank Ecker im Interview.
Die deutsche Politik und Zivilgesellschaft im Blick hat die Berliner Nichtregierungsorganisation Germanwatch seit 1991. Als Vorreiter im Gebiet der Nachhaltigkeit wuchs die Denkfabrik schnell und hat heute über 100 Mitarbeiter – die Expertise ist im politischen Berlin insbesondere wegen der guten internationalen Vernetzung gefragt.
Zivilgesellschaftliche Organisationen hatten vor zwei Wochen kritisiert, dass der Ausschuss für Nachhaltigkeitsberichterstattung des Deutschen Rechnungslegungs Standards Committees nur ein Mitglied aus dem arbeits- und menschenrechtlichen Bereich hat. Nun geht es.
Die Preisrekorde diesen Monat haben das Bitcoin-Schürfen lukrativer gemacht – und dessen Treibhausgas-Emissionen in die Höhe getrieben. Die EZB warnt vor der Kryptowährung: „Der faire Wert von Bitcoin ist weiterhin null.“
Zunehmend mehr EU-Staaten wollen das wegweisende europäische Gesetz gegen die globale Entwaldung massiv entschärfen. Dabei ist die EU-Verordnung längst in Kraft getreten. Ein Vorstoß aus Wien findet offenbar dennoch bei einer großen Mehrheit der Agrarressortchefs in den Mitgliedstaaten Anklang. Eine Bestandsaufnahme mit Ausblick.
Ernst Rauch ist Chefklimatologe beim Rückversicherer Munich Re. Seit über 50 Jahren befasst er sich mit den Folgen des Klimawandels – und den Risiken, die extreme Wetterlagen mit sich bringen. Im Interview erklärt der Wissenschaftler, warum zerstörte Siedlungen möglicherweise woanders neu errichtet werden müssen.
Eine neue Studie des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung in Zusammenarbeit mit der Europäischen Zentralbank (EZB) hat den Klimawandel als Inflationstreiber ersten Ranges identifiziert. Das hat Folgen für Wirtschaft und das Finanzsystem.
Das Deutsche Rechnungslegungs Standards Committee vertritt die Bundesrepublik international bei der Erarbeitung von Vorschriften. Wegen dessen Unternehmensnähe fordern Nachhaltigkeitsorganisationen, dass künftig auch andere Interessengruppen eingebunden werden.
Kann künstliche Intelligenz die Kursentwicklung von Aktien vorhersehen? Wird sie Finanzprofis am Arbeitsplatz ersetzen? Diese sind in einer Umfrage geteilter Meinung.
Giftige Chemikalien und Plastik, Dürren und sinkendes Grundwasser: Weltweit sind Böden, Flüsse, Ozeane und Trinkwasser gefährdet – und mehrere UN-Nachhaltigkeitsziele. Investoren und Umweltorganisationen fordern Gewässerschutz und Strategien für eine bessere Widerstandskraft von Gesellschaft und Wirtschaft.
Die Erderwärmung lasse sich nicht mehr auf 1,5 Grad begrenzen und die Bundesregierung habe den Generationenvertrag teilweise aufgekündigt: Bei der Jahrestagung des Deutschen Vereins für Versicherungswissenschaft wurden die großen Themen diskutiert – aber auch Details der Regulierungen.
Algorithmische Verschlüsselungen ermöglichen heutzutage sichere Finanztransaktionen. Doch mit dieser Sicherheit ist es vorbei, sobald Quantencomputer leistungsstark genug werden, um diese zu knacken. Deshalb rüstet sich die Finanzbranche gegen die potenzielle Gefahr und bereitet den Übergang zu quantensicherer Verschlüsselung vor.
Nach Jahren politischer Forderungen, einem gemeinsamen Standpunkt der Ministerpräsidenten der Länder und vielen Debatten in Bundes- und Länderparlamenten kommt man beim Thema Naturgefahrenpflichtversicherung für Wohngebäude immer noch kaum voran. Das ist zumindest der Eindruck, den jetzt eine Anhörung im Rechtsausschuss des Bundestags hinterlassen hat.
Die Frankfurt School feiert den Start ihres Zentrums für europäische Transformation. Bei den Diskussionsrunden auf der Eröffnungskonferenz wurde deutlich, dass so manch einer den Wandel zwar befürwortet, sich mit Regulierungen aber schwer tut.
Die belgische EU-Ratspräsidentschaft kämpft für Sorgfaltspflichten in Lieferketten. Durch Zugeständnisse hat sie viele Mitgliedsstaaten dafür gewinnen können. Nur die FDP – und damit Deutschland – blockiert gleiche Wettbewerbsbedingungen in Europa. Ob Italien der Richtlinie CSDDD zur nötigen qualifizierten Mehrheit verhilft, war bis Redaktionsschluss offen.
Wirtschaft und Finanzwelt hängen erheblich von Leistungen verschiedenster Ökosysteme ab, doch die Zusammenhänge sind vielfach noch unklar. Jetzt haben sich Forschende aus Deutschland und den Niederlanden daran gemacht, herauszufinden, wie stark der internationale Handel finanziell von der Natur abhängig ist.
Die 3,8-Millionen-Einwohner-Metropole Berlin soll bis 2035 klimaresilient gemacht werden, um Bevölkerung und Wirtschaft vor Extremwetterlagen wie Starkregen, Hochwasser, Hitze und Dürren zu schützen. Dies ist das Ziel der Initiative Volksentscheid Baum. Um das zu erreichen, hat sie einen Entwurf für ein „Bäume-Plus-Gesetz“ am Montag vorstellt.
Dieses Jahr müssen Tausende Unternehmen ihr Risikomanagement und andere Prozesse so ausrichten, dass ihre Lieferketten nicht die Menschenrechte verletzen oder die Umwelt schädigen. Andernfalls drohen Geldbußen – oder es ziehen sich Geldgeber zurück. Das deutsche Recht gilt international als Blaupause.
Die Christdemokraten stellen sich programmatisch neu auf. Nicht nur in Deutschland, sondern europaweit. Der „Green Deal“ von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ist out. Rüstung, ein härterer Kurs gegen unerwünschte Einwanderung sowie Entbürokratisierung für die Wirtschaft sind hingegen in. Das wird Auswirkungen haben, auch auf den Finanzsektor.
Wegen des Widerstands der FDP hat Deutschland die europäische Lieferkettenrichtlinie zu Sorgfaltspflichten blockiert. Doch ein Blick in die Vergangenheit zeigt: Deutschland ist in der EU auch bei anderen Vorhaben immer mehr der Bremser – und das liegt häufig an den Liberalen.
Das Netzwerk Women in Sustainable Finance fördert gezielt Frauen in der Finanzbranche und verknüpft weltweit Menschen im Nachhaltigkeitsbereich miteinander. Denn ohne Frauen in Führungspositionen und Entscheidungsgremien fehlt ihre Expertise, um die Wirtschaft zu nachhaltiger zu gestalten.
Aus Sorge um die Finanzstabilität und die Verbraucher will die EU den Wildwuchs mit Kryptowerten eindämmen. Dafür hat sie eine Verordnung erlassen – diese gilt aber nur für Kryptos, die keine Finanzinstrumente sind. Und welche sind das? Die Aufsichtsbehörde Esma will das Gestrüpp lichten, während der Bundestag an der Umsetzung in deutsches Recht arbeitet.
Die Abstimmung über die umstrittene EU-Lieferketten-Richtlinie CSDDD wurde bereits mehrere Male im Europäischen Rat verschoben. Nun wird die Zeit knapp, um die Vorschriften noch vor den Europawahlen Anfang Juni zu verabschieden. Die belgische Ratspräsidentschaft hofft trotzdem noch auf einen Durchbruch.
Das weltweite Bündnis aus Zentralbanken und Finanzaufsichten NGFS soll stärker die Bedürfnisse des globalen Südens beachten, sagte die Vorsitzende und Bundesbankvorständin Sabine Mauderer zu Tagesspiegel Background. Dazu gehört insbesondere, die Anpassung an die Erderhitzung zu finanzieren. Mauderer kündigte Leitlinien für Transformationspläne von Banken an.
CDP veröffentlicht Umweltdaten zu etwa 20.000 Unternehmen. Für die Firmen soll es einfacher werden, den Fragebogen auszufüllen, verspricht die neue CDP-Chefin Sherry Madera im Interview von Tagesspiegel Background. Und das Ausfüllen soll ihnen dabei helfen, die Berichtsanforderungen der EU und des ISSB zu nachzukommen.
Industrieunternehmen wollen zunehmend Versicherungsschutz gegen Cyberangriffe kaufen. Die Bafin warnt Versicherer davor, die Policen zu billig anzubieten: Die Schadenaufwendungen sind hoch.
Mit ganz schön viel Tamtam starteten im vergangenen Jahr 14 vom Bildungsministerium geförderte Forschungsprojekte zu den Fragen, wie der Finanzmarkt stärker zur Finanzierung des Klimaschutzes beitragen und die Politik dies unterstützen kann. Nun stellen die Forschenden Zwischenergebnisse vor. Es bleibt aber noch viel zu tun.
Jedes Jahr muss Mikko Ollikainen mit begrenzten Mitteln Vorkehrungen gegen Klimafolgen in Entwicklungsländern finanzieren – er ist Chef des UN-Anpassungsfonds. Im Interview hofft der Manager auf Gelder aus dem internationalen Emissionshandel. Dafür bräuchte es aber noch eine Einigung auf der kommenden Klimakonferenz.