Die Kliniken rufen nach mehr Geld, die Niedergelassenen klagen über fehlendes Honorar. Beim heute beginnenden Hausärztetag soll der Druck auf die Politik erhöht werden. Die FDP drängt auf die Entbudgetierung im Hausarztbereich, die Grünen zeigen sich offen für Krankenhaushilfen.
Über eine vehementere Wirtschaftspolitik mit schnelleren Genehmigungen, wie von CDU-Politikern gefordert, würde sich die Pharmahersteller freuen. Von einer Überarbeitung der EU-Kommunalabwasserrichtlinie allerdings halten ihre Vertreter wenig. Dabei wird Umweltverträglichkeit wird für die Branche ein immer größeres Thema.
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat für Überbrückungshilfen protestiert. Unterstützung gibt es dafür von der Union, die heute einen Antrag für ein Vorschaltgesetz zur Krankenhausreform zur Abstimmung stellt. Ebenfalls auf der Tagesordnung: die erste Lesung zum Krankenhaustransparenzgesetz, das Bayern über eine Bundesratsinitiative stoppen will.
Erneut sind der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) und Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller an einer Fusion gescheitert – in einer geheimen Abstimmung war die Zustimmung unter den BPI-Delegierten ungenügend. Vieles war vorab konsentiert worden. Nun bemüht sich die Branche, den Schaden zu begrenzen.
Nur 15 Prozent der Deutschen gehen verlässlich zu Vorsorgeuntersuchungen, jede:r Vierte lässt sich dort überhaupt nicht blicken. Das ist das beunruhigende Ergebnis einer europaweiten Umfrage der Arzneiherstellers Stada. In den Nachbarländern ist es teilweise noch schlimmer. Und in der Wirtschaftskrise sparen die Menschen auch überall an Gesundheitsausgaben.
Die deutsche Pharmaindustrie sucht den Anschluss an die Weltspitze. Während das Bundesgesundheitsministerium aktuell federführend an einer Strategie arbeitet, fordert die FDP einen Neustart des Pharmadialogs im Kanzleramt.
Mit neuen Impfstoffen könnten erstmals alle Säuglinge vor RSV geschützt werden. Doch obwohl es eine EU-Zulassung gibt, kommen die Präparate für einen flächendeckenden Einsatz hierzulande zu spät. Expert:innen sprechen zwar von vielversprechenden Angeboten, wollen aber trotzdem das Fazit der Stiko abwarten.
Ob Dauerverordnung von Beruhigungsmitteln oder unzureichende Flüssigkeitszufuhr: Beim Blick auf Versorgungsmängel in den Pflegeheimen gibt es große Unterschiede je nach Region. Zu diesem Befund kommen Auswertungen für den aktuellen AOK-Pflegereport, die erstmals auch systematisch die Schnittstellen von Pflege und Gesundheitsversorgung beleuchten.
Karl Fagerström erfand vor knapp 50 Jahren den immer noch gängigen Fagerström-Test für Nikotinabhängigkeit. Heute setzt sich der schwedische Psychologe für sichere Nikotinprodukte ein. Warum er die Neugier junger Menschen als Hindernis für drogenfreie Gesellschaften sieht und warum diese vielleicht gar nicht wünschenswert sind, erzählt er im Interview.
Die Vorschläge des Gesundheitsausschusses an das Plenum sind bei einem nicht zustimmungspflichtigen Gesetz meist irrelevant. Beim noch nie dagewesenen Versuch, Cannabis für die Bevölkerung zugänglich zu machen, ohne auf illegale Quellen zurückzugreifen, ist aber selbst dieses Dokument spannend – denn es weist auf künftige Hindernisse bei der Umsetzung hin.
Bundesgesundheitsminister Lauterbach will heute für Auffrischungsimpfungen gegen Covid-19 werben und holt sich selbst öffentlichkeitswirksam eine Spritze ab. Verimpft wird in dieser Saison vor allem das Vakzin von Biontech/Pfizer – obwohl Moderna gerade auch eine Zulassung ihres angepassten Impfstoffs erhalten hat.
In einigen europäischen Ländern dürfen Spenderorgane auch nach Herz-Kreislauf-Stillstand transplantiert werden, in Deutschland dagegen ist der Hirntod die Voraussetzung für Organspenden, alles andere ist verboten. Aber gäbe es nicht gute Gründe, mit diesem Tabu zu brechen? Das fragen Mediziner von DTG und DIVI – zum Unmut des BMG.
Mit einer erhöhten Produktion, mehr Befugnissen für Apotheken und Solidaritätsappellen an Eltern will der Gesundheitsminister Engpässe bei Kinderarzneien vermeiden. Auf die nahende Infektsaison sei Deutschland besser vorbereitet als im vorigen Herbst, sagte Lauterbach nach einem Spitzengespräch mit Verbänden gestern. Die Opposition zollte harsche Kritik.
In den vergangenen Monaten lag der Fokus auf der Rolle der Patientenberatung und -verbände, die oft zum Recht auf Behandlung beraten. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit will nun die Aufmerksamkeit auf Patientenrechte lenken.
Das BMG hat die Ersteinschätzungs-Richtlinie des G-BA beanstandet. Das findet die Deutsche Krankenhausgesellschaft richtig, weil dieses Verfahren nur in Kombination mit einer umfassenden Notfallreform und auch der Reform des Rettungsdienstes Sinn mache. Der G-BA will jetzt die rechtlichen Einwände prüfen – inklusive einer Klageerhebung.
Offene Rücken, Herzfehler, deformierte Därme: Das einstige Hormonpräparat Duogynon von Schering steht im Verdacht, embryonale Fehlbildungen verursacht zu haben. Seit Jahren kämpfen Geschädigte um Anerkennung ihres Leids und Entschädigung. Nun stellt sich der Gesundheitsminister ihren Fragen nach der moralischen und politischen Verantwortung des Staats.
Das Kabinett hat das Krankenhaustransparenzgesetz verabschiedet und der Gesundheitsminister hofft nun, dass sich die Länderseite mit der Situation abfinden wird, um am gemeinsamen Großprojekt, der Krankenhausstrukturreform, wie bisher weiterzuarbeiten. Neben viel Kritik am Gesetzesvorhaben folgten auch ein paar neue Vorschläge als Rückmeldung.
Die Gematik braucht eine neue Führung. Bislang konnten offenbar selbst Headhunter keine geeigneten Kandidaten finden. Wie es nun weitergeht, erklärt die Leiterin der BMG-Abteilung „Digitalisierung und Innovation“ Susanne Ozegowski in einem Schreiben an die Gematik-Gesellschafter.
Der Bundesgesundheitsminister hofft weiter darauf, die Versorgungsforschung im Bereich Long Covid mit 100 Millionen Euro ausstatten zu können. Bis Ende des Jahres soll zudem eine Zulassungsliste für den Off-Label-Use von Therapien für Betroffene beschlossen sein. Das sind die zentralen Ergebnisse eines gestrigen Runden Tisches im Ministerium.
Zwar müssen auch Schwangere regelmäßig auf deutschen Intensivstationen behandelt werden. Wie viele es sind oder welche Ursache dies hat, ist allerdings unbekannt. Abhilfe schafft seit Kurzem das DIVI-Schwangerenregister.
Eine Preisregulierung von Arzneimitteln galt in den USA lange als undenkbar, mittlerweile sind die ersten Schritte getan. In Deutschland wird nun ganz genau beobachtet, was in den USA geschieht, doch über mögliche Auswirkungen für den hiesigen Markt möchten die wenigsten Akteure spekulieren.
Eine generative Künstliche Intelligenz lauscht dem Arzt-Patienten-Gespräch und erstellt automatisch Notizen. Peter Durlach schwärmt von dem Konzept des Kopiloten. Im Interview spricht der Vice Executive President und CSO bei Nuance über seine Erwartungen an den AI Act in Europa und warum Nuance-Produkte in den USA nicht durch die FDA reguliert werden.
Laut einer Umfrage im Auftrag von Tagesspiegel Background sind vor allem über 65-Jährige an der an die Omikron-Sublinie XBB.1.5 angepassten Impfung interessiert – bei den Jüngeren will die Mehrheit dagegen verzichten.
Es ist ein Fall, der zeigt, wie die Beantragung einer Reha für Patienten zur Schnitzeljagd werden kann. Denn während Sabine Degebrodt von einer vollständigen und fristgerechten Antragsstellung ausging, sagte die Reha-Klinik den Aufenthalt kurzfristig ab. Zurück bleiben eine frustrierte Patientin und viele offene Fragen am System.
2,5 Milliarden Euro müssen die gesetzlichen Krankenkassen dieses Jahr aus ihren Rücklagen an den Gesundheitsfonds abführen. Und obwohl es ihnen trotzdem teilweise gelang, neue Reserven zu bilden, ist keine Entspannung in Sicht.
Der nationale Hitzeschutzplan soll effektiv Tote verhindern. Doch in der Praxis bleibt dem Bund nicht viel mehr als Plakatkampagnen, Handreichungen und Empfehlungen, wie die Antworten auf eine Kleine Anfrage der CDU/CSU-Fraktion zeigen. Immerhin ein Musterhitzeschutzplan für Krankenhäuser ist in der Entstehung, zudem gibt es Plakate und Infomaterial.
Ein Mitglied der Regierungskommission befürchtet, die überfällige Krankenhausreform könnte verwässern und nicht mit ausreichend Druck umgesetzt werden. Noch könne sie aber gelingen. Ein Ärzteverband warnt derweil, die Strukturreform könne fehlende Plätze bei der Facharztweiterbildung zur Folge haben und schlägt Weiterbildungsverbünde vor.
Für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz braucht es Leitlinien – über die Frage, wie viele Vorschriften es braucht, diskutierten Abgeordnete, Ethiker und Industrievertreter. Aufgeworfen wurden dabei Fragen nach der Selbstregulierung, Vergütung für die Datengenerierung und der Risikobewertung.
Mit der Krankenhausstrukturreform sollen Fehlanreize, die das bisherige DRG-Finanzierungssystem setzt, beseitigt werden. Doch droht durch eine starke Vorhaltefinanzierung, wie sie aktuell in Planung ist, eine Unterversorgung? Eine Analyse im Auftrag der PKV kommt zu dem Ergebnis, dass diese Gefahr durchaus besteht.
Der Rettungsdienst in Deutschland soll reformiert werden und damit an vorderster Stelle die Leitstellen-Organisation und die Vergütung. Bei der Vorstellung der neuen Empfehlungen der Krankenhauskommission drängte sich aber auch ein altes Streitthema auf: Sollte und müsste die Notfallreform nicht Bestandteil der Krankenhausreform werden?
Bei der Auftaktdebatte zum stark geschrumpften Etat des BMG zeigen sich die Ampel-Haushälter betont geschlossen. Doch die geplante Streichung eines Zuschusses zum Vorsorgefonds dürfte noch für Streit in der Koalition sorgen. Eine Einigung zur GKV-Konsolidierung gibt es indes immer noch nicht, wie das BMG auf eine Kleine Anfrage hin mitteilt.
Während für die EU der Druck steigt, die EHDS-Verordnung noch vor der Europawahl im kommenden Jahr zu verabschieden, sieht die Bundesregierung sich durch das GDNG bestens für die Anforderungen aufgestellt. Auf europäischer Ebene drängen Fragen zu Dateninhabern, Datennutzung und der Harmonisierung von Verordnungen.
Abgelehnte Einladungen und generell recht unterschiedliche Meinungen: Die CDU/CSU-Fraktion findet, die Initiative der Bundesregierung zum Abtreibungsparagrafen sei „zu rügen“. In einem internen Schreiben legt die Fraktion ihre Meinung dar und gründet ihr eigenes Bioethik-Forum.
Trotz steigender Infektionen blicken Mediziner gelassen auf die Corona-Lage. Die größte Herausforderung seien derzeit nicht neue Untervarianten des Virus, sondern der Fachkräftemangel in der Pflege. Ein Viertel der Intensivbetten könne nicht betrieben werden. Kämen im Herbst andere Patienten mit schweren Virusinfektionen dazu, drohten Versorgungsengpässe.
Damit exzellente Forschungsergebnisse von Universitäten bei den Menschen ankommen, braucht es auch Ausgründungen. Die Initiative Unipreneurs hat 20 Professor:innen, die dies fördern, in Berlin ausgezeichnet. Die zwei Preisträger aus der Medizin haben selbst gegründet und beschäftigen sich seit Jahren mit Gentherapien.
Der Zustand der digitalen Gesundheit in Europa und Zentralasien – die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte sich eines großen Themas angenommen für ihr zweites Digital Health Symposium. Woran es noch mangelt und wie die WHO Vertrauen aufbauen und best practices zugänglich machen will, zeigt ein gestern vorgestellter Bericht.
Um in Krisensituationen adäquat reagieren zu können, plant die Europäische Kommission, ein 51-köpfiges ehrenamtliches Beratungsgremium einzusetzen. Demnächst soll der Beschluss vorgelegt werden, wenig später können sich Interessenten als Experten bewerben.
Die Erkältungssaison beginnt und die Apotheken stehen vor altbekannten Problemen – nicht alle nachgefragten Medikamente sind verfügbar. Während die Vorbereitungsmaßnahmen der Politik aktuell kaum greifen und das BfArM noch an seinem Frühwarnsystem arbeitet, wirbt ein Start-up mit einem Lösungsvorschlag, der auf eine bessere Verteilung abzielt.
Am Donnerstag will die Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung ihre Vorschläge für eine „Reform der Notfall- und Akutversorgung in Deutschland: Rettungsdienst und Finanzierung“ vorlegen. Die Erwartungen sind genauso groß wie die Befürchtungen.
Künstliche Intelligenz ist ein Werkzeug in der Medizin, sagt Ethikratsvorsitzende Alena Buyx und wehrt sich gegen den Eindruck, dass ChatGPT hier einen Platz habe. Bei der Frage nach einer ethischen Bewertung von KI könne eine zentrale Begutachtungsstelle hilfreich sein.
Um die wohnortnahe Versorgung flächendeckend zu sichern, könnten den niedergelassenen Medizinern sogenannte Physician Assistants zur Seite gestellt werden. Im KV-Bereich Westfalen-Lippe läuft dazu seit April ein zweijähriges Modellprojekt. Die ersten Erfahrungen sind vielversprechend.
Die geplante Erhöhung der Mindestlöhne in der Pflege um bis zu 14 Prozent wird für ein neues Finanzloch in Milliardenhöhe in der Pflegeversicherung sorgen. Das zeigen aktuelle Berechnungen der DAK. Dies dürfte den Koalitionsstreit um weitere Sozialreformen anfachen, nachdem die FDP gerade erst ein Ende der Sozialpolitik für diese Legislatur gefordert hat.
Die Telematikinfrastruktur ist auf dem Weg zur TI 2.0 – im Mittelpunkt steht dabei das Konzept der Zero-Trust-Architektur. Ein Konsortium aus Industrie und Forschung setzt dieses um und hat nun Details zur Vorbereitung vorgestellt.
Das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung erwartet für 2023 stagnierende oder gar rückläufige Einnahmen für die Praxen. Gleichzeitig könnten die Personal- und Betriebskosten in den Praxen sprunghaft steigen. Der KBV-Chef spricht von fehlender Wertschätzung, die den niedergelassenen Ärzt:innen entgegengebracht werde.
Für die Blutspende gelten nun neue Richtlinien. Es gibt keine Altersgrenze mehr nach oben. Und die als Diskriminierung empfundenen Sonderregelungen für Homosexuelle werden abgeschafft. Allerdings bleibt eine Rückstellung von Spendewilligen bei bestimmtem Sexualverhalten in den vier Monaten zuvor. Die Aidshilfe reagiert darauf mit heftiger Kritik.
Es ist erst ein paar Tage her, dass Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach ein eigenes Medizinforschungsgesetz angekündigt hat. Damit will er offenbar auch Teile einer Pharmastrategie umsetzen, die sich aktuell in der Ausarbeitung befindet.
Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin wird heute ihre Forderung nach einer flächendeckenden Einführung von zwei Schulstunden Wiederbelebung für jedes Kind spätestens ab der siebten Klasse erneuern. Die Kultusministerkonferenz verteidigt die Freiheiten der Länder. Diese werden auch von anderer Stelle in Schutz genommen.
Das Justizministerium legt seine Eckpunkte für ein Bürokratieentlastungsgesetz vor, das BMG bleibt dabei außen vor – offenbar, weil das Haus nicht wie gefordert Vorschläge gemacht hat, obwohl Dutzende von den Verbänden vorgeschlagen wurden. Ampel-Politiker fordern Lauterbach auf, nachzuarbeiten.
Als Vertreterin Ostdeutschlands verhandelt Mecklenburg-Vorpommerns Ressortchefin mit dem Bund gerade einen ersten Entwurf für die geplante Krankenhausstrukturreform. Im Interview spricht Stefanie Drese (SPD) über den Stand der Diskussion und fordert ein Augenmerk auf den Bürokratieabbau. Kritisch sei weiterhin der Streit um Finanzhilfen.
Heute werden im Kabinett die Digitalgesetze aus dem Ressort von Bundesgesundheitsminister Lauterbach beraten. Rückenwind bekommt er dabei auch von der Datenstrategie, die heute ebenfalls in Meseberg beschlossen werden soll. Zivilgesellschaft und Opposition ziehen hingegen eine negative Bilanz.
Auf eine substantielle Lohnanhebung in der Altenpflege zum Ausgleich der gestiegenen Kosten hat sich die fünfte Pflegekommission geeinigt. Lauterbach und Heil feiern das Ergebnis als Erfolg, Pflegerat und Verdi plädieren aber für noch bessere Lösungen.
Mit angestellten Ärzten und Physician Assistants will Lillian Care die hausärztliche Versorgung in der Fläche stärken – hinter dem Unternehmen steht der langjährige Digitalexperte des KV-Systems, Berater ist der ehemalige Hausärzte-Chef. Zum Jahreswechsel gehen in Rheinland-Pfalz die ersten Praxen an den Start, das Interesse angehender Mediziner ist groß.
Neben den beiden bekannten Digitalgesetzen und dem Gematikvorhaben soll nun auch ein „Medizinforschungsgesetz“ auf den Weg gebracht werden. Darin sollen Hürden für die Forschung abgebaut werden. Zudem gibt es Anpassungen bei den Gesetzen, die am Mittwoch ins Kabinett gehen.
Mehr Transparenz, Effizienz sowie bessere internationale Anschluss- und Wettbewerbsfähigkeit: Das werden der Bundesverband Medizintechnologie und der Verband der Diagnostika-Industrie heute in einem Whitepaper zur EU-Medizinprodukte- und In-vitro-Diagnostika-Verordnung fordern. Spätestens nach der Europawahl 2024 sei es Zeit für grundlegende Änderungen.
Bettenpauschale, Maskendebakel, massenhaft Corona-Tests und Pflegerettungsschirm – die Zahl der haushaltspolitischen Gräuel ist aus der Perspektive des Bundesrechnungshofs Legion. Neben diesen Ausgaben kritisieren die Ausgabenwächter aber auch ganz aktuelle Posten – unter anderem zehn Millionen, die ins Jahr 2024 fallen.
Dass sich die SPD in der Ampel-Regierung für die Bürgerversicherung verkämpft hätte, kann niemand behaupten. Doch bei der heute beginnenden Fraktionsklausur wird die alte Idee neu beschworen. Möglicherweise hat das damit zu tun, dass die SPD-Abgeordneten gerade etwas auf Distanz zu ihrem FDP-freundlichen Kanzler gehen. Folgen dürfte es erst mal keine haben.
Sie ist im Pandemietrubel fast untergegangen: Die stationsäquivalente Versorgung ermöglicht psychiatrischen Kliniken, multiprofessionelle Teams einzurichten und auf Hausbesuch zu schicken. Teilnehmende Kliniken berichten von großen Erfolgen – und Kämpfen mit dem MD.
Plötzlich geht es ganz schnell: Nur zwei Wochen, nachdem sich die Verhandlungsstarre zwischen Bundesgesundheitsministerium und Kassen durch einen umstrittenen Deal löste, liegt schon der erste Entwurf für eine Stiftungssatzung vor. Die sieht einen Stiftungsrat vor, der durchaus für Spannung bei Haushaltsentscheidung sorgen könnte.
Eine große Mehrheit der Bürger hat genug vom Teilkaskoprinzip und beständig steigenden Eigenanteilen in der Pflege. 81 Prozent wünschen sich laut aktueller Umfrage eine Pflegevollversicherung – darunter sogar drei von vier FDP-Anhängern. Gleichzeitig zeigt sich, dass gerade Jüngere die Kostenbelastung durch stationäre Pflege stark unterschätzen.
Immer mehr Menschen sind von rheumatischen Erkrankungen betroffen. Im Vorfeld des Deutschen Rheumatologiekongresses fordern Experten eine bessere Diagnose durch Hausärzte, schnellere Überweisungen zum Facharzt und die Einbindung von Fachassistenten. Besonders viel Nachholbedarf gebe es bei Patientinnen, die eine Diagnose meist später erhalten als Männer.
Im sächsischen Weißwasser ist die Hälfte aller Hausarztstellen nicht besetzt. Grund für eine ungewöhnliche Aktion: Über die Profis des örtlichen Eishockey-Clubs „Lausitzer Füchse“ will man nun versuchen, mehr Mediziner in die Kreisstadt zu locken. Und die bereits praktizierenden versprechen, so lange „durchzuhalten, bis der Nachwuchs kommt“.
Die Gefahr von Cyberangriffen nimmt für Krankenhäuser zu; auch Mitarbeiter werden immer häufiger zum Sicherheitsrisiko. Während Aufklärungskampagnen, die richtigen Zugangsberechtigungen und zusätzliche Authentifizierungsmaßnahmen Abhilfe schaffen, bleiben Angriffe von Innen schwer beherrschbar.
Seit drei Wochen kämpft der US-Klinikbetreiber Prospect Medical Holdings mit den Auswirkungen einer Ransomware-Attacke. Notaufnahmen, Krankenhäuser und Praxen in fünf Bundesstaaten mussten teilweise zurück zum Papier. Dabei zeigt der Vorfall wieder einmal die Verletzlichkeit Kritischer Infrastrukturen.
Seit Anfang dieses Jahres gibt es verschärfte Regeln bei der Preisfindung für Arzneimittel: Wichtige Medikamente könnten damit vom Markt verschwinden, warnen Infektions- und HIV-Mediziner in einem Brief, der heute an Minister Lauterbach geht. Sie fordern Nachbesserungen bei der Gesetzgebung zur GKV-Finanzstabilisierung.
Ein internationales Konsortium will eine bessere Früherkennung von Prostatakrebs mittels MRT-Screenings entwickelt haben. Dabei sollen auch schwere Krebsfälle entdeckt worden sein, die per PSA-Test nicht diagnostiziert worden wären. Als Nächstes soll die Technik verbreitet und mit speziellen Fahrzeugen regelrecht auf die Straße gebracht werden.
Nach dem Bedrängen von Krankengeld-Beziehern sind gesetzliche Krankenkassen erneut durch unerbetene Anrufe auffällig geworden. Die Aufsichtsbehörde beanstandete elf Kassen wegen Irreführung von Versicherten in Widerspruchs-Angelegenheiten. Für Patientenberater ein weiterer Beleg dafür, dass die GKV weniger Einfluss auf die neue UPD-Stiftung erhalten sollte.