In der Verwaltung scheitert der Einsatz von KI oft am Privatsphärendilemma. Neue dezentrale, datenschutzfreundliche Technologien wie maskiertes föderiertes Lernen könnten das ändern, erklären Martin Schallbruch und Michael Huth.
Der „Supergau“ bei den Corona-Hilfen zeigt deutlich, wie dringend es in Deutschland digitale Identitäten in Unternehmen braucht. Auch das kürzlich angelaufene Unternehmenskonto weist hier noch deutliche Lücken auf, schreibt Steffen Schwalm von Msg. Dabei gibt es jetzt schon Lösungen, die den Weg für die Identifikation von Nutzer:innen und Unternehmen gegenüber der Verwaltung ebnen.
In der Apple-Wallet sollen zukünftig auch hoheitliche Dokumente liegen. Einem Unternehmen diese Aufgabe zu überlassen, ist gefährlich, schreibt Stephan Klein, Geschäftsführer der Governikus GmbH: Sichere digitale Identitäten sollte der Staat bieten.
Die Coronapandemie hat die Innenstädte leergefegt, das Einkaufen hat sich ins Netz verlegt. Doch es gibt noch eine Chance für den stationären Handel, schreiben Ole Behrens-Carlsson und Hendrik Lume von der Nortal AG. Mit digitalen Plattformen könnten die Innenstädte wiederbelebt werden.
Deutsche Ermittler brauchen Möglichkeiten, Kriminelle auch im Cyberraum zu verfolgen. Doch in welchem Maß das Aufbrechen von verschlüsselter Kommunikation zielführend ist und welche Risiken dadurch entstehen, darüber muss mehr gestritten werden, fordert Norbert Pohlmann.
Mit einem Klick zum Kauf. Die Onlinewelt ist bequem – zumindest, wenn man Geld ausgeben möchte. Andersherum machen die Plattformen es den Nutzer:innen gern schwer, etwa beim Preisvergleich. Doch die europäischen Regulierungspläne sind noch zu zaghaft, meinen Monika Schnitzer und Paul Heidhues. Es braucht zusätzliche Verbraucherschutzregeln für Onlinemärkte.
Die explosionsartige Zunahme der Nachfrage nach Sozialdienstleistungen hat systemische Schwachstellen offengelegt. Worauf es nun in der öffentlichen Verwaltung ankommt, schreibt Rainer Binder von Accenture.
Regulierung ist kein Hemmschuh, wenn sie passgenau ist. Genau darin liegen die Chancen des vor kurzem vorgelegten Regulierungsvorschlags der EU-Kommission zur Künstlichen Intelligenz, glaubt der UKE-Forscher und Arzt Rüdiger Schmitz. Damit ein Ökosystem für nachhaltige KI-Innovationen in der Medizin entstehen kann, sollte man auf die Expertise der Fachgesellschaften bauen.
Wollen wir wirklich in einer Gesellschaft leben, in der wir jederzeit damit rechnen müssen, von einer KI im Hintergrund überwacht zu werden? Staatsekretär Christian Kastrop fordert ein international verbindliches Regelwerk und die Beteiligung der Zivilgesellschaft. Der Europarat entscheidet heute über die ersten Schritte für eine völkerrechtlich bindende KI-Konvention.
Mit der Urheberrechtsreform könnte dem Bund ein guter Kompromiss zwischen Urhebern, Uploadern und Plattformen gelungen sein, sagt Niels Lutzhöft von der Kanzlei Bird & Bird. Grund dafür sind wechselseitige Checks and Balances, die alle Beteiligten in einen konstruktiven Dialog zwingen.
Die Verhandlungen über verbindliche europäische Klimaschutzziele in der Schifffahrt müssen vorangehen, fordern die Grünen-Politikerinnen Jutta Paulus und Claudia Müller im Standpunkt. Das EU-Parlament hat bereits Vorschläge wie den Einbezug der Schifffahrt in den Emissionshandel gemacht. Jetzt liege es an den EU-Mitgliedstaaten, diese umzusetzen.
Mit der Corona-Warn-App kann man sich jetzt auch in einem Restaurant einchecken. Das ist kein echter technischer Fortschritt, meint Henning Tillmann von D64 in seinem Standpunkt, sondern nur die Übertragung eines manuellen Prozesses in die digitale Welt.
Die Bundesregierung plant, die Nutzung der Daten im öffentlichen Sektor neu zu regeln. Doch der Gesetzentwurf führe zu Rechtsunsicherheit, schreibt Oliver Rottmann vom Kompetenzzentrums Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge (KOWID) an der Uni Leipzig. Zu viel bleibe der Rechtsprechung überlassen.
Die Vermittlung digitaler Kompetenzen ist eine wichtige Voraussetzung für ein autonomes und selbstbestimmtes Leben in der digitalen Gesellschaft. Um unrealistische Erwartungen an jeden Einzelnen zu vermeiden, müssen digitale Kompetenzen durch digitale Innovationen ergänzt werden, meint der Soziologe und CAIS-Direktor Michael Baurmann. Sie können Orientierung, Handeln und Entscheiden in der digitalen Welt unterstützen.
Das Start-up Vialytics hat ein System entwickelt, mit dem Verwaltungen Straßenschäden automatisiert erkennen können. Dazu müssen Mitarbeitende einfach nur ihr Smartphone hinter die Autoscheibe klemmen.
Wer soll bestimmen, was auf digitalen Plattformen gesagt werden kann? Es besteht ein Bedarf nach Grenzen, die weder der Staat noch ein profitorientiertes Unternehmen zieht. Wie Institutionen hierfür gestaltet werden können, wo die Gefahren liegen und welche Rolle dem Facebook Oversight Board dabei zukommt, schreiben Martin Fertmann und Matthias Kettemann im Standpunkt.
Die EU strebt eine europäische Kapitalmarktunion an. Ein Schritt dahin ist die ECSP-Verordnung, die europaweites Crowdfunding ermöglicht. Das eröffnet Unternehmen und Kleinanleger:innen nie dagewesene Möglichkeiten. Doch die angestrebte Harmonisierung gerät ins Stocken, einzelnen Mitgliedsstaaten drohen Wettbewerbsnachteile. Jamal El Mallouki fordert deshalb schnellere Lösungen von Politik und Aufsichtsbehörden.
Unser Leben, unser Alltag ist digitaler geworden in der Pandemie, diese Entwicklung lässt sich nicht umkehren – und das ist auch gut so, findet Franziska Giffey. Denn digitale Technologien können den Zusammenhalt und unsere Handlungsfähigkeit stärken. Welchen Rahmen die Politik für diese Entwicklung geben sollte, schreibt die Bundesfamilienministerin im Standpunkt.
Kreative werden derzeit gezielt in Alarmstimmung versetzt, um mühsam erreichte Kompromisse zum Grundrechteschutz im Urheberrecht doch noch zu kippen, glaubt John Weitzmann von Wikimedia Deutschland. Dass den über 1000 Künstlerinnen und Künstlern die Grundrechte ihrer Fans wirklich egal sind, glaubt er nicht. Das Manöver eines Verbandsmanagers, auf den letzten Metern Druck auf das Parlament zu machen, sei hoffentlich auch für den Bundestag durchschaubar.
Das Tagesgeschäft reibungslos erledigen und immer auf der Höhe der Zeit bleiben? Mit dieser Herausforderung tut sich die Verwaltung oft schwer. Da externe Beratung ebenfalls zur Sackgasse werden kann, plädieren die Verwaltungsinnovator:innen des Next-Netzwerks für eine stärkere interne Beratung. Worauf es dabei ankommen soll, beschreibt der interne Berater Christian Fischbach.
Beim Neustart der europäisch-amerikanischen Beziehungen sollte die Forschungszusammenarbeit mitgedacht werden. Der neue Kooperationswille der Biden-Administration und der Start des EU-Forschungsprogramms Horizon Europe sollten Grund genug sein, die beiderseitigen Berührungsängste zu überwinden und digitale Souveränität auch auf Ebene der Technologieforschung umzusetzen, schreiben Oliver Ziegler und Gereon Meyer vom Institut für Innovation und Technik (iit).
Der Gesetzentwurf zur Umsetzung der EU-Urheberrechtsdebatte entwertet geistiges Eigentum – ein Schritt, den sich Deutschland im globalen Wettbewerbsumfeld nicht leisten sollte, meint Heiko Kretschmer vom SPD-Wirtschaftsforum. Der Verband „an der Seite der Sozialdemokratie“ fordert die Politik zu einem Umdenken auf , die ökonomische Perspektive müsse genauso berücksichtigt werden wie die NutzerInnensicht.
Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass es ein zentrales Digital-Ressort braucht, um die großen Linien der digitalen Agenda im Blick zu behalten, schreibt Oliver Süme, Vorstandsvorsitzender des Digitalverbands Eco. Die Weichen dazu sollten noch in dieser Legislaturperiode gestellt werden, damit nach der Wahl zügig die Arbeit aufgenommen werden kann.
Warum die Regulierung von Arbeit in der Plattformökonomie zu Recht auf der politischen Agenda steht, schreibt Johanna Wenckebach, wissenschaftliche Direktorin des Hugo Sinzheimer Instituts für Arbeitsrecht der Hans-Böckler-Stiftung, im Standpunkt.
Zur Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs von Kindern sollen auch verschlüsselte Nachrichten durchleuchtet werden können. Was gut gemeint ist, könnte fatale Folgen haben: Europäische Tech-Unternehmen warnen daher vor einem sinkendem Datenschutzniveau in der EU.
Mikrochips sind Herz und Hirn der Digitalisierung. Peter Kürz, der die Entwicklung der nächsten EUV-Generation bei Zeiss leitet, schreibt im Standpunkt, warum es auf dem Weg zu technologischer Souveränität gilt, weitsichtig zu agieren.
Deutschland sollte sich bei der Vergabe von Mobilfunkfrequenzen alle Optionen offenhalten – so wie es andere EU-Länder machen, fordert Telefónica-Vorstand Peter Löscher. Denn am Ende zähle nur eines: Dass möglichst viel in die Qualität der Netze investiert wird.
Die Diskussion um ein neues Digitalministerium läuft auf Hochtouren. Aber bringen ein neues Ressort und neue Zuständigkeiten auch schnellere Ergebnisse? Nur wenn das neue Ressort bestimmte Kriterien erfüllt, schreibt Christoph Baron von IBM. Dabei kommt es vor allem auf Geschwindigkeit an.
Trotz einiger spannender Neuerungen ist das neue Jugendschutzgesetz nicht der erhoffte große Wurf, schreibt Stephan Dreyer vom Leibniz-Institut für Medienforschung, Hans-Bredow-Institut (HBI) in Hamburg. Er glaubt, dass es nicht ausreichen wird, beim jetzigen Stand innezuhalten.
Europa hinkt bei digitalen Innovationen international hinterher. Im Bereich modulare Chiparchitektur gibt es aber einen mehrjährigen Entwicklungsvorsprung. Doch der muss jetzt richtig vorangebracht werde, schreibt Harald Zapp von der Next Big Thing AG.
Die europäischen Grundwerte stehen auf wackeligen Füßen: Deswegen braucht es jetzt eine Bildungsinitiative, die in allen EU-Ländern politische Teilhabe und demokratische Kompetenzen vermittelt. Über eine digitale Plattform könnten Bildungsangebote in allen Mitgliedsstaaten weitergenutzt werden, schreibt Susanne Zels von Values Unite.
Die Europäische Union steht an der Schwelle zu einer neuen Ära der Digitalpolitik. Damit geht die Zeit wohlklingender Deklarationen zu Ende und die Phase der praktischen Umsetzung beginnt. Jetzt braucht es einen eigenen europäischen Weg, schreibt Julian Nida-Rümelin, Direktor am Bayerischen Forschungsinstitut für Digitale Transformation.
Die digitale Transformation verändert die Art, wie wir leben. An diesen Wandel müssen sich Staat und Parteien anpassen, um Dienstleistungen effektiv anzubieten und um die emanzipatorische Kraft der Digitalisierung für alle Bürgerinnen und Bürger zu fördern. Nach einem Jahr Corona-Pandemie zeigt sich wie unter einem Brennglas, dass Deutschland sich keine weiteren vier Jahre digitalpolitischen Stillstands erlauben kann.
Eine UN-Arbeitsgruppe hat einen rechtlichen Rahmen für die Regulierung von Cyber Security in der Automobilindustrie geschaffen. Bis 2024 müssen die Autobauer die entsprechenden Verordnungen umsetzen, schreiben Thiemo Brandt, Manager beim Beratungshaus Q_Perior, und sein Kollege und Senior Consultant Théo Tamisier. In ihrem Gastbeitrag erklären die Berater, wie Unternehmen die neuen Anforderungen umsetzen können.
An Förderungsprogrammen und Wettbewerben für die komunale Digitalisierung mangelt es nicht in Deutschland, doch zu viele gute Ansätze bleiben dabei auf der Strecke. Nicht prämierte Projekte landen im Aktenschrank, obwohl sie möglicherweise nur einen kleinen Schubs bis zur Antragsreife bräuchten, kritisiert der vielfache Juror Franz-Reinhard Habbel. Es liege im Ermessen der Bundesministerien, das zu ändern.
Mit einer gemeinsamen Kennzeichnung wollen das Bundesumweltministerium (BMU) und das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) den Energieverbrauch und den digitalen Verbraucherschutz von Apps zusammenbringen. Die beiden Staatssektretäre Jochen Flasbarth und Christian Kastrop stellen das Projekt vor.
Statt sich bei der KI-Politik auf wirtschaftliche Verwertungslogiken zu konzentrieren, sollten wir die Technologie so regulieren, dass sie den gesellschaftlichen Wandel hin zu einer gerechteren und sozialeren Gesellschaft verstärkt. Neben Besteuerung und Entzerrung der Monopole braucht es dazu eine Kehrtwende der Förderpolitik, sagt Jessica Tatti.
Bei Patenten fürs Internet der Dinge braucht es mehr Transparenz, meint der frühere Chef-Volkswirt des Europäischen Patentamtes. In seinem Gastbeitrag setzt sich Nikolaus Thumm für ein europäisches Prüfsystem für „Standard Essentielle Patente“ ein.
Seit einem Jahr treffen sich Forscher:innen zum fachübergreifenden Austausch über den Einsatz Künstlicher Intelligenz und ihrer Auswirkungen auf die Arbeitswelt. Doris Aschenbrenner und Aljoscha Burchardt geben einen Einblick in den Prozess und den Stand der Ergebnisse.
Das Start-up Convaise will Kommunen und den öffentlichen Sektor von klassischen Antragsformularen wegbringen und bietet einen digitalen Assistenten für Bürgerservices, der auf das Smartphone und andere mobile Endgeräte optimiert ist.
Weltweit beteiligen immer mehr Städte ihre Bevölkerung bei der Lösung drängender Probleme. Denn sie sind es, die die örtlichen Probleme am besten kennen, sagt Beth Simone Noveck, Direktorin des Governance Lab in Brooklyn. Partizipation alleine reiche allerdings nicht, Bürgerbeteiligungsprozesse müssen richtig aufgesetzt werden, damit sie funktionieren.
Desinformation und digitaler Hass gefährden im Superwahljahr auch in Deutschland die Demokratie. Die Bundesregierung muss von Tech-Unternehmen Gegenmaßnahmen einfordern, schreibt Felix Kartte.
Die Regulierung des „alten“ Kupfernetzes lässt sich nicht eins zu eins auf die Gigiabit-Netze übertragen, ist Ernst-Ferdinand Wilmsmann überzeugt. Doch neben den regulatorischen Rahmenbedingungen muss die Branche Verhaltensmuster überdenken. Das ändert dann auch die Rolle der Bundesnetzagentur.
Im Regierungshandeln braucht es einen strategischen Einsatz von Offenheit, glaubt Dorothee Bär. Und die Digitalisierung ist für die Ideale von Open Government ein zentraler Schlüssel. In der Open Government Partnership spornen Staaten sich gegenseitig an, besser zu werden und echte Beteiligungsmöglichkeiten zu schaffen. Jetzt sind Sie gefragt, schreibt die Digital-Staatsministerin im Standpunkt.
Künstliche Intelligenz kann eine Schlüsseltechnologie im Kampf gegen den Klimawandel sein – oder ihn weiter vorantreiben. Eine verantwortungsvolle KI-Anwendung sei deswegen nötig, schreibt Lucas Spreiter vom KI Bundesverband. In seinem Standpunkt nennt er sieben Schritte für einen nachhaltigen und klimaschützenden KI-Einsatz.
Ob es um den Aufbau von Cyberresilienz oder eine verbesserte Reaktionsfähigkeit auf Cyberangriffe geht: Unter dem neuen US-Präsidenten Joe Biden wird sich in der Cybersicherheitspolitik vieles ändern. Matthias Schulze von der Stiftung Wissenschaft und Politik und Robert Morgus von der US Cyberspace Solarium Commission wagen einen Ausblick.
Deutschland will die Mitarbeiterbeteiligung bei Start-ups stärken. Doch der aktuelle Gesetzentwurf hätte kaum einen praktischen Effekt. Wo Olaf Scholz daher noch nachbessern sollte, schreibt Fabian Wesemann, Mitgründer von Wefox.
In unsicheren Zeiten wird oft der Ruf nach mehr Überwachung und Sicherheit laut – doch das kann schnell problematisch werden, schreibt Francesca Schmidt. Denn die Maßnahmen dafür treffen zwar alle, doch besonders schwer jene, die sowieso einen marginalisierten Status in der Gesellschaft haben.
Mit weniger Datenschutz hätten wir die Krise längst gemeistert – so zumindest könnte ein Teil der Debatte um Mittel und Wege der Pandemiebekämpfung zugespitzt werden. Doch nicht der Datenschutz ist Hemmschuh, sondern die Art und Weise, wie wir darüber streiten. Was sich ändern muss.
Wer – wie Springer-Chef Döpfner – nur die Digitalkonzerne daran hindern will, personalisierte Werbung zu schalten, verkennt die Dynamiken auf dem Werbemarkt. Der Wandel muss auch von den Werbenden selbst ausgehen, die mit ihren Budgets entscheiden, wohin das Geld fließt. Ein Aufruf für gemeinsame Lösungen.
Heute verabschiedet das Bundeskabinett den Entwurf für die deutsche Umsetzung der EU-Urheberrechtsreform. Statt eine moderne Lösung zu schaffen, hat sich die Bundesregierung dem Lobby-Druck der Presseverlage gebeugt, kritisiert Felix Reda.
Die heute dominanten sozialen Netzwerke sind nicht für guten öffentlichen Diskurs gemacht, sondern verkaufen in der Regel Werbung. Doch es geht anders, das zeigen aktuelle Beispiele wie der boomende Messenger-Dienst Signal. Dessen Gemeinnützigkeit kann ein Vorbild sein, finden Julia Kloiber und Elisa Lindinger.
Mit der Datenstrategie will die Bundesregierung auch die Erforschung von Verfahren zur Anonymisierung und Pseudonymisierung fördern. Richtig, meint Christin Schäfer in ihrem Standpunkt. Diese Techniken seien von höchster Bedeutung – nur verdienten sie einen anderen Oberbegriff.
Der Data Governance Act hat seine Schlagkraft verloren und wird die Macht der Tech-Konzerne weiter festigen, schreiben Jaron Lanier und Glen Weyl. Dabei hätte das Gesetz ein echtes zivilgesellschaftliches Gegengewicht zu Tech-Unternehmen aufbauen können: Die Daten-Genossenschaften.
Start-ups entwickelten viele digitale Lösungen im Kampf gegen die Coronakrise. Der öffentliche Sektor nutze diese allerdings viel zu wenig, kritisiert Sina Beckstein von der heute startenden Initiative „Wir für Digitalisierung“. Die Initiator:innen fordern unter anderem umfassendere Schnittstellen der Gesundheitsämter und dass auf bereits vorhandene Lösungen gesetzt wird, statt die Corona-Warn-App weiterzuentwickeln.
Wir brauchen einen neuen Pakt gegen Desinformation, fordert Vĕra Jourová, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für Werte und Transparenz. Dabei gehe es nicht nur um gesetzliche Regeln für Plattformen, sondern auch um berufsethische Standards, um digitale Bildung und eine Stärkung der traditionellen Medien. In einer banalen demokratischen Realität müsse die Leidenschaft wieder geweckt werden.
Wikipedia wird 20 Jahre alt und kann auf eine weltweite Erfolgskarriere zurückschauen. Was Deutschland aus diesem Erfolg für den Zukunftsmarkt der Künstlichen Intelligenz lernen kann, erklärt Pavel Richter in seinem Standpunkt.
Der Dachverband der Fluggesellschaften hat mit dem „IATA Travel Pass“ ein Konzept zur Dokumentation von Impfstatus und Gesundheitszustand vorgelegt. Dieses sei aber zu umständlich, meint Sascha Bayer, Manager bei der IT-Beratung Q_PERIOR. Er schlägt einen digitalen Impfnachweis vor, der auf QR-Codes setzt und keine Daten speichert.
Das Verhältnis zwischen Plattformen und ihren Nutzerinnen und Nutzern ist aus dem Gleichgewicht. Doch statt über Inhalteentscheidungen wie Sperrungen von Accounts oder das Löschen von Posts zu diskutieren, brauchen wir jetzt vor allem progressive Designvorgaben, die User wieder in den Mittelpunkt rücken, ist der Netzwerkforscher Philipp Lorenz-Spreen überzeugt.
Mit dem KHZG sollen Krankenhäuser bei der Verbesserung ihrer IT-Sicherheit unterstützt werden. Doch ausgerechnet die KRITIS-relevanten Großkliniken werden von der Förderung nicht erfasst, schreibt Thorsten Schütz vom Bundesverband der Krankenhaus-IT-Leiterinnen/Leiter. Er sieht dringenden Handlungsbedarf.
Die SPD hat die Entscheidung zur Anschaffung bewaffneter Drohnen entgegen innerparteilicher Proteste vertagt und fordert eine breitere öffentliche Debatte. Der KI-Forscher Jakob Foerster will sich einbringen: Im Standpunkt warnt er vor der Entwicklung autonomer Waffensysteme und fordert, dass sich Deutschland für die internationale Abrüstung von Kampfdrohnen einsetzt.
Was bleibt von der Covid-19-Pandemie? Vor allem die Erkenntnis, wie wertlos Prognosen sind, schreibt der Zukunftswissenschaftler Christian Schoon im Standpunkt. Wir sollten stattdessen lernen, Zukunft selbst zu gestalten. Und am besten fangen wir mit der Digitalisierung an: Sie sollte in der postpandemischen Zeit zum Motor für soziale Innovationen werden.
Şebnem Andresen und Mirine Choi waren Fellows im Work4Germany-Programm. Ihre Erfahrungen mit der deutschen Verwaltung haben sie im heutigen Standpunkt zusammengefasst. Herausgekommen ist ein Plädoyer für ein neues, ein agiles Ministerium in der kommenden Legislaturperiode.
Europa hat hat im Digitalen keinen nennenswerten Einfluss auf aktuelle Entwicklungen und ist damit nur noch Zuschauer mit einer größtenteils passiven Rolle, glaubt Münchens CDO Thomas Bönig. Dieser strategischen Fehlentwicklung muss man deutlicher entgegensteuern, als dies bisher geschieht, erklärt er im Standpunkt.
Heute hätte die GWB-Novelle im Parlament verabschiedet werden sollen. Doch während in Brüssel mit den Vorschlägen für einen Digital Markets Act bereits Pläne für eine europäische Regulierung vorgestellt wurden, gibt es in Berlin Verzögerungen. Warum das deutsche Wettbewerbsrecht den DMA trotzdem prägen kann, schreibt Hansjörg Durz im Standpunkt.
Am 16. Dezember will die Bundesregierung den Entwurf eines „IT-Sicherheitsgesetzes 2.0“ im Kabinett beschließen. Er entwickelt die Instrumente des IT-Sicherheitsrechts sinnvoll weiter – doch in zentralen Fragen der IT-Sicherheit springt er zu kurz, schreibt Martin Schallbruch.