Bei der Evaluierung der Forschungsförderung gibt es große Defizite und Vorbehalte. Doch bessere Ergebnisse gibt es nur, wenn wir Innovation messen, Erfolge belohnen und auch Scheinerfolge nicht weiter fördern, schreiben Rafael Laguna und Thomas Ramge.
Je mehr die Digitalisierung voranschreitet, desto größer wird die Nachfrage nach Rechenzentren. Doch die gelten nicht gerade als nachhaltig. Die Branche bemüht sich zwar um mehr Klimafreundlichkeit, schreibt Jens-Peter Feidner von Equinix. Doch für eine langfristige Green-IT braucht es mehr Zusammenarbeit mit Politik und städtischen Entscheidern.
Das Schulsystem steht im kommenden Jahrzehnt vor grundlegenden Strukturreformen. Digitalisierung spielt dabei eine wichtige Rolle: Jugendliche und Lehrkräfte müssen digital hochkompetent sein, schreibt Dieter Dohmen, Direktor des FiBS-Forschungsinstituts. Allerdings braucht es neue Finanzierungsmöglichkeiten, um die Veränderungen voranzubringen.
In Deutschland braucht es dringend Weiterbildung und Neuqualifizierung bei digitale Fähigkeiten, sagt der Abschlussbericht der Enquete-Kommission „Berufliche Bildung in der Digitalen Arbeitswelt“. Jetzt muss diese Erkenntnis auch in der Praxis umgesetzt werden, schreibt Christopher Jahns, Geschäftsführer der XU Group.
Zu langsam, zu schwerfällig, zu unflexibel? Um die Herausforderungen der Digitalisierung zu bewältigen, suchen viele Unternehmen ihr Heil in der Umstrukturierung ihrer Organisation. Doch bevor wir also das nächste große Change-Projekt in Angriff nehmen, sollten wir uns intensiv mit dem Kommunikationsverhalten der handelnden Personen beschäftigten, schreibt Urs M. Krämer von Sopra Steria.
Faxgeräte in Gesundheitsämtern, Schulen ohne E-Mail-Adressen, Millionen für verkorkste Apps – die Pandemie hat schonungslos offengelegt, dass ein „Weiter so“ in der Digitalpolitik unsere Zukunft gefährdet. Nicht Sicherheitsinteressen und die Einnahmen der Tech-Konzerne müssen im Mittelpunkt stehen, sondern das Gemeinwohl, schreibt Matthias Spielkamp von Algorithm Watch.
Von der elektronischen Akte bis zu elektronischen Workflows: Nicht die Aufgaben müssten im Zuge einer Staatsreform neu sortiert werden, es müsste dafür gesorgt werden, dass Prozesse digital funktionieren, schreibt der Hamburger Haushaltsdirektor Arne Schneider vom neu gegründeten Arbeitskreis Staatsreform.
In der Krise ist Deutschlands Antwort in Europa: digitale Abschottung. Statt Projekten wie Gaia-X sollte Deutschland mehr Cyber Valley wagen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Sonst schießt sich die Exportnation digital ins Abseits, glaubt der Politikwissenschaftler J. P. Singh.
Die SPRIND hat zwar großes Potenzial, doch das nutzt sie im Moment kaum – denn schwierige Voraussetzungen verhindern, dass die Agentur wirklich unternehmerisch tätig werden kann. Doch mit der Umsetzung einiger Maßnahmen könnte die SPRIND bald für echte Innovationsförderung in Deutschland sorgen, schreibt Verena Pausder.
Der BGH drängt Facebook bei der Löschung von Inhalten zu einem Paradigmenwechsel, weg von den eigenen Nutzungsbedingungen. Das verlangt dem Unternehmen schwierige Abwägungen ab. Der Gesetzgeber könnte dem sozialen Netzwerk unter die Arme greifen, in dem er Raum schafft für Muster-AGBs – analysiert der Rechtswissenschaftler Rolf Schwartmann.
Mit der Digitalisierung hat es in vielen deutschen Städten noch nicht so geklappt, mit Klimaschutz noch weniger. Dabei muss sich beides nicht mal im Weg stehen, nur endlich angegangen werden, schreibt Alicia Sophia Hinon von der Klimaliste Berlin.
Bevölkerungswarnung muss möglichst viele Menschen zuverlässig erreichen, überall und zu jeder Zeit - auch unter extremen Bedingungen. Warn-Apps allein können das nicht leisten. Fällt das öffentliche Mobilfunknetz aus, sind sie wirkungslos. Gleiches gilt für Cell Broadcasting, schreibt Dietmar Gollnick von der internationalen Critical Messaging Association.
Seit Jahren schon nutzt auch die Polizei soziale Netzwerke. Und dabei greift sie häufig in die Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger ein, wenn sie zum Beispiel Falschmeldungen oder Fotos aus ihrer täglichen Arbeit teilt. Die IT-Sicherheitsrechtlerin Sophie Tschorr schildert das Problem – und eine mögliche Lösung.
Wirtschaftminister Peter Altmaier hat Taiwan in einem Brief um eine prioritäre Belieferung mit Halbleiterchips gebeten. Auf diese Weise funktioniere Zusammenarbeit nicht, sagt Angelo Krüger in seinem Standpunkt. Deutschland solle eine ehrliche Kooperation mit Taiwan eingehen und notfalls auch das Echo aus China ertragen.
NFTs sind ein aktueller Tech-Hype. Die Versteigerungen von Kunstwerken, Fotos oder Tweets für hohe Summen hat NFTs in diesem Jahr mehrmals in die Schlagzeilen gebracht. Doch NFTs sind auch für weitere Anwendungsfelder denkbar – und könnten zu einer eigenen Anlageklasse werden. Dann bräuchte es neue Regulierungen, schreibt Anwalt und Finanzexperte Alexander Wellerdt von der Kanzlei Hengeler Mueller. Europa könnte mit einem transparenten Rechtsrahmen sogar zum Vorreiter werden.
Die KI-Forschung ist in Deutschland gut aufgestellt. Doch zu selten entstehen aus dem Wissen neue Produkte oder Dienstleistungen. Was fehlt, sind der Austausch und die Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, schreibt Carl-Helmut Coulon von der Plattform Lernende Systeme.
Die Deutsche Bahn teilt Echtzeitdaten mit Google und bewirbt dies als „Riesenschritt in Richtung Mobilitätswende“. Für Franziska Heine von Wikimedia Deutschland kommt die Bahn zehn Jahre zu spät. Statt Kooperation mit Big Tech brauche es endlich offene Schnittstellen für Daten.
Deutschland ist in der EU das Top-Ziel für russische Desinformationskampagnen. Um demokratische Debatten zu schützen, muss die Bundesrepublik entschlossen gegen Wahlbeeinflussung vorgehen, schreibt Anneli Ahonen, Senior Fellow am Institute for Strategic Dialogue.
Weggespülte Straßen und Brücken, großflächige Umleitungen und Geschwindigkeitsbeschränkungen: In den schwer getroffenen Hochwassergebieten ist es nicht einfach den Überblick über die Verkehrslage zu behalten. Das müsste nicht so sein, schreibt der Informatiker und Smart-City-Experte Lutz Heuser. Deutschland müsse aus der Krise lernen und voll auf urbane Datenplattformen setzen.
Am Wochenende tritt das deutsche Umsetzungsgesetz zur EU-Urheberrechtsreform in Kraft und damit auch die neuen Vorgaben für Online-Plattformen, mit welchen Mitteln und unter welchen Bedingungen sie automatisch nach Urheberechtsverletzungen suchen dürfen. Was das für Plattformen und Nutzer:innen bedeutet, schreibt der Urheberrechtsexperte Felix Reda.
Während die Menschen in Deutschland gerade ihre Sommerferien genießen, ziehen mit der Delta-Variante bereits erste dunkle Schleierwolken am Horizont auf. Cisco Deutschland-Chef Uwe Peter ist besorgt, dass aktuell wieder wichtige Zeit vergeudet wird. Oder schlimmer noch, dass nach der Krise versucht wird, weiterzumachen wie zuvor. Er fordert eine beschleunigte Digitaloffensive in Deutschland.
Bei der Frage nach einem Digitalministerium im Bund kommt es auf auf die konkrete Ausgestaltung an. Welche Kompetenzen braucht ein solches Ministerium? Wie kann garantiert werden, dass die Strukturen angemessen sind, um die Digitalisierung politisch zu gestalten? Der Verwaltungswissenschaftler Hermann Hill hat konkrete Vorstellungen, wie die künftige Bundesregierung den Aufbau eines solchen Ministeriums angehen sollte.
Die Idee der sozialen Marktwirtschaft müsse ins Zeitalter der Digitalisierung gehoben werden, fordern Ellen Ueberschär und Philipp Sälhoff vom Wirtschaftskreis Digitale Ordnungspolitik der Heinrich-Böll-Stiftung. Der Staat soll zum Digitalvorreiter werden, massiv in Infrastruktur investieren und das Gemeinwohl in den Vordergrund stellen. Eine langfristige Vision zu entwickeln, werde zur Nagelprobe für die nächste Bundesregierung.
Deutschland verfolgt bei seinen Katastrophenwarnsystemen einen App-basierten Ansatz. Das allein wird jedoch nicht reichen, um die Vorgaben der neuen EECC-Richtline zu erfüllen, schreibt Rachele Gianfranchi vom Warnsystemhersteller Everbridge. Cell Broadcasting per SMS könnte diese Lücke füllen.
Staaten wie China setzen Automatisierung und Algorithmen schon vielfach ein, um unter der Bevölkerung für Recht und Ordnung zu sorgen. In westlichen Demokratien würde das aus vielerlei Gründen nicht funktionieren – und die Demokratie gefährden. Doch die wird auch gefährdet, wenn der Staat KI aus purer Angst nicht einsetzt, schreibt Digitalberater Mads Pankow.
Die Roaring Twenties der Technikregulierung brechen an: Denn die Europäische Union reagiert mit ihrer Regulierung nicht mehr auf Entwicklungen, sondern legt proaktiv Richtlinien vor, schreiben Amélie Heldt vom Leibniz-Institut für Medienforschung und Moritz Hennemann von der Universität Passau. Damit könnte sie weltweit Standards setzen.
Die schlechte Nachricht ist: Autonome Fahrsysteme werden den Mobilitätssektor frühestens in den 2030er Jahren flächendeckend durchdrungen haben. Die gute: Das gibt Fahrzeugherstellern, ÖPNV-Anbietern, ihren Beschäftigten und der Politik viel Zeit, jetzt die richtigen Weichen für den Wandel zu stellen. Welche das sein sollten, schreibt Zukunftsforscher Robert Peters.
Die digitale Souveränität in Europa ist gerade im Hinblick auf KI-Super-Modelle aus den USA und China in Gefahr. Zu ihrer Erhaltung soll die Initiative Large European AI Models (LEAM) des KI Bundesverbandes beitragen, die im Rahmen des European AI Forums startet. Wie die Initiative das erreichen will, berichtet Jörg Bienert.
Mit KI können Unternehmen neue Geschäftsmodelle entwickeln. Bislang sind viele Mittelständler aber noch zurückhaltend: Oftmals fehlen gut aufbereitete Daten, Fachkräfte und Investitionsspielraum. Wie mittelständische Betriebe die Potenziale von KI nutzen, schreibt Ralf Klinkenberg von der Plattform Lernende Systeme.
Trotz hoher Investitionen in Data Analytics rufen nur wenige Unternehmen das Potenzial von Daten für sich und ihre Kunden voll ab. Häufig fehlt eine ausgereifte Datenstrategie, wie eine aktuelle Studie von PwC zeigt. Ulrich Störk, Sprecher der Geschäftsführung, und Michael Bruns, Analytics-Experte, bei PwC Deutschland erklären, welche Faktoren eine gute Datenstrategie ausmachen.
Das Start-up Omobi will digitale Sammeltaxis für den ländlichen Raum etablieren – als Alternative zu leeren Linienbussen. Einen ersten großen Auftrag gibt es im bayerischen Murnau am Staffelsee.
Europas Städte werden nur dann zu klimaneutralen Smart Cities, wenn sie auf Bottom-up-Initiativen setzen, schreiben die drei Mitglieder des Mission Boards der Europäischen Kommission für die Städte Mission, Maria Vassilakou, Barbara Lenz und Martin Russ. Klimaneutralität werde zum Synonym für das Management von Innovations-Ökosystemen.
In der Verwaltung scheitert der Einsatz von KI oft am Privatsphärendilemma. Neue dezentrale, datenschutzfreundliche Technologien wie maskiertes föderiertes Lernen könnten das ändern, erklären Martin Schallbruch und Michael Huth.
Der „Supergau“ bei den Corona-Hilfen zeigt deutlich, wie dringend es in Deutschland digitale Identitäten in Unternehmen braucht. Auch das kürzlich angelaufene Unternehmenskonto weist hier noch deutliche Lücken auf, schreibt Steffen Schwalm von Msg. Dabei gibt es jetzt schon Lösungen, die den Weg für die Identifikation von Nutzer:innen und Unternehmen gegenüber der Verwaltung ebnen.
In der Apple-Wallet sollen zukünftig auch hoheitliche Dokumente liegen. Einem Unternehmen diese Aufgabe zu überlassen, ist gefährlich, schreibt Stephan Klein, Geschäftsführer der Governikus GmbH: Sichere digitale Identitäten sollte der Staat bieten.
Die Coronapandemie hat die Innenstädte leergefegt, das Einkaufen hat sich ins Netz verlegt. Doch es gibt noch eine Chance für den stationären Handel, schreiben Ole Behrens-Carlsson und Hendrik Lume von der Nortal AG. Mit digitalen Plattformen könnten die Innenstädte wiederbelebt werden.
Deutsche Ermittler brauchen Möglichkeiten, Kriminelle auch im Cyberraum zu verfolgen. Doch in welchem Maß das Aufbrechen von verschlüsselter Kommunikation zielführend ist und welche Risiken dadurch entstehen, darüber muss mehr gestritten werden, fordert Norbert Pohlmann.
Mit einem Klick zum Kauf. Die Onlinewelt ist bequem – zumindest, wenn man Geld ausgeben möchte. Andersherum machen die Plattformen es den Nutzer:innen gern schwer, etwa beim Preisvergleich. Doch die europäischen Regulierungspläne sind noch zu zaghaft, meinen Monika Schnitzer und Paul Heidhues. Es braucht zusätzliche Verbraucherschutzregeln für Onlinemärkte.
Die explosionsartige Zunahme der Nachfrage nach Sozialdienstleistungen hat systemische Schwachstellen offengelegt. Worauf es nun in der öffentlichen Verwaltung ankommt, schreibt Rainer Binder von Accenture.
Regulierung ist kein Hemmschuh, wenn sie passgenau ist. Genau darin liegen die Chancen des vor kurzem vorgelegten Regulierungsvorschlags der EU-Kommission zur Künstlichen Intelligenz, glaubt der UKE-Forscher und Arzt Rüdiger Schmitz. Damit ein Ökosystem für nachhaltige KI-Innovationen in der Medizin entstehen kann, sollte man auf die Expertise der Fachgesellschaften bauen.
Wollen wir wirklich in einer Gesellschaft leben, in der wir jederzeit damit rechnen müssen, von einer KI im Hintergrund überwacht zu werden? Staatsekretär Christian Kastrop fordert ein international verbindliches Regelwerk und die Beteiligung der Zivilgesellschaft. Der Europarat entscheidet heute über die ersten Schritte für eine völkerrechtlich bindende KI-Konvention.
Mit der Urheberrechtsreform könnte dem Bund ein guter Kompromiss zwischen Urhebern, Uploadern und Plattformen gelungen sein, sagt Niels Lutzhöft von der Kanzlei Bird & Bird. Grund dafür sind wechselseitige Checks and Balances, die alle Beteiligten in einen konstruktiven Dialog zwingen.
Die Verhandlungen über verbindliche europäische Klimaschutzziele in der Schifffahrt müssen vorangehen, fordern die Grünen-Politikerinnen Jutta Paulus und Claudia Müller im Standpunkt. Das EU-Parlament hat bereits Vorschläge wie den Einbezug der Schifffahrt in den Emissionshandel gemacht. Jetzt liege es an den EU-Mitgliedstaaten, diese umzusetzen.
Mit der Corona-Warn-App kann man sich jetzt auch in einem Restaurant einchecken. Das ist kein echter technischer Fortschritt, meint Henning Tillmann von D64 in seinem Standpunkt, sondern nur die Übertragung eines manuellen Prozesses in die digitale Welt.
Die Bundesregierung plant, die Nutzung der Daten im öffentlichen Sektor neu zu regeln. Doch der Gesetzentwurf führe zu Rechtsunsicherheit, schreibt Oliver Rottmann vom Kompetenzzentrums Öffentliche Wirtschaft, Infrastruktur und Daseinsvorsorge (KOWID) an der Uni Leipzig. Zu viel bleibe der Rechtsprechung überlassen.
Die Vermittlung digitaler Kompetenzen ist eine wichtige Voraussetzung für ein autonomes und selbstbestimmtes Leben in der digitalen Gesellschaft. Um unrealistische Erwartungen an jeden Einzelnen zu vermeiden, müssen digitale Kompetenzen durch digitale Innovationen ergänzt werden, meint der Soziologe und CAIS-Direktor Michael Baurmann. Sie können Orientierung, Handeln und Entscheiden in der digitalen Welt unterstützen.
Das Start-up Vialytics hat ein System entwickelt, mit dem Verwaltungen Straßenschäden automatisiert erkennen können. Dazu müssen Mitarbeitende einfach nur ihr Smartphone hinter die Autoscheibe klemmen.
Wer soll bestimmen, was auf digitalen Plattformen gesagt werden kann? Es besteht ein Bedarf nach Grenzen, die weder der Staat noch ein profitorientiertes Unternehmen zieht. Wie Institutionen hierfür gestaltet werden können, wo die Gefahren liegen und welche Rolle dem Facebook Oversight Board dabei zukommt, schreiben Martin Fertmann und Matthias Kettemann im Standpunkt.
Die EU strebt eine europäische Kapitalmarktunion an. Ein Schritt dahin ist die ECSP-Verordnung, die europaweites Crowdfunding ermöglicht. Das eröffnet Unternehmen und Kleinanleger:innen nie dagewesene Möglichkeiten. Doch die angestrebte Harmonisierung gerät ins Stocken, einzelnen Mitgliedsstaaten drohen Wettbewerbsnachteile. Jamal El Mallouki fordert deshalb schnellere Lösungen von Politik und Aufsichtsbehörden.
Unser Leben, unser Alltag ist digitaler geworden in der Pandemie, diese Entwicklung lässt sich nicht umkehren – und das ist auch gut so, findet Franziska Giffey. Denn digitale Technologien können den Zusammenhalt und unsere Handlungsfähigkeit stärken. Welchen Rahmen die Politik für diese Entwicklung geben sollte, schreibt die Bundesfamilienministerin im Standpunkt.
Kreative werden derzeit gezielt in Alarmstimmung versetzt, um mühsam erreichte Kompromisse zum Grundrechteschutz im Urheberrecht doch noch zu kippen, glaubt John Weitzmann von Wikimedia Deutschland. Dass den über 1000 Künstlerinnen und Künstlern die Grundrechte ihrer Fans wirklich egal sind, glaubt er nicht. Das Manöver eines Verbandsmanagers, auf den letzten Metern Druck auf das Parlament zu machen, sei hoffentlich auch für den Bundestag durchschaubar.
Das Tagesgeschäft reibungslos erledigen und immer auf der Höhe der Zeit bleiben? Mit dieser Herausforderung tut sich die Verwaltung oft schwer. Da externe Beratung ebenfalls zur Sackgasse werden kann, plädieren die Verwaltungsinnovator:innen des Next-Netzwerks für eine stärkere interne Beratung. Worauf es dabei ankommen soll, beschreibt der interne Berater Christian Fischbach.
Beim Neustart der europäisch-amerikanischen Beziehungen sollte die Forschungszusammenarbeit mitgedacht werden. Der neue Kooperationswille der Biden-Administration und der Start des EU-Forschungsprogramms Horizon Europe sollten Grund genug sein, die beiderseitigen Berührungsängste zu überwinden und digitale Souveränität auch auf Ebene der Technologieforschung umzusetzen, schreiben Oliver Ziegler und Gereon Meyer vom Institut für Innovation und Technik (iit).
Der Gesetzentwurf zur Umsetzung der EU-Urheberrechtsdebatte entwertet geistiges Eigentum – ein Schritt, den sich Deutschland im globalen Wettbewerbsumfeld nicht leisten sollte, meint Heiko Kretschmer vom SPD-Wirtschaftsforum. Der Verband „an der Seite der Sozialdemokratie“ fordert die Politik zu einem Umdenken auf , die ökonomische Perspektive müsse genauso berücksichtigt werden wie die NutzerInnensicht.
Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass es ein zentrales Digital-Ressort braucht, um die großen Linien der digitalen Agenda im Blick zu behalten, schreibt Oliver Süme, Vorstandsvorsitzender des Digitalverbands Eco. Die Weichen dazu sollten noch in dieser Legislaturperiode gestellt werden, damit nach der Wahl zügig die Arbeit aufgenommen werden kann.
Warum die Regulierung von Arbeit in der Plattformökonomie zu Recht auf der politischen Agenda steht, schreibt Johanna Wenckebach, wissenschaftliche Direktorin des Hugo Sinzheimer Instituts für Arbeitsrecht der Hans-Böckler-Stiftung, im Standpunkt.
Zur Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs von Kindern sollen auch verschlüsselte Nachrichten durchleuchtet werden können. Was gut gemeint ist, könnte fatale Folgen haben: Europäische Tech-Unternehmen warnen daher vor einem sinkendem Datenschutzniveau in der EU.
Mikrochips sind Herz und Hirn der Digitalisierung. Peter Kürz, der die Entwicklung der nächsten EUV-Generation bei Zeiss leitet, schreibt im Standpunkt, warum es auf dem Weg zu technologischer Souveränität gilt, weitsichtig zu agieren.
Deutschland sollte sich bei der Vergabe von Mobilfunkfrequenzen alle Optionen offenhalten – so wie es andere EU-Länder machen, fordert Telefónica-Vorstand Peter Löscher. Denn am Ende zähle nur eines: Dass möglichst viel in die Qualität der Netze investiert wird.
Die Diskussion um ein neues Digitalministerium läuft auf Hochtouren. Aber bringen ein neues Ressort und neue Zuständigkeiten auch schnellere Ergebnisse? Nur wenn das neue Ressort bestimmte Kriterien erfüllt, schreibt Christoph Baron von IBM. Dabei kommt es vor allem auf Geschwindigkeit an.
Trotz einiger spannender Neuerungen ist das neue Jugendschutzgesetz nicht der erhoffte große Wurf, schreibt Stephan Dreyer vom Leibniz-Institut für Medienforschung, Hans-Bredow-Institut (HBI) in Hamburg. Er glaubt, dass es nicht ausreichen wird, beim jetzigen Stand innezuhalten.
Europa hinkt bei digitalen Innovationen international hinterher. Im Bereich modulare Chiparchitektur gibt es aber einen mehrjährigen Entwicklungsvorsprung. Doch der muss jetzt richtig vorangebracht werde, schreibt Harald Zapp von der Next Big Thing AG.
Die europäischen Grundwerte stehen auf wackeligen Füßen: Deswegen braucht es jetzt eine Bildungsinitiative, die in allen EU-Ländern politische Teilhabe und demokratische Kompetenzen vermittelt. Über eine digitale Plattform könnten Bildungsangebote in allen Mitgliedsstaaten weitergenutzt werden, schreibt Susanne Zels von Values Unite.
Die Europäische Union steht an der Schwelle zu einer neuen Ära der Digitalpolitik. Damit geht die Zeit wohlklingender Deklarationen zu Ende und die Phase der praktischen Umsetzung beginnt. Jetzt braucht es einen eigenen europäischen Weg, schreibt Julian Nida-Rümelin, Direktor am Bayerischen Forschungsinstitut für Digitale Transformation.
Die digitale Transformation verändert die Art, wie wir leben. An diesen Wandel müssen sich Staat und Parteien anpassen, um Dienstleistungen effektiv anzubieten und um die emanzipatorische Kraft der Digitalisierung für alle Bürgerinnen und Bürger zu fördern. Nach einem Jahr Corona-Pandemie zeigt sich wie unter einem Brennglas, dass Deutschland sich keine weiteren vier Jahre digitalpolitischen Stillstands erlauben kann.
Eine UN-Arbeitsgruppe hat einen rechtlichen Rahmen für die Regulierung von Cyber Security in der Automobilindustrie geschaffen. Bis 2024 müssen die Autobauer die entsprechenden Verordnungen umsetzen, schreiben Thiemo Brandt, Manager beim Beratungshaus Q_Perior, und sein Kollege und Senior Consultant Théo Tamisier. In ihrem Gastbeitrag erklären die Berater, wie Unternehmen die neuen Anforderungen umsetzen können.