Nach 15 Jahren an der Spitze des baden-württembergischen Landwirtschaftsministeriums ist für Peter Hauk (CDU) Schluss. Im Zuge der Kabinettsbildung unter Ministerpräsident Cem Özdemir verliert der erfahrene Agrarpolitiker seinen Posten – offenbar nicht ganz freiwillig. Seine Nachfolgerin Marion Gentges muss sich in ein komplexes Politikfeld einarbeiten.
Kurz hatte der Referentenentwurf aufmerken lassen: Eine Nutzungshierarchie für Holzbiomasse sollte im zentralen Hebelgesetz für die Wärmewende verankert werden. Der Vorstoß aus dem Wirtschaftsministerium hat die Ressortabstimmung allerdings nicht überlebt. Die betroffenen Branchen atmen auf - dabei sind Kaskade und Wertschöpfung nicht zwingend unvereinbar.
Neue Milka-Schokoladentafeln wiegen weniger, sehen aber fast aus wie früher – ist das fair? Verbraucherschützer klagen, das Gericht gibt ihnen nun recht. Konkret ändern wird sich zunächst aber wenig.
Wie GAP und EU-Wiederherstellungsverordnung Hand in Hand gehen, damit landwirtschaftliche Betriebe Biodiversität und Ökosystemfunktionen stabilisieren können, haben zwei Beratungsgremien für den Bundeslandwirtschaftsminister aufgeschrieben.
Im fünften Jahr verteidigt sich die Ukraine inzwischen gegen russische Angriffe. Auch in der Landwirtschaft und der Lebensmittelverarbeitung hat das Spuren hinterlassen. Wie sich unter dem Druck des Krieges und die Einschränkungen auf dem EU-Markt verändern die Produktions- und Exportlogiken des Sektors.
Immer noch haben viele Menschen in Afrika nicht ausreichend Zugang zu gesunder Nahrung. Gleichzeitig orientiert sich eine wachsende Mittelschicht am westlichen Ernährungsstil – mit Auswirkungen für die Umwelt. Wie Ernährungssysteme nachhaltiger werden könnten, hängt stark vom jeweiligen Land ab, sagt die Ernährungsepidemiologin Juliana Minetto Gellert Paris
Der Konflikt um das Renaturierungsgesetz der EU macht auch vor der Ministerrunde nicht Halt und erinnert an Forderungen nach einem Stop-the-Clock-Schritt. Einigkeit herrscht hingegen bei der GAP-Reform, deren geplante Kürzungen bei der Naturschutzfinanzierung ein Angriff auf die Landwirtschaft sei. Das BMLEH soll eine weitere Novelle des Düngerechts liefern.
Die agrarpolitischen Themen in der Bundesratssitzung am Freitag betrafen vor allem die EU-Ebene. Noch nicht gehört fühlen sich die Länder in ihrer Sorge um die EU-Agrarförderung ab 2028. Sie warnen vor der Zusammenführung von Politikbereichen und vor einer Kürzung von Mitteln. Zu den Pflanzenschutzmittel-Zulassungen positionieren sich die Länder klar.
Ein neuer Bericht des Expertengremiums IPES-Food zeichnet ein düsteres Bild globaler Ernährungsmärkte. Handelskriege, Konflikte und konzentrierte Marktmacht würden die Preise weltweit nach oben treiben und Abhängigkeiten sichtbar machen. Dabei würden politische Instrumente bereitliegen, so die Expert:innen.
Der Referentenentwurf zum Gebäudemodernisierungsgesetz schafft Klarheit bei der sogenannten Biotreppe. Den Biomethan-UnternehmerJörg Selbach-Röntgen, freut das. Im Interview kritisiert der Chef von Biogeen aber die fehlende Synchronisierung von GModG und Energiewirtschaftsgesetz-Novelle.
Brüssel plant einen EU‑Proteinplan. Er zielt auf mehr Resilienz und auf einen Umbau entlang der gesamten Kette, der Landwirten auch wirtschaftlich etwas bringt. Doch Zeitplan und Details bleiben vage.
In der Bioenergiebranche wächst der Widerstand gegen die Kaskadenpflicht, wie sie im Entwurf des Gebäudemodernisierungsgesetzes für die Nutzung von Holz vorgesehen ist. Verbände sehen eine Überinterpretation der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der EU.
Acht Milliarden Euro bis 2045 – so viel würde es kosten, die Verluste für landwirtschaftliche Betriebe auszugleichen, wenn sie trockengelegte Moore wiedervernässen. Agora Agrar hat in einer Studie berechnet, welche Übergangsprämien es in welchen Landkreisen bräuchte und warum es sich für den Klimaschutz rechnet.
Wie knappe nachhaltige Biomasse bis 2050 kosteneffizient und klimagerecht eingesetzt werden kann, zeigen neue Erkenntnisse von DBFZ und UFZ: Der Energiesektor bleibt Hauptabnehmer, die Chemiebranche folgt auf Platz zwei. Bei Holzbau und Torfersatz stagnieren die Mengen – aus unterschiedlichen Gründen.
Ab 2028 soll die Zuckersteuer kommen, um der gesetzlichen Krankenversicherung aus ihrer Notlage zu helfen. Innerhalb der SPD sowie fraktionsübergreifend wird bereits über eine genaue Ausgestaltung gesprochen. Möglicherweise stützen sich die Abgeordneten dabei auf ein neues Gutachten, das die Rechtmäßigkeit einer zweckgebundenen Steuer prüft.
Beim ersten süddeutschen Biogasgipfel in Ulm haben Stakeholder deutlich bessere Rahmenbedingungen gefordert – von höheren Ausschreibungsvolumina über mehr Flexibilitätszuschläge bis hin zu einem sicherem Netzzugang. Bundesministerin Reiche sehen ihre Amtskollegen offen für das Ansinnen.
Die EU-Kommission hält an der EU-Anti-Entwaldungsverordnung fest – der Gesetzestext bleibt unangetastet, der Start am 30. Dezember steht. Mit einem Paket aus delegiertem Rechtsakt, Leitfäden und einem neuen Repository will Brüssel die Regeln präzisieren – zum Missfallen vieler Branchenverbände, aber mit Rückendeckung aus dem Europaparlament.
Dem Unionswiderstand gegen die Wiederherstellungsverordnung gibt Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger keine Erfolgschance. Bauern- und Waldbesitzerverband aber kritisieren die Verordnung weiter massiv. Sie sehen ihre Eigentumsrechte bedroht. Schlechte Erfahrungen mit der FFH-Richtlinie machen sie misstrauisch.
Die Nachfrage nach Ökoprodukten ist im ersten Quartal 2026 erneut gestiegen. Die Branche wirbt für Anreize, damit mehr Bauern auf Bio umstellen. Zuletzt war die Bereitschaft dafür zurückgegangen.
Die Koalition hat sich auf eine Kostenaufteilung für biogene Brennstoffe in neuen Gas- und Ölheizungen verständigt: Mieter und Vermieter sollen den Aufpreis für Grüngas je zur Hälfte tragen. Gleichzeitig rückt die Regierung mit einer niedrigen Grüngasquote von deutlich strengeren Vorgaben ab – und erntet dafür scharfe Kritik von Energie- und Umweltverbänden.
Im Haushaltsjahr 2027 soll der Agraretat bei gut sieben Milliarden Euro liegen und damit leicht ansteigen. Bis 2030 geht das Budget dann aber wieder zurück. Mehreinnahmen durch zwei wichtige Konsilidierungsmaßnahmen, die die Bereiche Ernährung und Landwirtschaft betreffen, sollen dem Gesundheitsministerium angerechnet werden.
Das neue deutsche Förderprogramm zum Wiedervernässen von Mooren gilt als Meilenstein. Doch es konkurriert mit gegenläufigen Anreizen der EU-Agrarpolitik. Ein aktueller Bericht des groß angelegten europäischen Forschungsprojekts Paludi4All zeigt Lösungswege auf.
Die meisten Schweine werden vor der Schlachtung mit Kohlenstoffdioxid betäubt – es gilt als zuverlässig und günstig, führt bei vielen Tieren aber zu Panik und Schleimhautreizungen. Andere Methoden galten lange als unsicher oder unausgereift. Eine Kooperation zwischen dem Friedrich-Loeffler-Institut und dem Schlachthofriesen Tönnies könnte das ändern.
Noch vor wenigen Monaten galt die Zuckersteuer als politisch nicht durchsetzbar. Nun wächst die Zustimmung – selbst in der Union. Doch der Kompromiss steht unter Vorbehalt und wirft neue Konfliktlinien auf.
Ob das Landwirtschaftsministerium wirklich einen Leitungsvorbehalt gegen die EEG‑Novelle eingelegt hat, ist am Montag offen geblieben. Doch fest steht: In der Biogasbranche steigt der Unmut über zu geringe Ausschreibungsmengen. Die EU dagegen erhöht den Druck, fossile Abhängigkeiten schnell zu reduzieren.
Deutschlands Ernährungspolitik arbeitet seit Jahren mit Zahlen aus einer anderen Zeit. Nun startet erneut ein Nationales Ernährungsmonitoring. Damit erhebt das Max Rubner-Institut in einem aufwendigen Verfahren erstmals wieder umfassende Daten zum Essverhalten und zur Nährstoffversorgung. Ein Interview mit Projektleiterin Carolin Krems.
Der Iran-Krieg bringt das globale Ernährungssystem ins Wanken, Düngerpreise explodieren. Das trifft die ärmsten Länder besonders hart, gleichzeitig drängt die Zeit: In Äthiopien beginnt in sechs Wochen die Pflanzzeit. Warum Experten vor einer Hungerkrise warnen und was Staaten in Afrika dagegen unternehmen.
Ein wegweisendes Urteil: Auch Puten haben ein Recht auf artgemäße Haltung. Das entschied am Donnerstag das Bundesverwaltungsgericht. Vor diesem Hintergrund wächst der Druck auf den Gesetzgeber, Vorgaben zur Putenhaltung in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung zu verankern.
Ein Erpressungsversuch gegen Hipp sorgt gerade für Aufsehen. Wie reagieren Lebensmittelunternehmen, wenn Erpresser zuschlagen?
Das Landwirtschaftsministerium hat das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz, wie von der Wirtschaft gefordert, grundlegend überarbeitet. Dadurch wurden die Bedenken zu einem Großteil, aber nicht restlos ausgeräumt. Vor einem enormen Aufwand warnt der Gastronomiebereich. Für Unsicherheit sorgt außerdem die erforderliche EU-Notifizierung.
In einer seltenen Ballung gehen diese Woche vier Gesetze zur Regulierung der Bioenergie und der Freiflächenphotovoltaik in den Bundestag beziehungsweise in die Verbändeanhörung. Es wird hart darum gerungen, nach welchen Regeln die Branchen spielen sollen.
Obwohl sie nicht im Mittelpunkt stehen sollte, bestimmte die Zuckersteuer dann doch die Jahrestagung vom Lebensmittelverband. Branche und Politik diskutierten über wissenschaftliche Evidenz und steuerpolitische Grenzen – mit weiter offenem Ausgang. Geopolitische Krisen brachten Lebensmittelsicherheit und Notfallvorsorge aufs Tapet.
Ein neues Rechtsgutachten kritisiert, dass Brüssel Rückstandshöchstmengen an internationalen Vorgaben und praktischen Handelsaspekten ausrichte – zum Nachteil von Gesundheitsschutz und EU-Bauern. Die geplante Reform halten Verbraucherschützer für unzureichend.
Das Gesetz zur Weiterentwicklung der THG-Quote befindet sich auf der Zielgeraden. Union und SPD haben laut Änderungsantrag die Obergrenze für Biokraftstoffe aus Nahrungs- und Futtermitteln angehoben. Das Gesetz soll in dieser Woche im Bundestag beschlossen werden. Die Grünen sind unzufrieden und machen eigene Vorschläge.
Eine stärkere Inanspruchnahme von Programmkrediten hat die Rentenbank für das Geschäftsjahr 2025 und das erste Quartal 2026 verzeichnet. Außerdem hat die Förderbank eine neue Geschäftsstrategie entwickelt – und reagiert damit offensichtlich auch auf die Kritik des Bundesrechnungshofs an der Erfüllung ihres gesetzlichen Auftrags.
Vor der heutigen Abstimmung zur NGT‑Verordnung im EU‑Ministerrat haben Bauern‑ und Bioverbände noch einmal ihre Bedenken vorgetragen. Die eigentliche Nagelprobe aber ist beim Votum im EU-Parlament zu erwarten – wahrscheinlich am 19. Mai. Ein Forschungsprojekt will dazu beitragen, dass Innovationen und Regulierung nicht gegeneinander ausgespielt werden.
Ein internationales Expertengremium hat den Begriff Darmgesundheit jüngst erstmals einheitlich definiert. Daran beteiligt war Stephan C. Bischoff, Ernährungsmediziner und Professor der Universität Hohenheim. Im Interview erklärt er, warum die Definition nötig war, welche Rolle Ernährung spielt und warum er Nachbesserungen bei Health Claims fordert.
Die EU-Kommission hat eine delegierte Verordnung für drei CO2‑Entnahmetechnologien verabschiedet: Bio-CCS, Biokohle und Luftabscheidung. Sie sollen zertifizierbar werden, damit Betreiber erstmals handelbare CO2‑Gutschriften schaffen können. Nachhaltigkeitsauflagen sollen verhindern, dass Ökosysteme leiden.
Umweltminister Carsten Schneider will mit der Palu-Förderrichtlinie eine Trendwende in der Land- und Forstwissenschaft einleiten. Ambitionierte Ziele, die lange überfällig waren, kommentiert die Wissenschaft positiv. Erstmals werden auch finanzielle Verluste ausgeglichen. Katharina Kalinke gibt einen Überblick.
Die Koalition hat Wochen um das Gesetz zur Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungsquote gerungen. Nun haben sich Union und SPD geeinigt. Sie schieben strittige Punkte wie die Anrechenbarkeit von Biomethan in Raffinerien auf die Quote in einen Entschließungsantrag.
Mit dem Ganztagsanspruch ab 2026 steigt der Druck auf die Gemeinschaftsverpflegung. Kommunen und Schulen sehen sich mit komplexen Vergabeverfahren, unklaren Zuständigkeiten und Finanzierungsdefiziten konfrontiert. Gleichzeitig stellen sich Fragen zu Qualität und Teilhabe. Ein Stimmungsbild aus Politik, Verwaltung und Praxis.
Transporte sind für Tiere nicht selten eine Qual. Schon 2023 hat die EU-Kommission deshalb einen Vorschlag für die Überarbeitung der Tiertransportverordnung gemacht. Doch im EU-Parlament stockt die Zusammenarbeit zwischen Agrar- und Verkehrsausschuss. Wie es weitergehen könnte, erklärt die Berichterstatterin im Verkehrsausschuss Tilly Metz (Grüne).
Die EU‑Kommission plant, die Beihilferegeln der Union vorübergehend zu lockern, damit die Mitgliedstaaten die massiv gestiegenen Kosten infolge des Iran‑Kriegs abfedern können. Die Maßnahmen müssen allerdings bis Ende des Jahres begrenzt sein. Ein geleakter Entwurf des 19‑seitigen Papiers liegt Tagesspiegel Background exklusiv vor.
Gesundheitsministerin Nina Warken will die beitragsfreie Mitversicherung von Ehepartnern abschaffen. Das soll die Regeln an eine Arbeitswelt anpassen, die nicht mehr von der „Einverdiener-Ehe“ geprägt ist. Familienarbeitskräfte in der Landwirtschaft könnten das Nachsehen haben.
Die lang ersehnte „Palu-Förderrichtlinie“ des Aktionsprogramms Natürlicher Klimaschutz kann kommen: Die EU-Kommission hat am Montag grünes Licht gegeben. Noch sind viele Details offen, aber schon jetzt ist klar: Das ist ein Durchbruch.
Steigende Energiepreise könnten Lebensmittel teurer machen und haben die Debatte um Preisbeobachtungsstellen in Deutschland neu entfacht. Frankreich und Spanien setzen längst auf solche Instrumente. Doch helfen sie wirklich gegen Preisschocks oder liefern sie vor allem nachträgliche Erklärungen?
Die vom Koalitionsausschuss angekündigten Maßnahmen zur Entlastung von Wirtschaft und Verbrauchern bei den Spritpreisen kommen auch der Landwirtschaft zugute. Bauern- und Raiffeisenverband hätten sich jedoch ein umfassenderes Paket gewünscht. Die Bioenergiebranche dagegen zeigt sich zufrieden.
In der Energiekrise besinnt sich die EU-Kommission auf die erneuerbaren Energien und will die Elektrifizierung vorantreiben. Das könnte mittelfristig Kosten senken, hat Agora Industrie berechnet. Hersteller wie Ritter Schokolade geben dafür ein Beispiel. Die Düngeindustrie soll weiterhin kostenlose Zertifikate bekommen.
Angesichts steigender CO2-Kosten sieht sich die Düngemittelindustrie wirtschaftlich am Limit und ruft nach Erleichterungen beim Klimaschutz. EU‑Agrarkommissar Christophe Hansen signalisierte dazu am Freitag Gesprächsbereitschaft, will aber Kurs Richtung Klimaneutralität mit Biomethan halten.
Das Verbot von Anbindehaltung und nicht-kurativen Eingriffen kommt heute zurück auf die politische Tagesordnung. Die Anhörung im Bundestag basiert auf einen Antrag der Linksfraktion über ein neues Tierschutzgesetz. Johanna Michel hat die schriftlichen Stellungnahmen vorab ausgewertet.
EU‑Agrarkommissar Christophe Hansen fordert angesichts niedriger Getreidepreise und hoher Spritkosten eine stärkere Nutzung von Biokraftstoffen. Während der Branchenverband VDB Hansens Vorstoß begrüßt, warnen Umweltverbände, dass Biokraftstoffe die Transformation hin zu klimafreundlicher Mobilität bremsen könnten.
Der Agrarökonom Matin Qaim erklärt, warum Europa trotz des Konflikts im Iran vergleichsweise stabil bleibt und weshalb es Mut zu Veränderungen statt Abschottung braucht. Seiner Ansicht nach hat Europa beste Voraussetzungen für eine starke und nachhaltige Landwirtschaft.
Die aktuell hohen Düngerpreise führen zu einer Umweltentlastung. Einen Systemwandel aber können sie nicht bewirken. Dafür bräuchte es klare politische Vorgaben, meint der Agrarökonom Martin Banse. Außerdem müsste man dafür die Konsument:innen an Bord holen.
Eine kleine, aber wichtige Gruppe in der Mitte der Wertschöpfungskette hat großen Einfluss auf die Nachhaltigkeit des Ernährungssystems. Ein internationales Forschungsteam beschreibt ihre Rolle und wie die Politik diese Akteure in die Transformation des Sektors einbinden könnte.
Das Bundeslandwirtschaftsministerium will den Tierschutz in Schlachthöfen verbessern. Kameras an neuralgischen Punkten sollen für Transparenz und weniger Tierleid sorgen. In seltener Einigkeit unterstützen Wirtschaft, Tierschutzverbände und die Länder das Gesetz – jedoch nur mit Nachbesserungen.
Die hohen Energiekosten infolge des Iran-Kriegs werden bald auf die Lebensmittel durchschlagen. Politiker, Gewerkschafterinnen und Kommunen werben deshalb für eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel. Sogar CDU-Politiker sind dafür – Jens Spahn jedoch nur mit einem Vorbehalt.
Russlands Angriffe treffen die zentrale Energieinfrastruktur der Ukraine empfindlich, die Versorgung mit fossilen Kraftstoffen für dezentrale Lösungen ist schwierig. Hans-Josef Fell, Präsident des Thinktanks Energy Watch Group, erklärt im Interview, wieso der Hochlauf der Biomassenutzung ein Rettungsanker sein kann und worauf es dabei ankommt.
Kein Rekord, aber kein Grund zur Entwarnung: 2025 zählt zu den wärmsten Jahren seit Messbeginn. Der DWD sieht steigende Risiken für Hitze, Trockenheit und Extremregen – und fordert mehr Klimaresilienz. Neue Referenzdaten sollen Ländern und Kommunen helfen, besser zu planen. Eine neue Kommunikationsstrategie richtet sich auch an Landwirte.
Der Iran‑Krieg treibt Dünger‑ und Energiepreise in die Höhe – mit spürbarem Druck auf deutsche Landwirte. Besonders die Frühjahrsbestellung könnte teuer werden, der Bauernverband warnt vor Engpässen und höheren Lebensmittelpreisen. Während Betriebe Entlastung fordern, plädiert die Industrie für langfristige Strategien.
Die französische Regierung entlastet Logistiker, Fischer und Landwirtschaft aufgrund der hohen Spritpreise. Doch angesichts der Auswirkungen des Irankriegs beruhigt das Lkw-Fahrer und Bauern nicht.
Wollen Landwirte Solarflächen zusätzlich landwirtschaftlich nutzen, zum Beispiel durch Beweidung, erhalten sie in der Regel keine GAP-Förderung. Trotz eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichts aus 2023 bestehen noch immer Rechtsunsicherheiten. Dabei profitiert die biologische Vielfalt von den Solarparks, wie eine neue Studie zeigt.
Noch einen Monat Zeit hat die EU-Kommission für die Erarbeitung von neuen Vereinfachungsvorschlägen bei der EUDR. Deutschland hat nun eigene Ideen beigesteuert. Gleichzeitig wird international die Streichung von Lederprodukten aus dem Anwendungsbereich befürchtet. Auch dazu sind Forderungen bei der Kommission eingegangen.
Eltern bitten Kinder, keine Freunde mitzubringen, weil sie nur Leitungswasser anbieten können. Dieser Alltag ist für viele Haushalte Realität. Obwohl Ernärungsarmut Millionen Menschen hierzulande betrifft, wird das Thema politisch totgeschwiegen. Doch was macht ein solches Leben mit den Betroffenen, wenn das Geld nicht mal mehr für den Discounter reicht?
Beim Agrarministerrat rücken die offenen Punkte der EU-Agraragenda in den Fokus: die längst erwartete Nutztierstrategie, die Protein-Diversifizierungsstrategie sowie der für Mai geplante Aktionsplan für Düngemittel. Zugleich bilanziert die Runde erfüllte Zusagen und diskutiert über Düngerimporte, CBAM und Marktlage.
Während die Preise steigen, sucht die Politik nach Wegen, die Haushalte zu entlasten. Eine viel spekulierte Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel schließt die Taskforce aus, dafür prüft sie andere Ansätze. Von einer befristeten Energiesteuersenkung bis hin zum Spritpreisdeckel liegt so einiges auf dem Tisch. Was die Opposition und Verbände dazu sagen.
Die Länder haben den Wolf ins Jagdrecht aufgenommen. Eine Anrufung des Vermittlungsausschusses, die Mecklenburg-Vorpommern kurzfristig in Aussicht gestellt hatte, ist ausgeblieben. Außerdem hat sich der Bundesrat mit einer Initiative Schleswig-Holsteins zur Zuckersteuer und einer Altersgrenze für Energydrinks befasst.