Dem Land gehen die Talente aus, warnt die Personalberaterin Martina Van Hettinga. Sie rät zum Schulterschluss von Wirtschaft und Politik und beschreibt fünf Ansatzpunkte, um die „Talent Gap“ zu schließen.
Künstliche Intelligenz hat das Potenzial, unsere Demokratie in ihren Grundfesten zu erschüttern. Umso wichtiger ist es, dass wir jetzt Kontrollmechanismen einsetzen, schreibt Matthias Pfeffer.
Im Mai 2022 will das EU-Plenum Änderungen am KI-Verordnungsvorschlag beschließen. Die deutsche Wirtschaft muss sich stärker in den Prozess einbringen, schreibt Philipp Reusch. Denn die Vorlage der Kommission habe viele Schwachstellen, der Rechtsakt drohe, Innovationen abzuwürgen.
In einer digitalen Wirtschaft ändert sich der "Lernpfad" für alle massiv, schreibt der Hochschullehrer Ayad Al-Ani. Damit die Digitalisierung der Schulen gelingen kann, müssten Lehrende und Lernende in den Transformationsprozess einbezogen werden.
Wir befinden uns mitten in einer technischen Revolution, sagen André Loesekrug-Pietri und Daniel Metzler. Sie geben Vorschläge, wie die Politik die Transformation von Geschäfts- und Gesellschaftsmodellen unterstützen kann.
Trotz des Fehlstarts der deutschen ID-Wallet kann eine digitale Wallet noch Erfolg haben, schreibt Armin Bauer von IDnow. Dabei sollte der Staat aber nicht selbst die Rolle des Entwicklers übernehmen, sondern stattdessen der Privatwirtschaft einen Rahmen vorgeben.
Unternehmen nutzen KI-Technologien noch zurückhaltend – und wenn, dann vor allem für die Produktion und Prozessautomatisierung. Gerade im Personalbereich bieten sich jedoch viele Möglichkeiten und Perspektiven für Mitarbeiter:innen, schreibt die Personalchefin von Telefónica, Nicole Gerhardt.
Cloud-Plattformen bekommen in Zukunft immer mehr wirtschaftliche Bedeutung. Daher sei es umso wichtiger, dass Europa im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit eine eigene Cloud-Strategie umsetze, schreibt Boris Otto vom Fraunhofer ISST. Eckpunkte, wie diese Strategie aussehen sollte, formuliert er im Standpunkt.
Die Ampel-Koalitionäre tendieren weg von einem souveränen Digitalministerium hin zu einer verwässerten Lösung. Dies empfindet Oliver Grün, Präsident und Vorstandsvorsitzender des Bundsverband IT-Mittelstand, als mutlos - weil Deutschland international ohnehin digitaler Absteiger sei. Im Standpunkt erläutert er, wie man mit alten Mustern brechen könnte.
Digitale Barrierefreiheit ist kein besonderer Luxus, sondern unverzichtbar, damit Bürger:innen ihre Rechte und Pflichten wahrnehmen können, schreibt Basanta Thapa vom Kompetenzzentrum Öffentliche IT. In der Verwaltung fehlt es aber an Expertise und Ressourcen. Das muss sich ändern.
Die weltweiten Klimaziele werden nie erreicht werden, wenn sich die Staatengemeinschaft nur auf CO2, nicht aber auf Methan konzentriert. Denn noch immer mangelt es an Maßnahmen, um das potente Treibhausgas einzudämmen, schreibt die Grüne Europaabgeordnete Jutta Paulus. Dafür brauche es eine bessere Überwachung, technische Lösungen, aber auch eine Reduktion des Fleischkonsums.
Der E-Government-Experte Robert Krimmer glaubt, dass sich die nächste Bundesregierung viel von Estland abschauen kann. Die Empfehlung des Exil-Österreichers: Bei der Digitalisierung ist es wie beim Hausbau, wichtig ist das Fundament. Deutschland braucht endlich ein digitales Mindset – das beginnt bereits im Kindergarten.
Eine neue deutsche Regierung sollte beim Thema Halbleiter rasch den Schulterschluss mit den Europäern und den Amerikanern suchen – und ihre Mittel klug investieren, sagen Tom Caulfield und Manfred Horstmann von GlobalFoundries.
Für die deutsche Cybersicherheitsarchitektur braucht es auf Bundesebene klare Zuständigkeiten, fordert Thomas R. Köhler. Denn ohne zentrale Anlaufstelle wird auch die kommende Regierung im Notfall nicht schnell genug reagieren können.
Schon bei der DSGVO sind Einwilligungen die Hintertür für grenzenlose Datenverarbeitungen. Beim Digital Markets Act scheint sich dieser zentrale Fehler zu wiederholen, warnt Malte Engeler.
Auch wenn es kein eigenes Digitalministerium geben wird – für die Bündelung der Digitalkompetenz in einem bestehenden Ministerium spricht eine ganze Menge, finden die Management-Berater der Boston Consulting Group. Thilo Zelt stellt im Standpunkt dar, wie man es machen könnte, und was für eine zentrale Koordinierungseinheit es im Kanzleramt braucht.
Digitalisierung und Klimaschutz müssen zusammengedacht werden. Denn ohne innovative Technologien werden wir es nicht schaffen, sowohl unseren Wohlstand als auch unseren Planeten zu retten, schreibt Marianne Janik, Deutschlandchefin von Microsoft. Dazu sollten Unternehmen und Verwaltung in grüne IT investieren.
Die neue Regierung sollte die Nutzerrechte auf Plattformen stärken, fordert Lina Ehrig vom VZBV. Künftig müssen klare, verständliche Regeln gelten und es dürfe keinen Promi- oder Politkerbonus mehr geben.
Zur digitalen Hochschullehre gehören auch Online-Prüfungen. Während technisch eine maximale Überwachung möglich ist, sollte es keine gläsernen Studierenden geben, schreibt Maximilian Frank.
Nicht unbedingt, sagt Marc Korthaus vom Berliner Cloud-Unternehmen Syseleven. Wenn sich Regierung und Behörden einseitig für eine Staatscloud auf Basis von Google oder Microsoft entscheiden würden, torpediere das die Idee von Gaia-X und ersticke europäische Innovationen und die Digitalwirtschaft im Keim.
Auf jeden Fall, sagt Frank Strecker von T-Systems. Alleine deshalb, weil sich derzeit niemand mit ihrer Innovationskraft messen könne. Doch der Staat müsse die Regeln für die Zusammenarbeit diktieren.
Intel will eine Chipfabrik in Europa bauen. Das würde Milliardensubventionen kosten, doch die lohnen sich und sind sogar unumgänglich, will der Kontinent in der Halbleitertechnologie nochmal aufholen, sagen SPRIND-Chef Rafael Laguna und Erich Clementi von der DGAP.
Heute starten die Ampel-Verhandlungen zwischen SPD, Grünen und FDP. Eines der Ziele: Die digitalpolitischen Strategien der Bundesregierung neu aufsetzen. Das muss strategisch und ganzheitlich passieren, fordern Christin Gärtner und Florian Theißing vom Beratungsunternehmen Cassini. Denn bisher musste jedes Digital-Papier so geschrieben werden, als wäre es das erste. Methodik und Erfahrungen müssen in Zukunft gesammelt und weitergegeben werden – das macht einen lernenden Staat aus.
Die mangelnde Digitalisierung der deutschen Amtsstuben hat seinen Ursprung in schlechten Rahmenbedingungen, kritisiert Rudolf Schleyer vom öffentlichen IT-Dienstleister AKDB. Die Bundesrepublik brauche eine Digitalverfassung und eine universelle Datensprache für die Verwaltung. Eine „Standardfabrik“ müsse her, damit sich „Pseudo-Standards und Insellösungen“ nicht weiter breit machen. Eile ist geboten, warnt Schleyer.
Nicht einmal eine Woche nach seinem Start musste der digitale Führerschein aufgrund massiver technischer Probleme gestoppt werden. Doch das sollte die nächste Bundesregierung und Europa nicht davon abhalten, weiterhin auf selbst verwaltete digitale Identitäten auf Basis der ID-Wallet zu setzen, schreiben Jens Strüker und Johannes Sedlmeir vom Fraunhofer Blockchain–Labor.
Es ist Zeit für ein Digitalministerium. Das neue Ressort darf aber kein neoliberales Wirtschaftsministerium-Light werden, sondern soll endlich eine umfassende Digitalpolitik liefern, bei der auch die Zivilgesellschaft mitgedacht wird, schreiben Tobias Oertel und Jan Kuhlen.
Die neue Bundesregierung muss in der Datenpolitik Chancen nutzen – für mehr Einheitlichkeit im Datenschutz, für mehr Datenkompetenz sowie für mehr Rechtsklarheit beim Anonymisieren und bei Beschäftigtendaten. Um rasch voranzukommen empfiehlt Frederick Richter in Anlehnung an den Digitalpakt Schule eine gemeinsame Anstrengung von Bund und Ländern.
Zum ersten Mal haben sich in diesem Wahlkampf fast alle großen Parteien auf einen fairen digitalen Wahlkampf verpflichtet. Das sei zwar ein wichtiger Schritt, noch besser wären nun aber gesetzliche Regeln, findet Julian Jaursch von der Stiftung Neue Verantwortung.
Anfang des Monats ist das Legal-Tech-Gesetz in Kraft getreten. Das Gesetz erlaubt Anwält:innen unter anderem, Inkassodienste anzubieten oder Erfolgshonorare zu erheben. Ein Schritt in die richtige Richtung, schreibt Andreas Schröteler vom Legal Tech Advocado. Die entscheidenden Punkte für einen modernen Rechtsmarkt müssen aber noch angegangen werden.
Die jüngsten Enthüllungen über die Geschäftspraktiken von Facebook zeigen, dass der Konzern verantwortungslos handle, meint Felix Kartte von Reset, einer Initiative des Thinktanks Luminate. Es sei Zeit für eine echte öffentliche Kontrolle, ausgeübt von Regulierungsbehörden mit ganz neuen Kontroll- und Durchgriffsrechten.
In der Debatte um die Zukunft der Forschungsförderung, widerspricht Tom Brökel der Forderung nach mehr Kennzahlen. Hier gibt es kein Mess-, sondern wenn überhaupt ein Auswertungsdefizit. Zudem sei die Orientierung an Messgrößen kontraproduktiv und führe zu Phänomen wie „Salami-Science“.
Was braucht Deutschland, um von der Industrienation zum „Software State“ zu werden? Es sind umfassende staatliche Investments in Forschung und Entwicklung nötig, schreibt Adrian Locher, CEO von Merantix. Er glaubt, dass sich ein Sinneswandel in Sachen Industriepolitik lohnen kann.
Die DSGVO-Apokalypse ist ausgeblieben, trotzdem muss die Anwendung der Datenschutzgesetze optimiert und vereinheitlicht werden. Thomas Spaeing, Chef des Berufsverbands der Datenschutzbeauftragten, wünscht sich einen runden Tisch zur Evaluierung des Bundesdatenschutzgesetzes und macht erste Verbesserungsvorschläge.
Bei der Evaluierung der Forschungsförderung gibt es große Defizite und Vorbehalte. Doch bessere Ergebnisse gibt es nur, wenn wir Innovation messen, Erfolge belohnen und auch Scheinerfolge nicht weiter fördern, schreiben Rafael Laguna und Thomas Ramge.
Je mehr die Digitalisierung voranschreitet, desto größer wird die Nachfrage nach Rechenzentren. Doch die gelten nicht gerade als nachhaltig. Die Branche bemüht sich zwar um mehr Klimafreundlichkeit, schreibt Jens-Peter Feidner von Equinix. Doch für eine langfristige Green-IT braucht es mehr Zusammenarbeit mit Politik und städtischen Entscheidern.
Das Schulsystem steht im kommenden Jahrzehnt vor grundlegenden Strukturreformen. Digitalisierung spielt dabei eine wichtige Rolle: Jugendliche und Lehrkräfte müssen digital hochkompetent sein, schreibt Dieter Dohmen, Direktor des FiBS-Forschungsinstituts. Allerdings braucht es neue Finanzierungsmöglichkeiten, um die Veränderungen voranzubringen.
In Deutschland braucht es dringend Weiterbildung und Neuqualifizierung bei digitale Fähigkeiten, sagt der Abschlussbericht der Enquete-Kommission „Berufliche Bildung in der Digitalen Arbeitswelt“. Jetzt muss diese Erkenntnis auch in der Praxis umgesetzt werden, schreibt Christopher Jahns, Geschäftsführer der XU Group.
Zu langsam, zu schwerfällig, zu unflexibel? Um die Herausforderungen der Digitalisierung zu bewältigen, suchen viele Unternehmen ihr Heil in der Umstrukturierung ihrer Organisation. Doch bevor wir also das nächste große Change-Projekt in Angriff nehmen, sollten wir uns intensiv mit dem Kommunikationsverhalten der handelnden Personen beschäftigten, schreibt Urs M. Krämer von Sopra Steria.
Faxgeräte in Gesundheitsämtern, Schulen ohne E-Mail-Adressen, Millionen für verkorkste Apps – die Pandemie hat schonungslos offengelegt, dass ein „Weiter so“ in der Digitalpolitik unsere Zukunft gefährdet. Nicht Sicherheitsinteressen und die Einnahmen der Tech-Konzerne müssen im Mittelpunkt stehen, sondern das Gemeinwohl, schreibt Matthias Spielkamp von Algorithm Watch.
Von der elektronischen Akte bis zu elektronischen Workflows: Nicht die Aufgaben müssten im Zuge einer Staatsreform neu sortiert werden, es müsste dafür gesorgt werden, dass Prozesse digital funktionieren, schreibt der Hamburger Haushaltsdirektor Arne Schneider vom neu gegründeten Arbeitskreis Staatsreform.
In der Krise ist Deutschlands Antwort in Europa: digitale Abschottung. Statt Projekten wie Gaia-X sollte Deutschland mehr Cyber Valley wagen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Sonst schießt sich die Exportnation digital ins Abseits, glaubt der Politikwissenschaftler J. P. Singh.
Die SPRIND hat zwar großes Potenzial, doch das nutzt sie im Moment kaum – denn schwierige Voraussetzungen verhindern, dass die Agentur wirklich unternehmerisch tätig werden kann. Doch mit der Umsetzung einiger Maßnahmen könnte die SPRIND bald für echte Innovationsförderung in Deutschland sorgen, schreibt Verena Pausder.
Der BGH drängt Facebook bei der Löschung von Inhalten zu einem Paradigmenwechsel, weg von den eigenen Nutzungsbedingungen. Das verlangt dem Unternehmen schwierige Abwägungen ab. Der Gesetzgeber könnte dem sozialen Netzwerk unter die Arme greifen, in dem er Raum schafft für Muster-AGBs – analysiert der Rechtswissenschaftler Rolf Schwartmann.
Mit der Digitalisierung hat es in vielen deutschen Städten noch nicht so geklappt, mit Klimaschutz noch weniger. Dabei muss sich beides nicht mal im Weg stehen, nur endlich angegangen werden, schreibt Alicia Sophia Hinon von der Klimaliste Berlin.
Bevölkerungswarnung muss möglichst viele Menschen zuverlässig erreichen, überall und zu jeder Zeit - auch unter extremen Bedingungen. Warn-Apps allein können das nicht leisten. Fällt das öffentliche Mobilfunknetz aus, sind sie wirkungslos. Gleiches gilt für Cell Broadcasting, schreibt Dietmar Gollnick von der internationalen Critical Messaging Association.
Seit Jahren schon nutzt auch die Polizei soziale Netzwerke. Und dabei greift sie häufig in die Grundrechte der Bürgerinnen und Bürger ein, wenn sie zum Beispiel Falschmeldungen oder Fotos aus ihrer täglichen Arbeit teilt. Die IT-Sicherheitsrechtlerin Sophie Tschorr schildert das Problem – und eine mögliche Lösung.
Wirtschaftminister Peter Altmaier hat Taiwan in einem Brief um eine prioritäre Belieferung mit Halbleiterchips gebeten. Auf diese Weise funktioniere Zusammenarbeit nicht, sagt Angelo Krüger in seinem Standpunkt. Deutschland solle eine ehrliche Kooperation mit Taiwan eingehen und notfalls auch das Echo aus China ertragen.
NFTs sind ein aktueller Tech-Hype. Die Versteigerungen von Kunstwerken, Fotos oder Tweets für hohe Summen hat NFTs in diesem Jahr mehrmals in die Schlagzeilen gebracht. Doch NFTs sind auch für weitere Anwendungsfelder denkbar – und könnten zu einer eigenen Anlageklasse werden. Dann bräuchte es neue Regulierungen, schreibt Anwalt und Finanzexperte Alexander Wellerdt von der Kanzlei Hengeler Mueller. Europa könnte mit einem transparenten Rechtsrahmen sogar zum Vorreiter werden.
Die KI-Forschung ist in Deutschland gut aufgestellt. Doch zu selten entstehen aus dem Wissen neue Produkte oder Dienstleistungen. Was fehlt, sind der Austausch und die Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, schreibt Carl-Helmut Coulon von der Plattform Lernende Systeme.
Die Deutsche Bahn teilt Echtzeitdaten mit Google und bewirbt dies als „Riesenschritt in Richtung Mobilitätswende“. Für Franziska Heine von Wikimedia Deutschland kommt die Bahn zehn Jahre zu spät. Statt Kooperation mit Big Tech brauche es endlich offene Schnittstellen für Daten.
Deutschland ist in der EU das Top-Ziel für russische Desinformationskampagnen. Um demokratische Debatten zu schützen, muss die Bundesrepublik entschlossen gegen Wahlbeeinflussung vorgehen, schreibt Anneli Ahonen, Senior Fellow am Institute for Strategic Dialogue.
Weggespülte Straßen und Brücken, großflächige Umleitungen und Geschwindigkeitsbeschränkungen: In den schwer getroffenen Hochwassergebieten ist es nicht einfach den Überblick über die Verkehrslage zu behalten. Das müsste nicht so sein, schreibt der Informatiker und Smart-City-Experte Lutz Heuser. Deutschland müsse aus der Krise lernen und voll auf urbane Datenplattformen setzen.
Am Wochenende tritt das deutsche Umsetzungsgesetz zur EU-Urheberrechtsreform in Kraft und damit auch die neuen Vorgaben für Online-Plattformen, mit welchen Mitteln und unter welchen Bedingungen sie automatisch nach Urheberechtsverletzungen suchen dürfen. Was das für Plattformen und Nutzer:innen bedeutet, schreibt der Urheberrechtsexperte Felix Reda.
Während die Menschen in Deutschland gerade ihre Sommerferien genießen, ziehen mit der Delta-Variante bereits erste dunkle Schleierwolken am Horizont auf. Cisco Deutschland-Chef Uwe Peter ist besorgt, dass aktuell wieder wichtige Zeit vergeudet wird. Oder schlimmer noch, dass nach der Krise versucht wird, weiterzumachen wie zuvor. Er fordert eine beschleunigte Digitaloffensive in Deutschland.
Bei der Frage nach einem Digitalministerium im Bund kommt es auf auf die konkrete Ausgestaltung an. Welche Kompetenzen braucht ein solches Ministerium? Wie kann garantiert werden, dass die Strukturen angemessen sind, um die Digitalisierung politisch zu gestalten? Der Verwaltungswissenschaftler Hermann Hill hat konkrete Vorstellungen, wie die künftige Bundesregierung den Aufbau eines solchen Ministeriums angehen sollte.
Die Idee der sozialen Marktwirtschaft müsse ins Zeitalter der Digitalisierung gehoben werden, fordern Ellen Ueberschär und Philipp Sälhoff vom Wirtschaftskreis Digitale Ordnungspolitik der Heinrich-Böll-Stiftung. Der Staat soll zum Digitalvorreiter werden, massiv in Infrastruktur investieren und das Gemeinwohl in den Vordergrund stellen. Eine langfristige Vision zu entwickeln, werde zur Nagelprobe für die nächste Bundesregierung.
Deutschland verfolgt bei seinen Katastrophenwarnsystemen einen App-basierten Ansatz. Das allein wird jedoch nicht reichen, um die Vorgaben der neuen EECC-Richtline zu erfüllen, schreibt Rachele Gianfranchi vom Warnsystemhersteller Everbridge. Cell Broadcasting per SMS könnte diese Lücke füllen.
Staaten wie China setzen Automatisierung und Algorithmen schon vielfach ein, um unter der Bevölkerung für Recht und Ordnung zu sorgen. In westlichen Demokratien würde das aus vielerlei Gründen nicht funktionieren – und die Demokratie gefährden. Doch die wird auch gefährdet, wenn der Staat KI aus purer Angst nicht einsetzt, schreibt Digitalberater Mads Pankow.
Die Roaring Twenties der Technikregulierung brechen an: Denn die Europäische Union reagiert mit ihrer Regulierung nicht mehr auf Entwicklungen, sondern legt proaktiv Richtlinien vor, schreiben Amélie Heldt vom Leibniz-Institut für Medienforschung und Moritz Hennemann von der Universität Passau. Damit könnte sie weltweit Standards setzen.
Die schlechte Nachricht ist: Autonome Fahrsysteme werden den Mobilitätssektor frühestens in den 2030er Jahren flächendeckend durchdrungen haben. Die gute: Das gibt Fahrzeugherstellern, ÖPNV-Anbietern, ihren Beschäftigten und der Politik viel Zeit, jetzt die richtigen Weichen für den Wandel zu stellen. Welche das sein sollten, schreibt Zukunftsforscher Robert Peters.
Die digitale Souveränität in Europa ist gerade im Hinblick auf KI-Super-Modelle aus den USA und China in Gefahr. Zu ihrer Erhaltung soll die Initiative Large European AI Models (LEAM) des KI Bundesverbandes beitragen, die im Rahmen des European AI Forums startet. Wie die Initiative das erreichen will, berichtet Jörg Bienert.
Mit KI können Unternehmen neue Geschäftsmodelle entwickeln. Bislang sind viele Mittelständler aber noch zurückhaltend: Oftmals fehlen gut aufbereitete Daten, Fachkräfte und Investitionsspielraum. Wie mittelständische Betriebe die Potenziale von KI nutzen, schreibt Ralf Klinkenberg von der Plattform Lernende Systeme.
Trotz hoher Investitionen in Data Analytics rufen nur wenige Unternehmen das Potenzial von Daten für sich und ihre Kunden voll ab. Häufig fehlt eine ausgereifte Datenstrategie, wie eine aktuelle Studie von PwC zeigt. Ulrich Störk, Sprecher der Geschäftsführung, und Michael Bruns, Analytics-Experte, bei PwC Deutschland erklären, welche Faktoren eine gute Datenstrategie ausmachen.
Das Start-up Omobi will digitale Sammeltaxis für den ländlichen Raum etablieren – als Alternative zu leeren Linienbussen. Einen ersten großen Auftrag gibt es im bayerischen Murnau am Staffelsee.
Europas Städte werden nur dann zu klimaneutralen Smart Cities, wenn sie auf Bottom-up-Initiativen setzen, schreiben die drei Mitglieder des Mission Boards der Europäischen Kommission für die Städte Mission, Maria Vassilakou, Barbara Lenz und Martin Russ. Klimaneutralität werde zum Synonym für das Management von Innovations-Ökosystemen.
In der Verwaltung scheitert der Einsatz von KI oft am Privatsphärendilemma. Neue dezentrale, datenschutzfreundliche Technologien wie maskiertes föderiertes Lernen könnten das ändern, erklären Martin Schallbruch und Michael Huth.