Kollabierende Ökosysteme gefährden das Geschäft von Kreditinstituten. Aufsichtsbehörden fordern ein aktives Risikomanagement. Einige Geldhäuser gehen das nun an.
Am Mittwochabend hat US-Präsident Donald Trump die nächste Eskalationsstufe seiner Handelspolitik betreten. Für alle Importe aus der EU soll ein Zollsatz von 20 Prozent gelten. Nun bleibt abzuwarten, zu welchen Gegenmaßnahmen die EU greift. Nicht unwahrscheinlich ist, dass sie sich deutlich auf den Agrarsektor auswirken.
Klimawandelbedingte Unwetter schädigen Kakaobäume. Geschwächte Bäume können ein gefundenes Fressen für Schädlinge sein. Wenn es dann keinen benachbarten Urwald gibt, aus dem Vögel und Fledermäuse zur Schädlingsbekämpfung einfliegen, dann drohen Ernteverluste – und steigende Schokoladenpreise.
Die EU-Kommission hat eine neue Strategie zur inneren Sicherheit vorgestellt. Dabei geht es um hybride Bedrohungen wie Sabotage an Unterseekabeln. Doch auch die Lebensmittelindustrie ist Teil der kritischen Infrastruktur, die künftig besser geschützt werden soll. In Deutschland haben zwei entsprechende Gesetze den Bruch der Ampelkoalition nicht überlebt.
Nachdem ein Agrarstrukturgesetz für Brandenburg vor dem Regierungswechsel gescheitert ist, will sich die neue Koalition erneut mit dem Thema befassen. Allerdings sieht der Koalitionsvertrag kein eigenes Gesetz mehr vor. Die Juristin Antje Tölle und der SPD-Agrarpolitiker Johannes Funke erklären, was möglich ist – und was nicht.
Im Jahr 2022 hat rein rechnerisch jede:r EU-Bürger:in 132 Kilo Lebensmittel weggeworfen. Einem neuen Bericht der Europäischen Umweltagentur zufolge plant die EU verbindliche Reduktionsziele bis 2030. Effektive Präventionsmaßnahmen und Integration in Klima- und Biodiversitätspolitik sind entscheidend.
Mehr als ein Jahr ist es her, seit der Bürgerrat „Ernährung im Wandel“ sein Gutachten an den Deutschen Bundestag überreicht hat. Politisch ist seitdem nicht viel passiert. Drei ehemalige Mitglieder erzählen, wie sie die Arbeit erlebt haben – und was sie von den politischen Reaktionen halten.
Die Agrarministerkonferenz hat sich bei ihrer Frühjahrstagung nicht auf die Düngerechtsnovelle einigen können. Auch beim Pflanzenschutz gab es abweichende Protokollerklärungen. Einigkeit dagegen bei der Tierhaltungskennzeichnung: Sie soll um ein halbes Jahr verschoben werden. Zudem fordern Agrarminister Ausnahmen beim Mindestlohn.
Agrarsysteme der Zukunft will das Forschungsministerium bis 2028 fördern. Die zweite Phase beginnt heute mit einem Workshop in Potsdam. Ziel ist eine nachhaltige Agrarwirtschaft durch Digitalisierung, Automatisierung und innovative Kreislaufsysteme. 35 Millionen Euro sind für sieben Verbünde eingeplant.
Trump kündigt weitere Zölle an und die EU drängt darauf, schnell Allianzen mit neuen Handelspartnern zu schließen. Trotz ungebrochener Widerstände aus der Landwirtschaft rechnet der EU-Abgeordnete Bernd Lange fest damit, dass das Parlament das Mercosur-Abkommen Anfang 2026 annimmt.
Der Ackerbau in Deutschland setzt auf Produktivität. Die biologische Vielfalt auf und rund um den Acker wird dabei oftmals als lästig empfunden. Wissenschaftler:innen haben die Situation analysiert und geben der Regierung Empfehlungen für die Koexistenz von Erzeugung und Artenvielfalt.
Wälder speichern weniger Kohlendioxid als erwartet. Eine neue Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung warnt vor Folgen für Klimaziele und fordert eine Anpassung der Klimastrategien.
Um die Natur zu schützen und wiederherzustellen, braucht es ein „Intakte Natur Gesetz“, fordert eine Rechtsanalyse im Auftrag von Greenpeace. Damit ließe sich die EU-Wiederherstellungsverordnung national umsetzen – ohne zu einem „Planungsmonster“ zu werden.
Die Agrar-Arbeitsgruppe für den Koalitionsvertrag von Union und SPD hat sich auf ein neues Jagdrecht für Wölfe geeinigt, will Bio-Lebensmittel weiter fördern und die Stoffstrombilanz im Düngerecht abschaffen. Die Agrardiesel-Förderung kommt zurück. Strittig sind die Neuen Genomischen Techniken und der Ausgleich beim Naturverbrauch.
Die Kürzung humanitärer Hilfen durch die USA hat massive Auswirkungen auf die globale Ernährungssicherheit. Die Organisation Aktion gegen den Hunger appelliert zum vierten Nutrition for Growth Gipfel in Paris an die Bundesregierung, einen entscheidenden Beitrag zum Kampf gegen Mangelernährung zu leisten.
Günther Felßner hat überraschend seinen Rückzug bekannt gegeben, er will nicht mehr Bundeslandwirtschaftsminister werden. Als Grund nennt er eine Protestaktion von Tierschützer:innen auf seinem Hof. Die Aktion und Felßners Reaktion darauf könnten den Kulturkampf gegen NGOs weiter befeuern, fürchten Beobachter. Wer das Amt nun übernimmt, ist unklar.
Das von der Ampelkoalition neu geschaffene Amt der Bundestierschutzbeauftragten besetzt die Veterinärmedizinerin Ariane Kari seit zwei Jahren. Besonders das Tierschutzgesetz und das Verbot von Tiertransporten in Drittländer haben sie in dieser Zeit beschäftigt. Im Gespräch mit Tagesspiegel Background blickt Ariane Kari zurück und in die neue Legislatur.
Die Koalitionsverhandlungen von Union und SPD laufen auf Hochtouren. Derweil machen die Fachreferate des Bundeswirtschaftsministeriums Vorschläge, wie die nächste Legislatur aussehen soll. Darunter findet sich auch Input für den Agrarsektor, etwa zu Moorwiedervernässung und Photovoltaik.
Vor einem Jahr wurde die Vogelgrippe erstmals bei Milchkühen in den USA entdeckt. Präsident Trump meidet das Thema, eine Strategie dagegen gibt es nach wie vor nicht. Auch deutsche Fachleute beobachten dies mit Sorge. Unterdessen wurde das Virus in Großbritannien erstmals bei einem Schaf nachgewiesen.
Der Niedersächsische Weg zeigt seit fünf Jahren, wie Naturschutz und Landwirtschaft miteinander kooperieren können. Partner des Vertrags sehen darin auch ein Vorbild für den Bund und fordern die neue Regierung zum Handeln auf.
Bevor ein aktives Bestandsmanagement beim Wolf losgehen kann, müssen die europäische FFH-Richtlinie und das deutsche Bundesnaturschutzgesetz angepasst werden. Die EU-Kommission hat den ersten Schritt gemacht. Nun wollen die Bundesländer keine Zeit verlieren und stellen Forderungen an die künftige Bundesregierung.
Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus widersetzt sich der Einführung neuer Öko-Regelungen für die Weidehaltung von Milchviehbetrieben und für Biodiversitätsflächen. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft warnt vor Verstößen gegen Beschlüsse von Bundestag und Bundesrat.
Die Natur ist als Klimaschützerin fest eingeplant. 2030 klafft bei den natürlichen CO2-Speichern aber wohl eine riesige Lücke zwischen gesetzlichem Anspruch und Wirklichkeit. Umweltschützer und die noch amtierende grüne Ministerin appellieren an die nächste Regierung.
Ständige Anpassung der Speisekarte versus mehr Transparenz für Gäste – die Ausweitung der Tierhaltungskennzeichnungspflicht für die Gastronomie ist umstritten. Welche bürokratischen Hürden bei der Rechtswirksamkeit bevorstehen würden und was einzelne Verbände davon halten.
Die Weltgemeinschaft hat sich zum Ziel gesetzt, jedem Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser zu geben. Doch der Klimawandel treibt die Wasserknappheit voran und gefährdet damit in vielen Regionen auch die Ernährungssicherheit. Die Lösungen liegen auf dem Tisch, Hilfsorganisationen fordern mehr Geld für die Umsetzung.
Stakeholder der Forst- und Holzwirtschaft sowie dem Umweltschutz fordern gezielte Investitionen aus dem neuen 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Klimaschutz, Waldumbau und digitale Infrastruktur. Forderungen umfassen auch CO2-Honorierung und Unterstützung für ländlichen Raum.
Seit Januar sieht sich die EU-Kommission mit Vorwürfen der Finanzierung von NGO-Lobbyaktivitäten konfrontiert. Auch von Geldern für Arbeiten gegen das Mercosur-Abkommen und für Klagen gegen landwirtschaftliche Betriebe war die Rede. Am Dienstag wurde die Debatte im EU-Umweltausschuss fortgesetzt.
Die neue Regierung könnte den Mindestlohn anheben. Die Obst- und Gemüsewirtschaft, die stark auf Saisonarbeit angewiesen ist, protestiert. Denn ein steigender Mindestlohn treibt den Strukturwandel an. Doch eine Ausnahmeregel für diese Branchen wäre womöglich kontraproduktiv.
Für Milchviehhalter und die Milchindustrie ist und bleibt die Marktlage vorteilhaft. Die Nachfrage nach dem knappen Gut ist stabil. Zusätzlich rückt auf EU- und wohl auch auf nationaler Ebene die Wirtschaftlichkeit politisch wieder in den Fokus. Am Artikel 148, einer „Regulierungswut“ und der sinkenden Anzahl von Milchviehhaltern reibt sich die Branche aber.
Frankreich möchte die Anpflanzung von Hecken bis zum Jahr 2030 mit bis zu 500 Millionen Euro unterstützen. Im Februar hat die Europäische Kommission die Staatshilfe genehmigt. Allerdings fiel das Budget zuletzt deutlich geringer aus.
Neue Daten des Umweltbundesamts zeigen: Der deutsche Landnutzungssektor wird das Ziel für 2030 krachend verpassen. Und nun? Steffi Lemke fordert entschiedenes Handeln, um die natürlichen Kohlenstoffspeicher auszubauen. Die Waldbesitzerlobby dagegen will eine Anpassung des Klimaschutzgesetzes.
Es war knapp bis zuletzt: Der Ausschuss der Ständigen Vertreter hat den Vorschlag für die Verordnung für Neue Genomische Techniken angenommen. Nun beginnt der Trilog. Wichtige Fragen zur Patentierung und Kennzeichnung von genetisch veränderten Pflanzen bleiben unbeantwortet, sagen Kritiker:innen.
Die Gemeinsame Agrarpolitik hat sich im Laufe der Jahrzehnte stark verändert. Auflagen, Kontrollen und Bürokratie nahmen zu. Die Bauern haben das Grundgefühl, ihnen werde misstraut – was zuletzt eine Welle von Bauernprotesten auslöste. Peter Feindt und Pascal Grohmann von der HU Berlin erklären im Interview, wie sich Umgestaltungen der GAP ausgewirkt haben.
Recht einhellige Zustimmung unter den Mitgliedsstaaten, im Europaparlament gehen jedoch die Omnibus-Vorschläge Konservativen und Rechten nicht weit genug: Für eine deutliche Verringerung der EU-Nachhaltigkeitsvorschriften für Unternehmen scheint der Weg frei.
Schon vor Monaten präsentierte Markus Söder den Bauernpräsidenten Günther Felßner als neuen Bundeslandwirtschaftsminister. Doch in den letzten Wochen kommt Gegenwind auf. Es könnte Felßner gar ein „Kirchhoff-Schicksal“ drohen. Möglicherweise hat eine Frau die Nase vorn und wird Landwirtschaftsministerin.
Am heutigen Donnerstag starten die Koalitionsverhandlungen für eine mögliche schwarz-rote Regierung. Umwelt und Landwirtschaft werden in einer gemeinsamen Arbeitsgruppe verhandelt, angeleitet von Steffen Bilger (CDU), Franziska Kersten (SPD) und Artur Auernhammer (CSU). 13 weitere Mitglieder sind noch in der Arbeitsgruppe.
High Noon für die NGT-Verordnung: Am Freitag soll der Ausschuss der Ständigen Vertreter über einen Kompromissvorschlag der polnischen Ratspräsidentschaft abstimmen. Eine Zustimmung im Ministerrat wäre dann nur noch eine Formsache, der Weg zum Trilog wäre frei. Öko-Verbände halten den Vorschlag für unzureichend.
Das einheitliche Format für die nationalen Wiederherstellungspläne ist beschlossene Sache. Ein paar Änderungen am Entwurf der EU-Kommission konnten die Mitgliedstaaten noch platzieren. Nun kann die Umsetzung starten – und damit wird es schnell gehen müssen, denn die Fristen laufen.
Ruth Hanßen ist Fachärztin für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie sowie Leiterin der Arbeitsgruppe Translationale Stoffwechselforschung an der Uni Köln. Im Gespräch mit Tagesspiegel Background erklärt Hanßen, wie Gehirne von Menschen mit Adipositas funktionieren und warum sie nichts von einer Zuckersteuer hält.
Winzige Plastikpartikel schädigen die Zellmembran von Pflanzen und behindern so die Photosynthese von Pflanzen auf dem Land und im Meer, heißt es in einer neuen Studie. Die beteiligten Forschenden leiten daraus weltweit erhebliche landwirtschaftliche Ertragseinbußen ab. Daran gibt es Kritik.
Fehlende Überstundenauszahlung, mangelnde Planbarkeit und immenser Zeitdruck: Die Gewerkschaft NGG fordert bessere Arbeitsbedingungen in der Backwarenbranche. Vieles ist direkt an die Arbeitgeber adressiert, doch auch die Politik könnte eingreifen.
In der Debatte um das Mercosur-Abkommen dreht sich alles um die negativen Folgen für Landwirtschaft und Umwelt. Dabei vermischen sich Ideologie, Populismus, Lobbyinteressen und sachliche Argumente. Ökonom:innen halten die Nachteile des Freihandelsabkommens für überschaubar.
Am Wochenende haben sich Union und SPD auf ein elfseitiges Sondierungspapier geeinigt. Auch bei Ernährungs- und Agrarthemen haben die drei Parteien in einigen Themenfeldern einen Konsens gefunden.
Mit einem Vorschlag zur Änderung der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie will die EU-Kommission den Abschuss von Wölfen erleichtern. Die Entscheidung über konkrete Regeln fürs Wolfsmanagement bleibt aber bei den Mitgliedstaaten. Umweltverbände sprechen von „Klientelpolitik“.
Die Deutsche Umwelthilfe konnte am Donnerstag einen Erfolg verzeichnen: Sie gewann mit ihrer Klage gegen die Länder Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen wegen der Nitratbelastung des Ems-Grundwassers. Die DUH sieht darin einen Präzedenzfall. Für die Behörden und das Landvolk Niedersachsen hingegen sind die Folgen des Urteils noch nicht absehbar.
Die EU plant Zölle auf Kunstdünger aus Russland. Die Handelsmaßnahme wird kontrovers diskutiert. Während der europäische Verband Copa Cogeca vor Folgen für die Ernährungssicherheit warnt, meint der deutsche BÖLW, dass eine von Importen abhängige Ernährungssicherheit nicht nachhaltig ist.
Um Vertragsverhandlungen zwischen Händlern und Herstellern auf Augenhöhe zu ermöglichen, gibt es seit wenigen Jahren die UTP-Richtlinie. Die Bundesanstalt für Ernährung hat nun erstmals einem großen Lebensmitteleinzelhändler untersagt, Milch- und Sahneprodukte nicht erst nach 49 Tagen zu zahlen, sondern schon nach 30 Tagen.
Steuersenkung für Lebensmittel und kostenlose Schulverpflegung: Die SPD geht mit konkreten Forderungen bezüglich Ernährung in mögliche Koalitionsgespräche mit der Union. Aber wie positionieren sich die Christdemokrat:innen? Bei welchen Themen schwarz-rot in puncto Ernährung auf einen gemeinsamen Nenner kommen könnte.
Trump droht allen mit Zöllen – sowohl Verbündeten als auch Gegnern. Nun macht er klar, dass die beiden Nachbarn Kanada und Mexiko an der Reihe sind. Zölle auf Agrarprodukte sollen Anfang April folgen.
Die Sondierungsphase hat begonnen und damit auch das Ringen um die Zuschnitte der Bundesministerien. Ein um Familie und Gesundheit erweitertes „Supersozialministerium“ steht seit Wochen im Raum. Dabei gibt es noch ein anderes Thema, das sich an ein größeres Gesundheitsministerium andocken ließe: Ernährung.
Mit dem Verlust von Biodiversität geht auch ein Verlust von wirtschaftlicher Stabilität einher, so eine These der Deutsche Bundesstiftung Umwelt. Allerdings besteht für die landwirtschaftliche Produktion in Deutschland nur eine moderate Abhängigkeit von Bestäubern. Dagegen ist der Klimawandel schon heute eine Gefahr für gute Erträge.
Ernteausfälle in Höhe von zwei Milliarden Euro entstehen in der EU jedes Jahr durch bodennahes Ozon. Das hat die Europäische Umweltagentur ermittelt. Einer der Vorläuferstoffe von bodennahmen Ozon ist Methan – auch aus der Landwirtschaft. Die Deutsche Umwelthilfe fordert deshalb eine deutlich verringerte intensive Nutztierhaltung.
Forschende warnen, dass die Adipositasraten bei Kindern, Jugendlichen und jungen Heranwachsenden weltweit in die Höhe schießen, schnelle Maßnahmen das Blatt aber noch wenden könnten. Dafür bräuchte es Fünfjahres-Aktionspläne. Vorschläge, was darin stehen sollte, haben die australischen Forschenden direkt mitgeliefert.
Alles sieht danach aus, als würde Deutschland bald von einer Koalition aus SPD und CDU/CSU regiert. In der Agrarpolitik dürfte die Union den Ton angeben und den Fokus auf Wettbewerbsfähigkeit und Bürokratieabbau legen, während Umwelt- und Klimaschutz in den Hintergrund rücken.
Brandenburgs Umweltministerium will das Renaturierungsgesetz nicht umsetzen und setzt sich damit über EU-Recht hinweg. Nun kommt Zuspruch von verschiedenen Seiten. Der Deutsche Bauernverband hofft darauf, dass die neue Regierung in Brüssel nachverhandelt. Das BMUV zeigt sich entsetzt.
Der Multilateralismus lebt noch: Nachdem im November 2024 die Weltnaturkonferenz ohne Einigung bei der Finanzierung zu Ende ging, konnte die nun in Rom nachgeholt werden. 154 Staaten einigten sich auf einen mehrjährigen Finanzrahmen zum Schutz der Biodiversität. Umweltverbände pochen auf eine schnelle Umsetzung.
Die Schilf-Glasflügelzikade breitet sich in Deutschland aus und verursacht massive Schäden im Zuckerrüben- und Kartoffelanbau. Experten fordern dringend Maßnahmen und mehr Forschung zur Bekämpfung des Schädlings. Morgen tagt das Julius Kühn-Institut.
Im neuen Jahresgutachten der Expertenkommission Forschung und Innovation steht die deutsche Wasserwirtschaft im Fokus. Diese ist im europäischen Vergleich sehr kleinteilig strukturiert – was ein Ausbremsen von Innovationen zur Folge hat. Teilweise besteht aber regulatorischer Veränderungsdruck. Was die Kommission empfiehlt.
Acht Unternehmen des Agrargroßhandels sollen über 17 Jahre lang Preisabsprachen für Pflanzenschutzmittel getroffen haben. Nicht zum ersten Mal steht der Verdacht im Raum, dass Landwirte deshalb zu hohe Preise zahlen mussten. Über 3000 Bauern haben sich einer Sammelklage gegen die Unternehmen angeschlossen, die nun beim Landgericht Dortmund eingereicht wurde.
Bio-Siegel, Blauer Engel, „nachhaltig“ oder „klimaneutral“. Das sind nur einige der vielen Umweltlabel und -aussagen, die Verbraucher:innen heute auf Produkten finden. Eine neue Studie des Öko-Instituts und Umweltbundesamts diskutiert, wie man mehr Transparenz schaffen und Greenwashing verhindern könnte.
Die brandenburgische Ministerin Hanka Mittelstädt (SPD) hat die EU-Verordnung zur Wiederherstellung der Natur vorläufig ausgesetzt. Dabei gilt diese unmittelbar in allen Mitgliedstaaten – und damit auch Bundesländern. Naturschutzverbände bewerten den Vorstoß als Arbeitsverweigerung, Landbesitzende begrüßen ihn.
Die EU-Kommission will für viele Firmen Nachhaltigkeitspflichten streichen: Gestern schlug sie ihren „Omnibus“ zu CSRD, Taxonomie und Lieferketten vor. Eine weitreichende Forderung mancher Unternehmen erfüllt sie aber nicht.
Den Vorwurf unlauterer Einflussnahme auf die öffentliche Meinungsbildung in einer kleinen Anfrage der CDU/CSU haben die betroffenen Verbände zurückgewiesen. Der BUND, Foodwatch, die Deutsche Umwelthilfe und der Agora-Thinktank betonen ihre Rolle in der Demokratie und im öffentlichen Diskurs.
Die EU-Kommission will das Lieferkettengesetz um ein Jahr verschieben und Auflagen für Unternehmen deutlich abschwächen. Firmen sollen künftig nur noch direkte Zulieferer auf Einhaltung von Menschenrechten überprüfen müssen. Die Ernährungsindustrie und der Bauernverband reagieren erfreut, viele andere Stakeholder äußern sich kritisch.
In der Diskussion um die Patentierung von NGT-Organismen stehen große Saatgutzüchter und mittelgroße Zuchtbetriebe im Konflikt. Der polnische Vorschlag zur Regelung der Patentfrage wirft Fragen zur Umsetzung bisheriger Forderungen auf und bleibt hinter den Erwartungen zurück.
Mehrere hundert Fragen zur politischen Arbeit von NGOs hat die Unionsfraktion an die Bundesregierung gestellt. Amnesty International und Opposition sehen darin einen Angriff auf die Zivilgesellschaft.