Die Moorvernässung polarisiert und schreitet nur langsam voran. In einem Workshop des Greifswald Moor Centrums und des Helmholtz-Instituts für Umweltforschung hat die deutsche Moorszene darüber diskutiert, wie sich der Diskurs darum verändern muss.
Was wäre, wenn Landwirte sich nicht mehr an die Standards der EU für den guten landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand von Flächen (GLÖZ) halten würden, weil sie keine Flächenprämien beantragen? Wäre die Natur durch nationale Regeln dann genauso gut geschützt? Diese Frage beantwortet eine am Donnerstag erschienene Publikation des Umweltbundesamtes.
Die französische Behörde für Lebensmittelsicherheit empfiehlt Kantinen, keine Sojaprodukte mehr zu verkaufen. Zuvor hat sie einen toxikologischen Schwellenwert für Isoflavon festgesetzt, einem in Soja enthaltenen Phytoöstrogen. Eine strenge Entscheidung angesichts der wissenschaftlichen Wissenslage finden manche Experten.
Zwar hat die Weltgemeinschaft die Abkehr von fossilen Brennstoffen beschlossen. Doch über die Umsetzung wollen manche Länder gar nicht reden. Wie es mit dem Dialog weitergehen kann, wollen Klimadiplomaten in Bonn aushandeln.
In den vergangenen Wochen hat es immer wieder Cyberangriffe auf den britischen Einzelhandel gegeben. Besonders schwer traf es die Warenhauskette Marks and Spencer, aber der Lebensmittelhändler Co-op war betroffen. Hacker machten sich offensichtlich die Sorglosigkeit der Angestellten zunutze.
Deutschlands Wälder stehen unter Dauerstress. Das stellte Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer bei seiner ersten Präsentation der Waldzustandserhebung fest. Um den Wald gesünder und stabiler zu machen, will er beides – Umbau und Nutzung – vorantreiben. In der Fachwelt ist die richtige Art des Umbaus allerdings umstritten.
Regenerative Landwirtschaft verspricht gesündere Böden und stabilere Erträge – und macht damit dem Ökolandbau Konkurrenz. Doch der grenzt sich vehement davon ab. Derweil haben große Agrarkonzerne den Begriff längst für sich entdeckt. Wie also steht es um diese Form der Landwirtschaft?
Laut einem Gesetz müssen im Land Berlin seit einiger Zeit die Ergebnisse von Hygienekontrollen in Restaurants und Bäckereien veröffentlicht werden. Doch der CDU-geführte Senat will darunter nun einen Schlussstrich ziehen. Nach der Mehrwertsteuersenkung für die Gastronomie im Bund werten Verbraucherschützer dies als weiteres Geschenk an die Branche.
Über die Notwendigkeit, das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz zu verbessern, herrscht im Bundestag und in der Wertschöpfungskette Einigkeit. Das zeigte die erste Beratung des Gesetzes, das die Einführung der Kennzeichnung erst einmal verschieben wird. Nun steigt für die Regierung der Druck, weitere Schritte einzuleiten.
Ein aktuelles Positionspapier unterstreicht den Nutzen von Grünland für Klimaschutz, Artenvielfalt und Tierwohl. Auch Alois Rainer sieht das so und will die Förderung von Weidegang forcieren. Eine seiner ersten Amtshandlungen ist jedoch das Aufeislegen von Ökoregelungen. Eine von ihnen soll mehr Milchkühe auf die Weide bringen.
Der Stellenwert der Saisonarbeit in der Landwirtschaft rückt die Branche in den Fokus der heutigen Bundestagsdebatte zum Mindestlohn. Eine Ausnahmeregelung von der möglichen Erhöhung auf 15 Euro fordert der Bauernverband. Vor den Folgen warnt die Arbeitnehmerseite.
Beim Thema Lieferkettenregulierung kommen CDU und SPD, trotz Vereinbarung im Koalitionsvertrag, offenbar auf keinen gemeinsamen Nenner. Das zeigte eine Debatte am Donnerstag im Bundestag. Dabei bräuchten Unternehmen gerade jetzt eine klare Linie.
Die neue Wasserstrategie der EU soll bis 2030 eine Effizienzsteigerung der Wassernutzung um zehn Prozent erreichen. Sie enthält jedoch keine neuen gesetzlichen Maßnahmen. Der Deutsche Bauernverband fordert eine Priorisierung der Landwirtschaft bei der Wassernutzung zur Ernährungssicherung.
Das Braunkohleunternehmen Leag und die tschechische Konzernmutter EPH bauen seit Jahren ihr Pelletgeschäft aus. Doch bei Umweltorganisationen stößt der Kurs auf Kritik.
Trotz zusätzlicher Investitionen aus dem Sondervermögen könnten Pläne der neuen Bundesregierung auf ein Nullsummenspiel fürs Klima hinauslaufen. Grund sind neue klimaschädliche Subventionen und entgangene Einnahmen, hat das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft ermittelt. Dazu trage auch der Sektor Landwirtschaft bei.
Obwohl sich einige Rechtspopulisten und die deutschen EVP-Abgeordneten im EU-Umweltausschuss gegen das erste EU-Bodengesetz stellten, hat es am Mittwoch für eine Mehrheit gereicht. Damit ist die Richtlinie, für die es bereits eine Trilogeinigung gegeben hatte, einen Schritt weiter.
Wieder hat eine Umweltorganisation Ewigkeitschemikalien in Nahrungsmitteln gefunden. Diesmal wurden Brot und Getreide untersucht. Besonders hoch waren die Mengen in Keksen mit Zutaten aus konventioneller Erzeugung.
Mit einer Agrarexportstrategie und Handelsabkommen wie Mercosur will die Bundesregierung Betriebe aus dem Agrar- und Ernährungssektor stärken. Eine Verbesserung der Exportsituation ist der Ernährungsindustrie zufolge auch dringend nötig. Das Landwirtschaftsministerium will sich dabei nach den Bedarfen der Wirtschaft richten – doch Details bleiben offen.
Die EU-Kommission plant eine Initiative, um der zunehmenden Verschmutzung der natürlichen Gewässer Einhalt zu gebieten. Ein Schwerpunkt ist der Kampf gegen die Ewigkeitschemikalie PFAS. Doch dies ist nicht der erste Anlauf.
Kohlenstoffbindung, Kosteneffizienz oder ein möglichst hoher ökologischer Nutzen: Der Brüsseler Thinktank Bruegel sieht drei mögliche Wege, das EU-Gesetz zur Wiederherstellung der Natur umzusetzen. In Deutschland sei es besonders wichtig, die privaten Eigentümer einzubeziehen.
Das Projekt „Essen mit Zukunft“ testet nachhaltige Ernährung in Kitas und Schulen. Trotz anfänglicher Skepsis zeigt sich eine hohe Akzeptanz. Wie weniger Fleisch- und Fischkonsum und ein höherer Bio-Anteil bei gleichen Kosten gelingen können.
Eine neue Studie widerspricht der landläufigen Ansicht, weniger Dünger- und Pestizideinsatz führe zwangsläufig zu weniger Erträgen. Unter der Voraussetzung, dass regenerative Praktiken angewendet werden, sind die 78 untersuchten Betriebe sogar sehr produktiv. Grundlage ist ein neuer Index, der die Reform der EU-Agrarpolitik inspirieren soll.
Der EU-Parlamentarier Bernd Lange sucht als Unterhändler seit Wochen nach Wegen aus dem Zollstreit mit den USA. Der Wankelmut des US-Präsidenten macht Fortschritte aber sehr schwierig.
Immer mehr Kinder sind übergewichtig oder adipös. Expertinnen von der Verbraucherzentrale und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung machen Vorschläge, was zu tun wäre. Über Bildungsmaßnahmen, gesündere Kinderspeisekarten und mögliche Gesetzesänderungen.
Die Tierhaltungskennzeichnung und zwei neue Ökoregelungen werden wohl später kommen als geplant: Beschlüsse dazu hat das Bundeskabinett am Mittwoch gefasst. Nun müssen beide Änderungsgesetze schnell durch das parlamentarische Verfahren. Das Amt der Tierschutzbeauftragten soll wohl langfristig beibehalten werden.
Eigentlich sollte der dritte Trilog in wenigen Tagen die Green Claims Richtlinie zum Abschluss bringen. Nun steht im Raum, die Verhandlungen zu verschieben. Denn noch immer gibt es Streit um die Vorabüberprüfung von Umweltangaben und die Kompensation mit CO2-Zertifikaten.
Auf der kleinsten und südlichsten der Kanarischen Inseln, El Hierro, wo Regenfälle immer seltener werden, verfolgt der polnische Biologe Michal Mos ein ambitioniertes Projekt: Er will Landwirtschaft ohne künstliche Bewässerung betreiben – allein mit Nebelwasser.
Der Tierarzt und Forscher Nils Grabowski isst Insekten seit langem ohne Ekel, weiß aber, warum das vielen schwerfällt. Um das Klima zu schützen, muss man sich jedenfalls nicht dazu überwinden, meint er. Gute Chancen für Insekten als Nahrungsmittel sieht er wegen der vollwertigen Inhaltsstoffe.
Elf EU-Mitgliedstaaten, angeführt von Österreich und Luxemburg, fordern eine Verschiebung und Abschwächung der europäischen Entwaldungsverordnung EUDR von der Kommission. Sie warnen vor bürokratischen Überlastungen. Der WWF dagegen befürchtet, dass die geforderte Null-Risiko-Kategorie zum Einfallstor für umdeklarierte Ware wird. Susanne Ehlerding berichtet.
Unsichere Exporte, ein stetig sinkender Weinkosum in der EU, unberechenbare Witterung: Die europäischen Biowinzer müssen sich auf immer neue Herausforderungen einstellen. Dazu gehört auch die Ausbreitung des Falschen Mehltaus. Bis vor zehn Jahren war für den Bioanbau ein effektives Mittel verfügbar. Branche und Politik kämpfen nun für die Wiederzulassung.
Mit dem Tierschutzgesetz war eines der wichtigsten agrarpolitischen Vorhaben der Ampel-Koalition gescheitert. Die Linke versucht nun zu erreichen, dass die jetzige Regierung den Gesetzentwurf aus der Schublade holt. Im Bundestag wurde am Freitag jedoch deutlich, dass die neue Koalition keine Novelle beabsichtigt.
Vor der ersten Teilnahme von Alois Rainer am EU-Agrarministerrat zerren verschiedene Akteure am neuen Landwirtschaftsminister. Die umfassendste Wortmeldung kommt vom Dachverband Climate Action Network Europe. Waldbesitzer und Ökobauern haben ebenfalls Wünsche.
Auf dem EU-Markt für alternative Proteine führt Deutschland aktuell mit einem Umsatz von 2,24 Milliarden Euro. Fabio Ziemßen vom Bundesverband für Alternative Proteinquellen erklärt, wie die neue Bundesregierung die gesellschaftliche Akzeptanz und Innovation fördern kann.
Auf einer internationalen Konferenz in Berlin ging es um Bodengesundheit und die Bilanz eines Programms des Bundesentwicklungsministeriums. Das wird nun allerdings von einem abgespeckten Nachfolgeprogramm abgelöst. Länder wie Kenia, die unter anderem davon profitiert haben, suchen nach Wegen zu nachhaltiger Landwirtschaft.
Ab Juli wird die EU deutlich höhere Zölle auf Importe von Düngemitteln und Agrarerzeugnissen aus Russland und Belarus erheben. Dem stimmte das EU-Parlament am Donnerstag zu. Die Düngerpreise für Landwirte könnten damit wieder steigen – auch wenn die neue Verordnung Gegenmaßnahmen vorsieht.
Der Bedarf an Land für Klimaschutzmaßnahmen wächst. Das führt zu Nutzungskonflikten; die Landrechte indigener Völker sind gefährdet, zeigt eine Studie der Robert Bosch Stiftung und des Thinktanks TMG Research. Projekte zur CO2-Entnahme müssten mit den betroffenen Gemeinschaften kooperativ geplant werden, fordern die Autor:innen.
Die Frist zur Umsetzung der EU-Richtlinie für erneuerbare Energien RED III ist am Mittwoch verstrichen. Auch die Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung müsste angepasst werden. Die Bundesregierung verspricht, schnell zu handeln. Umweltverbände fordern mehr stoffliche Nutzung von Holz.
Bei wichtigen Agrarprodukten wie Mais, Reis oder Soja ist die Importabhängigkeit der EU groß. Dabei werden ausreichende Erträge in den Bezugsländern wegen der Klimaveränderungen immer unsicherer. Hinzu kommt der Biodiversitätsverlust – und verschärft damit die Sicherheitslage in der EU. So lautet das Ergebnis eines heute veröffentlichten Berichts.
Das Klimaschutzgesetz weist für den Landnutzungssektor Senkenziele aus. Dabei sind geschädigte Wälder und trockengelegte Moore seit Jahren eine Quelle von CO2-Emissionen. Das Problem dürfte sich eher noch verschärfen. Zudem drohen Strafzahlungen aus Brüssel. Das Bundesumweltministerium will sich dem Problem im neuen Klimaprogramm annehmen.
Die Ukraine reformiert ihren Agrarsektor, um ihn fit für den Eintritt in die EU zu machen. Und das, während instabile Exportrouten, unsichere Handelsbeziehungen und der russische Angriffskrieg den Sektor unter Druck setzen. Besonders kleine Betriebe kämpfen ums Überleben.
Selten hielt eine Dürrephase so lange an wie aktuell. Jungpflanzen haben schwer zu kämpfen. Droht eine Milliardenschäden verursachende Dürrephase, wie sie vor sieben Jahren ihren Lauf nahm? Andreas Marx vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung hat Antworten.
Die Umweltminister:innen der Länder stehen hinter dem Gesetz zur Wiederherstellung der Natur, fordern aber mehr Unterstützung vom Bund. Zur Gemeinsamen Agrarpolitik wird eine neue Arbeitsgruppe gebildet. Maßnahmen gegen den Klimawandel, die Regulierung von PFAS und der Abschuss von Wölfen standen ebenfalls auf der Agenda eines Treffens, das am Freitag endete.
Sechs Jahre in Folge ist die Zahl der hungernden Menschen gestiegen. Zu diesem dramatischen Ergebnis kommt der neue Jahresbericht zu Ernährungskrisen. Gerade in Gaza ist die Situation derzeit verheerend und belegt: Um das Menschenrecht auf Nahrung zu verwirklichen, braucht es Frieden. Und auch ein Mix aus Hilfsmaßnahmen ist entscheidend.
Der Kampf gegen den Klimawandel ist teuer. Für die Länder ist deshalb klar, dass auch der Bund dafür bezahlen muss – und sie haben auch schon eine Idee, wie das geregelt werden soll. Außerdem beraten die Umweltminister:innen noch bis heute Mittag über Neue Genomische Techniken, das Gesetz zur Wiederherstellung der Natur oder das Konzept von Natur auf Zeit.
Der neue Minister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat hat am Donnerstag im Bundestag einen Kurswechsel in der Agrarpolitik versprochen. Wie genau Alois Rainer sich den vorgestellt, blieb vage. Die Opposition sparte nicht mit Kritik.
Landwirtin ist für viele junge Leute kein attraktiver Job. Dabei bräuchte der Agrarsektor der EU sie dringend. Auch, weil junge Bauern eher auf neue Technologien setzen oder um Umwelt- und Klimaschutz bemühen. Vor diesen Herausforderungen stehen sie.
Die EU-Kommission stellt ein neues Omnibus-Paket vor, das Bürokratie für Landwirte abbauen soll. Kontrolleure sollen nur noch einmal im Jahr auf die Höfe kommen, kleine Betriebe und Ökobauern werden von Umweltauflagen ausgenommen. Die Reaktionen sind gemischt, auch der Bauernverband ist nur halbwegs zufrieden.
Kurz vor dem Treffen der Umweltminister:innen prescht Sachsen vor: Die EU-Wiederherstellungsverordnung gehöre abgeschafft, mindestens aber überarbeitet. Während sich auch andere Länder kritisch positionieren, stärken Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein das Gesetz.
Die Bemühungen großer deutscher Einzelhandelsketten um Nachhaltigkeit hat das Bündnis „Superlist Umwelt“ in ein Ranking gebracht. Am Dienstag nun bekamen Vertreter:innen der Einzelhändler bei einem Symposium die Möglichkeit, sich über die Ergebnisse auszutauschen. Sie mussten sich dabei auch für ausbleibendes ökologisches Engagement rechtfertigen.
Das Aus für die ganzjährige Fixierung von Rindern schien besiegelt. Als Teil des neuen Tierschutzgesetzes blieb sie in der vergangenen Legislatur dann aber unvollendet. Ob der neue Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer den fertigen Entwurf aus der Schublade zieht, ist ungewiss.
Paludikultur gilt als ein Schlüssel, um Landwirt:innen davon zu überzeugen, dass es sich auch wirtschaftlich lohnen kann, trockengelegte Moore wiederzuvernässen. Denn darauf lassen sich wertvolle Rohstoffe erzeugen. Wo genau die Potenziale, aber auch Hürden liegen, untersucht nun ein groß angelegtes europäisches Forschungsprojekt.
Trotz Kritik von vielen Seiten will die EU die Flächenprämien nicht abschaffen. Stattdessen soll es neue Regeln geben, um zu unterbinden, dass Einzelpersonen und nicht-landwirtschaftliche Konzerne Zahlungen abgreifen. Im Agrarausschuss kursieren verschiedene Ideen.
Der neue Landwirtschaftsminister Alois Rainer möchte mehr Tierwohl, gleichzeitig hat er eine Debatte über sinkende Fleischpreise angestoßen. Drei Expertinnen und Experten schätzen ein, ob das vereinbar ist.
Auch das Europaparlament hat nun für eine Herabsetzung des Schutzstatus von Wölfen gestimmt. Damit kann die neue Bundesregierung das Tier wie geplant ins Jagdrecht aufnehmen.
Die Europäische Kommission sorgt im Zollkrieg vor und hat eine zweite Liste mit möglichen Gegenmaßnahmen gegen US-Zölle veröffentlicht. Diese umfasst zahlreiche landwirtschaftliche Produkte, unter anderem aus Soja.
Bei einer Konferenz in Brüssel diskutierten 1000 Stakeholder über die Zukunft der EU-Landwirtschaft. Agrarkommissar Christophe Hansen setzt auf „Evolution statt Revolution“, keine Reform der Flächenprämien. Damit stößt er nicht nur auf Zustimmung.
Die Gemeinschaftsverpflegung verzeichnet einen Aufschwung mit 45 Millionen Gästen und 16,8 Milliarden Euro Umsatz. Dabei hat sie auch mit Herausforderungen wie Kostensteigerungen und Personalmangel zu kämpfen. Auf welche innovativen Technologien die Branche setzt.
„Der ist kein Kulturkämpfer“, sagt der scheidende Landwirtschaftsminister Özdemir über seinen Nachfolger Alois Rainer, eine Spitze gegen Bayerns Ministerpräsident Söder. Der neue Minister will im Einklang mit Umwelt und Tierwohl „beste Bedingungen“ für die Landwirtschaft in Deutschland schaffen.
Aus den Zahlen zum Wirtschaftsjahr 2024 hat der Industrieverband Agrar am Dienstag Forderungen an die neue Bundesregierung abgeleitet: Im Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel soll das Umweltbundesamt keine Sonderrolle mehr einnehmen. Außerdem sollen EU-Zölle auf Importdünger die Wettbewerbsfähigkeit der hiesigen Hersteller sichern.
Im Vorfeld einer Agrarkonferenz morgen in Brüssel melden sich 38 deutsche Verbände zu Wort. Mitgliedstaaten in der EU-Agrarpolitik mehr Autonomie zu geben, halten sie für eine schlechte Idee. Stattdessen fordern sie stärkere Ökoregelungen, „echten“ Bürokratieabbau und das Ende der Flächenprämien.
Unterstützung für Agroforstsysteme hat die neue Regierung angekündigt. Derweil startet Schleswig-Holstein ein Modellvorhaben für nachhaltige Agroforstpraktiken. Die Schweiz testet die Verwendung von Bäumen als Futterspender für Wiederkäuer.
Eine bundesweite Aktionswoche rückt die Vielfalt und Bedeutung gesunder Kitaverpflegung in den Fokus. Expert:innen fordern bessere Standards, mehr Fachpersonal und eine angemessene Finanzierung für Kinderessen. Nur so könne die Ernährung in Kitas nachhaltig verbessert und auf die Bedürfnisse der Kleinen abgestimmt werden.
Das Bundesumweltministerium erhält mit der nationalen und der internationalen Klimapolitik zentrale Kompetenzen zurück. Umso wichtiger, dass der neue Chef oder die neue Chefin des Hauses Auseinandersetzungen mit Kabinettskollegen nicht scheut, sagen die Grünen. Die Rückkehr der internationalen Klimapolitik stößt aber auch auf Kritik.
Eine neue Studie von Agora Agrar und dem Thinktank IDDRI empfiehlt, faire Lebensmittelumgebungen zu schaffen, um einen nachhaltigen Konsum zu fördern. Erfolgreiche Beispiele aus elf Ländern zeigen, wie die Nachfrageseite gestärkt werden könnte. Der Bürgerrat Ernährung zeige, dass staatliches Handeln durchaus erwünscht sei, meint die Autorin Stephanie Wunder.
Seit den Bauernprotesten 2023/2024 setzt die EU lieber auf Anreize statt Vorschriften für die Landwirtschaft. Für die Gemeinsame Agrarpolitik ab 2028 heißt das: Die ökologische Konditionalität fällt womöglich ganz flach. Im zweiten Teil unserer Serie diskutieren wir, wo dann noch Platz für Umweltschutz bleibt.
In der Ampel wurde über eine leichte Anhebung der Mehrwertsteuer auf Fleisch diskutiert. Der designierte CSU-Agrarminister Alois Rainer hält von politischen Eingriffen in die Preisgestaltung wenig.