Deutschland wird Glasfaserland: Die Zahl der FTTB/H-Anschlüsse in Deutschland wird Ende 2022 die 12-Millionen-Schwelle überschreiten. Um Flächendeckung bei der digitalen Infrastruktur zu erreichen und digitale Spaltung zu verhindern, müssen noch viele Kilometer gegraben werden. Doch es gibt Alternativen, schreibt Frederic Ufer, zweiter Geschäftsführer beim VATM.
Die Digitalisierung und das Internet versprachen einmal den Aufbruch in eine demokratischere und gerechtere Zukunft. Diese Hoffnung muss noch nicht aufgegeben werden, schreiben Nora Titz von Code for Germany und Ben Burmeister von der Open Knowledge Foundation: Die Civic-Tech-Bewegung demonstriert, wie mit digitalen Mitteln selbstbestimmtes Handeln ermöglicht und gesellschaftlichen Problemen begegnet werden kann – ob Klimawandel oder politischer Polarisierung.
Wer hätte es vor einigen Jahren gedacht – aber Europas Souveränität, auch in der digitalen Welt, wird endlich strategisch angegangen, glaubt der Ex-EU-Beamte und Digitalexperte Paul Timmers vom Oxford Internet Institute. Etwas anderes könnten wir uns auch kaum leisten.
Der Rat der Europäischen Union hat vorgeschlagen, quelloffene Mehrzweck-KI im Rahmen des AI Acts zu regulieren. Dieser Schritt könnte allerdings vor allem Entwickler derartiger Systeme verunsichern und nach hinten losgehen, schreibt Governance-Forscher Alex C. Engler.
Digitale Gesundheitsplattformen (DHPs) werden Pflege und Versorgung im europäischen Gesundheitssystem nachhaltig verändern. Die Entscheidungsträger stehen vor der Wahl, ob sie an der Lösung mitarbeiten oder das Feld Unternehmen wie Amazon überlassen wollen.
Deutschland muss dringend etwas gegen den Rückstand bei der Digitalisierung tun. Am wichtigsten ist dabei, die Einstellung dazu zu verändern. Denn schon die Schulen sind weiter von Skepsis, Angst und Unwissen gegenüber Informatik geprägt. Die Folgen sind fatal, schreibt Michael Resch, Direktor des Höchstleistungsrechenzentrums Stuttgart.
Die Rundfunkkommission der Länder will eine Jugendschutzvorrichtung einführen, die pauschal auf Geräten aktiviert und deaktiviert werden kann. Der Geschäftsführer der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter, Martin Drechsler, führt in seinem Standpunkt auf, welche Nachteile diese Änderung des technischen Jugendmedienschutzes mit sich bringen würde – für die Digitalbranche und Familien.
Geopolitisch haben wir einiges verschlafen, findet der Chef des IT-Systemhauses der Bundeswehr, Martin Kaloudis. Deshalb ist es gut, dass die Digitalstrategie der Bundeswehr die Digitale Souveränität ins Zentrum stellt. Jetzt muss in den entscheidenden Bereichen gehandelt werden. Weiterschlafen ist keine Option.
Noch sorgt das Metaverse eher für Belustigung und Stirnrunzeln. Doch das könnte sich bald ändern, schreibt Jennifer Rosenberg von der Unternehmensberatung Jester. Denn das Konzept könnte der Beginn einer neuen Internetära sein und die Hackordnung von Technologieriesen durcheinander bringen.
Die To-Do-Liste des Staates in Sachen Verwaltungsdigitalisierung ist lang. Dabei ist Digitalisierung nicht etwa eine nette Idee, um modern zu wirken, schreibt Dennis Hillemann von Fieldfisher. Für den Staat ist die Digitalisierung alternativlos. Denn dem Rechtstaat droht langsam der Totalkollaps.
Strategiepapiere der Bundesregierung geben den Rahmen vor. Aber sie können niemandem abnehmen, die Digitalisierungsprozesse selbst zu Ende zu denken, schreibt Jens Bizan, Senior Policy Advisor bei Datev. Er beschreibt, wie wir uns wieder mehr auf uns selbst als auf die Politik verlassen können.
Open Data und Open Government haben in der Digitalstrategie nicht genug Raum, findet Stefan Kaufmann von Wikimedia Deutschland. Warum es für die Verwaltung schädlich ist, dass Open Data ein Nischendasein fristet.
Der Digitalstrategie fehlt es an Messbarkeit, Transparenz und Ambition, findet Nadine Schön, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Unionsfraktion. Warum der „Aha-Effekt“ bei der Digitalpolitik der Ampel nach dem anstehenden Beschluss in Meseberg ausbleiben wird.
Die Zeit für digitale Identitäten ist reif, schreiben der Bundestagsabgeordnete Volker Redder und Joachim von Schorlemer von der ING Deutschland. Bei der bevorstehenden Kabinettsklausur könne und müsse die Regierung die Weichen stellen, um das Henne-Ei-Problem zu lösen. Die Wirtschaft jedenfalls stehe bereit.
Der moderne Schein von Banking-Apps ist nur Fassade, schreiben die Finanztechnologie-Experten Sergei Anikin und Ove Kreison von der Core-Bank-Plattform Tuum. Genauso gut könnte man ein Schwein mit Lippenstift bemalen.
Laut einer aktuellen Ifo-Umfrage ist jedes zweite Unternehmen in Deutschland durch den Mangel an qualifizierten Fachkräften eingeschränkt. Dabei gibt es in Deutschland Gruppen, die bislang nur ungenügend in den Arbeitsmarkt eingebunden sind. Warum eine rechtliche Ausgestaltung mobiler Arbeit dabei helfen kann, diese Gruppen für den Arbeitsmarkt zu mobilisieren, die aktuelle Gesetzgebung aber hinderlich ist, erklärt Lena Stork von Zoom.
Die Bundesregierung arbeitet derzeit an einer Digitalstrategie. Doch das selbst gesetzte Ziel einer menschenzentrierten Digitalisierung steht im Kontrast zur bisher gelebten Praxis. Wenn wir wirklichen Wandel wollen, braucht es eine Abkehr vom „schneller, höher, weiter“ und eine Entwicklung eigener Visionen für eine nachhaltige und gerechte digitale Gesellschaft, schreiben Julia Kloiber, Elisa Lindinger und Carla Hustedt.
Der Einsatz von Algorithmen und Künstlicher Intelligenz (KI) für das Gemeinwohl wird primär von wirtschaftlichen Akteuren vorangetrieben, während sich der öffentliche Sektor und die Zivilgesellschaft für nur sehr wenige Anwendungen verantwortlich zeigen. Felix Sieker von der Bertelsmann-Stiftung bedauert das.
Die Bundesregierung erarbeitet derzeit die „Zukunftsstrategie“, mit der sie die Forschungs- und Innovationspolitik neu ausrichten will. Das Papier soll die Hightech-Strategie aus der Ära Merkel ablösen. Der EFI-Kommissionsvorsitzende Uwe Cantner über die Erwartungen an eine solche Strategie.
Digitale Bildung ist erstens viel mehr als nur eine gut digital ausgestattete Schule und, zweitens, etwas, was nicht nur im System Schule selbst stattfindet, meint Nina Schröter von dem Projekt Jugend hackt. Wichtige digitale Kompetenzen werden auch im außerschulischen Bereich vermittelt, weshalb sie dort auch gefördert werden sollten.
Photonik ist weitgehend unbekannt, dabei handelt es sich bei der Digitalisierung um eine absolute Schlüsseltechnologie, meint Lutz Aschke vom Branchenverband Photonics 21. Der großen Bedeutung müsse sich die Politik bewusst werden, sonst drohten ähnliche Abhängigkeiten und Probleme wie bei den Halbleitern.
Selbstfahrende Autos sind nicht nur ein Gewinn aus Produktsicht, der sinnvolle Einsatz von KI in der Industrie und im Mittelstand kann auch den Mitarbeitenden selbst helfen und für nachhaltigere Unternehmensprozesse sorgen, ist Corina Apachiţe vom Automobilzulieferer Continental überzeugt. Die Expert:innen der Plattform Lernende Systeme machen dazu Vorschläge.
Wie kann die staatliche Überwachung von Bürgerinnen und Bürgern gemessen werden? Im Koalitionsvertrag schlägt die Ampel erstmals eine erste Bestandsaufnahme für Deutschland vor. Angesichts der zunehmend unübersichtlichen Lage der Überwachungsgesetze sollte dieser erste Schritt dazu führen, ein wissenschaftlich fundiertes Instrument zur regelmäßigen Erfassung und Einordnung des Überwachungsgeschehens einzurichten, meinen Ralf Poscher und Michael Kilchling vom Freiburger Max-Planck-Institut.
Mit der Dienstekonsolidierung soll die Software der Bundesregierung vereinheitlicht werden. Um nach Abschluss des Mammutprojekts die Bedarfe der Ministerien weiter zentral zu bündeln, muss jetzt der Aufbau der Nachfragemanagementorganisation vorangetrieben werden, schreiben David Wichmann und Christian Kuczera.
Die Geschäftsmodelle der Zukunft drehen sich um Daten, auch im Automobilsektor. Deutschland muss seine langfristige Führungsposition im Fahrzeugbau nun mit datengetriebenen Komponenten verknüpfen, schreibt Franz Loogen – und fordert eine Intensivierung und gegebenenfalls eine Bündelung der Forschungsförderung in diesem Bereich.
Filmen die Kameras eines parkenden Teslas im Wächtermodus ihre Umgebung, kann das für den Fahrzeughalter teuer werden. Hamburgs oberster Datenschützer fordert Nachbesserungen an der Datenschutz-Grundverordnung. Künftig müsse auch der Hersteller zur Rechenschaft gezogen werden können.
Die Regierung geht mit ihrer Start-up-Strategie in die richtige Richtung. Dennoch kann sie sich noch einiges von Ländern wie Frankreich, Italien oder Estland abgucken, meint Torben Rabe, der für Deutschland zuständige Country Manager bei Qonto. Unterm Strich braucht es aber eine gesamteuropäische Start-up-Vision, ist er überzeugt, und nicht nur einzelne erfolgreiche Start-up-Nationen.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) treibt das Projekt einer Nationalen Bildungsplattform voran. Dabei ist leider die Debatte versäumt worden, wer über ihre Ausrichtung bestimmen soll, bemängelt Heike Ekea Gleibs von Wikimedia.
Mit den gestrigen Beschlüssen im EU-Parlament ist auch der Krisenmechanismus des Digital Services Act beschlossene Sache. Doch wird dieser Modus in Pandemien oder Kriegszeiten tatsächlich helfen? Das bezweifeln Tobias Keber von der Stuttgarter Medienhochschule und Teresa Widlok von der Friedrich-Naumann-Stiftung. Sie befürchten, dass der Krisenmodus für „organisierte Verantwortungskonfusion“ sorgt und zu einer „Schaufensternorm“ wird.
Nach monatelangem Tauziehen wird das EU-Parlament heute wohl den Digital Services Act (DSA) final verabschieden. Er soll die großen Online-Plattformen zwingen, besser gegen Risiken für Personen und die öffentliche Meinungsbildung vorzugehen. Das ist ein großer Schritt. Aber der Erfolg hängt von der Umsetzung ab, schreiben John Albert und Matthias Spielkamp von Algorithmwatch.
Bremsten medizinischen Daten in Silos den Fortschritt bisher aus, so tut sich inzwischen etwas: Innovationen im Bereich Künstlicher Intelligenz wie das föderierte Lernen versprechen schnellere Fortschritte in der Forschung und schützen gleichzeitig sensible Gesundheitsdaten.
Ein nationales Datenschutzgesetz in den USA wäre nach dem Supreme-Court-Urteil zur Abtreibung ein wichtiges Signal für Demokratie und Bürgerrechte in den USA sowie für die transatlantischen Beziehungen, schreibt Sabine Muscat, Leiterin des Programmes für Technologie und Digitalpolitik der Heinrich-Böll-Stiftung in Washington, DC, im heutigen Standpunkt. Einen Entwurf gäbe es – aber es ist fraglich, ob der politische Wille ausreicht.
Wir stehen an einer Weggabelung, wenn es um den Umgang mit Daten geht. Harte politische Entscheidungen sind gefragt, denn wesentliche Fragen rund um Datenstandards und Datensouveränität erfordern eine Datenrealpolitik, schreiben die Rechtsprofessor:innen Moritz Hennemann von der Universität Passau und Louisa Specht von der Universität Bonn.
Globale Umbrüche stellen die heutige Arbeitswelt vor große Herausforderungen: Lieferketten sind gestört, Fachkräfte werden zur Mangelware. Um diese Hürden meistern zu können, sollten Unternehmen vor allem nachhaltig denken, schreiben Marianne Janik und Steffen Kampeter anlässlich der von Microsoft Deutschland und dem BDA organisierten Veranstaltung Future Work.
Während die Frist für das Onlinezugangsgesetz immer näher rückt, gewinnt auch die Frage, wie es danach weitergeht, an immer größerer Bedeutung. Doch bevor ein OZG 2.0 auf den Weg gebracht wird, muss eine ehrliche Bilanz gezogen werden, schreibt der CIO von Rheinland-Pfalz, Fedor Ruhose.
Ein Nachfolger für das Onlinezugangsgesetz kann nur funktionieren, wenn dabei nicht die gleichen Fehler gemacht werden. Das bedeutet: Eine zentrale Einheit kümmert sich um einen Plattformkern, der Basisdienste und die Schnittstellen für Onlinedienste liefert, schreiben Peter Kuhn von der Fortiss GmbH und Moreen Heine von der Universität zu Lübeck.
Morgen startet die Republica – nach zwei Jahren zum ersten Mal wieder als Live-Event. Gesprächsbedarf gibt es genug, etwa zur geplanten Chatkontrolle der EU oder Fragen zur Marktmachtkontrolle. Welchen vier Krisen der Gegenwart sich die Republica in diesem Jahr widmet und welche Vertreter:innen des Bundeskabinetts das Festival besuchen, schreibt Mitbegründer Markus Beckedahl im Standpunkt.
Sowohl staatliche Institutionen als auch die Zivilgesellschaft wünschen sich mehr Einblicke in die Funktionsweise sozialer Medien. Plattformen sollten offenlegen, wie ihre Algorithmen arbeiten. Dafür soll das EU-Gesetz über Digitale Dienste sorgen, doch es braucht interdisziplinäre Zusammenarbeit, meint Michael Meyer-Resende, Geschäftsführer von Democracy Reporting International.
Mehr als jedes zehnte IT-Unternehmen in Deutschland kommt gänzlich ohne weibliche Mitarbeiterinnen aus. Dabei mache Diversität in den Teams Unternehmen innovativer und erfolgreicher, schreibt Marion Festing anlässlich des heutigen Diversity Days im Standpunkt. Das gelte nicht nur für Frauen, sondern auch für ethnische Minderheiten oder Menschen aus der LGBTQ+-Community. Der Weg zur Nutzung dieser Potenziale sei jedoch noch weit.
Immer wieder werden Bildungseinrichtungen und Behörden von Datenschützer:innen kritisiert, wenn sie bestimmte Videokonferenz-Tools nutzen. Das sei ungerechtfertigt, argumentiert Uwe Peter von Cisco im Standpunkt. Auch US-Anbieter hielten sich an die hohen EU-Datenschutzstandards. Öffentlich geförderte Open-Source-Alternativen seien Geldverschwendung.
Feste Zeiten, handyfreie Zonen, Selbstreflektion: Viele Menschen leiden unter dem permanenten Informationsstrom zu Krisen, Krieg und Pandemie. In einer Studie haben Medienwissenschaftler Stephan Weichert und Leif Kramp untersucht, welche Strategien es gegen den digitalen Burnout gibt und wie sie wirken.
Das Metaversum wird die Art und Weise, wie wir miteinander kommunizieren, wirtschaften und lernen fundamental verändern, glaubt die Meta-Managerin Angie Gifford. Die Fehler der frühen Phase des Internets sollten wir nicht wiederholen. Stattdessen müssten jetzt die richtigen Leitplanken gesetzt werden, damit das Metaverse einen echten Mehrwert für Deutschlands digitale Transformation bietet. Eine Einladung.
Mit Einsparungen, Erneuerbaren und Diversifizierung gegen die Abhängigkeit von Russland – das ist das Ziel des am Mittwoch vorgestellten Repower EU-Plans. Die Abgeordnete der Grünen im Europäischen Parlament, Jutta Paulus, lässt die Maßnahmen Revue passieren und ordnet sie ein.
In der EU ging es zuletzt viel um die Regulierung von Krypro-Währungen wie dem Bitcoin. Dabei sollte das Kind aber nicht mit dem Bade ausgeschüttet werden, warnt Matthias Voelkel von der Börse Stuttgart. Wer Krypto kaputt reguliere, gefährde auch die zukunftsweisende Blockchain-Technologie – und damit die Wettbewerbsfähigkeit Europas.
Fair Digital Objects (FDOs) sind der Schlüssel zu standardisierten und interoperablen Datenräumen, sind der digitalpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Maximilian Funke-Kaiser, und der FDP-Obmann im Ausschuss für Digitales, Volker Redder, überzeugt. Besonders beim Onlinezugangsgesetz (OZG) könnte angesichts der schleppenden Umsetzung mit FDOs Tempo gemacht werden.
Die Macht der Plattformen ist ein Problem und birgt zahlreiche Gefahren, warnt Bertrand Perez. Das dezentrale Web3 soll das ändern. Ein wichtiges technologisches Hindernis auf dem Weg dahin wurde kürzlich ausgeräumt.
Der Verordnungsentwurf der EU-Kommission zur Prävention und Bekämpfung von Kindesmissbrauch sei ein „Frontalangriff auf die Bürgerrechte", meint Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Deutschland müsse sich bei den Verhandlungen im EU-Rat nun vehement für ein Recht auf Verschlüsselung einsetzen.
Nach Ausbruch der Corona-Pandemie haben viele Schulen aus dem Stand digitale Tools eingeführt. Auch die Cloud Microsoft 365 kommt vielerorts zum Einsatz. Doch die Beschwerden häufen sich und eine Prüfung hat gezeigt, dass eine datenschutzkonforme Nutzung schwierig ist. Eine Alternative könnte die landeseigene Bildungsplattform sein.
Ob von den G7-Digitalminister:innen oder im Kreise der Welthandelsorganisation – die globale digitale Ordnung sollte nicht hinter verschlossenen Türen von den Industriestaaten verhandelt werden, sondern wirklich global, findet der Handelsexperte Sven Hilbig. Denn die Länder des globalen Südens hätten legitime Interessen zu verteidigen. Warum der grüne Wirtschaftsminister deshalb jetzt intervenieren muss.
Die Bundesregierung hat bei dem Treffen der G7-Digitalminister eine historische Chance – die sie nicht verpassen sollte. Sie muss Souveränitäts- und Sicherheitsfragen auf die Agenda setzen, echte Führungsstärke bei den Normen und Standards für das globale Internet zeigen und vor allem auch im eigenen Land ihre Hausaufgaben machen und versprechen einhalten, meint die CDU-Digitalexpertin Nadine Schön.
Die Fähigkeiten heutiger KI-Systeme waren vor wenigen Jahren undenkbar. Der entscheidende Faktor ist dabei die Steigerung von Parametern und Rechenkraft. Führt eine weitere Skalierung zu starker KI, fragen der Digitalexperte David Goebel und der Datenwissenschaftler Philipp Bongartz.
Die Uhr bei der Umsetzung von digitaler Souveränität tickt, warnt Dataport-Chefstratege Frederik Blachetta. Vielleicht ist die aktuelle Legislaturperiode die letzte Chance, um in der Verwaltungs-IT Abhängigkeiten abzubauen und Lock-Ins zu vermeiden. Drei Hypothesen sollen Staat und Politik bei der Kursplanung helfen.
Die globale Debatte um Cybernormen hat 2022 neuen Schwung erhalten. Die deutsche Regierung gehört zu ihren eifrigen Befürwortern. Doch tut sie auch, was sie predigt? Das Beispiel des staatlichen Schwachstellenmanagements zeigt: nein, analysiert Alexandra Paulus von der Stiftung Neue Verantwortung.
Der AI Act der Europäischen Kommission soll Risiken beim Einsatz von Künstlicher Intelligenz reduzieren und damit Vorbehalte mindern. Ob dies gelingt, hängt vor allem von der Frage ab, inwieweit abstrakte Konzepte auch in die Praxis überführt werden, meint der Entwickler eines KI-Prüfverfahrens, Christian Meyer.
Wenn es um Quantentechnologien geht, liegt der Fokus oft auf den Computern. Dadurch gerät das Thema Software leicht aus dem Blickfeld, doch die ist genauso wichtig wie die Hardware. Wer künftig die Potenziale von Quantencomputern nutzen möchte, sollte sich heute schon mit Software beschäftigen.
Es braucht bei der Regulierung von Künstlicher Intelligenz mehr Mut, findet EU-Abgeordnete Svenja Hahn. Statt Ängste zu schüren, sollte der Weg für einen Innovationskontinent Europa bereitet werden - etwa mit einem digitalen Binnenmarkt und Nachbesserungen am AI Act.
Für Schulen ist es deutlich einfacher, analoge statt digitale Materialien anzuschaffen. Um die Beschaffung digitaler Unterrichtsmaterialien künftig zu erleichtern, braucht es klare Budgets für den digitalen Unterricht sowie ein beim Schulträger angesiedeltes Expertenteam, schreibt Stephan Bayer von Sofatutor.
Dank Künstlicher Intelligenz werden mehr und mehr Daten direkt vor Ort in der Edge gefiltert und ausgewertet. Doch während Ressourcen und Bandbreite geschont werden, vergrößert sich so die Angriffsfläche für Cyberspionage und -sabotage.
Öffentliche Beschaffung sollte stärker als Hebel für Innovation genutzt werden. Die Entwicklung eines europäischen Sprachmodells ist dringend notwendig und bietet eine gute Gelegenheit, die Rolle des Staates im Innovationsökosystem neu zu definieren, schreibt Robert Peters vom Institut für Innovation und Technik.
Digitalisierung kann helfen, den Klimawandel zu bekämpfen. Doch gerade Cloud Computing und KI verbrauchen selbst sehr viel Energie. Mit niedrigerer Bitbreite könnten die Systeme energiesparender trainiert werden, schreibt Christoph Meinel, Direktor des Hasso-Plattner-Instituts, im heutigen Standpunkt.
Die Bundesregierung baut derzeit Datenlabore auf und will Data Science im Regierungshandeln etablieren. Warum diese Investition nicht nur notwendig, sondern vorausschauend ist und auf welche Aufgaben die Datenlabore sich konzentrieren sollten, schreibt Alex C. Engler, Senior Fellow der Stiftung Mercator.
Um faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen, muss Plattformarbeit reguliert werden, schreibt Laurin Sepoetro von Wolt. Die geplante EU-Richtlinie gehe in die richtige Richtung, greife aber zu kurz. Viele Beschäftigte schätzten die Flexibilität der Selbstständigkeit. Daher reiche es nicht, bei Angestelltenverhältnissen anzusetzen.
Die von der Ampel angekündigte Open-Source-Förderung lässt auf sich warten, auch im Haushalt fehlen die Gelder für ein neues Förderinstrument sowie eine neue Unterstützungseinrichtung. Doch der Bundestag hätte in den Haushaltsverhandlungen die Chance, dem Thema endlich die notwendige Priorität beizumessen, meint Felix Reda.
Hochschulabschlüsse sind bei Gründer:innen eher die Regel als die Ausnahme. Doch auch in anderen Ausbildungsstätten gibt es motivierte, kreative Talente mit innovativen Ideen. Wie das Fördersystem besser auf diese zugehen kann und auch die Arbeitgeber von Ausgründungen profitieren könnten, schreibt Daniel Breitinger vom Bitkom.
Die Krisen der vergangenen Jahre von Corona bis zum Krieg in der Ukraine haben die Relevanz von digitaler Souveränität gezeigt. Die Digitalpolitikpläne der Ampelregierung in ihrer Koalitionsvereinbarung waren vielversprechend, findet Peter Ganten, Vorsitzender der Open Source Business Alliance. Nach 100 Tagen der neuen Regierung fällt Gantens Urteil nun aber verheerend aus.
Mit dem Amtsantritt der neuen Bundesregierung rechneten sich digitale Bildungsanbieter Chancen für Veränderung aus. Doch passiert sei in den letzten 100 Tagen zu wenig, resümiert Fredrik Harkort, Mitinitiator der Initiative deutscher digitaler Bildungsanbieter und Gründer eines Ed-Tech-Startups. Er fragt: Quo vadis, Bildungspolitik?