Das Ceres-Netzwerk ist ein Ankerpunkt für die Zusammenarbeit von Investoren. Gemeinsam mit Organisationen wie Climate Action 100+ oder der Net Zero Asset Managers Initative spielt Ceres auch eine wichtige Rolle für die Standardsetzung und unterstützt Unternehmen und Finanzdienstleister in ihren Transitionsphasen.
Dutzende verschiedene Sustainable-Finance-Taxonomien existieren weltweit oder sind angekündigt worden. Die Zentralbank des Weltklimakonferenz-Gastgebers Aserbaidschan will mit einer Initiative die Interoperabilität erhöhen, um grenzüberschreitende nachhaltige Kapitalflüsse zu erleichtern. Sie hat sich dafür internationale Unterstützung geholt.
In einer Studie hat das grüne Zentralbankenbündnis NGFS die Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen zusammengetragen, die sich mit den Auswirkungen der Klimakrise auf den Finanzsektor befassen. Die Zusammenschau zeigt viele weiße Flecken. Die Geldpolitiker sind wenig gerüstet.
Mittelstandspopulismus und gegenseitige Schuldzuweisungen: So startete in der Nacht zu Freitag die Bundestagsdebatte um das Umsetzungsgesetz für die europäische Nachhaltigkeitsberichterstattungs-Richtlinie CSRD. Auch die Lobbyisten kämpfen weiter für und gegen Änderungen in der Prüferfrage.
Einen Tag vor der ersten Lesung im Bundestag zum Generationenkapital fordern NGOs verbindlichen Vorgaben zum Schutz von Umwelt, Klima und Menschenrechten. Leicht werden sie es nicht haben, mit ihrer Forderung durchzudringen. Denn die Bundesregierung ließ diesen Aspekt in ihrem Entwurf bisher weitestgehend aus.
Vor drei Jahren hatte der deutsche Finanzsektor Mindestausschlüsse für nachhaltige Fonds beschlossen. Inzwischen hat die EU eigene Vorschiften vorgelegt. Mit Verweis darauf weichen die Verbände nun ihr Rüstungsverbot auf. Die Diskussion, ob Rüstung nachhaltig sein kann, nimmt damit weiter an Fahrt auf.
Finanzierungen sozialer, gesellschaftlich nützlicher Wirtschaftsaktivitäten sollten in der EU als nachhaltig klassifizierbar sein, sagen Finanzhäuser in einer Befragung. Länder anderer Kontinente haben oder erarbeiten bereits Sozialtaxonomien. Die Berichterstattung von Unternehmen zur Umwelttaxonomie zeigt laut der Erhebung Lücken in der EU-Regulierung.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat ihrer Fraktion versprochen, mögliche Änderungen an der Anti-Entwaldungs-Verordnung zu prüfen, wie Tagesspiegel Background aus der EVP erfuhr. Die EU-Kommission teilt hingegen mit, dass sie am geplanten Anwendungsstart zum Jahresende festhalte.
In die Diskussion, wem künftig erlaubt sein soll, in Deutschland die in Europa bald obligatorischen Nachhaltigkeitsberichte von Unternehmen zu prüfen, kommt Bewegung. Darauf deuten zumindest Äußerungen des wirtschaftspolitischen Sprechers der SPD-Bundestagsfraktion, Bernd Westphal, hin.
Mehrere Sustainable-Finance-Regelwerke hat die EU erlassen, doch die Bafin will weitere Vorschriften: Sie erwägt, die Verwendung von ESG-Ratings durch Fonds zu regulieren und plädiert auf der Konferenz „Nachhaltige Geldanlagen“ für eine klare Definition von Nachhaltigkeit – nicht nur für den „kleinen Teil“, den die Taxonomie abdeckt.
Verbriefungen galten lange als eines der großen Übel der Finanzwelt. Doch Politiker in Deutschland und Frankreich setzen sich für eine Wiederbelebung ein. Nun hat eine Initiative aus der Finanzindustrie Vorschläge erarbeitet, wie sie zurückkommen könnten – auch zum Wohle der grünen Transformation. Der Zeitpunkt scheint günstig.
Im neuen Team von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen überlappen sich die Zuständigkeiten. Teresa Ribera soll als Wettbewerbskommissarin auch die Transformation antreiben, Wopke Hoekstra für Klima, Maria Luis Albuquerque für den Kapitalmarkt zuständig sein. Valdis Dombrovskis soll Wirtschafts- und Stéphane Séjourné Industriekommissar werden.
Drei Forschungsinstitute fordern, die nationalökonomische Bilanzierung und die unternehmerische Berichterstattung zu modernisieren: Beide sollen den Wert von Ökosystemleistungen darlegen, um solide Entscheidungsgrundlagen für Politik und Wirtschaft zu liefern. Auf einer Fachveranstaltung war diese Monetarisierung von Naturfaktoren aber umstritten.
Ursula von der Leyen will eigentlich am Dienstag die Namen der Kommissare ihrer EU-Exekutive präsentieren. Doch daraus könnte nichts werden: Nicht nur, dass die eilends vorgestellte Kandidatin Sloweniens blockiert wird. Auch die Sozialdemokraten im Europaparlament kündigen Widerstand gegen das bisher bekannte Personaltableau der Kommissionspräsidentin an.
Deutschland habe seine Wettbewerbsfähigkeit teils eingebüßt, und es könnte noch schlimmer kommen, diagnostizieren das IW und BCG im Auftrag des Industrieverbands BDI. Transformation und teure Energie lasten demnach besonders schwer. Mehr als eine Billion Euro zusätzlich sollen die Industrie wieder fit machen.
Schönfärberei kann den Unternehmenswert von Finanzhäusern laut einer Studie erheblich senken, sofern sich die zuständigen Aufsichtsbehörden damit befassen. Die Nichtregierungsorganisation Finanzwende fordert die deutsche Finanzaufsicht Bafin auf, Greenwashing stärker zu beachten.
Bei Sustainability-linked Bonds müssen die emittierenden Unternehmen höhere Zinsen zahlen, wenn sie ihre Nachhaltigkeitsziele verfehlen. Bei einem Drittel der Kennzahlen sieht es für die Unternehmen nicht gut aus, hat die SEB ermittelt.
Die Bundesregierung arbeitet an einer neuen Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie. Dem Entwurf fehlen jedoch nach Ansicht von Fachleuten messbare Ziele und Indikatoren, um die Politik der nächsten Jahre so zu lenken, dass Deutschland wirksam zum Erreichen der UN-Nachhaltigkeitszielen SDGs beiträgt.
Die OECD-Leitsätze zu verantwortungsvollem Unternehmenshandeln sehen vor, dass Konzerne sich bei Firmen, zu denen sie Geschäftsbeziehungen unterhalten, für Menschenrechte einsetzen. Auch für Investitionen von Fonds könnte es laut der Schweizer Schlichtungsstelle Pflichten geben. Finanzinstitute könnten dem nicht gerecht werden, warnt die UBS.
Internationale Kapitaleigner haben einen Aktionsplan erstellt, um mit Finanzierungen gegen die Biodiversitätskrise anzugehen. Die Gruppe will dafür bessere Voraussetzungen bei der Bundesregierung und der EU erwirken. Denn biologische Vielfalt lässt sich laut einer Studie in strategische Investitionsentscheidungen integrieren, sofern der Rahmen stimmt.
Im November wählen die USA. Dabei geht es auch um die Zukunft von ESG und den nachhaltigen Umbau der größten Volkswirtschaft der Welt. Die Republikaner wollen Nachhaltigkeits-Regulierungen für Finanzmärkte wieder abschaffen. Daran arbeitet die State Financial Officers Foundation.
Bis zum 6. Juli sollten alle EU-Mitgliedsstaaten die EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung in nationales Recht gegossen haben, eigentlich. Viele Länder hinken aber hinterher. Zu den Nachzüglern gehört auch Deutschland – doch das wird hierzulande sogar teilweise begrüßt.
Die Abscheidung und Speicherung von CO2 ist nicht einmal zugelassen, da verkündet das Bundeswirtschaftsministerium schon erste Bedingungen für eine CCS-Förderung. Anders als bei den Klimaschutzverträgen liegt der Fokus auf dem Mittelstand. Dieser soll bei der Dekarbonisierung und bei Investitionen in CCS für nicht-vermeidbare Emissionen unterstützt werden.
Sozialunternehmen wollen ganze Branchen verändern und Menschen zum Umdenken bewegen. Sozialunternehmer Christoph Behroz und Gründungsberater Patrick Mijnals sind aus unterschiedlichen Perspektiven täglich mit den Chancen und Herausforderungen dieser Idee konfrontiert. Ein Interview der KNA.
Schon seit langem kritisieren Banken die Green Asset Ratio. Genützt hat das bisher wenig: In diesem Jahr müssen sie erstmalig diese Zahl berichten. Doch nun hat der Sustainable-Finance-Beirat Verbesserungsvorschläge gemacht. Die Zahl soll zwar nicht verschwinden, dafür aber an Aussagekraft gewinnen.
In der Bundesregierung wird darüber diskutiert, Kredite und Eigenkapital für die Rüstungsindustrie als nachhaltige Finanzierungen zu klassifizieren. Dabei sind sich Banken und Investoren einig darüber, dass die Waffenbranche ausreichend Zugang zu Geldquellen hat. Nun regt sich Widerstand.
Die Förderung für die Wärmewende soll 2025 um zwei Milliarden Euro kleiner ausfallen. Auch andere Ausgaben aus dem Klima- und Transformationsfonds kürzt die Ampel-Koalition. Das Besondere bei der Haushaltseinigung: Die Bundesregierung greift auf einen riskanten Kniff zurück. Der Experte Niklas Illenseer befürchtet im Ernstfall eine Haushaltssperre.
Gut drei Wochen dauerten die Verhandlungen zur Zukunft des internationalen Tiefseebergbaus. Auch wenn viele Entscheidungen vertagt wurden, machten die Verhandlung deutlich, dass immer mehr Länder das Thema ernst nehmen. Der Finanzsektor hält sich bisher zurück.
Die Arbeitsgruppe für naturbezogene Finanzberichterstattung, TNFD, und die UN-Dachorganisation für Klimaneutralitätsziele in der Finanzwirtschaft, GFANZ, planen zur Weltbiodiversitätskonferenz COP16 im Herbst naturbezogene Konsultationen. Unternehmen und Finanzinstitute sehen die Regierungen gefordert.
Im Herbst soll die EU-Kommission neu zusammengesetzt werden. Manche Namen stehen bereits fest, über viele Besetzungen wird in Brüssel allerdings heftig spekuliert.
Ob es der Kenfo ist oder die Sondervermögen des Bundes und der Sozialversicherung: Deutschland will bei seinen Geldanlagen Nachhaltigkeitskriterien beachten. Wie gut das gelingt und wo Schwierigkeiten liegen, zeigen nun die Antworten der Bundesregierung auf eine kleine parlamentarische Anfrage.
Der führende Standardsetzer für Netto-Null-Ziele von Unternehmen überarbeitet seine Regeln und lässt durchblicken, wie diese künftig aussehen könnten. Ein unabgestimmter Vorstoß zum Einsatz von CO2-Zertifikaten hatte jüngst Streit ausgelöst, doch nun stimmt die SBTI ganz andere Töne an. Der WWF äußert sich beruhigt.
Weil Finanzvorstände entscheidend sind für eine nachhaltige Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft, will Sanda Ojiambo, beigeordnete UN-Generalsekretärin und Exekutivdirektorin des UN Global Compact (UNGC), die CFO-Koalition des UNGC weltweit ausrollen. Das soll nachhaltige Finanzen voranbringen und den UN-Nachhaltigkeitszielen dienen.
Die International Capital Markets Association ist vor allem als Standardsetzer für den weltweiten Handel mit grünen Anleihen bekannt. Viele der größten deutschen Investoren gehören ihr an. Doch auch in weiteren Bereichen spielt die Organisation eine wichtige Rolle.
Mit seinen Fonds setzt Grundbesitz 24 auf nachhaltiges Wohnen. Die Idee dahinter überzeugt viele Investoren. Doch als Privatperson wetterte dessen Geschäftsführer in sozialen Netzwerken gegen die Flüchtlingspolitik, überhaupt Politiker – und folgt in sozialen Medien zahlreichen rechten Gruppen. Ist das mit Nachhaltigkeit vereinbar?
Die Bundesbank fordert wegen geopolitischen Risiken europäische Souveränität bei Zahlungssystemen, doch US-Anbieter steigern bei Debitkarten rasant ihren Marktanteil – auch dank der Staatsbank DKB. Wegen der Zusatzkosten schlägt der Einzelhandel drei Regulierungsmaßnahmen vor und arbeitet an neuen Features für die altbekannte EC-Karte.
Industrieverbände hatten vor einem Prüfermangel gewarnt und die Tüvs für ihre eigenen Qualifikationen geworben – vergeblich: Die Bundesregierung sieht vor, dass nur Wirtschaftsprüfer die Nachhaltigkeitsberichte von Unternehmen prüfen dürfen. Andere Erbringer von Bestätigungsleistungen könnten mangels gleichwertiger Anforderungen nicht zugelassen werden.
Ob EU-Taxonomie, Offenlegungsverordnung oder Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung, auch in der neuen europäischen Legislaturperiode wird sich viel um Regulierungen im Bereich Sustainable Finance drehen. Einige Fraktionen haben sich personell dazu bereits aufgestellt, ein erster Überblick.
Wenn die britische Labour-Partei und der neue Premierminister Keir Starmer ihrem Wahlprogramm treu bleiben, dann wird der britische Staat bald zum Cleantech-Unternehmer. GB Energy soll das Unternehmen heißen und helfen, die Energiepreise für Haushalte im Zaum zu halten. Das seit neun Jahren geltende Verbot neuer Onshore-Windräder soll fallen.
Nächsten Mittwoch will das Bundeskabinett das Verfahren absegnen, wie mit den 2,3 Milliarden Euro umgegangen wird, die deutsche Banken einst für einen Sicherungsfonds nach der Finanzkrise entrichteten. Nun regt sich neuer Widerstand: Die NGO Finanzwende fordert, den Banken bei künftigen Fondsbeiträgen nicht, wie vorgesehen, steuerliche Vorteile einzuräumen.
Am Mittwoch hat das Bundeskabinett den Haushaltsentwurf für 2025 beschlossen. Doch darin klafft noch immer eine Lücke von 17 Milliarden Euro. Offen ist auch noch der Wirtschaftsplan für den Klima- und Transformationsfonds (KFT). Allerdings deutet der Haushalt auf grundlegende Änderungen beim KTF in den nächsten Jahren hin.
Die Bundesregierung hat angekündigt, für Unternehmen die neue Rechtsform Gesellschaft mit gebundenem Vermögen einzuführen. Diese ist Bestandteil ihrer kürzlich präsentierten „Wachstumsinitiative“. Um das für die Transformation notwendige Kapital zu mobilisieren, erörtert die Ampel auch Erleichterungen für Venture-Capital-Fonds.
Nicht-gewinnorientierte Organisationen haben eine neue und kostenfreie Kategorisierung nachhaltiger Wirtschaftsaktivitäten auf Basis umweltwissenschaftlicher Erkenntnisse entwickelt. Die sogenannte Unabhängige wissenschaftsbasierte Taxonomie soll Finanzakteuren weltweit eine solidere Grundlage für nachhaltige Investitionen, Kredite und Versicherungen geben.
Vergangene Woche stand Ursula von der Leyen bei der Grünen-Fraktion im Europaparlament Rede und Antwort. Das Manöver könnte ihr kommende Woche die nötigen Stimmen sichern, um erneut vom EU-Parlament zur Kommissionschefin gewählt zu werden. Doch innerhalb ihrer Fraktion blicken einige kritisch auf die Grünen.
Immer häufiger stöhnen Unternehmen und Verbände über die umfangreichen Berichtspflichten, die ihnen die EU auferlegt. Die Sustainable-Finance-Regulierung führt aber auch dazu, dass Finanzakteure von den Firmen zahlreiche Daten abfragen. Um diese Fragebögen zu harmonisieren, haben Verbände nun einen gemeinsamen Katalog vorgelegt.
Urgewald veröffentlicht die jüngste Statistik der Investitionen von Fondsgesellschaften und Pensionsfonds in Kohle, Öl und Gas. Eine einflussreiche Investorengruppe hat ihren Schwerpunkt jüngst auf die Finanzierung des Klimaschutzes verschoben. Urgewald verteidigt hingegen den Ansatz, zum Ausstieg aus braunen Investitionen zu drängen.
Zoff zwischen der deutschen Kreditwirtschaft und der Bundesregierung: Die Banken fordern rund 2,3 Milliarden Euro zurück, die sie nach der Finanzkrise in einen damals aufgesetzten Fonds für ins Straucheln geratende Institute eingezahlt hatten. Das Finanzministerium lehnt das ab und will mit dem Geld Finanzlöcher in einem „Sondervermögen“ stopfen.
Das deutsche Lieferkettengesetz soll so an das europäische angepasst werden, dass es zunächst für deutlich weniger Unternehmen gilt. Diese sollen außerdem bei den Berichtspflichten zur Nachhaltigkeit entlastet werden. Das sieht die am Freitag verabschiedete Wachstumsinitiative der Bundesregierung vor.
Das Europaparlament hat seine Denkfabrik um Verbesserungsvorschläge für die Nachhaltigkeits-Offenlegungsverordnung für den Finanzsektor (SFDR) gebeten. Die Experten empfehlen in ihrer Untersuchung, auch andere EU-Nachhaltigkeitsgesetze zu ändern. Sie stellen einen baldigen Gesetzesvorschlag der EU-Kommission für eine Überarbeitung der SFDR in Aussicht.
Kapitalgeber müssen bei ihrer treuhänderischen Verantwortung auch Nachhaltigkeit verfolgen. Das kann Kooperation erfordern, die in vielen Ländern erlaubt, aber in Deutschland weitgehend untersagt ist. Jetzt verlangen zwei UN-Initiativen Reformen, damit Investoren rechtssicher aktiv zu gesellschaftlich-politischen Nachhaltigkeitszielen beitragen können.
Vom Eigentum zur Rechtsperson: Die Bewegung für die Rechte der Natur gewinnt an Bedeutung. Verbunden damit ist ein Systemwechsel im Umgang mit Natur: Ökosysteme können Rechte haben, die unabhängig von menschlichen Interessen sind. Dies wird viele Auswirkungen auch auf die Finanzierung von Wirtschaftsaktivitäten haben.
Gold Standard setzt Standards im internationalen freiwilligen Emissionshandel. In den Markt werden große Hoffnungen gesetzt, doch das Vertrauen ist angeschlagen und die Wirkung wird oft angezweifelt. Die Schweizer NGO will Transparenz herstellen und den Emissionshandel so zu einem wirkungsvollen Marktmechanismus im Kampf gegen den Klimawandel machen.
Die EU-Lieferkettenrichtlinie gilt auch für Finanzinstitute. Sie müssen ihr Risikomanagement erweitern, intensiver ihre Kunden befragen und Hebel wie Kredite und Stimmabgaben nutzen, um zu mehr Umweltschutz und Einhaltung der Menschenrechte bei Unternehmen beizutragen, wie Unternehmensberatungen sagen.
Vor der anstehenden Verabschiedung des Umsetzungsgesetzes für die EU-Nachhaltigkeitsberichterstattungs-Richtlinie für Unternehmen (CSRD) im Bundeskabinett drängt die mittelständische Industrie auf die Zulassung auch von technischen Zertifizierern als Prüfer. Selbst wenn es jetzt schnell geht: Deutschland wird die EU-Frist zur Umsetzung der CSRD reißen.
Günther Thallinger, Vorstand Nachhaltigkeit und Investment Management des Versicherungskonzerns Allianz sowie Vorsitzender des UN-Investoren-Klimabündnisses NZAOA, im Interview von Tagesspiegel Background über grüne Policen, nachhaltige Kapitalanlagen, das schwierige Geschäft der Transformation, fehlende CO2-Preise und den Klimavorreiter Europa.
Das implodierende Konto für die Förderung erneuerbarer Energien ist nur eines der Probleme des Klima- und Transformationsfonds (KTF), die sich angesichts der Haushaltsmisere offenbaren. Auch die ungenutzten Mittel dürften auf der Suche nach Geld in den Fokus rücken. Dass die Klimafinanzierung absehbar mehr Mittel braucht, betonen Experten.
Bislang kaufen deutsche nachhaltige Fonds keine Aktien oder Anleihen von Waffenherstellern. Angesichts des russischen Kriegs gegen die Ukraine stellt die Branche diese Regel auf den Prüfstand.
Die deutsche Finanzwirtschaft steht beim Beachten der rasant schwindenden ökologischen Vielfalt am Anfang, wie eine Befragung des Forums Nachhaltige Geldanlagen ergab. Teilnehmende des FNG-Dialogs benannten Schritte, um die Herausforderung und EU-Berichtspflichten anzugehen.
Die EU hat in den vergangenen Jahren verschiedene Regularien für nachhaltige Anlageprodukte erlassen. Zu kompliziert, sagen ihre Finanzaufsichtsbehörden jetzt – und wollen alles über den Haufen werfen.
Der EU-Umweltministerrat hat, wie zuvor das EU-Parlament, das Gesetz zur Wiederherstellung der Natur angenommen. Das hat zwar eine Regierungskrise in Österreich ausgelöst. Aber Befürworter, auch aus der Finanzwirtschaft, sind zufrieden, denn die Verordnung senkt Investitionsrisiken und eröffnet neue Anlagemöglichkeiten.
Mit aller Macht stemmen sich die deutschen Versicherer gegen eine alleinige verpflichtende Elementarschadenversicherung. Ihr Verband hat gute Argumente auf seiner Seite, doch ob die ausreichen, um die Politik zu überzeugen, ist zweifelhaft. Im Kern geht es um eine Frage: Wer soll dafür zahlen, dass der Hochwasserschutz in Deutschland oftmals mangelhaft ist?
Die Versicherungswirtschaft macht Front gegen stetig neue Regulierungen im Finanzsektor. Sie fordert eine teilweise Rückabwicklung schon beschlossener Nachhaltigkeitsberichtspflichten sowie einen Schub für die Vertiefung des gemeinsamen europäischen Kapitalmarkts und hofft dabei auch auf ein bürokratiekritischeres Europaparlament und die neue EU-Kommission.
Bei der Europawahl 2024 haben rechte Parteien große Stimmengewinne erzielt. Doch auch die EVP ist gewachsen und bleibt die dominierende Kraft im Europäischen Parlament. Damit ist eine Wiederwahl Ursula von der Leyens wahrscheinlich. Doch sie wird die Liberalen und Sozialdemokraten stärker als zuvor von ihrem Kurs überzeugen müssen.
Das Bundesumweltministerium will den Green Deal als Fortschrittsmotor voranbringen, ein Marktversagen korrigieren und Rahmenbedingungen ändern, damit Unternehmen von Naturschutz profitieren. In der EU-Berichtspflicht zu Nachhaltigkeit sehen Fachleute Chancen für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen.
Mit der App Wero wollen Banken endlich ein konkurrenzfähiges Produkt zum Bezahlen schaffen. Dass es so etwas braucht, um den US-Giganten nicht zu viel Marktmacht zu gewähren, sehen selbst EZB und die NGO Finanzwende so.
Viele der sich mit Nachhaltigkeits- und Finanzthemen befassenden Europaabgeordneten aus Deutschland ziehen voraussichtlich auch in der nächsten Legislaturperiode wieder als Abgeordnete ins Straßburger Parlament ein. Doch die Abordnungen der Ampel-Fraktionen dort sind stark geschrumpft.