Die geplante Verlängerung der Umsetzungsfrist um ein Jahr für die EU-Anti-Entwaldungsverordnung EUDR gilt als Kompromiss. Jetzt will die christlich-konservative EVP-Fraktion im Europäischen Parlament mit Revisionen in dem Fristverlängerungsverfahren des Parlaments jedoch deutlich weitergehen. Der WWF spricht von einer „Verhöhnung der Ziele“ durch die EVP.
Bis zuletzt hatten viele in Europa auf einen Wahlsieg von Kamala Harris bei den Präsidentschaftswahlen in den USA gehofft. Nun ist es doch Trump geworden. So mancher rechnet mit negativen Folgen für die Nachhaltigkeitsbewegung. Große Finanzhäuser vermeiden lieber klare Statements.
Die EU-Finanzaufsichtsbehörde Esma will sich genau ansehen, ob Unternehmen für ihre Nachhaltigkeitsberichte akkurat analysiert haben, welche ihrer Auswirkungen auf Umwelt und Menschen und entsprechende Risiken wesentlich sind. Die noch amtierende EU-Finanzmarktkommissarin McGuinness hingegen plädiert für Verhältnismäßigkeit.
Europa soll weiterhin führend bei nachhaltigen Finanzierungen sein, die Umsetzung für die Unternehmen und Finanzwirtschaft allerdings erleichtert werden. Mit Aussagen wie diesen hat die designierte Finanzmarktkommissarin der EU bei ihrer Bestätigungsanhörung vor dem Europäischen Parlament viele überzeugt.
Die Staats- und Regierungschefs versagten dabei, Anreize und Rahmenbedingungen zu schaffen, damit die globalen Finanzflüsse zum Erhalt des biologischen Reichtums beitragen. Jetzt seien die Realwirtschaft und Finanzinstitute am Zug, sagten Fachleute Tagesspiegel Background.
Das Pariser Klimaabkommen setzt für einzelne Staaten klare Ziele, um in eine nachhaltigere Wirtschaft überzugehen. Die Finanzministerien spielen dabei eine große Rolle, weil sie die nationalen Rahmenbedingungen schaffen. Die Coalition of Finance Ministers for Climate Action vernetzt mehr als 90 Ministerien, um diese Mammutaufgabe kooperativ anzugehen.
Bundesfinanzminister Christian Lindner hat mit einem am Freitag bekannt gewordenen 18-seitigen Wirtschaftskonzept die Ampel-Regierung erneut ins Wanken gebracht. Laut den Vorstellungen des FDP-Politikers sollen unter anderem Klimaschutzvorgaben und -subventionen in Deutschland und auf EU-Ebene zurückgedreht werden. CDU-Chef Friedrich Merz freut sich.
Trotz einer ad hoc angesetzten eintägigen Verlängerung konnten sich die Vertreter von 196 Staaten nicht einigen: Die Weltbiodiversitätskonferenz COP16 der Vereinten Nationen im kolumbianischen Cali scheiterte am Samstag an zentralen Finanzierungsfragen. Trotzdem lobten Umweltministerin Lemke sowie WWF und Greenpeace kleinere Teilfortschritte.
Für das Erreichen der Klimaneutralität müssen bis 2045 jährlich 540 Milliarden Euro in den Umbau von Energie- und Mobilitätssektor, Industrie und Wärmeversorgung fließen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Thinktanks Agora. Allerdings stünde ein Großteil dieser Summe als Ersatzinvestitionen ohnehin an.
Zum Weltbiodiversitätsgipfel engagieren sich kapitalkräftige Finanzakteure, Unternehmen und Umweltorganisationen mit Worten und Initiativen, um den dramatischen Verlust an biologischer Vielfalt bis 2030 zu stoppen und umzukehren. Staatliche Finanzmittel sind trotz neuer Zusagen noch mager. Und es gibt Greenwashing-Vorwürfe gegen Berichtsstandards zur Natur.
Die ersten Fondsgrößen haben offengelegt, wie sie in der diesjährigen Hauptversammlungssaison bei Anträgen zu Umwelt und Sozialem abgestimmt haben: Sehr unterschiedlich, zeigt ein Vergleich.
Bankkunden werden bei der Geldanlage trotz anderslautender EU-Vorschriften noch immer selten korrekt behandelt, wenn es um ihre Nachhaltigkeitsvorlieben geht. Die Vorgaben dazu aus der EU-Richtlinie Mifid II seien nahezu wirkungslos. Das geht jetzt aus einer brisanten, noch unveröffentlichten Studie hervor, die Tagesspiegel Background vorab vorgelegen hat.
Die Wirtschaft lahmt, der Bund muss mit mehreren Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen rechnen. Damit wächst auch die Lücke im Etat 2025 – und begrenzt den Spielraum für den Klimafonds KTF. Die Ampelspitzen müssen erneut verhandeln. Auch über eine neue Verwendung der Milliarden, die an Beihilfen für gescheiterte Chipfabrikenprojekte vorgesehen waren.
Als mit Kristina Jeromin und Michael Schmidt im April die beiden Geschäftsführer das Green and Sustainable Finance Cluster verließen, sah es nicht gut aus um den Verein. Doch nun meldete er sich mit dem Sustainable-Finance-Gipfel und einem neuen Geschäftsführer zurück. Hier sprechen Matthias Hübner und Vorsitzende Claire Kütemeier über ihre Pläne.
Dem designierten EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra fehlt noch ein genauer Plan zur Finanzierung des Clean Industrial Deal, wie ein geleaktes Dokument zeigt. Bei der Anhörung im November soll er nach Vorstellung seines Beamtenstabs vage auf einen neuen Fonds verweisen. Die EU solle außerdem kurzfristig mehr auf einen neuen Ausschreibungsmechanismus setzen.
Umweltschutz bei der Schadenbehebung: Dieser Aspekt von Nachhaltigkeit im Versicherungswesen hat bislang nicht viel Beachtung gefunden. Der Versichererverband GDV will ihn nun mit einer Richtlinie stärken. Nachhaltigkeitsexperten loben diese, wünschen sich aber noch mehr.
Von der heute beginnenden Weltnaturkonferenz und der Weltklimakonferenz im November verlangen kapitalstarke globale Investoren ehrgeizigere Ziele und stärkeres Durchgreifen, um die Erderhitzung zu begrenzen und den Biodiversitätsverlust umzukehren. Der Europäische Rat setzt in seinen Verhandlungsmandaten ebenfalls auf anspruchsvolle Ergebnisse.
Unternehmen bei der Transformation zur Klimaneutralität zu begleiten, war das dominierende Thema, mit dem sich die Branche auf dem Sustainable Finance Gipfel vergangene Woche beschäftigte. Dabei wurden die Herausforderungen mehr als deutlich – was ein wenig fehlte, waren gute Lösungsvorschläge.
Auf einer Anhörung des Deutschen Bundestags prallten die unterschiedlichen Interessen und Meinungen zu Prüferlaubnissen bei der Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) erneut aufeinander. Der Sustainable-Finance-Beirat zeigte einen Weg aus dem Streit um die Zulassung von technischen Zertifizierern neben Wirtschaftsprüfern.
Das Europäische Parlament wird Mitte November die neuen Kommissare für Ursula von der Leyens EU-Führung ins Kreuzverhör nehmen. Mit dabei: die designierte Ressortchefin für Finanzdienstleistungen und die Spar- und Investitionsunion, Maria Luís Albuquerque. Die konservative Politikerin aus Portugal wird die Parlamentarier kaum fürchten müssen.
Während große Brände Regenwald zerstören und die EU-Kommission das Antientwaldungsgesetz verschieben will, engagieren sich in Brasilien Initiativen für eine soziale Bioökonomie. Investitionen sollen 30 Millionen Menschen am größten Flusssystem der Erde bessere Lebensbedingungen ermöglichen. Ein Vermögensverwalter hat einen Amazon Biodiversity Fund gestartet.
Die EU-Bankenaufseher wollen Leitlinien für interne Klimastresstests von Banken erarbeiten. Auf den Arbeitsprogrammen der EU-Finanzaufsichtsbehörden stehen auch Nachhaltigkeitsoffenlegungen und ESG-Ratings.
Die Staats- und Regierungschefs sollen auf der Weltbiodiversitätskonferenz COP16 handeln, um öffentliche und private Finanzflüsse auf das globale Naturabkommen auszurichten. Das fordern Finanzinstitute mit 22.100 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen. Sie setzen sich dafür ein, den dramatischen Verlust an Arten und Ökosystemen bis zum Jahr 2030 umzukehren.
Die Umlenkung von Finanzmitteln in nachhaltigere Geschäfte wird global nicht ausreichen, den Klimawandel zu stoppen. Deshalb müssen umfassender als bisher CO2-Emissionen mit Abgaben belegt und zusätzliche Steuern erhoben werden, hieß es jetzt auf der Hamburg Sustainability Conference sowie einer Fachveranstaltung in Frankfurt.
Mit teils sehr detaillierten Fragen werden die EU-Parlamentarier die designierten Kommissare prüfen, wie der Entwurf eines Fragenkatalogs zeigt. Besonders die Anhörung des Industriekommissars Stéphane Séjourné dürfte spannend werden. Fraglich ist, wie stark er durch die Politik seiner Heimat Frankreich beeinflusst ist – etwa bei der Atomkraft.
Die EU-Kommission verlangt von Prüfern von Nachhaltigkeitsberichten ein Urteil, ob Unternehmen ihre Wesentlichkeitsanalyse entsprechend der EU-Standards durchgeführt haben. Der Wirtschaftsprüferverband IDW hält dagegen: Das stehe so nicht in der EU-Richtlinie.
Mehrere Finanzvereinigungen, Banken und Unternehmensverbände fordern von der neuen EU-Kommission ein freiwilliges Rahmenwerk, das Investitionen in soziale Wirtschaftsaktivitäten und Finanzierungen der sozialen Infrastruktur in Europa voranbringt. Sie legen heute ein konkretes Konzept als Blaupause vor, in das Tagesspiegel Background vorab Einblick erhielt.
Auf Druck von Staaten und Wirtschaftsverbänden will die Europäische Kommission die 2023 in Kraft getretene Regulierung für entwaldungsfreie Lieferketten um zwölf Monate aufschieben. Dem müssten EU-Parlament und Rat zustimmen. Parlamentarier befürchten, es könnten auch Inhalte abgeschwächt werden. Dagegen regt sich Widerstand.
Der Wirtschaftsminister hat eine Reform des Vergaberechts vorgeschlagen. Öffentliche Aufträge sollen öfter direkt vergeben werden – ohne aufwendiges Verfahren, dafür aber nach sozialen und ökologischen Nachhaltigkeitskriterien. Damit kommt er EU-Forderungen aus dem Net Zero Industry Act nach.
Während der G20-Präsidentschaft Brasiliens brennen die Regenwälder am Amazonas lichterloh. Brasiliens Botschafter in Deutschland verlangt mehr Finanzmittel für den Kampf gegen die Erderhitzung. Zudem sollen Investitionen in die Bioökonomie helfen, Wälder wirtschaftlich zu nutzen, um sie zu erhalten. In mehrere Programme fließen auch deutsche Gelder.
Das Ceres-Netzwerk ist ein Ankerpunkt für die Zusammenarbeit von Investoren. Gemeinsam mit Organisationen wie Climate Action 100+ oder der Net Zero Asset Managers Initative spielt Ceres auch eine wichtige Rolle für die Standardsetzung und unterstützt Unternehmen und Finanzdienstleister in ihren Transitionsphasen.
Dutzende verschiedene Sustainable-Finance-Taxonomien existieren weltweit oder sind angekündigt worden. Die Zentralbank des Weltklimakonferenz-Gastgebers Aserbaidschan will mit einer Initiative die Interoperabilität erhöhen, um grenzüberschreitende nachhaltige Kapitalflüsse zu erleichtern. Sie hat sich dafür internationale Unterstützung geholt.
In einer Studie hat das grüne Zentralbankenbündnis NGFS die Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen zusammengetragen, die sich mit den Auswirkungen der Klimakrise auf den Finanzsektor befassen. Die Zusammenschau zeigt viele weiße Flecken. Die Geldpolitiker sind wenig gerüstet.
Mittelstandspopulismus und gegenseitige Schuldzuweisungen: So startete in der Nacht zu Freitag die Bundestagsdebatte um das Umsetzungsgesetz für die europäische Nachhaltigkeitsberichterstattungs-Richtlinie CSRD. Auch die Lobbyisten kämpfen weiter für und gegen Änderungen in der Prüferfrage.
Einen Tag vor der ersten Lesung im Bundestag zum Generationenkapital fordern NGOs verbindlichen Vorgaben zum Schutz von Umwelt, Klima und Menschenrechten. Leicht werden sie es nicht haben, mit ihrer Forderung durchzudringen. Denn die Bundesregierung ließ diesen Aspekt in ihrem Entwurf bisher weitestgehend aus.
Vor drei Jahren hatte der deutsche Finanzsektor Mindestausschlüsse für nachhaltige Fonds beschlossen. Inzwischen hat die EU eigene Vorschiften vorgelegt. Mit Verweis darauf weichen die Verbände nun ihr Rüstungsverbot auf. Die Diskussion, ob Rüstung nachhaltig sein kann, nimmt damit weiter an Fahrt auf.
Finanzierungen sozialer, gesellschaftlich nützlicher Wirtschaftsaktivitäten sollten in der EU als nachhaltig klassifizierbar sein, sagen Finanzhäuser in einer Befragung. Länder anderer Kontinente haben oder erarbeiten bereits Sozialtaxonomien. Die Berichterstattung von Unternehmen zur Umwelttaxonomie zeigt laut der Erhebung Lücken in der EU-Regulierung.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat ihrer Fraktion versprochen, mögliche Änderungen an der Anti-Entwaldungs-Verordnung zu prüfen, wie Tagesspiegel Background aus der EVP erfuhr. Die EU-Kommission teilt hingegen mit, dass sie am geplanten Anwendungsstart zum Jahresende festhalte.
In die Diskussion, wem künftig erlaubt sein soll, in Deutschland die in Europa bald obligatorischen Nachhaltigkeitsberichte von Unternehmen zu prüfen, kommt Bewegung. Darauf deuten zumindest Äußerungen des wirtschaftspolitischen Sprechers der SPD-Bundestagsfraktion, Bernd Westphal, hin.
Mehrere Sustainable-Finance-Regelwerke hat die EU erlassen, doch die Bafin will weitere Vorschriften: Sie erwägt, die Verwendung von ESG-Ratings durch Fonds zu regulieren und plädiert auf der Konferenz „Nachhaltige Geldanlagen“ für eine klare Definition von Nachhaltigkeit – nicht nur für den „kleinen Teil“, den die Taxonomie abdeckt.
Verbriefungen galten lange als eines der großen Übel der Finanzwelt. Doch Politiker in Deutschland und Frankreich setzen sich für eine Wiederbelebung ein. Nun hat eine Initiative aus der Finanzindustrie Vorschläge erarbeitet, wie sie zurückkommen könnten – auch zum Wohle der grünen Transformation. Der Zeitpunkt scheint günstig.
Im neuen Team von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen überlappen sich die Zuständigkeiten. Teresa Ribera soll als Wettbewerbskommissarin auch die Transformation antreiben, Wopke Hoekstra für Klima, Maria Luis Albuquerque für den Kapitalmarkt zuständig sein. Valdis Dombrovskis soll Wirtschafts- und Stéphane Séjourné Industriekommissar werden.
Drei Forschungsinstitute fordern, die nationalökonomische Bilanzierung und die unternehmerische Berichterstattung zu modernisieren: Beide sollen den Wert von Ökosystemleistungen darlegen, um solide Entscheidungsgrundlagen für Politik und Wirtschaft zu liefern. Auf einer Fachveranstaltung war diese Monetarisierung von Naturfaktoren aber umstritten.
Ursula von der Leyen will eigentlich am Dienstag die Namen der Kommissare ihrer EU-Exekutive präsentieren. Doch daraus könnte nichts werden: Nicht nur, dass die eilends vorgestellte Kandidatin Sloweniens blockiert wird. Auch die Sozialdemokraten im Europaparlament kündigen Widerstand gegen das bisher bekannte Personaltableau der Kommissionspräsidentin an.
Deutschland habe seine Wettbewerbsfähigkeit teils eingebüßt, und es könnte noch schlimmer kommen, diagnostizieren das IW und BCG im Auftrag des Industrieverbands BDI. Transformation und teure Energie lasten demnach besonders schwer. Mehr als eine Billion Euro zusätzlich sollen die Industrie wieder fit machen.
Schönfärberei kann den Unternehmenswert von Finanzhäusern laut einer Studie erheblich senken, sofern sich die zuständigen Aufsichtsbehörden damit befassen. Die Nichtregierungsorganisation Finanzwende fordert die deutsche Finanzaufsicht Bafin auf, Greenwashing stärker zu beachten.
Bei Sustainability-linked Bonds müssen die emittierenden Unternehmen höhere Zinsen zahlen, wenn sie ihre Nachhaltigkeitsziele verfehlen. Bei einem Drittel der Kennzahlen sieht es für die Unternehmen nicht gut aus, hat die SEB ermittelt.
Die Bundesregierung arbeitet an einer neuen Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie. Dem Entwurf fehlen jedoch nach Ansicht von Fachleuten messbare Ziele und Indikatoren, um die Politik der nächsten Jahre so zu lenken, dass Deutschland wirksam zum Erreichen der UN-Nachhaltigkeitszielen SDGs beiträgt.
Die OECD-Leitsätze zu verantwortungsvollem Unternehmenshandeln sehen vor, dass Konzerne sich bei Firmen, zu denen sie Geschäftsbeziehungen unterhalten, für Menschenrechte einsetzen. Auch für Investitionen von Fonds könnte es laut der Schweizer Schlichtungsstelle Pflichten geben. Finanzinstitute könnten dem nicht gerecht werden, warnt die UBS.
Internationale Kapitaleigner haben einen Aktionsplan erstellt, um mit Finanzierungen gegen die Biodiversitätskrise anzugehen. Die Gruppe will dafür bessere Voraussetzungen bei der Bundesregierung und der EU erwirken. Denn biologische Vielfalt lässt sich laut einer Studie in strategische Investitionsentscheidungen integrieren, sofern der Rahmen stimmt.
Im November wählen die USA. Dabei geht es auch um die Zukunft von ESG und den nachhaltigen Umbau der größten Volkswirtschaft der Welt. Die Republikaner wollen Nachhaltigkeits-Regulierungen für Finanzmärkte wieder abschaffen. Daran arbeitet die State Financial Officers Foundation.
Bis zum 6. Juli sollten alle EU-Mitgliedsstaaten die EU-Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung in nationales Recht gegossen haben, eigentlich. Viele Länder hinken aber hinterher. Zu den Nachzüglern gehört auch Deutschland – doch das wird hierzulande sogar teilweise begrüßt.
Die Abscheidung und Speicherung von CO2 ist nicht einmal zugelassen, da verkündet das Bundeswirtschaftsministerium schon erste Bedingungen für eine CCS-Förderung. Anders als bei den Klimaschutzverträgen liegt der Fokus auf dem Mittelstand. Dieser soll bei der Dekarbonisierung und bei Investitionen in CCS für nicht-vermeidbare Emissionen unterstützt werden.
Sozialunternehmen wollen ganze Branchen verändern und Menschen zum Umdenken bewegen. Sozialunternehmer Christoph Behroz und Gründungsberater Patrick Mijnals sind aus unterschiedlichen Perspektiven täglich mit den Chancen und Herausforderungen dieser Idee konfrontiert. Ein Interview der KNA.
Schon seit langem kritisieren Banken die Green Asset Ratio. Genützt hat das bisher wenig: In diesem Jahr müssen sie erstmalig diese Zahl berichten. Doch nun hat der Sustainable-Finance-Beirat Verbesserungsvorschläge gemacht. Die Zahl soll zwar nicht verschwinden, dafür aber an Aussagekraft gewinnen.
In der Bundesregierung wird darüber diskutiert, Kredite und Eigenkapital für die Rüstungsindustrie als nachhaltige Finanzierungen zu klassifizieren. Dabei sind sich Banken und Investoren einig darüber, dass die Waffenbranche ausreichend Zugang zu Geldquellen hat. Nun regt sich Widerstand.
Die Förderung für die Wärmewende soll 2025 um zwei Milliarden Euro kleiner ausfallen. Auch andere Ausgaben aus dem Klima- und Transformationsfonds kürzt die Ampel-Koalition. Das Besondere bei der Haushaltseinigung: Die Bundesregierung greift auf einen riskanten Kniff zurück. Der Experte Niklas Illenseer befürchtet im Ernstfall eine Haushaltssperre.
Gut drei Wochen dauerten die Verhandlungen zur Zukunft des internationalen Tiefseebergbaus. Auch wenn viele Entscheidungen vertagt wurden, machten die Verhandlung deutlich, dass immer mehr Länder das Thema ernst nehmen. Der Finanzsektor hält sich bisher zurück.
Die Arbeitsgruppe für naturbezogene Finanzberichterstattung, TNFD, und die UN-Dachorganisation für Klimaneutralitätsziele in der Finanzwirtschaft, GFANZ, planen zur Weltbiodiversitätskonferenz COP16 im Herbst naturbezogene Konsultationen. Unternehmen und Finanzinstitute sehen die Regierungen gefordert.
Im Herbst soll die EU-Kommission neu zusammengesetzt werden. Manche Namen stehen bereits fest, über viele Besetzungen wird in Brüssel allerdings heftig spekuliert.
Ob es der Kenfo ist oder die Sondervermögen des Bundes und der Sozialversicherung: Deutschland will bei seinen Geldanlagen Nachhaltigkeitskriterien beachten. Wie gut das gelingt und wo Schwierigkeiten liegen, zeigen nun die Antworten der Bundesregierung auf eine kleine parlamentarische Anfrage.
Der führende Standardsetzer für Netto-Null-Ziele von Unternehmen überarbeitet seine Regeln und lässt durchblicken, wie diese künftig aussehen könnten. Ein unabgestimmter Vorstoß zum Einsatz von CO2-Zertifikaten hatte jüngst Streit ausgelöst, doch nun stimmt die SBTI ganz andere Töne an. Der WWF äußert sich beruhigt.
Weil Finanzvorstände entscheidend sind für eine nachhaltige Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft, will Sanda Ojiambo, beigeordnete UN-Generalsekretärin und Exekutivdirektorin des UN Global Compact (UNGC), die CFO-Koalition des UNGC weltweit ausrollen. Das soll nachhaltige Finanzen voranbringen und den UN-Nachhaltigkeitszielen dienen.
Die International Capital Markets Association ist vor allem als Standardsetzer für den weltweiten Handel mit grünen Anleihen bekannt. Viele der größten deutschen Investoren gehören ihr an. Doch auch in weiteren Bereichen spielt die Organisation eine wichtige Rolle.
Mit seinen Fonds setzt Grundbesitz 24 auf nachhaltiges Wohnen. Die Idee dahinter überzeugt viele Investoren. Doch als Privatperson wetterte dessen Geschäftsführer in sozialen Netzwerken gegen die Flüchtlingspolitik, überhaupt Politiker – und folgt in sozialen Medien zahlreichen rechten Gruppen. Ist das mit Nachhaltigkeit vereinbar?
Die Bundesbank fordert wegen geopolitischen Risiken europäische Souveränität bei Zahlungssystemen, doch US-Anbieter steigern bei Debitkarten rasant ihren Marktanteil – auch dank der Staatsbank DKB. Wegen der Zusatzkosten schlägt der Einzelhandel drei Regulierungsmaßnahmen vor und arbeitet an neuen Features für die altbekannte EC-Karte.