Die heißeste Phase der Pandemie geht endlich vorbei, doch das Virus wird uns weiter beschäftigen. Jetzt ist die richtige Zeit, um unsere Corona-Datenbasis und unseren Umgang mit den Daten zu verbessern. Lars-Alexander Mayer vom Datenexperten TD Reply liefert konkrete Vorschläge.
Regulierung ist kein Hemmschuh, wenn sie passgenau ist. Genau darin liegen die Chancen des vor kurzem vorgelegten Regulierungsvorschlags der EU-Kommission zur Künstlichen Intelligenz, glaubt der UKE-Forscher und Arzt Rüdiger Schmitz. Damit ein Ökosystem für nachhaltige KI-Innovationen in der Medizin entstehen kann, sollte man auf die Expertise der Fachgesellschaften bauen.
Ältere Menschen sind in der Pandemie nicht nur an Covid-19 gestorben. Sie sterben auch an Isolation, Depression und fehlender enger Betreuung. Wir müssen endlich weg von einem paternalistischen Umgang mit Älteren, schreibt Hester Anderiesen Le Riche, CEO und Entwicklerin eines verbreiteten kognitiven Stimulationssystems für Demenzkranke und geistig Behinderte.
Das Mit- und Nebeneinander von gegen Corona Geimpften und Nicht-Geimpften wird eines der brisantesten gesellschaftlichen Konfliktfelder des kommenden Sommers werden, befürchtet Jochen Werner, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Essen. Er fordert einen Dialog, in dem vor allem der Ethikrat eine wichtige Rolle spielen sollte.
Die Aussetzung der Patente von Covid-19-Impfstoffen wäre laut den Patentexperten Nikolaus Thumm und Stefan Rolf Huebner in der Geschichte des Patentrechts einzigartig – und birgt Risiken.
Anlässlich des heutigen Internationalen Tags der Pflegenden haben Heike Gerstenberger und Anke Spiess von der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen aufgeschrieben, warum es eine Neubewertung der Gehälter braucht und wieso es Zeit für eine Pflegerebellion ist.
YouTube, Social Media und im Fernsehen: Kinder und Jugendliche sind täglich Produktwerbung für Zuckerbomben und Dickmacher ausgeliefert. Die Politik reagiere verhalten, die Adipositas- und Diabeteswelle wachse ungebremst, meint Barbara Bitzer, Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft.
Der Gesundheitsmarkt ist längst nicht mehr nur noch für Insider ein attraktiver Anlagemarkt. Im Standpunkt erklärt Zehrid Osmani vom Investmentunternehmen Martin Currie, warum und für welche Bereiche er im Gesundheitswesen ein Wachstum prognostiziert.
Digitale Pflegeanwendungen würden großes Potenzial in der Versorgung bieten. Ihr Nutzen lasse sich jedoch nur dann ausschöpfen, wenn den Lücken im DVPMG entgegengewirkt werde, meint Holger Dudel, Fachreferent Pflege der Deutschen Gesellschaft für Qualität. Und solche Lücken sieht er einige.
Bei der Neuregelung der Suizidbeihilfe darf es keine Pflicht zur Durchführung oder auch nur zur Duldung in Pflege- und Palliativeinrichtungen geben, meint der Vorsitzende des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands, Winfried Hardinghaus. Wichtig sei am Lebensende eine gute Begleitung und Aufklärung über hospizlich-palliative Alternativen.
Eine erste Studie eines Alzheimer-Impfstoffs hat gezeigt, dass die Impfung bei Menschen mit Down-Syndrom zur gewünschten Immunantwort und Antikörpern führen kann. Das mache Hoffnung im Kampf gegen neurodegenerative Erkrankungen, schreibt Andrea Pfeifer, CEO und Mitbegründerin von AC Immune SA.
In der Pandemie sollten Partikularinteressen hintan stehen, meint der Ärzte-Funktionär Dirk Heinrich. „Künstlich herbeigeredete“ Konflikte über die Verteilung von Impfstoffen zwischen Haus- und Fachärzten oder zwischen Impfzentren und Arztpraxen müssten aufhören, findet der niedergelassene HNO-Arzt, der selber gerade ein solches Zentrum in Hamburg leitet.
Im Standpunkt erklärt Malte Klar, Psychologischer Psychotherapeut an der Berliner Charité, warum Emotionen und ein Verbundenheitsgefühl dabei helfen, Verantwortung zu übernehmen. Und wieso er in Bürger:innenräten ein gutes Instrument für mehr Gemeinwohl hält – auch, um der Klimakrise zu begegnen.
Wie ist die Corona-Testpflicht für Unternehmen umzusetzen? Welche Rechte haben Arbeitgeber und Arbeitnehmer? Diese Fragen beantworten die Rechtsanwältinnen Inka Müller-Seubert und Paula Wernecke der Wirtschaftskanzlei CMS Deutschland.
Warum Berlins Gesundheitssenatorin nicht der landeseigenen Expertise vertraut und stattdessen bei der Terminvergabe für Impfungen weit übers Ziel hinausschießt, Matthieu Schapranow vom Hasso-Plattner-Institut beschreibt die Schwierigkeit, geimpft zu werden, ohne genervt zu sein und sensible Daten preiszugeben.
Vier Jahre nach der Legalisierung von Cannabis als Medizin ist das Potential der Pflanze längst nicht ausgeschöpft. Studien aber zeigen, dass das komplexe Naturprodukt Patient:innen hilft. Julian Wichmann plädiert für mehr Aufklärung bei Ärzt:innen.
Die Deutschen sind zufrieden mit ihrer medizinischen Versorgung. Das belegt eine aktuelle Umfrage. Dennoch dürfe man sich darauf nicht ausruhen, meint PwC-Gesundheitsexperte Michael Burkhart. Er plädiert für eine Reform der Krankenhausfinanzierung, die einen stärkeren Fokus auf Prävention legt – und dadurch auch das Problem des Fachkräftemangels löst.
Ohne Lehrkräfte keine Pflegekräfte: Was naheliegend klingt, wird seit Jahrzehnten ignoriert. Statt die Zahl der Auszubildenden zu steigern, seien bereits bestehende Plätze gefährdet, kritisiert Carsten Drude, Vorsitzender des Bundesverbands Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe. Als eine Lösung schlägt er einen zweckgebundenen „Hochschulpakt Pflegebildung“ vor.
Die aktuelle Debatte verzerrt den Blick: Dass wir nur ein Jahr nach Beginn der Pandemie Impfstoffe haben, ist eine unglaubliche Leistung der Pharmaforschung. Eine langfristige Corona-Strategie muss jetzt als zweite Säule die Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung von Covid-19 in den Mittelpunkt rücken. Hier gelte es, an das Vorbild der Impfstoff-Entwicklungen anzuknüpfen, meint Wolfgang Brysch, CEO von MetrioPharm.
Der Weg für eine Digitale Gesundheitsanwendung in den GKV-Leistungskatalog ist mitunter steinig. Martin Blaschka und Tonio Schönfelder vom WIG2 Institut schreiben im Standpunkt über die Stärken und Schwächen des DiGA-Verfahrens. Sie erklären auch, warum der BfArM-Leitfaden keine vollumfängliche Checkliste ist und Hersteller in trügerischer Sicherheit wiegen kann.
Plötzlich war sie da, die Pandemie. Die Menschen leben seit über einem Jahr mit ihr und den pandemiebedingten Einschränkungen. Matthias Müller, CEO, Ärztlicher Direktor und Medizinischer Geschäftsführer der Oberberg Gruppe, beschreibt die Folgen der Pandemie auf die psychische Gesundheit der Gesellschaft.
Der Anwalt Ulrich Worm, Partner im Frankfurter Büro von Mayer Brown, bezweifelt, dass Zwangslizenzen zu mehr Dosen des Corona-Impfstoffes führen würden. Obwohl das Instrument seit vielen Jahren im Patentrecht verankert sei, werde es aus guten Gründen nicht angewendet. Die Industrie habe zudem bereits eigene Lösungen entwickelt, schreibt er.
Covid-19 ist ein globales Problem, das deshalb auch nur global gelöst werden kann. Während die Debatte zuletzt stark auf die hiesige Impfstoffverteilung fokussiert war, wurde ein wesentliches Element übersehen, um den Kampf gegen die Pandemie zu gewinnen. Der Vorsitzende der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung, Martin Schulz, plädiert für Solidarität mit dem Rest der Welt.
Von wegen Impfstoff-Desaster. Aus der Sicht von Evelyn Freitag, der Finanzchefin von Sanofi-Aventis in Deutschland, ist bei der Entwicklung von Vakzinen gegen das Coronavirus ein wahres Wunder geschehen. In einem Jahr sei geleistet worden, was früher in zehn kaum zu schaffen war, schreibt sie im Standpunkt.
Jährlich gibt es über 300.000 Gürtelrose-Fälle in Deutschland. Da sich der Erreger oftmals bereits im Körper befindet, können die bei anderen Infektionskrankheiten oftmals erfolgreichen AHA-Regeln nicht schützen, schreibt Jens Vollmar, Impfexperte von GlaxoSmithKline, im Standpunkt. Schutz könnten Impfungen gewährleisten.
Investitionen im Bereich Healthcare verzeichneten im vergangenen Jahr neue Höchststände. Warum wir im Gesundheitswesen auch weiterhin dringend einen Fokus auf innovative Lösungen setzen müssen, erklärt Nooman Haque, Managing Director Life Sciences & Healthcare bei der Silicon Valley Bank.
Bereits im Juli 2020 machte Ulrich Hegerl, Vorsitzender der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, an dieser Stelle auf die zahlreichen Folgen der Coronapolitik für die psychische Gesundheit aufmerksam. Passiert ist seitdem wenig, dabei brauche es dringend eine systematische Abwägung der Gesundheitsschäden, so der Psychiater.
Rund 700.000 Pflegestellen müssen in den nächsten zehn Jahren besetzt werden. Berufsrückkehrer könnten einen Teil davon ausmachen, schreibt Franz Wagner, Präsidiumsmitglied der Bundespflegekammer und Präsident des Deutschen Pflegerats, im Standpunkt. Entscheidend seien aber auch Investitionen in die Ausbildung.
Ab Sommer 2022 sollen Biosimilars wie Generika behandelt werden. Die Folgen für die Versorgungssicherheit könnten erheblich sein, fürchtet Peter Stenico, Vorsitzender der AG Pro Biosimilars.
Apotheken in Österreich sind seit November 2020 Teil der Corona-Teststrategie. Seit Anfang Februar können sich die Bürger des Landes in der Mehrheit der knapp 1.400 Apotheken kostenlos mit einem Antigen-Schnelltest auf eine Corona-Infektion testen lassen. Bei der Organisation in der Offizin gibt es Unterschiede. Jürgen Rehak vom Österreichischen Apothekerverband erklärt das Verfahren.
Behinderte Menschen, chronisch Kranke und auch ältere Patienten sind in Sorge, in Triage-Situationen wegen vermeintlich geringerer Erfolgsaussichten übergangen zu werden – und kritisieren entsprechende Leitlinien medizinischer Fachgesellschaften. Die Grünen-Abgeordneten Kirsten Kappert-Gonther und Manuela Rottmann verlangen, dass sich auch der Bundestag mit dieser ethischen Frage befasst.
Die Feststellung einer epidemischen Lage nationaler Tragweite durch den Deutschen Bundestag im März 2020 ist die rechtliche Grundlage von Sonderregeln, unter anderem zur Versorgung der Bevölkerung mit Impfstoffen. Auch das europäische Zulassungsverfahren wurde verändert. Im Standpunkt ordnet Arzneimittel-Expertin Meriem Bouslouk-Marx die politischen Entscheidungen und Verfahren in Deutschland und der EU auch vor dem Hintergrund öffentlich geäußerter Kritik ein.
Im Standpunkt beantwortet Jochen A. Werner, Vorstandsvorsitzender der Universitätsmedizin Essen, die Frage, wie Grundrechte zeitnah wiederhergestellt werden können und wie die vermeintliche Ungerechtigkeit beim Fortschritt der Impfkampagne pragmatisch aufzulösen ist.
Impfungen außerhalb der priorisierten Gruppen schwächen das Vertrauen in die Impfkampagne. Rechtlich aber gibt es kaum Regelungen, wie etwa mit Impfstoff umzugehen ist, der sonst verderben würde, schreibt Juraprofessorin Anna Leisner-Egensperger.
Aus Sorge vor einer Corona-Infektion gehen derzeit deutlich weniger Menschen zur Krebsvorsorge. Eine umfassende Schnelltest-Strategie kann ein wichtiges Instrument sein, um diesen gefährlichen Trend zu stoppen.
Was ist Sepsis überhaupt, wie häufig geht sie tödlich und warum ist das Thema insbesondere in der Corona-Pandemie so wichtig? Das erläutert die Initiatorin der heute startenden Aufklärungskampagne #DeutschlandErkenntSepsis: Ruth Hecker, Vorsitzende des Aktionsbündnis Patientensicherheit und Chief Patient Safety Officer der Universitätsmedizin Essen.
Nils Breuer, Director bei Strategy& Germany, und Rainer Bernnat, Partner bei PwC Deutschland, beschreiben im Standpunkt mehrere Handlungsfelder, die aus ihrer Sicht für eine Steigerung der Corona-Impfbereitschaft in Deutschland entscheidend sind. Neben zielgruppengerechter Information brauche es unter anderem eine transparente Zielsetzung.
Nach einem Urteil zu Pubertätsblockern für trans Jugendliche in England ist eine Debatte entbrannt. Die Diskussion gehe aber am Behandlungsalltag vorbei, denn dort werde sorgfältig abgewogen und behandelt, meint Sabine Maur.
Auf der Suche nach einem gutem guten Arzt oder einer guten Ärztin greifen Patient:innen immer häufiger auf Bewertungsportale im Netz zurück. Wer dort als Mediziner:in negative Bewertungen bekommt, hat ein Problem. Bei dessen Lösung ist ein Löschantrag nicht immer die richtige Wahl, meint Rechtsanwalt Christian Erbacher.
Die Vorteile einer umfassenden digitalen Patientenversorgung sind bisher Einzelfälle. Das wird sich in Deutschland und weltweit in den nächsten fünf Jahren ändern, schaut man sich laufende Projekte und Investitionen an. Aus Kundensicht können Krankenversicherungen hier eine zentrale Rolle einnehmen, meint Markus Heyen, Leitung Versicherungen Deutschland bei Accenture.
Seit bald vier Jahren soll das „Cannabis als Medizin“-Gesetz Patient*innen den Zugang zu medizinischem Cannabis ermöglichen. Jedoch ist dieses alte pflanzliche Arzneimittel nicht hinreichend anerkannt und der Zugang für die Betroffenen oft beschwerlich. Adrian Fischer, Arzt und Mitgründer von DEMECAN, fordert darum eine Überarbeitung des Gesetzes.
Die Digitalisierung ermöglicht es uns, aus einem „Krankheitsverwaltungssystem“ ein proaktives „Gesundheitssystem“ zu machen, meinen Sven Jungmann und Monika Rimmele. Die ePA halten die Digitalexperten für einen guten Anfang – für mehr jedoch nicht.
Es ist an der Zeit, dringend notwendige Veränderungsprozesse im deutschen Gesundheitssystem anzustoßen, meint der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa). Der Verbandsvorsitzende Dirk Heinrich erklärt, warum die Sektorengrenzen abgebaut werden müssen und weshalb es eine ärztliche Vergütungssystematik braucht.
Start-ups entwickelten viele digitale Lösungen im Kampf gegen die Coronakrise. Der öffentliche Sektor nutze diese allerdings viel zu wenig, kritisiert Sina Beckstein von der heute startenden Initiative „Wir für Digitalisierung“. Die Initiator:innen fordern unter anderem umfassendere Schnittstellen der Gesundheitsämter und neues Denken bei der Warn-App.
Solange keine gesetzliche Impfpflicht besteht, kann der Arbeitgeber nicht von seinen Mitarbeitern verlangen, dass sie sich impfen lassen, erklärt die Rechtsanwältin Inka Müller-Seubert im Standpunkt. Auch Kündigungen seien nur im Sonderfall möglich. Incentivierungen des Arbeitgebers seien hingegen zulässig.
Deutschland sollte ein Interesse daran haben, die Genom-Sequenzierung zur Entdeckung von Mutationen bei Viren und anderen Krankheitserregern nicht nur kurzfristig, sondern langfristig auszubauen, meint Paul Hammer. Noch besser wäre laut dem Systembiologen eine europäische Gesamtstrategie mit freiem Zugang zu den Forschungsdaten.
Der Dachverband der Fluggesellschaften hat mit dem „IATA Travel Pass“ ein Konzept zur Dokumentation von Impfstatus und Gesundheitszustand vorgelegt. Dieses sei aber zu umständlich, meint Sascha Bayer, Manager bei der IT-Beratung Q_PERIOR. Er schlägt einen digitalen Impfnachweis vor, der auf QR-Codes setzt und keine Daten speichert.
Das Corona-Jahr hat erste Berührungsängste gegenüber der Telemedizin abgebaut. Damit 2021 alle von der Videosprechstunde profitieren, müssen Ärzte im Sinne ihrer Patienten Teil der Entwicklung sein, meint Nikolaus Schmidt-Sibeth, medizinischer Leiter bei TeleClinic.
Prävention wird künftig an erster Stelle in der Gesundheitswelt stehen – mit den Patient*innen im Mittelpunkt, meint Diana Heinrichs im Standpunkt. Die Technik, um beispielsweise die körperliche Mobilität bis ins hohe Alter zu erhalten, sei bereits vorhanden, müsse nur richtig genutzt werden.
Mit dem bereits im Kabinett verabschiedeten IT-Sicherheitsgesetz 2.0 sollen die Anforderungen an die IT-Sicherheit in deutschen Krankenhäusern weiter nach oben geschraubt werden. Thorsten Schütz vom Bundesverband der Krankenhaus-IT-Leiterinnen/Leiter sieht neben einigen guten Entscheidungen aber auch eine Regelung zur Mittelverteilung, die korrigiert werden sollte.
Zum 30. Geburtstag des Embryonenschutzgesetzes fordert die FDP-Abgeordnete Katrin Helling-Plahr eine offene und breite Debatte über moderne Fortpflanzungsmedizin. Die derzeitige Gesetzgebung hält sie aus ethischer, rechtlicher und wissenschaftlicher Perspektive für überaltert.
Der „Patient“ entwickelt sich immer weiter zum „Gesundheitskunden“ – getrieben durch die Veränderungen, die die Digitalisierung des Handels gebracht hat und weiter bringt. Worauf es ankommt, um künftig am Healthcare-Markt relevant zu sein, schreiben Luisa Wasilewski und Nils Seebach.
Sport spielt bei der Prävention von Krankheiten eine zentrale Rolle: In Zeiten des Lockdowns erlahmen allerdings die Aktivitäten weiter Teile der Bevölkerung, beklagt der Gesundheitswissenschaftler Thomas Rieger. Von der Politik fordert er eine Offensive zur Beförderung eines „aktiven Lebensstils“.
Covid-19 breitet sich in Regionen mit einem höheren Sozialkapital signifikant langsamer aus als in solchen mit geringeren Sozialkapital, schreibt ZEW-Präsident Achim Wambach im Standpunkt, und erklärt, was es mit dem Konzept auf sich hat.
Der Fachanwalt für Verwaltungsrecht Michael Winkelmüller erklärt im Standpunkt, warum das neue Infektionsschutzgesetz keine versteckte Impfpflicht enthält und warum es keinen Grund für den Gesetzgeber gibt, eine Impfpflicht zu verstecken.
Mikroben im Darm sind hochwichtig für die Gesamtgesundheit – aber auch hochindividuell. Peter Konturek plädiert dafür, Zustand und Zusammensetzung des Mikrobioms besser zu erforschen und bei Diagnosen besser zu berücksichtigen.
Unter dem Namen „Amazon Pharmacy“ hat der Online-Versandhändler Amazon seinen eigenen Apothekendienst in den USA eingeführt. Für den deutschen Pharmaziemarkt sollte das ein Weckruf sein: Worauf Apotheken und Hersteller nun achten müssen.
Die neue Richtlinie zur Personalausstattung in psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken wird zu großen Versorgungsproblemen führen, sagt Mate Ivančić, CEO der Schön Klinik. Für 2022 prognostiziert er einen Bettenabbau im großen Stil.
Für die Weiterentwicklung der medizinischen Versorgung sind nicht nur Patientendaten hilfreich, sondern auch deren Erfahrungen und Wissen. Julia Hagen und Moritz Göldner erklären, wie Patient:innen in Zukunft noch besser in die Versorgungsforschung eingebunden werden sollen.
Das Forschungsprojekt TeleSTAR soll die mikrochirurgische Ausbildung mittels Augmented Reality und 3D-Technologien verbessern. J. Rosenthal und E. Wisotzky vom Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut sind maßgeblich an dem Projekt beteiligt und berichten über die Vorteile der virtuellen Ausbildungsmethode.
Covid-19 habe die Bedeutung datenintensiver Forschung für die Eindämmung von Gesundheitskrisen deutlich gemacht, meint Mark Siebert im Standpunkt. Datenanalysen könnten in einer Vielzahl von Situationen angewandt werden, um hilfreiche Erkenntnisse zu gewinnen. Entscheidend sei dabei die Qualität der Daten und klare Kommunikation mit der Öffentlichkeit.
Die Zukunftsforscher Daniel Dettling und Corinna Mühlhausen beschreiben in ihrem Standpunkt, wie die Gesundheitswelt 2049 aussehen könnte. In manchen Bereichen ist der Wandel bereits im Gange, in anderen beginnt er gerade.
Die US-Amerikaner haben den Demokraten Joe Biden zum 46. Präsidenten gewählt. Die US-Experten Christian Lammert und Betsy Leimbigler von der Freien Universität Berlin erklären im Standpunkt, welche Gesundheitsreformen der designierte Trump-Nachfolger anstreben könnte und wie realistisch deren Umsetzung ist.
Medizin im 21. Jahrhundert vernachlässigt immer noch die Genderperspektive – sowohl in der Forschung als auch in der Praxis. Die Kardiologin und Gendermedizinerin Vera Regitz-Zagrosek sagt: Forschung und Aufklärung müssen sich deutlich verbessern – auch bei den Patientinnen.
Rund 87 Millionen Menschen mit Behinderung leben in Europa, aber nicht selten werden sie in ihrer Selbstbestimmung eingeschränkt. Jürgen Dusel, Beauftragter der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen, fordert im Standpunkt, von anderen europäischen Ländern zu lernen und die Innovationsfähigkeit Deutschlands unter Beweis zu stellen.
Barbara Bitzer, Geschäftsführerin der Deutschen Diabetes Gesellschaft und Sprecherin der Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten, warnt vor den Auswirkungen von Marketing, das Kinder zum Konsum ungesunder Produkte verleitet. Wissenschaftler fordern mehr Schutz der kindlichen Gesundheit.