Die moderne Medizin kann das Leben, aber auch das Leiden verlängern. Und eine Patientenverfügung muss nicht immer den aktuellen Willen eines Menschen widerspiegeln. Regisseur und Autor Max Damm hat sich für einen Film mit den Themen Tod und Krankheit auseinandergesetzt und gelernt: Es gibt kein Schwarz oder Weiß.
Seit einem tragischen Todesfall vor über 50 Jahren setzt sich die Björn Steiger Stiftung für die Verbesserung der Notfallhilfe und des Rettungswesens ein. Ihr Präsident, Pierre-Enric Steiger, erklärt im Standpunkt, welche grundlegenden Verbesserungen der Rettungsdienst in Deutschland braucht.
Die Corona-Krise hat einmal mehr aufgezeigt, wie tiefgreifend dieser Pflegenotstand tatsächlich ist, meint der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende der Universitätsmedizin Essen, Jochen A. Werner. In seinem Standpunkt skizziert er drei Lösungsansätze gegen den Pflegenotstand.
In der deutschen Medizin fehlt es an einheitlichen Behandlungsrichtlinien und systematischen Datenauswertungen, meint der Diabetologe Dirk Müller-Wieland. Er plädiert für Schnittstellen mit der elektronischen Patientenakte, um diesen Mangel zu beheben.
Als Geschäftsführer eines Investoren-MVZ verteidigt der Zahnarzt Jörn Thiemer das Modell gegen Kritik. Die regionale Verteilung der MVZ unterscheide sich nicht von Einzelpraxen, argumentiert er. Außerdem böten sie Synergien und nicht zuletzt eine Lösung für das drängende Nachwuchsproblem vieler Praxen.
Durch ihr Twitter-Tagebuch über ihre Covid-19-Erkrankung erzeugte die FDP-Politikerin viel Aufmerksamkeit und Zuspruch. Am vergangenen Wochenende war Preisler in Berlin, um mit Demonstrierenden über die Gefährlichkeit der Pandemie zu sprechen. Auch wenn es schwer falle, müsse man mit den Menschen wieder ins Gespräch kommen, fordert sie.
Die Covid-19-Pandemie ist seit vielen Monaten das beherrschende Thema, schreibt Winfried Hardinghaus – gesellschaftlich, politisch, journalistisch. Und sie hat die Debatte über ein Thema abgeschnitten, die auf den ersten Blick gar nichts, auf den zweiten Blick aber sehr viel mit dem Virus beziehungsweise unserem Umgang mit ihm zu tun hat: die Hospiz- und Palliativversorgung.
Der vorliegende Entwurf des Bundesministeriums für Gesundheit zur Änderung des Notfallsanitätergesetzes führt nicht zu mehr Rechtssicherheit, schreibt Marco König in seinem Standpunkt. Dabei habe der Bundesrat bereits vor einem Jahr eine hilfreiche Gesetzesänderung vorgeschlagen, die dann aber vom Bundestag abgelehnt worden sei.
Erst 2015 wurde die Gründung von arztgruppengleichen MVZ ermöglicht. Was von der Politik positiv intendiert war, hat jedoch durch eine Lücke im Gesetz eine Kapitalanlagemöglichkeit für internationales Investorengeld geschaffen: unter anderem für Hedgefonds und Private-Equity-Gesellschaften.
Drohen uns in Sachen Medikamentenversorgung US-amerikanische Verhältnisse? Aus der Sicht des Apothekers und Buchautors Franz Stadler fehlt die grundsätzliche Einsicht, dass Arzneimittel ein besonderes Gut sind.
Das Einhalten von Wettbewerb, Gleichbehandlung und Transparenz bei Beschaffungen der öffentlichen Hand gehört zu den Grundpfeilern der Europäischen Union, schreibt Thomas Mösinger in seinem Standpunkt. Doch der Bund und viele Bundesländer würden „ein besonderes Verhältnis“ zum EU-Vergaberecht pflegen.
Wir müssen die gesetzliche Krankenversicherung vor den sogenannten Big4 der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften schützen, schreibt Hilde Mattheis in ihrem Standpunkt. Sie würden eine Gefahr für einen Bereich der Daseinsvorsorge darstellen, der für Millionen von Menschen überlebensnotwendig sei.
Viele wollen die durch „Karlsruhe“ wiederhergestellte Freiheit der Hilfe zum Suizid erneut einschränken, beklagt Sandra Martino, Erste Vorsitzende des Vereins Dignitas Deutschland. In ihrem Standpunkt macht sie deutlich, warum das keine gute Idee ist.
Neue Technologien bedeuten mehr Möglichkeiten, verlangen aber auch mehr Wissen. Die Versorgungsforschung kann dabei helfen zu klären, ob und inwiefern digitale Versorgungsansätze Patientinnen und Patienten wirklich nutzen, meint Adelheid Kuhlmey von der Plattform – Charité Versorgungsforschung.
Es gebe eine Kluft zwischen psychoanalytischer Praxis und der Forschung in der akademischen Psychologie, meinen Jakob Müller und Cécile Loetz. Die Diplompsychologen und Psychoanalytiker erklären in ihrem Standpunkt, warum Schuldzuweisungen nichts bringen und es wichtig ist, die Psychoanalyse weiter für die Erkenntnisse der naturwissenschaftlich orientierten Forschung zu öffnen.
Die Corona-Pandemie hat der Videosprechstunde über Nacht zum Erfolg verholfen. Jetzt müssen Regularien für die Zukunft folgen, meint Ilias Tsimpoulis, Geschäftsführer von Doctolib.
Die Britin Kate Berghaus war selbst jahrelang Krankenpflegerin. Im Standpunkt beschreibt sie, warum sich das Arbeiten in Deutschland wie nach einer Landung auf dem Mars angefühlt hat. Mittlerweile ist sie Produktmanagerin bei Telekom Healthcare Solutions und meint: Mit der Digitalisierung kann das Ansehen der Pflegeberufe erheblich steigen.
Thomas Tauer und Martin Weiss von der akquinet AG sind überzeugt, dass es ineffizient ist, Hardware für den Daten- und Informationsaustausch in allen Arztpraxen, Krankenhäusern und anderen Einrichtungen vorzuhalten. Der Ansatz Software as a Service (SaaS) löse hingegen die Probleme der Telematik-Infrastruktur.
Trotz niedriger Personalschlüssel, dem Kernproblem der Pflege, hätte die Pflegenden die Herausforderungen der Pandemie bisher gut gemeistert, schreibt Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerates. Weitergehen wie in oder vor der Coronakrise dürfe es aber auf keinen Fall. Auch die Coronaprämie hätte vielerorts zu Unmut geführt.
Während Touristen sich kostenlos auf eine SARS-CoV-2-Infektion testen lassen können, muss medizinisches und pflegerisches Personal das beim Gesundheitsamt genehmigen lassen. „Ist Reisen jetzt wichtiger als Helfen?“, fragt Susanne Johna, Vorsitzende des Marburger Bundes.
Deutschland ist bisher relativ gut durch die Corona-Krise gekommen. Allerdings wurden zahlreichen Patienten mit psychischen Erkrankungen gesundheitliche Nachteile zugemutet. Angesichts einer möglichen zweiten Infektionswelle bedarf es deshalb einer kritische Diskussion über die richtige Balance der Maßnahmen, fordert Ulrich Hegerl, Vorsitzender der Stiftung Depressionshilfe Deutschland.
Bei der Entlassung aus dem Akutkrankenhaus erfüllen nur erschreckend wenige Patienten die Rehabilitationsvorgaben, warnt Michael Raschke, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie. Die Versorgung Schwerverletzter habe sich zwar gebessert, der Stillstand zwischen Entlassung und Reha werfe die Patienten bei der Genesung jedoch zurück.
Als bundesweiter Verhandlungsführer für die AOK-Arzneimittelrabattverträge erklärt Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, welche verschärften Voraussetzungen künftig für Arzneimittelhersteller gelten, die mit den AOKen Rabattverträge schließen wollen.
Der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem meint, dass der Bundeszuschuss von 3,5 Milliarden Euro im kommenden Jahr für die Gesetzlichen Krankenkassen nicht ausreichen dürfte, um die Auswirkungen der Coronakrise abzufedern und deutliche Beitragssatzsteigerungen zu verhindern. Ohnehin seien die fetten Jahre der Gesundheitspolitik vorbei.
Deutschland droht in den kommenden Jahren ein gewaltiger Mangel an Fachkräften in den therapeutischen Berufen, mahnt die Sozialforscherin Sabine Hammer an. Die Zahlen zum Markt und zur Arbeitszufriedenheit von Physio- und Ergotherapeuten sowie Logopäden und Podologen seien alarmierend.
Berlin bekommt ein Lobbyregister. Es wurde auch Zeit, meint Matthias Berninger, der seit 2019 den Bereich „Public Affairs, Science & Sustainability“ der Bayer AG leitet. Bürgerinnen und Bürger müssen wissen können, wer für welche Entscheidungen verantwortlich ist und warum sie getroffen wurden.
Eigentlich ist die EU für den Bereich der Gesundheitspolitik nicht zuständig, schreibt der FDP-Bundestagsabgeordnete Wieland Schinnenburg in seinem Standpunkt. Doch das Beispiel des „Health Technology Assessment“ zeige, dass das in der Praxis anders aussieht.
Noch immer gilt Adipositas hierzulande vor allem als Lebensstilproblem. Dabei gibt es längst genügend Ansätze, wie neue Therapiemöglichkeiten ausgestaltet und umgesetzt werden können. Das Digitale-Versorgung-Gesetz bringt Dynamik in die limitierte Behandlungssituation. Was weiterhin fehlt, sind multimodale Therapiemöglichkeiten.
Deutschlands Laienreanimationsquote liegt im internationalen Vergleich deutlich unter dem Durchschnitt. Ein wichtiger Schritt um dem entgegenzuwirken ist die Schülerausbildung in Reanimation. 10.000 Menschenleben könnten jährlich zusätzlich gerettet werden.
Der „Krieg gegen das Coronavirus“ ist keine sprachliche Übertreibung, meint Nils Seebach, Co-Geschäftsführer der strategischen Digitalberatung Etribes im Standpunkt. Der digitale Aufschwung im Gesundheitswesen zu Pandemiezeiten dürfe deshalb danach nicht einfach zurückgedreht werden.
Alexander Schachinger hält das Digitale-Versorgung-Gesetz noch nicht für zu Ende gedacht. Vieles bewege sich langsam in die richtige Richtung, aber es gebe im deutschen Gesundheitssystem immer noch zu viele Partialinteressen, Lobby, eine Unmenge von Krankenkassen und Sektoren- beziehungsweise Insellösungen.
Noch immer wird auf die Entscheidung der EU-Kommission zum Entwurf des Vor-Ort-Apothekenstärkungsgesetzes gewartet. Kai Vogel, Leiter Gesundheit beim Verbraucherzentrale Bundesverband, findet, dass auch eine Abschaffung der Zuzahlung geprüft werden sollte.
Die angemessene Arzneimittelversorgung von Kindern und Jugendlichen wird weiterhin durch eine ganzen Reihe von Problemen erschwert, warnt Burkhard Rodeck, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Rechtlich würden Ärzte und Kliniken große Risiken tragen.
Gesundheit sei zu lange ein Feld für große Investoren und wenige Länder gewesen, sagt Patrick Pfeffer, Gründer der Crowdfunding-Plattform „aescuvest“. Er fordert Gesundheit in die Hände vieler zu geben und den Markt für junge, motivierte Start-ups zu öffnen.
Das Vor-Ort-Apothekenstärkungsgesetz muss – mit oder ohne Feedback der EU-Kommission – spätestens im zweiten Halbjahr 2020 durch den Bundestag verabschiedet werden, sagt ABDA-Präsident Friedemann Schmidt. Seit bald vier Jahren sei die Politik eine ordnungspolitische Lösung schuldig.
Heute tagt das höchste Entscheidungsgremium der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und wird sich unter anderem mit dem Thema Digitalisierung befassen. Holger Rostek ist seit 2017 Mitglied des Vorstandes der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg und erklärt, warum dauerhafte Digitalisierungsstrukturpauschalen nötig sind.
Das Thema Gesundheit spielt auf YouTube eine untergeordnete Rolle, obwohl es gute Beispiele dafür gibt, wie Soziale Medien zur Verbreitung wichtigen Wissens genutzt werden können, weiß Thomas Brechtel. Der Geschäftsführer von 37 Grad erklärt auch, warum viele Ärzte ihre Kommunikation mit den Patienten überdenken sollten.
Zwei Steuerexperten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG erklären und bewerten im Standpunkt die beeindruckende Anzahl an steuerlichen Maßnahmen im Konjunkturpaket. So soll zum Beispiel der Fördersatz der steuerlichen Forschungszulage rückwirkend steigen.
Über SmED wird ein Viertel aller Anrufenden bei den Arztrufzentralen der Kassenärztlichen Vereinigungen in die Notaufnahmen vermittelt. Dominik von Stillfried vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung erklärt den Nutzen der Patientensteuerung.
In ihrem Buch „Neustaat - Politik und Verwaltung müssen sich ändern“ werfen die CDU-Bundestagsabgeordneten Nadine Schön und Thomas Heilmann ein Schlaglicht darauf, dass Milliardensummen für die Wirtschaft nicht reichen, um gut aus der Coronakrise herauszukommen. Sie fordern, auch Staat, Verwaltungsvorschriften und Strukturen zu verändern.
Stephan Kruip, Mitglied im Deutschen Ethikrat, ist besorgt über die wachsenden Defizite in der Mukoviszidose-Versorgung. Fast jede zweite Stelle bei den medizinischen Fachkräften könne nicht besetzt werden, beklagt er – und das bei steigenden Patientenzahlen.
Personaluntergrenzen erfüllen ihren intendierten Effekt nicht, solange überflüssige stationäre Kapazitäten nicht abgebaut und auf ein international übliches Maß zurückgefahren werden, meint der Palliativmediziner Andreas S. Lübbe im Standpunkt. Deutschland würde über ausreichend Pflegekräfte verfügen, wenn weniger Patientenbetten zur Verfügung stünden.
National begrenzte Lösungsansätze beugen Lieferengpässen bei Arzneimitteln nicht wirkungsvoll vor, sagt Johannes Bauernfeind. Er ist seit Januar 2020 Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg.
Hersteller von „Quasi“-Medizinprodukten ohne medizinische Zweckbestimmung müssen zukünftig dieselben Regeln und Anforderungen erfüllen wie „echte“ Medizinproduktehersteller, erklärt die Rechtsanwältin Miriam Schuh. Grund dafür ist eine neue EU-Verordnung, deren Geltung aufgrund von Corona jedoch zunächst verschoben wird.
Eine Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes ist notwendig, wird aber nach dem Gießkannenprinzip nicht richtig funktionieren, meinen Jens Holst, Professor an der Hochschule Fulda und Charité-Forscher Peter Tinnemann. Zur Adjustierung seines Reformplans brauche der Minister aber auch bisher fehlende Daten über die Ausstattungen der Gesundheitsämter.
Andreas Meißner ist Facharzt und Sprecher des Bündnisses für Datenschutz und Schweigepflicht. Hier erklärt er, warum wie bei der Corona-App auch bei der elektronischen Patientenakte vertrauensbildende Maßnahmen nötig sind.
Karl-Friedrich Bürrig ist Präsident des Bundesverbandes Deutscher Pathologen. Der Professor erklärt, wer aus seiner Sicht Interesse an einer zunehmenden Ausbildung konzernartiger Strukturen in der medizinischen Versorgung hat und wo die Gefahren liegen.
Dänen fühlen sich am sichersten mit dem, was ihnen gemeinsam gehört, meint Morten Elbæk Petersen, der Direktor der dänischen E-Health-Plattform sundhed.dk. Teile der Patientenakte würde in Dänemark kaum jemand sperren, obwohl die Funktion verfügbar wäre.
Die Coronakrise ist für Lars-Alexander Mayer, Spezialist für Datenanalysen, ein geeigneter Anlass, um darüber zu sprechen, wie Vorhersagemodelle uns helfen können, die Krise effektiver zu managen. In Sachen Corona gebe es legitime Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit.
Im Standpunkt erklären Susanne Ozegowski und Daniel Cardinal, Bereichsleiter Unternehmensentwicklung und Versorgungsinnovation der Techniker Krankenkasse, wie die elektronische Patientenakte zum Erfolg werden kann und an welche Regeln man sich dabei halten muss.
Der Fernarzt.com-Geschäftsführer Felix Kaiser ist überzeugt, dass Anwendungen der Telemedizin in der Krise ihren Nutzen eindrucksvoll bewiesen haben und auch nach der Corona-Pandemie das Gesundheitswesen weiter verändern werden.
Clinical Decision Support Systeme bereiten evidenzbasiertes Wissen für die praktische Nutzung auf. Ohne direkten Mehrwert für die Anwender erfüllen IT-Systeme ihre Aufgabe nicht, meint Patrick Scheidt, Geschäftsführer der Elsevier GmbH.
Radiologieassistenten arbeiten ebenso wie Pflegende am Patienten – bekommen aber keine Sonderprämie für die Behandlung von Covid-19-Patienten. Die MTRA Dorina Petersen schildert den Alltag in der Krise.
Alle Lockerungen von Schutzmaßnahmen können zu einer Zunahme an Covid-19-Erkrankten führen, meinen die Wissenschaftler Michael Knipper und Peter Tinnemann. Um dies zu vermeiden, braucht es die konsequente Umsetzung von fünf strategischen Elementen.
Paul Meerkamp verbrachte nach einem Unfall zehn Tage in einer Hamburger Klinik und erlebte, was das Besuchsverbot emotional bedeutet. Trotz Schmerzen, Ungewissheit und Aufregung, sei das Alleinsein das unangenehmste gewesen.
Elmar Stracke forscht an der Universität Bayreuth zur Ethik des Alters und des Rentensystems. Er analysiert, warum man überhaupt darüber diskutiert, im Falle einer Verknappung von Krankenhausbetten jüngere Menschen zu bevorzugen.
Parkinson-Patienten sind auf eine ungestörte Medikation angewiesen, damit zumindest die Symptome ihrer unheilbaren und stetig fortschreitenden Erkrankung gelindert werden können. In der Praxis wird dieses Erfordernis jedoch systematisch unterminiert, meint Friedrich-Wilhelm Mehrhoff, Geschäftsführer der Deutschen Parkinson-Vereinigung.
In der Coronakrise muss das öffentliche Leben eingeschränkt werden. Neben Kontrolle von Verboten sollte auch verantwortungsvolles Verhalten belohnt werden, fordert Dominik Rehse vom Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Prädestiniert dafür seien Mobilfunkgeräte und -systeme.
Niedergelassene Ärzte sind in der Corona-Krise gleichzeitig systemrelevant und besonders gefährdet. Der Hamburger Orthopäde Matthias Soyka aus Hamburg meint: Die Politik hätte rechtzeitig vorsorgen müssen, um Behandler und damit auch deren Patienten zu schützen.
Das lange technik-skeptische Deutschland zeigt in der Coronakrise, dass es bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens zu den weltweiten Vorreitern gehören kann, meinen Jörg Debatin und Henrik Matthies vom Health Innovation Hub.
In der Coronakrise sind hoch digitalisierte Unternehmen im Vorteil, glaubt die Ökonomin Irene Bertschek vom ZEW in Mannheim. Sie können ihre Aktivitäten im Netz weiterführen. Doch auch in weniger stark digitalisierten Branchen können Online-Lösungen helfen.
Zehn Jahre mit vollen Kassen bleiben uns noch, sagt Luise Tavera, Vorsitzende der Initiative Denkschmiede Gesundheit. Für die Zukunftsfähigkeit der Sozialsysteme sei die Note unzureichend angemessen. Darum setzt sie sich für Generationengerechtigkeit ein.
Unser Krankheitsbegriff ist an das Auftreten von Symptomen geknüpft. Es ist Zeit, diese Praxis in Frage zu stellen, sagt Andreas Gerber, Deutschlandchef von Janssen. In seinem Standpunkt erklärt er die Möglichkeiten und Grenzen von Disease Interception.
Seit dem 1. März gilt für bestimmte Bevölkerungsgruppen eine Impfpflicht für Masern. Impfgegner versuchen, die Ausnahmeregelungen im Masernschutzgesetz zu nutzen. Ob es rechtliche Schlupflöcher gibt, bewertet die Rechtsanwältin für Medizinrecht, Leonie Unkelbach.
Die Physikerin Mandy Bethkenhagen lebt und arbeitet im französischen Lyon und berichtet von dem, was auch Deutschland bald ereilen könnte – die Ausgangssperre. Alltag sind nun Zwei-Meter-Abstandsgrenzen beim Bäcker und Einkäufe in kleinen Gruppen.
Längst bekommen auch die deutschen Krankenkassen die Konkurrenz großer Tech-Konzerne aus den USA oder China zu spüren. Der Chef der Techniker Krankenkasse, Jens Baas, plädiert für eine Vernetzung der europäischen Systeme, um die Digitalisierung voranzubringen.