Der fortschreitende Ökonomisierungstrend stellt nicht nur für die Berufsgruppe der Pflegefachpersonen eine Gefahr dar, sondern bedroht den fest im Gesundheitswesen verankerten Gedanken der öffentlichen Daseinsvorsorge, meint Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, im Standpunkt.
Das solidarische Gesundheitswesen der Zukunft ist auch und vor allem auf Daten angewiesen, meinen Alexander Schellinger und Nora Zetsche. Sie fordern eine Strategie, das Solidarprinzip in der Gesetzlichen Krankenversicherung entsprechend weiter zu entwickeln.
Der Sommer hätte genutzt werden müssen, um digitale Lösungen für Kontaktverfolgung und Kontaktmanagement in der Corona-Pandemie zu implementieren, kritisieren Johanna Mair und Thomas Gegenhuber. Die beiden Wissenschaftler, die gemeinsam für die Begleitforschung beim #WirVsVirus-Hackathon zuständig sind, fordern Mut und Flexibilität von der Verwaltung.
Die digitale Zukunft der Versorgung liegt jenseits von „one-fits-all“-Lösungen, meint Thomas Hagmeijer. Es komme vor allem auf das Engagement von Städten an, wenn wir das System neu denken wollen, betont der TLGG-Berater in seinem Standpunkt.
Kaum sind die ersten Apps auf Rezept in Deutschland erhältlich, schon stehen sie in der Kritik. Insbesondere die Preisgestaltung einiger App-Anbieter sorgt für Irritationen. Grund genug, sich Kosten und Mehrwerte einmal genauer anzuschauen.
Heute ist Welt-Schlaganfalltag. Die Erkrankung ist nicht nur die dritthäufigste Todesursache, sondern auch die häufigste für dauerhafte Invalidität. Der Neurologe Hans Joachim von Büdingen fordert mehr Aufklärung, bessere Nachsorge – und einen noch intensiveren Blick auf die Therapietreue der Patienten.
Heute um 12 Uhr beginnt der 3. Deutsche Zuckerreduktionsgipfel des AOK-Bundesverbands. Kai Kolpatzik, Präventionsexperte des Verbands, bewertet im Standpunkt vorab die freiwillige Reduktions- und Innovationsstrategie der Lebensmittelindustrie als gescheitert und fordert eine Herstellerabgabe auf Softdrinks.
Deutschland hat ein Defizit in der Versorgung von Rheumapatienten, das vor allem deshalb existiert, dass die Anzahl der fachbezogenen Weiterbildungsstellen an den Erlösen über Fallpauschalen orientiert werden, schreibt DGRh-Vorstandsmitglied Hanns-Martin Lorenz und fordert eine garantierte Mindestzahl von Weiterbildungsstellen für die Rheumatologie, wie es auch in Italien und Frankreich der Fall ist.
Stress sollte als Teil des Lebens akzeptiert und Maßnahmen ergriffen werden, um ihn beherrschbar zu machen, schreibt Matthias Puls, Geschäftsführer des Start-ups Kenkou im Standpunkt. Eine neue Interpretation einer Technologie aus der Raumfahrt soll die Analyse von Vitaldaten in der Stressbewältigung nutzbar machen.
Eine Präventions-Kampagne des Berliner Senats in der Corona-Pandemie, die zum Tragen von Masken anregen soll, verfehlt ihr Ziel, ist Klaus Hurrelmann, Professor für Public Health an der Hertie School in Berlin überzeugt. Wer junge Leute erreichen wolle, müsse eine positive Botschaft aussenden, erklärt er im Standpunkt.
Bei zahlreichen Patienten mit logopädischer Therapie kann die Versorgung ohne Videobehandlung nicht aufrechterhalten werden, meint Dagmar Karrasch, Präsidentin des Deutschen Bundesverbands für Logopädie. Die Möglichkeit der Behandlung per Video ist heute auch Thema im Gemeinsamen Bundesausschuss.
Die Umsetzung der Nationalen Dementstrategie ist gestartet. Im Standpunkt beschreibt Astrid Lärm, Leiterin der Geschäftsstelle Nationale Demenzstrategie am Deutschen Zentrum für Altersfragen, warum die Weiterentwicklung der Beratungsangebote eine wichtige Maßnahme ist.
Vor wenigen Tagen hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Vorschläge zur Weiterentwicklung der Pflegeversicherung gemacht. Thomas Eisenreich, Geschäftsführer des Bundesverbands der Betreuungsdienste, sieht in den Ideen die ambulante Pflege nicht ausreichend berücksichtigt.
Welche Chancen bietet die Digitalisierung des Gesundheitswesens für die Patienten? Der ehemalige DAK-Vorstandsvorsitzende Herbert Rebscher schreibt in seinem Standpunkt über wichtige Erkenntnisgewinne, unterschiedliche Wertesysteme und wissensbasierte Versorgung.
Was ist bei der Debatte über die notwendige Personalausstattung in Pflegeheimen zu beachten? Herbert Mauel, bpa-Geschäftsführer, schreibt über die Entwicklung neuer Personalschlüssel für Pflegeheime und warnt, dass bei einer erheblich verbesserten Personalausstattung auch die Eigenbeteiligung der Bewohner spürbar steigen würde, sofern politisch nicht gegengesteuert werde.
Vor einer Woche besuchte die SPD-Gesundheitspolitikerin Hilde Mattheis das Flüchtlingscamp Kara Tepe auf der griechischen Insel Lesbos. Sie berichtet über menschenunwürdige Bedingungen, eine katastrophale medizinische Versorgung und ihre Furcht, dass sich das Lager zu einem europäischen Corona-Hotspot entwickelt.
Lieferketten stellen für Industrien komplexe Herausforderungen dar. Eine Vollkaskoversicherung gegen Lieferausfälle gibt es nicht, meint Sebastian Moritz, Managing Partner bei der TWS Partners AG. Im Standpunkt erklärt er, was helfen kann. Darunter: die lückenlose Überwachung durch Blockchain-Technologien und der Aufbau strategischer Reserven.
Seit dem #WirVsVirus-Hackathon der Bundesregierung engagiert sich der Systembiologe Tobias Opialla für digitale Unterstützung bei den SARS-CoV-2 Tests und der Kontaktnachverfolgung. Was er in den letzten Monaten im Team „LabHive“ erlebte, hat ihm gezeigt, wie wichtig Optimismus und Vertrauensbildung ist und welches Potential in der Einbeziehung der Zivilbevölkerung steckt.
Schwere Verletzungen, Herzstillstand oder Notkaiserschnitt mit Komplikationen – Mediziner stehen immer wieder vor kritischen Herausforderungen. Damit das medizinische Personal in Notfallsituationen besonnen und richtig handelt, sollten Ernstfälle an Patientensimulatoren trainiert werden, meint Olaf Weichert.
Die moderne Medizin kann das Leben, aber auch das Leiden verlängern. Und eine Patientenverfügung muss nicht immer den aktuellen Willen eines Menschen widerspiegeln. Regisseur und Autor Max Damm hat sich für einen Film mit den Themen Tod und Krankheit auseinandergesetzt und gelernt: Es gibt kein Schwarz oder Weiß.
Seit einem tragischen Todesfall vor über 50 Jahren setzt sich die Björn Steiger Stiftung für die Verbesserung der Notfallhilfe und des Rettungswesens ein. Ihr Präsident, Pierre-Enric Steiger, erklärt im Standpunkt, welche grundlegenden Verbesserungen der Rettungsdienst in Deutschland braucht.
Die Corona-Krise hat einmal mehr aufgezeigt, wie tiefgreifend dieser Pflegenotstand tatsächlich ist, meint der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende der Universitätsmedizin Essen, Jochen A. Werner. In seinem Standpunkt skizziert er drei Lösungsansätze gegen den Pflegenotstand.
In der deutschen Medizin fehlt es an einheitlichen Behandlungsrichtlinien und systematischen Datenauswertungen, meint der Diabetologe Dirk Müller-Wieland. Er plädiert für Schnittstellen mit der elektronischen Patientenakte, um diesen Mangel zu beheben.
Als Geschäftsführer eines Investoren-MVZ verteidigt der Zahnarzt Jörn Thiemer das Modell gegen Kritik. Die regionale Verteilung der MVZ unterscheide sich nicht von Einzelpraxen, argumentiert er. Außerdem böten sie Synergien und nicht zuletzt eine Lösung für das drängende Nachwuchsproblem vieler Praxen.
Durch ihr Twitter-Tagebuch über ihre Covid-19-Erkrankung erzeugte die FDP-Politikerin viel Aufmerksamkeit und Zuspruch. Am vergangenen Wochenende war Preisler in Berlin, um mit Demonstrierenden über die Gefährlichkeit der Pandemie zu sprechen. Auch wenn es schwer falle, müsse man mit den Menschen wieder ins Gespräch kommen, fordert sie.
Die Covid-19-Pandemie ist seit vielen Monaten das beherrschende Thema, schreibt Winfried Hardinghaus – gesellschaftlich, politisch, journalistisch. Und sie hat die Debatte über ein Thema abgeschnitten, die auf den ersten Blick gar nichts, auf den zweiten Blick aber sehr viel mit dem Virus beziehungsweise unserem Umgang mit ihm zu tun hat: die Hospiz- und Palliativversorgung.
Der vorliegende Entwurf des Bundesministeriums für Gesundheit zur Änderung des Notfallsanitätergesetzes führt nicht zu mehr Rechtssicherheit, schreibt Marco König in seinem Standpunkt. Dabei habe der Bundesrat bereits vor einem Jahr eine hilfreiche Gesetzesänderung vorgeschlagen, die dann aber vom Bundestag abgelehnt worden sei.
Erst 2015 wurde die Gründung von arztgruppengleichen MVZ ermöglicht. Was von der Politik positiv intendiert war, hat jedoch durch eine Lücke im Gesetz eine Kapitalanlagemöglichkeit für internationales Investorengeld geschaffen: unter anderem für Hedgefonds und Private-Equity-Gesellschaften.
Drohen uns in Sachen Medikamentenversorgung US-amerikanische Verhältnisse? Aus der Sicht des Apothekers und Buchautors Franz Stadler fehlt die grundsätzliche Einsicht, dass Arzneimittel ein besonderes Gut sind.
Das Einhalten von Wettbewerb, Gleichbehandlung und Transparenz bei Beschaffungen der öffentlichen Hand gehört zu den Grundpfeilern der Europäischen Union, schreibt Thomas Mösinger in seinem Standpunkt. Doch der Bund und viele Bundesländer würden „ein besonderes Verhältnis“ zum EU-Vergaberecht pflegen.
Wir müssen die gesetzliche Krankenversicherung vor den sogenannten Big4 der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften schützen, schreibt Hilde Mattheis in ihrem Standpunkt. Sie würden eine Gefahr für einen Bereich der Daseinsvorsorge darstellen, der für Millionen von Menschen überlebensnotwendig sei.
Viele wollen die durch „Karlsruhe“ wiederhergestellte Freiheit der Hilfe zum Suizid erneut einschränken, beklagt Sandra Martino, Erste Vorsitzende des Vereins Dignitas Deutschland. In ihrem Standpunkt macht sie deutlich, warum das keine gute Idee ist.
Neue Technologien bedeuten mehr Möglichkeiten, verlangen aber auch mehr Wissen. Die Versorgungsforschung kann dabei helfen zu klären, ob und inwiefern digitale Versorgungsansätze Patientinnen und Patienten wirklich nutzen, meint Adelheid Kuhlmey von der Plattform – Charité Versorgungsforschung.
Es gebe eine Kluft zwischen psychoanalytischer Praxis und der Forschung in der akademischen Psychologie, meinen Jakob Müller und Cécile Loetz. Die Diplompsychologen und Psychoanalytiker erklären in ihrem Standpunkt, warum Schuldzuweisungen nichts bringen und es wichtig ist, die Psychoanalyse weiter für die Erkenntnisse der naturwissenschaftlich orientierten Forschung zu öffnen.
Die Corona-Pandemie hat der Videosprechstunde über Nacht zum Erfolg verholfen. Jetzt müssen Regularien für die Zukunft folgen, meint Ilias Tsimpoulis, Geschäftsführer von Doctolib.
Die Britin Kate Berghaus war selbst jahrelang Krankenpflegerin. Im Standpunkt beschreibt sie, warum sich das Arbeiten in Deutschland wie nach einer Landung auf dem Mars angefühlt hat. Mittlerweile ist sie Produktmanagerin bei Telekom Healthcare Solutions und meint: Mit der Digitalisierung kann das Ansehen der Pflegeberufe erheblich steigen.
Thomas Tauer und Martin Weiss von der akquinet AG sind überzeugt, dass es ineffizient ist, Hardware für den Daten- und Informationsaustausch in allen Arztpraxen, Krankenhäusern und anderen Einrichtungen vorzuhalten. Der Ansatz Software as a Service (SaaS) löse hingegen die Probleme der Telematik-Infrastruktur.
Trotz niedriger Personalschlüssel, dem Kernproblem der Pflege, hätte die Pflegenden die Herausforderungen der Pandemie bisher gut gemeistert, schreibt Franz Wagner, Präsident des Deutschen Pflegerates. Weitergehen wie in oder vor der Coronakrise dürfe es aber auf keinen Fall. Auch die Coronaprämie hätte vielerorts zu Unmut geführt.
Während Touristen sich kostenlos auf eine SARS-CoV-2-Infektion testen lassen können, muss medizinisches und pflegerisches Personal das beim Gesundheitsamt genehmigen lassen. „Ist Reisen jetzt wichtiger als Helfen?“, fragt Susanne Johna, Vorsitzende des Marburger Bundes.
Deutschland ist bisher relativ gut durch die Corona-Krise gekommen. Allerdings wurden zahlreichen Patienten mit psychischen Erkrankungen gesundheitliche Nachteile zugemutet. Angesichts einer möglichen zweiten Infektionswelle bedarf es deshalb einer kritische Diskussion über die richtige Balance der Maßnahmen, fordert Ulrich Hegerl, Vorsitzender der Stiftung Depressionshilfe Deutschland.
Bei der Entlassung aus dem Akutkrankenhaus erfüllen nur erschreckend wenige Patienten die Rehabilitationsvorgaben, warnt Michael Raschke, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie. Die Versorgung Schwerverletzter habe sich zwar gebessert, der Stillstand zwischen Entlassung und Reha werfe die Patienten bei der Genesung jedoch zurück.
Als bundesweiter Verhandlungsführer für die AOK-Arzneimittelrabattverträge erklärt Johannes Bauernfeind, Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg, welche verschärften Voraussetzungen künftig für Arzneimittelhersteller gelten, die mit den AOKen Rabattverträge schließen wollen.
Der Gesundheitsökonom Jürgen Wasem meint, dass der Bundeszuschuss von 3,5 Milliarden Euro im kommenden Jahr für die Gesetzlichen Krankenkassen nicht ausreichen dürfte, um die Auswirkungen der Coronakrise abzufedern und deutliche Beitragssatzsteigerungen zu verhindern. Ohnehin seien die fetten Jahre der Gesundheitspolitik vorbei.
Deutschland droht in den kommenden Jahren ein gewaltiger Mangel an Fachkräften in den therapeutischen Berufen, mahnt die Sozialforscherin Sabine Hammer an. Die Zahlen zum Markt und zur Arbeitszufriedenheit von Physio- und Ergotherapeuten sowie Logopäden und Podologen seien alarmierend.
Berlin bekommt ein Lobbyregister. Es wurde auch Zeit, meint Matthias Berninger, der seit 2019 den Bereich „Public Affairs, Science & Sustainability“ der Bayer AG leitet. Bürgerinnen und Bürger müssen wissen können, wer für welche Entscheidungen verantwortlich ist und warum sie getroffen wurden.
Eigentlich ist die EU für den Bereich der Gesundheitspolitik nicht zuständig, schreibt der FDP-Bundestagsabgeordnete Wieland Schinnenburg in seinem Standpunkt. Doch das Beispiel des „Health Technology Assessment“ zeige, dass das in der Praxis anders aussieht.
Noch immer gilt Adipositas hierzulande vor allem als Lebensstilproblem. Dabei gibt es längst genügend Ansätze, wie neue Therapiemöglichkeiten ausgestaltet und umgesetzt werden können. Das Digitale-Versorgung-Gesetz bringt Dynamik in die limitierte Behandlungssituation. Was weiterhin fehlt, sind multimodale Therapiemöglichkeiten.
Deutschlands Laienreanimationsquote liegt im internationalen Vergleich deutlich unter dem Durchschnitt. Ein wichtiger Schritt um dem entgegenzuwirken ist die Schülerausbildung in Reanimation. 10.000 Menschenleben könnten jährlich zusätzlich gerettet werden.
Der „Krieg gegen das Coronavirus“ ist keine sprachliche Übertreibung, meint Nils Seebach, Co-Geschäftsführer der strategischen Digitalberatung Etribes im Standpunkt. Der digitale Aufschwung im Gesundheitswesen zu Pandemiezeiten dürfe deshalb danach nicht einfach zurückgedreht werden.
Alexander Schachinger hält das Digitale-Versorgung-Gesetz noch nicht für zu Ende gedacht. Vieles bewege sich langsam in die richtige Richtung, aber es gebe im deutschen Gesundheitssystem immer noch zu viele Partialinteressen, Lobby, eine Unmenge von Krankenkassen und Sektoren- beziehungsweise Insellösungen.
Noch immer wird auf die Entscheidung der EU-Kommission zum Entwurf des Vor-Ort-Apothekenstärkungsgesetzes gewartet. Kai Vogel, Leiter Gesundheit beim Verbraucherzentrale Bundesverband, findet, dass auch eine Abschaffung der Zuzahlung geprüft werden sollte.
Die angemessene Arzneimittelversorgung von Kindern und Jugendlichen wird weiterhin durch eine ganzen Reihe von Problemen erschwert, warnt Burkhard Rodeck, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin. Rechtlich würden Ärzte und Kliniken große Risiken tragen.
Gesundheit sei zu lange ein Feld für große Investoren und wenige Länder gewesen, sagt Patrick Pfeffer, Gründer der Crowdfunding-Plattform „aescuvest“. Er fordert Gesundheit in die Hände vieler zu geben und den Markt für junge, motivierte Start-ups zu öffnen.
Das Vor-Ort-Apothekenstärkungsgesetz muss – mit oder ohne Feedback der EU-Kommission – spätestens im zweiten Halbjahr 2020 durch den Bundestag verabschiedet werden, sagt ABDA-Präsident Friedemann Schmidt. Seit bald vier Jahren sei die Politik eine ordnungspolitische Lösung schuldig.
Heute tagt das höchste Entscheidungsgremium der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und wird sich unter anderem mit dem Thema Digitalisierung befassen. Holger Rostek ist seit 2017 Mitglied des Vorstandes der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg und erklärt, warum dauerhafte Digitalisierungsstrukturpauschalen nötig sind.
Das Thema Gesundheit spielt auf YouTube eine untergeordnete Rolle, obwohl es gute Beispiele dafür gibt, wie Soziale Medien zur Verbreitung wichtigen Wissens genutzt werden können, weiß Thomas Brechtel. Der Geschäftsführer von 37 Grad erklärt auch, warum viele Ärzte ihre Kommunikation mit den Patienten überdenken sollten.
Zwei Steuerexperten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG erklären und bewerten im Standpunkt die beeindruckende Anzahl an steuerlichen Maßnahmen im Konjunkturpaket. So soll zum Beispiel der Fördersatz der steuerlichen Forschungszulage rückwirkend steigen.
Über SmED wird ein Viertel aller Anrufenden bei den Arztrufzentralen der Kassenärztlichen Vereinigungen in die Notaufnahmen vermittelt. Dominik von Stillfried vom Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung erklärt den Nutzen der Patientensteuerung.
In ihrem Buch „Neustaat - Politik und Verwaltung müssen sich ändern“ werfen die CDU-Bundestagsabgeordneten Nadine Schön und Thomas Heilmann ein Schlaglicht darauf, dass Milliardensummen für die Wirtschaft nicht reichen, um gut aus der Coronakrise herauszukommen. Sie fordern, auch Staat, Verwaltungsvorschriften und Strukturen zu verändern.
Stephan Kruip, Mitglied im Deutschen Ethikrat, ist besorgt über die wachsenden Defizite in der Mukoviszidose-Versorgung. Fast jede zweite Stelle bei den medizinischen Fachkräften könne nicht besetzt werden, beklagt er – und das bei steigenden Patientenzahlen.
Personaluntergrenzen erfüllen ihren intendierten Effekt nicht, solange überflüssige stationäre Kapazitäten nicht abgebaut und auf ein international übliches Maß zurückgefahren werden, meint der Palliativmediziner Andreas S. Lübbe im Standpunkt. Deutschland würde über ausreichend Pflegekräfte verfügen, wenn weniger Patientenbetten zur Verfügung stünden.
National begrenzte Lösungsansätze beugen Lieferengpässen bei Arzneimitteln nicht wirkungsvoll vor, sagt Johannes Bauernfeind. Er ist seit Januar 2020 Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg.
Hersteller von „Quasi“-Medizinprodukten ohne medizinische Zweckbestimmung müssen zukünftig dieselben Regeln und Anforderungen erfüllen wie „echte“ Medizinproduktehersteller, erklärt die Rechtsanwältin Miriam Schuh. Grund dafür ist eine neue EU-Verordnung, deren Geltung aufgrund von Corona jedoch zunächst verschoben wird.
Eine Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes ist notwendig, wird aber nach dem Gießkannenprinzip nicht richtig funktionieren, meinen Jens Holst, Professor an der Hochschule Fulda und Charité-Forscher Peter Tinnemann. Zur Adjustierung seines Reformplans brauche der Minister aber auch bisher fehlende Daten über die Ausstattungen der Gesundheitsämter.
Andreas Meißner ist Facharzt und Sprecher des Bündnisses für Datenschutz und Schweigepflicht. Hier erklärt er, warum wie bei der Corona-App auch bei der elektronischen Patientenakte vertrauensbildende Maßnahmen nötig sind.
Karl-Friedrich Bürrig ist Präsident des Bundesverbandes Deutscher Pathologen. Der Professor erklärt, wer aus seiner Sicht Interesse an einer zunehmenden Ausbildung konzernartiger Strukturen in der medizinischen Versorgung hat und wo die Gefahren liegen.