Noch in diesem Jahr wird entschieden, wie es ab 2031 mit den Frequenzen unter 700 Megahertz weitergeht, die momentan auch von Kultur und Rundfunk genutzt werden. Denn auch der Mobilfunk möchte dieses Spektrum nutzen können. Kulturveranstalter fürchten, dann viele Veranstaltungen nicht mehr durchführen zu können. Dabei würden auch sie von einem leistungsstarken Mobilfunk profitieren, schreibt Valentina Daiber von O2 Telefónica.
Die Art und Weise, wie KI-Modelle trainiert werden, stellt die Gesellschaft vor große urheberrechtliche und moralische Fragen. Mit diesen müssen sich künftig auch Gerichte in der EU beschäftigen, schreibt Scott Martens, Technikmissionar bei Jina AI.
Anders als die USA und Großbritannien verfolgt die EU bei der KI-Regulierung einen sektorübergreifenden Ansatz. Der angelsächsische Weg wäre jedoch auch für Brüssel der bessere gewesen, argumentiert der Technologieexperte Nils Lölfing von der Kanzlei Bird & Bird. Denn die pauschale Herangehensweise bedeute Rechtsunsicherheit und könne das Innovationspotenzial dieser disruptiven Technologie ausbremsen.
Die Kommission hat die Wissenschaft in ihrem Vorschlag für den Data Act vergessen. Aber die Wissenschaft braucht Daten – und Innovationen ohne die Daten der Wissenschaft sind auch kaum möglich. Gut, dass die Bundesregierung nun in der letzten Minute interveniert, findet der Innovationsberater Dietrich Nelle.
Für nachhaltige Digitalisierung braucht es seltene Metalle wie Lithium und Kobalt. Informationen über neue Rohstoffvorkommen sind jedoch zufallsgetrieben und lückenhaft. KI könnte Europa bei seinem Rohstoffglück auf die Sprünge helfen, schreiben Anselm Küsters und André Wolf vom Centrum für Europäische Politik. Die Politik sollte den Einsatz deshalb fördern.
Der Bund muss die Potenziale der Digitalisierung für Nachhaltigkeitsbestrebungen noch besser verstehen und nutzen. Nur so kann die Verwaltung ihre Klimaziele erreichen, glauben Gerhard Hammerschmid von der Hertie School und David Wichmann von Cassini Consulting.
Nur ein Bruchteil der Gesundheits-Apps verfügt über die erforderliche Zulassung. Google und Apple kommen ihren Verpflichtungen nur bruchstückhaft nach, kritisiert der Digital-Health-Professor Stephen Gilbert. Das Problem seien die Interessenkonflikte der Plattformbetreiber.
Das Deutsche Institut für Normung hat kürzlich zusammen mit dem Databund ein Whitepaper zum Thema Standardisierung veröffentlicht. Einige Punkte aus dem Papier lassen auf ein Informationsdefizit schließen, schreibt Jörg Kremer von der Föderalen IT-Kooperation (Fitko). Solche Informationsdefizite seien nicht förderlich und könnten dazu führen, dass Projekte mit falschen Prämissen gestartet werden. Gleichzeitig zeigen sie, dass Wissen viel besser dokumentiert und verfügbar gemacht werden muss.
Um Europa zu einem globalen Zentrum für vertrauenswürdige Künstliche Intelligenz zu machen, braucht es eine Regulierung, die ermöglicht und nicht behindert, findet Volker Wissing. Deshalb müssen künftig Hochrisiko-KI eng definiert, Standards und Normen vereinheitlicht und Daten leicht zugänglich sein, schreibt der Digitalminister.
Die Dysfunktionalität des US-Kongresses aufgrund der komplizierten Mehrheitsverhältnisse bleibt auch im Jahr 2023 eine politische Realität. Aber die Biden-Regierung hat ein einzigartiges Gespür dafür bewiesen, wie man den Weg für eine parteiübergreifende Gesetzgebung findet – und wendet nun ihre Aufmerksamkeit verstärkt auf die digitale Governance, schreibt Tyson Barker.
Heute steht das Gesetz zur Ermöglichung digitaler Mitgliederversammlungen im Vereinsrecht zur finalen Verabschiedung im Bundestag an. Damit soll Vereinen dauerhaft und ohne Satzungsänderung ermöglicht werden, im Rahmen von Videokonferenzen Beschlüsse zu fassen – ein Schritt in die richtige Richtung, findet Kirsten Hommelhoff. Gleichzeitig hätte sie sich eine Lösung gewünscht, die keinen Bruch im Regelsystem des Vereinsrechts bedeutet.
Trotz Milliardeninvestitionen wächst der technologische Rückstand Europas. Die europäische Antwort auf den amerikanischen Inflation Reduction Act muss eine massive wissenschaftliche und technologische Offensive mit neuer Ausrichtung sein, fordert der Jedi-Vorsitzende André Loesekrug-Pietri.
Damit europäische Aufsichtsbehörden gesetzliche Anforderungen für den Datenschutz durchsetzen können, brauchen sie mehr Personal. Das sei vor allem wichtig, um Kinder und Jugendliche vor Dark Pattern zu schützen, schreibt Rudi Kramer, Sprecher der Initiative „Datenschutz geht zur Schule“. Außerdem könne sich auch jede:r Einzelne für den sicheren Umgang mit Daten stark machen.
Der IT-Fachkräftemangel ist ein riesiger Bremsklotz für den digitalen Fortschritt in Deutschland, meint Diana Blaum. Doch um den Mangel zu beheben dürfe man nicht nur auf Zuwanderung und klassische Bildungswege setzen. Vielmehr müsse das vielfältige Weiterbildungsangebot aufgewertet und als Ansatz verstanden werden, Arbeitskräfte schnell und flexibel zu qualifizieren. Dafür trage nicht nur die Politik Verantwortung, sondern auch die Wirtschaft.
Das Update für die eIDAS-Verordnung 2.0 und die ID-Wallet rückt mit der Parlamentsentscheidung immer näher. Doch sollte das Parlament der Richtung des EU-Rats folgen und eine hoheitliche Identifizierung zur Voraussetzung der Wallet machen, könnte das der Akzeptanz der Wallet massiv schaden, schreibt Jan Oetjen, Geschäftsführer von Web.de und GMX.
Fair Share klingt nur logisch: Die großen Tech-Firmen beanspruchen ein großes Datenvolumen und fahren satte Gewinne ein – warum sollen sie sich nicht auch an den Kosten der Telekommunikationsunternehmen beteiligen? Doch nicht jedes Paket mit schöner Schleife ist ein Geschenk, warnt Daniela Beaujean vom Verband Privater Medien. Denn Fair Share könnte die Medienvielfalt massiv einschränken.
Der Data Act bietet große Chancen für kleine und mittelständige Unternehmen. Um diese nutzen zu können, müssen sie sich aber gut auf den neuen Rechtsrahmen vorbereiten, schreibt Sebastian Bluhm von der Technologieberatung Plan D.
Generative KI-Sprachsysteme wie ChatGPT sind in aller Munde und haben großes Potenzial. Doch die disruptive Technologie erfordert mehr gesellschaftsweite digitale Mündigkeit, so Anselm Küsters, Digitalexperte am Centrum für Europäische Politik. Denn nur mit einer informierten Nutzung könnten Verbraucher profitieren. Ohne sorgfältige Rahmenbedingungen drohe hingegen politische Polarisierung und soziale Ungleichheit.
KI-Foundation-Modelle werden sich disruptiv auf die Wirtschaft auswirken. Der Großteil aller Modelle stammt derzeit aber aus den USA und China. Wenn Europa den Anschluss nicht verpassen möchte, muss jetzt massiv in eine leistungsfähige Infrastruktur investiert werden, schreibt Jörg Bienert vom KI-Bundesverband.
Freie Software mausert sich mehr und mehr zum Rückgrat der europäischen Digitalwirtschaft. Das gilt umso mehr, wenn der Data Act auf EU-Ebene kommt, ohne vorher aufgeweicht zu werden, schreibt Josep Prat. Es würde dann mehr Wettbewerb entstehen, ebenso wie mehr Kollaboration.
Die Energiekrise erfordert ein Umdenken in der Industrie: Statt auf Sparkurs zu gehen, sollten Unternehmen in KI-Lösungen investieren, schreibt Nils Seele, Partner beim strategischen Investor Lea Partners. Damit das klappt, muss die Politik fünf Grundvoraussetzungen schaffen.
Maximale Transparenz und der Schutz kritischer Infrastrukturen widersprechen sich beim neuen Gigabit-Grundbuch, meint Alfred Rauscher. Vor dem Hintergrund der gestiegenen Bedrohung der kritischen Infrastruktur müssen wir uns fragen, welche Daten für den weiteren Glasfaser- und Mobilfunkausbau notwendig sind und zwingend veröffentlicht werden müssen.
Das Bildungswesen ist auch 2023 noch überwiegend analog. Ohne Informatik als Pflichtfach und digitalen Unterricht wird es in Deutschland keine digitale Zukunftsperspektive geben, schreibt Rainer Busch, Initiator von „Schulen ans Netz“.
Staat und Verwaltung reagieren auf neue Entwicklungen und Krisen, indem sie versuchen das Geschehen mit bewährten Mitteln zu lenken. Doch es wird Zeit, dass der Staat eine neue Rolle übernimmt, schreibt Verwaltungswissenschaftler Hermann Hill. Anstelle einer reaktiven Handlungsweise fordert er eine missionsorientierte Innovationspolitik.
Die Digitalisierung des Bildungswesens geht noch immer viel zu bürokratisch und träge vonstatten. Dabei bräuchte es auch auf diesem Gebiet dringend eine Zeitenwende, schreibt Ed-Tech-Gründer Fredrik Harkort. 2023 sollten alle Beteiligten an einen Tisch geholt werden.
Nachdem im Vorjahr vieles noch mit Anlaufschwierigkeiten entschuldigt werden kann, wird sich 2023 zeigen, wieviel Aufbruch wirklich in der Digitalpolitik der Ampel steckt. Entscheidend sind dabei die Öffnung der Regierungspolitik für Input aus der Zivilgesellschaft, eine bessere ressortübergreifende Zusammenarbeit und die Cybersichersicherheitspolitik, schreibt Stefan Heumann.
Die Bundesregierung hat sich für das Jahr 2023 das Ziel gesetzt, eine Strategie für die internationale Digitalpolitik zu entwickeln. Für Deutschland ist dies ein Novum, schreibt Daniel Voelsen, weil hier erstmals die Ambition erkennbar wird, Digitalpolitik nicht nur innenpolitisch zu denken, sondern systematisch auch die außenpolitische Dimension in den Blick zu nehmen.
Die neueste Generation der smarten Assistenten generiert selbstständig Antworten auf alle Fragen, schreibt Zusammenfassungen, Zeitpläne, Berichte und sogar Gedichte. Doch auch diese KI hat Grenzen. Dennoch können wir von ihr lernen, wie wir in Zukunft mit Maschinen zusammenarbeiten werden.
In einer aktuellen Forschungsarbeit hat Tom van Engers von der Universität Amsterdam untersucht, ob militärische Maschinen lernen könnnen, Entscheidungen beim Zielen oder Schießen mit dem internationalen Kriegsrecht abzugleichen. Warum sich der Experte für Künstliche Intelligenz und Recht eine rationalere und wissenschaftlichere Debatte wünscht, schreibt er heute in seinem Gastbeitrag.
Eine groß angelegte Studie zeigt, wie deutsche Forschende mit den Herausforderungen und Chancen des digitalen Zeitalters in der Wissenschaft umgehen. Was kann getan werden, um Vertrauen in Wissenschaft trotz Falschinformationen zu stärken? Darüber schreiben Laura Hassink von STM Journals und Max Voegler von Elsevier.
Bundesregierung und Bundestag befassen sich aktuell mit dem „Metaverse“, auch die Europäische Kommission hat das Thema für 2023 auf ihrer Agenda. Spezielle Regelwerke sind offiziell zunächst nicht geplant. Das ist für den Moment die richtige Wahl, findet Julian Jaursch. Es müsse vielmehr darum gehen, geltendes Recht durchzusetzen – insbesondere den gerade in Kraft getretenen DSA.
Ob zum Schutz vor Kreditkartenbetrug, zum Erstellen von Klimamodellen oder zur Verteilung von Polizeikräften: KI-getriebene Systeme durchdringen immer tiefer den Lebensalltag. Die dafür notwendigen Daten stammen zumeist aus Phasen relativer Stabilität und sind daher in Krisenzeiten nicht ohne weiteres anwendbar. Anselm Küsters sieht darin ein unterschätztes Systemrisiko – und fordert Anpassungen der EU-Datenregulatorik.
Vernetzte Fahrzeuge und intelligente Infrastruktur bilden ein datengetriebenes Ökosystem, das den Verkehr sicherer macht. Das technisch Machbare löst Euphorie aus. Doch rechtliche und wirtschaftliche Fragen müssen noch beantwortet werden.
Vor allem Unternehmen dominieren bislang die oft komplexen Normungsprozesse. Ein Fehler, schreibt Lajla Fetic. So bleibe die Stimme der Zivilgesellschaft oft ungehört, dabei gibt es Wege, das zu ändern.
Der diesjährige Digitalgipfel dreht sich um das Thema „Datenökonomie“. Die muss allerdings fair sein, schreibt Christiane Rohleder. Konkret dürfe die Nutzung von Daten nicht nur der Privatwirtschaft dienen, sondern auch den Verbraucher:innen und dem Gemeinwohl.
Der derzeitige Entwurf des AI Acts widerspricht den Versprechen der deutschen Regierung, schreiben Nikolett Aszódi und Matthias Spielkamp von Algorithmwatch. Statt Grundrechte zu schützen, lässt die Regierung zahlreiche Schlupflöcher offen. Zeit, die Bundesinnenministerin an den Koalitionsvertrag zu erinnern.
Die Troll-Truppen des Kremls haben ihre desinformativen Aktivitäten seit Russlands Überfall auf die Ukraine verstärkt und gehen länderspezifisch vor. Wie, das haben Péter Krekó, Csaba Molnar und Lóránt Győri vom Political Capital Institute in Budapest in einer Studie analysiert. Im Standpunkt fordern sie mehr EU-Regularien abseits des DSA gegen Troll-Armeen und entschiedenes Vorgehen der Medienunternehmen.
Wie sich die Digital- und Datenpolitik von Science-Fiction-Erzählungen inspirieren lassen kann, zeigt Isabella Hermann an Cyber- und Solarpunkgeschichten auf. Sie ist Mitglied im Vorstand Stiftung Zukunft Berlin und findet, dass sich politische Entscheider:innen überlegen müssen, welche Science-Fiction-Geschichte sie erzählen möchten.
Die Digitalpolitik der Bundesregierung muss strategischer globale Abhängigkeiten im Technologiebereich angehen, finden Bitmi-Präsident Oliver Grün und der Politikwissenschaftler Maximilian Mayer. Die Instrumente dafür liegen auf dem Tisch. Dabei sollte die lokale Digitalwirtschaft eine entscheidende Rolle spielen und gestärkt werden.
Afrika ist im Begriff, eine neue Geschichte des Fortschritts und der Entwicklung zu schreiben. Dabei vereint der Wunsch nach Datensouveränität und Datenschutz Europäer*innen und Afrikaner*innen, analysieren Bundesministerin Svenja Schulze und der Generaldirektor von Smart Africa, Lacina Koné. Das müsse die Digitalpartnerschaft widerspiegeln.
In der Europäischen Union könnte es in diesem Winter zu Stromausfällen kommen, das Krisenmanagement bereitet sich auf das schlimmste Szenario vor. Unternehmen sollten dem Beispiel folgen und ihre Pläne zur Disaster Recovery aktualisieren, findet Wolfgang Huber von Cohesity.
Bei großen IT-Projekten macht der Staat einen zentralen Fehler: Er bindet Zivilgesellschaft zu wenig ein. Dabei könnten durch mehr Transparenz eine größere Akzeptanz in der Gesellschaft und bessere Ergebnisse erreicht werden, schreiben Marian Margraf und Sandra Kostic vom Fraunhofer AISEC.
Die Vorratsdatenspeicherung ist zwar weitgehend vom Tisch, aber nun droht ihre jüngste Schwester, bekannt als „Chatkontrolle“, per Europäischer Regulierung eine gefährliche Zensur-Infrastruktur zu schaffen, die von undemokratischen Regierungen, aber auch in der EU selbst missbraucht werden kann, ohne wirksame Kontrollmöglichkeiten durch Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Journalismus oder Politik.
Desinformationen nehmen zu und soziale Medien tragen durch ihre Geschäftsmodelle zur Verbreitung bei. Wie wichtig es ist, gegen diese Entwicklung vorzugehen und welche Chancen der Digital Services Act mit sich bringen kann, formuliert Ben Scott.
Dank Elon Musk erlebt die alternative Social-Media-Plattform Mastodon den bislang größten Nutzer*innenansturm ihrer Geschichte, analysiert Stephan Dörner. Durch seiner Twitter-Übernahme verschafft Musk der Vision eines dezentralen „Web0” neuen Aufwind – als Alternative zum „Web3“ der „Krypto-Bros“.
Mit Weltmodellen, einer neuen KI-Generation, gehen enorme Möglichkeiten, aber auch Gefahren einher, schreiben Christian Schwerdt und Kentaro Ellert von Protiviti. Die EU will ihre Bürger mit dem AI Act schützen. Dieser habe weitreichende Folgen, Unternehmen sollten sich proaktiv darauf vorbereiten.
Es fehlt in der Gründungskommission für das Dateninstitut an wichtiger Expertise in den Bereichen Infrastruktur, Standardisierung und Recht, sagt Hans-Günther Döbereiner. Er macht einen Vorschlag für eine erweiterte Struktur und fordert, auf die Vorarbeiten des FDO-Forums zurückzugreifen.
Die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes verläuft schleppend. Ein „OZG 2.0“ soll einen Schub bringen. Doch was braucht es dazu? Verwaltungsdigitalisierung muss mehr wie gängige Fitness-Tracker funktionieren, fordert Christoph Baron, Direktor im Bereich Public Sector bei KPMG. Es brauche klare Ziele und eine wirkungsorientierte Steuerung. Zudem müssten Möglichkeiten zur Einsparung von Mitteln berücksichtigt werden, bevor schon wieder nach mehr Geld gerufen wird.
Um die deutsche Justiz zukunftssicher und krisenfest zu machen, braucht es den im Koalitionsvertrag versprochenen Digitalpakt, schreibt Thomas Dickert, Präsident des Oberlandesgerichts Nürnberg. Doch nur in einer Zusammenarbeit von Bund und Ländern kann dieser gelingen.
Die Klimakrise ist weltweit eine der größten Herausforderungen. Doch oft fehlen Entscheidungsträger:innen Informationen, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Deshalb fordern Robert Opp und Reina Otsuka von dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen sowie Iliya Nickelt vom BMZ einen internationalen Zusammenschluss, der das Sammeln, Analysieren und Teilen von Klimadaten vorantreibt. Denn die Krise macht nicht an Ländergrenzen halt.
Die Ziele des Onlinezugangsgesetz (OZG) werden zwar bis Jahresende verfehlt. Bund, Länder und Kommunen haben nun aber die Chance, es künftig besser zu machen. Drei Denkanstöße dafür liefert Markus König, Partner bei der Infora GmbH. Es brauche eine ganzheitliche Strategie, bessere Koordinierung und einen nachhaltigeren Ansatz.
Auch im Netz dürfen Bürgerinnen und Bürger nicht das Gefühl haben, dass das Privatleben Gegenstand ständiger Überwachung ist. Wie sich der Staat Grenzen setzen muss und warum Quick Freeze eine bessere Variante ist als anlasslose Vorratsdatenspeicherung oder Chatkontrolle, kommentiert Bundesjustizminister Marco Buschmann.
Man schützt die freiheitliche Rechtsordnung nicht, indem man Freiheitsrechte aufhebt, ist der Bundesjustizminister überzeugt. Deswegen muss sich der Staat klar bei der Überwachung seiner Bürgerinnen und Bürger begrenzen – und digitalen Plattformen dafür ganz genau auf die Finger schauen. Auch für sie gilt das Recht.
Die vier Mobilfunknetzbetreiber, die den deutschen 5G-Markt unter sich aufteilen und netzunabhängigen Anbietern den Zugang verwehren, verhindern laut Jacques Bonifay und Benjamin Grimm von MVNO Europe einen Preis- und Innovationswettbewerb. Daher fordern sie von der Bundesnetzagentur eine generelle Zugangsverpflichtung.
Während in Deutschland über das Homeoffice noch laviert wird, sind die Niederlande schon einen Schritt weiter: ein neues Gesetz erweitert den Anspruch deutlich. Von diesem mutigen Schritt und anderen interessanten Ansätzen, die im Kampf um die besten Köpfe hilfreich sind, kann Deutschland einiges lernen, schreibt Rebecca Taylor-Clarke von Recruitee.
Mit dem Data Privacy Framework ist im Ringen von USA und EU um die Zukunft der Daten-Governance ein Durchbruch gelungen, meint Tyson Barker. Damit seien geopolitische Chancen verbunden. Es gelte nun, den neuen Rechtsrahmen mit Leben zu füllen.
Gestern präsentierte Österreich einen digitalen Führerschein. Der zuständige Digitalstaatsekretär, Florian Tursky, erklärt in seinem Standpunkt, wie das Projekt funktioniert, wie es weitergeht und was sonst noch beim südlichen Nachbarstaat geplant ist.
Im Metaversum offenbaren wir auch unsere Träume – daher muss schon jetzt sichergestellt werden, dass dort alle rechtlichen Normen umgesetzt werden, fordert der Ethikprofessor Peter Kirchschläger. Er schlägt zudem eine neue Aufsichtsbehörde bei den Vereinten Nationen vor.
Das Digitale-Dienste-Gesetz der EU (Digital Services Act, DSA) ist beschlossene Sache, jetzt kommt es auf die Durchsetzung der neuen Regeln für Tech-Unternehmen an. Das Gesetz sieht vor, dass in den Mitgliedstaaten sogenannte „Digital Services Coordinators“ (DSC) die Umsetzung verantworten. Warum für einen starken deutschen DSC ein Umdenken in Politik und Verwaltung nötig ist, erläutert Julian Jaursch von der Stiftung Neue Verantwortung.
Kooperative Verfahren wie das Lernen im Schwarm verbinden maximale Datenausbeute mit digitaler Souveränität. Aber am Ende hängt der Erfolg solcher Kollektive von den Fähigkeiten ihrer Mitglieder ab, schreibt der Deutschlandchef von Hewlett Packard Enterprise, Johannes Koch.
So richtig schlüssig finden die Medienrechtler Marcus Schladebach und Hans-Christian Gräfe den Vorschlag der EU-Kommission für den Europäischen Media Freedom Act nicht. Unter einer überpathetischen Überschrift regelt er fiktive Fragen, die eigentlich keiner Regelung bedürfen. Zudem ohne Kompetenz auf dem Gebiet der Medienpolitik.
Immer mehr Daten lautet die Marschrichtung ökonomisch und politisch. Warum der Datenmarkt so unweigerlich mit dem Datenschutz in Konflikt gerät – und der Datenschutz deshalb nur gleichzeitig mit Datenmarktbegrenzung denkbar ist, erklärt der Jurist Malte Engeler.
Die Mitarbeiterkapitalbeteiligung treibt viele Gründer:innen in Deutschland um – sie ist essenziell für die Stärkung von Start-ups. Doch die im Sommer vorgestellten Eckpunkte zum Zukunftsfinanzierungsgesetz sind unbefriedigend, findet der Co-Geschäftsführer des Startup-Verbands Christoph Stresing. Er fordert daher Nachbesserungen für das kommende Gesetz, um den Start-up-Standort Deutschland zu stärken.
Mit Stable Diffusion ist eine KI-Software frei zugänglich, die Texteingaben in erstaunlich gute Bilder umwandelt. Verstörend sind sie auch, findet die Datenexpertin Lena-Maria Böswald von Democracy Reporting International. Warum Text-zu-Bild-Generatoren Risiken für unseren Medienkonsum – und die Demokratie – bergen, zeigt eine neue Studie auf.
Der American Way in Bezug auf KI ist nicht alternativlos, schreibt Francisco Webber, CEO des österreichischen KI-Pioniers Cortical.io. Es gibt bereits Ansätze, die einen eigenen, europäischen Weg vorzeichnen. Dabei soll ein Augenmerk auf die Datenmengen und Rechenressourcen gelegt werden.
Der Fachkräftemangel lässt Rufe nach längeren Arbeitszeiten laut werden. Doch das ist der falsche Weg, schreibt Martina Van Hettinga von I-Potentials. Stattdessen sollen Unternehmen ihren Mitarbeitenden mehr Flexibilität gewähren, damit deren Kreativität gefördert wird und sie seltener krankheitsbedingt ausfallen.