Seit fünf Jahren schon gibt es die DSGVO. Doch auch wenn sie in Teilen ein Erfolg ist, hat sie immer noch ein Umsetzungs- und Image-Problem, findet Jan Oetjen, CEO von GMX und Web.de. Nicht nur deshalb sei die Verordnung reformbedürftig – auch die neuen Entwicklungen im Bereich KI machten das nötig.
Die DSGVO braucht nach fünf Jahren eine Neuauflage, schreibt Dirk Freytag, Präsident des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft. Er analysiert die Herausforderungen und stellt vier Optimierungsansätze auf.
Der European Green Deal setzt nicht nur Ziele für ein CO2-neutrales Europa im Jahr 2050, sondern vor allem Landwirte unter Druck, meint Steffen Gilcher von John Deere. Diese müssen nicht nur gesetzlichen, sondern auch gesellschaftlichen und nicht zuletzt wirtschaftlichen Regularien entsprechen. Das könne nur mit KI gelingen.
Bei der Transformation der Wirtschaft spielt die IT-Branche eine zentrale Rolle, schreibt Adrian Müller, Geschäftsführer von HP Deutschland. Auch die Nachhaltigkeit kann davon profitieren. Wichtig ist dabei jedoch eine EU-weit einheitliche Regulierung.
Der Aufbau der Multi-Cloud für die Verwaltung sollte zügig vorangehen, fordert Ines Fiedler, Beraterin bei der Init AG und Sprecherin der AG Cloud beim Nationalen E-Government Kompetenzzentrum (NEGZ). Fachverfahren sollten „cloud-ready“ gemacht werden, am besten schon bevor sie entwickelt werden.
Deutschland hat bei Künstlicher Intelligenz viele Chancen verpasst und auch die aktuelle Regierung hat offenbar andere Prioritäten als den Technologiestandort zu retten. Dazu kommt nun der AI Act. Die Regulierungswut aus Brüssel wird mehr Schaden anrichten, als dass sie uns fördert, schreibt KI-Investor und Veranstalter Fabian Westerheide.
Rund um den Data Act gab es in den vergangenen Wochen und Monaten intensive Diskussionen. Dabei wurde über einen Punkt wenig gesprochen, der für die angestrebte weitere Digitalisierung der europäischen Wirtschaft zentral ist: die Regelungen für Cloud-Computing-Anbieter. Doch gerade hier widerspricht der Data Act seinen eigenen Zielen.
Der „Europäische Gesundheitsdatenraum“ ist ein neues EU-Gesetz, das die Nutzung medizinischer Behandlungsdaten zu Forschungszwecken vereinfachen soll. Das unterläuft die ärztliche Schweigepflicht und damit den Kern der Vertrauensbeziehung zwischen Arzt und Patienten, sagen Silke Lüder vom Verein Freie Ärzteschaft und Jan Penfrat von Edri.
Ein Recht auf Reparatur kann nur verwirklicht werden, wenn die Gerätehersteller auch modulare Technikbauteile einsetzen, glaubt der CMO und Geschäftsführer des Refurbishers As good as new. Der Entwurf der EU-Kommission sei daher nicht weitgehend genug. Und ein Recht auf Reparatur brauche echte Wahlfreiheit für die Verbraucher:innen.
Deutschland ist weiter ein Modernisierungstanker, schreibt Nadine Schön. Damit sich etwas tut, braucht es ein schlagkräftiges OZG 2.0, aber die momentanen Vorentwürfe werden dem nicht gerecht. Schön fordert eine stärkere Fitko, einheitliche Standards, verbindliche Meilensteine und Umsetzungsfristen. Auch finanzielle Anreize wären wichtig.
Als Elon Musk begann, Twitter einige Daumenschrauben anzulegen, gab es im vergangenen Jahr eine Menge Aufmerksamt für die dezentrale Alternative Mastodon. Dessen zugrundeliegende Technik hätte auch Potenzial, die Infrastrukturen der Forschung wieder zu öffnen, meint Lambert Heller vom Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften.
Für viele steht ChatGPT für einen iPhone-Moment, eine Sprunginnovation, die in kürzester Zeit unsere Arbeits- und Lebenswelt verändert. Auch wenn die Ergebnisse von ChatGPT bei Weitem nicht perfekt sind – die aktuelle Aufmerksamkeit für große Sprachmodelle sei gerechtfertigt, auch für die Medizin würden sie enormes Potenzial versprechen, schreibt Wolfgang Nejdl, Professor an der Universität Hannover und Mitglied der Plattform Lernende Systeme.
Die KI-Verordnung muss gestoppt oder entschärft werden, da sie für kleine und mittlere Unternehmen sowie Start-ups in der EU einen existenzbedrohenden Nachteil bringt. Diese Auffassung vertreten der Physiker und Jurist David Bomhard, der EU-Parlaments-Digitalreferent Kai Zenner und der KI-Professor Patrick Glauner von der TH Deggendorf. Zu unklar seien die Kompetenzverteilungen und Anwendungsfelder des AI Act, zu ideologiegetrieben seine Ausrichtung.
Die Beschaffung braucht ein Update. Doch neue Verfahren und ein angepasster rechtlicher Rahmen müssen nicht zwingend der Anfangspunkt sein, glauben Jana Janze und Laura Detels von Govmarket. Es gebe bereits viele effiziente und vor allem effektive Möglichkeiten, Produkte und Dienstleistungen für die Verwaltung einzukaufen und nutzbar zu machen. Der Innovationsspielraum sollte genutzt werden.
Gaia-X, Catena-X, Manufacturing-X, Health-X – nach dem schleppenden Start in den vergangenen Jahren wird 2023 das Jahr der Data Spaces, prognostiziert T-Systems CEO Adel Al-Saleh. Auf der Hannover Messe werden entsprechende Signale gesendet, die nun den Wechsel von der Planung in die Umsetzung beschleunigen sollen. Denn Data Spaces können dabei helfen, einige der ökologischen wie ökonomischen Herausforderungen anzugehen.
Künstliche Intelligenz weckt bei Bürger:innen viele Ängste und bei Unternehmen Unsicherheiten. Die Politik muss hier gegensteuern und sich nicht nur klar positionieren, sondern KI auch gezielt fördern, schreibt Eric Schott, CEO bei Campana & Schott.
Datenschutzverstöße im Internet werden strenger geahndet, Cookies werden abgeschafft und Nutzer:innen werden immer sensibler, wie ihre Daten verwendet werden. Das bedeutet jedoch nicht das Aus für personalisierte Werbung, sagt Philippa Snare vom Werbetechnologieunternehmen The Trade Desk.
Die vom Maschinen- und Anlagenbau geprägte deutsche Wirtschaft hat enorme Chancen, unter Einsatz von Künstliche Intelligenz (KI) in der digitalen Wertschöpfung in Führung zu gehen, ist Wolfgang Steiger vom CDU-Wirtschaftsrat überzeugt. Dafür darf der AI Act aber kein Regulierungsmonster werden, sondern sollte vielmehr die praktische Anwendung in den Blick nehmen.
Der Weg zum industriereifen Quantencomputer ist lang und kostspielig. Aber daran zu sparen, kann sich eine Industrienation wie Deutschland nicht leisten. Das meint Robert Axmann, Leiter der Quantencomputing-Initiative des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).
Das Bundeskartellamt hat diese Woche beschlossen, Microsoft unter die Lupe zu nehmen. Schon seit Jahren untersucht die EU-Kommission, ob die Bündelung von Microsofts Office-Paket mit Teams gegen Kartellrecht verstößt. In der Verantwortung sieht Tobias Stepan von Teamwire aber nicht nur die Politik, sondern auch Entscheider in Unternehmen.
Das vom Innenministerium geplante digitale Migrations-Dashboard soll die aktuelle Migrationslage transparenter machen. Doch das Dashboard könnte viel mehr leisten, findet Carsten Spandau. Deshalb ruft der Politikberater dazu auf, das Tool zu überarbeiten und so gleich mehrere Probleme auf einmal zu lösen.
Die MPK hätte vergangene Woche den Pakt für Planungs-, Genehmigungs- und Umsetzungsbeschleunigung beschließen können. Doch die Ministerpräsident:innen forderten den Bund auf, nachzubessern. Das war eine verpasste Chance für den Mobilfunkausbau in Deutschland, schreibt Christian Sommer von Vantage Towers.
Um ein KI-Transparenzregister für die deutsche Verwaltung aufzubauen, muss nicht alles neu erfunden werden, schreiben Anita Klingel und Paul Böttcher von dem öffentlichen Beratungsunternehmen PD. Stattdessen lohnt es sich, nach Vorbildern in Europa Ausschau zu halten.
Der Quantentheorie nach lässt sich die Wirklichkeit allein dadurch verändern, dass wir sie beobachten. Wenn das stimmt, könnten auch KI-Sprachmodelle wie ChatGPT eine realitätsverändernde Wirkung haben – und den Menschen überfordern. Umso wichtiger ist es, sich auch angesichts der nächsten Aufklärung auf den eigenen Verstand zu verlassen, finden Henning Vöpel und Anselm Küsters vom CEP.
Zentralabteilungen sind in den Verwaltungen für wichtige Querschnittsaufgaben wie IT und Personal verantwortlich. Es sei nun an der Zeit, dass sie sich neu aufstellen, schreiben Julia Klier und Björn Münstermann von McKinsey. Das ambitionierte Ziel sollte sein, aus der Zentral- eine Zukunftsabteilung zu machen, die nicht nur auf Stabilität, sondern vor allem auf Fortschritt ausgerichtet ist.
Eine der großen Streitfragen beim AI Act ist die zugrundeliegende KI-Definition. Aus gutem Grund, meinen Alex Engler und Andrea Renda, denn die sei für die Wirksamkeit der Regulierung entscheidend. Sie schlagen hierfür einen neuen Ansatz vor, der die Vorteile enger- und weitergefasster Varianten verbinden soll.
Die Telekom steht in der Kritik. Der Grund: Sie baut teilweise in Orten ein Glasfasernetz, in denen bereits eines liegt. Man solle zunächst flächendeckend Glasfaser ausbauen, bevor man anfängt, Netze zu überbauen, heißt es unter anderem von der Unions-Fraktion, die heute eine Debatte zu dem Thema im Bundestag angestoßen hat. Dabei handelt es sich bei den Aktivitäten der Telekom um wichtigen Wettbewerb, schreibt Kooperations-Chef Thilo Höllen. Ansonsten würden lokale Monopole entstehen.
In den letzten Wochen hat die Sprach-KI ChatGPT an Popularität gewonnen und gleichzeitig Fragen aufgeworfen: Wie prekär sind die Arbeitsbedingungen derjenigen, die an der Entwicklung von KI-Systemen vor allem im globalen Süden arbeiten? Wie hoch ist ihr Lohn und ihre psychische Belastung? Einige Studien scheinen schlimme Vorahnungen zu bestätigen. Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs, schreibt Fairwork-Direktor Mark Graham.
In seinem Standpunkt fordert Rüdiger Keinberger, Geschäftsführer von Loxone, den Zugang zu eigenen Daten aus Smart Metern für die Bürgerinnen und Bürger. Nur so ließe sich aus seiner Sicht das volle Einspar- und Effizienzpotential der Digitalisierung heben. Das Smart-Meter-Gesetz müsse dringend in dieser Hinsicht überarbeitet werden.
Beim heutigen Grünen Digitalkongress stellt die Grüne Bundestagsfraktion ihre Ideen für eine nachhaltige Digitalisierung vor. Denn Politik und Gesellschaft müssen Digitalisierung und Nachhaltigkeit gemeinsam umsetzen, um den Wohlstand für künftige Generationen zu sichern, schreibt Maik Außendorf, digitalpolitischer Sprecher der Grünen. Dabei nimmt er besonders Rechenzentren, Smart Meter, die digitale Kreislaufwirtschaft und Standards in den Blick.
Die Eventbranche kämpft mit steigenden Preisen und Personalmangel. Abhilfe schaffen könnte die Einführung digitaler Prozesse, schreibt Paul Hermann. Der Sektor sei komplett „unterdigitalisiert“ und müsse sich endlich zukunftsfit aufstellen, wenn eine Erholung nach den Jahren der Krise gelingen soll.
Frauenrechte im digitalen Raum sind kein „nice to have“, sondern ein Menschenrecht. Trotzdem klafft in den Leitlinien für feministische Außenpolitik ein großes Digitalloch. Und auch die EU-Regulierung zum Schutz von Frauen hat deutliche Lücken. Es braucht einen „feministischen Reflex“ im Internet, schreibt Josephine Ballon von Hate Aid: Frauenrechte müssen von Anfang an mitgedacht werden.
Einen Digitalpakt Kita fordert Michael Fritz, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Haus der kleinen Forscher. Kitas bräuchten mehr Möglichkeiten für Weiterbildungen von Fachkräften, mehr Anerkennung als elementare Bildungsorte und eine bessere Ausstattung mit digitalen Geräten. Es reiche nicht, Informatikbildung erst ab der Schule mitzudenken.
Noch in diesem Jahr wird entschieden, wie es ab 2031 mit den Frequenzen unter 700 Megahertz weitergeht, die momentan auch von Kultur und Rundfunk genutzt werden. Denn auch der Mobilfunk möchte dieses Spektrum nutzen können. Kulturveranstalter fürchten, dann viele Veranstaltungen nicht mehr durchführen zu können. Dabei würden auch sie von einem leistungsstarken Mobilfunk profitieren, schreibt Valentina Daiber von O2 Telefónica.
Die Art und Weise, wie KI-Modelle trainiert werden, stellt die Gesellschaft vor große urheberrechtliche und moralische Fragen. Mit diesen müssen sich künftig auch Gerichte in der EU beschäftigen, schreibt Scott Martens, Technikmissionar bei Jina AI.
Anders als die USA und Großbritannien verfolgt die EU bei der KI-Regulierung einen sektorübergreifenden Ansatz. Der angelsächsische Weg wäre jedoch auch für Brüssel der bessere gewesen, argumentiert der Technologieexperte Nils Lölfing von der Kanzlei Bird & Bird. Denn die pauschale Herangehensweise bedeute Rechtsunsicherheit und könne das Innovationspotenzial dieser disruptiven Technologie ausbremsen.
Die Kommission hat die Wissenschaft in ihrem Vorschlag für den Data Act vergessen. Aber die Wissenschaft braucht Daten – und Innovationen ohne die Daten der Wissenschaft sind auch kaum möglich. Gut, dass die Bundesregierung nun in der letzten Minute interveniert, findet der Innovationsberater Dietrich Nelle.
Für nachhaltige Digitalisierung braucht es seltene Metalle wie Lithium und Kobalt. Informationen über neue Rohstoffvorkommen sind jedoch zufallsgetrieben und lückenhaft. KI könnte Europa bei seinem Rohstoffglück auf die Sprünge helfen, schreiben Anselm Küsters und André Wolf vom Centrum für Europäische Politik. Die Politik sollte den Einsatz deshalb fördern.
Der Bund muss die Potenziale der Digitalisierung für Nachhaltigkeitsbestrebungen noch besser verstehen und nutzen. Nur so kann die Verwaltung ihre Klimaziele erreichen, glauben Gerhard Hammerschmid von der Hertie School und David Wichmann von Cassini Consulting.
Nur ein Bruchteil der Gesundheits-Apps verfügt über die erforderliche Zulassung. Google und Apple kommen ihren Verpflichtungen nur bruchstückhaft nach, kritisiert der Digital-Health-Professor Stephen Gilbert. Das Problem seien die Interessenkonflikte der Plattformbetreiber.
Das Deutsche Institut für Normung hat kürzlich zusammen mit dem Databund ein Whitepaper zum Thema Standardisierung veröffentlicht. Einige Punkte aus dem Papier lassen auf ein Informationsdefizit schließen, schreibt Jörg Kremer von der Föderalen IT-Kooperation (Fitko). Solche Informationsdefizite seien nicht förderlich und könnten dazu führen, dass Projekte mit falschen Prämissen gestartet werden. Gleichzeitig zeigen sie, dass Wissen viel besser dokumentiert und verfügbar gemacht werden muss.
Um Europa zu einem globalen Zentrum für vertrauenswürdige Künstliche Intelligenz zu machen, braucht es eine Regulierung, die ermöglicht und nicht behindert, findet Volker Wissing. Deshalb müssen künftig Hochrisiko-KI eng definiert, Standards und Normen vereinheitlicht und Daten leicht zugänglich sein, schreibt der Digitalminister.
Die Dysfunktionalität des US-Kongresses aufgrund der komplizierten Mehrheitsverhältnisse bleibt auch im Jahr 2023 eine politische Realität. Aber die Biden-Regierung hat ein einzigartiges Gespür dafür bewiesen, wie man den Weg für eine parteiübergreifende Gesetzgebung findet – und wendet nun ihre Aufmerksamkeit verstärkt auf die digitale Governance, schreibt Tyson Barker.
Heute steht das Gesetz zur Ermöglichung digitaler Mitgliederversammlungen im Vereinsrecht zur finalen Verabschiedung im Bundestag an. Damit soll Vereinen dauerhaft und ohne Satzungsänderung ermöglicht werden, im Rahmen von Videokonferenzen Beschlüsse zu fassen – ein Schritt in die richtige Richtung, findet Kirsten Hommelhoff. Gleichzeitig hätte sie sich eine Lösung gewünscht, die keinen Bruch im Regelsystem des Vereinsrechts bedeutet.
Trotz Milliardeninvestitionen wächst der technologische Rückstand Europas. Die europäische Antwort auf den amerikanischen Inflation Reduction Act muss eine massive wissenschaftliche und technologische Offensive mit neuer Ausrichtung sein, fordert der Jedi-Vorsitzende André Loesekrug-Pietri.
Damit europäische Aufsichtsbehörden gesetzliche Anforderungen für den Datenschutz durchsetzen können, brauchen sie mehr Personal. Das sei vor allem wichtig, um Kinder und Jugendliche vor Dark Pattern zu schützen, schreibt Rudi Kramer, Sprecher der Initiative „Datenschutz geht zur Schule“. Außerdem könne sich auch jede:r Einzelne für den sicheren Umgang mit Daten stark machen.
Der IT-Fachkräftemangel ist ein riesiger Bremsklotz für den digitalen Fortschritt in Deutschland, meint Diana Blaum. Doch um den Mangel zu beheben dürfe man nicht nur auf Zuwanderung und klassische Bildungswege setzen. Vielmehr müsse das vielfältige Weiterbildungsangebot aufgewertet und als Ansatz verstanden werden, Arbeitskräfte schnell und flexibel zu qualifizieren. Dafür trage nicht nur die Politik Verantwortung, sondern auch die Wirtschaft.
Das Update für die eIDAS-Verordnung 2.0 und die ID-Wallet rückt mit der Parlamentsentscheidung immer näher. Doch sollte das Parlament der Richtung des EU-Rats folgen und eine hoheitliche Identifizierung zur Voraussetzung der Wallet machen, könnte das der Akzeptanz der Wallet massiv schaden, schreibt Jan Oetjen, Geschäftsführer von Web.de und GMX.
Fair Share klingt nur logisch: Die großen Tech-Firmen beanspruchen ein großes Datenvolumen und fahren satte Gewinne ein – warum sollen sie sich nicht auch an den Kosten der Telekommunikationsunternehmen beteiligen? Doch nicht jedes Paket mit schöner Schleife ist ein Geschenk, warnt Daniela Beaujean vom Verband Privater Medien. Denn Fair Share könnte die Medienvielfalt massiv einschränken.
Der Data Act bietet große Chancen für kleine und mittelständige Unternehmen. Um diese nutzen zu können, müssen sie sich aber gut auf den neuen Rechtsrahmen vorbereiten, schreibt Sebastian Bluhm von der Technologieberatung Plan D.
Generative KI-Sprachsysteme wie ChatGPT sind in aller Munde und haben großes Potenzial. Doch die disruptive Technologie erfordert mehr gesellschaftsweite digitale Mündigkeit, so Anselm Küsters, Digitalexperte am Centrum für Europäische Politik. Denn nur mit einer informierten Nutzung könnten Verbraucher profitieren. Ohne sorgfältige Rahmenbedingungen drohe hingegen politische Polarisierung und soziale Ungleichheit.
KI-Foundation-Modelle werden sich disruptiv auf die Wirtschaft auswirken. Der Großteil aller Modelle stammt derzeit aber aus den USA und China. Wenn Europa den Anschluss nicht verpassen möchte, muss jetzt massiv in eine leistungsfähige Infrastruktur investiert werden, schreibt Jörg Bienert vom KI-Bundesverband.
Freie Software mausert sich mehr und mehr zum Rückgrat der europäischen Digitalwirtschaft. Das gilt umso mehr, wenn der Data Act auf EU-Ebene kommt, ohne vorher aufgeweicht zu werden, schreibt Josep Prat. Es würde dann mehr Wettbewerb entstehen, ebenso wie mehr Kollaboration.
Die Energiekrise erfordert ein Umdenken in der Industrie: Statt auf Sparkurs zu gehen, sollten Unternehmen in KI-Lösungen investieren, schreibt Nils Seele, Partner beim strategischen Investor Lea Partners. Damit das klappt, muss die Politik fünf Grundvoraussetzungen schaffen.
Maximale Transparenz und der Schutz kritischer Infrastrukturen widersprechen sich beim neuen Gigabit-Grundbuch, meint Alfred Rauscher. Vor dem Hintergrund der gestiegenen Bedrohung der kritischen Infrastruktur müssen wir uns fragen, welche Daten für den weiteren Glasfaser- und Mobilfunkausbau notwendig sind und zwingend veröffentlicht werden müssen.
Das Bildungswesen ist auch 2023 noch überwiegend analog. Ohne Informatik als Pflichtfach und digitalen Unterricht wird es in Deutschland keine digitale Zukunftsperspektive geben, schreibt Rainer Busch, Initiator von „Schulen ans Netz“.
Staat und Verwaltung reagieren auf neue Entwicklungen und Krisen, indem sie versuchen das Geschehen mit bewährten Mitteln zu lenken. Doch es wird Zeit, dass der Staat eine neue Rolle übernimmt, schreibt Verwaltungswissenschaftler Hermann Hill. Anstelle einer reaktiven Handlungsweise fordert er eine missionsorientierte Innovationspolitik.
Die Digitalisierung des Bildungswesens geht noch immer viel zu bürokratisch und träge vonstatten. Dabei bräuchte es auch auf diesem Gebiet dringend eine Zeitenwende, schreibt Ed-Tech-Gründer Fredrik Harkort. 2023 sollten alle Beteiligten an einen Tisch geholt werden.
Nachdem im Vorjahr vieles noch mit Anlaufschwierigkeiten entschuldigt werden kann, wird sich 2023 zeigen, wieviel Aufbruch wirklich in der Digitalpolitik der Ampel steckt. Entscheidend sind dabei die Öffnung der Regierungspolitik für Input aus der Zivilgesellschaft, eine bessere ressortübergreifende Zusammenarbeit und die Cybersichersicherheitspolitik, schreibt Stefan Heumann.
Die Bundesregierung hat sich für das Jahr 2023 das Ziel gesetzt, eine Strategie für die internationale Digitalpolitik zu entwickeln. Für Deutschland ist dies ein Novum, schreibt Daniel Voelsen, weil hier erstmals die Ambition erkennbar wird, Digitalpolitik nicht nur innenpolitisch zu denken, sondern systematisch auch die außenpolitische Dimension in den Blick zu nehmen.
Die neueste Generation der smarten Assistenten generiert selbstständig Antworten auf alle Fragen, schreibt Zusammenfassungen, Zeitpläne, Berichte und sogar Gedichte. Doch auch diese KI hat Grenzen. Dennoch können wir von ihr lernen, wie wir in Zukunft mit Maschinen zusammenarbeiten werden.
In einer aktuellen Forschungsarbeit hat Tom van Engers von der Universität Amsterdam untersucht, ob militärische Maschinen lernen könnnen, Entscheidungen beim Zielen oder Schießen mit dem internationalen Kriegsrecht abzugleichen. Warum sich der Experte für Künstliche Intelligenz und Recht eine rationalere und wissenschaftlichere Debatte wünscht, schreibt er heute in seinem Gastbeitrag.
Eine groß angelegte Studie zeigt, wie deutsche Forschende mit den Herausforderungen und Chancen des digitalen Zeitalters in der Wissenschaft umgehen. Was kann getan werden, um Vertrauen in Wissenschaft trotz Falschinformationen zu stärken? Darüber schreiben Laura Hassink von STM Journals und Max Voegler von Elsevier.
Bundesregierung und Bundestag befassen sich aktuell mit dem „Metaverse“, auch die Europäische Kommission hat das Thema für 2023 auf ihrer Agenda. Spezielle Regelwerke sind offiziell zunächst nicht geplant. Das ist für den Moment die richtige Wahl, findet Julian Jaursch. Es müsse vielmehr darum gehen, geltendes Recht durchzusetzen – insbesondere den gerade in Kraft getretenen DSA.
Ob zum Schutz vor Kreditkartenbetrug, zum Erstellen von Klimamodellen oder zur Verteilung von Polizeikräften: KI-getriebene Systeme durchdringen immer tiefer den Lebensalltag. Die dafür notwendigen Daten stammen zumeist aus Phasen relativer Stabilität und sind daher in Krisenzeiten nicht ohne weiteres anwendbar. Anselm Küsters sieht darin ein unterschätztes Systemrisiko – und fordert Anpassungen der EU-Datenregulatorik.
Vernetzte Fahrzeuge und intelligente Infrastruktur bilden ein datengetriebenes Ökosystem, das den Verkehr sicherer macht. Das technisch Machbare löst Euphorie aus. Doch rechtliche und wirtschaftliche Fragen müssen noch beantwortet werden.