Die Digitalstrategie der Bundesregierung nennt Gemeinwohlförderung als Ziel und auch in der europäischen Datenregulierung wird sie immer wichtiger. Wie sollte Digitalpolitik aussehen, die sich am öffentlichen Interesse orientiert und dem Gemeinwohl dient?
Für viele Krankenhausmitarbeiter seien IT-Tools böhmische Dörfer, meint Patrick Heiler, Director Healthcare bei IG&H, im Standpunkt. Die Betreiber müssten bei ihren Digitalisierungsstrategien die eigenen Mitarbeiter dringend einbeziehen. Sei dies der Fall, mache Digitalisierung Spaß – und mögliche Vorbehalte würden Schritt für Schritt ausgeräumt.
Wenn man genau hinguckt, ist Threads keine allzu vielversprechende Alternative zu Twitter. Meta setzt dort vielmehr seinen Hang zu Überwachungskapitalismus, digitalem Kolonialismus und Aufmerksamkeitsökonomie fort, meinen Cathleen Berger und Charlotte Freihse von der Bertelsmann-Stiftung. Es sei an der Zeit, die echten Alternativen zu fördern.
Eigentlich hat Deutschland mit seinen vielen Start-ups das Potenzial, bei Künstlicher Intelligenz zum Vorreiter zu werden, ist Philip Hutchinson vom Applied AI Institute überzeugt. Doch um dieses zu nutzen, brauche es rasch große Investitionen und einen geeigneten regulatorischen Rahmen für das KI-Ökosystem.
Die Modernisierung der Verwaltung sei in erster Linie eine normative Aufgabe und beginne mit der Erkenntnis, dass nicht alles bis ins kleinste Detail geregelt werden muss, schreibt Marcel Schepp von der Konrad-Adenauer-Stiftung.
Schlechte Verfahren digitalisieren, agile Prozesse auf alte Strukturen aufsetzen und immer mehr Verwaltung als Lösung – so klappt es mit der Verwaltungsmodernisierung nicht, schreibt Marcel Schepp von der Konrad-Adenauer-Stiftung.
So wie die Eisenbahn es geschafft hat, die Menschen zu vernetzen und gegenseitig zu inspirieren, wird es auch die Cloud tun, ist sich Digitalisierungs-Expertin Lisa Steigertahl sicher. Davon könnte auch der öffentliche Sektor profitieren: Dafür muss die Verwaltung die Mehrwerte erkennen und den Wandel zulassen.
Teile der Fachwelt beschwören existenzielle Risiken durch KI für die Menschheit herauf. Statt über das Zutreffen solcher Szenarien zu sinnieren, müssen wir vom Schock ins Handeln kommen, ist die Datenexpertin Christin Schäfer überzeugt. Daran werden wir uns als intelligente Spezies messen lassen müssen.
Baden-Württemberg ist mit einem neuen Open-Data-Portal an den Start gegangen. Dabei haben die Vorbereitungen dafür bereits 2011 begonnen. Einen Rückblick und Gründe, warum das Vorhaben so lange stockte, gibt Oliver Rack. Er ist der Meinung, dass dem Land eine eigene kleine Reflexion gut tun würde.
Ein oft genanntes Argument für die schleppende Einführung von Cloud-Technologien ist der Datenschutz. Dabei biete die DSGVO prinzipiell einen verlässlichen und planbaren Rahmen, meint Tobias Anger vom Cloud-Anbieter Telepaxx. Cloud-Technologien könnten beispielsweise beim Einholen und Verwalten von Patienten-Zustimmungen helfen.
Künstliche Intelligenz, die verantwortungsvoll entwickelt ist, bietet für Europa und auch Deutschland eine einmalige Chance. Um sie zu nutzen, müssen wir mutig, verantwortungsbewusst und gemeinsam handeln, schreibt Google-Manager Matt Brittin.
Die internationale Digitalstrategie der Bundesregierung muss die Interessen von Deutschlands Partnerländern im Global Süden in den Blick nehmen, fordern die Bundestagsabgeordneten Tobias Bacherle (Bündnis 90/ Die Grünen) und Armand Zorn (SPD) im Standpunkt.
Deutsche beschäftigen sich nur oberflächlich und undifferenziert mit Künstlicher Intelligenz, hat eine aktuelle Studie von Jan Schoenmakers Datenanalysefirma Hase & Igel ergeben. Gleichzeitig macht die Wirtschaft sich hierzulande immer abhängiger von Technologien aus dem Ausland, die sie weder beherrscht noch versteht. Fatal, findet Schoenmakers.
Die Fahrt in einem Robotaxi in den USA beeindruckt. Doch es gibt Widerstände gegen die Technologie. Dabei birgt sie großes Potenzial, insbesondere für ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen. Wie die Integration der Dienste dennoch gelingen kann.
Idealerweise soll die Verwaltung ebenenübergreifend kooperieren, um ihre IT-Systeme zu modernisieren und das Onlinezugangsgesetz umzusetzen. Doch das Vergaberecht ist dabei in seiner jetzigen Form hinderlich, meint der Rechtsanwalt Martin Schellenberg. Das daraus resultierende, komplexe System zur Beschränkung innerstaatlicher Zusammenarbeit sei nicht zielführend.
Das aktuelle wissenschaftliche Verlagswesen liegt im Argen, argumentiert Björn Brembs von der Universität Regensburg. Ein Beschluss des EU-Rats vom Mai könnte als Startschuss für ein neues Modell in öffentlicher Hand dienen, meint er. Dabei würden die Bewertung von Forschung, offene Standards und eine robuste Governance zentrale Rollen spielen.
Eine europäische KI-Regulierung kommt in jedem Fall bis Ende des Jahres. Unternehmen sollten sich jetzt schon vorbereiten, meint Kirsten Rulf in ihrer neuen Rolle als Strategieberaterin. Auch sollten sie in den Dialog mit den Regulierungsbehörden treten, um gemeinsam Standards zu entwickeln, die schützen und gleichzeitig Raum für Innovationen lassen.
Vom Recht zur Datennutzung über den Datenschutz bis hin zur Haftung müssen sich digitale Plattformen, die KI-Services anbieten, mit diversen rechtlichen Fragestellungen auseinandersetzen. Beatrix Weber rät den Anbietern, diese von Anfang an mitzudenken, da von ihnen abhängt, welches Geschäftsmodell Sinn ergibt und wie sich das technisch umsetzen lässt. Sind sie damit erfolgreich, könnte das vor allem für den Mittelstand zahlreiche Vorteile bringen.
Das aktuelle System der Finanzierung und Beschaffung von Lerninhalten ist auf Hardware – also auf Bücher – ausgerichtet. Echte Digitalisierung sieht anders aus. An Angeboten mangelt es nicht, weiß EdTech-Gründerin Anja Hagen. Man müsse an die Regularien ran, um Apps, Plattformen und Software für den Einsatz an die Schulen zu bringen, fordert das Vorstandsmitglied des Bündnises für Bildung.
Im Bereich KI wird Europa zunehmend abhängig von Software und Dienstleistungen aus dem außereuropäischen Ausland. Dies untergräbt unsere Souveränität – ein gravierendes Problem, das durch Regulierung allein nicht gelöst werden kann, glaubt KI-Professor Holger Hoos. Es brauche deshalb einen deutlichen Kurswechsel in der europäischen KI-Strategie – und massive, gezielte öffentliche Investition in die europäische KI-Landschaft, inklusive eines weltweit sichtbaren „CERN für KI“.
KI verändert unsere Gesellschaft rasant, doch Mitarbeitende in Behörden, dem parlamentarischen Raum und Politiker:innen selbst haben – verständlicherweise – allgemein noch immer nicht genug KI-Kompetenz, um kluge Weichenstellungen für die Zukunft zu stellen. Das sollte sich spätestens jetzt ändern, fordern Juri Schnöller von Cosmonauts and Kings und Daniel Privitera von dem Thinktank Kira.
Vor einem Jahr hat der Bund in seiner Gigabitstrategie ambitionierte Ziele und viele gute Maßnahmen für den Glasfaserausbau angekündigt. Doch einer der wichtigsten Hebel wurde noch kaum bewegt: Die Digitalisierung der Genehmigungsverfahren über das OZG-Breitbandportal könnte den Ausbau entscheidend beschleunigen. Aber Länder und Kommunen setzen sie viel zu langsam um, schreibt Stephan Albers vom Breko.
Mit dem Programm Start-up-Factories will der Bund Gründerschmieden an Unis nach dem Vorbild der erfolgreichen Münchner UnternehmerTUM fördern. Doch zwischen Bund, Ländern und dem Bundesrechnungshof gibt es unterschiedliche Ansichten zur Finanzierbarkeit. Man sollte Spitzenförderung und Breitenförderung nicht gegeneinander ausspielen, meinen die Geschäftsführer vom Start-up-Verband, Franziska Teubert und Christoph Stresing. Sonst leidet der Innovationsstandort.
In den Niederlanden haben algorithmische Systeme dazu beigetragen, Leben zu ruinieren: Zehntausende Eltern und Kinder wurden fälschlicherweise des Betrugs beschuldigt. Die europäische KI-Verordnung ist eine Chance, derartige Ungerechtigkeiten künftig zu verhindern, argumentieren Paula Bouwer und Noah Schöppl.
Generative KI wird Berufe massiv verändern – und das ist auch gut so, schreibt Marianne Janik, Deutschlandchefin von Microsoft, im Standpunkt. Zwar würden viele Jobs wegfallen, doch werde uns KI nicht massenhaft arbeitslos machen, da der KI-Einsatz auch neue Stellen schafft. Nun brauche es einen gesellschaftlichen Kraftakt, um den Wandel der Arbeitswelt bestmöglich zu gestalten.
Dass die öffentliche Verwaltung eine Multi-Cloud-Strategie braucht, dazu gibt es ein seltenes Einvernehmen in Politik und Verwaltung. Was es darüber hinaus nun noch braucht, damit die Verwaltung auf den Plattformen ihre Dienste im Sinne der Bürger:innen und Unternehmen schnell skalieren kann, schreibt Corinna Krezer von Accenture.
Bis der AI Act tatsächlich gilt, können noch Jahre vergehen. In der Zwischenzeit sollen sich Unternehmen einem freiwilligen KI-Kodex verpflichten können. Wie das gelingen könnte, schreibt Philipp Hacker im Standpunkt.
Die Debatte um die Frequenzvergabe wird rauer. Es würden Gerüchte gestreut und Hinterzimmer-Absprachen getroffen, schreibt Freenet-CEO Christoph Vilanek. Das Ziel sei es, echten Wettbewerb zu verhindern.
Im AI Act kommt menschlicher Aufsicht über KI-Systeme eine zentrale Rolle zu. Doch wie diese aussieht und wie man sie erreicht, ist bislang unklar. Für Sarah Fischer ist zentral, dass die Perspektive der Anwender:innen als Kontrollierende stärker in den Fokus rückt. Statt nur um bessere Algorithmen müsse es auch um bessere Entscheidungsprozesse gehen.
Die digitale Hauptversammlung bei Aktienunternehmen wurde während der Pandemie als Notlösung eingeführt, aber jetzt gibt es sie dauerhaft. Das bedeutet weniger Möglichkeiten für die Aktionäre. Der Gesetzgeber sollte daher über eine Hybridlösung wie im Vereinsrecht nachdenken, meint Robert Peres von der Initiative Minderheitsaktionäre.
Bei der aktuellen Diskussion zur CSA-Verordnung der EU-Kommission ist der Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Kerstin Claus, wichtig, dass beide Rechtsgüter – Kinderschutz und Datenschutz – gleichermaßen ernst genommen und nicht gegeneinander ausgespielt werden. Die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen im Netz sei eine Pflicht der Internetdiensteanbieter.
Heute und morgen tagt schwedischen Luleå zum vierten Mal der transatlantische Rat für Handel und Technologie. Die Themen KI-Regulierung und technologische Standards gehören zu Recht auf die Agenda. Das Format zur Digital- und Handelspolitik muss seinen Horizont aber erweitern, meinen die Grünen-Politiker Reinhard Bütikofer und Tobias Bacherle.
Die Kompatibilität des Data Act mit der DSGVO ist ein Schlüssel für seine erfolgreiche Umsetzung, ist die Leiterin der finnischen Datenschutzbehörde und neue Vorsitzende des EU-Datenschutzausschusses, Anu Talus, überzeugt. Deswegen sollte die Aufsicht im weiteren Verlauf der Verhandlungen noch gestärkt werden.
Seit fünf Jahren schon gibt es die DSGVO. Doch auch wenn sie in Teilen ein Erfolg ist, hat sie immer noch ein Umsetzungs- und Image-Problem, findet Jan Oetjen, CEO von GMX und Web.de. Nicht nur deshalb sei die Verordnung reformbedürftig – auch die neuen Entwicklungen im Bereich KI machten das nötig.
Die DSGVO braucht nach fünf Jahren eine Neuauflage, schreibt Dirk Freytag, Präsident des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft. Er analysiert die Herausforderungen und stellt vier Optimierungsansätze auf.
Der European Green Deal setzt nicht nur Ziele für ein CO2-neutrales Europa im Jahr 2050, sondern vor allem Landwirte unter Druck, meint Steffen Gilcher von John Deere. Diese müssen nicht nur gesetzlichen, sondern auch gesellschaftlichen und nicht zuletzt wirtschaftlichen Regularien entsprechen. Das könne nur mit KI gelingen.
Bei der Transformation der Wirtschaft spielt die IT-Branche eine zentrale Rolle, schreibt Adrian Müller, Geschäftsführer von HP Deutschland. Auch die Nachhaltigkeit kann davon profitieren. Wichtig ist dabei jedoch eine EU-weit einheitliche Regulierung.
Der Aufbau der Multi-Cloud für die Verwaltung sollte zügig vorangehen, fordert Ines Fiedler, Beraterin bei der Init AG und Sprecherin der AG Cloud beim Nationalen E-Government Kompetenzzentrum (NEGZ). Fachverfahren sollten „cloud-ready“ gemacht werden, am besten schon bevor sie entwickelt werden.
Deutschland hat bei Künstlicher Intelligenz viele Chancen verpasst und auch die aktuelle Regierung hat offenbar andere Prioritäten als den Technologiestandort zu retten. Dazu kommt nun der AI Act. Die Regulierungswut aus Brüssel wird mehr Schaden anrichten, als dass sie uns fördert, schreibt KI-Investor und Veranstalter Fabian Westerheide.
Rund um den Data Act gab es in den vergangenen Wochen und Monaten intensive Diskussionen. Dabei wurde über einen Punkt wenig gesprochen, der für die angestrebte weitere Digitalisierung der europäischen Wirtschaft zentral ist: die Regelungen für Cloud-Computing-Anbieter. Doch gerade hier widerspricht der Data Act seinen eigenen Zielen.
Der „Europäische Gesundheitsdatenraum“ ist ein neues EU-Gesetz, das die Nutzung medizinischer Behandlungsdaten zu Forschungszwecken vereinfachen soll. Das unterläuft die ärztliche Schweigepflicht und damit den Kern der Vertrauensbeziehung zwischen Arzt und Patienten, sagen Silke Lüder vom Verein Freie Ärzteschaft und Jan Penfrat von Edri.
Ein Recht auf Reparatur kann nur verwirklicht werden, wenn die Gerätehersteller auch modulare Technikbauteile einsetzen, glaubt der CMO und Geschäftsführer des Refurbishers As good as new. Der Entwurf der EU-Kommission sei daher nicht weitgehend genug. Und ein Recht auf Reparatur brauche echte Wahlfreiheit für die Verbraucher:innen.
Deutschland ist weiter ein Modernisierungstanker, schreibt Nadine Schön. Damit sich etwas tut, braucht es ein schlagkräftiges OZG 2.0, aber die momentanen Vorentwürfe werden dem nicht gerecht. Schön fordert eine stärkere Fitko, einheitliche Standards, verbindliche Meilensteine und Umsetzungsfristen. Auch finanzielle Anreize wären wichtig.
Als Elon Musk begann, Twitter einige Daumenschrauben anzulegen, gab es im vergangenen Jahr eine Menge Aufmerksamt für die dezentrale Alternative Mastodon. Dessen zugrundeliegende Technik hätte auch Potenzial, die Infrastrukturen der Forschung wieder zu öffnen, meint Lambert Heller vom Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften.
Für viele steht ChatGPT für einen iPhone-Moment, eine Sprunginnovation, die in kürzester Zeit unsere Arbeits- und Lebenswelt verändert. Auch wenn die Ergebnisse von ChatGPT bei Weitem nicht perfekt sind – die aktuelle Aufmerksamkeit für große Sprachmodelle sei gerechtfertigt, auch für die Medizin würden sie enormes Potenzial versprechen, schreibt Wolfgang Nejdl, Professor an der Universität Hannover und Mitglied der Plattform Lernende Systeme.
Die KI-Verordnung muss gestoppt oder entschärft werden, da sie für kleine und mittlere Unternehmen sowie Start-ups in der EU einen existenzbedrohenden Nachteil bringt. Diese Auffassung vertreten der Physiker und Jurist David Bomhard, der EU-Parlaments-Digitalreferent Kai Zenner und der KI-Professor Patrick Glauner von der TH Deggendorf. Zu unklar seien die Kompetenzverteilungen und Anwendungsfelder des AI Act, zu ideologiegetrieben seine Ausrichtung.
Die Beschaffung braucht ein Update. Doch neue Verfahren und ein angepasster rechtlicher Rahmen müssen nicht zwingend der Anfangspunkt sein, glauben Jana Janze und Laura Detels von Govmarket. Es gebe bereits viele effiziente und vor allem effektive Möglichkeiten, Produkte und Dienstleistungen für die Verwaltung einzukaufen und nutzbar zu machen. Der Innovationsspielraum sollte genutzt werden.
Gaia-X, Catena-X, Manufacturing-X, Health-X – nach dem schleppenden Start in den vergangenen Jahren wird 2023 das Jahr der Data Spaces, prognostiziert T-Systems CEO Adel Al-Saleh. Auf der Hannover Messe werden entsprechende Signale gesendet, die nun den Wechsel von der Planung in die Umsetzung beschleunigen sollen. Denn Data Spaces können dabei helfen, einige der ökologischen wie ökonomischen Herausforderungen anzugehen.
Künstliche Intelligenz weckt bei Bürger:innen viele Ängste und bei Unternehmen Unsicherheiten. Die Politik muss hier gegensteuern und sich nicht nur klar positionieren, sondern KI auch gezielt fördern, schreibt Eric Schott, CEO bei Campana & Schott.
Datenschutzverstöße im Internet werden strenger geahndet, Cookies werden abgeschafft und Nutzer:innen werden immer sensibler, wie ihre Daten verwendet werden. Das bedeutet jedoch nicht das Aus für personalisierte Werbung, sagt Philippa Snare vom Werbetechnologieunternehmen The Trade Desk.
Die vom Maschinen- und Anlagenbau geprägte deutsche Wirtschaft hat enorme Chancen, unter Einsatz von Künstliche Intelligenz (KI) in der digitalen Wertschöpfung in Führung zu gehen, ist Wolfgang Steiger vom CDU-Wirtschaftsrat überzeugt. Dafür darf der AI Act aber kein Regulierungsmonster werden, sondern sollte vielmehr die praktische Anwendung in den Blick nehmen.
Der Weg zum industriereifen Quantencomputer ist lang und kostspielig. Aber daran zu sparen, kann sich eine Industrienation wie Deutschland nicht leisten. Das meint Robert Axmann, Leiter der Quantencomputing-Initiative des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).
Das Bundeskartellamt hat diese Woche beschlossen, Microsoft unter die Lupe zu nehmen. Schon seit Jahren untersucht die EU-Kommission, ob die Bündelung von Microsofts Office-Paket mit Teams gegen Kartellrecht verstößt. In der Verantwortung sieht Tobias Stepan von Teamwire aber nicht nur die Politik, sondern auch Entscheider in Unternehmen.
Das vom Innenministerium geplante digitale Migrations-Dashboard soll die aktuelle Migrationslage transparenter machen. Doch das Dashboard könnte viel mehr leisten, findet Carsten Spandau. Deshalb ruft der Politikberater dazu auf, das Tool zu überarbeiten und so gleich mehrere Probleme auf einmal zu lösen.
Die MPK hätte vergangene Woche den Pakt für Planungs-, Genehmigungs- und Umsetzungsbeschleunigung beschließen können. Doch die Ministerpräsident:innen forderten den Bund auf, nachzubessern. Das war eine verpasste Chance für den Mobilfunkausbau in Deutschland, schreibt Christian Sommer von Vantage Towers.
Um ein KI-Transparenzregister für die deutsche Verwaltung aufzubauen, muss nicht alles neu erfunden werden, schreiben Anita Klingel und Paul Böttcher von dem öffentlichen Beratungsunternehmen PD. Stattdessen lohnt es sich, nach Vorbildern in Europa Ausschau zu halten.
Der Quantentheorie nach lässt sich die Wirklichkeit allein dadurch verändern, dass wir sie beobachten. Wenn das stimmt, könnten auch KI-Sprachmodelle wie ChatGPT eine realitätsverändernde Wirkung haben – und den Menschen überfordern. Umso wichtiger ist es, sich auch angesichts der nächsten Aufklärung auf den eigenen Verstand zu verlassen, finden Henning Vöpel und Anselm Küsters vom CEP.
Zentralabteilungen sind in den Verwaltungen für wichtige Querschnittsaufgaben wie IT und Personal verantwortlich. Es sei nun an der Zeit, dass sie sich neu aufstellen, schreiben Julia Klier und Björn Münstermann von McKinsey. Das ambitionierte Ziel sollte sein, aus der Zentral- eine Zukunftsabteilung zu machen, die nicht nur auf Stabilität, sondern vor allem auf Fortschritt ausgerichtet ist.
Eine der großen Streitfragen beim AI Act ist die zugrundeliegende KI-Definition. Aus gutem Grund, meinen Alex Engler und Andrea Renda, denn die sei für die Wirksamkeit der Regulierung entscheidend. Sie schlagen hierfür einen neuen Ansatz vor, der die Vorteile enger- und weitergefasster Varianten verbinden soll.
Die Telekom steht in der Kritik. Der Grund: Sie baut teilweise in Orten ein Glasfasernetz, in denen bereits eines liegt. Man solle zunächst flächendeckend Glasfaser ausbauen, bevor man anfängt, Netze zu überbauen, heißt es unter anderem von der Unions-Fraktion, die heute eine Debatte zu dem Thema im Bundestag angestoßen hat. Dabei handelt es sich bei den Aktivitäten der Telekom um wichtigen Wettbewerb, schreibt Kooperations-Chef Thilo Höllen. Ansonsten würden lokale Monopole entstehen.
In den letzten Wochen hat die Sprach-KI ChatGPT an Popularität gewonnen und gleichzeitig Fragen aufgeworfen: Wie prekär sind die Arbeitsbedingungen derjenigen, die an der Entwicklung von KI-Systemen vor allem im globalen Süden arbeiten? Wie hoch ist ihr Lohn und ihre psychische Belastung? Einige Studien scheinen schlimme Vorahnungen zu bestätigen. Aber das ist nur die Spitze des Eisbergs, schreibt Fairwork-Direktor Mark Graham.
In seinem Standpunkt fordert Rüdiger Keinberger, Geschäftsführer von Loxone, den Zugang zu eigenen Daten aus Smart Metern für die Bürgerinnen und Bürger. Nur so ließe sich aus seiner Sicht das volle Einspar- und Effizienzpotential der Digitalisierung heben. Das Smart-Meter-Gesetz müsse dringend in dieser Hinsicht überarbeitet werden.
Beim heutigen Grünen Digitalkongress stellt die Grüne Bundestagsfraktion ihre Ideen für eine nachhaltige Digitalisierung vor. Denn Politik und Gesellschaft müssen Digitalisierung und Nachhaltigkeit gemeinsam umsetzen, um den Wohlstand für künftige Generationen zu sichern, schreibt Maik Außendorf, digitalpolitischer Sprecher der Grünen. Dabei nimmt er besonders Rechenzentren, Smart Meter, die digitale Kreislaufwirtschaft und Standards in den Blick.
Die Eventbranche kämpft mit steigenden Preisen und Personalmangel. Abhilfe schaffen könnte die Einführung digitaler Prozesse, schreibt Paul Hermann. Der Sektor sei komplett „unterdigitalisiert“ und müsse sich endlich zukunftsfit aufstellen, wenn eine Erholung nach den Jahren der Krise gelingen soll.
Frauenrechte im digitalen Raum sind kein „nice to have“, sondern ein Menschenrecht. Trotzdem klafft in den Leitlinien für feministische Außenpolitik ein großes Digitalloch. Und auch die EU-Regulierung zum Schutz von Frauen hat deutliche Lücken. Es braucht einen „feministischen Reflex“ im Internet, schreibt Josephine Ballon von Hate Aid: Frauenrechte müssen von Anfang an mitgedacht werden.
Einen Digitalpakt Kita fordert Michael Fritz, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Haus der kleinen Forscher. Kitas bräuchten mehr Möglichkeiten für Weiterbildungen von Fachkräften, mehr Anerkennung als elementare Bildungsorte und eine bessere Ausstattung mit digitalen Geräten. Es reiche nicht, Informatikbildung erst ab der Schule mitzudenken.