Politischer Unwille lähmt die duale Krankenhausfinanzierung und verursacht zunehmende Flurschäden im Gesundheitssystem, schreibt Christian Höftberger in seinem Standpunkt. Besonders von den Ländern fordert er, mehr finanzielle Verantwortung zu übernehmen.
Cannabis wird bald legal? Das gefährdet tausende Führerscheine, warnt Verkehrspädagoge und Kraftfahreignungsberater Dustin Senebald. Ein Problem entstehe durch fehlende Richtwerte.
Eine moderne Geburt ist auch ohne Lachgas möglich, schreiben die Ärzte Christian Schulz und Ferdinand Lehmann, die sich bei der Deutschen Allianz für Klima und Gesundheit (KLUG) engagieren. Denn das hochpotente Treibhausgas schädigt das Klima und kann sogar gesundheitsschädlich sein.
Immer mehr Menschen besitzen Wearables und sammeln ihre Gesundheitsdaten – eine Chance für Nutzer und Lebensversicherer, meint Markus Unterkofler von SwissRe. In seinem Standpunkt erklärt er, welche regulatorischen Voraussetzungen es dafür braucht und wo die Datennutzung ihre Grenzen hat.
In den Ländern des globalen Südens hat die Corona-Pandemie heftige Auswirkungen auf die medizinische Versorgung. Leidtragende sind vor allem Frauen und Kinder, deren Leben millionenfach bedroht ist. Und auch in der Ukraine wurden erzielte Erfolge im Gesundheitssektor durch den Krieg binnen weniger Wochen zunichte gemacht. Der SPD-Abgeordnete Karamba Diaby drängt auf mehr finanzielle Hilfe für die betroffenen Länder, um deren Gesundheitssysteme widerstandsfähiger zu machen.
Die Gesellschaft muss entscheiden, welches Verfahren bei einer pandemiebedingten Triage-Situation insgesamt am wenigsten schlecht ist und den verschiedenen Anforderungen am ehesten gerecht wird, schreibt der Medizinethiker Georg Marckmann im Standpunkt. Weil eine sehr behutsame, sachliche Abwägung der Argumente erforderlich ist, sollte der Gesetzgeber die Thematik mit den relevanten Gruppen, wie etwa Fachgesellschaften, erörtern.
Eine starke Patientenbeteiligung auf Augenhöhe mit Stimmrecht ist ein Gewinn für alle, meint Torben Elbers, Sprecher der Deutschen Gesellschaft für ME/CFS, anlässlich des heutigen weltweiten ME/CFS-Tages. Denn: Wissenschaft sei nicht ohne Bias und Dogma. Patient:innen könnten helfen, die Erkrankung zu objektivieren.
Wie stellen wir uns unser Alter vor? Am liebsten gar nicht, schreibt Helmut Kneppe, Vorstandsvorsitzender des Kuratoriums Deutsche Altershilfe, in seinem Standpunkt. Wenn, dann eher mit einem pauschalen Ausblick: „Wenn ich erst in Rente bin, dann...“ Doch worauf kommt es in einer alternden Gesellschaft an?
Mit dem für die Ampelkoalition angefertigten Triage-Entwurf scheint das Haus Lauterbach dazu entschlossen, die Diskriminierung behinderter und alter Menschen zu legalisieren und auszuweiten, kritisiert der Medizinrechts-Professor Thomas Gutmann. Das Papier, das derzeit in der Ressortabstimmung ist, breche mit dem verfassungsrechtlichen Grundsatz, dass jedes Leben gleich wertvoll ist.
Digitale Medizin findet bislang keinen Einzug in die offiziellen Lehrinhalte für künftige Ärzte. Die Lücke kann im Zusammenspiel von Fakultäten, engagierten Studenten und Unternehmen gefüllt werden. Diesen kooperativen Ansatz, der bereits früher medizinische Paradigmenwechsel zum Erfolg geführt hat, beschreibt ZAVA-Beirat Franz Bartmann.
Seit gut zwei Jahren können Hersteller beantragen, ihre digitalen Gesundheitsanwendungen ins DiGA-Verzeichnis aufzunehmen. Im Standpunkt ziehen die Ärzte und Unternehmer Sven Jungmann und Daniel Kraft eine gemischte Bilanz: Der Fokus auf die Erstattungsfähigkeit bremse Innovationen und Investments.
Die Onkologie ist einer der innovativsten Bereiche in der Medizin. Um Therapieentscheidungen basierend auf dem letzten Stand der Wissenschaft zu treffen, könne die Digitalisierung helfen, schreibt der Managing Director bei Accenture, Boris Bogdan, in seinem Standpunkt.
Untersuchungen deuten darauf hin, dass selbst leichte COVID-19 Infektionen langfristige kardiovaskuläre Risiken mit sich bringen. Dies bedeutet, dass wir in Zukunft nicht nur mit der Möglichkeit einer Infektion, sondern auch mit längerfristigen gesundheitlichen Folgen daraus leben müssen.
Was vor zehn Jahren die Gentherapie und vor fünf Jahren die mRNA-Technologie als Gamechanger in der Gesundheitsversorgung waren, sind aktuell die digitalen Medical Devices, schreibt Juan Rigall im Standpunkt. Digitale Geräte würden mittlerweile in vielen Fällen sogar bessere Therapieerfolge als klassische Arzneimittel erzielen, meint der Managing Director bei Santiago Advisors. Die Pharmaindustrie stehe also vor einem bedeutenden Strukturwandel.
Datenschutz und Datennutzung müssen auch in Abwägung zu anderen Grundrechten und Risiken der Nicht-Nutzung betrachtet werden. Dabei müssen sie nicht konträr zueinanderstehen. Lösung und Chance bieten beispielsweise auf Basis von realen Daten erzeugte synthetische, KI-generierte Datensätze.
Die allgemeine Impfpflicht in Deutschland ist gescheitert. Heinz-Jörn Moriske vom Umweltbundesamt analysiert in seinem Standpunkt die Folgen für Schulen, Kitas und Kultureinrichtungen und erklärt, warum die Situation ganz anders sein wird als in den vorherigen Pandemie-Wintern.
Im Standpunkt erklärt Hans-Peter Selmaier, Facharzt für Psychosomatische Medizin, Psychotherapie und Psychoanalyse sowie für Innere Medizin, wieso ein Krieg mitten in Europa für den Einzelnen nicht zu verstehen ist, wieso Verdrängung und Verleugnung nicht mehr funktionieren und was passiert, wenn die eigene Abwehr versagt und was dagegen getan werden kann.
Medizinalcannabis sollte als gleichberechtigte Therapieoption sichtbarer werden, schreibt der Cansativa-Geschäftsführer Jakob Sons in seinem Standpunkt. Man müsse verhindern, dass sich Patienten zu einer Selbsttherapie gezwungen sehen, weil ihnen der Zugang zu einer kassenfinanzierten medizinischen Therapie zu aufwändig erscheint.
Apotheker:innen müssen sich bei ihren Geschäftsmodellen stark umstellen und verschiedene Einkommensströme parallel managen, meint Pascal Lauscher. Dazu gehöre es auch, die Fachkompetenz besser zu vermarkten, so der Co-Founder von Appoco. Dabei verfügten Apotheken über einen unschätzbaren Vorteil, den der Einzelhandel so nicht habe: Vertrauen.
Die Corona-Pandemie ist ein lehrreiches Kapitel für die Bewältigung globaler Gesundheitsrisiken: Wie wir diese in Zukunft besser in den Griff bekommen könnten, erklärt Anja Langenbucher, Direktorin des Europäischen Büros der Bill & Melinda Gates Stiftung, im Standpunkt.
Katrin Schaller, kommissarische Leiterin der Stabsstelle Krebsprävention am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg, warnt vor Philip Morris' Strategie, als verlässlicher Partner der Gesundheitspolitik aufzutreten. Dem Konzern gehe es nicht um Gesundheitsschutz und Schadensminderung.
Die Ampel will die Medizintechnik in Deutschland stärken – was BVMed-Vorstandsmitglied Markus Wiegmann grundsätzlich begrüßt. Allerdings müssten zukünftige Maßnahmen zur Stärkung der Medizintechnologiebranche im Dreiklang aus Wirtschaft, Gesundheit und Forschung gedacht werden.
Nach der derzeit in Deutschland geltenden Rechtslage dürfen sowohl Ärzte als auch Sterbehilfeorganisationen professionelle Hilfe zur Selbsttötung leisten. Warum sollte es dabei nicht bleiben? Anders als die mittlerweile von mehreren Abgeordneten des Bundestags vorgelegten Gesetzentwürfe vermuten lassen, besteht keine Notwendigkeit für eine erneute gesetzliche Regulierung der Suizidassistenz, argumentiert der Rechtswissenschaftler Josef Franz Lindner.
Die digitale Transformation im Gesundheitswesen schreitet Stück für Stück voran. Doch anderen Branchen sind uns an vielen Stellen bereits Jahre voraus. Wir sollten genauer beleuchten, was wir von anderen Branchen lernen können.
Mit Filtern können Schadstoffe aus der Luft und Bakterien aus dem Wasser gefiltert werden, erklärt Jan-Eric Raschke von Mann+Hummel. In seinem Standpunkt fordert er, Filtration sogar zum Teil einer Public-Health-Strategie zu machen.
Die Unternehmen und Einrichtungen des Gesundheitswesens in Deutschland schöpfen vorhandenes Potenzial für die Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung nicht aus. Der Runde Tisch „Frauen im Gesundheitswesen“ – eine branchenweite Zusammenarbeit mehrerer Initiativen und Verbände, die sich für mehr Frauen in Führungspositionen engagieren – fordert Politik und Wirtschaft zum Handeln auf.
Der Staat dürfe in Grundrechte eingreifen, um den Lebens- und Gesundheitsschutz bestimmter Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten, sagt die Jura-Professorin Frauke Brosius-Gersdorf. Die Impfpflicht für das Personal in Gesundheitseinrichtungen hält sie in Abwägung der Eingriffe und Ziele für verfassungskonform.
Die vom Bundestag beschlossene einrichtungsbezogene Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen sei weder zielführend noch entspreche sie den Grundsätzen unserer Verfassung, schreibt Markus Mingers. Sie sei ein schwerwiegender Eingriff in die Grundrechte und führe in der Konsequenz nicht zu dem virologisch und politisch motivierten Ziel, die Pandemie einzudämmen und die vulnerablen Gruppen vor einer Infektion zu schützen.
Studien, die zeigen sollen, dass E-Zigaretten und Verdampfer weniger schädlich sind, würden die komplexe Wirkung dieser Schadstoffe auf den menschlichen Organismus nicht berücksichtigen. Der Internist und Pneumologe Wulf Pankow, der die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin im Aktionsbündnis Nichtrauchen vertritt, hält E-Zigaretten für die Tabakentwöhnung ungeeignet.
Max Michels, CEO des Berliner Start-ups Caspar Health, beschreibt im Standpunkt seine Vision einer effektiven Rehabilitation, zu der Patient:innen jederzeit Zugang haben. Und zwar zeit- und ortsunabhängig.
Was jetzt dringend getan werden muss, damit die Menschheit besser auf die nächste Pandemie vorbereitet ist und wieso der Bundesregierung während ihrer G7-Präsidentschaft eine besondere Rolle zufällt, beschreibt Caroline Schmutte, die Leiterin des Europa-Büros des Wellcome Trust in Berlin, im Standpunkt.
Heute, am 4. März, ist Weltadipositastag. 2015 als Initiative der World Obesity Federation ins Leben gerufen, soll er praktische Lösungen zur Bewältigung der Adipositas-Pandemie auf breiterer Ebene anregen. Patientenorganisationen, Interessengruppen und Unternehmen weltweit nehmen den Tag zum Anlass, über Adipositas aufzuklären und die Bedürfnisse der Betroffenen in das öffentliche Bewusstsein zu rücken. Ein guter Zeitpunkt also, um die Versorgungslage in Deutschland unter die Lupe zu nehmen.
Es reicht nicht, digitale Tools einfach nur zur Verfügung zu stellen. Diejenigen, die damit konfrontiert werden, müssen auch lernen, sie zu nutzen, meint MEDWING-Geschäftsführer Timo Fischer. Und das sind im Gesundheitswesen neben der Ärzteschaft größtenteils die Pflegekräfte.
Wissenschaftlich belegt ist der Nutzen für das Diabetes-Schulungsprogramm DiaLife, so Gottlobe Fabisch, Geschäftsführerin Verband der Diabetes-Beratungs- und Schulungsberufe in Deutschland. Weil davon primär aber Angehörige profitieren und diese in erster Linie keine Patient:innen sind, gestaltet sich die Erstattung schwierig. Dabei profitieren auch die Diabetes-Betroffenen selbst davon.
Die wirtschaftliche Situation vieler deutschen Krankenhäuser war bereits vor der Pandemie angespannt, so haben 2019 rund 30 Prozent der Kliniken Verluste gemacht. Zwei Jahre später waren es bereits doppelt so viele. Im Standpunkt schreibt Grünen-Bundestagsabgeordneter und Mediziner Armin Grau über seine Ideen zur Struktur- und Finanzierungsreform.
Während der Pandemie haben der Öffentliche Gesundheitsdienst, Kliniken, medizinische Versorgungszentren und Praxen gelernt zusammenzuarbeiten. Axel Ekkernkamp und Daniel Dettling fordern, auf diese Erfahrungen aufzubauen und die patientenorientierte Versorgung neu zu organisieren.
Für eine gesunde Gesellschaft sind Fitnessstudios unverzichtbar, meint Frank Böhme, Gründer der Just-Fit-Gruppe. Politik müsse umdenken und die Studios konsequent ins Gesundheitssystem einbinden, schreibt er im Standpunkt.
Auch in diesem Jahr wird Corona den Takt angeben und den Einzug technologischer Innovationen im Medienbereich beschleunigen. Größter Gewinner ist die Telemedizin, denn wie in vielen Bereichen des Lebens, lässt sich auch die medizinische Versorgung immer besser aus der Ferne bewerkstelligen. Wie sieht die Realität heute aus und was kommt 2022 auf uns zu?
Mehr Geld und Urlaub – darauf hat sich knapp zusammengefasst die fünfte Pflegekommission jüngst geeinigt. Vor allem die Hilfskräfte in der Altenpflege werden profitierten, schreibt Isabell Halletz, Geschäftsführerin des Arbeitgeberverbandes Pflege.
Der Blick in benachbarte Länder zeigt, welcher positive Beitrag von einer regelhaften Nutzung der Telemedizin ausgehen kann. Mit der Etablierung eines Telemedizinischen Versorgungszentrums (TMVZ) könnte Deutschland in diesem Bereich entscheidend zur Spitze zukunftsorientierter Versorgung aufschließen, um weiterhin ein im weltweiten Vergleich leistungsstarkes und qualitativ hochwertiges Gesundheitssystem zu garantieren, schreibt Christian Möhlen von Kry.
In seiner letzten Stellungnahme fordert der Expert:innenrat der Bundesregierung zu COVID-19, eine bessere Kommunikation auf Basis des „besten verfügbaren Wissens“. Das COVID-19-Evidenz-Ökosystem CEOsys hat vorgemacht, wie man während einer Pandemie den Überblick über rasant wachsendes Wissen behält und den Stand der Evidenz zielgruppengerecht kommuniziert.
Viele Deutsche haben eine Krebsfrüherkennung wegen der Corona-Situation aufgeschoben, schreibt Chantal Friebertshäuser, Geschäftsführerin von MSD Sharp & Dohme GmbH, anlässlich des Weltkrebstages. Doch die Folgen lassen sich nicht wiedergutmachen.
Das Anwerben von Pflegekräften aus dem Ausland muss geordnet werden, es müssen internationale Abkommen gelten und Standards beachtet werden. Um eine ethische, faire und transparente Anwerbung kenntlich zu machen, wurde das Gütesiegel „Faire Anwerbung Pflege Deutschland“ entwickelt. Helmut Kneppe, Vorsitzender des Kuratoriums Deutsche Altershilfe, stellt es vor.
Der Expertenrat der Bundesregierung fordert aktuell die schnellere Erhebung von Gesundheitsdaten. Eine bessere Pandemiebewältigung lässt sich daraus jedoch nicht ohne Weiteres ableiten. Vielmehr hat die Politik ihre Hausaufgaben zu machen – zum Beispiel in Sachen Kommunikation und Organisation, meint der Arzt Andreas Meißner.
Mit einer digitalisierten Praxis sind Ärzte attraktiver für Patienten, die längst E-Health-Lösungen fordern, und Nachfolger, die von modernen Strukturen profitieren. Das meint Janine Peine, Expertin für das Gesundheitswesen bei ETL ADVISION. Die Steuerberatung veröffentlicht heute eine Umfrage, die deutlich machen soll, dass die Digitalisierung in Praxen mehr ist als die Telematikinfrastruktur.
Obwohl die Medical Device Regulation bereits vor acht Monaten in Kraft getreten ist, sind noch nicht alle Rahmenbedingungen zur vollständigen Umsetzung auf Seiten der europäischen Gesetzgeber geschaffen worden, kritisieren Erhard Fichtner und Alexander Frey. Sie warnen vor harten Zeiten für die deutsche Medizintechnik-Branche.
Deutschland hat seit Beginn der Pandemie keinen guten Überblick über die Lage. Schuld sind auch eine chaotische Datenhaltung und zu wenige offene Daten, die systematisch ausgewertet werden. Warum die Pandemiedatenpolitik das Vertrauen in die Politik gefährdet und wie man es besser machen könnte, schreibt Wikimedia-Chef Christian Humborg.
Das Personalmanagement und die Verwaltung medizinischer Einrichtungen in Deutschland basieren zum Teil auf veralteten, analogen Prozessen. Als Folge würden komplizierte, unflexible und vor allem ineffiziente Abläufe hohe Kosten, Qualitätsmängel und im schlimmsten Fall Versorgungsengpässe verursachen, schreibt doctari-CEO Sang-Woo Pai im Standpunkt. Dies müsse sich endlich ändern.
Wie die Digitalisierung aus Sicht der Mediziner:innen gelingen kann, hat Susanne Kreimer, Geschäftsführerin und Chief Medical Officer bei Doktor.de, aufgeschrieben. Es braucht politische Führung, welche die Digitalisierung fördere und in angemessenem Umfang fordere, sowie eine klare Nutzenkommunikation, meint sie.
Künstliche Befruchtungen führen in etwa 20 Prozent der Fälle zu Mehrlingsgeburten und bergen damit ein gesundheitliches Risiko. Dabei gäbe es Mittel und Wege, die Rate zu senken, schreibt der Gynäkologe Rudolf Seufert.
Ohne Digitalisierung geht fast nichts. Insbesondere bei jüngeren Zielgruppen werden die Service-Erfahrungen und die vereinfachte Inanspruchnahme von Leistungen ein zunehmend wichtiges Kriterium bei der Wahl ihrer Krankenkasse, so Michael Martinet und Frank Lätsch von der DAK-Gesundheit.
Wenn der Staat Daten besitzt, hat er auch eine Verpflichtung sie im Sinne seiner Bürger und Bürgerinnen zu nutzen, meinen Laura Wamprecht und Lisa Murche von Flying Health. Und: Deutschland müsse sich den Herausforderungen im Umgang mit Genomdaten stärker stellen.
Digitale und mobile Lösungen können das Pflegepersonal entlasten, indem sie sichere Datenverfügbarkeit in der gesamten Einrichtung bereitstellen und die Dokumentation vor Ort am Krankenbett erlauben. Uwe Pranghofer, Head of Healthcare Business bei Avaya, über die Anforderungen an Digitalisierung als Mittel gegen Personalmangel.
Das Bundesverfassungsgericht hat einen bemerkenswerten Beschluss zum Untätigbleiben des Gesetzgebers angesichts drohender Triage gefasst. Die Umsetzung dieser Entscheidung wird schwierig, weil sie auch grundsätzliche Probleme des nicht-inklusiven Gesundheitssystems angehen muss. Zeit bleibt dafür wenig, erklärt Oliver Tolmein, Prozessvertreter der Beschwerdeführer.
Wurde das Potential des health innovation hubs vollständig genutzt? Nein, meint Sebastian Zilch, Geschäftsführer des Bundesverbandes Gesundheits-IT, in seiner Schlussbilanz zu drei Jahren hih. Das Gremium sei mehr und mehr zum gefühlten Schaufenster der erfolgreichen Digitalisierungspolitik des ehemaligen Gesundheitsministers geworden, der hier in erster Linie eine Plattform für seine Meilensteinprojekte habe schaffen wollen.
Was bedeutet das Urteil zum Werbeverbot in der Telemedizin für die Anbieter? Leonie Sommer, Geschäftsführerin von OnlineDoctor Deutschland, beschreibt die Folgen und erklärt, wieso die Dermatologie als Pionier zur Blaupause werden könnte. Vor allem die medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften seien nun gefordert.
Heinz-Jörn Moriske, Geschäftsführer der Innenraumlufthygiene-Kommission beim Umweltbundesamt (UBA), hat mit einer Gruppe von Wissenschaftler:innen eine Stellungnahme erarbeitet, um den Schulunterricht in Präsenz zu ermöglichen. In seinem Standpunkt erklärt er, warum mobile Luftreiniger allein nicht reichen und es ein Bündel an Maßnahmen braucht.
Über die Rechtmäßigkeit des Masernschutzgesetzes hat das Bundesverfassungsgericht noch nicht endgültig geurteilt. Doch bei einer Corona-Impfpflicht ist in puncto Verhältnismäßigkeit einiges anders, meint die Juristin Susann Bräcklein.
Die Impulse der WHO in Sachen Männergesundheit für Europa sollten in Form einer nationalen Strategie weiterentwickelt werden, fordert Doris Bardehle, Koordinatorin des Wissenschaftlichen Beirates der Stiftung Männergesundheit. Und an der Erarbeitung dieser Strategie müssten die im Bundestag vertretenen Parteien beteiligt werden.
Beim Ärztetag haben Mediziner eine Digitalisierungs-Pause gefordert. Christian Weiss vom Gründer-Fonds Heal Capital zeigt sich davon überrascht und irritiert. Im Gesundheitssystem brauche es bei diesem Thema keine Bremser, sondern Mut und ein klares Zielbild. Noch immer fehle es an verlässlicher digitaler Infrastruktur. Da könne man es sich „nicht leisten, medizinische Extrawürste zu verteilen“.
Um Versorgungsengpässe in der psychotherapeutischen Behandlung zu überbrücken, hat die Regierung ein Programm aufgelegt, das eine schnelle Zulassung von digitalen Gesundheitsanwendungen ermöglicht. Linda Weber skizziert im Standpunkt am Beispiel ihrer Angst-App, wo die Chancen dieser digitalen Versorgung liegen. Sie zeigt auf, wo Apps helfen können und wo nicht.
Die aktuelle Pandemie-Situation ist nicht nur das Ergebnis einer pandemischen Lage, sondern auch einer gesundheitspolitischen Fehlsteuerung, meint Torsten Bauer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin, in seiner Analyse der vierten Welle. Für diese sei eine wie auch immer geartete Impfpflicht zwar bedeutungslos, eine Impfpflicht für die Angestellten im Gesundheitswesen sollte dennoch zügig umgesetzt werden.
Als fatal bezeichnet es der CDU-Bundestagsabgeordnete Tino Sorge, dass in Ampel-Kreisen niemand das Gesundheitsministerium übernehmen wollte. Die Vorhaben zur Gesundheitspolitik im Koalitionsvertrag findet er in seiner Einordnung ambitionslos.
Patient:innen dürfen im Umgang mit kompliziert anzuwenden Arzneimitteln wie zum Beispiel Dosieraerosolen oder Insulinpens nicht allein gelassen werden. Sie brauchen als pharmazeutische Dienstleistung ein Coaching als Hilfe zur Selbsthilfe. Mindestens einmal pro Jahr sollte es von den Krankenkassen finanziert werden.