Sport und Rehasport müssten nach der Corona-Pandemie viel mehr in den Fokus des Gesundheitswesens gestellt werden, fordert der SPD-Abgeordnete und Arzt Herbert Wollmann. Ende September fand nun erstmals in der Geschichte des Deutschen Bundestages eine gemeinsame Sitzung des Gesundheits- und Sportausschusses statt.
Die Gender-Pay-Gap ist allgegenwärtig, dabei können wir uns dies gar nicht (mehr) leisten. Die pharmazeutische Industrie hat seit 2007 mit einer annähernden Halbierung des Lohnunterschieds auf nun zwölf Prozent eine jetzt deutlich ausgeglichenere Bezahlung erreicht. Doch das reicht nicht aus.
In der Krise muss der Bund die gesetzliche Krankenversicherung viel entschlossener stützen, fordert CDU-Gesundheitspolitiker Tino Sorge. Schließlich wirken die Schockwellen der Konjunktur- und Energiekrise tief in die Strukturen des Gesundheitswesens hinein.
Ausgebrannte Ärzte, gefährdete Patienten, ein falsches Finanzierungssystem: Die Krankenhäuser in Deutschland benötigen weitreichende Reformen. Helfen könnte zum Beispiel eine Vorhalte-Finanzierung und ein fester Arzt-Patienten-Schlüssel, meint der Grünen-Abgeordnete Johannes Wagner. Dass Berliner Mediziner heute zum Streik aufrufen, damit politisch endlich Tempo gemacht wird, kann er als ehemaliger Klinikarzt gut verstehen.
Apotheken bergen großes Potenzial für die digitale Transformation der Gesundheitsversorgung. Davon sind Anne Sophie Geier und Meike Appelrath überzeugt. Im Standpunkt erklären sie, wieso in der Apotheke zum Beispiel eine unabhängige Beratung zu Medizinprodukten wie den digitalen Gesundheitsanwendungen stattfinden könnte. Ein Positivbeispiel der Digitalisierung habe das digitale Impfzertifikat bereits geliefert.
Während das VideoIdent-Verfahren der Gematik bei zahlreichen Akteuren der Gesundheitsbranche für Ärger gesorgt hat, atmet Thomas Hampf auf. Der Schritt zu sicheren Identifizierungsverfahren sei längst überfällig, wie er in seinem Standpunkt erklärt.
Die Digitalisierung birgt für die Ausgestaltung des Gesundheitswesens ein riesiges Potenzial, geht aber trotzdem nur schleppend voran. Dass es es sich lohnen würde, aufs Gaspedal zu treten, zeige das Beispiel der „Onkopti-Datenbank“, die die Behandlung von Krebspatienten verbessern soll – meint Rolf von Lengen, der hinter dem Fraunhofer-Projekt steht und es hier skizziert.
Im deutschen Erstattungsrecht würde mit dem geplanten GKV-Finanzierungsgesetz alles durcheinandergewirbelt und es entstünden unvorhergesehene Wechselwirkungen zwischen den Regelungen. Klar ist, dass dies zu Marktrücknahmen oder zum Unterlassen der Markteinführung von neuen Arzneimitteln führen wird, schreibt vfa-Präsident Han Steutel.
Deutschland ist gut darin, für aufgekommene Probleme schnelle Lösungen zu präsentieren – die dann aber separat aufgesetzt, durch den Beitragszahler finanziert und deren Angebote aber häufig nicht bekannt sind und viel zu selten genutzt werden. Im Standpunkt spricht sich Anke Schlieker vom PKV-Verband unter anderem dafür aus, bestehende Angebote in kommunalen Strukturen vor Ort bei den Gesundheitsämtern zusammenzuführen.
Heiko Mania ist Vorstandsmitglied beim Bundesverband Gesundheits-IT und schreibt in seinem Standpunkt, warum die PPR 2.0 eine digitale Umsetzung braucht. Sollten die Instrumente auf Papier eingeführt werden, wäre dies nicht nur ein erheblicher zeitlicher Mehraufwand für die Pflegefachleute, sondern auch die Dokumentationsqualität würde erfahrungsgemäß darunter leiden.
Patient:innen müssen offener für neue Technologien sein, sagt Eckhardt Weber, Geschäftsführer von VC Heal Capital. Denn um amerikanischen oder chinesischen Tech-Giganten im Gesundheitsmarkt mit europäischen Lösungen die Stirn bieten zu können, müssen die Lösungen akzeptiert werden und die Politik Bürokratie abbauen.
Digitale Gesundheitsplattformen (DHPs) werden Pflege und Versorgung im europäischen Gesundheitssystem nachhaltig verändern. Die Entscheidungsträger stehen vor der Wahl, ob sie an der Lösung mitarbeiten oder das Feld Unternehmen wie Amazon überlassen wollen.
Bei einer Rheumaerkrankung sind eine frühe Diagnose und ein schneller Behandlungsstart entscheidend für den Therapieerfolg. Allerdings führen Kapazitätsengpässe regional zu unterschiedlich langen Wartezeiten für den rheumatologischen Erstabklärungstermin. Was jetzt zu tun ist, schreibt Andreas Krause in seinem Standpunkt.
Der Globale Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria (GFATM) finanziert bereits seit 20 Jahren erfolgreich Maßnahmen gegen diese drei Krankheiten. Vieles spricht dafür, sein Mandat auszuweiten. Dabei sollte es weniger darum gehen, auf einzelne Krankheiten zu fokussieren, sondern vielmehr um den Aufbau einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung, die alle erreicht, schreibt Jan-Thilo Klimisch von der Christoffel-Blindenmission.
Namhafte Firmen in Deutschland geben heute Chargen an Pharmazeutika frei, ohne irgendwelche Sicherheitsmechanismen im Bereich Computersystem-Validierung oder gar Labormethoden-Validierung implementiert zu haben. Nötig ist eine neue Generation an Inspekteuren im Bereich Good Manufacturing Practices.
Die Rolle investorenfinanzierter Medizinischer Versorgungszentren (MVZ) in der vertragsärztlichen Versorgung ist seit Jahren ein wiederkehrendes Thema in der deutschen Gesundheitspolitik. In der Diskussion werden die Vorteile von MVZ-Gruppen – sowohl allgemein, als auch investorenfinanziert – bislang kaum thematisiert. Dabei haben MVZ-Gruppen das Potential, die Herausforderungen in der ambulanten Versorgung besser zu bewältigen, als andere Praxisorganisationsformen.
Die Konsequenzen des Klimawandels sind ernst und machen sich im Gesundheitssystem schon jetzt bemerkbar. Entscheider:innen und Behandelnde wissen aber oft nicht, wo sie anfangen sollen. Wie man aus der Verdrängung oder Überforderung heraus kommt und politische Strategien entwickelt, kann man aus der Psychologie lernen.
Die Tariftreueregelungen führen in der Pflege zu Personalkostensteigerungen von bis zu 35 Prozent. Jedem der Verantwortlichen in den Ministerien (Bund und Länder), den Pflegekassen und der Politik muss klar sein, dass dies kein Pflegedienst und kein Pflegeheim ohne eine entsprechende Refinanzierung bezahlen kann.
Seit Jahrzehnten steht es schlecht um die deutsche Pflege. Hunderttausende Fachkräfte fehlen bereits, die Zahl der Berufsaussteiger ist unverändert hoch. Kaum verwunderlich bei gleichbleibend miserablen Arbeitsbedingungen in weiten Teilen der Branche – Grund zur Verwunderung gibt vielmehr, dass kaum etwas dagegen unternommen wird.
Weil die solidarische Bürgerversicherung in dieser Legislatur ausbleiben wird, müssten zumindest Beitragsbemessungsgrenze und Versicherungspflichtgrenze deutlich angehoben werden. Damit könnte die soziale Benachteiligung weiter Bevölkerungsteile ein Stück weit aufgefangen werden, meinen Michael Janßen und Felix Ahls, Vorstandsmitglieder des Vereins demokratischer Ärzt:innen.
Wer sich nach dem Diagnose-Schock in die Krebsbehandlung eingebunden fühlt und selbst aktiv am Therapieprozess teilnimmt, findet leichter den eigenen Weg im Umgang mit der Erkrankung. Patientenpartizipation ist ein Prozess, der für beide Seiten wichtig ist: die Behandelten und die Behandler:innen. Denn informierte, motivierte Menschen zeigen eine höhere Adhärenz, erklärt Claudia Poguntke von Mika in ihrem Standpunkt.
Im Oktober wird eine Vorschrift wieder in Kraft treten, die Berliner Krankenhäusern die Auftragsverarbeitung medizinischer Daten verbietet. Damit droht den Kliniken der Ausschluss von der Beteiligung an bundesweiten und internationalen Forschungsvorhaben. Zwei Lösungsvorschläge liegen dem Abgeordnetenhaus vor. Aber sie sind halbherzig und zu bürokratisch, meint Christian Dierks.
Nachdem es Deutschland im Verlauf des ersten Pandemiejahres gelungen war, eigene Produktionslinien für Schutzmasken und anderes medizinisches Equipment zu etablieren, droht vielen Betrieben inzwischen wieder das Aus. Eine strategische Kapazität, die über die Verauktionierung von Subventionen aufgebaut wird, ist nötig, meint Sebastian Moritz.
Die Finanzierungslücke im deutschen Gesundheitssystem wird immer größer. Der aktuelle Entwurf zum GKV-Finanzstabilisierungsgesetz wird dies nicht ändern. Im Gegenteil: „Ohne grundlegende Reformen wird das System auf lange Sicht nicht mehr funktionsfähig sein“, sagt Matthias Becker, Managing Director & Senior Partner bei der Strategieberatung Boston Consulting Group.
Die vergangenen Jahre sind auch an der Arbeitswelt nicht spurlos vorbeigegangen: Geprägt durch die Pandemie machten sich Unsicherheit am Arbeitsplatz, Unverbundenheit durch das Home Office und – allem voran – Probleme mit der mentalen Gesundheit breit. Wie psychischen Erkrankungen präventiv begegnet werden kann, erklärt Kimberly Breuer von Likeminded im Standpunkt.
Daten bilden die Grundlage einer modernen evidenzbasierten Medizin. Damit die Nutzung von Gesundheitsdaten in Deutschland endlich Fahrt aufnehmen kann, bedarf es der Klärung ethischer Fragen. Warum hierfür ein inklusiver gesellschaftlicher und politischer Prozess notwendig ist, erklärt Annerose Nisser vom VDI Technologiezentrum.
Eine Krebs-Diagnose bedeutet einen gravierenden Einschnitt in die gesamte Zukunftsplanung aller Menschen. Doch gerade wenn die Betroffenen noch jung sind, reichen die Probleme weit über medizinische Fragen hinaus. In Deutschland gibt es hier auf viele Fragen noch viel zu wenige Antworten.
Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland sollte nach der geplanten Neuaufstellung drei zentrale Anforderungen erfüllen, schreibt Michaela Schröder, Geschäftsbereichsleiterin Verbraucherpolitik beim Verbraucherzentrale Bundesverband. Im Standpunkt erklärt sie, wie die Punkte – darunter die finanzielle Unabhängigkeit – sichergestellt werden könnten.
Die Infrastruktur des Pharma-Großhandels ist im doppelten Sinne „kritisch“, sagt André Blümel, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands des pharmazeutischen Großhandels PHAGRO, im Standpunkt. Denn das klassische Pharma-Großhandelsgeschäft sei schon seit längerem nicht mehr ausreichend gesetzlich finanziert.
Vor den Reformen zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung verteidigt Grünen-Fraktionsvize Maria Klein-Schmeink die vorgesehene Erhöhung der Kassenbeiträge. Aus Gerechtigkeitsgründen plädiert sie aber auch für eine stärkere Belastung von besser Verdienenden und – um ihnen den Wechsel zur PKV zu erschweren – für eine höhere Versicherungspflichtgrenze.
Felix Anrich erklärt im Standpunkt, weshalb die betriebliche Krankenversicherung in den meisten Unternehmen nicht den gewünschten Effekt haben wird – obwohl immer mehr Arbeitgeber eine solche Versicherung anbieten.
Gestern fand die mündliche Anhörung zum GKV-Finanzstabilisierungsgesetz statt. Roche-Vorstand Hagen Pfundner kritisiert die kurzfristig wirkenden Ad-hoc-Maßnahmen, die Deutschland Arbeitsplätze und Investitionen kosten würden. Es müsste viel mehr diskutiert werden, doch Gesundheitsminister Lauterbach verwehre sich dem konstruktiven Dialog.
Mehr gesetzlich versicherte Menschen sollten von dem Präventionsbudget erfahren, das ihnen Jahr für Jahr zur Verfügung steht und mit dem sie an ein bis zwei Kursen pro Jahr teilnehmen könnten. Aufklärung braucht es vor allem über bestehende ZPP zertifizierte Präventionsangebote. Aktuell bleiben sieben Milliarden Euro jährlich ungenutzt.
Im Namen des Berufsverbandes der Frauenärzte nimmt Axel Valet im heutigen Standpunkt zu den Plänen der Krankenhauskommission, die Fallpauschalen in der Geburtshilfe zu ergänzen, Stellung. Der Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe aus dem Raum Gießen-Marburg hat über viele Jahre in einer Klinik als Geburtshelfer gearbeitet, die aber Ende dieses Jahres geschlossen werden muss.
Für die individuelle Behandlung von Patient:innen könnte die Digitalisierung einen großen Mehrwert bieten, schreibt Gerald Huber in seinem Standpunkt. Er fordert eine zügigere Modernisierung des Gesundheitswesens, um mehr Sicherheit und eine bessere Behandlung für Patient:innen zu bieten.
Frauen sind anders krank als Männer. Deshalb ist in der Medizin „der kleine Unterschied“ manchmal ein großer. Wie die Gendermedizin bei Diagnose und Therapie stärker auf die Unterschiede von Frauen und Männern eingehen will, erklärt Petra Thürmann in ihrem Standpunkt.
Der Pflegenotstand kommt nicht von ungefähr. In keiner Branche werden neue Arbeitsweisen und Führungsinnovationen dringender gebraucht. Der New Work-Ansatz bietet wertvolle Ansätze, um Personal für den Pflegeberuf zurückzugewinnen, sagt Katrin Alberding, Co-Gründerin des Healthtech-Startups kenbi.
Private Krankenversicherungen treten mit ihren digitalen Services auf der Stelle. Sie müssen sich entscheiden, ob sie künftig als reine Kostenträger oder digitale Gesundheitspartner der Versicherten wahrgenommen werden wollen, schreibt Unternehmensberater Markus Heyen.
Besonders viele Menschen werden im südlichen Sachsen-Anhalt ambulant betreut – die Nachfrage nach innovativen Pflege- und Gesundheitslösungen ist hier besonders hoch. Patrick Jahn, Projektleiter der „Translationsregion für digitalisierte Gesundheitsversorgung“ (TDG), erklärt in seinem Standpunkt, wie dem Strukturwandel mit Digitalisierung begegnet werden kann.
Der Koalitionsvertrag sieht im Rahmen der Krankenhausreform die Implementierung differenzierter Versorgungsstufen vor. Im Standpunkt macht Nils Dehne, Geschäftsführer der Allianz Kommunaler Großkrankenhäuser (AKG), Vorschläge zu einem Stufenmodell und zu konkreten Umsetzungsschritten.
Die Öffentlichkeit beschäftigt sich vermehrt mit mentaler Gesundheit und auch der Koalitionsvertrag räumt dem Thema einen höheren Stellenwert ein. Passiert ist bislang jedoch nicht viel, sodass die Wartezeiten auf eine Psychotherapie immer noch sehr lang sind.
Caritaspräsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa und Annika Wolter, Geschäftsführerin des St. Franziskus Hospitals in Münster, erklären, wie die Sozialbranche ihren Beitrag zur Eindämmung der Klimakrise leisten kann. Erfolge könnten schon viele vorgezeigt werden. Aber kurzfristige Projekte seien keine Lösung. Klimafreundlichkeit und Nachhaltigkeit benötigten stattdessen kontinuierliche Investitionsanstrengungen, schreiben sie.
Auch der dritte Gesetzentwurf aus dem Haus von Gesundheitsminister Lauterbach zur Triage in der Pandemie überzeugt nicht, beklagt der Medizinrechtler Oliver Tolmein. Die Ex-Post-Triage werde zwar explizit ausgeschlossen. Zugleich aber ducke sich der Gesetzgeber weg und lasse offen, was ein – von ihm realistischerweise für denkbar gehaltener – Verstoß gegen seine Regelung strafrechtlich für Konsequenzen haben soll.
Strukturreform, Digitalisierung, Pflegenotstand – die Krankenhauslandschaft steht vor gewaltigen Herausforderungen. In seinem Gastbeitrag erläutert Jochen Werner, Vorstandsvorsitzender der Uniklinik Essen, wie diese Themen zusammenhängen und skizziert Wege in die Krankenhauslandschaft der Zukunft.
Damit Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) von Ärzt:innen und auch Patient:innen akzeptiert werden, braucht es vor allem Aufklärung, sagt Daniel Wiedemann, Geschäftsführer von DiGa info. In seinem Standpunkt erklärt er, welchen Mehrwert DiGA bieten können und warum es meist am Zugang zu Informationen scheitert.
Politischer Unwille lähmt die duale Krankenhausfinanzierung und verursacht zunehmende Flurschäden im Gesundheitssystem, schreibt Christian Höftberger in seinem Standpunkt. Besonders von den Ländern fordert er, mehr finanzielle Verantwortung zu übernehmen.
Cannabis wird bald legal? Das gefährdet tausende Führerscheine, warnt Verkehrspädagoge und Kraftfahreignungsberater Dustin Senebald. Ein Problem entstehe durch fehlende Richtwerte.
Eine moderne Geburt ist auch ohne Lachgas möglich, schreiben die Ärzte Christian Schulz und Ferdinand Lehmann, die sich bei der Deutschen Allianz für Klima und Gesundheit (KLUG) engagieren. Denn das hochpotente Treibhausgas schädigt das Klima und kann sogar gesundheitsschädlich sein.
Immer mehr Menschen besitzen Wearables und sammeln ihre Gesundheitsdaten – eine Chance für Nutzer und Lebensversicherer, meint Markus Unterkofler von SwissRe. In seinem Standpunkt erklärt er, welche regulatorischen Voraussetzungen es dafür braucht und wo die Datennutzung ihre Grenzen hat.
In den Ländern des globalen Südens hat die Corona-Pandemie heftige Auswirkungen auf die medizinische Versorgung. Leidtragende sind vor allem Frauen und Kinder, deren Leben millionenfach bedroht ist. Und auch in der Ukraine wurden erzielte Erfolge im Gesundheitssektor durch den Krieg binnen weniger Wochen zunichte gemacht. Der SPD-Abgeordnete Karamba Diaby drängt auf mehr finanzielle Hilfe für die betroffenen Länder, um deren Gesundheitssysteme widerstandsfähiger zu machen.
Die Gesellschaft muss entscheiden, welches Verfahren bei einer pandemiebedingten Triage-Situation insgesamt am wenigsten schlecht ist und den verschiedenen Anforderungen am ehesten gerecht wird, schreibt der Medizinethiker Georg Marckmann im Standpunkt. Weil eine sehr behutsame, sachliche Abwägung der Argumente erforderlich ist, sollte der Gesetzgeber die Thematik mit den relevanten Gruppen, wie etwa Fachgesellschaften, erörtern.
Eine starke Patientenbeteiligung auf Augenhöhe mit Stimmrecht ist ein Gewinn für alle, meint Torben Elbers, Sprecher der Deutschen Gesellschaft für ME/CFS, anlässlich des heutigen weltweiten ME/CFS-Tages. Denn: Wissenschaft sei nicht ohne Bias und Dogma. Patient:innen könnten helfen, die Erkrankung zu objektivieren.
Wie stellen wir uns unser Alter vor? Am liebsten gar nicht, schreibt Helmut Kneppe, Vorstandsvorsitzender des Kuratoriums Deutsche Altershilfe, in seinem Standpunkt. Wenn, dann eher mit einem pauschalen Ausblick: „Wenn ich erst in Rente bin, dann...“ Doch worauf kommt es in einer alternden Gesellschaft an?
Mit dem für die Ampelkoalition angefertigten Triage-Entwurf scheint das Haus Lauterbach dazu entschlossen, die Diskriminierung behinderter und alter Menschen zu legalisieren und auszuweiten, kritisiert der Medizinrechts-Professor Thomas Gutmann. Das Papier, das derzeit in der Ressortabstimmung ist, breche mit dem verfassungsrechtlichen Grundsatz, dass jedes Leben gleich wertvoll ist.
Digitale Medizin findet bislang keinen Einzug in die offiziellen Lehrinhalte für künftige Ärzte. Die Lücke kann im Zusammenspiel von Fakultäten, engagierten Studenten und Unternehmen gefüllt werden. Diesen kooperativen Ansatz, der bereits früher medizinische Paradigmenwechsel zum Erfolg geführt hat, beschreibt ZAVA-Beirat Franz Bartmann.
Seit gut zwei Jahren können Hersteller beantragen, ihre digitalen Gesundheitsanwendungen ins DiGA-Verzeichnis aufzunehmen. Im Standpunkt ziehen die Ärzte und Unternehmer Sven Jungmann und Daniel Kraft eine gemischte Bilanz: Der Fokus auf die Erstattungsfähigkeit bremse Innovationen und Investments.
Die Onkologie ist einer der innovativsten Bereiche in der Medizin. Um Therapieentscheidungen basierend auf dem letzten Stand der Wissenschaft zu treffen, könne die Digitalisierung helfen, schreibt der Managing Director bei Accenture, Boris Bogdan, in seinem Standpunkt.
Untersuchungen deuten darauf hin, dass selbst leichte COVID-19 Infektionen langfristige kardiovaskuläre Risiken mit sich bringen. Dies bedeutet, dass wir in Zukunft nicht nur mit der Möglichkeit einer Infektion, sondern auch mit längerfristigen gesundheitlichen Folgen daraus leben müssen.
Was vor zehn Jahren die Gentherapie und vor fünf Jahren die mRNA-Technologie als Gamechanger in der Gesundheitsversorgung waren, sind aktuell die digitalen Medical Devices, schreibt Juan Rigall im Standpunkt. Digitale Geräte würden mittlerweile in vielen Fällen sogar bessere Therapieerfolge als klassische Arzneimittel erzielen, meint der Managing Director bei Santiago Advisors. Die Pharmaindustrie stehe also vor einem bedeutenden Strukturwandel.
Datenschutz und Datennutzung müssen auch in Abwägung zu anderen Grundrechten und Risiken der Nicht-Nutzung betrachtet werden. Dabei müssen sie nicht konträr zueinanderstehen. Lösung und Chance bieten beispielsweise auf Basis von realen Daten erzeugte synthetische, KI-generierte Datensätze.
Die allgemeine Impfpflicht in Deutschland ist gescheitert. Heinz-Jörn Moriske vom Umweltbundesamt analysiert in seinem Standpunkt die Folgen für Schulen, Kitas und Kultureinrichtungen und erklärt, warum die Situation ganz anders sein wird als in den vorherigen Pandemie-Wintern.
Im Standpunkt erklärt Hans-Peter Selmaier, Facharzt für Psychosomatische Medizin, Psychotherapie und Psychoanalyse sowie für Innere Medizin, wieso ein Krieg mitten in Europa für den Einzelnen nicht zu verstehen ist, wieso Verdrängung und Verleugnung nicht mehr funktionieren und was passiert, wenn die eigene Abwehr versagt und was dagegen getan werden kann.
Medizinalcannabis sollte als gleichberechtigte Therapieoption sichtbarer werden, schreibt der Cansativa-Geschäftsführer Jakob Sons in seinem Standpunkt. Man müsse verhindern, dass sich Patienten zu einer Selbsttherapie gezwungen sehen, weil ihnen der Zugang zu einer kassenfinanzierten medizinischen Therapie zu aufwändig erscheint.
Apotheker:innen müssen sich bei ihren Geschäftsmodellen stark umstellen und verschiedene Einkommensströme parallel managen, meint Pascal Lauscher. Dazu gehöre es auch, die Fachkompetenz besser zu vermarkten, so der Co-Founder von Appoco. Dabei verfügten Apotheken über einen unschätzbaren Vorteil, den der Einzelhandel so nicht habe: Vertrauen.