Das Bundesarbeitsministerium und die zuständigen Behörden müssen sofort die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die Arbeitsbedingungen in Pflegeunternehmen und Leiharbeitsfirmen vergleichbar sind. Pflege ist und bleibt eine kollektive Arbeitsform, bei der sich nicht Einzelne „die Rosinen“ herauspicken können. Wenn es Veränderungen bei den Arbeits(zeit)strukturen geben muss, dann sollen auch alle in der Pflege Beschäftigten daran partizipieren dürfen, schreibt Helmut Wallrafen im Standpunkt.
Wie ein Fußballspiel aussehen würde, das nach den Regeln der Digitalisierung im Gesundheitswesen gespielt wird, macht Oliver Bruzek von der Coalition Consulting deutlich, die etwa die CompuGroup Medical (CGM) berät. Der Trainer hat keine Strategie und jeder will ein Tor schießen, meint Bruzek und plädiert für eine neue Mannschaftsaufstellung.
Wir befinden uns auf einem guten Weg, HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten nachhaltig einzudämmen. Oder? Die CDU-Politikerin Diana Stöcker hat eine Bestandsaufnahme gemacht. Das traurige Fazit: Deutschland droht seine selbst gesetzten Ziele im Kampf gegen HIV und Hepatitis zu verfehlen.
Nie zuvor waren niedergelassene Apotheken stärker bedroht: 80 Prozent des Umsatzes mit Arzneimitteln entfallen auf rezeptpflichtige Medikamente – und mit der Einführung des E-Rezepts dürfte sich ein großer Teil davon ins Internet verlagern. Doch statt mit innovativen Ideen auf den Wandel zu reagieren, vertrauen Apotheken weiterhin auf ihre vermeintlich hohe Beratungsqualität. Das wird sie die Existenz kosten, meint Ralf Däinghaus im Standpunkt.
Ganz grundsätzlich ist der Nachholbedarf in der Gesellschaft an einer Auseinandersetzung mit unserem Leben im Alter und mit dem Tod sehr groß, schreibt Helmut Kneppe, Vorstandsvorsitzender des Kuratoriums Deutsche Altershilfe, im Standpunkt. Der Gesetzgeber habe zudem die schwierige Aufgabe, zu definieren, wann Selbstbestimmtheit im Zusammenhang mit dem Sterben gegeben sei, beziehungsweise wann sie nicht mehr gegeben sei und was sie beeinträchtigen könne.
Eine grundlegende Reform im Bereich ambulanter Operationen ist aufwändig, für Patientinnen und Patienten, Leistungserbringer und das deutsche Gesundheitssystem insgesamt dringend geboten. Doch der von Minister Lauterbach nun skizzierte Weg ist ein fragwürdiger Ansatz, schreibt die Gesundheitsökonomin Silke Arnegger in ihrem Standpunkt.
Andreas Bogusch, CEO des Telemedizin-Anbieters Medgate, fordert in seinem Standpunkt Leistungserbringer, die auf Digitalisierung spezialisiert sind. Diese seien eine Ergänzung und vor allem Entlastung für den klassischen Arzt.
Am Freitag geht die Weltklimakonferenz in Scharm-asch-Schaich zu Ende. Anlass für Martin Herrmann, eindringlich vor den globalen Gesundheitsfolgen der Klimakrise zu warnen. Der Autor ist Arzt und Chef der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG), eines Zusammenschlusses von Menschen aus Gesundheitsberufen. Er vergleicht die moderne Abhängigkeit von fossilen Energien mit einer Suchterkrankung. Die Therapie der Betroffenen, schreibt er, sei „das größte Gesundheitsprojekt unserer Zeit“.
Nach wie vor hängt die Digitalisierung in Teilen des Gesundheitswesens hierzulande hinterher. Dabei wären digitale Lösungen sowohl für Pflegepersonal als auch Patient:innen dringlich geboten – gerade jetzt. Uwe Pranghofer, Head of Healthcare Business bei Avaya, erklärt, wie ein umfassendes Verständnis der Patient Journey dabei hilft, Lücken und Nachholbedarf aufzudecken, um für Besserung zu sorgen.
Die Inflation und der Ukraine-Krieg sorgen dafür, dass das Investitionsklima in Deutschland schlechter wird. Das gilt zum Teil auch für das Gesundheitswesen, wie es die Zahlen des halbjährlich erscheinenden Healthcare Investments and Exit Reports der Silicon Valley Bank zeigen. Aber eben nicht nur.
Mit den Gesundheitskiosken soll die sektorenübergreifende Versorgung ein großes Stück vorangebracht. Aber ist dieser Weg der einzig richtige? Andrea Galle, Vorständin der BKK VBU, hat da ihre Zweifel.
Generika erbringen mindestens 95 Prozent des pharmakologischen Basisnutzens. Nun drohten jedoch massive Versorgungsengpässe, weil Hersteller die Produktion einstellen, schreibt Jobst Landgrebe, Managing Director der Beratungsfirma Cognotekt, im Standpunkt. Aufgrund von Festpreisen und Rabattverträgen könnten die Hersteller ihre gestiegenen Kosten nicht weitergeben.
Wie kann den Praxen der Sprung ins digitale Zeitalter erleichtert werden?, fragt Ilias Tsimpoulis, Chief Medical Officer von Doctolib, im heutigen Standpunkt. Er fordert ein Praxiszukunftsgesetz und sieht eine große Chance im anstehenden Generationenwechsel der Ärztinnen und Ärzte.
Pflegenotstand, Finanzlücken, digitale Defizite, Investitionsstau in der medizinischen Infrastruktur: Die Gründe für den zunehmend kritischen Zustand unseres Gesundheitssystems seien zwar vielfältig, meint der Krankenhausmanager Jochen A. Werner im Standpunkt, die Therapieoptionen aber eigentlich klar. Die Behandlung müsse nur schnell eingeleitet werden. Im anderen Fall drohe die Intensivstation, wenn nicht gar ein Kollaps der Krankenversorgung.
Die E-Health-Branche bemängelt, dass sich die Ärzt:innen beim Verschreiben von Digitalen Gesundheitsanwendungen zu stark zurückhalten. Doch mit Forderungen werde sich wenig daran ändern, meint die Neurologin Sabine Stallforth. Stattdessen sollten die Hersteller Anreize schaffen, die sich an der beruflichen Realität der Verschreibenden orientieren.
„Ist unser Gesundheitssystem digital, sozial und gerecht?“, fragt Philip Heimann, Geschäftsführer und Mitgründer der Vivira Health Lab GmbH, in seinem heutigen Standpunkt und zeigt auf, wo das Gesundheitssystem an Unterversorgung leidet. DiGA können hier Abhilfe schaffen, meint er.
Der deutsche DiGA-Markt hat begonnen sich zu etablieren. Während die ersten Anwendungen bereits wieder aus dem BfArM-Verzeichnis gestrichen worden sind, beginnt für andere Hersteller nun die Zeit, Marketing in den Blick zu nehmen und Kooperationen zu schließen. Florian Koerber, Head of Start-up Relations bei Flying Health, gibt einen Ausblick auf die DiGA-Landschaft der Zukunft.
Durch die Veränderungen im AMNOG, die mit dem GKV-Finanzstabilisierungsgesetz in Kraft treten, werden Schrittinnovationen systematisch abgewertet und damit der Therapiefortschritt gefährdet, schreibt Petra Moroni-Zentgraf, Medical Director bei Boehringer Ingelheim, in ihrem Standpunkt.
Seit Jahrzehnten verspricht die Politik, das Pflegepersonalproblem in Kliniken lösen zu wollen – aktuell mit dem Krankenhauspflegeentlastungsgesetz. Mechtild Schmedders leitet beim GKV-Spitzenverband das Referat Krankenhauspersonal/Qualitätssicherung: Im Standpunkt erklärt sie, was aus Sicht der Kassen aus der Vergangenheit zu lernen ist für eine bedarfsgerechte und transparente Personalplanung.
Krankenhausinfektionen kosten Tausenden Menschen jährlich das Leben. Diesen nosokomialen Infektionen kann man aktiv mit professionellen digitalen Hygienesystemen entgegenwirken, schreibt Hans Georg Hagleitner in seinem Standpunkt und setzt sich für innovative Hygieneprodukte und -systeme ein.
Sport und Rehasport müssten nach der Corona-Pandemie viel mehr in den Fokus des Gesundheitswesens gestellt werden, fordert der SPD-Abgeordnete und Arzt Herbert Wollmann. Ende September fand nun erstmals in der Geschichte des Deutschen Bundestages eine gemeinsame Sitzung des Gesundheits- und Sportausschusses statt.
Die Gender-Pay-Gap ist allgegenwärtig, dabei können wir uns dies gar nicht (mehr) leisten. Die pharmazeutische Industrie hat seit 2007 mit einer annähernden Halbierung des Lohnunterschieds auf nun zwölf Prozent eine jetzt deutlich ausgeglichenere Bezahlung erreicht. Doch das reicht nicht aus.
In der Krise muss der Bund die gesetzliche Krankenversicherung viel entschlossener stützen, fordert CDU-Gesundheitspolitiker Tino Sorge. Schließlich wirken die Schockwellen der Konjunktur- und Energiekrise tief in die Strukturen des Gesundheitswesens hinein.
Ausgebrannte Ärzte, gefährdete Patienten, ein falsches Finanzierungssystem: Die Krankenhäuser in Deutschland benötigen weitreichende Reformen. Helfen könnte zum Beispiel eine Vorhalte-Finanzierung und ein fester Arzt-Patienten-Schlüssel, meint der Grünen-Abgeordnete Johannes Wagner. Dass Berliner Mediziner heute zum Streik aufrufen, damit politisch endlich Tempo gemacht wird, kann er als ehemaliger Klinikarzt gut verstehen.
Apotheken bergen großes Potenzial für die digitale Transformation der Gesundheitsversorgung. Davon sind Anne Sophie Geier und Meike Appelrath überzeugt. Im Standpunkt erklären sie, wieso in der Apotheke zum Beispiel eine unabhängige Beratung zu Medizinprodukten wie den digitalen Gesundheitsanwendungen stattfinden könnte. Ein Positivbeispiel der Digitalisierung habe das digitale Impfzertifikat bereits geliefert.
Während das VideoIdent-Verfahren der Gematik bei zahlreichen Akteuren der Gesundheitsbranche für Ärger gesorgt hat, atmet Thomas Hampf auf. Der Schritt zu sicheren Identifizierungsverfahren sei längst überfällig, wie er in seinem Standpunkt erklärt.
Die Digitalisierung birgt für die Ausgestaltung des Gesundheitswesens ein riesiges Potenzial, geht aber trotzdem nur schleppend voran. Dass es es sich lohnen würde, aufs Gaspedal zu treten, zeige das Beispiel der „Onkopti-Datenbank“, die die Behandlung von Krebspatienten verbessern soll – meint Rolf von Lengen, der hinter dem Fraunhofer-Projekt steht und es hier skizziert.
Im deutschen Erstattungsrecht würde mit dem geplanten GKV-Finanzierungsgesetz alles durcheinandergewirbelt und es entstünden unvorhergesehene Wechselwirkungen zwischen den Regelungen. Klar ist, dass dies zu Marktrücknahmen oder zum Unterlassen der Markteinführung von neuen Arzneimitteln führen wird, schreibt vfa-Präsident Han Steutel.
Deutschland ist gut darin, für aufgekommene Probleme schnelle Lösungen zu präsentieren – die dann aber separat aufgesetzt, durch den Beitragszahler finanziert und deren Angebote aber häufig nicht bekannt sind und viel zu selten genutzt werden. Im Standpunkt spricht sich Anke Schlieker vom PKV-Verband unter anderem dafür aus, bestehende Angebote in kommunalen Strukturen vor Ort bei den Gesundheitsämtern zusammenzuführen.
Heiko Mania ist Vorstandsmitglied beim Bundesverband Gesundheits-IT und schreibt in seinem Standpunkt, warum die PPR 2.0 eine digitale Umsetzung braucht. Sollten die Instrumente auf Papier eingeführt werden, wäre dies nicht nur ein erheblicher zeitlicher Mehraufwand für die Pflegefachleute, sondern auch die Dokumentationsqualität würde erfahrungsgemäß darunter leiden.
Patient:innen müssen offener für neue Technologien sein, sagt Eckhardt Weber, Geschäftsführer von VC Heal Capital. Denn um amerikanischen oder chinesischen Tech-Giganten im Gesundheitsmarkt mit europäischen Lösungen die Stirn bieten zu können, müssen die Lösungen akzeptiert werden und die Politik Bürokratie abbauen.
Digitale Gesundheitsplattformen (DHPs) werden Pflege und Versorgung im europäischen Gesundheitssystem nachhaltig verändern. Die Entscheidungsträger stehen vor der Wahl, ob sie an der Lösung mitarbeiten oder das Feld Unternehmen wie Amazon überlassen wollen.
Bei einer Rheumaerkrankung sind eine frühe Diagnose und ein schneller Behandlungsstart entscheidend für den Therapieerfolg. Allerdings führen Kapazitätsengpässe regional zu unterschiedlich langen Wartezeiten für den rheumatologischen Erstabklärungstermin. Was jetzt zu tun ist, schreibt Andreas Krause in seinem Standpunkt.
Der Globale Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria (GFATM) finanziert bereits seit 20 Jahren erfolgreich Maßnahmen gegen diese drei Krankheiten. Vieles spricht dafür, sein Mandat auszuweiten. Dabei sollte es weniger darum gehen, auf einzelne Krankheiten zu fokussieren, sondern vielmehr um den Aufbau einer flächendeckenden Gesundheitsversorgung, die alle erreicht, schreibt Jan-Thilo Klimisch von der Christoffel-Blindenmission.
Namhafte Firmen in Deutschland geben heute Chargen an Pharmazeutika frei, ohne irgendwelche Sicherheitsmechanismen im Bereich Computersystem-Validierung oder gar Labormethoden-Validierung implementiert zu haben. Nötig ist eine neue Generation an Inspekteuren im Bereich Good Manufacturing Practices.
Die Rolle investorenfinanzierter Medizinischer Versorgungszentren (MVZ) in der vertragsärztlichen Versorgung ist seit Jahren ein wiederkehrendes Thema in der deutschen Gesundheitspolitik. In der Diskussion werden die Vorteile von MVZ-Gruppen – sowohl allgemein, als auch investorenfinanziert – bislang kaum thematisiert. Dabei haben MVZ-Gruppen das Potential, die Herausforderungen in der ambulanten Versorgung besser zu bewältigen, als andere Praxisorganisationsformen.
Die Konsequenzen des Klimawandels sind ernst und machen sich im Gesundheitssystem schon jetzt bemerkbar. Entscheider:innen und Behandelnde wissen aber oft nicht, wo sie anfangen sollen. Wie man aus der Verdrängung oder Überforderung heraus kommt und politische Strategien entwickelt, kann man aus der Psychologie lernen.
Die Tariftreueregelungen führen in der Pflege zu Personalkostensteigerungen von bis zu 35 Prozent. Jedem der Verantwortlichen in den Ministerien (Bund und Länder), den Pflegekassen und der Politik muss klar sein, dass dies kein Pflegedienst und kein Pflegeheim ohne eine entsprechende Refinanzierung bezahlen kann.
Seit Jahrzehnten steht es schlecht um die deutsche Pflege. Hunderttausende Fachkräfte fehlen bereits, die Zahl der Berufsaussteiger ist unverändert hoch. Kaum verwunderlich bei gleichbleibend miserablen Arbeitsbedingungen in weiten Teilen der Branche – Grund zur Verwunderung gibt vielmehr, dass kaum etwas dagegen unternommen wird.
Weil die solidarische Bürgerversicherung in dieser Legislatur ausbleiben wird, müssten zumindest Beitragsbemessungsgrenze und Versicherungspflichtgrenze deutlich angehoben werden. Damit könnte die soziale Benachteiligung weiter Bevölkerungsteile ein Stück weit aufgefangen werden, meinen Michael Janßen und Felix Ahls, Vorstandsmitglieder des Vereins demokratischer Ärzt:innen.
Wer sich nach dem Diagnose-Schock in die Krebsbehandlung eingebunden fühlt und selbst aktiv am Therapieprozess teilnimmt, findet leichter den eigenen Weg im Umgang mit der Erkrankung. Patientenpartizipation ist ein Prozess, der für beide Seiten wichtig ist: die Behandelten und die Behandler:innen. Denn informierte, motivierte Menschen zeigen eine höhere Adhärenz, erklärt Claudia Poguntke von Mika in ihrem Standpunkt.
Im Oktober wird eine Vorschrift wieder in Kraft treten, die Berliner Krankenhäusern die Auftragsverarbeitung medizinischer Daten verbietet. Damit droht den Kliniken der Ausschluss von der Beteiligung an bundesweiten und internationalen Forschungsvorhaben. Zwei Lösungsvorschläge liegen dem Abgeordnetenhaus vor. Aber sie sind halbherzig und zu bürokratisch, meint Christian Dierks.
Nachdem es Deutschland im Verlauf des ersten Pandemiejahres gelungen war, eigene Produktionslinien für Schutzmasken und anderes medizinisches Equipment zu etablieren, droht vielen Betrieben inzwischen wieder das Aus. Eine strategische Kapazität, die über die Verauktionierung von Subventionen aufgebaut wird, ist nötig, meint Sebastian Moritz.
Die Finanzierungslücke im deutschen Gesundheitssystem wird immer größer. Der aktuelle Entwurf zum GKV-Finanzstabilisierungsgesetz wird dies nicht ändern. Im Gegenteil: „Ohne grundlegende Reformen wird das System auf lange Sicht nicht mehr funktionsfähig sein“, sagt Matthias Becker, Managing Director & Senior Partner bei der Strategieberatung Boston Consulting Group.
Die vergangenen Jahre sind auch an der Arbeitswelt nicht spurlos vorbeigegangen: Geprägt durch die Pandemie machten sich Unsicherheit am Arbeitsplatz, Unverbundenheit durch das Home Office und – allem voran – Probleme mit der mentalen Gesundheit breit. Wie psychischen Erkrankungen präventiv begegnet werden kann, erklärt Kimberly Breuer von Likeminded im Standpunkt.
Daten bilden die Grundlage einer modernen evidenzbasierten Medizin. Damit die Nutzung von Gesundheitsdaten in Deutschland endlich Fahrt aufnehmen kann, bedarf es der Klärung ethischer Fragen. Warum hierfür ein inklusiver gesellschaftlicher und politischer Prozess notwendig ist, erklärt Annerose Nisser vom VDI Technologiezentrum.
Eine Krebs-Diagnose bedeutet einen gravierenden Einschnitt in die gesamte Zukunftsplanung aller Menschen. Doch gerade wenn die Betroffenen noch jung sind, reichen die Probleme weit über medizinische Fragen hinaus. In Deutschland gibt es hier auf viele Fragen noch viel zu wenige Antworten.
Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland sollte nach der geplanten Neuaufstellung drei zentrale Anforderungen erfüllen, schreibt Michaela Schröder, Geschäftsbereichsleiterin Verbraucherpolitik beim Verbraucherzentrale Bundesverband. Im Standpunkt erklärt sie, wie die Punkte – darunter die finanzielle Unabhängigkeit – sichergestellt werden könnten.
Die Infrastruktur des Pharma-Großhandels ist im doppelten Sinne „kritisch“, sagt André Blümel, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands des pharmazeutischen Großhandels PHAGRO, im Standpunkt. Denn das klassische Pharma-Großhandelsgeschäft sei schon seit längerem nicht mehr ausreichend gesetzlich finanziert.
Vor den Reformen zur Stabilisierung der gesetzlichen Krankenversicherung verteidigt Grünen-Fraktionsvize Maria Klein-Schmeink die vorgesehene Erhöhung der Kassenbeiträge. Aus Gerechtigkeitsgründen plädiert sie aber auch für eine stärkere Belastung von besser Verdienenden und – um ihnen den Wechsel zur PKV zu erschweren – für eine höhere Versicherungspflichtgrenze.
Felix Anrich erklärt im Standpunkt, weshalb die betriebliche Krankenversicherung in den meisten Unternehmen nicht den gewünschten Effekt haben wird – obwohl immer mehr Arbeitgeber eine solche Versicherung anbieten.
Gestern fand die mündliche Anhörung zum GKV-Finanzstabilisierungsgesetz statt. Roche-Vorstand Hagen Pfundner kritisiert die kurzfristig wirkenden Ad-hoc-Maßnahmen, die Deutschland Arbeitsplätze und Investitionen kosten würden. Es müsste viel mehr diskutiert werden, doch Gesundheitsminister Lauterbach verwehre sich dem konstruktiven Dialog.
Mehr gesetzlich versicherte Menschen sollten von dem Präventionsbudget erfahren, das ihnen Jahr für Jahr zur Verfügung steht und mit dem sie an ein bis zwei Kursen pro Jahr teilnehmen könnten. Aufklärung braucht es vor allem über bestehende ZPP zertifizierte Präventionsangebote. Aktuell bleiben sieben Milliarden Euro jährlich ungenutzt.
Im Namen des Berufsverbandes der Frauenärzte nimmt Axel Valet im heutigen Standpunkt zu den Plänen der Krankenhauskommission, die Fallpauschalen in der Geburtshilfe zu ergänzen, Stellung. Der Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe aus dem Raum Gießen-Marburg hat über viele Jahre in einer Klinik als Geburtshelfer gearbeitet, die aber Ende dieses Jahres geschlossen werden muss.
Für die individuelle Behandlung von Patient:innen könnte die Digitalisierung einen großen Mehrwert bieten, schreibt Gerald Huber in seinem Standpunkt. Er fordert eine zügigere Modernisierung des Gesundheitswesens, um mehr Sicherheit und eine bessere Behandlung für Patient:innen zu bieten.
Frauen sind anders krank als Männer. Deshalb ist in der Medizin „der kleine Unterschied“ manchmal ein großer. Wie die Gendermedizin bei Diagnose und Therapie stärker auf die Unterschiede von Frauen und Männern eingehen will, erklärt Petra Thürmann in ihrem Standpunkt.
Der Pflegenotstand kommt nicht von ungefähr. In keiner Branche werden neue Arbeitsweisen und Führungsinnovationen dringender gebraucht. Der New Work-Ansatz bietet wertvolle Ansätze, um Personal für den Pflegeberuf zurückzugewinnen, sagt Katrin Alberding, Co-Gründerin des Healthtech-Startups kenbi.
Private Krankenversicherungen treten mit ihren digitalen Services auf der Stelle. Sie müssen sich entscheiden, ob sie künftig als reine Kostenträger oder digitale Gesundheitspartner der Versicherten wahrgenommen werden wollen, schreibt Unternehmensberater Markus Heyen.
Besonders viele Menschen werden im südlichen Sachsen-Anhalt ambulant betreut – die Nachfrage nach innovativen Pflege- und Gesundheitslösungen ist hier besonders hoch. Patrick Jahn, Projektleiter der „Translationsregion für digitalisierte Gesundheitsversorgung“ (TDG), erklärt in seinem Standpunkt, wie dem Strukturwandel mit Digitalisierung begegnet werden kann.
Der Koalitionsvertrag sieht im Rahmen der Krankenhausreform die Implementierung differenzierter Versorgungsstufen vor. Im Standpunkt macht Nils Dehne, Geschäftsführer der Allianz Kommunaler Großkrankenhäuser (AKG), Vorschläge zu einem Stufenmodell und zu konkreten Umsetzungsschritten.
Die Öffentlichkeit beschäftigt sich vermehrt mit mentaler Gesundheit und auch der Koalitionsvertrag räumt dem Thema einen höheren Stellenwert ein. Passiert ist bislang jedoch nicht viel, sodass die Wartezeiten auf eine Psychotherapie immer noch sehr lang sind.
Caritaspräsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa und Annika Wolter, Geschäftsführerin des St. Franziskus Hospitals in Münster, erklären, wie die Sozialbranche ihren Beitrag zur Eindämmung der Klimakrise leisten kann. Erfolge könnten schon viele vorgezeigt werden. Aber kurzfristige Projekte seien keine Lösung. Klimafreundlichkeit und Nachhaltigkeit benötigten stattdessen kontinuierliche Investitionsanstrengungen, schreiben sie.
Auch der dritte Gesetzentwurf aus dem Haus von Gesundheitsminister Lauterbach zur Triage in der Pandemie überzeugt nicht, beklagt der Medizinrechtler Oliver Tolmein. Die Ex-Post-Triage werde zwar explizit ausgeschlossen. Zugleich aber ducke sich der Gesetzgeber weg und lasse offen, was ein – von ihm realistischerweise für denkbar gehaltener – Verstoß gegen seine Regelung strafrechtlich für Konsequenzen haben soll.
Strukturreform, Digitalisierung, Pflegenotstand – die Krankenhauslandschaft steht vor gewaltigen Herausforderungen. In seinem Gastbeitrag erläutert Jochen Werner, Vorstandsvorsitzender der Uniklinik Essen, wie diese Themen zusammenhängen und skizziert Wege in die Krankenhauslandschaft der Zukunft.
Damit Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) von Ärzt:innen und auch Patient:innen akzeptiert werden, braucht es vor allem Aufklärung, sagt Daniel Wiedemann, Geschäftsführer von DiGa info. In seinem Standpunkt erklärt er, welchen Mehrwert DiGA bieten können und warum es meist am Zugang zu Informationen scheitert.