Mit ihrer neuen KI-Verordnung will die Europäische Union die Risiken von Künstlicher Intelligenz einhegen. Doch Regulierung allein greift insbesondere bei generativer KI zu kurz, findet Sebastian Hallensleben. Der Leiter der Abteilung Digitalisierung und KI beim VDE und der Expertengruppe zu AI Risk & Accountability in der OECD sieht im digitalen Raum eine Vertrauenskrise auf uns zukommen, die mehr erfordert als Gesetze – und zwar neue Vertrauensökosysteme.
Seit Monaten kann sich die Bundesregierung nicht auf das Telekommunikations-Netzausbau-Beschleunigungsgesetz einigen. Breko-Präsident Norbert Westfal schreibt, wieso ein einziges Wort bei der Formulierung über dessen Erfolg oder Misserfolg entscheidet.
Der AI Act könnte ein Meilenstein sein – mit globalem Vorbildcharakter. Positive Veränderungen habe es im Text auch bei der Regulierung von Deepfakes gegeben, schreibt Mateusz Łabuz. Doch realistisch betrachtet werde die Verordung schädliche Deepfakes nicht stoppen.
Die EU-Kommission will mit dem Gigabit Infrastructure Act (GIA) den Ausbau in ganz Europa beschleunigen. Doch die Bundesregierung muss sich in den Verhandlungen dafür einsetzen, dass die Marktgegebenheiten und die Ausbausituation in Deutschland mehr Berücksichtigung finden, findet Anga-Geschäftsführerin Andrea Huber.
Der Umgang mit dem Bundesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit ist ein Skandal, findet der ehemalige Landesdatenschutzbeauftragte von Hamburg, Johannes Caspar. Denn der Umgang mit Ulrich Kelber hat auch einen Subtext für alle, die ihm nachfolgen werden. So hat die Politik dem wichtigen Amt des Transparenzhüters bereits jetzt geschadet. Besser wären nun offene Verfahren für die Nachbesetzung.
Künstliche Intelligenz birgt zahlreiche Gefahren für die Medienwelt – und damit auch für die Informationsbasis der demokratischen Gesellschaft. Dabei bietet die Technologie auch Chancen für Medien, glauben Ruth Meyer und Rupprecht Podszun. Und könnte Vertrauen und Informiertheit sogar stärken.
Seit dem Haushaltsurteil des Bundesverfassungsgerichts steht die mittelfristige Finanzplanung immer wieder im Zentrum der Kritik und zur Debatte. Peter Ganten und Thomas Köster von der Open Source Business Alliance beneiden die Bundesregierung nicht und sehen eine Chance in der Priorisierung von IT-Projekten der öffentlichen Verwaltung.
Die Politik schmiedet Allianzen für Transformation und agiert trotzdem viel zu zögerlich bei der grundlegenden Aufgabe, sich selbst zu transformieren, meint Stefan Heumann. Gestaltende Digitalpolitik würde bedeuten, die Digitalisierung mit zentralen gesellschaftlichen Fragen – von der staatlichen Leistungserbringung bis hin zur Gestaltung der Energiewende und der Verbesserung unseres Gesundheitssystems – zu verbinden. Dabei will die Agora Digitale Transformation helfen, schreibt ihr Leiter.
Wann liegen bei KI-Outputs Urheberrechtsverletzungen vor? Wie soll mit Doppelschöpfungen umgegangen werden, und wer haftet, KI-Betreiber oder KI-Nutzende? Jan Bernd Nordemann meint, dass sich die bisherigen Urheberrechtsregeln nicht einfach auf KI-Technologie übertragen lassen. Warum einiges dafür spricht, KI-Betreibern mehr Verantwortung zu übertragen und welches Haftungsrisiko KI-Nutzende bis dahin eingehen, schreibt der Urheber- und Medienfachanwalt im Standpunkt.
Taiwans Chipindustrie macht das Land auch für China so wichtig, dass eine harte Eskalation nach den morgigen taiwanesischen Parlamentswahlen unwahrscheinlich erscheint. Die Republik wird dennoch daran festhalten, die modernsten Chips nur in Taiwan herzustellen. Darauf muss sich der Westen einstellen.
Der Ärger über den ausgesetzten PIN-Rücksetzdienst ist berechtigt, muss aber dazu genutzt werden, um ernsthaft über die Zukunft digitaler Identitäten in Deutschland zu diskutieren, schreibt Clemens Schleupner von Bitkom. Denn diese sind kein kurzfristiges Projekt, sondern ein wesentlicher Teil der deutschen Infrastruktur.
Die Bundesregierung darf trotz des für sie kostspieligen Urteils der Karlsruher Verfassungrichter nicht beim Thema KI den Sparstift ansetzen, findet Christian Korff aus der Geschäftsführung von Cisco Deutschland. Im Standpunkt plädiert er für die Bestätigung zugesagter Fördermittel für KI-Projekte und fordert, dass der AI Act in Deutschland einheitlicher umgesetzt wird als die DSGVO.
Warum scheitert die Digitalisierung in Deutschland? Schuld sind auch jene, die seit Jahren am meisten für sie werben. Denn sie lenken erfolgreich von den eigentlichen Problemen ab, meint Torben Klausa von der Agora Digitale Transformation.
Beim Bund und den Ländern ist im IT-Planungsrat zum Jahreswechsel wenig Anlass, die Korken knallen zu lassen, glaubt Digitalisierungs-Expertin Lisa Steigertahl. Doch wer jetzt ein paar gute Vorsätze macht, könnte in diesem Jahr mehr glänzen als 2023. Ein paar gut gemeinte Anregungen.
Nach dem langen Warten auf eine zeitgemäße Plattformregulierung in der EU war auch das Digitale-Dienste-Gesetz (DDG) der Bundesregierung für manche eine Geduldsprobe. Obwohl die Deadline für die nationale Umsetzung des Digital Services Act im Februar 2024 von Deutschland wohl verfehlt wird, sieht Svea Windwehr von der Gesellschaft für Freiheitsrechte einige positive Änderungen im aktuellen Entwurf. Welche Punkte das sind und was sie nach wie vor kritisch sieht, schreibt sie im Standpunkt.
Um die Digitalisierung der Verwaltung voranzutreiben, braucht Deutschland eine moderne Cloudstrategie. Confidential Computing könnte dabei helfen, den gordischen Knoten zu zerschlagen, schreibt Felix Schuster von Edgeless Systems.
Der scheidende CIO Hessens und künftige Oberbürger von Rüsselsheim, Patrick Burghardt, blickt auf seine Arbeit für die Verwaltungsdigitalisierung zurück und stellt dar, welche Faktoren aus seiner Sicht erfolgsentscheidend sind.
Mit dem AI Act will die EU KI-Anwendungen sicherer machen. Offenbar werden mit der Verordnung aber auch industriepolitische Ziele verfolgt, meint Dominik Rehse vom ZEW mit Blick auf die Trilog-Einigung vom Wochenende.
Deloitte hat globale Trends bei der Digitalisierung des öffentlichen Sektors untersucht. Zusammenarbeit der Behörden und Ämter mit nicht-staatlichen Akteuren ist einer davon. Zu Recht, sagt Felix Dinnessen, Partner Public Sector bei Deloitte. Denn Innovationen gehen nur gemeinsam.
Mit ihrer Digital Identity Wallet will die EU die Souveränität Europas an einem neuralgischen Punkt stärken. Dazu verpflichtet sie sowohl Behörden als auch große Plattformen, die Wallet in ihren Prozessen zu akzeptieren. Doch wie die Kooperation zwischen Staat und Zahlungsdienstleistern aussehen soll, ist noch unklar, schreiben Christian Lange-Hausstein und Tim Kremer vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband .
Damit Künstliche Intelligenz und das immersive Internet in der Breite zum Einsatz kommen kann, muss sich die Internet-Infrastruktur in Deutschland weiterentwickeln. Das Internet, wie wir es heute kennen, werde den hohen Anforderungen an Performance, Resilienz und Sicherheit nicht mehr genügen, schreibt Ivo Ivanov, CEO des Internetknoten-Betreibers De-Cix im Standpunkt.
Mit dem Deutschlandpakt will der Kanzler das Land modernisieren. Dabei lohnt sich ein Blick auf Japans „Society 5.0“-Konzept, schreibt Niels Meinke von Mitsubishi Electric. Damit geht das Land Herausforderungen an, mit denen auch die Bundesrepublik zu kämpfen hat.
KI-Modelle wurden ohne Erlaubnis massenhaft mit geschützten Inhalten gefüttert. Im AI Act braucht es daher künftig Transparenzpflichten für die Trainingsdaten, fordert die deutsche Buchbranche. Die Bundesregierung soll daher den Selbstregulierungsansatz verwerfen.
Intakte Ökosysteme sind Klimaschützer und eine Lebensversicherung für den Menschen, schreibt Jutta Paulus, in ihrem Standpunkt zum Nature Restoration Law der EU. Es wird kommende Woche eine entscheidende Hürde im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments nehmen müssen.
Intakte Ökosysteme sind Klimaschützer und eine Lebensversicherung für den Menschen, schreibt Jutta Paulus in ihrem Standpunkt zum Nature Restoration Law der EU. Es wird kommende Woche eine entscheidende Hürde im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments nehmen müssen.
Mit der geplanten EU-Regulierung zu standardessenziellen Patenten (SEPs) sollen Hindernisse für Geschäfte mit den für Innovationen wichtigen Standardpatenten beseitigt werden. Dabei geht es vor allem darum, Transparenz herzustellen. Der Vorschlag der EU-Kommission sei dafür ein guter erster Aufschlag, schreibt Tiemo Wölken, Schattenberichterstatter der sozialdemokratischen Fraktion. Nun sei jedoch Augenmaß gefragt.
Ein Bündnis aus Deutschland und Frankreich setzt sich im Europäischen Rat dafür ein, die von der spanischen Ratspräsidentschaft vorgeschlagene Regulierung von Allzweck-KI-Modellen im AI Act zu verwässern. Damit würden sie europäischen Bürger:innen und dem KI-Standort aber einen Bärendienst erweisen, ist sich der kanadische KI-Experte Yoshua Bengio sicher.
Mit der aktuellen Novelle der eIDAS-Verordnung legt die Europäische Union einen regulatorischen Rahmen vor, der ein Meilenstein für die Vollendung des Europäischen Vertrauensraums und des Europäischen Binnenmarkts ist. Zudem werden neue Vertrauensdienste definiert. Nun geht es an die technische Umsetzung – diese wird die Mitgliedsstaaten und Unternehmen allerdings vor große Herausforderungen stellen, schreibt Kim Nguyen, Geschäftsführer der D-Trust.
Die EU will standardessenzielle Patente neu regulieren. Und das mit einem System, das von vielen Seiten kritisiert wird. Zu unausgegoren sei der Vorschlag, zu übereilt soll er – noch in dieser Legislaturperiode – durch die Instanzen getrieben werden. Das vorgeschlagene System könnte sogar die Wettbewerbsfähigkeit der EU gefährden, schreibt Gabriele Mohsler von Ericsson.
Die Relevanz von KI als Schlüsseltechnologie für die Bundeswehr wird trotz ChatGPT-Hype politisch bislang kaum diskutiert. Dabei ist in Anbetracht des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine die Bedeutung neuer Technologien für die Kriegsführung unverkennbar und hätte längst die gesellschaftliche Debatte erreichen müssen, meinen Elisabeth Hoffberger-Pippan und Vanessa Vohs.
Kommunen und ihre Daseinsvorsorge schaffen gesellschaftliche Ordnung, stärken den Zusammenhalt und machen krisenresilient. Doch in Zeiten der Digitalisierung ist auch eine digitale Daseinsvorsorge dringend notwendig, die speziell auf deutsche Städte zugeschnitten ist, sagen Jens Meier und Ingbert Liebing. Sonst verkommt Deutschland bald als ein digitales „Dritte-Welt-Land“, befürchten die Autoren.
Auch wenn der Mehrwert eines digitalen Euros auf ersten Blick vielleicht nicht gleich ersichtlich ist, bringt er viele Chancen mit sich: auf mehr Souveränität für europäische Anbieter und Bürgerinnen und Bürger. Dafür müssen allerdings noch ein paar Weichen gestellt werden, analysieren die Wissenschaftler Carola Westermeier und Marek Jessen aus dem Projekt „Geld als Datenträger“ am Zentrum Verantwortungsbewusste Digitalisierung, Darmstadt.
Fördert der Doppelausbau von Glasfasernetzen den Wettbewerb? Nein, schreibt Telekommunikations-Berater Karl-Heinz Neumann. Zwei konkurrierende Netzwerke bremsen den Ausbau und sind wirtschaftlich unrentabel.
Viele Nutzer:innen suchen nach einer Alternative zu Elon Musks Plattform X und setzen dabei auf das soziale Netzwerk Blue Sky. Wie bei Mastodon sind die Hoffnungen groß – zu Recht? Felix Sieker und Charlotte Freihse von der Bertelsmann-Stiftung analysieren im Standpunkt das Potenzial von Blue Sky.
Patientendaten, die Notärzten beim Betreten einer Wohnung zur Verfügung stehen, Arzt-Patient-Gespräche, die automatisch in das KIS transkribiert werden, IoT-Sensoren, die frühzeitig auf Gesundheitsveränderungen von Patienten hinweisen – die Cloud kann vieles ermöglichen. Doch unter Krankenhausleitern herrscht oft noch Skepsis, ob die Public Cloud wirklich Sicherheit bietet. Verbindliche Standards könnten Abhilfe schaffen, ist Markus Vogel, Chief Medical Information Officer bei Nuance überzeugt.
Seit Monaten ist der Doppelausbau von Glasfaser ein beherrschendes Thema, wenn es um digitale Infrastruktur geht. Laut einer Studie des WIK, die vergangene Woche veröffentlicht wurde, kann der Doppelausbau schädlich für den Glasfaserausbau in Deutschland sein. Doch die herangezogenen Modelle eignen sich gar nicht für die Berechnung, schreibt Justus Haucap, ehemaliger Vorsitzender der Monopolkommission.
Wenn Städte neue Wege gehen, das Teilen von Daten im öffentlichen Interesse durchzusetzen, können Innovationen im Sinne des Gemeinwohls entstehen. Essenziell ist es dann, die Erfahrungen mit anderen Kommunen zu teilen und das Wissen über solche Möglichkeiten weiterzugeben – und gleichzeitig verbleibende Hürden abzubauen, glauben Francesca Bria und Aline Blankertz.
Große Sprachmodelle, wie etwa ChatGPT, werden sich in Zukunft nahtlos in unzählige Prozesse einfügen. Wer die Modelle entwickelt und trainiert, beeinflusst, welche gesellschaftlichen Werte verankert sind. In die Entwicklung von Sprachmodellen zu investieren, ist daher essenziell für unsere Souveränität in Europa.
Mit dem nahenden Ende des Digitalpakts Schule kommen wichtige Richtungsentscheidungen auf die Bildungspolitik in Deutschland zu. Um auch im Sinne der Chancengerechtigkeit einen nachhaltigen Effekt zu erzielen, müssen künftige Fördermittel bestmöglich eingesetzt und Lock-in-Effekte bei digitalen Endgeräten vermieden werden, schreibt Olaf May, Corporate Vice President von Samsung Electronics in Deutschland.
Der Countdown läuft: die Trilogverhandlungen zum AI Act stehen kurz vor dem Abschluss, Ziel ist eine Einigung im Dezember. Trotz des Endspurts bleiben entscheidende Fragen zur Regulierung generativer KI ungeklärt. Europa darf nicht riskieren, sich durch die weltweit umfassendste KI-Regulierung selbst abzuhängen, warnt Susanne Dehmel vom Bitkom.
Die Vereinbarung zwischen den Hollywood-Studios und der Writers' Guild schafft einen Präzedenzfall für den Schutz der menschlichen Kreativität im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. Warum sie die Grundlage für eine völlig veränderte Datenwirtschaft bilden könnte, die die individuellen Rechte an unseren digitalen Persönlichkeiten anerkennt, schreibt Olaf Groth von der UC Berkeley Haas School of Business.
Künstliche Intelligenz hat das Potenzial, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft tiefgreifend zu verändern – doch das geht nur mit der richtigen Regulierung. Warum diese sich auf praktisch relevante Risiken konzentrieren soll, schreibt Wolfgang Dierker von Microsoft.
Mit dem Aufkommen von generativen KI-Tools wie ChatGPT erfährt Legal Tech eine Transformation. Vor dem praktischen Einsatz stehen jedoch noch einige Hürden, schreibt Oliver Belitz von der Anwaltssozietät Bird & Bird.
Eigentlich hatte die Bundesregierung das Ziel, ihr Digitale-Dienste-Gesetz gestern im Kabinett zu beschließen und so die deutsche Umsetzung des Digital Services Act auf den Weg zu bringen. Dass der Termin nun geplatzt ist, sieht Lina Ehrig vom Verbraucherzentrale Bundesverband als Gefahr für die Deadline im kommenden Jahr. Sie fordert zum Wohl der Nutzenden ein Ende des Zuständigkeitsgerangels.
Die Verhandlungen zum AI Act sind auf der Zielgeraden. Doch wenn die Umsetzung der KI-Verordnung in den EU-Mitgliedstaaten Erfolg haben soll, muss noch einiges geregelt werden, meint Sarah Zech von der Allianz SE. Etwa, wie Entwickler von Foundation Models in die Pflicht genommen werden und wie die Behördenstruktur aussehen soll. Auch für Unternehmen werde es höchste Zeit, die Umsetzung vorzubereiten.
„Daten sind das neue Öl“ – diese Fehlannahme leitet die europäische Digitalpolitik auf Abwege. Anselm Küsters vom Centrum für Europäische Politik (cep) beleuchtet, warum Daten nicht mehr der primäre Engpass für europäische Unternehmen sind und fordert, dass die EU ihre Prioritäten überdenken sollte.
Bei den Verhandlungen zum AI Act darf die Bundesregierung ein Verbot biometrischer Echtzeitüberwachung im öffentlichen Raum nicht aus verhandlungstaktischen Gründen aufgeben, fordern die Europaabgeordneten Sergey Lagodinsky (Bündnis 90/Die Grünen) und Svenja Hahn (FDP).
Künstliche Intelligenz (KI) bietet eine Vielzahl von neuen Chancen für die digitalisierte Gesellschaft. Aber inwieweit ist eine Kontrolle und eine Regulierung möglich? Kevin Bocek schreibt über die Möglichkeiten, KI-Modelle mit Identitäten zu versehen und über die daraus resultierenden Möglichkeiten der Kontrolle.
Der Bedarf an KI-Anwendungen steigt rasant – und damit auch der Ressourcenverbrauch für Entwicklung und Nutzung der Technologie. Höchste Zeit, für mehr Nachhaltigkeit zu sorgen, schreibt daher Philipp Hacker von der Europa-Universität Viadrina. Der Rechtswissenschaftler präsentiert vier konkrete Vorschläge.
Das Zukunftsfinanzierungsgesetz ist der zweite Anlauf, um die Bedingungen für Mitarbeiterbeteiligungen attraktiv zu machen. Nun kommt es auf einige Punkte an, damit die gute Vorlage nicht ins Leere läuft, schreiben Christoph Stresing vom Start-up-Verband und Matthias Scheifele von Hengeler Mueller.
Aktuell arbeiten zwei private Normierungsorganisationen an der Übersetzung der Regeln des AI Acts in technische Standards. Der Auftrag der EU-Kommission sei aber zu schwammig formuliert und die Zivilgesellschaft habe zu wenig Einfluss, kritisieren Matthieu Binder und Michael Puntschuh vom Zentrum für vertrauenswürdige Künstliche Intelligenz im Standpunkt. Das könne dazu führen, dass sich vor allem Industrieinteressen durchsetzen oder dass die Standards am Ende nicht praxistauglich sind.
Das erforderliche Wissen, wie sich ihre Datenschätze bewerten und bepreisen lassen, fehlt KMU meist. Thomas Froese, Sprecher des Forschungsprojektes Future Data Assets, erklärt, wie Unternehmen die Verwertbarkeit ihrer Produktionsdaten für Big-Data-Projekte überprüfen und bestimmen können.
Beim Internet Governance Forum wird auch über das UN-Projekt „Global Digital Compact“ gesprochen, der zur weltweiten Leitlinie für ein gutes Internet werden soll. Doch die bisherige Einbindung der Zivilgesellschaft ließ zu wünschen übrig. Um dem selbst gesteckten Ziel eines freien und offenen digitalen Raumes gerecht zu werden, benötige es deutlich mehr und konkretere Aussagen im Bereich der digitalen Commons, meint Friederike von Franqué von Wikimedia Deutschland.
Die Verhandlungen über den europäischen AI Act sind auf der Zielgeraden. In allerletzter Minute haben die beiden federführenden deutschen Ministerien Organisationen der Zivilgesellschaft zu einem Austausch eingeladen. Damit sich dieses Gespräch nicht als Feigenblatt erweist, müssen BMWK und BMJ die Forderungen der NGOs ernst nehmen, meint Matthias Spielkamp von Algorithmwatch.
Deutschland hinkt beim Glasfaserausbau hinterher. Doch die aktuellen politischen Bemühungen beschränken sich fast ausschließlich darauf, die Kabel schneller unter die Erde zu kriegen, schreibt VATM-Geschäftsführer Frederic Ufer. Dabei verliere die Politik die Realitäten des Marktes aus den Augen – und hemme den Wettbewerb.
Medien sind nicht mit anderen Produkten und Dienstleistungen vergleichbar. Darum brauchen die Löschregeln des Digital Services Act mit Blick auf Medieninhalte dringend Nachbesserung, die der Artikel 17 des EU-Medienfreiheitsgesetzes liefern kann, schreibt Renate Dörr vom ZDF.
Künstliche Intelligenz (KI) birgt Gefahr für die Cybersicherheit, insbesondere im Hinblick auf Phishing-Mails und Deep-Fake-Stimmen, die genutzt werden, um Vertrauen zu missbrauchen. Die Demokratisierung von KI erhöht die Angriffsmöglichkeiten und erfordert daher erhöhte Wachsamkeit in der digitalen Welt, schreibt Thorsten Rosendahl von Cisco Talos.
Die Regierung entwickelt Pläne und Strategien, ernennt Beiräte – aber an der Umsetzung hapert es, beobachtet Fabian J. Fischer, CEO der Digitalberatung Etribes Group. Mit „Governmental Entrepreneurs“ könnte der Staat Abhilfe schaffen.
Angesichts enormer digitaler Herausforderungen wäre eine praxisorientierte BWL-Forschung enorm wichtig, argumentiert Christoph Seckler von der ESCP Business School. Doch statt zur Lösung realer Probleme beizutragen, werde ein zu starker Fokus auf erklärende Forschung gelegt. Der Wirtschaftsprofessor hat aber auch Positivbeispiele.
Digitalisierung und Kreislaufwirtschaft müssen gemeinsam gedacht werden. Digitale Produktpässe bieten einen starken Hebel. Damit dieser funktioniert, braucht es aber auch eine gute Daten-Governance von Seiten der Politik, meinen Stefanie M. Moser von der Friederich-Ebert-Stiftung und Nora Sophie Griefahn von der NGO C2C.
Die Europäische Kommission sendet mit neuer Finanzmarktregulierung und dem Vorschlag für den Digitalen Euro gleich mehrere starke Signale für mehr Wettbewerb und Innovation im europäischen Finanzsektor, insbesondere beim digitalen Bezahlen, meint Julia Kowalski von Stripe. So digital abgehängt, wie oft behauptet, sei Europa also gar nicht. Zukunftsfähigkeit und Innovation sollten bei den anstehenden Verhandlungen zentral bleiben, hofft sie.
Datentreuhänder gelten schon lange als Schlüssel, um die Datenwirtschaft in Gang zu bringen. Noch ist der Markt entsprechender Anbieter jedoch überschaubar. Maximilian Lindner und Sebastian Straub über den Status Quo und die Entwicklungsperspektiven von Datentreuhänderschaft.
Energie wird knapp. Die Digitalisierung unseres Alltags nimmt mit Streaming Services und Social Media zu: Um den Energieverbrauch in Rechenzentren zu senken, muss die Halbleiterindustrie beim Chipdesign neue Wege gehen, schreibt Matthew Foley von AMD im Standpunkt.
Nicht mehr als ein „Reförmchen“ nennt der Ex-Landesdatenschutzbeauftragte von Baden-Württemberg, Stefan Brink, die vorgeschlagenen Änderungen am Bundesdatenschutzgesetz: zaghaft dort, wo man mutig sein sollte – und mutig dort, wo Zurückhaltung klüger wäre.
Gescheiterte KI-Projekte sind ein Tabu-Thema in der Verwaltung. Dabei gibt es einen riesigen aber unsichtbaren KI-Friedhof. Warum man auch über Fehlschläge sprechen sollte und wie diese sich so früher vermeiden lassen, erklären Anita Klingel und Tobias Krafft von der PD.
Das Digitalministerium hat seine Pläne zur Umsetzung des Digital Services Act der EU in Deutschland vorgestellt: Die nationale Stelle für Plattformaufsicht soll bei der Bundesnetzagentur angesiedelt werden. Darüber hinaus sind viele Fragen weiter offen. Wie eine starke und verbraucher:innenfreundliche Plattformaufsicht aussehen kann, erläutert Julian Jaursch von der Stiftung Neue Verantwortung.