Patientendaten, die Notärzten beim Betreten einer Wohnung zur Verfügung stehen, Arzt-Patient-Gespräche, die automatisch in das KIS transkribiert werden, IoT-Sensoren, die frühzeitig auf Gesundheitsveränderungen von Patienten hinweisen – die Cloud kann vieles ermöglichen. Doch unter Krankenhausleitern herrscht oft noch Skepsis, ob die Public Cloud wirklich Sicherheit bietet. Verbindliche Standards könnten Abhilfe schaffen, ist Markus Vogel, Chief Medical Information Officer bei Nuance überzeugt.
Seit Monaten ist der Doppelausbau von Glasfaser ein beherrschendes Thema, wenn es um digitale Infrastruktur geht. Laut einer Studie des WIK, die vergangene Woche veröffentlicht wurde, kann der Doppelausbau schädlich für den Glasfaserausbau in Deutschland sein. Doch die herangezogenen Modelle eignen sich gar nicht für die Berechnung, schreibt Justus Haucap, ehemaliger Vorsitzender der Monopolkommission.
Wenn Städte neue Wege gehen, das Teilen von Daten im öffentlichen Interesse durchzusetzen, können Innovationen im Sinne des Gemeinwohls entstehen. Essenziell ist es dann, die Erfahrungen mit anderen Kommunen zu teilen und das Wissen über solche Möglichkeiten weiterzugeben – und gleichzeitig verbleibende Hürden abzubauen, glauben Francesca Bria und Aline Blankertz.
Große Sprachmodelle, wie etwa ChatGPT, werden sich in Zukunft nahtlos in unzählige Prozesse einfügen. Wer die Modelle entwickelt und trainiert, beeinflusst, welche gesellschaftlichen Werte verankert sind. In die Entwicklung von Sprachmodellen zu investieren, ist daher essenziell für unsere Souveränität in Europa.
Mit dem nahenden Ende des Digitalpakts Schule kommen wichtige Richtungsentscheidungen auf die Bildungspolitik in Deutschland zu. Um auch im Sinne der Chancengerechtigkeit einen nachhaltigen Effekt zu erzielen, müssen künftige Fördermittel bestmöglich eingesetzt und Lock-in-Effekte bei digitalen Endgeräten vermieden werden, schreibt Olaf May, Corporate Vice President von Samsung Electronics in Deutschland.
Der Countdown läuft: die Trilogverhandlungen zum AI Act stehen kurz vor dem Abschluss, Ziel ist eine Einigung im Dezember. Trotz des Endspurts bleiben entscheidende Fragen zur Regulierung generativer KI ungeklärt. Europa darf nicht riskieren, sich durch die weltweit umfassendste KI-Regulierung selbst abzuhängen, warnt Susanne Dehmel vom Bitkom.
Die Vereinbarung zwischen den Hollywood-Studios und der Writers' Guild schafft einen Präzedenzfall für den Schutz der menschlichen Kreativität im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. Warum sie die Grundlage für eine völlig veränderte Datenwirtschaft bilden könnte, die die individuellen Rechte an unseren digitalen Persönlichkeiten anerkennt, schreibt Olaf Groth von der UC Berkeley Haas School of Business.
Künstliche Intelligenz hat das Potenzial, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft tiefgreifend zu verändern – doch das geht nur mit der richtigen Regulierung. Warum diese sich auf praktisch relevante Risiken konzentrieren soll, schreibt Wolfgang Dierker von Microsoft.
Mit dem Aufkommen von generativen KI-Tools wie ChatGPT erfährt Legal Tech eine Transformation. Vor dem praktischen Einsatz stehen jedoch noch einige Hürden, schreibt Oliver Belitz von der Anwaltssozietät Bird & Bird.
Eigentlich hatte die Bundesregierung das Ziel, ihr Digitale-Dienste-Gesetz gestern im Kabinett zu beschließen und so die deutsche Umsetzung des Digital Services Act auf den Weg zu bringen. Dass der Termin nun geplatzt ist, sieht Lina Ehrig vom Verbraucherzentrale Bundesverband als Gefahr für die Deadline im kommenden Jahr. Sie fordert zum Wohl der Nutzenden ein Ende des Zuständigkeitsgerangels.
Die Verhandlungen zum AI Act sind auf der Zielgeraden. Doch wenn die Umsetzung der KI-Verordnung in den EU-Mitgliedstaaten Erfolg haben soll, muss noch einiges geregelt werden, meint Sarah Zech von der Allianz SE. Etwa, wie Entwickler von Foundation Models in die Pflicht genommen werden und wie die Behördenstruktur aussehen soll. Auch für Unternehmen werde es höchste Zeit, die Umsetzung vorzubereiten.
„Daten sind das neue Öl“ – diese Fehlannahme leitet die europäische Digitalpolitik auf Abwege. Anselm Küsters vom Centrum für Europäische Politik (cep) beleuchtet, warum Daten nicht mehr der primäre Engpass für europäische Unternehmen sind und fordert, dass die EU ihre Prioritäten überdenken sollte.
Bei den Verhandlungen zum AI Act darf die Bundesregierung ein Verbot biometrischer Echtzeitüberwachung im öffentlichen Raum nicht aus verhandlungstaktischen Gründen aufgeben, fordern die Europaabgeordneten Sergey Lagodinsky (Bündnis 90/Die Grünen) und Svenja Hahn (FDP).
Künstliche Intelligenz (KI) bietet eine Vielzahl von neuen Chancen für die digitalisierte Gesellschaft. Aber inwieweit ist eine Kontrolle und eine Regulierung möglich? Kevin Bocek schreibt über die Möglichkeiten, KI-Modelle mit Identitäten zu versehen und über die daraus resultierenden Möglichkeiten der Kontrolle.
Der Bedarf an KI-Anwendungen steigt rasant – und damit auch der Ressourcenverbrauch für Entwicklung und Nutzung der Technologie. Höchste Zeit, für mehr Nachhaltigkeit zu sorgen, schreibt daher Philipp Hacker von der Europa-Universität Viadrina. Der Rechtswissenschaftler präsentiert vier konkrete Vorschläge.
Das Zukunftsfinanzierungsgesetz ist der zweite Anlauf, um die Bedingungen für Mitarbeiterbeteiligungen attraktiv zu machen. Nun kommt es auf einige Punkte an, damit die gute Vorlage nicht ins Leere läuft, schreiben Christoph Stresing vom Start-up-Verband und Matthias Scheifele von Hengeler Mueller.
Aktuell arbeiten zwei private Normierungsorganisationen an der Übersetzung der Regeln des AI Acts in technische Standards. Der Auftrag der EU-Kommission sei aber zu schwammig formuliert und die Zivilgesellschaft habe zu wenig Einfluss, kritisieren Matthieu Binder und Michael Puntschuh vom Zentrum für vertrauenswürdige Künstliche Intelligenz im Standpunkt. Das könne dazu führen, dass sich vor allem Industrieinteressen durchsetzen oder dass die Standards am Ende nicht praxistauglich sind.
Das erforderliche Wissen, wie sich ihre Datenschätze bewerten und bepreisen lassen, fehlt KMU meist. Thomas Froese, Sprecher des Forschungsprojektes Future Data Assets, erklärt, wie Unternehmen die Verwertbarkeit ihrer Produktionsdaten für Big-Data-Projekte überprüfen und bestimmen können.
Beim Internet Governance Forum wird auch über das UN-Projekt „Global Digital Compact“ gesprochen, der zur weltweiten Leitlinie für ein gutes Internet werden soll. Doch die bisherige Einbindung der Zivilgesellschaft ließ zu wünschen übrig. Um dem selbst gesteckten Ziel eines freien und offenen digitalen Raumes gerecht zu werden, benötige es deutlich mehr und konkretere Aussagen im Bereich der digitalen Commons, meint Friederike von Franqué von Wikimedia Deutschland.
Die Verhandlungen über den europäischen AI Act sind auf der Zielgeraden. In allerletzter Minute haben die beiden federführenden deutschen Ministerien Organisationen der Zivilgesellschaft zu einem Austausch eingeladen. Damit sich dieses Gespräch nicht als Feigenblatt erweist, müssen BMWK und BMJ die Forderungen der NGOs ernst nehmen, meint Matthias Spielkamp von Algorithmwatch.
Deutschland hinkt beim Glasfaserausbau hinterher. Doch die aktuellen politischen Bemühungen beschränken sich fast ausschließlich darauf, die Kabel schneller unter die Erde zu kriegen, schreibt VATM-Geschäftsführer Frederic Ufer. Dabei verliere die Politik die Realitäten des Marktes aus den Augen – und hemme den Wettbewerb.
Medien sind nicht mit anderen Produkten und Dienstleistungen vergleichbar. Darum brauchen die Löschregeln des Digital Services Act mit Blick auf Medieninhalte dringend Nachbesserung, die der Artikel 17 des EU-Medienfreiheitsgesetzes liefern kann, schreibt Renate Dörr vom ZDF.
Künstliche Intelligenz (KI) birgt Gefahr für die Cybersicherheit, insbesondere im Hinblick auf Phishing-Mails und Deep-Fake-Stimmen, die genutzt werden, um Vertrauen zu missbrauchen. Die Demokratisierung von KI erhöht die Angriffsmöglichkeiten und erfordert daher erhöhte Wachsamkeit in der digitalen Welt, schreibt Thorsten Rosendahl von Cisco Talos.
Die Regierung entwickelt Pläne und Strategien, ernennt Beiräte – aber an der Umsetzung hapert es, beobachtet Fabian J. Fischer, CEO der Digitalberatung Etribes Group. Mit „Governmental Entrepreneurs“ könnte der Staat Abhilfe schaffen.
Angesichts enormer digitaler Herausforderungen wäre eine praxisorientierte BWL-Forschung enorm wichtig, argumentiert Christoph Seckler von der ESCP Business School. Doch statt zur Lösung realer Probleme beizutragen, werde ein zu starker Fokus auf erklärende Forschung gelegt. Der Wirtschaftsprofessor hat aber auch Positivbeispiele.
Digitalisierung und Kreislaufwirtschaft müssen gemeinsam gedacht werden. Digitale Produktpässe bieten einen starken Hebel. Damit dieser funktioniert, braucht es aber auch eine gute Daten-Governance von Seiten der Politik, meinen Stefanie M. Moser von der Friederich-Ebert-Stiftung und Nora Sophie Griefahn von der NGO C2C.
Die Europäische Kommission sendet mit neuer Finanzmarktregulierung und dem Vorschlag für den Digitalen Euro gleich mehrere starke Signale für mehr Wettbewerb und Innovation im europäischen Finanzsektor, insbesondere beim digitalen Bezahlen, meint Julia Kowalski von Stripe. So digital abgehängt, wie oft behauptet, sei Europa also gar nicht. Zukunftsfähigkeit und Innovation sollten bei den anstehenden Verhandlungen zentral bleiben, hofft sie.
Datentreuhänder gelten schon lange als Schlüssel, um die Datenwirtschaft in Gang zu bringen. Noch ist der Markt entsprechender Anbieter jedoch überschaubar. Maximilian Lindner und Sebastian Straub über den Status Quo und die Entwicklungsperspektiven von Datentreuhänderschaft.
Energie wird knapp. Die Digitalisierung unseres Alltags nimmt mit Streaming Services und Social Media zu: Um den Energieverbrauch in Rechenzentren zu senken, muss die Halbleiterindustrie beim Chipdesign neue Wege gehen, schreibt Matthew Foley von AMD im Standpunkt.
Nicht mehr als ein „Reförmchen“ nennt der Ex-Landesdatenschutzbeauftragte von Baden-Württemberg, Stefan Brink, die vorgeschlagenen Änderungen am Bundesdatenschutzgesetz: zaghaft dort, wo man mutig sein sollte – und mutig dort, wo Zurückhaltung klüger wäre.
Gescheiterte KI-Projekte sind ein Tabu-Thema in der Verwaltung. Dabei gibt es einen riesigen aber unsichtbaren KI-Friedhof. Warum man auch über Fehlschläge sprechen sollte und wie diese sich so früher vermeiden lassen, erklären Anita Klingel und Tobias Krafft von der PD.
Das Digitalministerium hat seine Pläne zur Umsetzung des Digital Services Act der EU in Deutschland vorgestellt: Die nationale Stelle für Plattformaufsicht soll bei der Bundesnetzagentur angesiedelt werden. Darüber hinaus sind viele Fragen weiter offen. Wie eine starke und verbraucher:innenfreundliche Plattformaufsicht aussehen kann, erläutert Julian Jaursch von der Stiftung Neue Verantwortung.
Die Digitalstrategie der Bundesregierung nennt Gemeinwohlförderung als Ziel und auch in der europäischen Datenregulierung wird sie immer wichtiger. Wie sollte Digitalpolitik aussehen, die sich am öffentlichen Interesse orientiert und dem Gemeinwohl dient?
Für viele Krankenhausmitarbeiter seien IT-Tools böhmische Dörfer, meint Patrick Heiler, Director Healthcare bei IG&H, im Standpunkt. Die Betreiber müssten bei ihren Digitalisierungsstrategien die eigenen Mitarbeiter dringend einbeziehen. Sei dies der Fall, mache Digitalisierung Spaß – und mögliche Vorbehalte würden Schritt für Schritt ausgeräumt.
Wenn man genau hinguckt, ist Threads keine allzu vielversprechende Alternative zu Twitter. Meta setzt dort vielmehr seinen Hang zu Überwachungskapitalismus, digitalem Kolonialismus und Aufmerksamkeitsökonomie fort, meinen Cathleen Berger und Charlotte Freihse von der Bertelsmann-Stiftung. Es sei an der Zeit, die echten Alternativen zu fördern.
Eigentlich hat Deutschland mit seinen vielen Start-ups das Potenzial, bei Künstlicher Intelligenz zum Vorreiter zu werden, ist Philip Hutchinson vom Applied AI Institute überzeugt. Doch um dieses zu nutzen, brauche es rasch große Investitionen und einen geeigneten regulatorischen Rahmen für das KI-Ökosystem.
Die Modernisierung der Verwaltung sei in erster Linie eine normative Aufgabe und beginne mit der Erkenntnis, dass nicht alles bis ins kleinste Detail geregelt werden muss, schreibt Marcel Schepp von der Konrad-Adenauer-Stiftung.
Schlechte Verfahren digitalisieren, agile Prozesse auf alte Strukturen aufsetzen und immer mehr Verwaltung als Lösung – so klappt es mit der Verwaltungsmodernisierung nicht, schreibt Marcel Schepp von der Konrad-Adenauer-Stiftung.
So wie die Eisenbahn es geschafft hat, die Menschen zu vernetzen und gegenseitig zu inspirieren, wird es auch die Cloud tun, ist sich Digitalisierungs-Expertin Lisa Steigertahl sicher. Davon könnte auch der öffentliche Sektor profitieren: Dafür muss die Verwaltung die Mehrwerte erkennen und den Wandel zulassen.
Teile der Fachwelt beschwören existenzielle Risiken durch KI für die Menschheit herauf. Statt über das Zutreffen solcher Szenarien zu sinnieren, müssen wir vom Schock ins Handeln kommen, ist die Datenexpertin Christin Schäfer überzeugt. Daran werden wir uns als intelligente Spezies messen lassen müssen.
Baden-Württemberg ist mit einem neuen Open-Data-Portal an den Start gegangen. Dabei haben die Vorbereitungen dafür bereits 2011 begonnen. Einen Rückblick und Gründe, warum das Vorhaben so lange stockte, gibt Oliver Rack. Er ist der Meinung, dass dem Land eine eigene kleine Reflexion gut tun würde.
Ein oft genanntes Argument für die schleppende Einführung von Cloud-Technologien ist der Datenschutz. Dabei biete die DSGVO prinzipiell einen verlässlichen und planbaren Rahmen, meint Tobias Anger vom Cloud-Anbieter Telepaxx. Cloud-Technologien könnten beispielsweise beim Einholen und Verwalten von Patienten-Zustimmungen helfen.
Künstliche Intelligenz, die verantwortungsvoll entwickelt ist, bietet für Europa und auch Deutschland eine einmalige Chance. Um sie zu nutzen, müssen wir mutig, verantwortungsbewusst und gemeinsam handeln, schreibt Google-Manager Matt Brittin.
Die internationale Digitalstrategie der Bundesregierung muss die Interessen von Deutschlands Partnerländern im Global Süden in den Blick nehmen, fordern die Bundestagsabgeordneten Tobias Bacherle (Bündnis 90/ Die Grünen) und Armand Zorn (SPD) im Standpunkt.
Deutsche beschäftigen sich nur oberflächlich und undifferenziert mit Künstlicher Intelligenz, hat eine aktuelle Studie von Jan Schoenmakers Datenanalysefirma Hase & Igel ergeben. Gleichzeitig macht die Wirtschaft sich hierzulande immer abhängiger von Technologien aus dem Ausland, die sie weder beherrscht noch versteht. Fatal, findet Schoenmakers.
Die Fahrt in einem Robotaxi in den USA beeindruckt. Doch es gibt Widerstände gegen die Technologie. Dabei birgt sie großes Potenzial, insbesondere für ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen. Wie die Integration der Dienste dennoch gelingen kann.
Idealerweise soll die Verwaltung ebenenübergreifend kooperieren, um ihre IT-Systeme zu modernisieren und das Onlinezugangsgesetz umzusetzen. Doch das Vergaberecht ist dabei in seiner jetzigen Form hinderlich, meint der Rechtsanwalt Martin Schellenberg. Das daraus resultierende, komplexe System zur Beschränkung innerstaatlicher Zusammenarbeit sei nicht zielführend.
Das aktuelle wissenschaftliche Verlagswesen liegt im Argen, argumentiert Björn Brembs von der Universität Regensburg. Ein Beschluss des EU-Rats vom Mai könnte als Startschuss für ein neues Modell in öffentlicher Hand dienen, meint er. Dabei würden die Bewertung von Forschung, offene Standards und eine robuste Governance zentrale Rollen spielen.
Eine europäische KI-Regulierung kommt in jedem Fall bis Ende des Jahres. Unternehmen sollten sich jetzt schon vorbereiten, meint Kirsten Rulf in ihrer neuen Rolle als Strategieberaterin. Auch sollten sie in den Dialog mit den Regulierungsbehörden treten, um gemeinsam Standards zu entwickeln, die schützen und gleichzeitig Raum für Innovationen lassen.
Vom Recht zur Datennutzung über den Datenschutz bis hin zur Haftung müssen sich digitale Plattformen, die KI-Services anbieten, mit diversen rechtlichen Fragestellungen auseinandersetzen. Beatrix Weber rät den Anbietern, diese von Anfang an mitzudenken, da von ihnen abhängt, welches Geschäftsmodell Sinn ergibt und wie sich das technisch umsetzen lässt. Sind sie damit erfolgreich, könnte das vor allem für den Mittelstand zahlreiche Vorteile bringen.
Das aktuelle System der Finanzierung und Beschaffung von Lerninhalten ist auf Hardware – also auf Bücher – ausgerichtet. Echte Digitalisierung sieht anders aus. An Angeboten mangelt es nicht, weiß EdTech-Gründerin Anja Hagen. Man müsse an die Regularien ran, um Apps, Plattformen und Software für den Einsatz an die Schulen zu bringen, fordert das Vorstandsmitglied des Bündnises für Bildung.
Im Bereich KI wird Europa zunehmend abhängig von Software und Dienstleistungen aus dem außereuropäischen Ausland. Dies untergräbt unsere Souveränität – ein gravierendes Problem, das durch Regulierung allein nicht gelöst werden kann, glaubt KI-Professor Holger Hoos. Es brauche deshalb einen deutlichen Kurswechsel in der europäischen KI-Strategie – und massive, gezielte öffentliche Investition in die europäische KI-Landschaft, inklusive eines weltweit sichtbaren „CERN für KI“.
KI verändert unsere Gesellschaft rasant, doch Mitarbeitende in Behörden, dem parlamentarischen Raum und Politiker:innen selbst haben – verständlicherweise – allgemein noch immer nicht genug KI-Kompetenz, um kluge Weichenstellungen für die Zukunft zu stellen. Das sollte sich spätestens jetzt ändern, fordern Juri Schnöller von Cosmonauts and Kings und Daniel Privitera von dem Thinktank Kira.
Vor einem Jahr hat der Bund in seiner Gigabitstrategie ambitionierte Ziele und viele gute Maßnahmen für den Glasfaserausbau angekündigt. Doch einer der wichtigsten Hebel wurde noch kaum bewegt: Die Digitalisierung der Genehmigungsverfahren über das OZG-Breitbandportal könnte den Ausbau entscheidend beschleunigen. Aber Länder und Kommunen setzen sie viel zu langsam um, schreibt Stephan Albers vom Breko.
Mit dem Programm Start-up-Factories will der Bund Gründerschmieden an Unis nach dem Vorbild der erfolgreichen Münchner UnternehmerTUM fördern. Doch zwischen Bund, Ländern und dem Bundesrechnungshof gibt es unterschiedliche Ansichten zur Finanzierbarkeit. Man sollte Spitzenförderung und Breitenförderung nicht gegeneinander ausspielen, meinen die Geschäftsführer vom Start-up-Verband, Franziska Teubert und Christoph Stresing. Sonst leidet der Innovationsstandort.
In den Niederlanden haben algorithmische Systeme dazu beigetragen, Leben zu ruinieren: Zehntausende Eltern und Kinder wurden fälschlicherweise des Betrugs beschuldigt. Die europäische KI-Verordnung ist eine Chance, derartige Ungerechtigkeiten künftig zu verhindern, argumentieren Paula Bouwer und Noah Schöppl.
Generative KI wird Berufe massiv verändern – und das ist auch gut so, schreibt Marianne Janik, Deutschlandchefin von Microsoft, im Standpunkt. Zwar würden viele Jobs wegfallen, doch werde uns KI nicht massenhaft arbeitslos machen, da der KI-Einsatz auch neue Stellen schafft. Nun brauche es einen gesellschaftlichen Kraftakt, um den Wandel der Arbeitswelt bestmöglich zu gestalten.
Dass die öffentliche Verwaltung eine Multi-Cloud-Strategie braucht, dazu gibt es ein seltenes Einvernehmen in Politik und Verwaltung. Was es darüber hinaus nun noch braucht, damit die Verwaltung auf den Plattformen ihre Dienste im Sinne der Bürger:innen und Unternehmen schnell skalieren kann, schreibt Corinna Krezer von Accenture.
Bis der AI Act tatsächlich gilt, können noch Jahre vergehen. In der Zwischenzeit sollen sich Unternehmen einem freiwilligen KI-Kodex verpflichten können. Wie das gelingen könnte, schreibt Philipp Hacker im Standpunkt.
Die Debatte um die Frequenzvergabe wird rauer. Es würden Gerüchte gestreut und Hinterzimmer-Absprachen getroffen, schreibt Freenet-CEO Christoph Vilanek. Das Ziel sei es, echten Wettbewerb zu verhindern.
Im AI Act kommt menschlicher Aufsicht über KI-Systeme eine zentrale Rolle zu. Doch wie diese aussieht und wie man sie erreicht, ist bislang unklar. Für Sarah Fischer ist zentral, dass die Perspektive der Anwender:innen als Kontrollierende stärker in den Fokus rückt. Statt nur um bessere Algorithmen müsse es auch um bessere Entscheidungsprozesse gehen.
Die digitale Hauptversammlung bei Aktienunternehmen wurde während der Pandemie als Notlösung eingeführt, aber jetzt gibt es sie dauerhaft. Das bedeutet weniger Möglichkeiten für die Aktionäre. Der Gesetzgeber sollte daher über eine Hybridlösung wie im Vereinsrecht nachdenken, meint Robert Peres von der Initiative Minderheitsaktionäre.
Bei der aktuellen Diskussion zur CSA-Verordnung der EU-Kommission ist der Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung, Kerstin Claus, wichtig, dass beide Rechtsgüter – Kinderschutz und Datenschutz – gleichermaßen ernst genommen und nicht gegeneinander ausgespielt werden. Die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen im Netz sei eine Pflicht der Internetdiensteanbieter.
Heute und morgen tagt schwedischen Luleå zum vierten Mal der transatlantische Rat für Handel und Technologie. Die Themen KI-Regulierung und technologische Standards gehören zu Recht auf die Agenda. Das Format zur Digital- und Handelspolitik muss seinen Horizont aber erweitern, meinen die Grünen-Politiker Reinhard Bütikofer und Tobias Bacherle.
Die Kompatibilität des Data Act mit der DSGVO ist ein Schlüssel für seine erfolgreiche Umsetzung, ist die Leiterin der finnischen Datenschutzbehörde und neue Vorsitzende des EU-Datenschutzausschusses, Anu Talus, überzeugt. Deswegen sollte die Aufsicht im weiteren Verlauf der Verhandlungen noch gestärkt werden.
Seit fünf Jahren schon gibt es die DSGVO. Doch auch wenn sie in Teilen ein Erfolg ist, hat sie immer noch ein Umsetzungs- und Image-Problem, findet Jan Oetjen, CEO von GMX und Web.de. Nicht nur deshalb sei die Verordnung reformbedürftig – auch die neuen Entwicklungen im Bereich KI machten das nötig.