Spekulanten treiben die Preise im europäischen Emissionshandel in die Höhe, meint der ehemalige BVEK-Vorsitzende Jürgen Hacker. Das verschleiere die tatsächlichen Vermeidungskosten für CO2-Emissionen. Um den Auswüchsen Einhalt zu gebieten, schlägt er eine Reform vor, die spekulative Anleger aus dem Markt drängen würde.
Die Europäische Kommission treibt mit ihren Plänen zu Kohlenstoffkreisläufen die Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre voran. Gerade das Ziel Klimaneutralität macht ein gezieltes Vorgehen unvermeidlich, argumentieren Felix Schenuit und Oliver Geden von der SWP in ihrem Standpunkt, auch wenn der Schwerpunkt auf der Emissionsvermeidung liegen müsse. Sie raten der Bundesregierung zu einer stärkeren Positionierung.
Das Klimaschutzgesetz sollte um weitere Indikatoren, die über den CO2-Austoß hinausgehen, erweitert werden, argumentieren André Horstkötter von Thyssenkrupp Steel und Karsten Neuhoff vom DIW Berlin. Denn allein die Emissionsdaten zeichnen ein verspätetes Bild und umfassen nicht die reale Entwicklung, zum Bespiel getätigte Investitionen.
Hohe Energie-, Rohstoff- und Materialpreise halten den Coronagebeutelten Wirtschaftsstandort Deutschland in Atem. Die kreislaufwirtschaftlichen Strukturen zu optimieren kann sowohl dieses Problem abschwächen als auch die CO2-Emissionen signifikant senken, meint Daniel Jürgenschellert von der Unternehmensberatung Helbling Business Advisors in seiner Analyse. Gesellschaft, Umwelt und Unternehmen gewinnen dabei gleichermaßen.
Mehr Intelligenz, mehr Steuerbarkeit für neue Verbraucher braucht es im Stromverteilnetz, damit es wirklich zu einem „Klimaneutralitätsnetz“ werden kann. Frank Borchardt vom Forum Netztechnik/Netzbetrieb (FNN) des Elektro-Verbandes VDE appelliert in seinem Standpunkt an die neue Bundesregierung, die abgebrochene Diskussion um verbindliche neue Regeln schleunigst wieder aufzunehmen – auch wenn unterschiedliche Interessen abgewogen werden müssen.
Um die Klimaschutzziele bis 2030 zu erreichen, wird der Investitionsbedarf des Staats auf 30 bis 50 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. Woher könnten diese Mittel langfristig kommen? Und wofür sollen die Einnahmen aus dem Emissionshandel am besten ausgegeben werden? Aus wissenschaftlicher Sicht sei klar, schreibt Stefan Thomas vom Wuppertal Institut: Optimal ist eine Verwendung für Klimaschutzmaßnahmen und eine pauschale Rückerstattung. Die EEG-Umlage abzuschaffen sei dagegen kontraproduktiv.
Das Thema Erdgasimporte lässt uns diesen Winter nicht los. Aber künftig wird es zunehmend um Wasserstoffimportsicherheit gehen, schreibt Raffaele Piria von Adelphi in seinem Standpunkt. Auf dem Weg zur Klimaneutralität werde sich die Risikolandschaft grundlegend verändern. Darauf müsse sich Deutschland entschlossen und mit Weitblick vorbereiten – und zahlreiche Abwägungsentscheidungen treffen.
Was macht die SPD aus dem Kanzleramt und der Führung der Bundesregierung? In ihrem Standpunkt legen Brick Medak und Pieter de Pous vom Think Tank E3G dar, warum Olaf Scholz schon ganz am Anfang seiner Amtszeit bei der Taxonomie, der Debatte um hohe Energiepreise und dem zweiten Teil des Fit for 55-Pakets vor einer klimapolitischen Bewährungsprobe steht.
Die EU-Kommission stellt ihre Gebäude-Richtlinie vor – und schärft in dem Entwurf aller Voraussicht nach deutlich nach. Anlass für Barbara Metz und Elisabeth Staudt von der Deutschen Umwelthilfe, die neue Bundesregierung in die Pflicht zu nehmen. Eine ganze Reihe wichtiger Vorhaben müssten schnellstmöglich umgesetzt werden, um die Klimaziele auch im Gebäudesektor zu erreichen.
Die Geschäftsführer der drei Erneuerbare-Wärme-Verbände BSW, BWP und DEPV sehen im Ampel- Koalitionsvertrag eine Einigung auf einen überzeugenden klimapolitischen Aufbruch. Carsten Körnig, Martin Sabel und Martin Bentele sehen dennoch viel Arbeit auf die neue Bundesregierung zukommen. BEG, GEG, Sofortprogramm und CO2-Preis – an vielen Stellen müsse nachgebessert oder müssten Lücken geschlossen werden, um die Wärmewende zu schaffen.
Die Klima-Uhr tickt, aber mit einer Politik, die richtige Prioritäten setze, sei es noch machbar, das verbliebene CO2-Budget fair zu verteilen und die 1,5-Grad-Erderwärmungsgrenze einzuhalten, meint Matthias Kroll von der Stiftung World Future Council. Das müsse aber Konsequenzen haben, zum Beispiel nur kleinere und sparsamere E-Autos einzusetzen und den Energieverbrauch zugunsten des Globalen Südens zu senken.
Der ehemalige Sprecher des Bundesumweltministeriums, Michael Schroeren, hält die Herauslösung des Klimaschutzes aus dem Ressort für einen schweren Fehler. Budget gehe verloren, die Ganzheitlichkeit ebenso – und die Klimapolitik liege nun stattdessen bei einem Ministerium, das nicht auf ökologische Transformation gepolt sei. Die Grünen hätten bei der Geburt des BMU Pate gestanden und legten nun Axt an seine Existenz.
Aus Sicht von Axel Michaelowa wurde ein Durchbruch auf der Klimakonferenz in Glasgow nicht ausreichend gewürdigt: Das Regelwerk für den internationalen Kohlenstoffmarkt kann entscheidend zu Emissionsreduktionen weltweit beitragen. Übergangsregeln und Details sind noch unklar – Deutschland sollte die neuen Märkte in jedem Fall unterstützen, meint der Mitgründer der Perspectives Climate Group in seinem Standpunkt.
Klimaschutz für 1,5 Grad fordert in vielen Bereichen grundlegende Änderungen. Auch an der Demokratie? Nein, meint Nils Meyer-Ohlendorf vom Ecologic Institut in seinem Standpunkt. Trotzdem gibt es in der Debatte Untiefen, die allerdings umschifft werden können.
Die Klimapolitik steht im Zentrum des jetzt vorgelegten Koalitionsvertrags der drei Ampel-Parteien. Die wesentlichen Weichenstellungen für die Transformation werden allerdings in Brüssel im Rahmen des „Fit for 55“-Programms und nicht in Berlin ausgehandelt, betont ZEW-Präsident Achim Wambach in seinem Standpunkt. Die EU-Maßnahmen würden unmittelbare Konsequenzen für die Klimapolitik in Deutschland haben.
Zehn Gigawatt Elektrolyseur-Kapazität sollen 2030 in Deutschland laufen. Hartmut Gaßner und Georg Buchholz von der Kanzlei GGSC analysieren in ihrem Standpunkt, welche regulatorischen Hemmnisse den Ausbau bremsen – und wie Abhilfe geschaffen werden kann.
Ohne Gas als Brückentechnologie kann die Energiewende nicht gelingen. Daher ist es wichtig, dass sich die Bundesregierung für die richtigen Weichenstellungen in der EU-Taxonomie in Brüssel einsetzt. Der Kompromissvorschlag aus Frankreich reicht noch nicht aus, meint Michael Müller, Finanzvorstand von RWE.
Wie kann der Gebäudesektor klimaneutral werden? Robert Abromeit vom Buro Happold macht in seinem Standpunkt einen Vorschlag, welche vier regulatorischen Hebel mit einem neuen Gebäudeenergiegesetz umgelegt werden müssen, um das 2045-Ziel zu erreichen. Notwendig seien ein umfassender CO2-Zielwert, die Steigerung der Bestandssanierung, ein CO2-Schattenpreis und vor allem schnelles Handeln.
Zur Klimaneutralität gehöre der Abschied vom Erdgas. Dies bedeutet nach Ansicht von VKU-Chef Ingbert Liebing aber nicht – wie unter anderem an dieser Stelle gefordert – einen Abschied von der Gasinfrastruktur in Deutschland. Sie spiele vielmehr eine entscheidende Rolle auf dem Weg zur Klimaneutralität, meint er in seinem Standpunkt.
Was muss die Politik unternehmen, um den Ausbau der erneuerbaren Energien wirklich zu beschleunigen? Nicht noch mehr investieren, sondern entschlacken, meint Markus Meyer, verantwortlich für Energiepolitik beim Berliner Solarunternehmen Enpal.
Der Weg zur Klimaneutralität führt unweigerlich auch über die Dekarbonisierung des Gebäudesektors. Dort muss das Tempo nun deutlich anziehen, denn noch haben die meisten Immobilien eine schlechte Energieeffizienz. Matthias Hartmann, CEO von Techem, erläutert in seinem Standpunkt, warum ein hochautomatisierter Gebäudebetrieb dafür essenziell ist.
In ihrem Standpunkt analysieren Johannes Schroeten und Tsvetelina Kuzmanova von der Klimadenkfabrik E3G die Debatte um die EU-Taxonomie und gelangen zum Schluss: Der Diskurs sei geprägt von Missverständnissen und Fehleinschätzungen, mit signifikanten Risiken für den Sustainable Finance Standort Deutschland und EU.
Kapazitätsmärkte, um die fluktuierenden Erneuerbaren mit flexiblen Kraftwerken abzusichern, sind in aller Munde. Carsten Pfeiffer vom BNE und Sebastian Bolay vom DIHK plädieren in ihrem Standpunkt dagegen. Der Strommarkt gebe auf vielen Ebenen ausreichend Anreiz für Flexibilität – und die langwierige Einführung eines Absicherungsmarktes würde Investoren sogar lähmen.
Nicht alle Industriezweige lassen sich dekarbonisieren – in der Kalkbranche entsteht rohstoffbedingt CO2. Daher braucht es die Möglichkeit, Kohlenstoffdioxid abzuscheiden und zu speichern, schreibt Philip Nuyken vom Bundesverband der Deutschen Kalkindustrie. Dies sei eine wichtige Aufgabe für die neue Bundesregierung.
Bürgerräte haben Konjunktur. Nun haben auch auf Ebene der EU-Bürgerforen begonnen. Der erste Schritt ist also gemacht, aber es ist noch ein weiter Weg, damit die EU-Bürgerforen Erfolg haben, schreiben Nils Meyer-Ohlendorf vom Ecologic Institute und Felix Nasser vom Bürgerrat Klima. Für den Erfolg der europäischen Bürgerforen machen sie in ihrem Standpunkt drei Vorschläge.
Greta Thunberg nennt es „Blablabla“ – Jochen Flasbarth verteidigt dagegen leidenschaftlich den Sinn und Nutzen von Klimakonferenzen. Auch die COP26 bringe die Welt voran, vor, während und nach Glasgow. Er nennt in seinem Standpunkt die vier wichtigsten Gründe, warum das der Fall ist.
Fast alle reden von Bürgerbeteiligung und Akzeptanzerhöhung, um den schnelleren Ausbau der erneuerbaren Energien zu ermöglichen. Harald Uphoff, Geschäftsführer der 100 Prozent Erneuerbar Stiftung, hat einen ganz konkreten Vorschlag, wie sich das besser bewerkstelligen ließe. Mediatoren, vom Bund finanziert, sollen die Betroffenen und Beteiligten an einen Tisch bringen und produktive Kompromisse ermöglichen.
Europäische Forschung und Innovation ist aus Sicht von GERICS-Direktorin Daniela Jacob ein Schlüsselelement für die erfolgreiche Klimaschutz-Transformation. Sie plädiert in ihrem Standpunkt dafür, mehr voneinander zu lernen und wissenschaftlich enger zusammenzuarbeiten – und hat dabei auch Deutschlands Rolle im Blick.
Zur Klimaneutralität gehört auch der Abschied vom Erdgas. Die aktuelle Planung der Gasfern- und Verteilnetze setzt jedoch auf den unveränderten Fortbestand der Gasinfrastruktur – und riskiert damit Investitionsruinen für Staat und Haushalte, meinen Andreas Jahn von RAP und Barbara Saerbeck von der Agora Energiewende.
Welchen Nutzen hätte eine Laufzeitverlängerung für die sechs verbleibenden Kernkraftwerke in Deutschland? Der Berater Thomas Unnerstall nimmt in seinem Standpunkt die konkreten Auswirkungen unter die Lupe. Sein Fazit: Die Meiler in Betrieb zu halten würde Klimaschutz und Versorgungssicherheit kurzzeitig helfen, hat aber nur begrenzte Effekte und einen zu hohen politischen Preis.
Die Ampelkoalition plant die Abschaffung der EEG-Umlage. Das könnte bedeuten, Förderungsmechanismen auslaufen zu lassen sowie die Ausbauziele für Erneuerbare aufzugeben und die Entwicklung dem Markt zu überlassen, befürchtet Marc Melliger vom IASS Potsdam. In seinem Standpunkt schlägt er vor, stattdessen das EEG durch vermehrte Ausschreibungen zu stärken.
Die Gaskrise stellt Deutschland und Europa vor eine enorme Herausforderung. Hanns Koenig von Aurora Energy Research geht in seinem Standpunkt analytisch den Ursachen auf den Grund und beschreibt mögliche Auswirkungen, auch auf die Grundversorger. Politisch warnt er vor Aktionismus, betroffenen Haushalten müsse jedoch geholfen werden.
Nach den Ölpreisschocks der 70er Jahre hieß es: „Energiesparen ist unsere wichtigste Energiequelle“. Doch bei den aktuell Sondierenden fiel das Zauberwort noch gar nicht. Es lautet „Energieeffizienz“, meint Christian Noll, geschäftsführender Vorstand des Verbandes Deneff. Er wirbt für richtige Entscheidungen, die eine dauerhaft bezahlbare, klimaneutrale und sichere Energieversorgung ermöglichen.
Einen absoluten Hochwasserschutz gibt es nicht. Doch sind wir in Deutschland noch nicht am notwendigen Schutz angelangt – ob bei Städten, Gemeinden oder Objekten. Gleichzeitig steigt mit dem Klimawandel das Hochwasserrisiko. Jetzt müssen wir endlich schneller vorankommen, fordert Timo Heinisch von der IU Internationale Hochschule in seinem Standpunkt.
Alle Blicke richten sich im Moment auf die Bundespolitik. Warum die deutsche Klima- und Energiepolitik aber nicht nur in Berlin, sondern ganz maßgeblich auch in Brüssel, Glasgow und Paris gestaltet wird, erläutern Jule Könneke und Brick Medak vom Think-tank E3G in ihrem Standpunkt.
Bei der Reaktion auf die hohen Energiepreise steht für Europa viel auf dem Spiel, schreiben die Wirtschaftsweise Veronika Grimm und der Energiewende-Monitoring-Vorsitzende Andreas Löschel in ihrem Standpunkt. Die Gefahr sei groß, dass der für Klimaschutz so entscheidende Markt geschwächt werde. Stattdessen solle auf Sozialpolitik, Erneuerbare, Infrastruktur und Effizienz gesetzt werden.
Strom- und Gaspreise erreichen in diesen Tagen schwindelerregende Höhen. Deutsche Unternehmen werden davon besonders stark belastet, es droht akute Überforderung, schreibt Ludwig Veltmann vom Mittelstandsverbund. Die Absenkung der EEG-Umlage könne für die neue Bundesregierung nur ein erster Schritt sein. Vielmehr müsse im Sinne des Klimaschutzes ein verlässlicher Rahmen entstehen.
Wo stimmen die Parteien bei ihren Positionen zu Wasserstoff überein, wo gibt es Dissens? Eine Analyse von Jörg Kemmerzell, Lucas Flath und Michèle Knodt von der TU Darmstadt arbeitet die Knackpunkte heraus. Bei der Ampel und Jamaika liegen vor allem Grüne und FDP auseinander, ein rot-schwarzes Bündnis hätte dagegen viele Überschneidungen.
Polen, Frankreich und Deutschland verfügen bereits über eine Plattform für den Austausch: Das Weimarer Dreieck. Aus Sicht von Sylwia Andralojc-Bodych von der NGO Germanwatch sollte dieses Format zur Koordinierung der Klimapolitik neu belebt werden. So würden Polen Ängste genommen, die trotz zunehmender Klimaschutzbemühungen weiter vorhanden sind.
Nahezu alle Wahlprogramme haben die Bedeutung von Klimaschutz und Digitalisierung hervorgehoben. Die Verbindung zwischen den Themen beschränkt sich bisher allerdings auf die Forderung, digitale Technologien energieeffizienter zu machen. Jens Strüker (Universität Bayreuth und Fraunhofer FIT) sowie Ingo Schmidt vom Übertragungsnetzbetreiber Tennet plädieren in einem Thesenpapier dafür, Digitalisierung endlich systematisch als Instrument zur Dekarbonisierung des Energiesystems zu nutzen.
Warum ist Erdgas so teuer wie noch nie in Deutschland und Europa? Friedbert Pflüger, seit 2009 Berater von Unternehmen und Regierungen im Energiesektor – unter anderem auch für Nord Stream 2 – sieht keine willentliche Einschränkung durch Gazprom, sondern eine spezielle Marktkonstellation als Ursache. Er rät dazu, gemeinsame Projekte, auch im Bereich der erneuerbaren Energien, in den Blick zu nehmen.
Klimaschutz und Innovation werden aus Sicht von Jan Peter Hinrichs das Fundament für die nächste Regierungskoalition sein. Mit seinem Standpunkt liefert der Geschäftsführer des Bundesverbands energieeffiziente Gebäudehülle „eine Anleitung zum Erfolg“.
Die Stimmen sind abgegeben, die Verteilung im neuen Bundestag ist gesetzt. Aber wer wird zusammen regieren? Wie auch immer die Konstellation ausfällt, einige Aufgaben sind unumgehbar. Besonders in der Klimapolitik, meint Viviane Raddatz, die beim WWF den Bereich Klimaschutz und Energiepolitik leitet.
Der bisherige Ansatz zum Erreichen der Erneuerbaren-Ziele ist aus Sicht von Peter Reitz obsolet. Der Chef der Energiebörse EEX plädiert für einen neuen, integrierten Ansatz, in dem das Verhältnis zwischen gefördertem und marktbasiertem Ausbau neu austariert wird.
Der SPD-Umweltexperte Klaus Mindrup sieht Deutschland unzureichend vorbereitet auf den notwendigen Umbau des Energiesystems. Flächenverfügbarkeit für erneuerbare Energien sei ein überschätztes Problem, insbesondere Photovoltaik-Ausbau müsse um Größenordnungen wachsen. Er skizziert in seinem Standpunkt, wie dieser Transformation der Weg geebnet werden könnte.
Deutschland könnte mit Biomethan schnell und wirksam Emissionen mindern, schreibt Zoltan Elek von der Landwärme GmbH in seinem Standpunkt. Die Marktentwicklung werde allerdings durch antiquierte Zollschranken behindert.
Erneuerbare Energien brauchen eine sichere und möglichst kostengünstige Finanzierung. Die grüne Bundestagsabgeordnete Julia Verlinden schlägt in ihrem Standpunkt vor, das EEG weiterzuentwickeln und Differenzverträge breit einzuführen, eine praxistaugliche Finanzierung für die Vor-Ort-Versorgung zu schaffen und PPAs zu erleichtern. So komme die Energiewende wieder in Schwung.
Überflutungen, große Waldbrände, neue Hitzerekorde am laufenden Band: Europa sei in der Pflicht, auf eine sich immer weiter verschärfende Klimakrise entschlossen zu reagieren, fordert der grüne Europaparlamentarier Michael Bloss. Die kommende Bundesregierung müsse beim Fit-for-55-Paket eine tragende Rolle spielen und einen europäischen Klima-Sofort-Fahrplan auflegen.
Der Druck wächst: Mit dem Umbau des Stromnetzes funktionieren der Markt und seine Regulierung immer schlechter, argumentiert Thomas Dederichs, Leiter Energiepolitik des Übertragungsnetzbetreibers Amprion. Sein Vorschlag: Ein Systemmarkt, der transparent, modular und technologieneutral ist.
Was hat der Eintritt von Tesla in den deutschen Strommarkt für Folgen? Adam Spalek vom Beratungsunternehmen Publicis Sapient sieht Stromversorger und auch Aggregatoren unter Druck. Zu lange wurde die digitale Transformation nicht angepackt. Tesla muss sich aber auch auf die Besonderheiten des deutschen Strommarkts einstellen.
Subsidiarität sollte als neues Grundprinzip des Energiesystems im Koalitionsvertrag verankert werden, fordern Fabian Zuber (Reiner Lemoine Stiftung), Hans-Martin Henning (Fraunhofer ISE) und Tim Meyer (Naturstrom) in ihrem Standpunkt. Nur so ließen sich die Potenziale für die schnelle Dekarbonisierung insbesondere in Gebäuden abrufen.
Die wichtigsten Entscheidungen fallen häufig am Anfang einer Legislaturperiode – und politische Strukturen und Governance entscheiden oft über Erfolg oder Misserfolg. Dena-Chef Andreas Kuhlmann plädiert in seinem Standpunkt dafür, die bereits begonnenen Debatten zum Klima-Club und dem Klima-Vetorecht fortzuführen und zu erweitern.
Steigende CO2-Preise und sinkende Förderung führen dazu, dass sich immer mehr Erneuerbaren-Anlagen allein durch Markterlöse finanzieren. Viele Betreiber haben seit Monaten keine staatliche Prämie mehr erhalten, berichtet BNE-Geschäftsführer Robert Busch. Er sieht den Zeitpunkt gekommen, das EEG zu einem Innovationsfördergesetz weiterzuentwickeln. Die Förderung fossiler Energieträger über das KWKG gehört für ihn abgeschafft.
Alles, was unser Handeln verzögert, ist verlorene Zeit für den Klimaschutz, meint Volker Weinmann. In seinem Standpunkt erklärt er, warum wir nicht in einzelnen Maßnahmen denken, sondern eine Mentalität des „sowohl als auch“ an den Tag legen sollten.
Gemessen an der verheerenden Klimawirkung von Methan bleibt es in der deutschen Politik erstaunlich still um dieses Gas, finden Constantin Zerger und Jens Hürdler von der Deutschen Umwelthilfe. Sie fordern eine konsequente Emissionssenkung im Energiesektor und in der Landwirtschaft.
Damit Deutschland seine Klimaziele erreichen kann, braucht es einen Plan, der Wirtschaft und Gesellschaft fordert, aber auch finanzielle Mittel für die entsprechenden Infrastrukturen bereitstellt, schreibt Sabine Nallinger. Die Vorständin der der Stiftung 2° fordert von der nächsten Bundesregierung einen Green Deal für Deutschland.
Politisch wird die Wärmewende bisher vor allem aus Perspektive der Städte betrachtet. Jobst-Dietrich Diercks appelliert, auch den ländlichen Raum in den Blick zu nehmen. Dort, schreibt der Vorsitzende des Deutschen Verbands Flüssiggas, seien die infrastrukturellen Voraussetzungen und die Struktur des Gebäudebestands anders. Gebraucht werde eine breite Palette an Technologieoptionen zur wirtschaftlich effizienten CO2-Einsparung.
Zum Verrücktwerden komplex war der europäische Emissionshandel auch bislang schon, meint Ines Zenke, Partnerin der Energierechtskanzlei Becker Büttner Held (BBH), in ihrem Standpunkt. Und nun drohe es noch komplizierter zu werden – auch zu Lasten der Unternehmen. Sie stellt die Frage, wie die Ergänzung mit dem nationalen Emissionshandel am besten organisiert werden könnte.
Den Erfolg oder Misserfolg vergangener und zukünftiger Klimapolitik verlässlich zu beurteilen, ist wichtig, aber derzeit nicht möglich, meint Andreas Luczak, Professor für Regenerative Energien an der Fachhochschule Kiel, in seinem Standpunkt. Er schlägt geglättete oder besser noch bereinigte Zahlen vor, die ein beständiges Monitoring ermöglichen – auch für die Wählerinnen und Wähler.
Mit dem „Fit-for-55“-Paket schlägt die EU-Kommission die Anhebung der europäischen Ziele im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz vor und differenziert diese weiter aus. Diese Veränderungen machen eine zügige Anpassung der Governance-Verordnung notwendig, schreiben Michèle Knodt und Rainer Müller in ihrem Standpunkt.
Schon jetzt sind Handel mit und Investitionen in Belarus durch Sanktionen spürbar eingeschränkt. Jonathan Hackenbroich vom European Council on Foreign Relations (ECFR) und der Agora Strategy Group analysiert, welche weiteren Eskalationsschritte auch für die Energiebranche noch drohen können.
Die Solarbranche kann und muss einen Beitrag zur Bekämpfung der Biodiversitätskrise leisten, meinen Natalie Arnold und Elke Bruns vom Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende (KNE). In ihrem Standpunkt empfehlen sie der Politik, Betreiber von Freiflächenanlagen zur Aufwertung von Lebensräumen in ihren Solarparks zu verpflichten.
Der europäische Solarmarkt ist abhängig von Modulimporten aus China, konstatieren Christian Müller von EIT InnoEnergy Deutschland und Gunter Erfurt vom Solarhersteller Meyer Burger. Sie schlagen in ihrem Standpunkt vor, das zu ändern: Eine europäische Solaroffensive lohne gleich mehrfach.
Der von der Europäischen Kommission vorgeschlagene Grenzausgleichsmechanismus sei grundsätzlich richtig, habe aber schwere Mängel in der Ausgestaltung, argumentiert der Umweltökonom Jürgen Hacker in seinem Standpunkt. Die Schutzwirkung sei unzureichend, der CBAM verstoße womöglich gegen WTO-Regeln und sei zudem unnötig bürokratisch.
Das Klimapaket der Europäischen Kommission steht nun zur Debatte und muss in die Tat umgesetzt werden. Susi Dennison vom European Council on Foreign Relations (ECFR) sieht in ihrem Standpunkt zwei große Herausforderungen: Erstens müsse die soziale Dimension innerhalb Europas beachtet werden, zweitens das Zusammenspiel mit dem Welthandel und den europäischen Nachbarn.
Ein Emissionshandel und gleichzeitig Emissionsstandards im Verkehr? Michael Pahle vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung kann dem Ansatz der Europäischen Kommission viel abgewinnen: Er bringe die zur Erreichung der Ziele notwendige Härte, ohne die Grenzen der politischen Durchsetzbarkeit zu sprengen.