Klimaschutz und Innovation werden aus Sicht von Jan Peter Hinrichs das Fundament für die nächste Regierungskoalition sein. Mit seinem Standpunkt liefert der Geschäftsführer des Bundesverbands energieeffiziente Gebäudehülle „eine Anleitung zum Erfolg“.
Die Stimmen sind abgegeben, die Verteilung im neuen Bundestag ist gesetzt. Aber wer wird zusammen regieren? Wie auch immer die Konstellation ausfällt, einige Aufgaben sind unumgehbar. Besonders in der Klimapolitik, meint Viviane Raddatz, die beim WWF den Bereich Klimaschutz und Energiepolitik leitet.
Der bisherige Ansatz zum Erreichen der Erneuerbaren-Ziele ist aus Sicht von Peter Reitz obsolet. Der Chef der Energiebörse EEX plädiert für einen neuen, integrierten Ansatz, in dem das Verhältnis zwischen gefördertem und marktbasiertem Ausbau neu austariert wird.
Der SPD-Umweltexperte Klaus Mindrup sieht Deutschland unzureichend vorbereitet auf den notwendigen Umbau des Energiesystems. Flächenverfügbarkeit für erneuerbare Energien sei ein überschätztes Problem, insbesondere Photovoltaik-Ausbau müsse um Größenordnungen wachsen. Er skizziert in seinem Standpunkt, wie dieser Transformation der Weg geebnet werden könnte.
Deutschland könnte mit Biomethan schnell und wirksam Emissionen mindern, schreibt Zoltan Elek von der Landwärme GmbH in seinem Standpunkt. Die Marktentwicklung werde allerdings durch antiquierte Zollschranken behindert.
Erneuerbare Energien brauchen eine sichere und möglichst kostengünstige Finanzierung. Die grüne Bundestagsabgeordnete Julia Verlinden schlägt in ihrem Standpunkt vor, das EEG weiterzuentwickeln und Differenzverträge breit einzuführen, eine praxistaugliche Finanzierung für die Vor-Ort-Versorgung zu schaffen und PPAs zu erleichtern. So komme die Energiewende wieder in Schwung.
Überflutungen, große Waldbrände, neue Hitzerekorde am laufenden Band: Europa sei in der Pflicht, auf eine sich immer weiter verschärfende Klimakrise entschlossen zu reagieren, fordert der grüne Europaparlamentarier Michael Bloss. Die kommende Bundesregierung müsse beim Fit-for-55-Paket eine tragende Rolle spielen und einen europäischen Klima-Sofort-Fahrplan auflegen.
Der Druck wächst: Mit dem Umbau des Stromnetzes funktionieren der Markt und seine Regulierung immer schlechter, argumentiert Thomas Dederichs, Leiter Energiepolitik des Übertragungsnetzbetreibers Amprion. Sein Vorschlag: Ein Systemmarkt, der transparent, modular und technologieneutral ist.
Was hat der Eintritt von Tesla in den deutschen Strommarkt für Folgen? Adam Spalek vom Beratungsunternehmen Publicis Sapient sieht Stromversorger und auch Aggregatoren unter Druck. Zu lange wurde die digitale Transformation nicht angepackt. Tesla muss sich aber auch auf die Besonderheiten des deutschen Strommarkts einstellen.
Subsidiarität sollte als neues Grundprinzip des Energiesystems im Koalitionsvertrag verankert werden, fordern Fabian Zuber (Reiner Lemoine Stiftung), Hans-Martin Henning (Fraunhofer ISE) und Tim Meyer (Naturstrom) in ihrem Standpunkt. Nur so ließen sich die Potenziale für die schnelle Dekarbonisierung insbesondere in Gebäuden abrufen.
Die wichtigsten Entscheidungen fallen häufig am Anfang einer Legislaturperiode – und politische Strukturen und Governance entscheiden oft über Erfolg oder Misserfolg. Dena-Chef Andreas Kuhlmann plädiert in seinem Standpunkt dafür, die bereits begonnenen Debatten zum Klima-Club und dem Klima-Vetorecht fortzuführen und zu erweitern.
Steigende CO2-Preise und sinkende Förderung führen dazu, dass sich immer mehr Erneuerbaren-Anlagen allein durch Markterlöse finanzieren. Viele Betreiber haben seit Monaten keine staatliche Prämie mehr erhalten, berichtet BNE-Geschäftsführer Robert Busch. Er sieht den Zeitpunkt gekommen, das EEG zu einem Innovationsfördergesetz weiterzuentwickeln. Die Förderung fossiler Energieträger über das KWKG gehört für ihn abgeschafft.
Alles, was unser Handeln verzögert, ist verlorene Zeit für den Klimaschutz, meint Volker Weinmann. In seinem Standpunkt erklärt er, warum wir nicht in einzelnen Maßnahmen denken, sondern eine Mentalität des „sowohl als auch“ an den Tag legen sollten.
Gemessen an der verheerenden Klimawirkung von Methan bleibt es in der deutschen Politik erstaunlich still um dieses Gas, finden Constantin Zerger und Jens Hürdler von der Deutschen Umwelthilfe. Sie fordern eine konsequente Emissionssenkung im Energiesektor und in der Landwirtschaft.
Damit Deutschland seine Klimaziele erreichen kann, braucht es einen Plan, der Wirtschaft und Gesellschaft fordert, aber auch finanzielle Mittel für die entsprechenden Infrastrukturen bereitstellt, schreibt Sabine Nallinger. Die Vorständin der der Stiftung 2° fordert von der nächsten Bundesregierung einen Green Deal für Deutschland.
Politisch wird die Wärmewende bisher vor allem aus Perspektive der Städte betrachtet. Jobst-Dietrich Diercks appelliert, auch den ländlichen Raum in den Blick zu nehmen. Dort, schreibt der Vorsitzende des Deutschen Verbands Flüssiggas, seien die infrastrukturellen Voraussetzungen und die Struktur des Gebäudebestands anders. Gebraucht werde eine breite Palette an Technologieoptionen zur wirtschaftlich effizienten CO2-Einsparung.
Zum Verrücktwerden komplex war der europäische Emissionshandel auch bislang schon, meint Ines Zenke, Partnerin der Energierechtskanzlei Becker Büttner Held (BBH), in ihrem Standpunkt. Und nun drohe es noch komplizierter zu werden – auch zu Lasten der Unternehmen. Sie stellt die Frage, wie die Ergänzung mit dem nationalen Emissionshandel am besten organisiert werden könnte.
Den Erfolg oder Misserfolg vergangener und zukünftiger Klimapolitik verlässlich zu beurteilen, ist wichtig, aber derzeit nicht möglich, meint Andreas Luczak, Professor für Regenerative Energien an der Fachhochschule Kiel, in seinem Standpunkt. Er schlägt geglättete oder besser noch bereinigte Zahlen vor, die ein beständiges Monitoring ermöglichen – auch für die Wählerinnen und Wähler.
Mit dem „Fit-for-55“-Paket schlägt die EU-Kommission die Anhebung der europäischen Ziele im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz vor und differenziert diese weiter aus. Diese Veränderungen machen eine zügige Anpassung der Governance-Verordnung notwendig, schreiben Michèle Knodt und Rainer Müller in ihrem Standpunkt.
Schon jetzt sind Handel mit und Investitionen in Belarus durch Sanktionen spürbar eingeschränkt. Jonathan Hackenbroich vom European Council on Foreign Relations (ECFR) und der Agora Strategy Group analysiert, welche weiteren Eskalationsschritte auch für die Energiebranche noch drohen können.
Die Solarbranche kann und muss einen Beitrag zur Bekämpfung der Biodiversitätskrise leisten, meinen Natalie Arnold und Elke Bruns vom Kompetenzzentrum Naturschutz und Energiewende (KNE). In ihrem Standpunkt empfehlen sie der Politik, Betreiber von Freiflächenanlagen zur Aufwertung von Lebensräumen in ihren Solarparks zu verpflichten.
Der europäische Solarmarkt ist abhängig von Modulimporten aus China, konstatieren Christian Müller von EIT InnoEnergy Deutschland und Gunter Erfurt vom Solarhersteller Meyer Burger. Sie schlagen in ihrem Standpunkt vor, das zu ändern: Eine europäische Solaroffensive lohne gleich mehrfach.
Der von der Europäischen Kommission vorgeschlagene Grenzausgleichsmechanismus sei grundsätzlich richtig, habe aber schwere Mängel in der Ausgestaltung, argumentiert der Umweltökonom Jürgen Hacker in seinem Standpunkt. Die Schutzwirkung sei unzureichend, der CBAM verstoße womöglich gegen WTO-Regeln und sei zudem unnötig bürokratisch.
Das Klimapaket der Europäischen Kommission steht nun zur Debatte und muss in die Tat umgesetzt werden. Susi Dennison vom European Council on Foreign Relations (ECFR) sieht in ihrem Standpunkt zwei große Herausforderungen: Erstens müsse die soziale Dimension innerhalb Europas beachtet werden, zweitens das Zusammenspiel mit dem Welthandel und den europäischen Nachbarn.
Ein Emissionshandel und gleichzeitig Emissionsstandards im Verkehr? Michael Pahle vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung kann dem Ansatz der Europäischen Kommission viel abgewinnen: Er bringe die zur Erreichung der Ziele notwendige Härte, ohne die Grenzen der politischen Durchsetzbarkeit zu sprengen.
Der Klimaökonom Reimund Schwarze vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung fordert eine verpflichtende Katastrophenversicherung für Wohngebäude, denn Starkregenereignisse seien überall und jederzeit möglich. Ein reines Marktmodell hält er dabei für ungeeignet. Unerlässlich sei eine sozialpolitische Flankierung, schreibt der Wissenschaftler.
Trockenheit und Erntebrände in Mecklenburg-Vorpommern, Starkregen mit Verwüstung ganzer Ortschaften in Rheinland-Pfalz und NRW: Das Extremwetter zeigt vor der eigenen Haustür, was der Klimawandel in weniger gemäßigten Zonen der Erde schon seit geraumer Zeit anrichtet. Peter Renner und Olivia Henke von der Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima fordern deshalb ein globales Konzept, um das weltweite Problem gemeinsam zu lösen.
Mit dem „Fit for 55“- Paket gibt die Kommission diese Woche den Startschuss für einen jahrelangen Prozess zur Umsetzung der neuen Klimaziele der EU. Brick Medak und Rebekka Popp vom Think Tank E3G beschreiben in ihrem Standpunkt, was es für einen gelungenen Start dieses politischen Marathons braucht.
Momentan scheint es so, als ob jedes Gespräch über die europäische Klimapolitik früher oder später um den geplanten CO2-Grenzausgleichsmechanismus CBAM kreist. Warum die EU nicht all ihre Hoffnungen darin setzen sollte, erklären Christopher Kardish und William Acworth vom Forschungs- und Beratungsinstitut Adelphi im Standpunkt.
Ein neuer europäischer Emissionshandel für Verkehr und Gebäude wäre ein Irrweg, warnen Dorothee Saar und Julian Schwartzkopff von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) in ihrem Standpunkt. Die Lenkungswirkung sei strittig, soziale Schieflagen drohten und Lobbyinteressen könnten die Oberhand gewinnen. Sie plädieren für höhere Energiesteuern in der EU.
Quantencomputer können helfen, den Klimawandel einzudämmen, meint Udo Littke, Europachef von Atos. Dafür dürften sie aber nicht länger im Labor versteckt werden. Es gebe bereits vielversprechende Ansätze, die dringend in die Praxis gebracht werden müssten.
Grüner Wasserstoff aus Onshore-Windkraft kann bis 2030 das Preisniveau von grauem Wasserstoff aus fossiler Produktion erreichen, glaubt man bei Siemens Gamesa. Mit Offshore-Wind sei die Preisparität schon 2035 zu erreichen. Was dazu auf regulatorischer Ebene geschehen muss, erklärt CEO Andreas Nauen im Standpunkt.
Die EU-Klimaschutzverordnung regelt 60 Prozent der EU-Emissionen. Um die Klimaziele für 2030 und 2050 zu erreichen, muss die jetzt anstehende Überarbeitung der Verordnung gelingen, schreibt Nils Meyer-Ohlendorf vom Ecologic Institute in seinem Standpunkt. Er macht eine Reihe von Reformvorschläge.
Intensiv wird gerade darüber diskutiert, wie die Einnahmen aus der CO2-Bepreisung am besten an die Bürger:innen zurückerstattet werden sollten. Ein prominenter Vorschlag: Abschaffung der EEG-Umlage. Der Umweltökonom Paul Lehmann äußert in seinem Standpunkt jedoch Zweifel, ob das umwelt- und sozialpolitisch sinnvoll wäre.
Das neue Klimaschutzgesetz sieht vor, der Atmosphäre CO2 zu entziehen. Dazu fehlt es Deutschland nicht an Innovationskraft, aber an mutiger Politik, schreiben Jan Minx und Arwen Colell vom Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change .
Der 17. Juni 2021, der 30. Jahrestag der Unterzeichnung des Nachbarschafts- und Freundschaftsvertrages zwischen Polen und Deutschland, bietet eine ideale Chance zum Einstieg in die Weiterentwicklung und Renaissance der bilateralen Beziehungen, schreibt Sylwia Andralojc-Bodych von Germanwatch. Besondere Aufmerksamkeit gebühre dabei dem Klimaschutz.
Die Wasserstoffwirtschaft entwickelt sich. Gut so, meint Dena-Chef Andreas Kuhlmann in seinem Standpunkt. Aber das reiche lange nicht. Vielmehr müsse bei der Stromversorgung, bei der Infrastruktur, bei den Fachkräften ebenso dringend mit Mut und Elan vorangeschritten werden. Er beschreibt drei zentrale Losungen, die bei der Bewältigung der großen Aufgabe Klimatransformation stets beachtet werden sollten.
Angesichts der enormen Bedeutung der Wälder für Klima- und Umweltschutz müssen Kahlschläge in der neuen EU-Forststrategie verboten werden, schreibt die Forstwissenschaftlerin und Europaabgeordnete der Grünen, Anna Deparnay-Grunenberg. Ohne eine nachhaltige Waldbewirtschaftung würde die EU an dem Ast sägen, auf dem sie sitzt.
Um die ukrainische Wasserstofferzeugung anzukurbeln, reichen Geschenke aus Deutschland nicht aus, schreiben Georg Zachmann und Lukas Feldhaus von Berlin Economics. Um längerfristig sichere und wettbewerbsfähige Exporte zu garantieren, müsse Deutschland auf tiefgreifende Reformen des ukrainischen Strommarktes bestehen.
Das Zeitalter von Erdgas ist vorbei – diese Ansicht vertritt Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz der Deutschen Umwelthilfe. In seinem Standpunkt antwortet er auf einen Beitrag von Timm Kehler, Vorstand des Branchenverbandes Zukunft Gas, der für die Innovationskraft der Erdgaswirtschaft und klimaneutrale Gase im Gebäudebereich geworben hatte.
Sind die Braunkohle-Entschädigungen vereinbar mit EU-Recht? Diese Frage untersucht die EU-Kommission derzeit. Am heutigen Montag endet die Frist, in der Verbände und Unternehmen sich in dieses Prüfverfahren einbringen können. Eine kritische Einschätzung kommt vom Ökoenergieanbieter Greenpeace Energy: Die Braunkohle-Kompensationen könnten am Ende nicht nur den Markt verzerren, sondern auch den eigentlich geplanten Nutzen fürs Klima konterkarieren, meint Vorstand Sönke Tangermann.
Im Sommer soll das „Fit for 55“-Paket der EU veröffentlicht werden. Es soll den EU-Klima- und Energierahmen für 2030 so ausgestalten, dass die Ziele des Green Deal erreicht werden können. Christoph Rinke, Vorstand von Bürgerenergie Berlin, sagt, um die vereinbarten Klimaziele erreichen zu können, müsse die Bundesregierung die Weichen für die Bürgerenergie stellen.
Im Gegensatz zur Stromnetzplanung führt die Gasnetzplanung bislang eher ein Schattendasein, bemerken Cora Herwartz und Felix Heilmann vom Thinktank E3G. In Anbetracht der Klimaziele und der Debatte um Wasserstoffnetze fordern sie einen wissenschaftsbasierten und offenen Austausch darüber, wie eine klimagerechte Infrastrukturplanung in Deutschland aussehen sollte.
Timm Kehler nimmt den kürzlich vorgestellten Net-Zero-Fahrplan der Internationalen Energieagentur zum Anlass für zwei Hinweise: Die IEA verlange mitnichten einen pauschalen Verkaufsstopp für neue, fossil betriebene Heizungen. Und die Gasbranche arbeite an Wasserstoff-Innovationen für die globale Dekarbonisierung, schreibt der Chef des Branchenverbands Zukunft Gas.
Die verschärften deutschen Klimaziele laufen ohne eine Lösung der sozialen Konflikte ins Leere, warnt IÖW-Forscher Bernd Hirschl. Er empfiehlt in seinem Standpunkt ein neues Zusammenspiel aus Fordern, Fördern und Umverteilung im Gebäudesektor, neue Beteiligungsformen beim Erneuerbarenausbau, öffentliche Parkhäuser zum Laden von E-Autos und Kommissionen wie beim Atom- und Kohleausstieg.
Der neue Klimakurs der USA mag dasselbe Ziel vor Augen haben wie der Green Deal der EU – doch die Wege dahin sind durchaus unterschiedlich. Das könnte zu Spannungen führen, schreibt Samantha Gross, Direktorin für Energiesicherheit bei der amerikanischen Denkfabrik Brookings Institution.
Ist ein radikaler Schnitt mit der Energieinfrastruktur notwendig für die Dekarbonisierung? BDEW-Chefin Kerstin Andreae meint in ihrem Standpunkt: Nein, im Gegenteil. Mit Strom-, Gas- und Fernwärmenetz seien die entscheidenden Strukturen für die Wärmewende bereits vorhanden. Ihnen komme in der Übergangszeit und auch bei vollständiger Klimaneutralität eine entscheidende Rolle zu – dazu brauche es aber kluge Regulierung.
Bis 2030 sollte Deutschland auf dem gleichen Minderungspfad voranschreiten wie in den vergangenen drei Jahren, fordert Joachim Nitsch vom Verein CO2-Abgabe. Dann wären bis dahin schon 73 Prozent weniger Emissionen erreicht. Wie das konkret möglich wäre, beschreibt Nitsch in seinem Standpunkt.
Die Prognosen der Bundesregierung zum Strombedarf liegen eher im unteren Bereich des Erwartbaren, meint auch Werner Götz, Chef des Übertragungsnetzbetreibers Transnet BW. Damit sei der errechnete Netzausbaubedarf nur das Minimum. Um das genauer abschätzen zu können, brauche es ein sektorenübergreifendes Zielbild des Energiesystems.
Die Konferenz zur Zukunft Europas kann ein Meilenstein der EU Klimapolitik werden – vorausgesetzt ihre Empfehlungen sind konkret und konzentrieren sich auf die Handlungsfähigkeit der EU, schreibt Nils Meyer-Ohlendorf vom Ecologic Institut. Er macht drei Vorschläge für eine klimapolitisch erfolgreiche Konferenz.
Die Umstellung auf eine klimaneutrale Lebensweise ist zügig möglich – auch in unserer modernen Industriegesellschaft, schreibt Ralf Schmidt-Pleschka vom Ökostromversorger Lichtblick. Es brauche dafür allerdings eine ganze Reihe politischer Reformen. Der Standpunkt stellt die aus Sicht des Autors fünf drängendsten Aufgaben vor.
Viele Ansätze sind lobenswert im ersten Entwurf der neuen Richtlinie zur Förderung erneuerbarer Energien (REDIII), meint Simone Peter, Präsidentin des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE). In ihrem Standpunkt erklärt sie, wo es aber an ambitionierten Zielquoten und Verbindlichkeiten mangelt.
In einer heute veröffentlichten Analyse des Kopernikus-Projekts Ariadne nehmen Grischa Perino und Kollegen von Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung sowie der Uni Hamburg den paradoxen Effekt der Marktstabilitätsreserve auseinander. Er sorgt mitunter dafür, dass sie entgegen ihrer eigenen Zielsetzung im EU-Emissionshandel für mehr statt weniger Emissionen und Preisschwankungen sorgt. Eine Lösung haben die Forscher auch parat.
Die Finanzierung der Energiewende ist nicht das Problem. Wind- und Solarstrom sind die günstigsten Energieformen aller Zeiten. Um wirklich auf einen 1,5-Grad-Pfad zu kommen und das Pariser Klimaabkommen einzuhalten, gilt es die Verhinderungsplanung und Blockaden der großen Koalition zu überwinden. Das fordern die drei grünen Bundestagskandidaten Katharina Beck, Philip Alexander Hiersemenzel und Simon Gabriel Müller in ihrem Standpunkt.
Die derzeitige Konstellation des Strommarkts benachteiligt die erneuerbaren Energien und schafft für fossile Kraftwerksbetreiber weitgehend risikolose Möglichkeiten zu Arbitrage-Gewinnen, meint Klaus Mindrup, SPD-Umweltexperte im Bundestag. Er plädiert in seinem Standpunkt für Reformen, die Flexibilität, Eigenverbrauch und Speicherung belohnen.
Die Rhetorik zur Klimasicherheit stimmt, aber die Politik hinkt der Wissenschaft weit hinterher, schreibt Sabrina Schulz in ihrem Standpunkt. Sie startet in wenigen Tagen als Geschäftsführende Direktorin des Sustainable Development Solutions Network Germany und plädiert anlässlich des Biden-Klimagipfels für einen klaren und strategischen Kurs, um Konflikten vorzubeugen und sie einzudämmen.
Der Zusammenschluss Scientists for Future veröffentlicht heute einen 16-Punkte-Vorschlag für eine klimaverträgliche Energieversorgung in Deutschland. Urban Weber, Professor der TH Bingen, baut in seinem Standpunkt auf diesen Forderungen auf und plädiert für einen massiven Ausbau von Wind- und Solarkraft. Die Zeit der Ausreden sei vorbei.
Zahlreiche Staaten sollten den internationalen Klimagipfel diese Woche zum Anlass nehmen, ihre Klimapläne zu schärfen, meinen die beiden Expertinnen für internationale Klimadiplomatie Jennifer Tollmann und Jule Könneke vom Thinktank E3G. Deutschland könnte dafür wichtige Signale setzen.
Geldpolitik ist nicht neutral, sie wirkt auf Klima und Gesellschaft. Deshalb fordern die Finanz- und Wirtschaftsexpert:innen Gerhard Schick, Adam Tooze, Daniela Gabor und Pierre Monnin eine neue demokratische Legitimation für Zentralbanken. Der Text entstand im Anschluss an die internationale Konferenz „Next Generation Central Banking: Climate change, inequality, financial instability“ im Februar.
Wie sollten Wasserstoffnetze reguliert werden? Kerstin Andreae plädiert in ihrem Standpunkt gegen einen zweigleisigen Ansatz. Gas- und Wasserstoffinfrastruktur sollten einheitlich behandelt und gedacht werden, um Stabilität zu garantieren und langfristig zu planen, argumentiert die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.
Nationale Klimaziele sind der falsche Weg. Kollektive Ziele der EU lassen sich effizient durch eine Ausweitung des Emissionshandels umsetzen. Die Mitgliedsstaaten behalten dennoch weiterhin die Eigenverantwortung, die Auswirkungen des Emissionshandels bei sich möglichst günstig zu beeinflussen, argumentiert Andreas Luczak von der Fachhochschule Kiel in seinem Standpunkt.
Hochschulen müssen fit werden für die Klimazukunft. Das ist in Zeiten der Pandemie keine zusätzliche Anforderung, sondern eine Chance, altbekannte Probleme zu lösen. Dafür müsste allerdings ein Sonderprogramm für klimaneutrale Wissenschaft aufgelegt werden, schreiben der Ökonom Uwe Schneidewind und Kai Gehring, Bundestagsabgeordneter der Grünen.
Die Nationally Determined Contribution (NDC) der EU zum Pariser Klimaschutzabkommen ist ein Schritt nach vorne, bleibt aber hinter dem Notwendigen zurück, wie eine Analyse der Leiterin Klimaschutz des WWF, Viviane Raddatz, zeigt. Problematisch sei insbesondere die Einbeziehung von CO2-Senken, auch die Ausweitung des Emissionshandels sieht sie skeptisch.
Wie kann die Gasdominanz Russlands strategisch eingehegt werden? Der Wissenschaftler Thomas O’Donnell von der Hertie School of Governance prüft in seinem Standpunkt die Möglichkeit, die Ukraine mit ihren großen Gasspeichern zu einer Art „Zentralbank“ für europäische Energie zu machen und sie als Puffer zu nutzen. Zusammen mit weiteren Alternativen zu den Nord-Stream-Pipelines verbessere das die Versorgungssicherheit stark.
Alle Welt spricht über Corona. Dabei spielt sich vor unseren Augen eine viel größere Katastrophe ab, die immense Auswirkungen auf Unternehmen weltweit haben wird. Doch viele Managerinnen und Manager unterschätzten immer noch die Gefahren, warnt Michael Bruch von Allianz Global Corporate & Specialty.
Individuelle Verantwortung der Mitgliedsstaaten – weniger kollektive Ziele für die EU – sind Voraussetzung für eine erfolgreiche EU Klimapolitik. Die Erhöhung der Reduktionsziele für Mitgliedsstaaten sollte Ausgangspunkt der Überarbeitung der EU Klimapolitik sein, nicht eine diffuse Diskussion zur Ausweitung des Emissionshandels, schreibt Nils Meyer-Ohlendorf.