Markus Schlitts Unternehmen Yunex Traffic hat in Zusammenarbeit mit der Stadt Wiesbaden ein intelligentes Verkehrsmanagementsystem aufgebaut. Künstliche Intelligenz führt in der Verkehrszentrale der Stadt alle Daten und Systeme zusammen. So werden je nach Ort, Situation, Lage, Tageszeit, Wetter oder Umweltbelastung unterschiedliche Bedürfnisse beachtet und der Verkehr entsprechend gesteuert.
15 Millionen vollelektrische Pkw bis 2030 als Ziel: Die neue Bundesregierung will Schwung in die Verkehrswende bringen, schreibt BDEW-Chefin Kerstin Andreae. Damit der Ausbau des Ladenetzes nicht am Bedarf vorbeigeht, bräuchten Unternehmen aber schlankere Genehmigungsverfahren statt enger Vorgaben.
Man darf gespannt sein, welches Verständnis von Liberalismus der designierte Bundesverkehrsminister Volker Wissing seiner Politik zugrunde legt. Sein Agieren zu mehr Tempo 30 in Städten war bisher widersprüchlich, schreibt Roland Stimpel, Sprecher der Fußgängerlobby Fuss.
Autos sind und bleiben „Platzfresser“, schreibt Martina Hertel vom Difu. Die Blockade des öffentlichen Raums durch Pkw sollte höher bepreist werden, fordert die Wissenschaftlerin. Die Einnahmen könnten Kommunen in den Ausbau umweltfreundlicher Mobilität stecken.
Haben Verbrennungsmotoren doch noch eine Zukunft, wenn sie mit synthetischen Kraftstoffen betankt werden? Nein, meint Harry Lehmann, Leiter des PtX Lab Lausitz. Er erinnert daran: Wissenschaftlich ist schon lange geklärt, dass Treibstoffe auf Basis von grünem Wasserstoff die Emissionen bei Flugzeugen und Schiffen sinnvoll senken können, aber bei Autos ausdrücklich nicht zum Einsatz kommen sollten.
Bei der Weltklimakonferenz wurde dem Individualverkehr auf der großen Bühne weit mehr Beachtung geschenkt als dem Gütertransport. Dabei ist dieser für einen Großteil der Emissionen verantwortlich. Alan McKinnon von der Kühne Logistics University erklärt, welche Maßnahmen abseits des Rampenlichts beschlossen wurden.
Bei der Energieagentur Dena wird heute über Bio-LNG im Transportsektor diskutiert. Einer der Teilnehmer, Fedor Unterlohner von der Organisation Transport & Environment, erklärt, warum das keine gute Lösung ist. Weder nachhaltiges Biomethan noch synthetisches E-Methan aus Ökostrom werden ausreichend skalierbar oder erschwinglich sein, um den Schwerlastverkehr zu dekarbonisieren.
Der Geschwindigkeitsassistent im Auto, der ab Mitte 2022 in neuen Fahrzeugmodellen Pflicht wird, ist ein notwendiger Schritt auf dem Weg zu sichererem Verkehr, schreibt Stephanie Leonard von TomTom. Indem die EU auf abschaltbare Assistenten und nicht auf Zwang setze, erhöhe sie die Akzeptanz neuer Technologien.
Wie kommen die Lkw mit den Orangen auf die Schiene? Dafür braucht es nicht zwangsläufig eine langwierige Bahnreform, erklärt der Ideengeber des Deutschlandtaktes Hans Leister. Eine neue Zielausrichtung für die Schienen-Infrastruktur in einer umgebauten Bahnholding könnte es auch tun, findet der frühere Bahnmanager und Mofair-Präsident.
In den Verhandlungen über das Fit-for-55-Paket wollen die Ampelparteien die Vorschläge der EU-Kommission unterstützen. Mit Blick auf die Verkehrswende kommt es unter anderem darauf an, die CO2-Flottengrenzwerte weiter anzuheben, eine leistungsfähige Ladeinfrastruktur aufzubauen und verschiedene Ansätze zur Bepreisung von CO2-Emissionen aufeinander abzustimmen.
Die neue Bundesregierung sollte nicht nur elektrische Pkw fördern, sondern auch E-Lastenräder. Umgerechnet müssten sie mit 2500 Euro subventioniert werden, die auch gewerbliche Weitervermieter erhalten müssten. Gleichbehandlung bei der Fahrzeugförderung ist wichtig für ein wirklich innovatives Mobilitätssystem.
Stromspeicher aus Kochsalz – es klingt zunächst verrückt, ist aber realistisch. Die Natrium-Ionenbatterie könnte schon bald serienreif sein. Ihre Kosten sollen nur 40 Prozent der heutigen Lithium-Ionen-Batterien betragen. Außerdem ist der Akku von seinen Materialien her nachhaltig, die Leistung bei Minustemperaturen überzeugt. Treffen die Einschätzungen von Herstellern wie CATL zu, wird sich der Batteriemarkt stark verändern – auch der für stationäre Speicher.
Der Weg in die grenzenlose „Europäische Republik”, in der Austausch, Handel, Klimaneutralität, Mobilität und soziale Gerechtigkeit gewährleistet sind, führt über ein gemeinsames Netz, schreibt der Künstler Stefan Frankenberger. Seinen Traum von einem europäischen Schnellbahnnetz hat er „Metropa“ getauft.
Mit Blick auf die kommende Weltklimakonferenz (COP) in Glasgow zeugt es von Realitätssinn, dass drei Viertel aller Nationalen Klimaschutzprogramme ganz konkret CO2-Minderungen im Verkehr als wichtigen Faktor benennen. Jetzt ist der Zeitpunkt, um konkrete, verbindliche und nachprüfbare Aktionspläne zu beschließen.
Um Bahnfahren günstiger und attraktiver zu machen, brauchen wir mehr Wettbewerb auf der Schiene, schreibt FlixMobility-CEO André Schwämmlein. Erreicht werden könne dies unter anderem durch eine Senkung der Trassenpreise, einen einheitlichen Mehrwertsteuersatz und steuerliche Anreize für geteilte Mobilität.
Radfahrer und Fußgänger haben in der Stadt zu wenig Platz. Parkende Autos nehmen zu viel Raum ein. Das hat Forscher Felix Creutzig vom Mercator Institut in einer Studie in Berlin herausgefunden. Neue Spielstraßen, mehr Carsharing und Sammeltaxis könnten für mehr Flächengerechtigkeit sorgen.
In Zeiten des industriellen und digitalen Wandels gehen Unternehmen neue Wege in der Personalarbeit. Können unternehmerische Entscheidungen auf die Bedürfnisse der Menschen Rücksicht nehmen, fragt Bosch-Arbeitsdirektorin Filiz Albrecht.
Lkw, die mit Flüssigerdgas (LNG) betrieben werden, bieten keine Vorteile für das Klima oder die Luftverschmutzung. Dennoch genießen sie regulatorische Anreize. Die Fortsetzung der Investitionen in LNG-Lkw und -Infrastruktur birgt ein hohes Risiko von Stranded Assets, meint Felipe Rodriguez, Leiter des Heavy-Duty Vehicles Programs der Forschungsorganisation ICCT.
Der Umgang mit Mobilitätsdaten von Verbrauchern entscheidet über die smarte Mobilitätswende. Nur wenn es der nächsten Bundesregierung gelingt, den vertrauenswürdigen Umgang mit Mobilitätsdaten sicherzustellen, werden Verbraucher:innen mitkommen.
Auf dem am Montag in Hamburg startenden ITS-Weltkongress stellt Acatech die ersten Anwendungsfälle aus dem Datenraum Mobilität vor, kündigt deren Präsident Karl-Heinz Streibich an. Die Plattform lege den Grundstein für einen souveränen Datenaustausch in Europa.
Die CO2-Emissionen im Verkehr schnellen wieder hoch, nicht zuletzt wegen des Pendlerverkehrs. Das Ziel muss sein, Wege zwischen Wohn- und Arbeitsort möglichst zu reduzieren und auf öffentliche Verkehrsmittel zu verlagern, schreibt Philipp Kosok von Agora Verkehrswende. Dabei könnte die Pandemie-Erfahrung eine Chance sein. Entscheidend sind Verbesserungen im öffentlichen Verkehr und Reformen im Steuerrecht.
Nach vier Jahren zieht Florian Herrmann, Vize-Chef des Fraunhofer-Instituts IAO, Bilanz aus dem Forschungsprojekt Eco Fleet Services mit der Stadt Heidelberg. Entstanden ist eine digitale Buchungsplattform für betriebliche Mobilität, die als Vorbild für Verwaltungen und Unternehmen dienen soll.
Die Planung von neuer Infrastruktur dauert in Deutschland sehr lange. Die Politik weist mit dem Finger auf Umweltverbände und will die Beteiligung der Zivilgesellschaft einschränken. Das führt in die Irre. Es braucht mehr Personal in den Behörden und eine qualitativ hochwertigere Planung.
Innenstädte und Ortskerne sind die Visitenkarten unserer Kommunen. Um diese Orte zukunftsfest zu gestalten, gibt es viele Stellschrauben, schreibt Jan Strehmann. Eine davon ist die Radlogistik, erläutert der Referatsleiter Mobilität und Wirtschaft beim Deutschen Städte- und Gemeindebund in seinem Standpunkt.
E-Mobilität spielt trotz steigender Zulassungszahlen auf deutschen Straßen nach wie vor eine untergeordnete Rolle im Vergleich zu Skandinavien, schreibt Anders Bergtoft. Im Gastbeitrag erläutert der CEO eines schwedischen Ladeinfrastrukturunternehmens, was die Bundesrepublik von Schweden und Norwegen lernen kann.
Damit die ökologische Verkehrswende gelingt, braucht es eine schnelle Antriebswende. Doch langlaufende Verkehrsverträge behindern auf dem Land den Wechsel zu elektrischen Bussen. Mit einem Klimaticket im Rahmen einer allgemeinen Vorschrift können Aufgabenträger gegensteuern.
Ein Forschungsprojekt des Umweltbundesamtes hat in Aachen, Kiel, Köln und Leipzig Platz im Straßenraum zugunsten von Fuß- und Radverkehr neu verteilt. Michael Frehn, Geschäftsführer der Planersocietät, beschreibt im Standpunkt, worauf Kommunen dabei achten sollten und und warum sich der Aufwand trotz Widerständen lohnt.
Ohne blauen und türkisen Wasserstoff wird es nicht gehen, schreibt Veronika Grimm, Klimaökonomin und Wirtschaftsweise. Im Gastbeitrag erklärt die Professorin, warum wir für eine gewisse Zeit nicht auf den Einsatz fossiler Ressourcen für die Wasserstoffherstellung verzichten können.
Sind Verbote schädlich für die Innovationskraft? Im Gegenteil, meint Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock. Oft wird der Vorwurf erhoben, dass Verbote der Wirtschaft schaden und die Kreativität einbremsen. Dabei sind Verbote wichtige Ankerpunkte für die Entwicklung des Neuen, meint WZB-Forscher Andreas Knie – vorausgesetzt, es gibt eine Wettbewerbslandschaft für neue Ideen und unternehmerischen Spielraum, damit sich der Aufwand auch lohnt.
Effiziente Sicherheitskontrollen ohne langes Warten, biometrisches Boarding, der „Single European Sky“, reibungslose Schnittstellen zwischen Zug und Flugzeug sowie die Anbindung des Münchener Flughafens an das ICE-Netz wären wichtige Aufgaben für die nächste Bundesregierung, schreibt Kay Lindemann, Politikchef der Lufthansa. Stattdessen leiste sich die Republik immer noch die Subventionierung unrentabler Airports.
Das Auto ist momentan die Norm – und nur, was davon abweicht, bedarf einer Erklärung, kritisiert Dirk von Schneidemesser vom Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung Potsdam im Standpunkt. Die Sprache, die wir im Kontext von Verkehr nutzen, verhindere eine gerechtere Verteilung von Flächen, von Zugang und gesellschaftlicher Teilhabe.
Die Mobilitätsindustrie steht vor der größten und tiefsten Veränderung in ihrer Geschichte, schreibt Professor Andreas Herrmann von der Universität St. Gallen. In seinem Gastbeitrag erläutert er, worauf es dabei ankommt und warum Mobilität zur Gemeinschaftsaufgabe wird.
Der jüngste Bericht des IPCC macht deutlich, es ist allerhöchste Zeit für eine zügige E-Mobilitätswende für mehr Klimaschutz im Verkehr. Ein Ausstiegsdatum für Verbrenner bis 2032 und ein ambitionierter Ausbau der Ladeinfrastruktur sorgen dabei für Planungs- und Investitionssicherheit, findet Sandra Roling von der Climate Group.
Auf dem VDV-Mobilitätskongress unterzeichnet die Branche heute eine Absichtserklärung für den gegenseitigen Ticketverkauf. Mit der App des heimischen Nahverkehr-Anbieters sollen Fahrgäste Tickets in ganz Deutschland kaufen können. So wappnet sich der ÖPNV gegen externe Plattformanbieter, meint der Vizepräsident des VDV, Knut Ringat.
Obwohl die Umsetzung der beiden neuen Abschnitte des Berliner Mobilitätsgesetzes geplatzt sind, wurden damit bereits viele der gesteckten Ziele erreicht, schreiben Sophia Becker und Anke Sterz von der Technischen Universität Berlin im Standpunkt. Sie ziehen nach drei Jahren eine überwiegend positive Bilanz und empfehlen anderen Städten, dem Berliner Beispiel zu folgen.
Mehr Mitbestimmung – das ist die Voraussetzungen für die erfolgreiche Transformation der Automobilindustrie, findet Jörg Köhlinger, Leiter des IG Metall-Bezirks Mitte. Es dürfe keine Entlassungen geben. Was sich aus seiner Sicht darüber hinaus ändern muss, erläutert er im Standpunkt.
In der aktuellen politischen Debatte und bei der Planung des innerstädtischen Verkehrs werden Radfahrende vor allem in ihrem Vorfahrtsrecht bestärkt. Selbst wenn sie dabei weiterhin an Kreuzungen unter die Räder von rechtsabbiegenden Lkw geraten.
Immer wieder überrollen Lkw-Fahrer Radler. Die Fahrer sollte man nicht an den Pranger stellen. Doch den Fehler andererseits bei Radfahrern zu suchen, ist völlig falsch. Die Infrastruktur muss so umgebaut werden, dass eine kurze Unaufmerksamkeit keine tödlichen Folgen hat.
80 Prozent des städtischen Frachtvolumens könnte emissionsfrei per E-Lastenfahrrad ausgeliefert werden, schreiben Jennifer Dungs, Head of Mobility beim europäischen Fonds EIT InnoEnergy, und Beres Seelbach, Geschäftsführer des Lastenradherstellers Ono. Sie fordern mehr Radinfrastruktur und andere Förderprogramme.
Die Farbampel zeigt nicht den wahren Energieverbrauch von Verbrenner-Autos. Verbraucher leiden deshalb immer wieder unter unerwartet hohen Steuerbescheiden. Und nun will Wirtschaftsminister Peter Altmaier die Farbskala ganz abschaffen. Umweltministerin Svenja Schulze darf das nicht zulassen.
Die GDL will mit einem hohen Tarifabschluss Mitglieder von der EVG abwerben – nachdem sich diese zu früh auf eine Nullrunde eingelassen hat. Das ist legitim. Das Tarifeinheitsgesetz zwingt die Gewerkschaften zum Konkurrenzdenken. Doch die Deutsche Bahn will ihre Hausgewerkschaft schützen. Und blockiert deshalb eine Einigung.
Die GDL wehrt sich mit ihren Streiks auch gegen das Tarifeinheitsgesetz und kämpft mit der EVG um die Vorherrschaft im DB-Konzern. Das schadet den Fahrgästen und dem Systemverbund Bahn. Der Gesetzgeber muss beim Tarifeinheitsgesetz nacharbeiten und die Gewerkschaften zur Kooperation zwingen.
Aus Angst vor Kritik und Widerstand verliert sich die Politik in kleinteiligen Entscheidungen, wenn es darum geht, die Mobilität neu und klimafreundlicher zu gestalten, kritisiert Christoph Werneke. Der Vorstand der Plattform Mobility Allstars fordert ein Zielbild – und erwartet einen konkreten Fahrplan, vor allem von Lokalpolitikerinnen und -politikern.
Ob Klimaschutz, Luftreinhaltung, Lärmschutz oder Verkehrssicherheit – bei der Transformation des Mobilitätsbereichs sind die Fronten oft verhärtet. Auch weil Bürger:innen kaum beteiligt werden, meinen Lea Dabbert und Christian Klasen von Ifok. Sie zeigen auf, wie Bürgerbeteiligung in der nächsten Legislatur gelingt.
Kurz vor der Bundestagswahl hat die Debatte um eine mögliche Zerschlagung der Deutschen Bahn wieder Fahrt aufgenommen. Die Trennung von Netz und Betrieb würde die Branche auf Jahre lähmen, warnen EVG-Vorständin Cosima Ingenschay und Heike Moll, Gesamtbetriebsratsvorsitzende DB Station & Service, im Standpunkt. So ließen sich die Klimaziele nicht erreichen.
Die Deutsche Bahn teilt Echtzeitdaten mit Google und bewirbt dies als „Riesenschritt in Richtung Mobilitätswende“. Für Franziska Heine von Wikimedia Deutschland kommt die Bahn zehn Jahre zu spät. Statt Kooperation mit Big Tech brauche es endlich offene Schnittstellen für Daten.
Carsharing-Anbieter sind häufig mit dem Vorwurf konfrontiert, ihren Service nur dort anzubieten, wo sie nicht gebraucht werden. Miles-CEO Oliver Mackprang hält in seinem Gastbeitrag dagegen und erläutert, warum die geteilten Mobilitätsangebote auch im Innenstadtbereich gebraucht werden und weshalb das Angebot nur langsam in die Außenbezirke kommt.
Das Auto hat durch die Pandemie an Wertschätzung gewonnen, und es steht ihm eine gute Zukunft bevor. Doch es wird sich um eine Mobilität handeln, die sich stark von der unterscheiden wird, die wir aus dem 20. und dem frühen 21. Jahrhundert kennen, meint Branchenkenner Joaquim Ramis Pla. Die Mobilität wird elektrisch sein. Dann wird sich zeigen, ob es den etablierten Herstellern gelingen wird, sich gegen die chinesischen Hersteller oder die US-Technologiegiganten zu behaupten.
Um die Potenziale von E-Bikes, E-Rollern und E-Kickscootern für die urbane Mobilität zu heben, braucht es eine bundesweite Mikromobilitätsstrategie fordert Tobias Breyer, Mit-Initiator eines neuen Branchenbündnisses. Die Infrastruktur müsse entsprechend angepasst, die Sicherheit erhöht und die Flächen in der Stadt gerecht verteilt werden.
Ein Emissionshandel und gleichzeitig Emissionsstandards im Verkehr? Michael Pahle vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung kann dem Ansatz der Europäischen Kommission viel abgewinnen: Er bringe die zur Erreichung der Ziele notwendige Härte, ohne die Grenzen der politischen Durchsetzbarkeit zu sprengen.
Der Wettbewerb im Nahverkehr funktioniert, ist Susanne Henckel überzeugt. Die Aufgabenträger hätten die Risiken für die Eisenbahnen bereits gesenkt, erklärt die Geschäftsführerin des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg. Jüngste Vergaben zeigten den Erfolg dieser Strategie.
In Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftszentrum Berlin (WZB) und im Auftrag des Bundesforschungsministeriums führt das Meinungsforschungsinstitut Infas die Mobilitätsstudie Mobicor durch. Die Ergebnisse der dritten Befragungsrunde stellen die WZB-Forscher Andreas Knie und Franziska Zehl vor. Die Dominanz des Autos bleibt während der Coronakrise stark, Fußverkehr und Fahrrad können sich aber behaupten. Der ÖPNV ist in der Krise.
Bei aller Kritik in wichtigen Details: EU-Vizekommissionspräsident Frans Timmermans legt insgesamt mit seinem Gesetzesentwurf für den Straßenverkehr einen ordentlichen Vorschlag vor. Doch aus Klimaschutzsicht gehen die Vorschläge nicht weit genug, meint Peter Mock vom ICCT. Selbst mit den minus 55 Prozent für neue Pkw bis 2030 und einem Verbrennerausstieg bis 2035 wird der Straßenverkehr die EU-Klimaziele für 2030 meilenweit verfehlen.
Weder Displays und erst recht nicht Aufkleber sind für Hildegard Müller eine praktikable Lösung für Preisvergleiche an Ladesäulen. Der Aufbau der neuen Infrastruktur müsse auf digitale Lösungen setzen, fordert die Präsidentin des Verbandes der Automobilindustrie in ihrem Gastbeitrag.
Ein neuer europäischer Emissionshandel für Verkehr und Gebäude wäre ein Irrweg, warnen Dorothee Saar und Julian Schwartzkopff von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) in ihrem Standpunkt. Die Lenkungswirkung sei strittig, soziale Schieflagen drohten und Lobbyinteressen könnten die Oberhand gewinnen. Sie plädieren für EU-weit höhere Energiesteuern.
Umwelt- und sozialverträgliche Mobilitätskonzepte für Wohnquartiere werden immer wichtiger – auch angesichts steigender Mieten und längerer Pendelstrecken zur Arbeit. Darauf muss sich auch die Wohnungswirtschaft einstellen, meint René Waßmer, Mobilitätsexperte vom ökologischen Verkehrsclub VCD.
Die klassische Autovermietung ist die Urform geteilter Mobilität, schreibt Jason C. Altman, Deutschlandchef der Enterprise Holdings, in seinem Gastbeitrag. Anlässlich der Gründung eines Interessenverbands der internationalen Autovermieter fordert Altman eine Gleichstellung der Branche mit Carsharing-Anbietern, die Förderung von Mobilitätsbudgets und einen diskriminierungsfreien Datenzugang.
Mobilität auf der Landstraße muss sicherer werden, fordert Jonas Hurlin, Referatsleiter Politik und Recht beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat. Im Standpunkt erläutert er, wie ein entsprechendes Aktionsprogramm aussehen könnte und schlägt unter anderem kleine Änderungen in der StVO vor, die lokalen Behörden mehr Freiheiten geben.
Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft feiert heute sein zehnjähriges Jubiläum. Verbandspräsident Peter Gerber blickt in Tagesspiegel Background auf die turbulente Gegenwart und bekräftigt den Willen der Branche, mehr zum Klimaschutz beizutragen. Doch Auflagen müssten für alle gelten.
Die schlechte Nachricht ist: Autonome Fahrsysteme werden den Mobilitätssektor frühestens in den 2030er Jahren flächendeckend durchdrungen haben. Die gute: Das gibt Fahrzeugherstellern, ÖPNV-Anbietern, ihren Beschäftigten und der Politik viel Zeit, jetzt die richtigen Weichen für den Wandel zu stellen. Welche das sein sollten, schreibt Zukunftsforscher Robert Peters.
Das Zaudern der International Maritime Organisation (IMO) beim Klimaschutz wird gefährlich. Deshalb sollte die EU nach Meinung von Uwe Lauber von MAN Energy Solutions im Zuge des Fit-for-55-Pakets einen Regulierungsvorschlag vorlegen, der Investitionsanreize in nachhaltige Technologien setzt, die Verfügbarkeit von klimaneutralen Kraftstoffen sicherstellt und auf eine international abgestimmte CO2-Bepreisung abzielt.
Dienstwagen sind teuer und haben einen großen ökologischen Fußabdruck. Die ersten Firmen denken um – und arbeiten an alternativen Mobilitätsangeboten. Damit betriebliches Mobilitätsmanagement nicht von einzelnen Akteuren abhängt, sondern systematisch implementiert wird, braucht es eine bundesgesetzliche Regelung für die Nutzung von Dienstfahrzeugen, fordert Oliver Hagen, Vorstandsmitglied im Bundesverband Zukunft Fahrrad.
Aufgrund der hohen rechtlichen Anforderungen wird der Weg in eine kundenorientierte, flexible, gebündelte On-Demand-Mobilität nur über die Politik zum Ziel führen. Der rechtliche Weg zum Einsatz von gebündelten Bedarfsverkehren dürfte steinig sein, meint Jurist Jörg Niemann. Ob mit den neuen Regelungen zum Personenbeförderungsgesetz mehr Rechts- und Planungssicherheit geschaffen wurde, bezweifelt er.
Im Automobilvertrieb haben digitale Identitäten eine immer größere Bedeutung: Fahrzeugkauf, -Leasing, Kfz-Zulassung sowie der Versicherungsabschluss sind aufwändige Prozesse. Durchgängig digitalisiert werden sie viel nutzerfreundlicher und kosteneffizienter, schreibt Stefan Imme, Chief Digital Officer der Volkswagen Financial Services, im Standpunkt.
Wie kommen endlich mehr Güter auf die Schiene? Die Kombination von Zug und Straße muss deutlich vereinfacht werden. Ein intermodaler Transport muss für kleinere Speditionen, kürzere Wege und geringere Stückzahlen logistisch möglich und rentabel werden, schreibt Roman Noack, CEO des Unternehmens Helrom. Die technologischen Lösungen hierfür existieren bereits. Mit neuen horizontalen Verladetechniken können nicht kranbare Trailer bequem umsteigen.