Der elektrische Pkw wird noch lange in ländlichen Räumen wichtig bleiben. Aber wenn das Angebot da wäre, würden 60 Prozent der Menschen häufiger Bus, Bahn oder Rad nutzen. Es fehlt aber nicht nur die passende Infrastruktur, sondern auch eine Finanzierung, die über Pilotprojekte hinausgeht.
Mobilität bildet in unserer Gesellschaft die Grundlage für Wertschöpfung und Wohlstand – und sie steht vor großen Veränderungen. Auf die unterschiedlichen Akteure im Verkehrswesen kommen große Herausforderungen zu. Die Politik muss den Anstoß geben.
Bisher gilt in der Verkehrsplanung das Paradigma „schneller, öfter, billiger“. Doch „schnell“ raubt den Spielraum für das Warten auf Anschlusszüge, das „öfter“ machte das Streckennetz verspätungsanfällig, und das „billiger“ führte dazu, dass Überholmöglichkeiten reduziert wurden. Statt plakativer Forderungen braucht es Kärrnerarbeit im Detail für einen vertakteten, vernetzten und verlässlichen öffentlichen Verkehr.
Im Verkehrssektor fehlen mittlerweile Hunderttausende Fachkräfte. Insbesondere Berufskraftfahrer werden gesucht. Eine bessere Bezahlung ist ein Baustein, aber auch politisch muss etwas gegen den Personalmangel getan werden. Einige Vorschläge.
Dass die Technische Universität Braunschweig offenbar den Lehrstuhl für Planung und Betrieb öffentlicher Verkehrssysteme nicht nachbesetzen will, ist ein Alarmsignal für die deutsche Verkehrswende. Der Staat muss in die akademische Ausbildung investieren. Dies hilft auch gegen den Fachkräftemangel. Carsten Sommer ist auch stellvertretender Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats beim Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV).
Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag einen Ausbau- und Modernisierungspakt für den ÖPNV angekündigt, der zwischen Bund, Ländern und Kommunen zur Verbesserung des ÖPNV geschlossen werden soll. Verkehr und Mobilität müssen dabei raumübergreifend betrachtet werden. Auch den ländlichen Räumen muss deshalb die Beachtung zukommen, die ihrem Stellenwert entspricht.
Bei der Verkehrswende sollten nachhaltige Mobilität, persönliche Freiheit, Umwelt- und Klimaschutz sowie eine prosperierende Wirtschaft zusammen gedacht werden. So bleiben auch ohne Verbote alle mobil und Deutschland erreicht gleichzeitig seine Klimaziele.
Wer meint, mit den bisherigen Angeboten bei Bahn und Bus, in Verbindung mit günstigen Flatrate-Tickets, das Ziel erreicht zu haben, ist definitiv auf dem Irrweg. Es braucht attraktive On-Demand-Angebote, gerade für Seniorinnen und Senioren. In Zukunft werden die Shuttles automatisiert fahren. Das sollte dem Staat mehr Geld wert sein.
Anfang des Jahres hieß es noch, dass in Zukunft aus dem Autogipfel ein Mobilitätsgipfel werde. Ohne die Umweltverbände wird am Montag stattdessen wieder über Autos geredet. Im Fokus steht erneut die schleppend laufende Antriebswende.
Einst setzte Deutschland als Weltmarktführer in der Automobilindustrie die Maßstäbe und gab das Tempo vor. Im Zeitalter der digital getriebenen Elektromobilität kämpft das Land nun darum, den Anschluss nicht zu verlieren. Statt Entwicklung zu fördern, wird Fortschritt gebremst. Was den effizienten Aufbau der Infrastruktur angeht, können wir daher viel von den nordischen Nachbarn lernen.
Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts stehen auch Budgets, die für die öffentliche Mobilität und Verbesserung von Deutschlands Infrastruktur geplant waren, zur Disposition. Nun müssen Prioritäten gesetzt werden. Sie sollten stark auf die Lebenswirklichkeit der Menschen ausgerichtet werden.
Die Auswirkungen des Klimawandels auf extreme Wetterereignisse nehmen zu. Starkregen und Brände stellen immer häufiger ein Problem für unsere Infrastruktur dar. Abhilfe können Klima- und Wetterdaten bei der Entwicklung von klimawandelgerechten Anpassungsmaßnahmen für die Bundesverkehrswege leisten.
Die Bundesregierung sollte bei der kleinen Bahnreform 2024 einen schweren Fehler vermeiden und an der Gewinnerzielungsabsicht der gemeinwohlorientierten InfraGO festhalten. Würde die geschwächt, hätte die InfraGO weniger Anreize, wirtschaftlich mit den Finanzmitteln umzugehen und so für eine hohe Qualität der Infrastruktur zu sorgen.
Die im Wachstumschancengesetz geplante Neuregelung der Dienstwagenbesteuerung geht unter sozialen, ökologischen und haushaltspolitischen Gesichtspunkten exakt in die falsche Richtung. Deutschland sollte sich vielmehr ein Beispiel an anderen Ländern wie Großbritannien und Niederlande nehmen.
Volkswagen will mit seinem Bikeleasing zur Nummer zwei im Markt werden. Angesichts der hohen Wachstumsraten dürften andere Autobauer folgen. Sie können damit als Komplettanbieter auftreten und als ganzheitliche Mobilitätsanbieter fungieren.
Vor einigen Tagen ist die erste bundesweite Superblock-Konferenz zu Ende gegangen. Janet Sanz, ehemalige stellvertretende Bürgermeisterin für Städtebau und Klimanotstand von Barcelona, erklärt, warum Superblocks mehr als eine städtebauliche Maßnahme zur Verkehrsberuhigung sind.
Deutschland tut sich schwer mit dem Umstieg auf die E-Mobilität. Oft wird die Schuld auf das Ladenetz geschoben. Doch nicht nur eine Studie des Energieverbandes BDEW räumt mit diesem Mythos auf. Kluge Regulierung wie in anderen europäischen Ländern könnte Deutschland auf die Überholspur bringen.
Die StVO-Novelle hat den Anspruch, das gleichberechtigte Verkehrsgeschehen in Deutschland zu lenken. Doch die Neuordnung ist kaum mehr als eine einseitige Gängelung des motorisierten Individualverkehrs.
Der Fernverkehr auf der Schiene ist in Deutschland praktisch ein Monopolmarkt. Das ist schlecht für die Reisenden und das Klima. Den Wettbewerb anheizen könnten Buchungsplattformen. Sie bringen digitale Innovationen wie vereinfachte Buchungsmasken oder die Möglichkeit, Tickets für mehrere Verkehrsmittel zu kombinieren, auf den Markt. Und sie schaffen Sichtbarkeit für konkurrierende Bahn-Unternehmen.
Politiker aller Parteien bezeichnen das Deutschlandticket als großen Erfolg, dabei ist sein geringer Klimaeffekt teuer erkauft. Am meisten entlastet werden damit Pendler aus der Mittelschicht. Richtig wäre es, diese Subvention wieder abzuschaffen.
Der Zustand des deutschen Schienennetzes ist schlechter als bei den europäischen Nachbarn: Es ist zu voll, zu alt und zu kaputt. Mit der Schaffung einer gemeinwohlorientierten Infrastruktursparte der Deutschen Bahn soll sich das ändern. Am 1. Januar 2024 startet die DB InfraGO AG. Fünf Säulen machen die neue Gesellschaft aus.
In China hat die Serienproduktion von Natrium-Ionen-Batterien schon begonnen. Sie lassen sich in den bisherigen Fabriken herstellen. In Europa gibt es jedoch ein Henne-Ei-Problem. Ohne ein breites Interesse, insbesondere von den Autoherstellern, wird kaum jemand bereit sein, in die Produktion zu investieren. Es ist also die Frage, wie risikobereit die Industrie ist, schreiben Florian Degen und Moritz Schaefer von der Fraunhofer FFB.
Im September hat der Oberbürgermeister von Hannover, Belit Onay, seinen Vorschlag für eine autoarme Innenstadt 2030 präsentiert. Das Konzept hat hohe Wellen geschlagen und wurde bundesweit diskutiert – gut so! Wir brauchen eine Offensive für nachhaltige Mobilität und vor allem die Diskussion darüber.
Die Verwendung von E-Fuels im Straßenverkehr wird von Gegnern als Übel des Klimaschutzes, gar als „Frankenstein-Fuels“ deklariert. Die europäischen Gesetzgeber schließen sich dieser Meinung an und verbieten den Verbrennungsmotor. Die Folge: Das Ende von fossilen Kraftstoffen wird regulatorisch verlängert, und das Ziel der Klimaneutralität 2050 rückt in die Ferne.
Auf Druck des Verkehrsministers wird der Bundestag heute das „überragende öffentliche Interesse“ am Bau von Straßen und Flughäfen gesetzlich festschreiben. Bei objektiver Betrachtung ist das nicht zu rechtfertigen, weil der weitere Ausbau dieser Infrastrukturen nicht der Lösung existenzieller und Verfassungsordnungs-bedrohender Krisen dient und auch nicht erforderlich ist.
Der Masterplan Ladeinfrastruktur II der Bundesregierung sollte der große Wurf für den Ausbau des Ladenetzes in Deutschland sein. Ein Jahr nach seiner Veröffentlichung fällt die Bilanz durchwachsen aus: Vom Deutschlandtempo ist bei der Umsetzung noch wenig zu spüren, Investitionen verlieren ihren Reiz – der Mobilitätswende drohen weitere Verzögerungen.
Bis 2030 soll die Zahl der Fahrgäste im Fernverkehr der Bahn verdoppelt werden. Mit der Schieneninfrastruktur und den bestellten Zügen ist das nicht zu schaffen. Dabei gäbe es eine international erprobte Lösung.
Es wird Deutschland teuer zu stehen kommen, wenn wir uns weiter dem E-Fuels-Märchen hingeben. Wir riskieren, weitere fünf Jahre mit Debatten zu verlieren, ob das Verbrenner-Aus 2035 richtig ist, während amerikanische und asiatische Konkurrenten den elektrischen Massenmarkt nicht nur in Europa, sondern weltweit erobern.
Die im Koalitionsvertrag angekündigte Reform des Straßenverkehrsrechts hat über den Sommer Fortschritte gemacht. Die vorgeschlagene Änderung des Straßenverkehrsgesetzes legt ein solides Fundament für gute Mobilität, schlanke Verwaltung und lebenswerte Städte. Der Entwurf für die Reform der Straßenverkehrsordnung indes nutzt die neuen Handlungsspielräume bisher nur teilweise und lässt es an Klarheit missen.
Die Länder könnten dem Bund einen Teil seiner Treibhausgas-Minderungslast im Verkehr abnehmen. Je besser sie abschneiden, desto stärker werden ihre jeweiligen Regionalisierungsmittel und Zuweisungen aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz angehoben.
Verkehr und Klimaschutz passen zusammen, die Bauindustrie kann mit innovativen Lösungen den Ressourcenverbrauch und Schadstoffemissionen senken. Sie müssen aber auch bestellt werden. Die Branche fordert deshalb, dass auch die durch den Bau beeinflussbaren CO2-Emissionen in Form eines Schattenpreises bei Ausschreibungen berücksichtigt werden.
Das Deutschlandticket ist das Beste, was dem deutschen ÖPNV passieren konnte – es ist ein Gewinn für die Kund*innen, verbessert die Auslastung von Bussen und Bahnen, hat psychologische und wirtschaftliche Zusatznutzen und das Potenzial, historisch gewachsene Strukturen zu vereinfachen. Die Finanzierungslücke ist kleiner als gedacht, und die Effizienz lässt sich steigern.
Elektrische Straßensysteme haben das Potenzial, zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen im Schwerlastverkehr beizutragen. Damit diese Technologie-Ansätze großflächig zum Einsatz kommen können, braucht es zügige, koordinierte Entscheidungen und ein mutiges Vorgehen – von Deutschland und der Europäischen Union.
Mit einem 500-Millionen-Euro-Paket fördert Bundesverkehrsminister Volker Wissing die Anschaffung einer Ladestation für Elektroautos in Kombination mit einer Photovoltaikanlage und einem Stromspeicher. Mit Blick auf die Marktwirkung, die Zielgruppe und die Profiteure schieße die Maßnahme am Ziel vorbei, meint Peter Knuth von Enerix, der aus seiner Sicht sinnvollere Alternativen vorschlägt.
Die stark beanspruchte Verkehrsinfrastruktur in Deutschland könnte wegen der Zunahme des Güterverkehrs an ihre Grenzen geraten. Signifikante Entlastungen sind durch den verstärkten Einsatz von (teil-)autonomem Fahren möglich. Voraussetzung dafür ist eine zuverlässige und flächendeckende 5G-Anbindung entlang deutscher Autobahnen.
Die Luftfahrt ist für Klimaneutralität unbedingt auf strombasierte Kraftstoffe angewiesen. Der Markt allein sorgt nicht für den Hochlauf. Deshalb muss der Staat neue Instrumente wie Private Public Partnerships, Garantien und zinsgünstige Nachrangdarlehen erarbeiten. Wenn der Durchbruch zur industriellen Produktion geschafft ist, kommen auch die Investoren.
Studien und die Praxis belegen das Potenzial von Lastenrädern und Anhängern speziell im Wirtschaftsverkehr. Doch die öffentliche Debatte ist politisch aufgeladen. Der Umbau von Verkehrsinfrastruktur und Verkehrsrecht zugunsten des Radverkehrs muss jetzt Tempo aufnehmen.
Geräte und Apps wie der „Co-Driver“ von Ooono warnen Autofahrer:innen unter anderem vor Blitzern. Blitzerwarnungen werden in Deutschland kontrovers diskutiert, weil damit laut Kritiker:innen das System „ausgetrickst“ werden würde. Das ist bedauerlich, denn so verhindert die Politik Innovation.
Die Automobilindustrie steht mitten in der Transformation. Wir tun im Saarland viel, um ein starker Industriestandort zu bleiben. Allerdings werfen zu hohe Energiekosten Deutschland zurück. Deshalb braucht es einen subventionierten Industriestrompreis. Auch Wasserstoff wird künftig eine wichtige Rolle spielen.
Die Ankündigung von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Subventionen für chinesische E-Autos prüfen zu lassen, wirft ein Schlaglicht auf die Schwächen der deutschen Hersteller: In puncto Batterien und Software können sie nicht mithalten. Ohne eine klare Kursänderung werden sie nicht bestehen. Dabei muss der Kanzler eine entscheidende Rolle spielen.
Während die Bundesregierung in dieser Woche ihre Nationale Maritime Konferenz abhält, herrscht in der Hafenwirtschaft Ernüchterung. Bei der mit vielen Worten angekündigten Nationalen Hafenstrategie liegt vieles im Unklaren. Dabei ist die Zeitenwende in vollem Gange.
Deutschland muss die Chance nutzen, digitale Bedarfsverkehre im Zuge des Ausbau- und Modernisierungspakts für den ÖPNV sinnvoll weiterzuentwickeln und flächendeckend umzusetzen. Dafür braucht die Branche eine Perspektive für eine langfristige Finanzierung.
Bund und Länder schmücken sich gern mit Wasserstoffzügen. Doch im Regionalverkehr hat sich der Markt gegen die Technologie entschieden. Das muss Folgen bei der Förderung haben.
In der kommenden Woche findet in München zum zweiten Mal die IAA mit dem neuen – besonders verbrauchernahen – Konzept statt. In einer Art Charmeoffensive präsentieren chinesische Autobauer ihre Innovationen und Modelle. Für westliche Wettbewerber könnte die Messe ein Warnschuss werden.
Viele Eltern fürchten auf dem Schulweg um die Sicherheit ihrer Kinder – und bringen sie deshalb mit dem Auto. Das hat Folgen für ihre soziale, geistige und körperliche Entwicklung. Ein Plädoyer für kindgerechtere Städte und Quartiere.
Das Klimaschutzprogramm ist unzureichend, das Klimaschutzgesetz wird aufgeweicht. Die Bundesregierung verschleppt also den Klimaschutz, meinen Juliane Willert und Baro Vicenta Ra Gabbert von der NGO GermanZero in ihrem Standpunkt. Sie sehen die Handlungsfreiheit der Zukunft gefährdet. Zentral für die Klimaschutzgesetzgebung müsse ein Restbudget mit einer festen Emissionsobergrenze sein.
Mit der zunehmenden Vernetzung in der Mobilität nehmen auch die Bedrohungsszenarien zu. Dabei werden manche Angriffsvektoren von Fahrern selbst erst möglich gemacht. Wie sich die Risiken managen lassen.
Die dominierenden Abbaumethoden der aktuellen Lithiumimporte sind nicht im Sinne der europäischen oder deutschen Klimastrategie. Das Brechen aus Hartgestein und die Verdunstung von Salzseen sowie der anschließende Transport des Batteriematerials nach Europa bedeuten eine enorme Belastung für Klima und Umwelt. Die Gewinnung am Oberrheingraben wäre hingegen energieeffizient und naturverträglich.
Bis 2030 sollen 15 Millionen E-Fahrzeuge auf deutschen Straßen fahren, so das Ziel der Bundesregierung. Doch die Realisierung stockt. Nun wird die Kaufprämie für E-Fahrzeuge bis mindestens Ende des Jahres fortgesetzt und um 400 Millionen Euro aufgestockt. Doch Unternehmen bleiben außen vor. Damit wird ein falsches Signal gesetzt.
Der Weltraum fasziniert die Menschheit seit Jahrtausenden. Heute ist er essenzieller Bestandteil unseres modernen Alltags. Denn ohne Daten von Satelliten geht nichts mehr. Dafür ist ein autonomer Zugang zum Weltraum unverzichtbar.
Die Fahrt in einem Robotaxi in den USA beeindruckt. Doch es gibt Widerstände gegen die Technologie. Dabei birgt sie großes Potenzial, insbesondere für ältere und mobilitätseingeschränkte Menschen. Wie die Integration der Dienste dennoch gelingen kann.
Es ist höchste Zeit, die Straßen in den Städten an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Eine neue Form der Straßengestaltung kann dazu beitragen, längere Trockenperioden zu überstehen, Regenwasser zu speichern und Verhaltensänderungen hin zu stärkerer Nutzung des ÖPNV, des Fahrrads und der eigenen Füße zu fördern.
Die Debatte über eine zukunftsfähige Mobilität gleicht einem Kulturkampf. Doch dafür fehlt angesichts des Klimawandels die Zeit, es besteht akuter Handlungsdruck. Auch für die IG Metall war es schwer genug, sich zur Elektromobilität zu bekennen.
Der Verkehr erreicht die Klimaziele der Bundesregierung nicht. Dabei sind die ohnehin nicht kompatibel mit dem 1,5-Grad-Ziel. Nötig wäre ein deutlich schnellerer Abschied vom Verbrennungsmotor.
Derzeit bedroht mutmaßlich falsch deklarierter Biodiesel aus China die Existenz der hiesigen Biokraftstoffproduzenten. Doch obwohl es möglich wäre, die fragwürdigen Importe einzudämmen, ergreifen Europäische Kommission und Bundesregierung bislang keine Maßnahmen zum Schutz der heimischen Wirtschaft. Elmar Baumann vom Biokraftstoffverband VDB konstatiert in seinem Standpunkt eine gefährliche Präzedenz für den Green Deal der EU und kritisiert insbesondere das Umweltministerium.
Bestehende Klimaneutralitätsstudien haben einen starken technologischen Fokus, vor allem im Verkehrssektor. Wir brauchen dringend Abschätzungen, welche Risiken das für unsere Klimaziele birgt und was dies für die Verkehrswende bedeutet.
Mehr als 50 Prozent der Gesamtkosten einer Batteriezelle entfallen auf das Kathodenmaterial. Eine Herausforderung besteht darin, den Anteil kritischer Rohstoffe in Batterien zu reduzieren, die Abhängigkeit von Lieferungen zu verringern und die Kosten zu senken.
Wärme und Mobilität werden elektrisch. Kritiker fürchten eine Überlastung des Stromnetzes. System-Experte und EcoG-CEO Jörg Heuer sieht in mehr Elektroautos das Gegenteil einer Gefahr: Eine Chance für mehr Netzstabilität. Er plädiert für bi-direktionales Laden und benennt die regulatorischen Hürden.
Die FDP besteht auf der Einhaltung der Schuldenbremse. Doch in das vernachlässigte Schienennetz muss die Ampel investieren. Als Lösung bieten sich die Schenker-Milliarden an.
Damit die Verkehrswende vor Ort gelingt, braucht es mehr Handlungsspielräume für Kommunen und dafür eine Reform des Straßenverkehrsrechts. Darüber hinaus könnte ein Bundesmobilitätsgesetz helfen, Mobilität auf nationaler Ebene zu regeln und zu koordinieren.
Wenn Deutschland sein Ziel von 15 Millionen E-Pkw 2030 erreichen will, muss die Regierung das Dienstwagenprivileg deutlich verändern. Es kostet den Staat heute drei bis fünf Milliarden Euro pro Jahr und bringt bei der Umstellung nichts. Die Belastung von Verbrennern muss steigen. Die Niederlande, Norwegen und Großbritannien haben es vorgemacht.
Technologie und die Auswertung großer Datenmengen können helfen, den Fachkräftemangel an Flughäfen zu beheben. Damit verbunden sind allerdings Herausforderungen wie hohe Anfangsinvestitionen, Aus- und Weiterbildung von Personal sowie Datenschutz und -sicherheit.
Welche Stromquelle E-Autos nutzen, spielt derzeit keine Rolle bei der Zuteilung von Zertifikaten für den Immissionsschutz. Eine vertane Chance, meint Markus Meyer vom Solarunternehmen Enpal. Die Bundesregierung könne mit der Anrechnung von eigenerzeugtem Solarstrom den Ausbau der Erneuerbaren anschieben und gleichzeitig marktwirtschaftlichen Klimaschutz stärker verankern.
Nach der Reform der Lkw-Maut fallen für E-Lastwagen und solche mit Wasserstoffantrieb keine Zusatzkosten an. Erneuerbare Kraftstoffe werden hingegen unabhängig vom Grad der biogenen Beimischung wie ihre fossilen Äquivalente eingestuft. Auch kommt es zu einer CO2-Doppelanlastung, die die Bundesregierung laut Koalitionsvertrag eigentlich vermeiden wollte.
Frauen werden in unserem Verkehrssystem benachteiligt, weil sie in den Daten nicht auftauchen. Sollten wir jetzt alles frauengerecht umbauen? Jein. Ein pragmatischer Ansatz zum Umgang mit der Gender Data Gap und bedarfsgerechter Planung bringt uns weiter.
Was bisher von der geplanten Novelle des Klimaschutzgesetzes bekannt ist, gefährdet Deutschlands Erfolgsaussichten beim Klimaschutz und bei der wirtschaftlichen Transformation. Sollte die Bundesregierung die Bedeutung der jährlichen Sektorziele abschwächen, müsste sie im Gegenzug die Klimaschutzarchitektur durch andere Mechanismen stärken, schreiben Lea Nesselhauf (Agora Energiewende) und Carl-Friedrich Elmer (Agora Verkehrswende).