Die Befürworter nannten es einst das bestgeplante Bahnprojekt aller Zeiten. Die Gegner sprachen von einem Milliardengrab ohne verkehrlichen Nutzen, allein geschuldet dem Größenwahn, dem Immobilien-Kommerz und der Stadtentwicklung. Nach 30 schwierigen Projektjahren fordern Land, Region, Stadt und Flughafen von der Deutschen Bahn jetzt zurecht einen verlässlichen Termin- und Finanzierungsplan.
Vieles, was neuerdings in der EU-Umwelt-Politik passiert, ist ein Trauerspiel, gerade auch in der Verkehrspolitik. Hier agieren Konservative und Liberale so, als gäbe es kein Morgen.
Um Städte lebenswert zu gestalten, sollte Mobilität bei der Planung und dem Bau neuer Immobilien mitgedacht werden. Dabei kommt es unter anderem auf eine genaue Standortanalyse und den regulatorischen Rahmen an.
Bis 2030 wollen die Verkehrsministerinnen und Verkehrsminister der Bundesrepublik die Fahrgastzahlen im ÖPNV verdoppeln. Ein Blick nach Frankreich zeigt, wie der Ausbau des ÖPNV in unseren Kommunen finanziert werden könnte: Dort gibt es mit dem sogenannten Versement mobilité eine Mobilitätsabgabe, die lokale Arbeitgeber direkt an die Kommunen zahlen.
Im Transitland Tirol stehen Staus auf Autobahnen auf der Tagesordnung. Mit der Sanierung der Inntalautobahn könnte sich das Problem verschärfen. Damit Bus-Pendler:innen nicht mitleiden müssen, startet nun ein Pilotprojekt.
Verzögerte oder abgebrochene Projekte, Unfälle, fehlende Genehmigungen und nun auch noch Angriffe durch eine große Gruppe wütender Menschen: Autonome Autos scheinen unter keinem guten Stern zu stehen. Politik und Wirtschaft sind aufgerufen, sachlich die Vorteile der Technologie zu kommunizieren.
Vor allem im Lkw- und Busverkehr und auf der Schiene wird das autonome Fahren die Mobilität künftig maßgeblich verändern. Eine Open-Source-Strategie, die Daten und Ergebnisse allen Interessierten zugänglich macht, kann die Entwicklung der Technologie kräftig beschleunigen.
Der Schutz vor Verkehrslärm ist in Deutschland mangelhaft. Ein Paradigmenwechsel ist überfällig: Lärm muss wie Luftverschmutzung behandelt werden. Wir brauchen verbindliche Grenzwerte, wie es sie in der Luftreinhaltung gibt, die Lärmquellen begrenzen, vor zu hohen Immissionen schützen und deren Einhaltung vor Gericht einklagbar ist.
Die Bundesregierung investiert verstärkt in Start-ups. Bei der Konzeption der Innovationsförderung kommt es allerdings nicht nur auf den Umfang der staatlichen Investitionen, sondern vor allem auf die weitere Ausgestaltung an, um Innovationen auch vor Ort in die Anwendung zu bringen. Nirgends zeigt sich dies so deutlich wie in der Automobilindustrie.
Die Steuerung der Deutschen Bahn durch den Bund ist ein Desaster. So zeichnet sich ab, dass die in „Eigenverantwortung“ der Bahn ablaufende Generalsanierung des Schienennetzes Flickwerk werden wird: zu teuer, zu wenig und mit unklarer Mittelverwendung.
Der chinesische Autohersteller BYD wird zunehmend zur Gefahr für Volkswagen. Nicht nur die Industrie muss schleunigst gegensteuern, um innovativer und günstiger werden. Auch die Politik ist gefragt. Die Instrumente dafür liegen auf dem Tisch.
Die Österreichische Postbus AG geht verschiedene Wege, um Menschen für den Beruf als Busfahrer:in zu gewinnen. Gelebte Diversität und neue Rollenbilder sind ein Mittel, um dem akuten Fachkräftemangel zu begegnen.
Europa ist zwar globaler Vorreiter beim Klimaschutz, doch die Energiewende ist wegen bestehender Importabhängigkeiten von kritischen Rohstoffen gefährdet. Daher werden neue Lösungsansätze benötigt. Sie könnten den akuten Mangel an kritischen Rohstoffen ausgleichen und die flächendeckende Elektrifizierung vieler Industrien ermöglichen.
Das Geschäft für Gründer und ihre Geldgeber ist naturgemäß volatil. Doch nur selten hat eine Branche eine solche Achterbahnfahrt erlebt wie die Logistik. Die spürbare Abkühlung des Marktes nach dem Boom kann man nun als Chance sehen, um die Bedingungen für junge Technologieunternehmen nachhaltig zu verbessern.
Vor allem in städtischen Randgebieten herrscht Transportarmut, zeigt ein für München entwickelter Mobilitätsatlas. Doch schon kleine Veränderungen im öffentlichen Raum können die soziale Teilhabe und Lebensqualität erhöhen.
Um auf der globalen Bühne bei der emissionsfreien Mobilität und der Energiewende führend zu sein, muss Europa eine Regulierung schaffen, die europäische digitale Wachstumsunternehmen unterstützt. Die Future Mobility Taskforce der Europäischen Union arbeitet derzeit an der politischen Blaupause, um dieses Ziel zu erreichen.
Der Siegeszug des Elektromotors hat auch die Fahrradbranche erreicht. Autofahrten werden dadurch kaum eingespart, Fahrradfirmen setzen auf wirtschaftliches Wachstum – wie die gern kritisierte Autoindustrie. Kreislaufansätze zum Recycling sind derzeit nicht in Sicht.
Gesetzgeber und Gerichte stellen ausreichende Handlungsoptionen zur Verfügung, um die wenigen vorhandenen Ladesäulen für die Nutzer mit leerem Akku freizuhalten. Diese sollten vor Ort auch genutzt werden.
Die Transformation des Verkehrssektors ist heute dringlicher denn je. Die Kooperation zwischen deutschen Unternehmen und israelischen Start-ups könnte ein zentraler Schlüssel zum Erfolg werden.
Norwegen zeigt uns, dass der Erfolg der Elektromobilität nicht nur von Technologie, sondern auch von kulturellen, sozialen und politischen Faktoren abhängt. Deutschland steht an einem Wendepunkt und kann von den nordischen Ländern lernen.
Viele kleine und mittlere Städte sind nicht auf der Schiene erreichbar. Das lässt sich ändern, mit einer klugen Wiederbelebung von Strecken und leistungsfähigen Fahrzeugkonzepten. Die Politik muss es nur wollen.
Johanna Büchler von der Deutschen Umwelthilfe (DUH) hat am Montag die Veranstalter des Fachkongresses Kraftstoffe der Zukunft hier scharf angegriffen. Das Urteil wird aus der Ferne gefällt und ist von Unkenntnis geprägt. Eine Replik.
Die Reformen von Straßenverkehrsrecht und -ordnung sind zunächst gescheitert. Doch das bestehende Straßenrecht lässt sich progressiv auslegen und birgt in seiner jetzigen Form Möglichkeiten, bestehende Spielräume für die Mobilitätswende zu nutzen.
Darauf zu vertrauen, dass die Kraft des Marktes für den rechtzeitigen und flächendeckenden Ausbau der Ladeinfrastruktur sorgt, reicht nicht. Vielmehr handelt es sich um ein logisches und legitimes Feld staatlicher Förderung, die auch mehr Sinn ergibt als die Umweltprämie zum E-Auto-Kauf.
Wenn sich die Kraftstofflobby ab heute zu ihrem jährlichen Kongress in Berlin trifft, geht es nur vordergründig um Agrosprit, E-Fuels und Wasserstoff. Im Hintergrund stehen die mächtigsten fossilen Konzerne der Welt und das Ziel, dass Mobilität abhängig bleibt vom Öl.
Um die Mobilitätswende in Deutschland auf den Weg zu bringen, sollte mehr über Akteursgrenzen hinweg gedacht werden. Aus unterschiedlichen Perspektiven wie Geschlechtergerechtigkeit, Diversität und Inklusion.
1,9 Milliarden Euro sind im Bundeshaushalt für die Förderung von Lade- und Tankinfrastruktur vorgesehen. Das ist eine Verschwendung von Steuergeld. Bessere Rahmenbedingungen für privatwirtschaftliche Investitionen und niedrigere Anschaffungskosten für E-Autos wären viel effizienter.
Der Ausbau des Schienennetzes zur Verdreifachung des Güterverkehrs ist teuer und dauert lange. Würde man stattdessen Hyperloop-Röhren entlang von Autobahnen bauen, ließen sich Genehmigungsverfahren beschleunigen und günstigere Bau- und Betriebskosten realisieren. Das wirtschaftliche Potenzial ist gewaltig.
Taiwans Chipindustrie macht das Land auch für China so wichtig, dass eine harte Eskalation nach den morgigen taiwanesischen Parlamentswahlen unwahrscheinlich erscheint. Die Republik wird dennoch daran festhalten, die modernsten Chips nur in Taiwan herzustellen. Darauf muss sich der Westen einstellen.
Andere Länder in Europa und weltweit sind besser beim Aufbau von Ladeinfrastruktur für E-Lkw als Deutschland. Um die enormen Herausforderungen für das Stromnetz meistern zu können, müssen jetzt klare Rahmenbedingungen für Investitionen geschaffen werden.
E-Autos, die Strom auch ins Netz zurückspeisen können, sind ein großer Vorteil für die Energiewende. Deutschland hinkt bei der Regulierung und beim Roll-out von Smart Metern hinterher. Doch das könnte sich in den nächsten Jahren ändern.
Die Autoindustrie steht erst ganz am Anfang ihrer KI-Transformation. Doch für Zulieferer und OEMs zeichnet sich ab, dass KI-basierte Prozesse ein Stellhebel für Effizienzsprünge sein werden. Die morgen beginnende CES in Las Vegas wird zeigen, dass KI viel breitere Anwendungsfälle als den Chatbot revolutionieren wird.
Digitale Fahrzeugzulassung, teleoperiertes und autonomes Fahren oder Ladestraßen für E-Autos – Estland treibt Smart-Mobility-Lösungen voran. Deutschland könnte sich davon inspirieren lassen.
Keine Technologie darf auf Dauer am Tropf des Staates hängen. Aber es war falsch, den Umwelbonus abrupt zu beenden. Spürbare und gezielte Anreize für die Elektromobilität sind noch notwendig – nicht nur beim Kauf der E-Autos.
Das plötzliche Aus für den Umweltbonus war ein heilsamer Schock für alle. Nun stehen die Autohersteller in der Pflicht, attraktive und bezahlbare E-Fahrzeuge auf den Markt zu bringen. Notfalls mit Rabatt – die hohen Gewinnmargen geben den Konzernen Spielraum.
Nach der Einigung der Koalitionsparteien über den Bundeshaushalt 2024 zeigt sich, dass auch der Mobilitätssektor von Kürzungen betroffen sein wird. Neben Streichungen von Förderprogrammen wie der Umweltprämie für Elektro-Pkw steht auch eine Plafondabsenkung im Verkehrshaushalt an. Es ist an der Zeit, aus dem Urteil und seinen Konsequenzen die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen.
Nach dem Urteil zu Sofortprogrammen im Klimaschutz braucht es neue Denkansätze in der Verkehrspolitik: Die beschlossene CO2-Preiserhöhung könnte Menschen zu mehr Bewegung animieren und das Gesundheitssystem entlasten.
Der elektrische Pkw wird noch lange in ländlichen Räumen wichtig bleiben. Aber wenn das Angebot da wäre, würden 60 Prozent der Menschen häufiger Bus, Bahn oder Rad nutzen. Es fehlt aber nicht nur die passende Infrastruktur, sondern auch eine Finanzierung, die über Pilotprojekte hinausgeht.
Mobilität bildet in unserer Gesellschaft die Grundlage für Wertschöpfung und Wohlstand – und sie steht vor großen Veränderungen. Auf die unterschiedlichen Akteure im Verkehrswesen kommen große Herausforderungen zu. Die Politik muss den Anstoß geben.
Bisher gilt in der Verkehrsplanung das Paradigma „schneller, öfter, billiger“. Doch „schnell“ raubt den Spielraum für das Warten auf Anschlusszüge, das „öfter“ machte das Streckennetz verspätungsanfällig, und das „billiger“ führte dazu, dass Überholmöglichkeiten reduziert wurden. Statt plakativer Forderungen braucht es Kärrnerarbeit im Detail für einen vertakteten, vernetzten und verlässlichen öffentlichen Verkehr.
Im Verkehrssektor fehlen mittlerweile Hunderttausende Fachkräfte. Insbesondere Berufskraftfahrer werden gesucht. Eine bessere Bezahlung ist ein Baustein, aber auch politisch muss etwas gegen den Personalmangel getan werden. Einige Vorschläge.
Dass die Technische Universität Braunschweig offenbar den Lehrstuhl für Planung und Betrieb öffentlicher Verkehrssysteme nicht nachbesetzen will, ist ein Alarmsignal für die deutsche Verkehrswende. Der Staat muss in die akademische Ausbildung investieren. Dies hilft auch gegen den Fachkräftemangel. Carsten Sommer ist auch stellvertretender Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats beim Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV).
Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag einen Ausbau- und Modernisierungspakt für den ÖPNV angekündigt, der zwischen Bund, Ländern und Kommunen zur Verbesserung des ÖPNV geschlossen werden soll. Verkehr und Mobilität müssen dabei raumübergreifend betrachtet werden. Auch den ländlichen Räumen muss deshalb die Beachtung zukommen, die ihrem Stellenwert entspricht.
Bei der Verkehrswende sollten nachhaltige Mobilität, persönliche Freiheit, Umwelt- und Klimaschutz sowie eine prosperierende Wirtschaft zusammen gedacht werden. So bleiben auch ohne Verbote alle mobil und Deutschland erreicht gleichzeitig seine Klimaziele.
Wer meint, mit den bisherigen Angeboten bei Bahn und Bus, in Verbindung mit günstigen Flatrate-Tickets, das Ziel erreicht zu haben, ist definitiv auf dem Irrweg. Es braucht attraktive On-Demand-Angebote, gerade für Seniorinnen und Senioren. In Zukunft werden die Shuttles automatisiert fahren. Das sollte dem Staat mehr Geld wert sein.
Anfang des Jahres hieß es noch, dass in Zukunft aus dem Autogipfel ein Mobilitätsgipfel werde. Ohne die Umweltverbände wird am Montag stattdessen wieder über Autos geredet. Im Fokus steht erneut die schleppend laufende Antriebswende.
Einst setzte Deutschland als Weltmarktführer in der Automobilindustrie die Maßstäbe und gab das Tempo vor. Im Zeitalter der digital getriebenen Elektromobilität kämpft das Land nun darum, den Anschluss nicht zu verlieren. Statt Entwicklung zu fördern, wird Fortschritt gebremst. Was den effizienten Aufbau der Infrastruktur angeht, können wir daher viel von den nordischen Nachbarn lernen.
Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts stehen auch Budgets, die für die öffentliche Mobilität und Verbesserung von Deutschlands Infrastruktur geplant waren, zur Disposition. Nun müssen Prioritäten gesetzt werden. Sie sollten stark auf die Lebenswirklichkeit der Menschen ausgerichtet werden.
Die Auswirkungen des Klimawandels auf extreme Wetterereignisse nehmen zu. Starkregen und Brände stellen immer häufiger ein Problem für unsere Infrastruktur dar. Abhilfe können Klima- und Wetterdaten bei der Entwicklung von klimawandelgerechten Anpassungsmaßnahmen für die Bundesverkehrswege leisten.
Die Bundesregierung sollte bei der kleinen Bahnreform 2024 einen schweren Fehler vermeiden und an der Gewinnerzielungsabsicht der gemeinwohlorientierten InfraGO festhalten. Würde die geschwächt, hätte die InfraGO weniger Anreize, wirtschaftlich mit den Finanzmitteln umzugehen und so für eine hohe Qualität der Infrastruktur zu sorgen.
Die im Wachstumschancengesetz geplante Neuregelung der Dienstwagenbesteuerung geht unter sozialen, ökologischen und haushaltspolitischen Gesichtspunkten exakt in die falsche Richtung. Deutschland sollte sich vielmehr ein Beispiel an anderen Ländern wie Großbritannien und Niederlande nehmen.
Volkswagen will mit seinem Bikeleasing zur Nummer zwei im Markt werden. Angesichts der hohen Wachstumsraten dürften andere Autobauer folgen. Sie können damit als Komplettanbieter auftreten und als ganzheitliche Mobilitätsanbieter fungieren.
Vor einigen Tagen ist die erste bundesweite Superblock-Konferenz zu Ende gegangen. Janet Sanz, ehemalige stellvertretende Bürgermeisterin für Städtebau und Klimanotstand von Barcelona, erklärt, warum Superblocks mehr als eine städtebauliche Maßnahme zur Verkehrsberuhigung sind.
Deutschland tut sich schwer mit dem Umstieg auf die E-Mobilität. Oft wird die Schuld auf das Ladenetz geschoben. Doch nicht nur eine Studie des Energieverbandes BDEW räumt mit diesem Mythos auf. Kluge Regulierung wie in anderen europäischen Ländern könnte Deutschland auf die Überholspur bringen.
Die StVO-Novelle hat den Anspruch, das gleichberechtigte Verkehrsgeschehen in Deutschland zu lenken. Doch die Neuordnung ist kaum mehr als eine einseitige Gängelung des motorisierten Individualverkehrs.
Der Fernverkehr auf der Schiene ist in Deutschland praktisch ein Monopolmarkt. Das ist schlecht für die Reisenden und das Klima. Den Wettbewerb anheizen könnten Buchungsplattformen. Sie bringen digitale Innovationen wie vereinfachte Buchungsmasken oder die Möglichkeit, Tickets für mehrere Verkehrsmittel zu kombinieren, auf den Markt. Und sie schaffen Sichtbarkeit für konkurrierende Bahn-Unternehmen.
Politiker aller Parteien bezeichnen das Deutschlandticket als großen Erfolg, dabei ist sein geringer Klimaeffekt teuer erkauft. Am meisten entlastet werden damit Pendler aus der Mittelschicht. Richtig wäre es, diese Subvention wieder abzuschaffen.
Der Zustand des deutschen Schienennetzes ist schlechter als bei den europäischen Nachbarn: Es ist zu voll, zu alt und zu kaputt. Mit der Schaffung einer gemeinwohlorientierten Infrastruktursparte der Deutschen Bahn soll sich das ändern. Am 1. Januar 2024 startet die DB InfraGO AG. Fünf Säulen machen die neue Gesellschaft aus.
In China hat die Serienproduktion von Natrium-Ionen-Batterien schon begonnen. Sie lassen sich in den bisherigen Fabriken herstellen. In Europa gibt es jedoch ein Henne-Ei-Problem. Ohne ein breites Interesse, insbesondere von den Autoherstellern, wird kaum jemand bereit sein, in die Produktion zu investieren. Es ist also die Frage, wie risikobereit die Industrie ist, schreiben Florian Degen und Moritz Schaefer von der Fraunhofer FFB.
Im September hat der Oberbürgermeister von Hannover, Belit Onay, seinen Vorschlag für eine autoarme Innenstadt 2030 präsentiert. Das Konzept hat hohe Wellen geschlagen und wurde bundesweit diskutiert – gut so! Wir brauchen eine Offensive für nachhaltige Mobilität und vor allem die Diskussion darüber.
Die Verwendung von E-Fuels im Straßenverkehr wird von Gegnern als Übel des Klimaschutzes, gar als „Frankenstein-Fuels“ deklariert. Die europäischen Gesetzgeber schließen sich dieser Meinung an und verbieten den Verbrennungsmotor. Die Folge: Das Ende von fossilen Kraftstoffen wird regulatorisch verlängert, und das Ziel der Klimaneutralität 2050 rückt in die Ferne.
Auf Druck des Verkehrsministers wird der Bundestag heute das „überragende öffentliche Interesse“ am Bau von Straßen und Flughäfen gesetzlich festschreiben. Bei objektiver Betrachtung ist das nicht zu rechtfertigen, weil der weitere Ausbau dieser Infrastrukturen nicht der Lösung existenzieller und Verfassungsordnungs-bedrohender Krisen dient und auch nicht erforderlich ist.
Der Masterplan Ladeinfrastruktur II der Bundesregierung sollte der große Wurf für den Ausbau des Ladenetzes in Deutschland sein. Ein Jahr nach seiner Veröffentlichung fällt die Bilanz durchwachsen aus: Vom Deutschlandtempo ist bei der Umsetzung noch wenig zu spüren, Investitionen verlieren ihren Reiz – der Mobilitätswende drohen weitere Verzögerungen.
Bis 2030 soll die Zahl der Fahrgäste im Fernverkehr der Bahn verdoppelt werden. Mit der Schieneninfrastruktur und den bestellten Zügen ist das nicht zu schaffen. Dabei gäbe es eine international erprobte Lösung.
Es wird Deutschland teuer zu stehen kommen, wenn wir uns weiter dem E-Fuels-Märchen hingeben. Wir riskieren, weitere fünf Jahre mit Debatten zu verlieren, ob das Verbrenner-Aus 2035 richtig ist, während amerikanische und asiatische Konkurrenten den elektrischen Massenmarkt nicht nur in Europa, sondern weltweit erobern.
Die im Koalitionsvertrag angekündigte Reform des Straßenverkehrsrechts hat über den Sommer Fortschritte gemacht. Die vorgeschlagene Änderung des Straßenverkehrsgesetzes legt ein solides Fundament für gute Mobilität, schlanke Verwaltung und lebenswerte Städte. Der Entwurf für die Reform der Straßenverkehrsordnung indes nutzt die neuen Handlungsspielräume bisher nur teilweise und lässt es an Klarheit missen.