Cannabis wird bald legal? Das gefährdet tausende Führerscheine, warnt Verkehrspädagoge und Kraftfahreignungsberater Dustin Senebald. Ein Problem entstehe durch fehlende Richtwerte.
Wenn Verkehrsminister Volker Wissing endlich seine Klimaziele einhalten will und das mit marktwirtschaftlichen Instrumenten, sollte er eine Zulassungssteuer einführen. In den Niederlanden hat sie die Zahl der Spritschlucker reduziert. Zudem ist sie auch sozial gerecht.
Das Gesetz ist ein wichtiger Baustein zur Sicherung der deutschen Energieversorgung, meint DVF-Geschäftsführerin Heike van Hoorn. Es sollte als Muster für andere Projekte gesehen werden, die mit der gleichen Entschlossenheit vorangetrieben werden müssen.
Statt an ihren überdimensionierten Plänen für bis zu zwölf LNG-Terminals festzuhalten, sollte die Bundesregierung bei der Einsparung von fossilem Gas durch Effizienz und Erneuerbare Energien das Tempo erhöhen, meint DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner.
Die Bundesregierung ist sich uneins, ob und wie Plug-in-Hybride weiter gefördert werden sollen. Ein abruptes Ende würde dem Automarkt nicht schaden, glaubt Dietmar Voggenreiter, ehemaliger Audi-Vorstand und Autoexperte der Managementberatung Horváth.
Viele Arbeitsplätze entstehen in Deutschlands und Europas Batterieindustrie. Doch damit die Hoffnungen, die auf ihr ruhen, nicht enttäuscht werden, braucht es ausgebildete Fachkräften. Customcells-Mitgründer Torge Thönnessen appelliert an die Branche.
Wo können wir den Strom aus erneuerbaren Energien künftig sinnvoll zwischenspeichern? In den Batterien von Elektroautos, meint Dennis Schulmeyer, Gründer und Geschäftsführer des E-Mobility-Startups LADE. Vehicle-to-Grid könne ein wichtiger Baustein zum Erreichen der deutschen Klimaziele sein.
Für eine Verkehrspolitik im Zeichen sozialer Gerechtigkeit, Ökologie und Freiheit braucht es auch Steuerreformen und den Abbau von überholten Privilegien, argumentiert Wiebke Zimmer von Agora Verkehrswende.
Um dem oft überfüllten ÖPNV zu entgehen, entschieden sich viele Leute in der Pandemie für das Fahrrad. Corona wurde zum Booster für die Branche. Doch trotz sehr hoher Nachfrage konnte diese 2021 wegen Problemen in der Lieferkette nicht den Vorjahresrekord überbieten. Dennoch dürfte es 2022 wieder bergauf gehen, schreibt MeinDienstrad-Gründer Ronald Bankowsky.
Großen Mut zur Lücke – den benötigen viele Radfahrerinnen und Radfahrer täglich auf den Straßen. Gut ausgebaute, durchgehende und sichere Strecken für Radfahrende sind nach wie vor Mangelware, findet Ann-Kathrin Schneider, Bundesgeschäftsführerin des Fahrradclubs ADFC. Sie fordert, das Straßenverkehrsgesetz dringend zu ändern – Ideen für eine sinnvolle Reform seien vorhanden.
Insbesondere kleine Lkw-Speditionen leiden unter gestiegenen Kraftstoffpreisen. Doch der Markt reagiert bereits mit höheren Transportpreisen, schreibt DSLV-Hauptgeschäftsführer Frank Huster. Ein vergünstigter Diesel für Transportunternehmen würde diese langfristig wichtige Entwicklung stoppen.
Für die ÖPNV-Branche bedeutet der neue Rechtsrahmen zum autonomen Fahren einen großen Wurf für die Einführung autonomer Verkehrsangebote – wenn nur die hohen Qualifikationsanforderungen an die Technische Aufsicht praxisgerechter gestaltet wären, schreiben Michael Weber-Wernz und Emanuele Leonetti von der VDV-Akademie. Warum der Gesetzgeber an dieser Stelle umdenken sollte.
Die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg belasten die globalen Lieferketten der Autoindustrie extrem. Doch der Ruf nach einer „De-Globalisierung“ geht in die falsche Richtung, meint VDA-Geschäftsführer Andreas Rade. Die Branche müsse jetzt auf Diversifikation, Effizienz und Resilienz setzen.
Vom Abschalten von Webseiten bis zum Infiltrieren der Steuerungssysteme: Die zunehmend vernetzten Verkehrsinfrastrukturen geraten immer häufiger ins Visier von Hackern. Sicherheitskonzepte, Risikoeinschätzung und Resilienz können die Systeme schützen, schreibt Stefan Katzenbeisser von der Uni Passau.
Der Ukrainekrieg stellt eine Bedrohung für die globale Nahrungsmittelsicherheit dar, und es muss jetzt gehandelt werden, damit nicht Millionen Menschen in Hungersnöte gestürzt werden. Ein Stopp der Verbrennung von Lebensmitteln in Autos ist eine schnell umsetzbare und wirksame Maßnahme. Der Markt wird es nicht regeln, meint DUH-Geschäftsführer Sascha Müller-Kraenner.
Das Interesse an E-Autos hat angesichts der Spritpreise einen neuen Höhepunkt erreicht. Doch bei konkretem Kaufinteresse verfliegt die Euphorie angesichts von langen Lieferzeiten, massenhaftem Export von geförderten Fahrzeugen und einer Hängepartie bei der Förderung. Christoph Stricker und Marcus Weller vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe fordern eine Änderung des Umweltbonus.
Ronald Pofallas Rücktritt darf nötige Reformen nicht behindern, schreibt Matthias Stoffregen. Die Konkurrenten der DB AG wollen bei der Verwaltung des Bahnnetzes zukünftig mitreden. Einen neuen Infrastrukturvorstand für die Deutsche Bahn hält Mofair für überflüssig.
Nur mit Lkw und Zustellfahrzeugen lassen sich die großen Post- und Paketmengen zum Empfänger bringen, schreibt Tobias Meyer. Der DHL-Vorstand wünscht sich politische Vorgaben für die gesamte Branche zur Elektrifizierung der Flotten. Andere Konzepte seien nicht wirtschaftlich oder noch nicht alltagstauglich.
Angesichts der Preissprünge auf den Märkten gibt es die Forderung, die Produktion von Biokraftstoffen aus Agrarrohstoffen einzustellen. Elmar Baumann vom Biokraftstoffverband hält dagegen: Die bereits laufende Marktanpassung sorgt schnell und zielgerichtet für den notwendigen Ausgleich. Eine zeitweilige Aussetzung der Quoten für Biokraftstoffe würde dagegen Schaden anrichten.
Mit einer eigenständigen Regelung im Einkommensteuergesetz könnte der Bund ein wichtiges Signal für den Radverkehr geben. Der Wachstumsmarkt Dienstradleasing bekäme so im Steuerrecht den gleichen Stellenwert eingeräumt wie andere Verkehrsträger, schreibt Jobrad-Chef Ulrich Prediger.
Deutschland will unabhängiger von russischem Öl werden. Dann muss sich die Bundesregierung in der EU für strengere CO2-Flottengrenzwerte einsetzen, meint Friederike Piper von Transport & Environment.
Als eine Antwort auf die steigenden Energiepreise schlägt Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann ein Mobilitätsgeld. Es soll vor allem Menschen mit geringem Einkommen entlasten. Der von FDP-Finanzminister Christian Lindner ins Spiel gebrachte Tankrabatt konterkariere den Klimaschutz und spiele russischen Ölfirmen in die Hände, kritisiert der Grünen-Politiker.
Die Pandemie hat Prozesse wie im Zeitraffer beschleunigt und uns die Fragilität der Lieferketten vor Augen geführt. Der Ukraine-Krieg zeigt, dass die Zapfsäulen die Staatskassen von Despoten füllen, schreibt Tobias Hagen von der Frankfurt University. Jetzt gilt es, die Verkehrswende voranzubringen und etwa auch das Kosten-Nutzen-Verhältnis eines Tempolimits abzuwägen.
Selbst Neuwagen und Elektroautos fahren mit ineffizienten Klimaanlagen. Bei der Verbrauchsmessung im Labor bleiben sie ausgeschaltet. Es ist Zeit für eine umweltfreundlichere Lösung, fordert der Preisträger des Deutschen Umweltpreises (2007), Carl H. Schmitt.
Kathrin Goldammer, Geschäftsführerin des Reiner Lemoine Instituts, hat mehr als 50 Prozent der Führungspositionen mit Frauen besetzt. In ihrem Standpunkt schreibt sie: Nicht Förderprogramme, MINT-Broschüren für Mädchen oder Mentoring-Initiativen führen zur Gleichstellung, sondern eine entsprechende Arbeits- und Führungskultur. Goldammer gibt sechs konkrete Empfehlungen.
Durch die hohen Öl- und Gaspreise werden jeden Tag annähernd eine Milliarde Euro in die russische Kriegskasse gespült, sagt Norbert Röttgen vom Auswärtigen Ausschuss. Das sei fatal – daher müsse die Bundesregierung die Importe aus Russland einstellen.
Krieg und Krisen setzen die Wertschöpfungsarchitekturen der Autoindustrie unter Druck. Ein Umdenken ist notwendig, glaubt Stefan Reindl, Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft (Ifa). Das Risikomanagement muss neu justiert werden.
Raps, Getreide, Ölpalmen: Überall auf der Welt werden Pflanzen eigens dafür kultiviert, um aus ihnen vermeintlich klimafreundlichen Agrokraftstoff herzustellen. Eine neue Studie im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe zeigt: Hier liegt eine fundamentale Fehlkalkulation vor, schreibt DUH-Expertin Johanna Büchler.
Der öffentliche Personennah- und -fernverkehr gilt gemeinhin als Rückgrat der Verkehrswende. Doch seit der Pandemie hat sich sein Marktanteil halbiert. Mobilitätsforscher Andreas Knie meint: Das hat er sich selbst zuzuschreiben. Der öffentliche Verkehr muss ganz anders strukturiert werden, um Anreize für Kundenfreundlichkeit zu setzen.
Mehr als die Hälfte der Klimawirkungen des Flugverkehrs ließen sich durch Änderung der Flughöhe vermeiden. Darauf deuten Modellrechnungen hin, schreiben Joachim Curtius und Christoph Wolff im Standpunkt. Die Politik sollte Anreize setzen, dass Airlines auch klimaschädliche Nicht-CO2-Emissionen reduzieren.
Professor Sahin Albayrak begrüßt, dass Verkehrsminister Volker Wissing Deutschland zum Weltmarktführer autonomer Mobilität machen will. Dazu brauche es allerdings politische Priorisierung, vernetzte Genehmigungsstrukturen, einen Infrastruktur-Boost und verstärkte Kooperation von Industrie und Forschung.
Wie die Pkw-Branche befindet sich auch die Lkw-Welt in einem massiven Umbruch – weg vom Verbrenner, hin zur Elektromobilität. Die Zeit drängt, die Emissionen der Industrie sind enorm: Schon ein einzelner, intensiv genutzter E-Lkw kann pro Jahr so viel CO2 einsparen wie 50 Elektroautos. Zugleich ist der E-Lkw bereits Mitte der 2020er-Jahre günstiger als sein Diesel-Pendant. Und der Wasserstoff-Lkw ist ökonomisch fast chancenlos.
Die AFIR-Verordnung der EU ist eine vielversprechende Grundlage für den euroweiten Ladesäulen-Ausbau. Doch die Ziele müssen nachgeschärft werden. Es braucht ein flächendeckendes Netz, passende technische Standards und ein Recht für Verbraucher, an jeder Ladestation aufzuladen.
Wenn synthetische Kraftstoffe in Chile oder im Nahen Osten hergestellt und nach Europa transportiert werden, entstehen hohe Umwandlungsverluste, räumt auch Ralf Diemer ein, der Geschäftsführer der eFuel Alliance. Durch viel Wind und Sonne in anderen Weltgegenden werde das aber ausgeglichen. Globale Energie-Partnerschaften würden auch vor Ort viel Wohlstand schaffen.
Im Wettbewerb zwischen China und den USA spielen technische Standards eine zentrale Rolle. Die neue Standardisierungsstrategie der EU sei eine überzeugende Antwort auf diese Entwicklung, findet Tim Rühlig von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP). Doch Fragen bleiben und weitere Schritte müssen folgen – gerade von Deutschland.
Lufttaxis sind keine Science-Fiction, sondern werden unsere urbane Mobilität in den nächsten Jahren erheblich verändern, schreibt Jesko-Philipp Neuenburg von der Unternehmensberatung Accenture. Airlines, Autovermietungen und Hotels könnten von der Entwicklung profitieren.
Der Anteil von reinen E-Autos und Plug-in-Hybriden am Pkw-Absatz hat rasant zugenommen. Um die Entwicklung zu verstetigen, muss die Bundesregierung sich jetzt für eine Verschärfung der EU-weiten CO2-Flottengrenzwerte möglichst auf minus 75 Prozent bis 2030 einsetzen und die Fahrzeug- und Kraftstoffbesteuerung umfassend reformieren, schreibt Kerstin Meyer von Agora Verkehrswende.
Oliver Rottmann vom Kompetenzzentrum Kowid an der Universität Leipzig und Thomas Lehr von der Unternehmensberatung Conoscope haben in einer Studie für den Verband Deutscher Verkehrsunternehmen untersucht, wie groß der Beitrag des ÖPNV zur deutschen Volkswirtschaft ist: mehr als 930.000 Arbeitsplätze und Einkommen von insgesamt gut 41 Milliarden Euro.
E-Tretroller müssen strenger reguliert werden, fordert Neele Reimann-Philipp von Voi. Nur so ließe sich die Akzeptanz für die Fahrzeuge erhöhen. Über Ausschreibungen durch die Städte und Kommunen ließen sich die umweltfreundlichsten Anbieter mit den besten Konzepten ermitteln.
In vielen Innenstädten geht Verkehrslärm mit höherer Luftbelastung und weniger verfügbaren Grünflächen einher – betroffen sind davon häufig Menschen mit einem geringen Einkommen, schreibt Heike Köckler von der Hochschule für Gesundheit. Ein gewinnbringender Weg sei eine konsequente Verfolgung der Mobilitätswende, auch mit digitalen Lösungen.
Möglichst viele Ladesäulen allein werden nicht reichen, um immer mehr E-Autos mit Strom zu versorgen. Entscheidend sind die passenden Standorte und das Energiemanagement, schreibt Drazen Nikolic von Envision Digital. Es braucht einen Ausbau mit Weitblick statt im Hauruck-Verfahren.
Die Politik gibt ambitionierte Ziele für den Verkehrssektor aus, setzt sie aber unzureichend um. Michael Jakob vom Berliner Ecologic Institut spricht von einem Trilemma zwischen Zielen, CO2-Preis und verkehrspolitischen Rahmenbedingungen. Wie lässt sich der Konflikt lösen?
2022 wird das EU-Klimaschutzpaket im Europäischen Rat und im Parlament verhandelt. Simone Tagliapietra vom Brüsseler Think-Tank Bruegel erwartet kontroverse Debatten, vor allem über den im Paket enthaltenen neuen Emissionshandel im Verkehr. Weniger strittig sieht er den geplanten Verbrenner-Ausstieg bis 2035.
Die ersten 100 Tage der neuen Bundesregierung entscheiden darüber, ob die deutsche Industrie die Chance ergreifen kann, zum Leitmarkt des wirtschaftlich so aussichtsreichen grünen Wasserstoffmarktes zu werden, schreibt Werner Diwald vom DWV. Was aus seiner Sicht dafür jetzt getan werden muss.
Um die Verkehre in der Stadt zu entzerren, schlägt Michael Reink vom HDE vor, Warenlieferungen in die Nachstunden zu verlagern. Als Vorbild könnten die Niederlande dienen. Dort gelten besondere Standards für leise E-Lkw und E-Transporter und das Personal ist extra geschult.
CO2-Neutralität ist im Transportsektor batterieelektrisch erreichbar, sagt der neue Chef der VW-Nutzfahrzeugtochter Traton. Doch dafür muss die Ampelkoalition die richtigen Rahmenbedingungen setzen, fordert Christian Levin. Beim Ausbau der Ladeinfrastruktur für Pkw sollten Megawatt-Charger für Lkw gleich mitgedacht werden.
Markus Schlitts Unternehmen Yunex Traffic hat in Zusammenarbeit mit der Stadt Wiesbaden ein intelligentes Verkehrsmanagementsystem aufgebaut. Künstliche Intelligenz führt in der Verkehrszentrale der Stadt alle Daten und Systeme zusammen. So werden je nach Ort, Situation, Lage, Tageszeit, Wetter oder Umweltbelastung unterschiedliche Bedürfnisse beachtet und der Verkehr entsprechend gesteuert.
15 Millionen vollelektrische Pkw bis 2030 als Ziel: Die neue Bundesregierung will Schwung in die Verkehrswende bringen, schreibt BDEW-Chefin Kerstin Andreae. Damit der Ausbau des Ladenetzes nicht am Bedarf vorbeigeht, bräuchten Unternehmen aber schlankere Genehmigungsverfahren statt enger Vorgaben.
Man darf gespannt sein, welches Verständnis von Liberalismus der designierte Bundesverkehrsminister Volker Wissing seiner Politik zugrunde legt. Sein Agieren zu mehr Tempo 30 in Städten war bisher widersprüchlich, schreibt Roland Stimpel, Sprecher der Fußgängerlobby Fuss.
Autos sind und bleiben „Platzfresser“, schreibt Martina Hertel vom Difu. Die Blockade des öffentlichen Raums durch Pkw sollte höher bepreist werden, fordert die Wissenschaftlerin. Die Einnahmen könnten Kommunen in den Ausbau umweltfreundlicher Mobilität stecken.
Haben Verbrennungsmotoren doch noch eine Zukunft, wenn sie mit synthetischen Kraftstoffen betankt werden? Nein, meint Harry Lehmann, Leiter des PtX Lab Lausitz. Er erinnert daran: Wissenschaftlich ist schon lange geklärt, dass Treibstoffe auf Basis von grünem Wasserstoff die Emissionen bei Flugzeugen und Schiffen sinnvoll senken können, aber bei Autos ausdrücklich nicht zum Einsatz kommen sollten.
Bei der Weltklimakonferenz wurde dem Individualverkehr auf der großen Bühne weit mehr Beachtung geschenkt als dem Gütertransport. Dabei ist dieser für einen Großteil der Emissionen verantwortlich. Alan McKinnon von der Kühne Logistics University erklärt, welche Maßnahmen abseits des Rampenlichts beschlossen wurden.
Bei der Energieagentur Dena wird heute über Bio-LNG im Transportsektor diskutiert. Einer der Teilnehmer, Fedor Unterlohner von der Organisation Transport & Environment, erklärt, warum das keine gute Lösung ist. Weder nachhaltiges Biomethan noch synthetisches E-Methan aus Ökostrom werden ausreichend skalierbar oder erschwinglich sein, um den Schwerlastverkehr zu dekarbonisieren.
Der Geschwindigkeitsassistent im Auto, der ab Mitte 2022 in neuen Fahrzeugmodellen Pflicht wird, ist ein notwendiger Schritt auf dem Weg zu sichererem Verkehr, schreibt Stephanie Leonard von TomTom. Indem die EU auf abschaltbare Assistenten und nicht auf Zwang setze, erhöhe sie die Akzeptanz neuer Technologien.
Wie kommen die Lkw mit den Orangen auf die Schiene? Dafür braucht es nicht zwangsläufig eine langwierige Bahnreform, erklärt der Ideengeber des Deutschlandtaktes Hans Leister. Eine neue Zielausrichtung für die Schienen-Infrastruktur in einer umgebauten Bahnholding könnte es auch tun, findet der frühere Bahnmanager und Mofair-Präsident.
In den Verhandlungen über das Fit-for-55-Paket wollen die Ampelparteien die Vorschläge der EU-Kommission unterstützen. Mit Blick auf die Verkehrswende kommt es unter anderem darauf an, die CO2-Flottengrenzwerte weiter anzuheben, eine leistungsfähige Ladeinfrastruktur aufzubauen und verschiedene Ansätze zur Bepreisung von CO2-Emissionen aufeinander abzustimmen.
Die neue Bundesregierung sollte nicht nur elektrische Pkw fördern, sondern auch E-Lastenräder. Umgerechnet müssten sie mit 2500 Euro subventioniert werden, die auch gewerbliche Weitervermieter erhalten müssten. Gleichbehandlung bei der Fahrzeugförderung ist wichtig für ein wirklich innovatives Mobilitätssystem.
Stromspeicher aus Kochsalz – es klingt zunächst verrückt, ist aber realistisch. Die Natrium-Ionenbatterie könnte schon bald serienreif sein. Ihre Kosten sollen nur 40 Prozent der heutigen Lithium-Ionen-Batterien betragen. Außerdem ist der Akku von seinen Materialien her nachhaltig, die Leistung bei Minustemperaturen überzeugt. Treffen die Einschätzungen von Herstellern wie CATL zu, wird sich der Batteriemarkt stark verändern – auch der für stationäre Speicher.
Der Weg in die grenzenlose „Europäische Republik”, in der Austausch, Handel, Klimaneutralität, Mobilität und soziale Gerechtigkeit gewährleistet sind, führt über ein gemeinsames Netz, schreibt der Künstler Stefan Frankenberger. Seinen Traum von einem europäischen Schnellbahnnetz hat er „Metropa“ getauft.
Mit Blick auf die kommende Weltklimakonferenz (COP) in Glasgow zeugt es von Realitätssinn, dass drei Viertel aller Nationalen Klimaschutzprogramme ganz konkret CO2-Minderungen im Verkehr als wichtigen Faktor benennen. Jetzt ist der Zeitpunkt, um konkrete, verbindliche und nachprüfbare Aktionspläne zu beschließen.
Um Bahnfahren günstiger und attraktiver zu machen, brauchen wir mehr Wettbewerb auf der Schiene, schreibt FlixMobility-CEO André Schwämmlein. Erreicht werden könne dies unter anderem durch eine Senkung der Trassenpreise, einen einheitlichen Mehrwertsteuersatz und steuerliche Anreize für geteilte Mobilität.
Radfahrer und Fußgänger haben in der Stadt zu wenig Platz. Parkende Autos nehmen zu viel Raum ein. Das hat Forscher Felix Creutzig vom Mercator Institut in einer Studie in Berlin herausgefunden. Neue Spielstraßen, mehr Carsharing und Sammeltaxis könnten für mehr Flächengerechtigkeit sorgen.
In Zeiten des industriellen und digitalen Wandels gehen Unternehmen neue Wege in der Personalarbeit. Können unternehmerische Entscheidungen auf die Bedürfnisse der Menschen Rücksicht nehmen, fragt Bosch-Arbeitsdirektorin Filiz Albrecht.
Lkw, die mit Flüssigerdgas (LNG) betrieben werden, bieten keine Vorteile für das Klima oder die Luftverschmutzung. Dennoch genießen sie regulatorische Anreize. Die Fortsetzung der Investitionen in LNG-Lkw und -Infrastruktur birgt ein hohes Risiko von Stranded Assets, meint Felipe Rodriguez, Leiter des Heavy-Duty Vehicles Programs der Forschungsorganisation ICCT.
Der Umgang mit Mobilitätsdaten von Verbrauchern entscheidet über die smarte Mobilitätswende. Nur wenn es der nächsten Bundesregierung gelingt, den vertrauenswürdigen Umgang mit Mobilitätsdaten sicherzustellen, werden Verbraucher:innen mitkommen.
Auf dem am Montag in Hamburg startenden ITS-Weltkongress stellt Acatech die ersten Anwendungsfälle aus dem Datenraum Mobilität vor, kündigt deren Präsident Karl-Heinz Streibich an. Die Plattform lege den Grundstein für einen souveränen Datenaustausch in Europa.