Nur mit Lkw und Zustellfahrzeugen lassen sich die großen Post- und Paketmengen zum Empfänger bringen, schreibt Tobias Meyer. Der DHL-Vorstand wünscht sich politische Vorgaben für die gesamte Branche zur Elektrifizierung der Flotten. Andere Konzepte seien nicht wirtschaftlich oder noch nicht alltagstauglich.
Angesichts der Preissprünge auf den Märkten gibt es die Forderung, die Produktion von Biokraftstoffen aus Agrarrohstoffen einzustellen. Elmar Baumann vom Biokraftstoffverband hält dagegen: Die bereits laufende Marktanpassung sorgt schnell und zielgerichtet für den notwendigen Ausgleich. Eine zeitweilige Aussetzung der Quoten für Biokraftstoffe würde dagegen Schaden anrichten.
Mit einer eigenständigen Regelung im Einkommensteuergesetz könnte der Bund ein wichtiges Signal für den Radverkehr geben. Der Wachstumsmarkt Dienstradleasing bekäme so im Steuerrecht den gleichen Stellenwert eingeräumt wie andere Verkehrsträger, schreibt Jobrad-Chef Ulrich Prediger.
Deutschland will unabhängiger von russischem Öl werden. Dann muss sich die Bundesregierung in der EU für strengere CO2-Flottengrenzwerte einsetzen, meint Friederike Piper von Transport & Environment.
Als eine Antwort auf die steigenden Energiepreise schlägt Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann ein Mobilitätsgeld. Es soll vor allem Menschen mit geringem Einkommen entlasten. Der von FDP-Finanzminister Christian Lindner ins Spiel gebrachte Tankrabatt konterkariere den Klimaschutz und spiele russischen Ölfirmen in die Hände, kritisiert der Grünen-Politiker.
Die Pandemie hat Prozesse wie im Zeitraffer beschleunigt und uns die Fragilität der Lieferketten vor Augen geführt. Der Ukraine-Krieg zeigt, dass die Zapfsäulen die Staatskassen von Despoten füllen, schreibt Tobias Hagen von der Frankfurt University. Jetzt gilt es, die Verkehrswende voranzubringen und etwa auch das Kosten-Nutzen-Verhältnis eines Tempolimits abzuwägen.
Selbst Neuwagen und Elektroautos fahren mit ineffizienten Klimaanlagen. Bei der Verbrauchsmessung im Labor bleiben sie ausgeschaltet. Es ist Zeit für eine umweltfreundlichere Lösung, fordert der Preisträger des Deutschen Umweltpreises (2007), Carl H. Schmitt.
Kathrin Goldammer, Geschäftsführerin des Reiner Lemoine Instituts, hat mehr als 50 Prozent der Führungspositionen mit Frauen besetzt. In ihrem Standpunkt schreibt sie: Nicht Förderprogramme, MINT-Broschüren für Mädchen oder Mentoring-Initiativen führen zur Gleichstellung, sondern eine entsprechende Arbeits- und Führungskultur. Goldammer gibt sechs konkrete Empfehlungen.
Durch die hohen Öl- und Gaspreise werden jeden Tag annähernd eine Milliarde Euro in die russische Kriegskasse gespült, sagt Norbert Röttgen vom Auswärtigen Ausschuss. Das sei fatal – daher müsse die Bundesregierung die Importe aus Russland einstellen.
Krieg und Krisen setzen die Wertschöpfungsarchitekturen der Autoindustrie unter Druck. Ein Umdenken ist notwendig, glaubt Stefan Reindl, Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft (Ifa). Das Risikomanagement muss neu justiert werden.
Raps, Getreide, Ölpalmen: Überall auf der Welt werden Pflanzen eigens dafür kultiviert, um aus ihnen vermeintlich klimafreundlichen Agrokraftstoff herzustellen. Eine neue Studie im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe zeigt: Hier liegt eine fundamentale Fehlkalkulation vor, schreibt DUH-Expertin Johanna Büchler.
Der öffentliche Personennah- und -fernverkehr gilt gemeinhin als Rückgrat der Verkehrswende. Doch seit der Pandemie hat sich sein Marktanteil halbiert. Mobilitätsforscher Andreas Knie meint: Das hat er sich selbst zuzuschreiben. Der öffentliche Verkehr muss ganz anders strukturiert werden, um Anreize für Kundenfreundlichkeit zu setzen.
Mehr als die Hälfte der Klimawirkungen des Flugverkehrs ließen sich durch Änderung der Flughöhe vermeiden. Darauf deuten Modellrechnungen hin, schreiben Joachim Curtius und Christoph Wolff im Standpunkt. Die Politik sollte Anreize setzen, dass Airlines auch klimaschädliche Nicht-CO2-Emissionen reduzieren.
Professor Sahin Albayrak begrüßt, dass Verkehrsminister Volker Wissing Deutschland zum Weltmarktführer autonomer Mobilität machen will. Dazu brauche es allerdings politische Priorisierung, vernetzte Genehmigungsstrukturen, einen Infrastruktur-Boost und verstärkte Kooperation von Industrie und Forschung.
Wie die Pkw-Branche befindet sich auch die Lkw-Welt in einem massiven Umbruch – weg vom Verbrenner, hin zur Elektromobilität. Die Zeit drängt, die Emissionen der Industrie sind enorm: Schon ein einzelner, intensiv genutzter E-Lkw kann pro Jahr so viel CO2 einsparen wie 50 Elektroautos. Zugleich ist der E-Lkw bereits Mitte der 2020er-Jahre günstiger als sein Diesel-Pendant. Und der Wasserstoff-Lkw ist ökonomisch fast chancenlos.
Die AFIR-Verordnung der EU ist eine vielversprechende Grundlage für den euroweiten Ladesäulen-Ausbau. Doch die Ziele müssen nachgeschärft werden. Es braucht ein flächendeckendes Netz, passende technische Standards und ein Recht für Verbraucher, an jeder Ladestation aufzuladen.
Wenn synthetische Kraftstoffe in Chile oder im Nahen Osten hergestellt und nach Europa transportiert werden, entstehen hohe Umwandlungsverluste, räumt auch Ralf Diemer ein, der Geschäftsführer der eFuel Alliance. Durch viel Wind und Sonne in anderen Weltgegenden werde das aber ausgeglichen. Globale Energie-Partnerschaften würden auch vor Ort viel Wohlstand schaffen.
Im Wettbewerb zwischen China und den USA spielen technische Standards eine zentrale Rolle. Die neue Standardisierungsstrategie der EU sei eine überzeugende Antwort auf diese Entwicklung, findet Tim Rühlig von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP). Doch Fragen bleiben und weitere Schritte müssen folgen – gerade von Deutschland.
Lufttaxis sind keine Science-Fiction, sondern werden unsere urbane Mobilität in den nächsten Jahren erheblich verändern, schreibt Jesko-Philipp Neuenburg von der Unternehmensberatung Accenture. Airlines, Autovermietungen und Hotels könnten von der Entwicklung profitieren.
Der Anteil von reinen E-Autos und Plug-in-Hybriden am Pkw-Absatz hat rasant zugenommen. Um die Entwicklung zu verstetigen, muss die Bundesregierung sich jetzt für eine Verschärfung der EU-weiten CO2-Flottengrenzwerte möglichst auf minus 75 Prozent bis 2030 einsetzen und die Fahrzeug- und Kraftstoffbesteuerung umfassend reformieren, schreibt Kerstin Meyer von Agora Verkehrswende.
Oliver Rottmann vom Kompetenzzentrum Kowid an der Universität Leipzig und Thomas Lehr von der Unternehmensberatung Conoscope haben in einer Studie für den Verband Deutscher Verkehrsunternehmen untersucht, wie groß der Beitrag des ÖPNV zur deutschen Volkswirtschaft ist: mehr als 930.000 Arbeitsplätze und Einkommen von insgesamt gut 41 Milliarden Euro.
E-Tretroller müssen strenger reguliert werden, fordert Neele Reimann-Philipp von Voi. Nur so ließe sich die Akzeptanz für die Fahrzeuge erhöhen. Über Ausschreibungen durch die Städte und Kommunen ließen sich die umweltfreundlichsten Anbieter mit den besten Konzepten ermitteln.
In vielen Innenstädten geht Verkehrslärm mit höherer Luftbelastung und weniger verfügbaren Grünflächen einher – betroffen sind davon häufig Menschen mit einem geringen Einkommen, schreibt Heike Köckler von der Hochschule für Gesundheit. Ein gewinnbringender Weg sei eine konsequente Verfolgung der Mobilitätswende, auch mit digitalen Lösungen.
Möglichst viele Ladesäulen allein werden nicht reichen, um immer mehr E-Autos mit Strom zu versorgen. Entscheidend sind die passenden Standorte und das Energiemanagement, schreibt Drazen Nikolic von Envision Digital. Es braucht einen Ausbau mit Weitblick statt im Hauruck-Verfahren.
Die Politik gibt ambitionierte Ziele für den Verkehrssektor aus, setzt sie aber unzureichend um. Michael Jakob vom Berliner Ecologic Institut spricht von einem Trilemma zwischen Zielen, CO2-Preis und verkehrspolitischen Rahmenbedingungen. Wie lässt sich der Konflikt lösen?
2022 wird das EU-Klimaschutzpaket im Europäischen Rat und im Parlament verhandelt. Simone Tagliapietra vom Brüsseler Think-Tank Bruegel erwartet kontroverse Debatten, vor allem über den im Paket enthaltenen neuen Emissionshandel im Verkehr. Weniger strittig sieht er den geplanten Verbrenner-Ausstieg bis 2035.
Die ersten 100 Tage der neuen Bundesregierung entscheiden darüber, ob die deutsche Industrie die Chance ergreifen kann, zum Leitmarkt des wirtschaftlich so aussichtsreichen grünen Wasserstoffmarktes zu werden, schreibt Werner Diwald vom DWV. Was aus seiner Sicht dafür jetzt getan werden muss.
Um die Verkehre in der Stadt zu entzerren, schlägt Michael Reink vom HDE vor, Warenlieferungen in die Nachstunden zu verlagern. Als Vorbild könnten die Niederlande dienen. Dort gelten besondere Standards für leise E-Lkw und E-Transporter und das Personal ist extra geschult.
CO2-Neutralität ist im Transportsektor batterieelektrisch erreichbar, sagt der neue Chef der VW-Nutzfahrzeugtochter Traton. Doch dafür muss die Ampelkoalition die richtigen Rahmenbedingungen setzen, fordert Christian Levin. Beim Ausbau der Ladeinfrastruktur für Pkw sollten Megawatt-Charger für Lkw gleich mitgedacht werden.
Markus Schlitts Unternehmen Yunex Traffic hat in Zusammenarbeit mit der Stadt Wiesbaden ein intelligentes Verkehrsmanagementsystem aufgebaut. Künstliche Intelligenz führt in der Verkehrszentrale der Stadt alle Daten und Systeme zusammen. So werden je nach Ort, Situation, Lage, Tageszeit, Wetter oder Umweltbelastung unterschiedliche Bedürfnisse beachtet und der Verkehr entsprechend gesteuert.
15 Millionen vollelektrische Pkw bis 2030 als Ziel: Die neue Bundesregierung will Schwung in die Verkehrswende bringen, schreibt BDEW-Chefin Kerstin Andreae. Damit der Ausbau des Ladenetzes nicht am Bedarf vorbeigeht, bräuchten Unternehmen aber schlankere Genehmigungsverfahren statt enger Vorgaben.
Man darf gespannt sein, welches Verständnis von Liberalismus der designierte Bundesverkehrsminister Volker Wissing seiner Politik zugrunde legt. Sein Agieren zu mehr Tempo 30 in Städten war bisher widersprüchlich, schreibt Roland Stimpel, Sprecher der Fußgängerlobby Fuss.
Autos sind und bleiben „Platzfresser“, schreibt Martina Hertel vom Difu. Die Blockade des öffentlichen Raums durch Pkw sollte höher bepreist werden, fordert die Wissenschaftlerin. Die Einnahmen könnten Kommunen in den Ausbau umweltfreundlicher Mobilität stecken.
Haben Verbrennungsmotoren doch noch eine Zukunft, wenn sie mit synthetischen Kraftstoffen betankt werden? Nein, meint Harry Lehmann, Leiter des PtX Lab Lausitz. Er erinnert daran: Wissenschaftlich ist schon lange geklärt, dass Treibstoffe auf Basis von grünem Wasserstoff die Emissionen bei Flugzeugen und Schiffen sinnvoll senken können, aber bei Autos ausdrücklich nicht zum Einsatz kommen sollten.
Bei der Weltklimakonferenz wurde dem Individualverkehr auf der großen Bühne weit mehr Beachtung geschenkt als dem Gütertransport. Dabei ist dieser für einen Großteil der Emissionen verantwortlich. Alan McKinnon von der Kühne Logistics University erklärt, welche Maßnahmen abseits des Rampenlichts beschlossen wurden.
Bei der Energieagentur Dena wird heute über Bio-LNG im Transportsektor diskutiert. Einer der Teilnehmer, Fedor Unterlohner von der Organisation Transport & Environment, erklärt, warum das keine gute Lösung ist. Weder nachhaltiges Biomethan noch synthetisches E-Methan aus Ökostrom werden ausreichend skalierbar oder erschwinglich sein, um den Schwerlastverkehr zu dekarbonisieren.
Der Geschwindigkeitsassistent im Auto, der ab Mitte 2022 in neuen Fahrzeugmodellen Pflicht wird, ist ein notwendiger Schritt auf dem Weg zu sichererem Verkehr, schreibt Stephanie Leonard von TomTom. Indem die EU auf abschaltbare Assistenten und nicht auf Zwang setze, erhöhe sie die Akzeptanz neuer Technologien.
Wie kommen die Lkw mit den Orangen auf die Schiene? Dafür braucht es nicht zwangsläufig eine langwierige Bahnreform, erklärt der Ideengeber des Deutschlandtaktes Hans Leister. Eine neue Zielausrichtung für die Schienen-Infrastruktur in einer umgebauten Bahnholding könnte es auch tun, findet der frühere Bahnmanager und Mofair-Präsident.
In den Verhandlungen über das Fit-for-55-Paket wollen die Ampelparteien die Vorschläge der EU-Kommission unterstützen. Mit Blick auf die Verkehrswende kommt es unter anderem darauf an, die CO2-Flottengrenzwerte weiter anzuheben, eine leistungsfähige Ladeinfrastruktur aufzubauen und verschiedene Ansätze zur Bepreisung von CO2-Emissionen aufeinander abzustimmen.
Die neue Bundesregierung sollte nicht nur elektrische Pkw fördern, sondern auch E-Lastenräder. Umgerechnet müssten sie mit 2500 Euro subventioniert werden, die auch gewerbliche Weitervermieter erhalten müssten. Gleichbehandlung bei der Fahrzeugförderung ist wichtig für ein wirklich innovatives Mobilitätssystem.
Stromspeicher aus Kochsalz – es klingt zunächst verrückt, ist aber realistisch. Die Natrium-Ionenbatterie könnte schon bald serienreif sein. Ihre Kosten sollen nur 40 Prozent der heutigen Lithium-Ionen-Batterien betragen. Außerdem ist der Akku von seinen Materialien her nachhaltig, die Leistung bei Minustemperaturen überzeugt. Treffen die Einschätzungen von Herstellern wie CATL zu, wird sich der Batteriemarkt stark verändern – auch der für stationäre Speicher.
Der Weg in die grenzenlose „Europäische Republik”, in der Austausch, Handel, Klimaneutralität, Mobilität und soziale Gerechtigkeit gewährleistet sind, führt über ein gemeinsames Netz, schreibt der Künstler Stefan Frankenberger. Seinen Traum von einem europäischen Schnellbahnnetz hat er „Metropa“ getauft.
Mit Blick auf die kommende Weltklimakonferenz (COP) in Glasgow zeugt es von Realitätssinn, dass drei Viertel aller Nationalen Klimaschutzprogramme ganz konkret CO2-Minderungen im Verkehr als wichtigen Faktor benennen. Jetzt ist der Zeitpunkt, um konkrete, verbindliche und nachprüfbare Aktionspläne zu beschließen.
Um Bahnfahren günstiger und attraktiver zu machen, brauchen wir mehr Wettbewerb auf der Schiene, schreibt FlixMobility-CEO André Schwämmlein. Erreicht werden könne dies unter anderem durch eine Senkung der Trassenpreise, einen einheitlichen Mehrwertsteuersatz und steuerliche Anreize für geteilte Mobilität.
Radfahrer und Fußgänger haben in der Stadt zu wenig Platz. Parkende Autos nehmen zu viel Raum ein. Das hat Forscher Felix Creutzig vom Mercator Institut in einer Studie in Berlin herausgefunden. Neue Spielstraßen, mehr Carsharing und Sammeltaxis könnten für mehr Flächengerechtigkeit sorgen.
In Zeiten des industriellen und digitalen Wandels gehen Unternehmen neue Wege in der Personalarbeit. Können unternehmerische Entscheidungen auf die Bedürfnisse der Menschen Rücksicht nehmen, fragt Bosch-Arbeitsdirektorin Filiz Albrecht.
Lkw, die mit Flüssigerdgas (LNG) betrieben werden, bieten keine Vorteile für das Klima oder die Luftverschmutzung. Dennoch genießen sie regulatorische Anreize. Die Fortsetzung der Investitionen in LNG-Lkw und -Infrastruktur birgt ein hohes Risiko von Stranded Assets, meint Felipe Rodriguez, Leiter des Heavy-Duty Vehicles Programs der Forschungsorganisation ICCT.
Der Umgang mit Mobilitätsdaten von Verbrauchern entscheidet über die smarte Mobilitätswende. Nur wenn es der nächsten Bundesregierung gelingt, den vertrauenswürdigen Umgang mit Mobilitätsdaten sicherzustellen, werden Verbraucher:innen mitkommen.
Auf dem am Montag in Hamburg startenden ITS-Weltkongress stellt Acatech die ersten Anwendungsfälle aus dem Datenraum Mobilität vor, kündigt deren Präsident Karl-Heinz Streibich an. Die Plattform lege den Grundstein für einen souveränen Datenaustausch in Europa.
Die CO2-Emissionen im Verkehr schnellen wieder hoch, nicht zuletzt wegen des Pendlerverkehrs. Das Ziel muss sein, Wege zwischen Wohn- und Arbeitsort möglichst zu reduzieren und auf öffentliche Verkehrsmittel zu verlagern, schreibt Philipp Kosok von Agora Verkehrswende. Dabei könnte die Pandemie-Erfahrung eine Chance sein. Entscheidend sind Verbesserungen im öffentlichen Verkehr und Reformen im Steuerrecht.
Nach vier Jahren zieht Florian Herrmann, Vize-Chef des Fraunhofer-Instituts IAO, Bilanz aus dem Forschungsprojekt Eco Fleet Services mit der Stadt Heidelberg. Entstanden ist eine digitale Buchungsplattform für betriebliche Mobilität, die als Vorbild für Verwaltungen und Unternehmen dienen soll.
Die Planung von neuer Infrastruktur dauert in Deutschland sehr lange. Die Politik weist mit dem Finger auf Umweltverbände und will die Beteiligung der Zivilgesellschaft einschränken. Das führt in die Irre. Es braucht mehr Personal in den Behörden und eine qualitativ hochwertigere Planung.
Innenstädte und Ortskerne sind die Visitenkarten unserer Kommunen. Um diese Orte zukunftsfest zu gestalten, gibt es viele Stellschrauben, schreibt Jan Strehmann. Eine davon ist die Radlogistik, erläutert der Referatsleiter Mobilität und Wirtschaft beim Deutschen Städte- und Gemeindebund in seinem Standpunkt.
E-Mobilität spielt trotz steigender Zulassungszahlen auf deutschen Straßen nach wie vor eine untergeordnete Rolle im Vergleich zu Skandinavien, schreibt Anders Bergtoft. Im Gastbeitrag erläutert der CEO eines schwedischen Ladeinfrastrukturunternehmens, was die Bundesrepublik von Schweden und Norwegen lernen kann.
Damit die ökologische Verkehrswende gelingt, braucht es eine schnelle Antriebswende. Doch langlaufende Verkehrsverträge behindern auf dem Land den Wechsel zu elektrischen Bussen. Mit einem Klimaticket im Rahmen einer allgemeinen Vorschrift können Aufgabenträger gegensteuern.
Ein Forschungsprojekt des Umweltbundesamtes hat in Aachen, Kiel, Köln und Leipzig Platz im Straßenraum zugunsten von Fuß- und Radverkehr neu verteilt. Michael Frehn, Geschäftsführer der Planersocietät, beschreibt im Standpunkt, worauf Kommunen dabei achten sollten und und warum sich der Aufwand trotz Widerständen lohnt.
Ohne blauen und türkisen Wasserstoff wird es nicht gehen, schreibt Veronika Grimm, Klimaökonomin und Wirtschaftsweise. Im Gastbeitrag erklärt die Professorin, warum wir für eine gewisse Zeit nicht auf den Einsatz fossiler Ressourcen für die Wasserstoffherstellung verzichten können.
Sind Verbote schädlich für die Innovationskraft? Im Gegenteil, meint Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock. Oft wird der Vorwurf erhoben, dass Verbote der Wirtschaft schaden und die Kreativität einbremsen. Dabei sind Verbote wichtige Ankerpunkte für die Entwicklung des Neuen, meint WZB-Forscher Andreas Knie – vorausgesetzt, es gibt eine Wettbewerbslandschaft für neue Ideen und unternehmerischen Spielraum, damit sich der Aufwand auch lohnt.
Effiziente Sicherheitskontrollen ohne langes Warten, biometrisches Boarding, der „Single European Sky“, reibungslose Schnittstellen zwischen Zug und Flugzeug sowie die Anbindung des Münchener Flughafens an das ICE-Netz wären wichtige Aufgaben für die nächste Bundesregierung, schreibt Kay Lindemann, Politikchef der Lufthansa. Stattdessen leiste sich die Republik immer noch die Subventionierung unrentabler Airports.
Das Auto ist momentan die Norm – und nur, was davon abweicht, bedarf einer Erklärung, kritisiert Dirk von Schneidemesser vom Institut für transformative Nachhaltigkeitsforschung Potsdam im Standpunkt. Die Sprache, die wir im Kontext von Verkehr nutzen, verhindere eine gerechtere Verteilung von Flächen, von Zugang und gesellschaftlicher Teilhabe.
Die Mobilitätsindustrie steht vor der größten und tiefsten Veränderung in ihrer Geschichte, schreibt Professor Andreas Herrmann von der Universität St. Gallen. In seinem Gastbeitrag erläutert er, worauf es dabei ankommt und warum Mobilität zur Gemeinschaftsaufgabe wird.
Der jüngste Bericht des IPCC macht deutlich, es ist allerhöchste Zeit für eine zügige E-Mobilitätswende für mehr Klimaschutz im Verkehr. Ein Ausstiegsdatum für Verbrenner bis 2032 und ein ambitionierter Ausbau der Ladeinfrastruktur sorgen dabei für Planungs- und Investitionssicherheit, findet Sandra Roling von der Climate Group.
Auf dem VDV-Mobilitätskongress unterzeichnet die Branche heute eine Absichtserklärung für den gegenseitigen Ticketverkauf. Mit der App des heimischen Nahverkehr-Anbieters sollen Fahrgäste Tickets in ganz Deutschland kaufen können. So wappnet sich der ÖPNV gegen externe Plattformanbieter, meint der Vizepräsident des VDV, Knut Ringat.
Obwohl die Umsetzung der beiden neuen Abschnitte des Berliner Mobilitätsgesetzes geplatzt sind, wurden damit bereits viele der gesteckten Ziele erreicht, schreiben Sophia Becker und Anke Sterz von der Technischen Universität Berlin im Standpunkt. Sie ziehen nach drei Jahren eine überwiegend positive Bilanz und empfehlen anderen Städten, dem Berliner Beispiel zu folgen.
Mehr Mitbestimmung – das ist die Voraussetzungen für die erfolgreiche Transformation der Automobilindustrie, findet Jörg Köhlinger, Leiter des IG Metall-Bezirks Mitte. Es dürfe keine Entlassungen geben. Was sich aus seiner Sicht darüber hinaus ändern muss, erläutert er im Standpunkt.
In der aktuellen politischen Debatte und bei der Planung des innerstädtischen Verkehrs werden Radfahrende vor allem in ihrem Vorfahrtsrecht bestärkt. Selbst wenn sie dabei weiterhin an Kreuzungen unter die Räder von rechtsabbiegenden Lkw geraten.