Filmen die Kameras eines parkenden Teslas im Wächtermodus ihre Umgebung, kann das für den Fahrzeughalter teuer werden. Hamburgs oberster Datenschützer fordert Nachbesserungen an der Datenschutz-Grundverordnung. Künftig müsse auch der Hersteller zur Rechenschaft gezogen werden können.
Wo soll die Intelligenz für das autonome Fahren im Auto angesiedelt sein? Über diese Frage ist man sich in Europa noch uneins, schreibt Gereon Meyer vom Projektträger VDI/VDE. Und erklärt, was es jetzt braucht, um die Potenzial der Technologie für Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft zu heben.
Auf der Eurobike in Frankfurt gilt es, die Branche zu mobilisieren, schreibt Kevin Mayne, Chef des Verbands Cycling Industries Europe. Ziel sei, neben mehr Investitionen in bessere Radinfrastruktur auch Tausende von hochwertigen „grünen“ Arbeitsplätzen in Europa zu schaffen.
Mit dem klaren Bekenntnis, die Zahl der E-Fahrzeuge bis 2030 auf rund 15 Millionen zu erhöhen und gleichzeitig das Deutschlandnetz auszubauen, will die Bundesregierung die E-Mobilität weiter vorantreiben. Doch der Hochlauf birgt Hürden, schreibt Claudius Jehle von Volytica. Ein schnellerer Netzausbau, die Errichtung von Trafostationen und der Einsatz von Pufferspeichern könnten helfen, die Probleme zu lösen.
Autobauer und Zulieferer sind künftig durch eine EU-Richtlinie verpflichtet, ein lückenloses Cyber Security Management System (CSMS) zu betreiben – sonst gibt es keine Zulassung für neue Fahrzeugtypen. Für Joachim Mohs, Cybersecurity-Experte für die Automobilindustrie bei PwC Deutschland ist das ein Weckruf für Security-by-Design in der deutschen Vorzeigebranche.
Seine Klimaziele kann Deutschland nur mit einem erstklassigen Bahnnetz erreichen. Doch der Ausbau kommt nur langsam voran. Wie es schneller geht, erläutert Michael Bernhardt vom Verband der Bahnindustrie.
Das Schienennetz muss rasch saniert werden. Darin sind sich alle einig. Matthias Stoffregen, der die Interessen der Wettbewerbsbahnen vertritt, hält dafür aber – anders als die Eisenbahnergewerkschaft EVG – eine Neuaufstellung des DB-Konzerns für unerlässlich. Eine Replik.
Wegen der Schuldenbremse warnt die Bundesregierung vor einem langsameren Ausbau des Schienennetzes. Dabei fehlt es der Ampel nicht am Geld, sondern am politischen Kompass, meint Hubertus Wester-Ebbinghaus vom Netzwerk Europäischer Eisenbahnen. Die Subventionen für den klimaschädlichen Straßengüterverkehr müssten endlich abgebaut werden.
Die Generalsanierung des Schienennetzes braucht eine gemeinsame Kraftanstrengung. Die Transport- und Infrastrukturgesellschaften der Deutschen Bahn müssen dafür eng zusammenarbeiten, ist der Chef der Bahngewerkschaft EVG überzeugt. Deshalb fordert Klaus-Dieter Hommel, die Trennung von Netz und Betrieb zu stoppen.
Was kommt nach dem Neun-Euro-Ticket? Die Diskussion um die Zukunft des ÖPNV ist in vollem Gange. Wir müssen den ländlichen Raum mehr in den Blick nehmen, fordert Vizelandrat Marian Zachow. Und schlägt ein Ein-Euro-Ticket vor, was ganz anders ist als vieles, was heute unter dem Stichwort Ein-Euro oder Neun-Euro diskutiert wird. Unkompliziert, übersichtlich, sozial gerecht – und nur für den ländlichen Raum.
Einseitige Abhängigkeiten können fatal sein, wie die Corona-Pandemie und der Angriff russischer Streitkräfte auf die Ukraine zeigen. Deshalb heißt es für Gesellschaft und Wirtschaft, sich möglichst flexibel aufzustellen – in Bezug auf Energieressourcen und Rohstoffe, Lieferketten, aber auch Daten. Catena-X, ein Netzwerk der Automobilindustrie, schafft dafür die Basis.
Das Fahrradparken muss an Bahnhöfen in Deutschland flächendeckend vorangetrieben werden. Vorbild sollten erneut die Niederlande sein. Dafür braucht es jedoch einen Paradigmenwechsel: Fahrradparken darf keine freiwillige Aufgabe der Kommunen sein, sondern muss an jedem Bahnhof selbstverständlicher Teil der Bahnhofsausstattung werden.
Die Elektrifizierung jeglicher Mobilitätsangebote und Logistikdienstleistungen hat enorm an Stellenwert gewonnen. So auch die letzte Meile, die durch den Einsatz von eCargobikes klimafreundlich bewältigt wird. Doch Fördermaßnahmen, wettbewerbsrechtliche Rahmenbedingungen sowie Stadt- und Infrastrukturplanung hinken dem Markt hinterher. Entsprechendes Handeln ist vor dem Hintergrund ambitionierter Klimaziele überfällig.
Die Elektromobilität hält für Flottenmanager viele Chancen, aber auch neue Herausforderungen bereit, schreibt Wolfgang Schmid von Webfleet Solutions. Moderne Telematik-Lösungen liefern ihnen dabei nützliche Daten und helfen, den Weg in die Mobilität der Zukunft zu planen.
Ein Plan, mit dem in Europa noch neue Verbrennerautos vom Band rollen werden, nachdem die 1,5-Grad-Grenze überschritten ist, kann nicht als Klimaschutzerfolg gelten. Dass das Votum des EU-Parlaments zu den CO2-Flottengrenzwerten dennoch als solcher bewertet wird, zeigt den Einfluss der fossilen Lobby, meint Johanna Büchler von der Deutschen Umwelthilfe.
Die Zeit der traditionellen Industriezweige ist vorbei. Sie werden abgelöst von Business-Ökosystemen. Ist ein solches System einmal etabliert, sind einzelne Unternehmen dagegen in aller Regel chancenlos. Für die allermeisten Unternehmen gibt es daher nur eine Entscheidung: Teil des Ökosystems werden – in der Rolle, die am besten zu den eigenen Fähigkeiten passt. Ulrich Störk von PwC erklärt, wie sie diese Rolle finden.
Damit die Mobilitätswende in der Fläche Fahrt aufnimmt, braucht es eine verlässliche Finanzierung durch den Bund, schnellere Planungs- und Vergabeverfahren und mehr Freiheit für Kommunen, schreiben Markus Lewe, Oberbürgermeister von Münster, und Olaf Gericke, Landrat des Kreises Warendorf. Auch die Chancen der Digitalisierung müssten genutzt werden.
Die soziale Nachhaltigkeit von Mobilität gerät allzu oft in Vergessenheit. Dabei formulieren die Vereinten Nationen in ihren Nachhaltigkeitszielen sehr genau, wie Mobilität bis 2030 aussehen soll, schreibt die Autorin und Managerin Nari Kahle: vor allem inklusiver und vielfältiger.
Martin Beznoska beharrt darauf, dass das Klimageld ein klimapolitisches Steuerungselement bleibt. Eine Staffelung nach Einkommen hält er für bürokratisch, willkürlich und einen falschen Anreiz. Der Vorschlag von Arbeitsminister Hubertus Heil sei eine versteckte Steuererhöhung für Gutverdiener.
Claudia Kemfert kann Hubertus Heils „sozialem Klimageld“ viel abgewinnen, sieht daran aber einen Etikettenschwindel. Die Ökonomin findet die gezielte Entlastung von Geringverdienern wegen der gestiegenen Energiekosten richtig – anders als den Tankrabatt. Nur mit einem klassischen Klimageld habe der Vorschlag wenig gemein.
Cannabis wird bald legal? Das gefährdet tausende Führerscheine, warnt Verkehrspädagoge und Kraftfahreignungsberater Dustin Senebald. Ein Problem entstehe durch fehlende Richtwerte.
Wenn Verkehrsminister Volker Wissing endlich seine Klimaziele einhalten will und das mit marktwirtschaftlichen Instrumenten, sollte er eine Zulassungssteuer einführen. In den Niederlanden hat sie die Zahl der Spritschlucker reduziert. Zudem ist sie auch sozial gerecht.
Das Gesetz ist ein wichtiger Baustein zur Sicherung der deutschen Energieversorgung, meint DVF-Geschäftsführerin Heike van Hoorn. Es sollte als Muster für andere Projekte gesehen werden, die mit der gleichen Entschlossenheit vorangetrieben werden müssen.
Statt an ihren überdimensionierten Plänen für bis zu zwölf LNG-Terminals festzuhalten, sollte die Bundesregierung bei der Einsparung von fossilem Gas durch Effizienz und Erneuerbare Energien das Tempo erhöhen, meint DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner.
Die Bundesregierung ist sich uneins, ob und wie Plug-in-Hybride weiter gefördert werden sollen. Ein abruptes Ende würde dem Automarkt nicht schaden, glaubt Dietmar Voggenreiter, ehemaliger Audi-Vorstand und Autoexperte der Managementberatung Horváth.
Viele Arbeitsplätze entstehen in Deutschlands und Europas Batterieindustrie. Doch damit die Hoffnungen, die auf ihr ruhen, nicht enttäuscht werden, braucht es ausgebildete Fachkräften. Customcells-Mitgründer Torge Thönnessen appelliert an die Branche.
Wo können wir den Strom aus erneuerbaren Energien künftig sinnvoll zwischenspeichern? In den Batterien von Elektroautos, meint Dennis Schulmeyer, Gründer und Geschäftsführer des E-Mobility-Startups LADE. Vehicle-to-Grid könne ein wichtiger Baustein zum Erreichen der deutschen Klimaziele sein.
Für eine Verkehrspolitik im Zeichen sozialer Gerechtigkeit, Ökologie und Freiheit braucht es auch Steuerreformen und den Abbau von überholten Privilegien, argumentiert Wiebke Zimmer von Agora Verkehrswende.
Um dem oft überfüllten ÖPNV zu entgehen, entschieden sich viele Leute in der Pandemie für das Fahrrad. Corona wurde zum Booster für die Branche. Doch trotz sehr hoher Nachfrage konnte diese 2021 wegen Problemen in der Lieferkette nicht den Vorjahresrekord überbieten. Dennoch dürfte es 2022 wieder bergauf gehen, schreibt MeinDienstrad-Gründer Ronald Bankowsky.
Großen Mut zur Lücke – den benötigen viele Radfahrerinnen und Radfahrer täglich auf den Straßen. Gut ausgebaute, durchgehende und sichere Strecken für Radfahrende sind nach wie vor Mangelware, findet Ann-Kathrin Schneider, Bundesgeschäftsführerin des Fahrradclubs ADFC. Sie fordert, das Straßenverkehrsgesetz dringend zu ändern – Ideen für eine sinnvolle Reform seien vorhanden.
Insbesondere kleine Lkw-Speditionen leiden unter gestiegenen Kraftstoffpreisen. Doch der Markt reagiert bereits mit höheren Transportpreisen, schreibt DSLV-Hauptgeschäftsführer Frank Huster. Ein vergünstigter Diesel für Transportunternehmen würde diese langfristig wichtige Entwicklung stoppen.
Für die ÖPNV-Branche bedeutet der neue Rechtsrahmen zum autonomen Fahren einen großen Wurf für die Einführung autonomer Verkehrsangebote – wenn nur die hohen Qualifikationsanforderungen an die Technische Aufsicht praxisgerechter gestaltet wären, schreiben Michael Weber-Wernz und Emanuele Leonetti von der VDV-Akademie. Warum der Gesetzgeber an dieser Stelle umdenken sollte.
Die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg belasten die globalen Lieferketten der Autoindustrie extrem. Doch der Ruf nach einer „De-Globalisierung“ geht in die falsche Richtung, meint VDA-Geschäftsführer Andreas Rade. Die Branche müsse jetzt auf Diversifikation, Effizienz und Resilienz setzen.
Vom Abschalten von Webseiten bis zum Infiltrieren der Steuerungssysteme: Die zunehmend vernetzten Verkehrsinfrastrukturen geraten immer häufiger ins Visier von Hackern. Sicherheitskonzepte, Risikoeinschätzung und Resilienz können die Systeme schützen, schreibt Stefan Katzenbeisser von der Uni Passau.
Der Ukrainekrieg stellt eine Bedrohung für die globale Nahrungsmittelsicherheit dar, und es muss jetzt gehandelt werden, damit nicht Millionen Menschen in Hungersnöte gestürzt werden. Ein Stopp der Verbrennung von Lebensmitteln in Autos ist eine schnell umsetzbare und wirksame Maßnahme. Der Markt wird es nicht regeln, meint DUH-Geschäftsführer Sascha Müller-Kraenner.
Das Interesse an E-Autos hat angesichts der Spritpreise einen neuen Höhepunkt erreicht. Doch bei konkretem Kaufinteresse verfliegt die Euphorie angesichts von langen Lieferzeiten, massenhaftem Export von geförderten Fahrzeugen und einer Hängepartie bei der Förderung. Christoph Stricker und Marcus Weller vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe fordern eine Änderung des Umweltbonus.
Ronald Pofallas Rücktritt darf nötige Reformen nicht behindern, schreibt Matthias Stoffregen. Die Konkurrenten der DB AG wollen bei der Verwaltung des Bahnnetzes zukünftig mitreden. Einen neuen Infrastrukturvorstand für die Deutsche Bahn hält Mofair für überflüssig.
Nur mit Lkw und Zustellfahrzeugen lassen sich die großen Post- und Paketmengen zum Empfänger bringen, schreibt Tobias Meyer. Der DHL-Vorstand wünscht sich politische Vorgaben für die gesamte Branche zur Elektrifizierung der Flotten. Andere Konzepte seien nicht wirtschaftlich oder noch nicht alltagstauglich.
Angesichts der Preissprünge auf den Märkten gibt es die Forderung, die Produktion von Biokraftstoffen aus Agrarrohstoffen einzustellen. Elmar Baumann vom Biokraftstoffverband hält dagegen: Die bereits laufende Marktanpassung sorgt schnell und zielgerichtet für den notwendigen Ausgleich. Eine zeitweilige Aussetzung der Quoten für Biokraftstoffe würde dagegen Schaden anrichten.
Mit einer eigenständigen Regelung im Einkommensteuergesetz könnte der Bund ein wichtiges Signal für den Radverkehr geben. Der Wachstumsmarkt Dienstradleasing bekäme so im Steuerrecht den gleichen Stellenwert eingeräumt wie andere Verkehrsträger, schreibt Jobrad-Chef Ulrich Prediger.
Deutschland will unabhängiger von russischem Öl werden. Dann muss sich die Bundesregierung in der EU für strengere CO2-Flottengrenzwerte einsetzen, meint Friederike Piper von Transport & Environment.
Als eine Antwort auf die steigenden Energiepreise schlägt Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann ein Mobilitätsgeld. Es soll vor allem Menschen mit geringem Einkommen entlasten. Der von FDP-Finanzminister Christian Lindner ins Spiel gebrachte Tankrabatt konterkariere den Klimaschutz und spiele russischen Ölfirmen in die Hände, kritisiert der Grünen-Politiker.
Die Pandemie hat Prozesse wie im Zeitraffer beschleunigt und uns die Fragilität der Lieferketten vor Augen geführt. Der Ukraine-Krieg zeigt, dass die Zapfsäulen die Staatskassen von Despoten füllen, schreibt Tobias Hagen von der Frankfurt University. Jetzt gilt es, die Verkehrswende voranzubringen und etwa auch das Kosten-Nutzen-Verhältnis eines Tempolimits abzuwägen.
Selbst Neuwagen und Elektroautos fahren mit ineffizienten Klimaanlagen. Bei der Verbrauchsmessung im Labor bleiben sie ausgeschaltet. Es ist Zeit für eine umweltfreundlichere Lösung, fordert der Preisträger des Deutschen Umweltpreises (2007), Carl H. Schmitt.
Kathrin Goldammer, Geschäftsführerin des Reiner Lemoine Instituts, hat mehr als 50 Prozent der Führungspositionen mit Frauen besetzt. In ihrem Standpunkt schreibt sie: Nicht Förderprogramme, MINT-Broschüren für Mädchen oder Mentoring-Initiativen führen zur Gleichstellung, sondern eine entsprechende Arbeits- und Führungskultur. Goldammer gibt sechs konkrete Empfehlungen.
Durch die hohen Öl- und Gaspreise werden jeden Tag annähernd eine Milliarde Euro in die russische Kriegskasse gespült, sagt Norbert Röttgen vom Auswärtigen Ausschuss. Das sei fatal – daher müsse die Bundesregierung die Importe aus Russland einstellen.
Krieg und Krisen setzen die Wertschöpfungsarchitekturen der Autoindustrie unter Druck. Ein Umdenken ist notwendig, glaubt Stefan Reindl, Direktor des Instituts für Automobilwirtschaft (Ifa). Das Risikomanagement muss neu justiert werden.
Raps, Getreide, Ölpalmen: Überall auf der Welt werden Pflanzen eigens dafür kultiviert, um aus ihnen vermeintlich klimafreundlichen Agrokraftstoff herzustellen. Eine neue Studie im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe zeigt: Hier liegt eine fundamentale Fehlkalkulation vor, schreibt DUH-Expertin Johanna Büchler.
Der öffentliche Personennah- und -fernverkehr gilt gemeinhin als Rückgrat der Verkehrswende. Doch seit der Pandemie hat sich sein Marktanteil halbiert. Mobilitätsforscher Andreas Knie meint: Das hat er sich selbst zuzuschreiben. Der öffentliche Verkehr muss ganz anders strukturiert werden, um Anreize für Kundenfreundlichkeit zu setzen.
Mehr als die Hälfte der Klimawirkungen des Flugverkehrs ließen sich durch Änderung der Flughöhe vermeiden. Darauf deuten Modellrechnungen hin, schreiben Joachim Curtius und Christoph Wolff im Standpunkt. Die Politik sollte Anreize setzen, dass Airlines auch klimaschädliche Nicht-CO2-Emissionen reduzieren.
Professor Sahin Albayrak begrüßt, dass Verkehrsminister Volker Wissing Deutschland zum Weltmarktführer autonomer Mobilität machen will. Dazu brauche es allerdings politische Priorisierung, vernetzte Genehmigungsstrukturen, einen Infrastruktur-Boost und verstärkte Kooperation von Industrie und Forschung.
Wie die Pkw-Branche befindet sich auch die Lkw-Welt in einem massiven Umbruch – weg vom Verbrenner, hin zur Elektromobilität. Die Zeit drängt, die Emissionen der Industrie sind enorm: Schon ein einzelner, intensiv genutzter E-Lkw kann pro Jahr so viel CO2 einsparen wie 50 Elektroautos. Zugleich ist der E-Lkw bereits Mitte der 2020er-Jahre günstiger als sein Diesel-Pendant. Und der Wasserstoff-Lkw ist ökonomisch fast chancenlos.
Die AFIR-Verordnung der EU ist eine vielversprechende Grundlage für den euroweiten Ladesäulen-Ausbau. Doch die Ziele müssen nachgeschärft werden. Es braucht ein flächendeckendes Netz, passende technische Standards und ein Recht für Verbraucher, an jeder Ladestation aufzuladen.
Wenn synthetische Kraftstoffe in Chile oder im Nahen Osten hergestellt und nach Europa transportiert werden, entstehen hohe Umwandlungsverluste, räumt auch Ralf Diemer ein, der Geschäftsführer der eFuel Alliance. Durch viel Wind und Sonne in anderen Weltgegenden werde das aber ausgeglichen. Globale Energie-Partnerschaften würden auch vor Ort viel Wohlstand schaffen.
Im Wettbewerb zwischen China und den USA spielen technische Standards eine zentrale Rolle. Die neue Standardisierungsstrategie der EU sei eine überzeugende Antwort auf diese Entwicklung, findet Tim Rühlig von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP). Doch Fragen bleiben und weitere Schritte müssen folgen – gerade von Deutschland.
Lufttaxis sind keine Science-Fiction, sondern werden unsere urbane Mobilität in den nächsten Jahren erheblich verändern, schreibt Jesko-Philipp Neuenburg von der Unternehmensberatung Accenture. Airlines, Autovermietungen und Hotels könnten von der Entwicklung profitieren.
Der Anteil von reinen E-Autos und Plug-in-Hybriden am Pkw-Absatz hat rasant zugenommen. Um die Entwicklung zu verstetigen, muss die Bundesregierung sich jetzt für eine Verschärfung der EU-weiten CO2-Flottengrenzwerte möglichst auf minus 75 Prozent bis 2030 einsetzen und die Fahrzeug- und Kraftstoffbesteuerung umfassend reformieren, schreibt Kerstin Meyer von Agora Verkehrswende.
Oliver Rottmann vom Kompetenzzentrum Kowid an der Universität Leipzig und Thomas Lehr von der Unternehmensberatung Conoscope haben in einer Studie für den Verband Deutscher Verkehrsunternehmen untersucht, wie groß der Beitrag des ÖPNV zur deutschen Volkswirtschaft ist: mehr als 930.000 Arbeitsplätze und Einkommen von insgesamt gut 41 Milliarden Euro.
E-Tretroller müssen strenger reguliert werden, fordert Neele Reimann-Philipp von Voi. Nur so ließe sich die Akzeptanz für die Fahrzeuge erhöhen. Über Ausschreibungen durch die Städte und Kommunen ließen sich die umweltfreundlichsten Anbieter mit den besten Konzepten ermitteln.
In vielen Innenstädten geht Verkehrslärm mit höherer Luftbelastung und weniger verfügbaren Grünflächen einher – betroffen sind davon häufig Menschen mit einem geringen Einkommen, schreibt Heike Köckler von der Hochschule für Gesundheit. Ein gewinnbringender Weg sei eine konsequente Verfolgung der Mobilitätswende, auch mit digitalen Lösungen.
Möglichst viele Ladesäulen allein werden nicht reichen, um immer mehr E-Autos mit Strom zu versorgen. Entscheidend sind die passenden Standorte und das Energiemanagement, schreibt Drazen Nikolic von Envision Digital. Es braucht einen Ausbau mit Weitblick statt im Hauruck-Verfahren.
Die Politik gibt ambitionierte Ziele für den Verkehrssektor aus, setzt sie aber unzureichend um. Michael Jakob vom Berliner Ecologic Institut spricht von einem Trilemma zwischen Zielen, CO2-Preis und verkehrspolitischen Rahmenbedingungen. Wie lässt sich der Konflikt lösen?
2022 wird das EU-Klimaschutzpaket im Europäischen Rat und im Parlament verhandelt. Simone Tagliapietra vom Brüsseler Think-Tank Bruegel erwartet kontroverse Debatten, vor allem über den im Paket enthaltenen neuen Emissionshandel im Verkehr. Weniger strittig sieht er den geplanten Verbrenner-Ausstieg bis 2035.
Die ersten 100 Tage der neuen Bundesregierung entscheiden darüber, ob die deutsche Industrie die Chance ergreifen kann, zum Leitmarkt des wirtschaftlich so aussichtsreichen grünen Wasserstoffmarktes zu werden, schreibt Werner Diwald vom DWV. Was aus seiner Sicht dafür jetzt getan werden muss.
Um die Verkehre in der Stadt zu entzerren, schlägt Michael Reink vom HDE vor, Warenlieferungen in die Nachstunden zu verlagern. Als Vorbild könnten die Niederlande dienen. Dort gelten besondere Standards für leise E-Lkw und E-Transporter und das Personal ist extra geschult.
CO2-Neutralität ist im Transportsektor batterieelektrisch erreichbar, sagt der neue Chef der VW-Nutzfahrzeugtochter Traton. Doch dafür muss die Ampelkoalition die richtigen Rahmenbedingungen setzen, fordert Christian Levin. Beim Ausbau der Ladeinfrastruktur für Pkw sollten Megawatt-Charger für Lkw gleich mitgedacht werden.