Die Europa-Meisterschaft ist ein Anlass zur Freude. Ihr Sicherheitskonzept ist es nicht, findet Philip Heimann. Zu viel Videoüberwachung und biometrische Gesichtserkennung kommen zum Einsatz. Was die Polizei bräuchte, um solche Technologien grundrechtsschonend einzusetzen, schreibt der Jurist der Gesellschaft für Freiheitsrechte im Standpunkt.
Nicht zuletzt die Sicherheitsvorfälle bei Webex zeigen, dass Digitalisierung mit Closed-Source-Software für die Verwaltung zahlreiche Risiken birgt. Digitale Souveränität funktioniert nur mit Open-Source-Software, meint Peer Heinlein von Opentalk.
Gegen große Techkonzerne braucht es mehr Protest, findet Caroline Krohn. Dass sich Widerstand lohnt, zeige Microsofts Rückzug bei Recall, meint die IT-Sicherheitsexpertin. Viel zu oft gelinge es Big Tech durch die Einführung neuer Produkte und Funktionen, an noch mehr Daten von Nutzer:innen zu kommen. Dies schade einer grundrechteorientierten Digitalisierung.
Auf der am heutigen Montag in Berlin beginnenden sechsten Weizenbaum-Konferenz diskutieren Daniela Zetti und Christian Herzog vom Ethical Innovation Hub der Universität zu Lübeck die Diskurse über digitale Souveränität und wie das Konzept als ein unstrukturiertes Problem verstanden werden kann – und was sich daraus über eine inklusive Debatte folgern lässt.
Deutschlands Digitalwirtschaft braucht „German Mut“ und Begeisterung für Zukunftstechnologien, einen Wachstumsfonds sowie weniger Bürokratie und Überregulierung, meinen der bayerische Digitalminister und der KI-Prof. Vielversprechende Forschung muss wirtschaftliche Erfolge generieren.
Die europäische Natur ist in den tiefroten Zahlen angekommen, unsere Überlebensgrundlage steht auf dem Spiel, meint die Grüne EU-Abgeordnete Jutta Paulus. Um das zu ändern, bräuchte es vorausschauende Politik. Die liegt mit dem EU Nature Restoration Law fertig verhandelt auf dem Tisch des Umweltrates. Warum die Blockade einiger Mitgliedstaaten ein Ende haben muss und wie die Ökosysteme Europas noch gerettet können, beschreibt Paulus in ihrem Standpunkt.
Wenn Menschen nur noch auf dem Smartphone arbeiten und den Laptop zu Hause lassen, dann ist das ultramobiles Arbeiten. Auch Behörden müssen mit diesem Trend umgehen. Und gleichzeitig muss alles sicher sein – ein Balanceakt. Christian Schumer von Materna Virtual Solution skizziert eine Lösung.
Der AI Act der EU könnte das autonome Fahren revolutionieren – oder ausbremsen. Was bedeutet diese neue Gesetzgebung für die Zukunft der selbstfahrenden Autos? Welche kritischen Fragen bleiben offen? Besonders im Fokus steht die Sicherheit. Die unterschiedlichen Regulierungsansätze der EU und der USA bergen Chancen und Risiken für die Autoindustrie und die Gesellschaft.
Nach dem Abschluss des Forschungsprojektes „KIDD - Künstliche Intelligenz im Dienste der Diversität“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales präsentieren Katja Anclam und Annette von Wedel vom Verein „female.vision“ acht Thesen, die sie für einen inklusive und Diversität wahrende KI-Entwicklung und deren Einsatz als notwendig erachten.
Trotz einiger Bemühungen wurde auf EU-Ebene der Einstieg in die 5G-Technologie teilweise verpatzt, findet Christian Maasem vom Unternehmensberater Detecon International. Im Standpunkt schreibt er, was künftig verbessert werden muss, um die hochgesteckten europäischen Ziele bei der Konnektivität zu erreichen.
In unserer zunehmend digitalisierten Welt ist der Zugang zu Informationen und Online-Diensten für die Teilhabe an der Gesellschaft unerlässlich. Inmitten dieses technologischen Fortschritts werden aber häufig große Teile der Bevölkerung übersehen. Behörden und Unternehmen müssen jetzt anfangen, ihre Angebote anzupassen, motiviert Inklusionsexperte Michael Düren von Pfennigparade Business Inklusiv.
Am 3. Juni findet im Innenministerium die Verbändeanhörung zum Referentenentwurf zur NIS-2-Umsetzung statt. Vor Ort wird auch Unternehmer Timo Kob sein, der für einige Verbände an deren Stellungnahmen mitgeschrieben und weitere gelesen hat. Seine persönliche Wunschliste für das Gesetz stellt er hier vor.
Eigentlich haben Verbraucher:innen mit dem Inkrafttreten der Telekommunikationsmindestversorgungs-Verordnung (TKMV) seit 1. Juni 2022 einen Anspruch auf eine Mindestversorgung mit Internet. Wer keinen Zugang hat, kann sich bei der Bundesnetzagentur melden und diesen Anspruch geltend machen. Wenn trotz erfüllter Voraussetzungen kein Anbieter freiwillig die Versorgung sicherstellt, muss die BNetzA die Anbieter dazu verpflichten. Doch trotz tausender Anfragen ist dies bisher nur einmal passiert.
Bei der Etablierung von KI-Standards dominieren westliche Wirtschaftsnationen, sagt Anna Christmann. Wie die Vereinten Nationen dem entgegenwirken wollen, berichtet die Beauftragte des Bundesministeriums für Wirtschaft- und Klimaschutz für die digitale Wirtschaft und Start-ups.
Künstliche Intelligenz (KI) wird den Arbeitsalltag der Menschen umfassend verändern. In der KI-Entwicklung sind jedoch häufig technische Möglichkeiten bestimmend. Ein Fokus auf die menschlichen Nutzer hätte dabei viele Vorteile für die Arbeitenden und die Unternehmen. Wie KI ein unterstützendes Instrument werden kann und die Unternehmen nicht versehentlich Arbeitsplätze für Cyborgs schaffen, beschreibt Angelika Bullinger-Hoffmann.
Dass der Bundesdatenschutzbeauftragte (BfDI) gerichtlich klären lässt, ob er von anderen Behörden unzulässig in seinen Kontrollrechten eingeschränkt wird, ist unüblich. Doch bei der Kontrolle des Bundesnachrichtendienstes sei dies notwendig geworden, schreibt die BfDI-Referatsleiterin Anya Mittnacht im Standpunkt. Die Lösung sieht sie in einem Anordnungsrecht für den BfDI zur Wahrung rechtsstaatlicher Grundsätze.
Nur Zählbares zählt: Die europäische Digitalpolitik zieht immer häufiger quantitative Ergebnisse qualitativen Einsichten vor. Der Grund ist ebenso simpel wie falsch: Zahlen suggerieren Sicherheit und Kontrolle. Indem sich die Kommission auf das Messbare konzentriert und das Bedeutungsvolle vernachlässigt, droht sie sich von ihrem eigentlichen Ziel zu entfernen: echte Technologiesouveränität.
Bei den neusten „Innovationen“ von Open AI ist ein Anstieg von Desinformation vorprogrammiert. Regulierung und technische Antworten darauf laufen aber oft ins Leere. Es ist an der Zeit, dass KI-Unternehmen von vornherein den Nutzen ihrer Produkte beweisen müssen, finden Jürgen Pfeffer von der TU München und Matthias Pfeffer vom Council for European Public Space – bevor die Demokratie noch mehr Schaden nimmt.
Bund und Länder streiten über die Nachfolge des Digitalpakts Schule. Im Mittelpunkt der Diskussion stehen derzeit vor allem digitale Endgeräte und der Abruf der Mittel. Doch nach den mäßigen Erfolgen der ersten Runde muss die Bildungspolitik diesmal ehrgeiziger sein.
Künstliche Intelligenz (KI) gibt manchmal falsche Antworten. Sie erfindet Fakten, Bücher und Webseiten. Viele sagen dann, dass die KI „halluziniert“. Aljoscha Burchardt und Xenia Kersting halten das für unspezifisch, irreführend und stigmatisierend und schlagen eine Alternative vor.
Der Markt für raumfahrtgestützte Lösungen boomt – doch während er von den USA und China, sowie einzelnen Unternehmen wie Elon Musks Space X dominiert wird, scheint Europa die Entwicklung zu verschlafen. Rafaela Kraus von der Bundeswehr-Uni München fordert darum im Standpunkt eine vernetzte High-Tech-Strategie für Europa, die den „alten Kontinent“ als globalen Raumfahrtakteur positioniert.
Victoria Shi ist die neue KI-Sprecherin des ukrainischen Außenministeriums – ein Novum in der Diplomatie. Was einerseits ein Vorbild sein kann, um Außenpolitik in das 21. Jahrhundert zu befördern, sollte auch kritisch hinterfragt werden, meint Katja Muñoz von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik.
Schon heute bildet Deutschland an Universitäten und Hochschulen Talente aus, die das Zeug haben, ein „KI-Wunder“ zu bewirken. Um Transfer-Erfolge dabei nicht dem Zufall zu überlassen, appelliert Laura Möller vom Künstliche Intelligenz Entrepreneurship Zentrum für mehr Ausbildung in Sachen Entrepreneurship.
Die Europäische Union braucht eine Vision für eine offene, dezentralisierte, faire, diverse und inklusive Informationsumgebung. Article 19 hat Empfehlungen für die nächste EU-Kommission vorgestellt, die sich auf diese Punkte und damit auf die Integrität von Informationen konzentrieren.
Maßnahmen zur IT-Sicherheit müssen „angemessen“ sein. Wie diese gesetzliche Anforderung im Einzelnen zu erfüllen ist, bleibt zunächst offen. Statt auf derartige unbestimmte Rechtsbegriffe zu verweisen, spreche vieles dafür, dass der Gesetzgeber den Unternehmen zumindest das Verfahren im Sinne eines verpflichtenden Risikomanagements vorgeben sollte, meint IT-Sicherheitsforscher Christoph Werner.
Die Vorschläge für eine Digitalagentur in Deutschland werden auch vom Bundesverband der Digitalen Wirtschaft begrüßt, schreibt dessen Vizepräsident Moritz Holzgraefe. Doch müsse man die Lehren aus der DSGVO ziehen und dürfe sich nicht in Zuständigkeitsgerangel verlieren. Im Standpunkt plädiert er für eine Aufspaltung der Bundesnetzagentur und die Integration der Datenschutzbehörden der Länder in die Digitalagentur.
Das Bundesarbeitsministerium hat zwar mit seiner Digitalisierungsstrategie einen großen Schritt gemacht – die Zersplitterung der Zuständigkeiten für soziale Leistungen zulasten der Bürger:innen bleibt aber bestehen, schreibt Florian Theißing von der Agora Digitale Transformation. Warum dem nur mit einem umfassenden Umbau des Sozialleistungssystems beizukommen ist, lesen Sie im Standpunkt.
Langfristig braucht Deutschland eine Digitalagentur, findet Tabea Rößner, die Vorsitzende des Digitalausschusses. Die Keimzelle für die Agentur könnte die Koordinierungsstelle für Digitale Dienste innerhalb der Bundesnetzagentur bilden. Welche Rolle die Agentur einnehmen und wie sie strukturiert werden soll, erklärt Rößner heute im Standpunkt.
Anfang des Jahres fanden die als Schlusssitzung geplanten Verhandlungen eines Ad-hoc-Komitees der UN statt. Dabei sollte eine internationale Konvention zur Bekämpfung des Missbrauchs von Informations- und Kommunikationstechnologien zu kriminellen Zwecken erarbeitet werden. Jedoch wurden IT-Sicherheitsforschende erneut nur unzureichend berücksichtigt – ein wiederkehrendes Problem, kritisiert Tanya Gärtner vom Fraunhofer SIT.
Gerade entlang hoch diversifizierter Lieferketten in der Digitalwirtschaft kann die EU nicht auf Partner und deren Innovationskraft verzichten. Doch sie sollte sich auf die Zusammenarbeit mit demokratischen Partnern konzentrieren.
Generative Künstliche Intelligenz birgt enorme Potenziale für die öffentliche Verwaltung. Doch um diese zu heben, müssen eine Roadmap und ein Regelwerk her, die den Transformationsprozess begleiten. Die Speerspitze sollten dabei die Zentralabteilungen bilden, schreibt Thilo Zelt von der Boston Consulting Group.
Auch wenn sich viele Unternehmen noch im Experimentierstadium befinden, ist klar, dass Künstliche Intelligenz die Arbeitswelt verändert. Welche organisatorischen Begleitmaßnahmen es braucht, um die Potenziale zu heben und die Akzeptanz bei den Mitarbeitenden zu befördern, schreibt Katharina Hölzle.
Viele fürchten, dass der Wahlkampf für die diesjährigen Europawahlen von Desinformation auf Online-Plattformen geprägt sein wird. Die Digitalexperten Johnny Ryan und Pencho Kuzev warnen unterdessen die nächste EU-Kommission bereits jetzt vor der drohenden digitalen Apokalypse. Welche Regulierungsmaßnahmen sie fordern, schreiben sie im Standpunkt.
Der Data Act könnte der entscheidende Baustein werden, um die europäische Datenwirtschaft zum Florieren zu bringen. Eine aktuelle Umfrage in der deutschen Industrie zeigt, dass die Firmen willens sind, diese Chance zu ergreifen – klar werde aber auch, dass die Unternehmen dazu noch viel Arbeit vor sich haben, schreibt Marc Fischer, Deutschland-Chef von Hewlett Packard Enterprise.
Trotz des Gesetzes zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende hinkt Deutschland bei Smart Metern immer noch hinterher. Stellvertretend für die „Smart-Meter-Initiative“ fordern Bastian Gierull (Octopus Energy) und Merlin Lauenburg (Tibber) zusätzliche Vereinfachungen der Regulierung. Sonst, fürchten sie und ihre Kollegen bei Rabot Charge und Ostrom, kommt der Rollout zu spät.
Das Rennen um die beste Position bei der Nutzung von Quantentechnologien ist eröffnet. Man könnte gar von einem Hype sprechen. Was wirklich neu ist, warum es echte Labore statt Co-Working-Spaces für diese Technologien braucht und Deutschland die Förderung bürokratiearm aufsetzen muss, ordnet Nicolas Spethmann von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt ein.
Der Hype um KI-Systeme hat Big Tech auf den Plan gerufen: Microsoft, Google und Amazon überbieten sich darin, mit kreativen Konstruktionen ihre Marktmacht auch bei Künstlicher Intelligenz zu steigern. Nun unterzeichnen zahlreiche NGOs das Manifest „Rebalancing Europe“, um ein Zeichen gegen Monopole am KI-Markt zu setzen, schreiben Matthias Spielkamp von Algorithmwatch und Ulrich Müller von Rebalance Now im Standpunkt.
Effektive Öffentlichkeitsbeteiligung in Umweltfragen ist ein zentraler Bestandteil für solide Planungs- und Genehmigungsentscheidungen und stärkt die demokratische Teilhabe. Dabei können digitale Tools entscheidend dazu beitragen, formelle Beteiligungsverfahren zu vereinfachen und niedrigschwelliger zugänglich zu machen. Das sorgt für konfliktärmere und daher schnellere Zulassungsentscheidungen.
Das Ziel neuer EU-Gesetze zur Plattformregulierung, allen voran des Digital Services Act, das Internet zu einem sichereren Raum mit mehr Wettbewerb zu machen, unterstützt Philipp Graf Montgelas. Doch sieht der CEO von Gutefrage.net bei der konkreten Ausgestaltung einige Probleme, unter anderem zu viel Bürokratie und Vorteile für große Anbieter. Welche Verbesserungen er vorschlägt, erläutert er im Standpunkt.
In der Ampel gebe es einen Konsens, die neuen Digital-Rechtsakte aus Brüssel zu nutzen, um auf eine zentral koordinierende Digital-Aufsichtsbehörde für Deutschland hinzuarbeiten, meint Maximilian Funke-Kaiser. Wie die Digitalagentur arbeiten und wo sie angesiedelt werden soll, schreibt er im Standpunkt.
Eine Studie belegt: Viele Menschen erleben im Internet eine Zunahme von Feindseligkeiten, Beleidigungen und Aggressionen. Es ist nicht allein Aufgabe der Gesetzgebung, eine Antwort auf diese Entwicklung zu finden. Auch die Betreiber der Plattformen sind gefragt – und haben durchaus wirkungsvolle Hebel zur Verfügung, meint Philipp Witzmann, CEO von Nebenan.de.
Eine proaktive und offensive Haltung bezüglich des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz einnehmen – das ist ein zentraler Erfolgsfaktor. Das geht etwa durch die Veröffentlichung eines Leitfadens für den Einsatz von Large Language Modellen (LLM) und die Motivation von Mitarbeitenden, diese unter den angeführten Rahmenbedingungen zu nutzen.
Am 20. Februar wurde über die „Zerschlagung“ der Ransomware-Bande „Lockbit“ berichtet. Doch schon sieben Tage später war die Gruppe wieder aktiv. Es ist mit solchen Banden wie mit der Hydra: Ein Kopf ab, zwei neue wachsen nach. Trotzdem sind die Aktionen der Strafverfolger wichtig, schreibt Thorsten Rosendahl von Cisco Talos im Standpunkt.
Einfache digitale Zahlungen in der ganzen EU, datensparsam und für jeden zugänglich: Der digitale Euro könnte für normale Bürger:innen sehr nützlich sein. Wer aber gerade die Diskussion verfolgt, hört nur von Problemen. Wir sollten mehr darüber reden, wie wir seine Möglichkeiten nutzen können.
Selbst wenn der Bundesrat das OZG-Änderungsgesetz morgen annimmt, wird die Verwaltungsdigitalisierung nicht zum Selbstläufer, schreibt Ralf Fischer von DXC Technology. Stattdessen muss für Planungssicherheit gesorgt werden und nicht-staatliche Akteure stärker eingebunden werden.
Für junge Menschen ist Tiktok ein entscheidender Informationskanal. Die öffentlich-rechtlichen Medien laufen ihnen dorthin nach. Doch stattdessen müsste Europa eigene Infrastrukturen aufbauen. Matthias Pfeffer fordert die Einrichtung eines Nachrichten- und Informationsnetzwerks.
Eine klare und verlässliche Regulierung ist unerlässlich, um langfristig Vertrauen in die Videoüberwachungstechnologie zu schaffen, sagt Thomas Jensen, CEO von Milestone Systems. Unternehmen müssen dabei nicht auf die Umsetzung des AI Act der EU warten.
Eine Regulierung ist nur so gut wie ihre Um- und Durchsetzung. Der Beschluss zum AI Act sollte daher als Anlass dienen, die Digital Governance in Deutschland kohärent aufzustellen, argumentieren die SPD-Bundestagsabgeordneten Armand Zorn, Parsa Marvi und Carmen Wegge, die im Digital- und Innenausschuss für den AI Act und für Datenschutz zuständig sind.
Barcelona hat alle beeindruckt: Auf dem Mobile World Congress war jüngst zu sehen, wie die Telekommunikationsbranche die vierte industrielle Revolution durch Digitalisierung und KI angeht. Auch die EU hat verstanden, wie wichtig hochmoderne Netze für die Datenströme von morgen sind. Doch statt jetzt die richtigen Schlüsse zu ziehen, hält man sich in Deutschland mit einer Diskussion um Wettbewerb auf, schreibt Markus Haas von Telefónca.
Mit dem Bürokratieentlastungsgesetz soll unter anderem die Schriftformerfordernis reduziert werden. Ein wichtiges Ziel, findet Christoph Stresing, doch ihm gehen die geplanten Formerleichterungen nicht weit genug. Insbesondere die qualifiziert elektronische Signatur für den Nachweis von wesentlichen Vertragsbedingungen hält den Anforderungen einer digitalen Arbeitswelt nicht stand, meint der Co-Geschäftsführer des Start-up-Verbands.
Noch in diesem Frühjahr will die Bundesnetzagentur entscheiden, wie sie bald wichtige Frequenzen vergibt. Doch der aktuelle Vorschlag der Bonner Behörde verstößt gegen das unionsrechtliche Beihilferecht, argumentieren Stefan Korte und Mario Martini von der DUV Speyer.
Die aktuelle Welt ist von Krisen, Unsicherheit und Komplexität geprägt. Eine moderne Verwaltung muss auf sich ständig ändernde Situationen schnell reagieren können. Dazu reicht es aber nicht, bei der Digitalisierung an einzelnen Schrauben zu drehen, schreibt Hermann Hill von der Universität für Verwaltungswissenschaften in Speyer, sondern sie muss ganzheitlich neu gedacht werden.
Der Doppelausbau wird zum Lackmustest für die wettbewerbliche Orientierung der Bundesregierung beim Glasfaserausbau. Die Argumente sind ausgetauscht, die Fakten bekannt. Nun muss gehandelt werden, ansonsten droht die zukunftsfähige digitale Infrastruktur in Deutschland Schaden zu nehmen, fordert Frederic Ufer vom VATM.
Die Verlagerung hin zur Cloud-Technologie ist eine Wende für mittelständische Unternehmen und stellt neue Anforderungen an politische Entscheidungsträger. Andreas Baresel von Datagroup erläutert im Standpunkt die Bedeutung für den Mittelstand und diskutiert Herausforderungen und Lösungsansätze für digitale Souveränität und Datenschutz.
In der Debatte um Privatsphäre und Datenschutz gibt es zwei Lager: Auf der einen Seite stehen Aufsichtsbehörden, Verbraucherschützer und Aktivisten, die den Schutz der Privatsphäre als absolut betrachten. Auf der anderen Seite finden sich Dienstanbieter und Befürworter von Innovationen, die Datenschutz als Teil der Datennutzung verstehen und auf Rechtssicherheit angewiesen sind.
Gerade erst haben sich Organisationen von den Anstrengungen erholt, Rechtskonformität zur Datenschutz-Grundverordnung zu erreichen, nun folgt der Cyber Resilience Act. Eine Gemeinsamkeit der beiden Verordnungen ist die Notwendigkeit, eine Risikobewertung vorzunehmen. Häufig ist es sinnvoll, diese Risikobewertungen innerhalb einer Organisation zu bündeln.
Noch ist die neue Koordinierungsstelle für digitale Dienste gar nicht offiziell bei der Bundesnetzagentur eingesetzt, da kommen schon weitere Aufgaben auf sie zu: Nicht nur muss sie fortan den Digital Services Act (DSA) umsetzen, nun muss sie auch bei den neuen Transparenzregeln für politische Werbung aktiv werden – zusammen mit anderen Behörden. Kann das gutgehen? Das Hickhack um Zuständigkeiten, das die deutsche DSA-Umsetzung verzögert hat, darf sich nicht wiederholen, meint Julian Jaursch.
Die Zeit, in der Phishing-Mails schon allein wegen ihrer sprachlichen Schwäche ins Auge stachen, ist vorbei. Generative KI-Tools wie ChatGPT ermöglichen Cyberkriminellen, vollautomatisiert höchst personalisierte Mails zu verfassen, schreibt Sebastian Schmerl. Insbesondere mittelständische Unternehmen seien deshalb gut beraten, sich verstärkt vor solchen Attacken zu schützen.
Christopher Nehring hat sich die Maßnahmen von Open AI, Meta und Google gegen Wahlmanipulation angeschaut und teilweise selbst getestet. Vor allem Open AI's Maßnahmen sind weitreichend und effektiv, schreibt der Gast-Dozent des KAS-Medienprogramms. Ob hingegen andere Strategien wie Wasserzeichen etwas bringen, bezweifelt er.
Die Diskussion um die anstehende Vergabe der Mobilfunkfrequenzen ist 2024 eines der herausragenden telekommunikationspolitischen Themen. Im Standpunkt skizziert Grünen-Politikerin Mona Neubaur, die stellvertretende Ministerpräsidentin und für digitale Infrastruktur zuständige Wirtschaftsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, Herausforderungen und Lösungen auf dem Weg zu einer flächendeckenden Mobilfunkversorgung in Deutschland.
Open-Source-Beiträge von Unternehmen sind eher selten. Dabei hätte die gemeinschaftliche Entwicklung von quelloffenen Komponenten viele Vorteile. Welche Rahmenbedingungen die Politik schaffen sollte, damit mehr solcher Open-Source-Communities entstehen, schreibt Michael ten Hompel, geschäftsführender Institutsleiter am Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik.
Peter Rost hat den Datenverkehr eines bundesweiten Netzbetreibers in Hamburg untersucht. Die Ergebnisse sind Beleg dafür, dass die Verlängerung der Nutzungsrechte für das Funkspektrum die sicherste unter den verschiedenen Optionen für Deutschlands digitale Zukunft ist, schreibt der Professor am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).
Wenn die EU Datenschutz und Datensouveränität stärken will, muss sie stärker auf Open-Source-Software setzen, meint Nextcloud-CEO Frank Kalitschek. Auch bei kritischer Infrastruktur und in der Verwaltung bräuchte es mehr freie Software, sagt er. Bisherige Initiativen wie die Zendis-Gründung reichen demnach nicht.
Zwar birgt Künstliche Intelligenz auch zahlreiche Risiken – doch sie kann dabei helfen, die Cybersicherheit in Unternehmen zu erhöhen. Mike Hanley, Chief Security Officer beim Online-Softwareentwickler Github, sieht KI als radikale Veränderung für das kommende Jahrzehnt der Cybersicherheit. Er empfiehlt Sicherheitschecks für KI-Systeme.
Schnelle Regulierung heißt nicht gute Regulierung, schreibt Daniel Friedlaender, Büroleiter von CCIA Europe. Es häufen sich die EU-Gesetzesvorhaben, bei denen Verhandlungen zu schnell vorangetrieben wurden.
Geht es nach der EU-Kommission, sollen 2024 die Einwilligungssysteme und –konzepte für die Datennutzung mit der „Cookie Pledge“-Initiative verschwinden. Dabei wurden diese erst durch die europäische Regulierung notwendig, schreibt BVDW-Vizepräsident Thomas Duhr. Das Vorhaben von EU-Kommissar Didier Reynders könne die Ursprungsidee des Internets als Ort für alle bedrohen.