Ein unglückliches Update und viele Folgen: Der Crowdstrike-Vorfall muss aus allen Perspektiven analysiert werden, um künftigen IT-Ausfällen dieser Dimension vorzubeugen. Wir haben es mit einem Symptom einer tieferliegenden Krankheit zu tun, und diese ist struktureller Natur, glaubt Secunet-CTO Kai Martius. Die etablierte Patching-Kultur, aus der der Ausfall resultierte, ist nicht der Weg, den wir in einer immer stärker vernetzten IT-Welt gehen sollten.
Der EU Data Act soll einen verbesserten, fairen Umgang mit Daten anstoßen. Traditionelle Autohersteller stellt das vor Herausforderungen. Die Umsetzung wird sich für sie lohnen.
Die Cybersecurity und die Medizin stehen beide vor der gleichen Herausforderung, findet Bitpanda-Ciso Max Imbiel. Oft wird erst gehandelt, wenn das Problem bereits akut ist. Menschen gehen erst zum Arzt, wenn es ihnen schlecht geht. Und Firmen reagieren erst, nachdem sie angegriffen wurden. Dabei kann die Digitalbranche sich Ansätze aus der „Medizin 3.0“ für effektivere Sicherheitsstrategien abschauen.
Mit dem digitalen Euro hat die EZB ein herausforderndes Projekt lanciert. Dass man dieser Initiative in den Bankhäusern skeptisch gegenüber steht, lässt sich aus dem öffentlichen Diskurs entnehmen. Welche Chancen und Risiken sieht der Handel für den digitalen Euro?
Training mit Userdaten verbessert KI-Anwendungen erheblich, sagt Farshad Badie von der privaten Berlin School of Business and Innovation. Hier schreibt er, wie dabei die Balance zwischen technologischem Fortschritt und Privatsphäre gewahrt wird.
Über die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen und europäischen Wirtschaft entscheiden auch Normen und Standards. Bei der Normung rund um die Anwendung Künstlicher Intelligenz ist Deutschland trotz starker Mitbewerber wie USA und China gut aufgestellt. Dieser Status darf jedoch nicht verspielt werden, mahnt DIN-Chef Christoph Winterhalter.
In den nächsten sechs Jahren verlieren die öffentlichen Verwaltungen 1,3 Millionen Beschäftigte. Künstliche Intelligenz gilt bereits als Werkzeug, um diesen Fachkräftemangel abzufedern. Viele der Systeme arbeiten allerdings cloudbasiert und gefährden die digitale Souveränität. Wie die KI-Integration trotzdem gelingen kann, schreibt Marc Schlingheider von IBM Deutschland im Standpunkt.
Desinformationskampagnen von innen und außen haben zuletzt den Europawahlkampf geprägt. Sie zeigen erneut, wie wichtig es ist, dass Europa endlich einen resilienten öffentlichen Raum im Digitalen schafft. Dezentrale Plattformen, auf denen seriöse Nachrichten aus Europa in alle europäischen Sprachen übersetzt und allen Bürgern zugänglich gemacht werden, sind heute technisch möglich. Die Politik muss nur wollen.
KI wird von immer mehr Menschen genutzt, doch der der Klima-Effekt ist umstritten. Verschiedene Unternehmen und Initiativen bemühen sich bereits, Transparenz bei den CO2-Emissionen zu schaffen. Arne Tarara, CEO von Green Coding Solutions, beleuchtet den Stand der Technik und betont, dass KI auf ihren Umweltnutzen geprüft werden muss.
Micosoft ist überall. Und drei Geschichten aus der jüngsten Vergangenheit zeigen, wie der US-Tech-Riese seine Marktdominanz immer mehr festigt. Das passiert vor allem durch die Rolle der Azure Cloud, schreibt Peter Gerdemann.
Beim Hype um die Künstliche Intelligenz drohen Deutschland ähnliche Fehler zu unterlaufen, wie bei der Industrie 4.0. Jetzt geht es darum, das Momentum des AI Acts zu nutzen. Wie die Fehler diesmal vermieden werden könnten, schreiben Doris Aschenbrenner und Robert Peters.
Das Potenzial von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz wird für den Klimaschutz noch viel zu wenig genutzt, findet Markus Haas, Telefónica-CEO. Vor allem im Bereich der Vernetzung, Daten und deren klimaschonendem Transport ist viel möglich. Warum Politik und Wirtschaft hier entschlossener vorangehen müssen, erläutert er im Standpunkt.
Schneller, transparenter, effizienter – die elektronische Rechnungsstellung wird vielfach als Chance für reibungslose Geschäftsprozesse gesehen. Darüber hinaus ist die Umstellung mit der Hoffnung verbunden, einen Digitalisierungsschub auszulösen und so entsprechende Rückstände aufzuholen. Dies ist allerdings noch Zukunftsmusik, schreiben Nancy Schanda und Christopher-Ulrich Böcker von KPMG.
Das Puzzle der jüngsten EU-Digitalregeln zusammenzusetzen, ist keine leichte Aufgabe. Thomas Boué setzt sich für umfassende Folgenabschätzungen ein, um mögliche Überschneidungen und Unstimmigkeiten zu beseitigen. Er argumentiert im Standpunkt für ständige Kommunikation mit Stakeholdern.
Es wird zwar besser mit der Mobilfunkversorgung in Deutschland, dennoch gibt es insbesondere in ländlichen Regionen Nachholbedarf. Doch die Bundesregierung vernachlässige bei Entscheidungen für besseren Mobilfunk den ländlichen Raum, findet Reinhard Brandl (CSU). Er zeigt, wie es besser gehen könnte.
Vor kurzem hat das Robotics Institute Germany (RIG) seine Arbeit als zentrale Koordinationsstelle für Forschung zur KI für Roboter in Deutschland aufgenommen. Nikolai Ensslen, Gründer und CEO des Robotik-Lieferanten Synapticon, blickt auf die Pläne und Hoffnungen, die rund um das RIG entstanden sind.
Das Telekommunikations-Netziausbau-Beschleunigungs-Gesetz soll den Ausbau digitaler Infrastrukturen in Deutschland beschleunigen. Doch seit Monaten gibt es Streit innerhalb der Bundesregierung über das Gesetz, im Fokus steht nur ein einziges Wort. Warum es so wichtig ist, schreibt Peer Kollecker von der Deutschen Funkturm.
In öffentlichen Ausschreibungen wird selten Wert auf Technologieoffenheit gelegt, auch maximieren sie den Nutzen für Steuerzahler:innen kaum, finden Amelia Andersdotter und Daniel Melin. Sie fordern eine neue, verantwortungsvolle Form der Auftragsvergabe. Dafür sollten Behörden, ähnlich wie bei Forschungsprojekten, auf ein Konsortiumsmodell setzen, schlagen die beiden im Standpunkt vor.
Deutschland ist viel zu pessimistisch, wenn es um Künstliche Intelligenz geht. Die Technologie hat bekannte und erprobte positive Effekte. Wie eine gute Welt mit KI aussieht und wie wir dahin kommen, schildert Thomas Ramge.
Sie soll die Versorgung verbessern und Prozesse vereinfachen. Aber als Patient*in zu steuern, wer sensible Informationen in der neuen elektronischen Patient*innenakte (ePA) sehen kann, ist viel zu kompliziert, schreibt Manuel Hofmann von der Deutschen Aidshilfe. Dabei ist Diskriminierung im Gesundheitswesen eine Realität, mit der verschiedene vulnerable Patient*innengruppen schon jetzt alltäglich konfrontiert sind.
Seit zwei Wochen hat Frankreich den Pass-Rail, der als Pendant zum Deutschlandticket gedacht war. Allerdings bleibt der Fahrschein deutlich hinter den ursprünglichen Zielen zurück. Auch an anderer Stelle schwächt Frankreich seine Pläne für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ab – und riskiert damit, dass die Kluft zwischen Stadt und Land wächst.
Noch ist nicht ganz klar, welchen Einfluss die Berichterstattung über das versuchten Attentat auf Donald Trump auf den Ausgang der US-Präsidentschaftswahl haben könnte. Klar ist jedoch, dass der strittige Republikaner gute Chancen auf eine zweite Amtszeit hat. Was das für die transatlantische Digitalpolitik und insbesondere den Datenaustausch zwischen EU und USA bedeutet, sollten Akteure hierzulande sich schon jetzt genau überlegen, mahnt Dennis-Kenji Kipker.
Der AI Act ist erst der Anfang, sagen Jacob Beswick und David Talaga von Dataiku. Bei der Umsetzung kommen noch zahlreiche Detail-Anforderungen auf die Unternehmen zu und weltweit dürfte noch mehr Regulierung folgen. Wie man bei der Umsetzung nun vorgehen sollte.
Am 12. Juli wird der AI Act im EU-Gesetzblatt veröffentlicht und tritt am 1. August in Kraft. Seit einem Jahr hat auch New York ein Gesetz für Künstliche Intelligenz (KI) – im Bereich Human Resources. Wie die EU bewertet New York den Einsatz im Personalwesen als hochriskant. Nun haben Arbeitgeber dort erstmals die vorgeschriebenen KI-Audits vorgelegt. EU-Firmen, auf die in Kürze die deutlich komplexere Umsetzung des AI Acts zukommt, könnten in diesem Reallabor einiges lernen und testen.
In den Kommunen ist der Staat erlebbar, und oft entstehen dort schon jetzt Lösungen für die Herausforderungen von morgen, findet Robert Peter, Co-Initiator von Reform, einer Initiative von Project Together. Doch zu oft blieben diese Innovationen lokal begrenzt und ungenutzt. Ein Netzwerk von Lösungslotsen und kollektive Umsetzungsstrategien könnte den Austausch beschleunigen und die Effizienz steigern. So ließe sich auch die Demokratie stärken.
In den nächsten Tagen stehen die Vereinten Nationen ganz im Zeichen von Open Source. Auf der Konferenz „OSPOs for Good“ wird im UN-Hauptquartier in New York heute unter anderem über das Thema Open Source und Verwaltung diskutiert. Warum die deutsche Strategie hier auf großes Interesse stößt, schreibt Andreas Reckert-Lodde vom Zentrum für digitale Souveränität.
Mit dem Internet verbunden zu sein, das hat heutzutage höchste Priorität für alle Volkswirtschaften. Deshalb werden auf europäischer und globaler Ebene Sicherheitsmaßnahmen ausgearbeitet, die Unterseekabel vor Angriffen schützen sollen. Konkrete Pläne, wie dies erfolgen soll, gibt es bereits, schreibt Daniel Voelsen von der Stiftung Wissenschaft und Politik.
Die EU ist zwar weltweiter Leader bei der Regulierung von digitalen Technologien. Doch bei deren Entwicklung und Einsatz fällt man immer weiter zurück, findet Nick Clegg von Meta. Im Standpunkt erläutert er, warum Europa seiner Ansicht nach auf dem wirtschaftlichen Abstellgleis steht und wie es seinen Optimismus zurückgewinnen kann.
Vor 18 Jahren ist der Verein Deutschland sicher im Netz (DsiN) gegründet worden, mit dem Anliegen, Digitalkompetenzen für Sicherheit und Vertrauen der IT zu fördern. Im Standpunkt schreibt der ehemalige Geschäftsführer des Vereins, Michael Littger, wie dieses Anliegen mit Leben gefüllt werden kann und appelliert auch an die Verantwortung und Weitsicht von Unternehmer:innen für sichere Produkte.
Die transformative Wucht von Künstlicher Intelligenz rollt auf unsere Gesellschaften zu – doch sind wir darauf vorbereitet? Nein, wenn es nach Juri Schnöller geht. Der Unternehmer und Politikberater plädiert für eine KI-Revolution von unten, die Deutschlands Demokratie modernisiert. Dazu müsse KI aber in der nächsten Legislaturperiode zur Chefsache werden, schreibt er im Standpunkt.
Es gibt einigen Diskussionsbedarf zum Verhältnis zwischen KI-Modellen und urheberrechtlich geschützten Werken, findet Boniface de Champris. Einige weit verbreitete, vereinfachende Missverständnisse behindern dabei aber ein gegenseitiges Verständnis. Das Urheberrecht könne nicht so weit ausgedehnt werden, wie es oft dargestellt wird, argumentiert er im Standpunkt.
Um ihre Effizienz und Dienstleistungsorientierung zu steigern, sollten Verwaltungen nicht länger nur reaktiv auf Bedürfnisse eingehen. Sie müssen proaktive Services schaffen, von denen Bürger:innen und Unternehmen profitieren und der Verwaltung selbst die Arbeit erleichtern. Dafür brauchen wir sichtbare Erfolgsbeispiele, schreibt Annika Busse, stellvertretende CIO der Hansestadt Hamburg.
Die Europa-Meisterschaft ist ein Anlass zur Freude. Ihr Sicherheitskonzept ist es nicht, findet Philip Heimann. Zu viel Videoüberwachung und biometrische Gesichtserkennung kommen zum Einsatz. Was die Polizei bräuchte, um solche Technologien grundrechtsschonend einzusetzen, schreibt der Jurist der Gesellschaft für Freiheitsrechte im Standpunkt.
Nicht zuletzt die Sicherheitsvorfälle bei Webex zeigen, dass Digitalisierung mit Closed-Source-Software für die Verwaltung zahlreiche Risiken birgt. Digitale Souveränität funktioniert nur mit Open-Source-Software, meint Peer Heinlein von Opentalk.
Gegen große Techkonzerne braucht es mehr Protest, findet Caroline Krohn. Dass sich Widerstand lohnt, zeige Microsofts Rückzug bei Recall, meint die IT-Sicherheitsexpertin. Viel zu oft gelinge es Big Tech durch die Einführung neuer Produkte und Funktionen, an noch mehr Daten von Nutzer:innen zu kommen. Dies schade einer grundrechteorientierten Digitalisierung.
Auf der am heutigen Montag in Berlin beginnenden sechsten Weizenbaum-Konferenz diskutieren Daniela Zetti und Christian Herzog vom Ethical Innovation Hub der Universität zu Lübeck die Diskurse über digitale Souveränität und wie das Konzept als ein unstrukturiertes Problem verstanden werden kann – und was sich daraus über eine inklusive Debatte folgern lässt.
Deutschlands Digitalwirtschaft braucht „German Mut“ und Begeisterung für Zukunftstechnologien, einen Wachstumsfonds sowie weniger Bürokratie und Überregulierung, meinen der bayerische Digitalminister und der KI-Prof. Vielversprechende Forschung muss wirtschaftliche Erfolge generieren.
Die europäische Natur ist in den tiefroten Zahlen angekommen, unsere Überlebensgrundlage steht auf dem Spiel, meint die Grüne EU-Abgeordnete Jutta Paulus. Um das zu ändern, bräuchte es vorausschauende Politik. Die liegt mit dem EU Nature Restoration Law fertig verhandelt auf dem Tisch des Umweltrates. Warum die Blockade einiger Mitgliedstaaten ein Ende haben muss und wie die Ökosysteme Europas noch gerettet können, beschreibt Paulus in ihrem Standpunkt.
Wenn Menschen nur noch auf dem Smartphone arbeiten und den Laptop zu Hause lassen, dann ist das ultramobiles Arbeiten. Auch Behörden müssen mit diesem Trend umgehen. Und gleichzeitig muss alles sicher sein – ein Balanceakt. Christian Schumer von Materna Virtual Solution skizziert eine Lösung.
Der AI Act der EU könnte das autonome Fahren revolutionieren – oder ausbremsen. Was bedeutet diese neue Gesetzgebung für die Zukunft der selbstfahrenden Autos? Welche kritischen Fragen bleiben offen? Besonders im Fokus steht die Sicherheit. Die unterschiedlichen Regulierungsansätze der EU und der USA bergen Chancen und Risiken für die Autoindustrie und die Gesellschaft.
Nach dem Abschluss des Forschungsprojektes „KIDD - Künstliche Intelligenz im Dienste der Diversität“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales präsentieren Katja Anclam und Annette von Wedel vom Verein „female.vision“ acht Thesen, die sie für einen inklusive und Diversität wahrende KI-Entwicklung und deren Einsatz als notwendig erachten.
Trotz einiger Bemühungen wurde auf EU-Ebene der Einstieg in die 5G-Technologie teilweise verpatzt, findet Christian Maasem vom Unternehmensberater Detecon International. Im Standpunkt schreibt er, was künftig verbessert werden muss, um die hochgesteckten europäischen Ziele bei der Konnektivität zu erreichen.
In unserer zunehmend digitalisierten Welt ist der Zugang zu Informationen und Online-Diensten für die Teilhabe an der Gesellschaft unerlässlich. Inmitten dieses technologischen Fortschritts werden aber häufig große Teile der Bevölkerung übersehen. Behörden und Unternehmen müssen jetzt anfangen, ihre Angebote anzupassen, motiviert Inklusionsexperte Michael Düren von Pfennigparade Business Inklusiv.
Am 3. Juni findet im Innenministerium die Verbändeanhörung zum Referentenentwurf zur NIS-2-Umsetzung statt. Vor Ort wird auch Unternehmer Timo Kob sein, der für einige Verbände an deren Stellungnahmen mitgeschrieben und weitere gelesen hat. Seine persönliche Wunschliste für das Gesetz stellt er hier vor.
Eigentlich haben Verbraucher:innen mit dem Inkrafttreten der Telekommunikationsmindestversorgungs-Verordnung (TKMV) seit 1. Juni 2022 einen Anspruch auf eine Mindestversorgung mit Internet. Wer keinen Zugang hat, kann sich bei der Bundesnetzagentur melden und diesen Anspruch geltend machen. Wenn trotz erfüllter Voraussetzungen kein Anbieter freiwillig die Versorgung sicherstellt, muss die BNetzA die Anbieter dazu verpflichten. Doch trotz tausender Anfragen ist dies bisher nur einmal passiert.
Bei der Etablierung von KI-Standards dominieren westliche Wirtschaftsnationen, sagt Anna Christmann. Wie die Vereinten Nationen dem entgegenwirken wollen, berichtet die Beauftragte des Bundesministeriums für Wirtschaft- und Klimaschutz für die digitale Wirtschaft und Start-ups.
Künstliche Intelligenz (KI) wird den Arbeitsalltag der Menschen umfassend verändern. In der KI-Entwicklung sind jedoch häufig technische Möglichkeiten bestimmend. Ein Fokus auf die menschlichen Nutzer hätte dabei viele Vorteile für die Arbeitenden und die Unternehmen. Wie KI ein unterstützendes Instrument werden kann und die Unternehmen nicht versehentlich Arbeitsplätze für Cyborgs schaffen, beschreibt Angelika Bullinger-Hoffmann.
Dass der Bundesdatenschutzbeauftragte (BfDI) gerichtlich klären lässt, ob er von anderen Behörden unzulässig in seinen Kontrollrechten eingeschränkt wird, ist unüblich. Doch bei der Kontrolle des Bundesnachrichtendienstes sei dies notwendig geworden, schreibt die BfDI-Referatsleiterin Anya Mittnacht im Standpunkt. Die Lösung sieht sie in einem Anordnungsrecht für den BfDI zur Wahrung rechtsstaatlicher Grundsätze.
Nur Zählbares zählt: Die europäische Digitalpolitik zieht immer häufiger quantitative Ergebnisse qualitativen Einsichten vor. Der Grund ist ebenso simpel wie falsch: Zahlen suggerieren Sicherheit und Kontrolle. Indem sich die Kommission auf das Messbare konzentriert und das Bedeutungsvolle vernachlässigt, droht sie sich von ihrem eigentlichen Ziel zu entfernen: echte Technologiesouveränität.
Bei den neusten „Innovationen“ von Open AI ist ein Anstieg von Desinformation vorprogrammiert. Regulierung und technische Antworten darauf laufen aber oft ins Leere. Es ist an der Zeit, dass KI-Unternehmen von vornherein den Nutzen ihrer Produkte beweisen müssen, finden Jürgen Pfeffer von der TU München und Matthias Pfeffer vom Council for European Public Space – bevor die Demokratie noch mehr Schaden nimmt.
Bund und Länder streiten über die Nachfolge des Digitalpakts Schule. Im Mittelpunkt der Diskussion stehen derzeit vor allem digitale Endgeräte und der Abruf der Mittel. Doch nach den mäßigen Erfolgen der ersten Runde muss die Bildungspolitik diesmal ehrgeiziger sein.
Künstliche Intelligenz (KI) gibt manchmal falsche Antworten. Sie erfindet Fakten, Bücher und Webseiten. Viele sagen dann, dass die KI „halluziniert“. Aljoscha Burchardt und Xenia Kersting halten das für unspezifisch, irreführend und stigmatisierend und schlagen eine Alternative vor.
Der Markt für raumfahrtgestützte Lösungen boomt – doch während er von den USA und China, sowie einzelnen Unternehmen wie Elon Musks Space X dominiert wird, scheint Europa die Entwicklung zu verschlafen. Rafaela Kraus von der Bundeswehr-Uni München fordert darum im Standpunkt eine vernetzte High-Tech-Strategie für Europa, die den „alten Kontinent“ als globalen Raumfahrtakteur positioniert.
Victoria Shi ist die neue KI-Sprecherin des ukrainischen Außenministeriums – ein Novum in der Diplomatie. Was einerseits ein Vorbild sein kann, um Außenpolitik in das 21. Jahrhundert zu befördern, sollte auch kritisch hinterfragt werden, meint Katja Muñoz von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik.
Schon heute bildet Deutschland an Universitäten und Hochschulen Talente aus, die das Zeug haben, ein „KI-Wunder“ zu bewirken. Um Transfer-Erfolge dabei nicht dem Zufall zu überlassen, appelliert Laura Möller vom Künstliche Intelligenz Entrepreneurship Zentrum für mehr Ausbildung in Sachen Entrepreneurship.
Die Europäische Union braucht eine Vision für eine offene, dezentralisierte, faire, diverse und inklusive Informationsumgebung. Article 19 hat Empfehlungen für die nächste EU-Kommission vorgestellt, die sich auf diese Punkte und damit auf die Integrität von Informationen konzentrieren.
Maßnahmen zur IT-Sicherheit müssen „angemessen“ sein. Wie diese gesetzliche Anforderung im Einzelnen zu erfüllen ist, bleibt zunächst offen. Statt auf derartige unbestimmte Rechtsbegriffe zu verweisen, spreche vieles dafür, dass der Gesetzgeber den Unternehmen zumindest das Verfahren im Sinne eines verpflichtenden Risikomanagements vorgeben sollte, meint IT-Sicherheitsforscher Christoph Werner.
Die Vorschläge für eine Digitalagentur in Deutschland werden auch vom Bundesverband der Digitalen Wirtschaft begrüßt, schreibt dessen Vizepräsident Moritz Holzgraefe. Doch müsse man die Lehren aus der DSGVO ziehen und dürfe sich nicht in Zuständigkeitsgerangel verlieren. Im Standpunkt plädiert er für eine Aufspaltung der Bundesnetzagentur und die Integration der Datenschutzbehörden der Länder in die Digitalagentur.
Das Bundesarbeitsministerium hat zwar mit seiner Digitalisierungsstrategie einen großen Schritt gemacht – die Zersplitterung der Zuständigkeiten für soziale Leistungen zulasten der Bürger:innen bleibt aber bestehen, schreibt Florian Theißing von der Agora Digitale Transformation. Warum dem nur mit einem umfassenden Umbau des Sozialleistungssystems beizukommen ist, lesen Sie im Standpunkt.
Langfristig braucht Deutschland eine Digitalagentur, findet Tabea Rößner, die Vorsitzende des Digitalausschusses. Die Keimzelle für die Agentur könnte die Koordinierungsstelle für Digitale Dienste innerhalb der Bundesnetzagentur bilden. Welche Rolle die Agentur einnehmen und wie sie strukturiert werden soll, erklärt Rößner heute im Standpunkt.
Anfang des Jahres fanden die als Schlusssitzung geplanten Verhandlungen eines Ad-hoc-Komitees der UN statt. Dabei sollte eine internationale Konvention zur Bekämpfung des Missbrauchs von Informations- und Kommunikationstechnologien zu kriminellen Zwecken erarbeitet werden. Jedoch wurden IT-Sicherheitsforschende erneut nur unzureichend berücksichtigt – ein wiederkehrendes Problem, kritisiert Tanya Gärtner vom Fraunhofer SIT.
Gerade entlang hoch diversifizierter Lieferketten in der Digitalwirtschaft kann die EU nicht auf Partner und deren Innovationskraft verzichten. Doch sie sollte sich auf die Zusammenarbeit mit demokratischen Partnern konzentrieren.
Generative Künstliche Intelligenz birgt enorme Potenziale für die öffentliche Verwaltung. Doch um diese zu heben, müssen eine Roadmap und ein Regelwerk her, die den Transformationsprozess begleiten. Die Speerspitze sollten dabei die Zentralabteilungen bilden, schreibt Thilo Zelt von der Boston Consulting Group.
Auch wenn sich viele Unternehmen noch im Experimentierstadium befinden, ist klar, dass Künstliche Intelligenz die Arbeitswelt verändert. Welche organisatorischen Begleitmaßnahmen es braucht, um die Potenziale zu heben und die Akzeptanz bei den Mitarbeitenden zu befördern, schreibt Katharina Hölzle.
Viele fürchten, dass der Wahlkampf für die diesjährigen Europawahlen von Desinformation auf Online-Plattformen geprägt sein wird. Die Digitalexperten Johnny Ryan und Pencho Kuzev warnen unterdessen die nächste EU-Kommission bereits jetzt vor der drohenden digitalen Apokalypse. Welche Regulierungsmaßnahmen sie fordern, schreiben sie im Standpunkt.
Der Data Act könnte der entscheidende Baustein werden, um die europäische Datenwirtschaft zum Florieren zu bringen. Eine aktuelle Umfrage in der deutschen Industrie zeigt, dass die Firmen willens sind, diese Chance zu ergreifen – klar werde aber auch, dass die Unternehmen dazu noch viel Arbeit vor sich haben, schreibt Marc Fischer, Deutschland-Chef von Hewlett Packard Enterprise.