Die Netze werden ausgebaut, die Entgelte steigen – Einfluss auf die Entwicklung nehmen kann auch die Verteilung der heutigen Netzkosten. Diese will die Bundesnetzagentur mit dem AgNes-Verfahren angehen. Das erste Diskussionspapier ist ein Anfang, findet Andreas Jahn. Der Netzexperte vom Regulatory Assistance Project (RAP) sieht aber noch einige Stellschrauben, wie Kosten reduziert und Effizienz belohnt werden könnten.
Die Beteiligung von Kommunen und Bürgern an Erneuerbare-Energien-Projekten ist ein entscheidender Faktor für die Akzeptanz der erneuerbaren Energien, argumentiert Bernhard Strohmayer vom bne. Seit der Regelung der finanziellen Beteiligung von Kommunen wurde das EEG mehrfach novelliert und es kamen Beteiligungsgesetze in den Bundesländern hinzu. Moderne Solarparks werden zunehmend mit Batteriespeichern geplant. Es gibt also gute Gründe für ein Update der EEG-Regelung.
Der Europäische Automobilverband trommelt für eine Verschiebung des Verbrenner-Aus auf EU-Ebene. Warum das auf vielen Ebenen gefährlich ist, erklären Kai Niebert vom DNR sowie Johan Rockström und Felix Creutzig vom PIK.
Nach Ansicht von Verena Graichen vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) steht Deutschland vor einer Weichenstellung: Während Klimaziele in anderen Bereichen greifbar werden, klafft im Verkehr eine Lücke. Sie schließt sich nur, wenn die Politik jetzt handelt – statt Geld für Zertifikate zu verschwenden, argumentiert die politische Geschäftsführerin des Umweltverbands.
Dem langjährigen deutschen Streben nach Rohstoffpartnerschaften mit Abbauländern und enger Abstimmung zwischen Politik und Industrie liegt ein Denkfehler zugrunde, schreibt Michael Reckordt. Der Rohstoffexperte von PowerShift argumentiert: Aus der Abhängigkeit von China und anderen Exporteuren führen langfristig nur Recycling und ein Ende der Verschwendung.
Die Bundesregierung hat die ersten Monate hinter sich gebracht. Im Wahlkampf sorgte die Union mit ihrer Forderung nach einer Abschaffung des „Heizungsgesetzes“ für Furore. Wie geht die Regierung in der Wärmepolitik mit der Holzenergie um? Gerolf Bücheler vom Fachverband Holzenergie zieht eine kritische Zwischenbilanz.
Zweifler am anthropogenen Klimawandel nehmen in Diskussionen oft eine Verweigerungshaltung gegenüber Fakten und elementarer Logik ein. Diese Art der Argumentation fußt letztlich immer auf einer Form von Verschwörungsglauben – und macht sachliche Diskussionen nahezu unmöglich, schreibt Frank Best, Professor an der HTWG Konstanz.
Seit über 15 Jahren ist klar: Ohne CCS wird Deutschland seine Klimaziele nicht erreichen – besonders in Industriebranchen mit unvermeidbaren Emissionen. Doch während andere Länder längst vorangehen, blockieren hierzulande alte Debatten den Fortschritt. Jetzt braucht es Mut zur Umsetzung statt weiterer Verzögerung, schreiben Thomas Beißwenger, Hauptgeschäftsführer des Industrieverbands Steine und Erden Baden-Württemberg (ISTE) und Helmfried Meinel, Berater und Ministerialdirektor a. D.
Wer Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern will, muss bei Zukunftstechnologien vorne mitspielen, schreibt Matthias Frederichs, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Baustoffe – Steine und Erden. Er wirbt für eine konsequente Umsetzung der Klimaschutzverträge.
Deutschland verfügt über eine solide Wissensbasis, wie sich die Treibhausgasneutralität bis 2045 erreichen lässt. Doch weil politische Komplexität und gesellschaftliche Widerstände den Fortschritt bremsen, wird das Zeitfenster für wirksames Handeln immer kleiner, schreibt Manfred Fischedick, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Wuppertal Instituts. Helfen kann dabei nur eine genaue Analyse der bestehenden Hürden.
Speicher für Wasserstoff drohen zum Engpass für die Wasserstoffzukunft zu werden, warnen Christian Scholz und Stefan Herrig von NRW.Energy4Climate. Anreize für ihren Bau würden in der politischen Debatte zu kurz kommen. Dabei besteht dringender Handlungsbedarf für die Bundesregierung, schreiben die Wasserstoffexperten der Landesgesellschaft für Energie und Klimaschutz.
Im Zeitalter der Rohstoff-Geopolitik ist eine engere Kooperation zwischen der deutschen Wirtschaft und der Politik notwendiger denn je. Doch die Realität zeigt: Jeder agiert in seiner Sphäre und schwächt damit Deutschland als Ganzes im Kampf um die Rohstoffe der Zukunft. Eine Lösung könnte eine europäische Rohstoffagentur bieten, schreiben Jakob Kullik (TU Chemnitz) und Jens Gutzmer (Helmholtz-Institut Freiberg für Ressourcentechnologie).
Wird der Zoll-Deal zwischen den USA und der EU umgesetzt, wie von Donald Trump angestrebt, schadet er nicht nur den Europäern, sondern auch den Amerikanern. Gewinnen würde vor allem China, warnen Loyle Campbell, Sabrina Schulz und Kira Vinke von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP).
Wasserstoff ist der Schlüssel zur Dekarbonisierung unserer Industriegesellschaft. Doch der Ausbau seiner Produktion und die Errichtung der Transportwege benötigt gewaltige Investitionsmittel – das geht nur mit einer mutigen, technologieoffenen Politik, die dafür verlässliche und zukunftsfähige Rahmenbedingungen setzt, schreibt Ulf Heitmüller, Vorstandsvorsitzender des Gashändlers VNG AG.
Eine zügige Anpassung des Ausschreibungsdesigns für Offshore-Windparks ist unerlässlich, findet Iberdrolas Deutschlandchef Felipe Montero. Der entscheidende Schritt dabei sei eine möglichst kurze Zeitspanne zwischen Ausschreibung und Investitionsentscheidung. Die einzige praktikable Lösung wäre, dass das BSH alle Flächen zentral planungsreif voruntersucht.
Das Energiewendemonitoring der Bundesregierung bietet bei allen Kontroversen auch die Chance, die Unterstützung für die Energiewende zu erhöhen, sagen Casimir Lorenz und Nicolas Leicht von Aurora Energy Research. Denn es kann die empirische Basis für die Definition von „No Regret“ Maßnahmen schaffen. Maßnahmen also, die unabhängig von der Entwicklung der Stromnachfrage eine kosteneffiziente und sichere Transformation zu Klimaneutralität ermöglichen.
Für eine ehrliche, am differenzierten Klimanutzen der Technologie ausgerichtete Debatte über Einsatzbereiche, Förderpolitik und die Verantwortlichkeit der Öl- und Gaswirtschaft plädiert Fabian Liss, Referent Industrielles Carbon Management bei der Klimaschutzorganisation Bellona Deutschland. Denn die Frage sei nicht mehr, ob CCS gebraucht wird – sondern wie es als ein Baustein der Industrietransformation sinnvoll gestaltet werden kann.
Einfach nur den „Bauturbo“ zu zünden, wie Bauministerin Verena Hubertz es vorhat, reicht nicht, findet Peter Schniering von Future Cleantech Architects. Er fordert einen systematischeren Blick auf den Materialeinsatz bei der Konstruktion von Bauwerken. Dieser müsse sich zuvorderst auf die Tragstruktur richten, denn sie ist besonders treibhausgasrelevant.
Die gescheiterte Auktion für Offshore-Windparks ist ein Symptom für politischen Stillstand, warnt BWO-Geschäftsführer Stefan Thimm. Jetzt brauche es kurzfristige Anpassungen beim Auktionsdesign, bei den Investitionsbedingungen und der Infrastruktur. Vorbild sollte Großbritannien sein.
Das Bundeswirtschaftsministerium plant 20 Gigawatt neue Gaskraftwerksleistung. Der mangelnde Netzausbau kostet jährlich Milliarden von Euro. Die Industrie profitiert derweil von Subventionen bei ihren Energiekosten. Dabei wäre ein marktwirtschaftlicher Ansatz, der echte Preise abbildet, viel kosteneffizienter, argumentiert Wolfgang Oels vom Suchmaschinenbetreiber Ecosia. Und sei es nur für einen Monat.
Künstliche Intelligenz steigert die weltweite Stromnachfrage deutlich. Doch es zeigt sich auch: Die Technologie wird immer effizienter und günstiger. Gerade dadurch nimmt aber auch die Nutzung zu. Um den Elektrizitätsbedarf für KI gesellschaftlich und ökologisch tragbar zu halten, schlägt der KI-Berater Benjamin Eidam die Einführung eines CO2-Preises für KI und eine stärkere Überwachung der Emissionen großer Systeme vor.
Weniger Bürokratie könnte in der Wirtschaft Milliarden für Investitionen entfesseln und die Energiewende in Deutschland schneller voranbringen. Ein guter Anfang wäre, alle Gesetzesinitiativen und -novellen einem tiefgreifenden Bürokratie- und Praxis-Check zu unterziehen. Der im Koalitionsvertrag festgeschriebene Bürokratieabbau darf kein Lippenbekenntnis bleiben.
Die Energiewende ist Europas Trumpf, um sich eine wettbewerbsfähige Position auf der Weltbühne zu sichern. Doch um diesen Trumpf richtig auszuspielen, braucht es Vertrauen und klare Spielregeln, meint Martijn Hagens, Mitglied des Vorstands von Vattenfall. Alle Akteure – die Industrie, der Energiesektor und die politischen Entscheidungsträger – müssen mit offenen Karten spielen und ihren Beitrag leisten.
Ohne einen angemessenen Finanzrahmen für die Netzbetreiber sind die notwendigen Investitionen in die Energieinfrastruktur nicht zu stemmen, schreibt Dirk Güsewell, Vorstandsmitglied des Energieversorgers EnBW. Aus seiner Sicht werden die Weichen in der Netzregulierung aktuell nicht so gestellt, wie es nötig wäre. Kritisch sieht er etwa die geplanten Anpassungen beim Effizienzvergleich.
In dem Moment, in dem sich die USA in Richtung Autokratie bewegen, vertiefen deutsche Staatsunternehmen ihre Abhängigkeit von US-LNG, beklagt Moritz Leiner von der NGO Urgewald. Der fossile Brückenschlag habe katastrophale Auswirkungen, was sich besonders deutlich am Beispiel von Deutschlands größtem Lieferanten Venture Global zeige.
Die aktuelle Debatte um Strafzahlungen für Messstellenbetreiber legt den Finger in die Wunde: schlechte Datenqualität, mangelnde Digitalisierung. Doch so richtig die Thematik auch ist: Auf der einen Seite ist sie unverhältnismäßig, auf der anderen Seite geht sie nicht weit genug, schreibt Fabian Hafner von 1Komma5Grad. Denn Regierung und Bundesnetzagentur verkennen das eigentliche Ausmaß notwendiger Konkretisierungen und Sanktionen bei der Digitalisierung.
Der Anteil fossiler Kraftstoffe im Verkehr liegt weiterhin bei 93 Prozent, während erneuerbare Energien nur sieben Prozent ausmachen. Trotz Quoten und Förderung bleibt der Einsatz nachhaltiger Kraftstoffe gering, da Betrugsfälle und fehlende Anreize den Klimaschutz erschweren, bemängelt Elmar Baumann. Um das zu ändern, fordert der Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Biokraftstoffindustrie höhere Quoten und die Nutzung aller Optionen.
Deutschland braucht eine Revitalisierungsoffensive im Gebäudesektor, schreibt Ulrike Rennemüller, Geschäftsführerin des internationalen Planungs- und Beratungsunternehmen Arup in Deutschland. Diese könne das Bauen ressourcenschonender machen, schneller zum Ziel führen und gleichzeitig das Stadtbild, das soziale Miteinander und die wirtschaftliche Resilienz stärken.
Mit der Entscheidung, die Gasspeicherumlage abzuschaffen und die Stromsteuer nicht für alle zu senken, wird ein fatales Signal gesetzt, schreibt Felix Plog, CEO von Thermondo. Die Attraktivität eines Heizungsumstiegs sinkt. Für Hausbesitzer bedeutet das jedoch eine falsche Sicherheit.
Energiewende und Landesverteidigung dürfen nicht als Gegensätze verstanden werden: Erneuerbare Energien stärken nicht nur den Klimaschutz, sondern auch die sicherheitspolitische Resilienz Deutschlands, betonen Borja Caruana, Alexander Rabuske und Yannik John vom Erneuerbaren-Finanzierer Qualitas Energy. Um beide Ziele zu erreichen, brauche es klare Verfahren und verbindliche Zuständigkeiten, wer in der Bundeswehr die Genehmigung von Windkraftprojekten koordiniert.
Negative Strompreise auf Rekordniveau und Kürzungen bei der Finanzierung von Flexibilitätstechnologien um 40 Prozent sind nach Ansicht von Jan Palasinski Warnsignale für Europas Stromnetz. Sie dürfen nicht ignoriert werden, mahnt der Partner bei Future Energy Ventures. Denn der Erfolg der Energiewende hängt davon ab, ob Flexibilität als kritische Infrastruktur verstanden und zur strategischen Priorität von Energiepolitik, Regulierung und Finanzierung wird.
Bis heute hatten Verbände und Länder Zeit, zur geplanten Reform des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) Stellung zu nehmen. Für das deutsche Messwesen birgt vor allem eine Regelung erhebliche Risiken, warnt Sebastian Schnurre von der Kanzlei Assmann Peiffer. Ein neuer Paragraf verpflichtet Messstellenbetreiber Entschädigungszahlungen zu leisten, wenn sie ihre Messwerte nicht rechtzeitig übermitteln. Die Monopolstruktur beim Messwesen könnte sich dadurch verfestigen, warnt der Rechtsanwalt.
Der Bundesgerichtshof erlaubt Baukostenzuschüsse für Batteriespeicher. Während Netzbetreiber sich bestätigt sehen, kritisiert die Speicherbranche die ausbleibende Anerkennung der Netzdienlichkeit und fordert klare gesetzliche Regelungen. Auch Boris Scholtka und Franziska Rothe von der Wirtschaftskanzlei Addleshaw Goddard werten das Urteil als Signal, den politischen Rahmen für Batteriespeicher zügig und zeitgemäß weiterzuentwickeln.
Der Boom bei großen Batteriespeichern macht bidirektional ladende E-Autos keineswegs überflüssig. Aus volkswirtschaftlicher Perspektive sind sie als Speicher konkurrenzlos günstig. Die Batteriekapazität eines Mittelklassefahrzeugs reicht aus, um den Stromverbrauch eines Zwei-Personen-Haushalts für eine Woche zu decken. Doch dazu braucht es Gleichbehandlung bei der Regulierung.
Carbon Capture, Utilization and Storage (CCU/S) ist weit mehr als nur ein Klimaschutzinstrument. Die Technologie kann einen Beitrag dazu leisten, Standortschließungen zu vermeiden, schreibt Timm Kehler, Vorstand des Branchenverbandes „Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft“. Dieser Aspekt dürfe in der Diskussion nicht unter den Tisch fallen.
Bei der Versorgungssicherheit darf sich die Diskussion nicht auf nur eine Technologie verengen, schreibt Benedikt Deuchert, Head of Business Development & Regulatory Affairs beim Batteriespeicher-Anbieter Kyon Energy. Die Gefahr eines überhasteten Aufbaus fossiler Kapazitäten im Panikmodus ist aus seiner Sicht real.
Die Digitalisierung der Energieversorgung ist Rückgrat und Voraussetzung der Energiewende. Smart Meter sind die Schlüsseltechnologie dafür. Doch der deutsche Sonderweg droht, Millionen von Menschen auszuschließen. Bastian Gierull, CEO von Octopus Energy und Mitgründer der Smart-Meter-Initiative fordert ein Umdenken und erklärt, warum ein fairer und effizienter Rollout nur mit einem Smart Meter light möglich ist.
Bis Ende des Jahres will die Bundesnetzagentur den Umbau des Regulierungssystems, Stichwort NEST-Verfahren, abschließen. Netzbetreiber können mit der Reform ihre Investitionen weiter attraktiv finanzieren, gleichzeitig sinkt der bürokratische Aufwand, schreibt Klaus Müller, Präsident der Bundesnetzagentur. Klar ist auch: Nicht alle Wünsche werden sich erfüllen lassen.
In Dänemark ging kürzlich die weltweit größte Anlage zu Produktion von grünem Methanol in Betrieb. Auch in Deutschland wäre bei Power-to-X noch mehr möglich, wenn die Politik Entschlossenheit zeigen würde, schreiben Paula Carstensen und Simon Schrickel vom Projektentwickler European Energy. Helfen könnte aus ihrer Sicht etwa ein Strompreisezonensplit.
Die CCS-Technologie ist für Kerstin Meyer und Dirk Jansen vom Umweltverband BUND eine teure und risikoreiche Scheinlösung. Nicht deren Durchsetzung, sondern ihre Verhinderung sei im überragenden öffentlichen Interesse. Klimaschutz solle sich auf 100 Prozent erneuerbare Energien, Kreislaufwirtschaft und natürliche Kohlenstoffsenken konzentrieren.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hält den Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland für „völlig überzogen“. Solche Aussagen sind nicht nur kontraproduktiv, sondern ignorieren auch die Vorteile des Ausbaus regenerativer Energiequellen, schreibt Jörg Steinbach, bis 2024 Wirtschaftsminister in Brandenburg. Aus seiner Sicht muss die Bundesregierung zudem mehr für den Wasserstoffhochlauf tun.
Die Finanzierung von Zivilgesellschaft durch die EU-Kommission ist ein heißes politisches Thema. In seinem Standpunkt diskutiert Nils Meyer-Ohlendorf vom Ecologic Institut, was in dieser Debatte getan werden sollte.
Das neue europäische Emissionshandelssystem für Gebäude und Verkehr (ETS 2) steht politisch unter Druck. Eine Verschiebung oder Verwässerung würde dringend benötigte Milliardeninvestitionen ausbremsen – und die europäische Klimapolitik destabilisieren. Parul Kumar und Simon Munkler vom Thinktank EPICO KlimaInnovation schlagen eine Lösung vor: Ein ausgewogener Kompromiss mit vorgezogenen Einnahmen (Frontloading) könnte genau das verhindern.
Der große Wasserstoff-Hype der vergangenen Jahre scheint vorbei zu sein. Dennoch sind die Anstrengungen verschiedener Unternehmen zum Ausbau der Produktion weiterhin groß. Graham Weale von der Universität Bochum hat ein Szenario für die frühen 2030er Jahre entwickelt, in dem der Markthochlauf gelingt.
Verschiedene europäische Rechtsnormen verpflichten Automobilunternehmen dazu, die Emissionen ihres Stromverbrauchs zu erfassen. Allerdings sind die Vorgaben dafür bisher uneinheitlich – mal zählt etwa der nationale Strommix, mal der europäische. Warum die EU eine einheitliche und zuverlässige Methode zur CO2-Bilanzierung im Industriesektor entwickeln und wie diese aussehen sollte.
Zivilgesellschaftliche Organisationen stehen unter Druck. Nicht nur in den USA, sondern auch in Europa. Gezielt wird etwa versucht, die Finanzierung von NGOs ins Zwielicht zu rücken. Christina Deckwirth, Campaignerin bei Lobbycontrol, ordnet ein, warum die aktuelle Debatte die notwendige Arbeit zivilgesellschaftlicher Organisationen gefährdet und welche Rolle Medien dabei spielen.
Der beste Energiekonsum ist der, der nicht stattfindet. Carsten Müller (CDU) erläutert im Standpunkt, warum Effizienz eine wichtige Säule der Energiepolitik ist.
Die Abregelung von Wind- und Solaranlagen ist ein typisches Aufregerthema in der Energiewendediskussion. Andreas Luczak, Professor für Regenerative Energien an der Fachhochschule Kiel, ordnet in seinem Standpunkt die verschiedenen Fakten und Meinungen dazu ein und diskutiert Maßnahme zur Kostensenkung, wie etwa eine Berücksichtigung der erwarteten Abregelungen im Stromhandel.
Aus logistischer Sicht hat Europa seine Abhängigkeit von Energieimporten aus Russland überwunden. Nun rückt eine neue Kategorie der Versorgungssicherheit in den Fokus, schreibt George Niculescu, Präsident der rumänischen Energie-Regulierungsbehörde (ANRE). Seiner Ansicht nach können Regulierungsbehörden in dieser Angelegenheit nicht mehr nur als neutrale Schiedsrichter agieren.
Wer bei Künstlicher Intelligenz vorn mitspielen will, muss als Volkswirtschaft die notwendige Energie für die Rechenzentren bereitstellen, argumentiert Dennis Gottschalk. Die USA und andere Länder wollen dafür neue Kernreaktoren bauen. Wenn Deutschland dies ausschließt, droht ihm auf dem KI-Markt das Abseits, warnt der Kernenergie-Experte von Arthur D. Little.
China drängt bei zukunftsfähigen Energietechnologien voran, Europa verzettelt sich – davor warnt Sebastian Heitmann von Extantia Capital. Der Cleantech-Experte empfiehlt, das chinesische Vorgehen genau zu analysieren und Europas Prioritäten neu zu setzen.
Mehrere Länder setzen große Hoffnung auf kleine modulare Kernreaktoren (SMR). In Deutschland befürwortet die CDU/CSU die Erforschung dieser Technologie. Aber die neuen Anlagen brauchen einen speziellen Brennstoff, den bisher nur Russland ausreichend produzieren kann. Olena Lapenko vom ukrainischen Energie-Thinktank DiXi Group warnt vor einer neuen Energieabhängigkeit von Russland.
Charles Giancarlo, der Geschäftsführer des Datenspeicher-Anbieters Pure Storage, verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der IT-Branche. Er drängt darauf, dass die Europäer ihre Rechenzentren schnell modernisieren. Sonst drohten Wettbewerbsnachteile, weil die Zentren derart viel Energie verschlingen.
Klimaschutz hat es politisch derzeit schwer. Andere Krisen beschäftigen die Gesellschaft, und die globale Kooperation zur Einhaltung planetarer Grenzen erscheint beschädigt, stellt Linus Mattauch fest. Dabei sollten die politischen Entscheidungsträger nicht zu viel Angst vor ihren Bürgern haben, wenn sie Klimaschutz vorantreiben, betont der Arbeitsgruppenleiter am PIK.
Wahrnehmung und Akzeptanz von Maßnahmen gegen den Klimawandel variiert europaweit stark zwischen Stadt und Land. Um nachhaltige Lösungen effektiv umzusetzen, müssen politische Interventionen den funktionalen Raum der „Stadtregion“ adressieren, schreiben Oliver Ziegler, Institut für Innovation und Technik, Niklas Mischkowski, ICLEI European Secretariat.
Wenn es um Nachhaltigkeit geht, geraten Unternehmen schnell in einen vermeintlichen Zielkonflikt: Entweder man investiert in die Umwelt oder in die Wirtschaftlichkeit. Doch dieser Gegensatz ist ein Mythos – mit den richtigen Maßnahmen geht beides Hand in Hand, schreibt Thomas Schuhmann, Division Manager, Living Environment Systems, Mitsubishi Electric Europe.
Die Digitalisierung im Energiesektor steht besser da als ihr Ruf, schreibt Ingo Schönberg, CEO des Smart-Meter-Gateway-Herstellers PPC. Er sieht einen beschleunigten Rollout von Smart Metern. Insgesamt folge Deutschland seinem eigenen, dafür cybersicheren Weg hin zum markt- und netzdienlichen Smart Grid.
Erstmals hat ein deutsches Gericht in einem Urteil festgehalten: Unternehmen mit hohen Treibhausgasemissionen können für die Folgen der Klimakrise zur Verantwortung gezogen werden. Dieser historische Präzedenzfall schafft für Betroffene weltweit eine rechtliche Grundlage zum Schutz vor Klimawandelfolgen. Jetzt muss die Politik handeln – ein Blick über den Atlantik zeigt, wie es gehen kann, schreib Mascha Klein von Germanwatch.
Sollen Emissionszertifikate aus nicht europäischen Staaten in die europäische Klimapolitik integriert werden? Diese Frage wird derzeit kontrovers diskutiert. Während Kritiker einen gefährlichen Türöffner für Greenwashing und Marktverzerrungen sehen, könnte ein gezielter Einsatz solcher Zertifikate auch eine Chance bieten und sowohl Klimaschutzmaßnahmen als auch ökonomische Potenziale erheblich fördern, schreibt Stefan Schlosser, Geschäftsführer des DVNE.
Private Solaranlagen ermöglichen es Haushalten, unmittelbar an der Energiewende teilzuhaben. Doch das bisherige System ist nicht perfekt, der Eigenverbrauch geht auf Kosten anderer Stromkunden, betont Lion Hirth. Der Energieökonom plädiert daher für eine stärkere Gleichbehandlung des Elektrizitätsbezugs aus dem Netz und der Eigenerzeugung.
In der Smart-Meter-Initiative (SMI) haben sich die digitalen Ökostromanbieter Octopus Energy, Tibber, Ostrom und Rabot Energy zusammengeschlossen. Von der neuen Wirtschaftsministerin Katherina Reiche erhoffen sie sich vor allem eins: endlich den Befreiungsschlag bei der Digitalisierung der deutschen Stromnetze. Wie er gelingen kann, beschreibt Rabot-Energy-Gründer Jan Rabe für die SMI.
Das Klima ist ein zentraler Sicherheitsfaktor. Die Rückverlegung der internationalen Klimapolitik in das Umweltressort ist geopolitisch kurzsichtig. Alexandra Goritz und Laura Schäfer von Germanwatch fordern, dass die neue Bundesregierung Klimaschutz außenpolitisch konsequent weiterführt und strategisch verankert.
Die jüngste Einschüchterungsklage eines fossilen Konzerns gegen Greenpeace zeigt, wie hemmungslos die Industrie inzwischen gegen Gegner aus der Zivilgesellschaft vorgeht. Dahinter steckt aus Sicht von Regine Richter von Urgewald die Angst der Konzerne vor der Transformation. Politik und Finanzwirtschaft sollten die Rolle der Zivilgesellschaft als demokratisches Korrektiv viel stärker anerkennen.
Das Auktionsdesign für Offshore-Windparks muss schnellstmöglich überarbeitet werden, argumentiert der niedersächsische Energieminister Christian Meyer auf Grundlage einer vom Land finanzierten Studie im Auftrag der Stiftung Offshore Windenergie. Die negativen Folgen des bisherigen Designs wögen die hohen Staatseinnahmen mehr als auf und gefährdeten die Energiewende.
Die Bundesregierung will mehr Technologieoffenheit – auch beim Wasserstoff. Nils Aldag, Mitgründer und CEO des Elektrolyse-Herstellers Sunfire, argumentiert, warum Deutschland lieber am Primat des grünen Wasserstoffs festhalten sollte. Dieser könnte nur durch eine Skalierung der Produktionstechnik günstiger werden. Dafür braucht es vor allem Nachfrage.
Die EU-Kommission plant, internationale CO2-Gutschriften auf das europäische Klimaziel anzurechnen. Doch damit würde die Büchse der Pandora geöffnet, warnt der Grüne-Europaabgeordnete Michael Bloss: Die Qualität der Zertifikate ist nicht sichergestellt und zugleich droht der Wasserstoffhochlauf in Europa weiter ausgebremst zu werden.