Die Bundesnetzagentur hat einen Zwischenstand zur geplanten Reform der Netzregulierung veröffentlicht. Es wird entscheidend sein, dass die Netzbetreiber bei der Transformation der Netze möglichst kosteneffizient vorgehen, um die Höhe der Netzentgelte für Verbraucher:innen zu dämpfen, schreibt Henning Herbst vom Verbraucherzentrale Bundesverband.
Das Ziel einer klimaneutralen Wirtschaft und wettbewerbsfähigen Industrie ist ohne die Abscheidung und Speicherung von CO2 (CCS) bis 2045 nicht erreichbar, schreibt Katharina Schubert von NRW.Energy4Climate. Nach Ansicht der Industrieexpertin werden in der Debatte derzeit unbegründete Ängste vor der Sicherheit von CO2-Speichern geschürt.
Eine russisch-französische Koproduktion von Kernbrennstoff in Niedersachsen zuzulassen, wäre ein gefährlicher strategischer Fehler, warnt OIena Lapenko. Die Sicherheits- und Resilienzexpertin der ukrainischen Denkfabrik DiXi Group kritisiert die bisherigen Versuche der EU und Deutschlands, Russland aus der europäischen Kernkraft hinauszudrängen, als zu schwach.
Für Luisa Denter (Germanwatch) und Leon von Zepelin (SHIFT) zeigen die Wahlprogramme und der angekündigte Circular Economy Act: Deutschland und die EU setzen bei Kreislaufwirtschaft vor allem auf Recycling. So drohten jedoch Chancen für Klima- und Umweltschutz bei kleinst- bis mittelständischen Unternehmen ungenutzt zu bleiben. Stattdessen müsse die Politik Barrieren beseitigen.
Der laufende Bundestagswahlkampf wird von der Migrationspolitik und wirtschafspolitischen Fragen dominiert. War Klimapolitik vor der Bundestagswahl 2021 noch ein zentrales Wahlkampfthema, so wird dieses aktuell in den Hintergrund gedrängt. Dies zeugt von extremer Kurzsichtigkeit, schreiben Svea Koch und Steffen Bauer vom German Institute of Development and Sustainability.
In Zeiten wachsender globaler Spannungen eröffnet die Klimaaußenpolitik strategische Chancen. Ein Rückzug würde nicht nur Deutschlands internationale Glaubwürdigkeit gefährden, sondern auch seine geopolitische Position schwächen, schreibt die Grünen-Bundestagsabgeordnete Lisa Badum. Deutschland muss seine Führungsrolle in der Klimadiplomatie unbedingt weiter ausbauen, fordert sie.
Die Klimapolitik droht zerrieben zu werden zwischen globaler Machtpolitik und Populismus auf der einen und Top-Down-Überbürokratisierung auf der anderen Seite. Damit würde sie wie in der Finanzkrise 2008/2009 in der politischen Agenda erneut nach unten rutschen. Das wäre fatal, warnt der Geschäftsführer der Denkfabrik Clean Energy Forum, Ruprecht Brandis.
Im Bundestagswahlkampf wird die Klimakrise weitgehend ignoriert, obwohl die Auswirkungen immer spürbarer werden. Für wirksame und breit akzeptiere Maßnahmen dagegen braucht es zivilgesellschaftliche Organisationen, Sozial- und Wohlfahrtsorganisationen sowie Forschungsinstitute. Für das Nationale Bündnis für zukunftsweisende Förderbedingungen fordern Sebastian Metzger (co2online) und Christian Thorun (ConPolicy) für deren Arbeit weniger Bürokratie, mehr Digitalisierung und effizientere Programme.
Der Wasserstoffhochlauf in Europa lahmt, die Kosten sind weiterhin zu hoch. Statt auf Vereinfachungen, setze die EU aber auf detaillierte und strenge Vorgaben für erneuerbaren und kohlenstoffarmen H2, bemängelt EnBW-Vorstandsmitglied Dirk Güsewell. Er fordert von der EU mehr Pragmatismus – auch zur Stärkung der globalen Wettbewerbsposition auf der Nachfrageseite.
Die Europäische Union hat sich wegweisende Klimaziele gesetzt, droht aber bei erneuerbaren Energietechnologien vom Ausland abgehängt zu werden. Eine aktive und wertegeleitete Industrie- und Handelspolitik auf Grundlage bereits bestehender EU-Gesetzgebungen ist die europäische Antwort, die es jetzt in Zeiten von drohenden Handelskriegen, Protektionismus und fossiler Rollbacks braucht, argumentiert Sascha Müller-Kraenner von der Deutschen Umwelthilfe.
In den ersten Wochen seiner Amtszeit hat US-Präsident Donald Trump eine Wende in der Energie- und Klimapolitik eingeleitet. Doch Ian Bremmer, Präsident der Euraisa Group, ist überzeugt, dass den grünen Wandel im Land niemand mehr aufhalten kann. Die Märkte, schreibt Bremmer, seien längst auf erneuerbare Energien umgeschwenkt, nicht nur in den USA.
Die baltischen Staaten haben ihr Stromnetz mit dem kontinentaleuropäischen synchronisiert. In Anbetracht der jüngsten mutmaßlichen Sabotage-Akte in der Ostsee bestehen Risiken. Russland könnte eskalieren und bleibt unberechenbar. Die EU und besonders Deutschland und Polen sollten vorsorgen, empfehlen Susanne Nies vom Helmholtz-Zentrum Berlin und Maciej Jakubik von Forum Energii.
Mit mehr Biogas kann das Energiesystem schneller Richtung erneuerbare Energien umgebaut werden. In seinem Standpunkt zeigt Uwe Welteke-Fabricius die erfreulichen Folgen der neuen Regeln für die Biogasförderung auf.
Großwärmepumpen sind nicht nur eine Zukunftsoption unter vielen: Sie sollen eine zentrale Transformationsrolle spielen. Derzeit geht alles in die richtige Richtung. Bau und Planung schreiten rasant voran, zahlreiche Mega-Projekte werden auf den Weg gebracht. Dabei ist sogar noch Luft nach oben für Verbesserungen an Technik und Wirtschaftlichkeit. Doch die regulatorischen Hindernisse müssen reduziert werden und die Förderung muss stimmen, betont Henrik Pieper vom Hamburg Institut.
Hannover, Stuttgart, Mannheim – immer mehr Städte kündigen die Stilllegung ihrer Gasverteilnetze an. Doch in vielen Kommunen herrscht Verunsicherung, weil die Rechtsgrundlage und klare Vorgaben für die Umsetzung solcher Pläne fehlen. Die nächste Bundesregierung muss sie schaffen – und sollte dabei keine Zeit verlieren, fordert Till Irmisch vom Umweltinstitut München.
Die Wärmepumpe ist in der Diskussion um das Heizungsgesetz in Verruf geraten – zu Unrecht, argumentiert Hendrik Ehrhardt vom Heiztechnikhersteller Stiebel Eltron. Aus seiner Sicht bietet die Technologie viele Vorteile für Verbraucher und Umwelt. Er fordert für die Zukunft Klarheit statt Symbolpolitik im Heizungskeller, dann könnte auch die deutsche Heizungsindustrie von einem globalen Trend profitieren.
Das Überschreiten der 1,5-Grad-Marke Anfang 2025 markiert einen Wendepunkt für die Klimatechnologiebranche. Statt eines befürchteten Endes der Klimatechnologie könnte dieser Moment zum Katalysator für beschleunigte Innovation und Investitionen werden, argumentiert Jan Lozek von Future Energy Ventures.
Eine neue Bundesregierung wird sich voraussichtlich um die Senkung der Stromkosten kümmern. Doch die bisherigen Vorschläge der Parteien lassen die Systemkosten außer Acht. Dabei ließen sich mit einer Reihe von Reformen Privathaushalte und Unternehmen um Milliarden entlasten, argumentiert Ralph Kampwirth von Lichtblick.
Bisher beschränken sich Smart Grids hierzulande meist auf Pilotprojekte. Der flächendeckende Einsatz stockt, auch, weil strenge Sicherheitsanforderungen und ein Gerichtsurteil um intelligente Messsysteme die Umsetzung verzögert hatten. Das gefährdet die Klimaziele und – ein brisanter Aspekt – die Netzstabilität, so Carlo Lazar. Der Smart-Grid-Experte bei Aidon erklärt, welche regulatorischen, finanziellen und strukturellen Hindernisse einer Umsetzung im Weg stehen.
Kaum eine Technologie wird mit so viel Vorschusslorbeeren, überzogenen Erwartungen und falschen Versprechungen bedacht wie die Abscheidung und Speicherung von CO2 (CCS), kritisieren Sophia van Vügt und Karsten Smid. Dabei werden die Chancen von CCS stark über- und die Kosten und Risiken unterschätzt, argumentieren die Experten von Greenpeace Deutschland.
Das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen, wird die Menschheit in wenigen Jahren reißen. Aktuell wird diskutiert, ob die Erderwärmung später reduziert werden kann („Overshoot“). Warum das keine gute Lösung, aber wohl die einzige Option ist – und man dieser Diskussion auch etwas Gutes abgewinnen kann, begründen Lukas Daubner und Julia Hönnecke vom Berliner Thinktank Zentrum Liberale Moderne.
Kaum eine öffentliche Debatte hat die Ampelregierung so sehr geprägt wie die um das Gebäudeenergiegesetz. Dabei ging es vor allem um Politikstil und die Grenzen der Akzeptanz von staatlicher Regulierung. Die Wärmepumpe stand als Symbol einer als übergriffig empfundenen Politik im Mittelpunkt – weniger als Technologie mit Beitrag für die Wärmewende und Klimaziele oder der gewachsenen Relevanz der Branche in Deutschland. Das sollte sich ändern, findet Markus Meyer, Politikchef von Enpal.
Die Debatte über CCS wird in Deutschland zu eng geführt, findet Ralf Dickel vom Oxford Institute for Energy Studies. Das Klima verändert sich zu schnell, als dass die Welt auf die Einspeicherung von CO2 aus der Nutzung fossiler Energieträger verzichten könnte, argumentiert er.
Wichtige Aspekte der Klimadebatte kommen nach Beobachtung von Olaf Bandt im Bundestagswahlkampf nicht vor – dabei sind sie entscheidend für Deutschlands Wirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit, schreibt der Vorsitzende des Bundes für Umwelt- und Naturschutz Deutschland.
Ein effizientes, dekarbonisiertes Stromsystem mit vielen flexiblen Nutzern benötigt zeitvariable Netzentgelte, die die Knappheiten der Infrastruktur reflektieren. Wolfgang Fritz, Geschäftsführer von Consentec, und Andreas Jahn vom Regulatory Assistance Project argumentieren, die heutige Methodik der Netzkostenwälzung könne dem nicht gerecht werden: Ihr Vorschlag: Die Wälzung zu einer expliziten Durchreichung von zeitvariablen Entgelten umbauen.
Im Bundestag findet heute eine Anhörung zum „Windenergieakzeptanzgesetz“ statt. Leider droht das von CDU/CSU und Teilen der Grünen vorangetriebene Vorhaben das Gegenteil zu erreichen, warnt EEF-Geschäftsführer Nyirenda. Statt den dringend notwendigen Windenergieausbau zu beschleunigen, bremsen komplizierte und unklare Regelungen Projekte weiter aus.
Das Cracking von importiertem Ammoniak ist für Graham Weale das verheißungsvollste Mittel, um Deutschland mit sauberem Wasserstoff zu versorgen. Der Professor für Energiewirtschaft an der Ruhr-Uni Bochum fordert große Anstrengungen: Die Technologie müsse marktreif werden. Häfen in Reichweite der deutschen Industriezentren müssen mit Cracking-Anlagen ausgestattet werden, so Weale – und das H2-Kernnetz kleiner geplant werden.
Mehrere Initiativen der scheidenden Bundesregierung hatten das Potential, sowohl die Erreichung der Klimaziele als auch die Innovationsstärke zu verbessern, schreibt Magnus Drewelies, Geschäftsführer des Start-up Ceezer. Doch sie sind durch die vorgezogene Bundestagswahl gefährdet.
Obwohl der Stromsektor dank des Ausbaus erneuerbarer Energien Fortschritte macht, bleibt der Wärmebereich das „Stiefkind“ der Energiewende. Die Geothermie hat das Potenzial, die Wärmewende stark zu beschleunigen. Doch trotz ihrer Stärken spielt sie in Deutschland bisher eine Nebenrolle. Ein bundesweiter Geothermie-Gipfel könnte Weichen stellen, um die goldenen Jahre der Geothermie-Skalierung einzuläuten, schreibt Herbert Pohl, Gründer und CEO von Deutsche Erdwärme.
Die Energiewende erfordert leistungsfähige Langzeit-Speicherlösungen, um erneuerbare Energien flexibel nutzbar zu machen. Die Nutzung von Wasserstoff als hauptsächliche Lösungsoption wird aufgrund von Schwierigkeiten beim Import und Verzögerungen der Infrastruktur zunehmend infrage gestellt. Eisen bietet als sicherer, effizienter und nachhaltiger Energieträger eine vielversprechende Alternative, die Strom, Wärme und Wasserstoff CO2-frei speichert und transportiert.
Ab 2025 haben alle Verbraucherinnen und Verbraucher das Recht auf den Einbau eines intelligenten Messsystems – damit können viele Flexibilitäts- und Effizienzpotenziale erstmals richtig gehoben werden. Damit das aber gelingt, ist nicht nur technisch noch einiges zu tun, schreiben Mark Becker-von Bredow und Jonas Rex-Quincke vom ZVEI.
Die Fernwärmeverordnung regelt das Vertragsverhältnis zwischen den Anbietern und den Nutzer:innen von leitungsgebundener Wärme. Sie ist nicht der richtige Ort, um grundsätzliche Fragen zur Finanzierung der Wärmewende zu beantworten, schreibt Florian Munder vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).
Das Jahr 2024 stand mit der Umsetzung der Renewable-Energy-Directive stark unter dem Zeichen eines beschleunigten Ausbaus der Windenergie auf See. Zugleich rächen sich Standortfehler der Vergangenheit wie beim Windpark Butendiek, meint Anne Böhnke-Henrichs vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Die Zukunft muss anders aussehen, fordert sie: Eine neue Meeresraumordnung könne Planungssicherheit für den Ausbau schaffen und Klima- und Naturschutz versöhnen.
Während im Wahlkampf über das Ende des Heizungsgesetzes, pauschalisierte und damit bremsende Technologieoffenheit sowie eine Renaissance der Atomenergie diskutiert wird, ist der globale Siegeszug der Erneuerbaren nicht zu stoppen. Statt Verunsicherung braucht es für die nächste Legislatur einen Fahrplan für eine wettbewerbliche, sozial gerechte und bürgernahe Energiewende – fordern Oliver Hummel (Naturstrom) und Sönke Tangermann (Green Planet Energy) gemeinsam mit Bürgerwerke und EWS Schönau.
Aktuelle Metastudien leiten Politikvorschläge aus der Analyse weltweiter politischer Maßnahmen ab. So werden best practices identifiziert. Aber der vorläufige Befund kann nicht das Ende der Fahnenstange sein – es muss weitergedacht werden, argumentiert Craig Morris von Klimaschutz im Bundestag e. V.
Der Netzausbau erfordert enorme Investitionen und wird so zu steigenden Netzentgelten in den kommenden Jahren führen. Eine Teilverstaatlichung der Netzbetreiber würde die Finanzierungskosten strukturell senken und könnte den Netzentgeltanstieg begrenzen, argumentieren Axel Kölschbach Ortego und Janek Steitz von der Denkfabrik Dezernat Zukunft.
Was lange währt, wird nicht immer gut: Die Einführung der bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung von Windenergieanlagen könnte in Chaos, monatelangem Stillstand und einer Klagewelle enden, warnt Verbandspräsidentin Bärbel Heidebroek. Noch sei es aber nicht zu spät zu handeln.
Der Wärmesektor hinkt den Klimazielen hinterher, die Diskussionen um das Gebäudeenergiegesetz haben für Verunsicherung gesorgt. Gerade im anstehenden Bundestagswahlkampf braucht es aber eine sachliche Diskussion um notwendige Maßnahmen im Gebäudebereich, schreibt Corinna Enders, Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Energie-Agentur. Dabei müsse die soziale Dimension ebenso im Fokus stehen wie die ökonomischen und strukturellen Auswirkungen auf das Gesamtsystem.
Um die CO2-Emissionen im Gebäudesektor bis 2045 auf Netto-Null zu senken, brauchen Unternehmen endlich verlässliche Zusagen und einen klaren Fokus auf besonders emissionsreiche Gebäude. Es brauche nichts Geringeres als einen Paradigmenwechsel bei der Gebäudesanierung, so Joachim Lohse, Geschäftsführer des Verbands der Immobilienwirtschaft ZIA, und Sabine Nallinger, Vorständin der Stiftung Klima Wirtschaft.
Die Diskussion, wie Verbraucherinnen und Verbraucher von Netzkosten entlastet werden können, nimmt derzeit wieder Fahrt auf. Ein Vorschlag in diesem Kontext ist, auch die Erzeuger an den Netzkosten zu beteiligen. Andreas Jahn, Senior Associate des Regulatory Assistance Projects, warnt jedoch davor, dass dieser gut gemeinte Schnellschuss zum Kurzschluss werden könnte – insbesondere für die energieintensive Industrie.
Die sozialwissenschaftliche Forschung bereichert die Energie- und Industrietransformation in Deutschland und Europa, spielt bisher aber nur eine Nebenrolle. Es ist an der Zeit, dass Forschungsprogramme die politische und soziale Dimensionen der Energiewende ins Zentrum rücken, schreiben Lukas Hermwille (Wuppertal-Institut) und Rainer Quitzow (RIFS Potsdam, TU Berlin).
Entwicklungsländer stoßen immer mehr Treibhausgas aus. Zugleich gelingt es vielen nicht, wirtschaftlich aufzuholen Ein innovatives Finanzinstrument könnte dabei helfen, Emissionen zu reduzieren, argumentiert Moritz Kraemer, Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg.
Bei den Übertragungsnetzbetreibern summieren sich Netzanschlussanfragen für Batteriespeicher mit einer Leistung von mehr als 160 Gigawatt - ein Vielfaches dessen, was die Bundesregierung bis 2045 an Großspeichern geplant hat. Diese große Potential für die Energiewende dürfen wir hierzulande nicht aufgrund eines langwierigen Netzanschlussverfahrens vergeben, schreibt Marko Ibsch, Gründer und Geschäftsführer von CarbonFreed.
Das Ergebnis der diesjährigen Klimakonferenz ist ernüchternd. Das beschlossene Finanzierungsziel geht weit an den tatsächlichen Bedarfen vorbei. Nach Ansicht von Olaf Bandt vom Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (BUND) blockieren die Beschlüsse der COP29 ambitionierten Klimaschutz und gefährden die Lebensgrundlage von Menschen weltweit.
Die Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus sollte nicht als Bedrohung für die Dekarbonisierung Europas verstanden werden. Das Wahlergebnis in den USA muss die EU-Mitgliedsländer vielmehr dazu veranlassen, ihre Differenzen beiseitezuschieben und die grüne Transformation stärker voranzutreiben, schreiben Simone Tagliapietra und Cecilia Trasi vom Brüsseler Thinktank Bruegel.
Die Investitionsbedarfe in Deutschland wachsen angesichts der geopolitischen Herausforderungen weiter. Friedrich Merz hat inzwischen signalisiert, dass eine Reform der Schuldenbremse auch für die Union auf der Tagesordnung steht. Diese Reform muss auch Ländern und Kommunen die nötigen Klimainvestitionen ermöglichen, fordert Michael Schäfer von GermanZero. Er plädiert dafür, das Grundgesetz an drei Stellen zu ergänzen.
Immer mehr Bundesländer erlassen Regelungen zur finanziellen Beteiligung von Standortgemeinden und Anwohner:innen beim Ausbau erneuerbarer Energien. Im Rahmen der EnWG-Novelle wollte das BMWK diese Regelungen stärker vereinheitlichen. In der vom Bundeskabinett vergangene Woche beschlossenen Fassung fehlt der Passus jedoch. Dafür gibt es gute Gründe, findet der Energie- und Umweltökonom Paul Lehmann von der Uni Leipzig und dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung.
An komplexen Regelungen mangelt es im Energiemarkt nicht. Wie es auch anders gehen kann, hat die Ampel mit dem Konzept der gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung unter Beweis gestellt, schreibt Gero Lücking, Head of Smart Metering beim Energiedienstleister Techem. Er sieht eine Win-Win-Situation für Mietende und Vermietende.
Nach dem Bruch der Ampel-Koalition bleibt keine Zeit für Grundsatzstreite. Deutschland muss bei Innovationen schnell vorankommen. Das Kohlendioxid-Speicherungs- und -Transportgesetz (KSpTG) spielt dabei eine wichtige Rolle, findet Holcim-Deutschland-Chef Thorsten Hahn.
Die Umstellung der Marktprämie für Erneuerbare auf eine produktionsunabhängige Investitionskostenförderung wäre ein fundamentaler Richtungswechsel, erklärt Dennis Rendschmidt vom Verband VDMA Power Systems. Viele Details seien aber noch zu wenig beleuchtet, als dass er sich der Empfehlung des BMWK uneingeschränkt anschließen will. In jedem Fall aber plädiert Rendschmidt für eine Umsetzung des EU-NZIA mit Präqualifikationskriterien und einem strengen Regulierungssystem für (Cyber-)Sicherheit.
Die Entwicklungen bei Thyssenkrupp Steel Europe werfen kein gutes Licht auf den deutschen Industrieumbau. Doch grüner Stahl, schreibt Tilman von Berlepsch (Germanwatch), soll nicht nur aus Duisburg kommen, und trotz aller Probleme tun sich auch Chancen auf. Dafür muss jedoch der Blick geweitet werden – auch von einer neuen Regierung.
Nach dem Wahlsieg von Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen und einer wahrscheinlichen Mehrheit der Republikaner in beiden Kongresskammern droht eine Kehrtwende in der US-Klimapolitik. Felix Creutzig, Forschungsgruppenleiter am Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change, beschreibt mögliche Folgen auch für die heute gestartete Klimakonferenz COP29 und warum Gesetze in einzelnen US-Bundesstaaten Hoffnung machen.
Wohin führt der Ausbau der LNG-Infrastruktur, den die Bundesregierung vorantreibt? Constantin Zerger meint: in neue energiepolitische Abhängigkeiten und in die Klimakrise. Der Bereichsleiter Energie und Klimaschutz der Deutschen Umwelthilfe fordert ein Moratorium für den weiteren Bau von LNG-Importanlagen.
Die EU-Klimapolitik hat noch nicht adressiert, wie die CO2-Entnahme angereizt und reguliert werden soll. Mark Preston von Bellona Europa und Felix Schenuit von der Stiftung Wissenschaft und Politik empfehlen, die Debatte nicht auf eine ETS-Integration zu verengen. Alle Optionen müssten auf dem Tisch, darunter Verpflichtungen wie in der Lastenteilungs-Verordnung oder ein paralleler Markt für den CDR-Handel.
Ein erschwingliches E-Auto könnte heute auch in Deutschland Realität sein, wenn mobile Speicher bei Netzentgelten gleichgestellt und Smart Meter für alle verpflichtend eingeführt würden. Die EU fordert dies bis 2025 ohnehin. Frankreich macht es besser und kostengünstiger.
Eine Verschiebung des nationalen Klimaneutralitätsziels auf das Jahr 2050 bliebe ohne Eingriffe in den EU-Emissionshandel folgenlos. Wer nun mit dem Argument der Harmonisierung dafür wirbt, plant letztendlich, wesentliche Säulen der europäischen Klimapolitik massiv zu verändern, schreibt Felix Matthes, Koordinator Energie- und Klimapolitik am Öko-Institut. Dies hätte schwerwiegende Folgen.
Die aktuelle Anhörung zum Geothermiebeschleunigungsgesetz (GeoWG) im Bundestagsausschuss für Klimaschutz und Energie rückt einen „schlafenden Riesen“ ins Rampenlicht: Die Geothermie birgt das Potenzial, die Wärmeversorgung in Deutschland nachhaltig zu transformieren – wenn die gesetzlichen Rahmenbedingungen es zulassen, schreibt Karin Thelen von den Stadtwerken München.
Die Insolvenz des deutschen Biomethanhändlers Landwärme ist ein Weckruf – nicht nur für die betroffenen Betreiber von Biomethananlagen, sondern für die gesamte Biogasbranche und die Bundesregierung. Im Sinne der Energiewende ist es höchste Zeit, die strukturelle Verwundbarkeit dieses Marktes für Betrug ernsthaft anzugehen, schreibt Henning Dicks, Geschäftsführer des Biomethan-Diensleisters Agriportance.
Die US-Wahl steht vor der Tür – das Ergebnis wird die transatlantischen Klimabeziehungen entscheidend prägen. Was von den beiden Kandidaten Donald Trump und Kamala Harris bei der Klimaaußenpolitik zu erwarten ist, analysieren Sonja Thielges und Laura von Daniels von der Stiftung Wissenschaft und Politik.
Ignoriert die Bundesregierung in der Kraftwerksstrategie den „Efficiency First“-Grundsatz, drohen enorme Mehrkosten, warnt Christian Noll. Zusätzlich zu der unnötigen Belastung für private Verbraucher und die Industrie begehe die Ampel-Koalition auch Rechtsbruch. Denn das EU-Recht ist klar: Energieeffizienz muss bei der Planung von Energieinfrastruktur gleichberechtigt berücksichtigt werden, so der geschäftsführende Vorstand der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF).
Über den Import von Flüssigerdgas (LNG) wird heftig diskutiert. Häufig geschieht dies nicht mit der notwendigen Sachlichkeit, kritisiert Philipp Steinberg. Der Abteilungsleiter Wirtschaftsstabilisierung, Energiesicherheit, Gas, Wasserstoffinfrastruktur im Bundeswirtschaftsministerium findet: Es ist Zeit für eine Klarstellung zur deutschen Strategie.
Mit dem Erstellen von kommunalen Wärmeplänen bis 2028 ist die Arbeit nicht getan – sie geht dann erst richtig los. Zum Erfolg beitragen kann eine engere Zusammenarbeit von Kommunen und Unternehmen, meint Andreas Blassy. Die Anschlussnehmer sollten frühzeitig in die Pläne der Kommunen einbezogen werden, so der Chef der Digital- und Energie-Services beim Gebäudetechnikausrüster Caverion Deutschland.
Die Hindernisse, auf denen die stagnierende Sanierungsquote beruht, sind erklär- und lösbar – wenn die Rahmenbedingungen stimmen, meinen Carolin Friedemann von der Initiative Klimaneutrales Deutschland (IKND) und Thomas Drinkuth von der Repräsentanz Transparente Gebäudehülle (RTG). Was Hausbesitzer bewegt, zeigt eine aktuelle Umfrage. Die Politik muss Planbarkeit bieten, die Förderung attraktiver machen und Unterstützung bei der Umsetzung organisieren.
Deutschland diskutiert die Einführung von Preiszonen wie sie andere europäische Länder wie Norwegen, Schweden, Italien und Belgien schon haben. Ralf Walther, Strommarktexperte beim Energieanbieter Tibber, steht dem Split grundsätzlich nicht ablehnend gegenüber, er warnt aber davor, den ersten Schritt vor dem zweiten zu machen. Noch fehlt es seiner Meinung nach an den nötigen technischen, aber auch sozialpolitischen Voraussetzungen.
Im Zuge der angespannten Gasversorgung nach dem russischen Angriff auf die Ukraine hat die Bundesregierung in kürzester Zeit LNG-Terminals aufbauen lassen. Claudia Kemfert und Christian von Hirschhausen vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung fordern eine Umkehr dieses "LNG-Rausches". Der staatlich finanzierte Infrastrukturausbau müsse enden, der Gassektor sich am ökonomisch und ökologisch sinnvollen Ziel, dem Erdgasausstieg, ausrichten.
Trotz des Krieges in der Ukraine und breiter Sanktionen gegen Russland bleibt der indirekte Import russischen Erdgases nach Deutschland eine beunruhigende Realität, konstatieren die ukrainische Aktivistin Svitlana Romanko und der Energieanalyst Petras Katinas. Sie schlagen vor, wie Deutschland russisches Gas effektiv aus seinen Netzen verbannen kann.