Durch die geplante Reform der Pendlerpauschale würde noch mehr Geld in einen Steuermechanismus fließen, der hohe Einkommen begünstigt. Fairer wäre es, die Systematik zu ändern und niedrige Einkommen stärker zu entlasten. Mit einem Mobilitätsgeld wäre dies ohne zusätzliche Haushaltsmittel möglich.
Batterieelektrische Lkw überzeugen wirtschaftlich und technisch, werden aber durch Netzengpässe ausgebremst. Logistikdepots könnten als flexible Energiespeicher die Dekarbonisierung vorantreiben und gleichzeitig das Stromnetz stabilisieren.
Die Reform von StVG und StVO bringt Verbesserungen, bleibt jedoch hinter den Erfordernissen für Verkehrssicherheit und Klimaschutz zurück und ist kein versprochener Paradigmenwechsel. Etwa die Vision Zero fehlt als verbindliches Ziel oder Tempo-30-Regelungen bleiben lückenhaft.
Das Deutschlandticket erhält Planungssicherheit bis 2030. Die langfristige Perspektive führt bereits zu steigenden Verkaufszahlen beim Deutschlandticket Job, das besonders für die 35 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten attraktiv werden soll. Der Einstieg könnte im Rahmen von Tarifverträgen und im Kontext von Mobilitätsbudgets geschehen.
Die Verkehrswende braucht Rückenwind – keinen Gegenwind. Doch genau der droht dem Schienenpersonennahverkehr, wenn die Trassenpreise weiter steigen. Was für viele nach einem technischen Detail klingt, ist ein zentraler Hebel für die Zukunft des Nahverkehrs in unserem Verbundraum und ganz Deutschland.
Deutschland beschließt seit Jahren ein Planungsbeschleunigungsgesetz nach dem anderen – und doch wird kaum etwas schneller gebaut. Statt neuer Paragrafen braucht es klare Prioritäten, solide Finanzierung, digitale Standards und echten politischen Willen.
Wenn Deutschland im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig bleiben will, sind regulatorische Rahmenbedingungen gefragt, die Produktivität und Innovationskraft freisetzen. Der Reformprozess sollte nicht beim Personenbeförderungsgesetz enden. Ein Plädoyer für moderne Regulierung im Sinne von Effizienz, Innovation und städtischem Nutzen.
Die Zulassung von Zügen des umstrittenen chinesischen Herstellers CRRC bei der österreichischen Westbahn hat Kritik von Arbeitnehmervertretern und Bahnindustrie hervorgerufen. Seit gestern darf der Konzern die Züge erstmals im regulären Betrieb einsetzen. Dies könnte einen Wendepunkt für die Bahnindustrie in Europa bedeuten.
Die Fahrradbranche steckt in einer Krise der Ideen. Zwischen übervollen Lagern, verpassten Chancen und Variationen des Immergleichen hat sie vergessen, was sie einst angetrieben hat: Innovation. Die Zukunft des Fahrrads entscheidet sich nicht auf der Eurobike – sie entsteht in den Köpfen derer, die das Fahrrad neu denken.
Seit Beginn des Jahres 2025 müssen Fluggesellschaften im Rahmen des Europäischen Emissionshandels (EU-ETS 1) die von ihnen verursachten klimaschädlichen Nicht-CO2-Effekte je Einzelflug erfassen und berichten. Im nächsten Schritt müssen diese aber auch vermieden werden – und zwar nicht nur auf europäischer Ebene, sondern global.
Schleusen, Wehre und Brücken verfallen, die Finanzierungslücke wächst. Wenn der Bund jetzt nicht handelt, droht der Kollaps der Wasserstraße und damit einer kritischen Infrastruktur. Das Vorurteil, die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung könne ihre Mittel nicht verbauen, ist längst nicht mehr richtig. Sie kann liefern – wenn man sie lässt.
Gerade hat die Verkehrsministerkonferenz die Finanzierung des Deutschlandtickets bis 2030 gesichert. Zeit, das Konzept auf alle regionalen Nahverkehrstarife zu übertragen und das System durchgreifend zu vereinfachen. Das wäre sowohl im Sinne der Bürger:innen als auch im Sinne der Nachhaltigkeitsziele.
Vor 25 Jahren haben sich die Wettbewerbsbahnen im Schienengüterverkehr zu einem Verband zusammengeschlossen. Diskriminierung durch den Staatskonzern DB war der Anlass. Durch Wachstum ihres Anteils und Wachstum des gesamten Schienengüterverkehrs zeigt die Branche, dass Markt, Kundenorientierung und Innovation auf der Schiene funktionieren. Nun stehen die nächsten Schritte an.
LNG gilt als Brückentechnologie der maritimen Energiewende – doch kann der fossile Kraftstoff die Branche wirklich auf dem Pfad zur Klimaneutralität leiten? Oder droht er, die Transformation auszubremsen?
Die französische Hauptstadt hat die Olympischen Spiele 2024 für einen verkehrspolitischen Strukturwandel genutzt, den viele Metropolen Europas bislang nur anstreben. Auch in München könnte dies gelingen – wenn die Stadt das Sportereignis als Katalysator betrachtet. Am kommenden Sonntag wird über die Olympia-Bewerbung abgestimmt.
Trotz wachsender E-Auto-Zulassungen bleibt der Hochlauf der Elektromobilität in Deutschland hinter den Erwartungen zurück. Plug-in-Hybride könnten eine realistische Brückenlösung sein, doch regulatorische Verschärfungen drohen ihren Marktanteil zu gefährden.
Bis 2024 konzentrierte sich das Straßenverkehrsrecht fast ausschließlich auf die Verkehrssicherheit und den Verkehrsfluss, ohne andere öffentliche Interessen zu berücksichtigen. Die Reform erweitert nun die Möglichkeiten, auch Umwelt-, Gesundheits- und Stadtentwicklungsaspekte einzubeziehen und stärkt die Mitwirkung der Kommunen. Diese Neuerungen stehen im Einklang mit dem Grundgesetz und beseitigen damit bisherige verfassungsrechtliche Defizite.
Täglich sterben in Deutschland Menschen im Straßenverkehr – oft durch Unachtsamkeit, wie beim tragischen Tod der Schauspielerin Wanda Perdelwitz. Dabei schreibt Paragraf 1 der Straßenverkehrsordnung klare Grundregeln vor: ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht. Doch solange diese Prinzipien im Alltag ignoriert werden, bleibt Sicherheit auf unseren Straßen ein unerfülltes Versprechen.
On-Demand-Shuttles gelten als Mobilitätslösung für den ländlichen Raum jenseits des Autos. Doch das ist ein Trugschluss: Aus Einzelfahrten und Pilotprojekten im ÖPNV wird kein Netz. Wer den ländlichen Raum substanziell stärken möchte, muss auf Reaktivierungen von Bahnstrecken setzen. Ansonsten bleibt das Auto dort der Normalfall.
Fahrraddiebstähle verursachen jährlich Schäden in Millionenhöhe. Die Aufklärungsquote ist gering, organisierte Kriminalität wird unterschätzt. Christian Matzdorf zeigt auf, wie sich das ändern ließe.
Die Bundesregierung plant die Einführung eines digitalen Führerscheins. Darin steckt Potenzial für mehr Verkehrssicherheit. Doch gebraucht wird eine europäische Lösung und einheitliche Schnittstellen, damit die Digitalisierung Fortschritte bietet.
In London wird nächste Woche über die finale Verabschiedung der globalen IMO-Maßnahmen zur Dekarbonisierung der Schifffahrt entschieden. Doch das Net-Zero Framework der internationalen Seeschifffahrtsorganisation weist deutliche Lücken auf. Damit die Emissionen tatsächlich sinken, soll die EU an ihrem strengeren Regelungsrahmen festhalten – und ihn gezielt weiterentwickeln.
In Europa sterben jährlich Hunderttausende an den Folgen von Luftverschmutzung – verursacht vor allem durch Straßenverkehr. Feinstaub, Stickoxide und Klimafolgen belasten Gesundheitssysteme und die Volkswirtschaft. Ärzteverbände warnen vor einer Abschwächung des Verbrenner-Aus. Die Diskussion beim Gipfel könnte zur gesundheitspolitischen Weichenstellung werden.
Die Deutsche Bahn wird besser, wenn sie ihr stärkstes Asset erkennt und stärkt: die Menschen im Betrieb. Die Sofortprogramme der Agenda des Bundesverkehrsministers klingen richtig, aber ihren Zielen fehlt Verbindlichkeit.
Mobilität ist Freiheit. Für viele Menschen bedeutet sie die Möglichkeit, selbstbestimmt zu entscheiden, wann und wie sie am Leben teilhaben – sei es beim Weg zur Arbeit oder beim spontanen Treffen mit Freundinnen und Freunden. Für Menschen mit Behinderung bedeutet Mobilität jedoch noch immer zu oft: Abhängigkeit, ständige Planung und die Frage, ob man überhaupt ans Ziel kommt.
Die europäische Mobilitätspolitik befindet sich in einer entscheidenden Phase: Während China die Wasserstoff- und Elektromobilität rasant ausbaut und bis 2035 allein eine Million Wasserstofffahrzeuge auf die Straße bringen möchte, geht der Wandel in Deutschland und Europa langsamer voran. Es braucht eine kombinierte Strategie aus Batterie- und Wasserstoffantrieben, um Europas Klimaziele zu erreichen und eine führende Rolle in diesen Zukunftsmärkten einzunehmen.
Die Klimaschutzlücke im Verkehr ist riesig. Und jetzt machen sich Politiker und Autoindustrie auch noch daran, die ersten Fortschritte bei der Antriebswende zu torpedieren. Plug-in-Hybride und Biokraftstoffe sind Verbraucher:innentäuschung und klimaschädlich. Außerdem führen sie zu mehr Bürokratie – anders, als es die Bundesregierung versprochen hat.
Mit der Änderung des Straßenverkehrsgesetzes hat sich die Bundesregierung auf den Weg zu einem effizienteren und gerechteren Parkraummanagement gemacht. Doch der aktuelle Gesetzentwurf geht nicht weit genug, er sollte digitale Parkkontrollen ohne Personal vor Ort ermöglichen.
Die deutsche Verkehrspolitik steht vor einer Mammutaufgabe: Marode Straßen, verspätete Züge, tausende sanierungsbedürftige Brücken. Klar ist: Neue Schulden allein sind nicht die Lösung – das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaschutz muss wirken. Doch die aktuelle Debatte zeigt: Es geht auch um Tempo, Vertrauen und die Handlungsfähigkeit der Politik.
Die erneute Diskussion für oder gegen das Verbrennerverbot 2035 lenkt den Blick ab von der zentralen politischen Aufgabe, die europäische Autoindustrie wieder global wettbewerbsfähig zu machen.
Heute vor zehn Jahren erschütterte Dieselgate die deutsche Autoindustrie und legte den Grundstein für die Wende hin zur Elektromobilität. Die Zukunft fährt elektrisch, heißt es heute – doch Teile von Politik und Lobby bremsen mit Debatten um die „Verbrennerverbote“.
Reisebusse lassen sich einfacher auf E-Antrieb umrüsten als Niederflurbusse im ÖPNV. Wenn eine Vision, der richtige technische Partner und Förderung von der Bundesregierung zusammenkommen, ist die Umsetzung gar nicht so schwierig.
Mit dem Klima-Sozialplan will die Bundesregierung einkommensschwächere Haushalte von steigenden CO2-Preisen beim Tanken und Heizen entlasten. Soll der Plan erfolgreich sein, muss er den Menschen die Möglichkeit geben, sich auch für eine E-Bike- statt nur für eine E-Auto-Förderung zu entscheiden.
Am heutigen Freitag steigt in Brüssel der Strategische Dialog, der für die Autoindustrie die Weichen für die Zukunft stellen könnte: Bleibt das Aus für neue Verbrenner ab 2035, oder öffnen Ausnahmen wie Plug-ins, Range-Extender und E-Fuels die Hintertür? Es geht um Glaubwürdigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und klare Flottengrenzwerte für die Antriebswende.
Das Deutschlandticket steht auf wackeligen Beinen. Während mehr Effizienz von der Branche gefordert wird, liefert diese bereits. Und auch die Zahl von mehr als 14 Millionen Kund:innen könnte noch ausgebaut werden. Nach dem Vorbild Wien braucht es kommende Woche mutige Entscheidungen der Politik auf der Sonder-Verkehrsministerkonferenz.
Die Trump-Administration holt zu einem Schlag gegen den Klimaschutz in den USA aus. Setzt sie sich durch, wird die Verkehrswende zur freiwilligen Angelegenheit für die Automobilhersteller. Dies betrifft neben den US-Firmen auch deutsche Autobauer und Zulieferer.
In Unfallmeldungen und Berichterstattung wird Verantwortung oft verschleiert. Statt die Verursacher zu benennen, stehen die Opfer im Fokus. Die Sprache stellt Kollisionen häufig als schicksalhaft dar und prägt so unser Verständnis von Verantwortung und Risiko im Straßenverkehr.
Der Europäische Automobilverband trommelt für eine Verschiebung des Verbrenner-Aus auf EU-Ebene. Warum das auf vielen Ebenen gefährlich ist, erklären Kai Niebert, Johan Rockström und Felix Creutzig.
Nach Ansicht von Verena Graichen vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) steht Deutschland vor einer Weichenstellung: Während Klimaziele in anderen Bereichen greifbar werden, klafft im Verkehr eine Lücke. Sie schließt sich nur, wenn die Politik jetzt handelt – statt Geld für Zertifikate zu verschwenden, argumentiert die politische Geschäftsführerin des Umweltverbands.
Eine rein zahlenorientierte Verkehrswende greift zu kurz: Sicherheit und Zugänglichkeit für alle – insbesondere Frauen – müssen systematisch mitgedacht werden. Unsichere und unattraktive Räume schließen ganze Gruppen von der Nutzung nachhaltiger Verkehrsmittel aus.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will sich demnächst erneut mit der Branche zum „strategischen Dialog“ treffen. Damit daraus mehr wird als das schrittweise Abmontieren regulatorischer Leitplanken, braucht es eine Kurskorrektur.
Wie könnte DB Cargo Gewinn machen und damit die Vorgabe der EU-Kommission erfüllen? Ein profitables Geschäftssegment könnte aus den bisherigen Aktivitäten „herausgeschält“ werden. Außerdem könnte die DB-Tochter die Aufwendungen senken und die Erträge erhöhen. Als dritte Möglichkeit könnten Unternehmensanteile in eine neue Gesellschaft eingebracht werden. Dort würden dann private Investoren einsteigen.
Europas Autohersteller stehen beim Umstieg auf Software Defined Vehicles vor großen Herausforderungen. Während die USA und China voranschreiten, fehlen in Europa oft technische und organisatorische Strukturen. Eine systematische Neuausrichtung ist nötig.
In der finnischen Hauptstadt kam seit mehr als einem Jahr niemand mehr bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Dahinter stecken eine konsequente Verkehrspolitik, eine klare Vision und die enge Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Politik und Bevölkerung.
On-Demand-Verkehre befinden sich nach einer ersten geförderten Versuchsphase in fast 100 Kleinprojekten in einem kritischen Zustand. Zu hoch sind die Kosten für die Kommunen und es fehlt an Personal. Nun soll der Start größerer autonomer Flotten im realen Betrieb eine Zukunftsperspektive bieten. Ein Blick in den Landkreis Ludwigslust-Parchim zeigt die Chancen.
Die Paketbranche setzt verstärkt auf Künstliche Intelligenz zur Optimierung der Zustellung. Dynamische Tourenplanung, E-Mobilität und verbesserte Kundenservices prägen die Entwicklung. Herausforderungen aber bleiben.
Buslinien auf Fahrradstraßen sind die Ausnahme. Doch sie können durchaus koexistieren, zeigen Erfahrungen aus mehreren Städten. Ein gutes Gelingen von Linienbusverkehr in Fahrradstraßen setzt jedoch ebenso gewisse Faktoren voraus.
Das Deutschlandticket belastet Brandenburgs Haushalt und verstärkt die Kluft zwischen Stadt und Land. Dabei hat das Ticket das Potenzial, den ÖPNV zu vereinfachen und Klimaziele zu unterstützen. Der Bund muss die Finanzierung überdenken, um eine gerechte Mobilität zu gewährleisten.
Der Anteil fossiler Kraftstoffe im Verkehr liegt weiterhin bei 93 Prozent, während erneuerbare Energien nur sieben Prozent ausmachen. Trotz Quoten und Förderung bleibt der Einsatz nachhaltiger Kraftstoffe gering, da Betrugsfälle und fehlende Anreize den Klimaschutz erschweren. Um das zu ändern, braucht es höhere Quoten und die Nutzung aller Optionen.
Deutschland und Europa dürfen beim autonomen Fahren das Rennen gegen die USA und China nicht verlieren. Die Lösung: ein offenes, interoperables System, das durch gemeinsame Schnittstellen und Prozesse eine nahtlose Einbindung autonomer Fahrzeuge unterschiedlicher Hersteller und Fahrzeugtypen ermöglicht.
Die Automobilbranche ist auf robuste Open-Source-Software angewiesen. Doch um Entwicklung und Pflege kümmern sich oft Ehrenamtliche und unzureichend finanzierte Betreuerteams. Ein EU-weiter Sovereign Tech Fund könnte hier Abhilfe schaffen.
Der Haushaltsentwurf für dieses Jahr setzt richtige Schwerpunkte bei Erhalt und Schiene, doch viele vermeintliche Mehrausgaben sind lediglich Umschichtungen. Die Finanzierung bleibt strukturell fragil, denn Sondervermögen ersetzen keine langfristige Planung – insbesondere für die Schiene.
Der Boom bei großen Batteriespeichern macht bidirektional ladende E-Autos keineswegs überflüssig. Aus volkswirtschaftlicher Perspektive sind sie als Speicher konkurrenzlos günstig. Die Batteriekapazität eines Mittelklassefahrzeugs reicht aus, um den Stromverbrauch eines Zwei-Personen-Haushalts für eine Woche zu decken. Doch dazu braucht es Gleichbehandlung bei der Regulierung.
Das Deutschlandticket war ein verkehrspolitischer Durchbruch: einfach, günstig, verständlich – und für viele der Einstieg in den ÖPNV. Doch der Erfolg gerät in Gefahr, solange Bund und Länder um Preis und Finanzierung streiten. Fünf Ansätze für einen intelligenteren Einheitsfahrschein.
Am Montag verkündete die Deutsche Bahn eine Verbindung von Prag nach Kopenhagen über Berlin ab 2026. Eine Ausnahme. Zu oft liegt der Fokus auf Fernverkehrsverbindungen in Richtung Westeuropa. Tschechien und Polen sind für viele Deutsche unbekanntes Terrain. Dazwischen liegt Sachsen – der Freistaat ist für den gesamten mittel- und osteuropäischen Raum ein wichtiges Schienendrehkreuz nach Nord- und Westeuropa.
In Dänemark ging kürzlich die weltweit größte Anlage zu Produktion von grünem Methanol in Betrieb. Auch in Deutschland wäre bei Power-to-X noch mehr möglich, wenn die Politik Entschlossenheit zeigen würde. Helfen könnte etwa einen Strompreisezonensplit.
Die Trassenpreise belasten die Schiene stark. Es braucht deshalb eine Reform und mehr Förderung. Ohne Maßnahmen drohen Angebotskürzungen und Verlagerungen des Güterverkehrs von der Schiene auf die Straße.
Die Bundesregierung will mit steuerlichen Anreizen den Markthochlauf der Elektromobilität fördern. Dafür verändert sie die Dienstwagenbesteuerung sowie Abschreibungsregeln für E-Autos. Beide Instrumente könnten zu mehr Klimaschutz im Verkehr beitragen. Die geplanten Änderungen nutzen dieses Potenzial jedoch nicht und sind viel teurer als nötig. Wirksame Förderpolitik geht anders, wie zahlreiche Beispiele aus unseren Nachbarländern zeigen.
Der „Modernisierungspakt“ für den ÖPNV zählt zu den zentralen Aufgaben der Bundesregierung. Er wird darüber entscheiden, ob das Deutschlandticket dauerhaft durch ein freiwilliges Deutschlandangebot für den ÖPNV ergänzt wird. Die hierfür notwendige öffentliche Co-Finanzierung von Bund, Ländern und Kommunen erfordert eine Reform der bestehenden Strukturen. Nur wenn es gelingt, mehr Transparenz zu schaffen, können zusätzliche Mittel für den ÖPNV erschlossen werden.
Der EU Space Act legt Mindestanforderungen für Weltraumaktivitäten fest, die vor allem auf den Schutz vor den Gefahren durch Weltraumschrott, Cyberrisiken und eine nachhaltige Nutzung des Weltraums zielen. Doch dichte Detailvorgaben, komplexe Regelungen und ein Gemisch aus Zuständigkeiten der EU und nationaler Stellen sorgen für Fragen bei Weltraumakteuren, insbesondere bei kleinen Unternehmen und Start-Ups.
Das neue europäische Emissionshandelssystem für Gebäude und Verkehr (ETS 2) steht politisch unter Druck. Eine Verschiebung oder Verwässerung würde dringend benötigte Milliardeninvestitionen ausbremsen – und die europäische Klimapolitik destabilisieren. Ein ausgewogener Kompromiss mit vorgezogenen Einnahmen (Frontloading) könnte genau das verhindern.
Immer mehr Menschen setzen im Alltag auf das Pedelec. Möglich macht das ein liberaler Rechtsrahmen, der die Nutzung wie bei herkömmlichen Fahrrädern erlaubt. Doch neue Fahrzeugtypen mit mehr Leistung und höherem Gewicht drohen diesen rechtlichen Schutzraum auszuhöhlen. Warum Europa jetzt ein differenziertes, einheitliches Regelwerk für leichte E-Fahrzeuge braucht.
Verschiedene europäische Rechtsnormen verpflichten Automobilunternehmen dazu, die Emissionen ihres Stromverbrauchs zu erfassen. Allerdings sind die Vorgaben dafür bisher uneinheitlich – mal zählt etwa der nationale Strommix, mal der europäische. Warum die EU eine einheitliche und zuverlässige Methode zur CO2-Bilanzierung im Industriesektor entwickeln und wie diese aussehen sollte.
Deutschlands Straßen bröckeln – und mit ihnen das Vertrauen in die öffentliche Hand. Über ein Sondervermögen stehen nun viele Milliarden Euro in Aussicht, um Infrastruktur und Klimaschutz voranzubringen. Doch die zentrale Frage lautet: Wird das Geld wirklich zukunftsfähig eingesetzt – oder zementieren wir nur den Status quo?
Deutschland braucht einen übergreifenden und langfristig angelegten Transformationsplan von Automobilwirtschaft, Politik, Energiewirtschaft und Kommunen. Nur so wird der Umstieg auf Elektromobilität in der Breite attraktiv und planbar. Vorbilder könnten Frankreich und Norwegen sein.
Die neue Bundesregierung hat steuerliche Anreize für die Elektromobilität geschaffen – doch verbindliche Zielvorgaben oder klare ordnungspolitische Leitplanken fehlen bislang. Ohne Koordinaten bleibt unklar, wohin die Verkehrswende steuert. Ein Zwischenruf aus Sicht der Praxis.