Die Debatte um Robotaxis flammt erneut auf – doch die Angst vor einem ÖPNV‑Kollaps ist übertrieben. Statt Panik braucht es den Blick auf die eigentliche Frage: Reicht die bestehende Regulierung aus, um autonome Mobilität sinnvoll zu steuern – und nutzen wir sie richtig? Fest steht: Autonome Fahrzeuge eröffnen neue Möglichkeiten. Regulierung muss dafür sorgen, dass Mobilität nicht nur dort entsteht, wo sie sich lohnt.
ÖPNV könnte so einfach sein wie ein Swipe am Smartphone – doch in Deutschland scheitern Gelegenheitsfahrende weiterhin an Zonen und Tariflogiken. Digitale, entfernungsbasierte Tarife mit Bestpreisgarantie bieten genau die Einfachheit, Fairness und Transparenz, die das Deutschlandticket bereits erwarten lässt. Dort, wo sie eingeführt wurden, steigen Nutzung und Zufriedenheit – höchste Zeit also für einen bundesweiten digitalen Tarif.
Donald Trump ist als glühender Anhänger fossiler Energie bekannt. Ausgerechnet sein Krieg gegen den Iran könnte jetzt einen Schub für die Elektromobilität in Europa bewirken. Erste Anzeichen hierfür sind bereits sichtbar. Das Erpressungspotenzial der Straße von Hormus zeigt allzu deutlich die Schwäche der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern: Sie ist nicht nur ein Klimaproblem, sondern ein Preisrisiko.
Wer Schwarzfahren entkriminalisieren möchte, hilft denen nicht weiter, für die das Deutschlandticket zu teuer ist und lässt Zugbegleiter in Auseinandersetzungen allein. Schwarzfahren zu einer Ordnungswidrigkeit herabzustufen, löst nicht das Problem. Stattdessen braucht es eine Mobilität, die für alle bezahlbar wird.
Das Software Definded Vehicle verändert die Automobilindustrie. In China wird bereits weiter gedacht – zum „AI-defined Vehicle“. Hier entsteht eine neue Machtbalance zwischen klassischen Autoherstellern und Technologieanbietern. Der Druck auf Europa wächst.
Die Niederlande reagieren auf den Boom illegal motorisierter Fatbikes mit einer neuen Fahrzeugklasse und möglichen Fahrverboten. Zugleich überschwemmen billig produzierte und falsch deklarierte Modelle aus China den Markt. Dabei gäbe es wirksamere Lösungen als immer neue Regeln.
Die Weiterentwicklung der Treibhausgasminderungsquote (THG-Quote) ist wichtig für den Klimaschutz im Verkehr. Doch aktuell droht die Fortschreibung durch Bundesregierung und Bundestag an einer Detailfrage zu scheitern: der Anrechenbarkeit von sogenanntem biogenem Wasserstoff in Raffinerien. Was technisch zunächst sinnvoll erscheint, könnte sich als Rückschritt für einen wirksamen und wirtschaftlich effizienten Klimaschutz erweisen.
Deutschland verfügt über Milliarden für Klimaschutz und Infrastruktur – doch die Wirkung bleibt oft aus. Fehlende Prioritäten, unklare Strategien und politische Zielkonflikte bremsen Fortschritte aus, besonders im Verkehr. Dabei zeigen konkrete Beispiele: Mit kluger Verteilung könnten Investitionen Klima, Wirtschaft und soziale Entlastung gleichzeitig stärken.
In einem scheinen sich die Regierungsparteien in Berlin nach den Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz einig: Es braucht Reformen, um die Wirtschaft anzukurbeln. Überraschende Einigkeit herrscht auch schon lange bei mancher konkreten Maßnahme. Dazu zählt die Reform der Erhebung der Einfuhrumsatzsteuer. Daraus kann nur folgen: einfach machen.
Die meisten Menschen sind irgendwann einmal in ihrer Mobilität eingeschränkt – sei es durch Alter, Krankheit, Behinderung, Schwangerschaft, Sorgearbeit oder Geldknappheit. Darum sollten sich Mobilitätsforschung und -politik stärker an Bedürfnissen benachteiligter Gruppen orientieren.
Die Preise für öffentliches Laden sind in Deutschland intransparent. Europäische Regulierungen und nationale Pläne fordern bereits Besserung. Jetzt kommt es darauf an, dass die Bundesregierung schnell Maßnahmen für mehr Markttransparenz umsetzt. Das würde Verbraucher:innen entlasten und Deutschland als Standort für E-Mobilität stärken.
Aus Sicht der Bauindustrie ist jetzt eine solide, langfristige Finanzierung des ÖPNV notwendig. Der Ausbau und die Sanierung von Verkehrsnetzen würden auch der Bauindustrie neue Chancen eröffnen. Die immensen Herausforderungen können nur durch eine Gemeinschaftsanstrengung von Bund, Ländern und Gemeinden bewältigt werden.
Im globalen ETS-System ist der Handel auf See aktuell ein weißer Fleck. Längst hätte es zu einer Einigung kommen können – doch die entscheidende Abstimmung der International Maritime Organization (IMO) über ein verbindliches globales CO2-Preissystem wurde vertagt. Das ist bedauerlich. Denn um die Schifffahrt zu dekarbonisieren, ist ein verlässlicher CO2-Preis das effizienteste Instrument. Für entscheidende Investitionen braucht es vor allem eines: regulatorische Sicherheit.
Künstliche Intelligenz ist in vielen Unternehmen angekommen, entfaltet aber in komplexen industriellen Strukturen nur begrenzt Wirkung. Doch durch gemeinsames Prozesswissen – etwa in Form offener Standards – können KI-Systeme Informationen besser einordnen.
Bei Drohnen läuft Deutschland einmal mehr Gefahr, in einer Zukunftstechnologie nur Mitläufer statt Gestalter zu sein, kritisiert Gerald Wissel. Der Vorstandsvorsitzende des Branchenverbands UAV Dach fordert rascheres Handeln und politische Entscheidungen, damit die Bundesrepublik den globalen Markt prägen kann.
Europas Eisenbahnindustrie steht unter Druck. Während global agierende, staatlich gestützte Wettbewerber ihre Marktanteile ausbauen, ringt die EU um industrielle Stärke, fairen Wettbewerb und die Kontrolle über kritische Infrastruktur. Bei „Made in Europe” geht es nicht nur um fairen Wettbewerb, sondern auch um die Gewährleistung unserer Sicherheit.
Europa kann seine Klima- und Energieziele nur erreichen, wenn Schifffahrt, Häfen und Meerestechnologien konsequent dekarbonisiert werden. Die maritime Transformation wird zur Schlüsselaufgabe für Wirtschaftssicherheit, Versorgung und Ökosysteme.
Die Fahrausbildung steckt im Wandel: Eine Generation, die digital denkt, trifft auf Regeln aus der analogen Vergangenheit. Die geplante Reform könnte endlich den Schritt in die Moderne bringen – mit mehr Kompetenz, weniger Bürokratie und klarem Sicherheitsfokus. Doch ob sie gelingt, hängt davon ab, ob wir Digitalisierung, Praxistraining und neue Prüfungslogik wirklich mutig zusammendenken.
Wer beim Deutschlandticket nur über den Preis streitet, übersieht den eigentlichen Engpass im Nahverkehr – die Qualität. Fragt man die Menschen, zeigt sich, dass sie sehr wohl mehr zahlen würden, wenn der ÖPNV spürbar besser wird. Doch dafür müsste die Politik ihre Prioritäten neu ordnen.
Europa hat einen gigantischen Markt. Nötig ist eine Local-Content-Strategie, auch für die Automobilindustrie. Wer hier Geld verdienen will, muss sich an Regeln halten. Wer Flexibilisierung und beste Voraussetzungen will, muss im Gegenzug Standorte bewahren. Wer in Europa Autos baut und diese hier verkaufen will, muss Materialien, Teile und Komponenten aus deutscher und europäischer Fertigung nutzen.
Die Bundesregierung investiert Millionen in Wasserstoff-Lkw und neue Tankstellen – doch ein Bremsklotz bleibt bestehen. Während der Staat den Hochlauf fördern will, sorgt eine kaum beachtete steuerliche Schieflage dafür, dass eine Schlüsseltechnologie schon vor dem Start ins Hintertreffen gerät.
KI-basierte Verkehrssteuerung wird bereits erprobt – in der Forschung ebenso wie im Realbetrieb. Doch ohne ein ganzheitliches Zielsystem bleibt ihr Nutzen begrenzt. Ohne ein offenes Forschungs- und Entwicklungssystem verlieren Kommunen an technologischer Gestaltungsfähigkeit. Stattdessen sollten wir Innovationszyklen beschleunigen.
Das heutige Trassenpreissystem ist ineffizient und erschwert Eisenbahnverkehrsunternehmen das Geschäft. Es braucht eine ehrliche Entscheidung, was uns als Gesellschaft ein leistungsfähiges, stabiles und klimafreundliches Bahnsystem wert ist. Das System sollte an den Grenzkosten ausgerichtet werden. Die Differenz zu den Vollkosten müsste der Staat tragen.
An Haltestellen prallen die Bedürfnisse von Fuß-, Rad- und Busverkehr oft auf engem Raum aufeinander – mit Konflikten und gefährlichen Situationen als Folge. Moderne Konzepte wie angehobene Radführungen oder sichere Mittelinseln zeigen, dass es bessere Lösungen gibt, doch der barrierefreie Ausbau stockt seit Jahren.
Welche Eisenbahn will Deutschland? Eine, die Störungen „aushält“, oder eine, die sie aktiv überwindet und Züge in Bewegung hält? Die DB InfraGO braucht den klaren Auftrag, messbare Zusagen zu machen und sie mit moderner Steuerung einzulösen. Dann können die Mitarbeitenden mit Recht sagen: Wir sind die Helden des Chaos – nicht, weil wir Stillstand verwalten, sondern weil wir das System in Bewegung halten.
Während die Führerschein‑Anmeldezahlen nach der Reformdebatte eingebrochen sind, bremst Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder die Erwartungen – sinkende Preise seien frühestens 2027 möglich. Dabei könnten drei sofort wirksame Maßnahmen die Kosten schon jetzt senken.
Wenn die Verkehrswende nicht zum Projekt einer urbanen Elite werden soll, braucht es Angebote für jene, die am unteren Ende der Einkommensskala stehen – und trotzdem auf ein Auto angewiesen sind. Social Leasing könnte genau das schaffen: bezahlbare E‑Mobilität für alle, weniger CO2 im Verkehr und neue Sicherheit für die heimische Autoindustrie. Ein Vorschlag.
Beim wichtigsten internationalen Treffen der weltweiten Verkehrsforschung in den USA hat sich gezeigt, wie politische Eingriffe Forschung verschieben, Expertise marginalisieren und Tech-Narrative dominieren. Doch ausgerechnet jetzt entstehen neue Allianzen – und Chancen für Europa.
Die EU-Kommission plant mit einem „militärischen Schengen“, Truppenbewegungen in Europa deutlich zu beschleunigen. Was sicherheitspolitisch notwendig erscheint, wirft erhebliche vergabe- und genehmigungsrechtliche Fragen auf. Die Erfahrungen aus deutschen Beschleunigungsgesetzen zeigen, wie schmal der Grat zwischen notwendigem Tempo und dem Abbau von Transparenz und Rechtsschutz ist.
Wenn Ökonomen über fairen Handel sprechen, geht es längst nicht mehr nur um Zölle. Entscheidender sind oft die eher unscheinbaren Hürden: Normen, Zertifikate, Bürokratie. Sogenannte nichttarifäre Handelshemmnisse benachteiligen Außenstehende. Genau das macht die DB InfraGO im deutschen Schienenverkehr. Da würde ein ganz neuer Reformansatz helfen.
Wie viel ist Radfahren für die Gesellschaft wert? Mit dem Ansatz der Bikenomics lassen sich Nutzen und Kosten von Radverkehrsprojekten erstmals präzise gegeneinander abwägen – von eingespartem CO2 über weniger Staus bis hin zu besseren Gesundheitswerten. Beispiele aus Lima, Rotterdam und den Niederlanden zeigen beeindruckende Renditen.
Hielte Europa an den CO2-Zielen ab 2035 fest, hat die europäische Autoindustrie eine echte Chance, den Wandel hin zu einer wettbewerbsfähigen globalen E-Auto-Industrie zu schaffen. Werden die Ziele jedoch nun voraussichtlich geschwächt, wird die Branche dauerhaft zurückfallen.
Berlin steht vor einer Entscheidung, die die Stadt dauerhaft verändern könnte: Ein Verkehrsentscheid will den Autoverkehr im S-Bahn-Ring deutlich reduzieren, für mehr Sicherheit, bessere Luft und mehr Platz für alle. Für die Initiatoren ist dieser Volksentscheid überfällig, wird Missverständnisse ausräumen, neue Lebensqualität schaffen und eine mutige Verkehrswende voranbringen.
Die deutsche Automobilbranche steckt in einer tiefen Krise. Der Binnenmarkt schrumpft, und wichtige Exportmärkte gehen verloren. Die Lösung liegt nicht in der Abschaffung des Verbrennerverbots 2035, sondern in erschwinglichen E-Autos und neuen Strategien.
Nicht Technik, sondern Systemmängel bremsen den Fortschritt beim autonomen Fahren. Statt kleiner Einzelprojekte braucht es nationale Modellregionen mit echter Systemwirkung. Das belegen auch die Ergebnisse einer bundesweiten Studie der TUM München zu 59 autonomen ÖPNV-Projekten.
Luftfracht ist kein Randsegment der Logistik, sondern eine Wachstumsbranche. Deutschland hat sich von dieser Dynamik zunehmend entkoppelt. Die strukturellen Nachteile des Standorts sind dabei hausgemacht. „Airfreight made in Germany“ wird nur dann planbar, resilient und global gefragt bleiben, wenn politische Entscheidungen das gesamte Logistiksystem im Blick behalten.
Durch die geplante Reform der Pendlerpauschale würde noch mehr Geld in einen Steuermechanismus fließen, der hohe Einkommen begünstigt. Fairer wäre es, die Systematik zu ändern und niedrige Einkommen stärker zu entlasten. Mit einem Mobilitätsgeld wäre dies ohne zusätzliche Haushaltsmittel möglich.
Batterieelektrische Lkw überzeugen wirtschaftlich und technisch, werden aber durch Netzengpässe ausgebremst. Logistikdepots könnten als flexible Energiespeicher die Dekarbonisierung vorantreiben und gleichzeitig das Stromnetz stabilisieren.
Die Reform von StVG und StVO bringt Verbesserungen, bleibt jedoch hinter den Erfordernissen für Verkehrssicherheit und Klimaschutz zurück und ist kein versprochener Paradigmenwechsel. Etwa die Vision Zero fehlt als verbindliches Ziel oder Tempo-30-Regelungen bleiben lückenhaft.
Das Deutschlandticket erhält Planungssicherheit bis 2030. Die langfristige Perspektive führt bereits zu steigenden Verkaufszahlen beim Deutschlandticket Job, das besonders für die 35 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten attraktiv werden soll. Der Einstieg könnte im Rahmen von Tarifverträgen und im Kontext von Mobilitätsbudgets geschehen.
Die Verkehrswende braucht Rückenwind – keinen Gegenwind. Doch genau der droht dem Schienenpersonennahverkehr, wenn die Trassenpreise weiter steigen. Was für viele nach einem technischen Detail klingt, ist ein zentraler Hebel für die Zukunft des Nahverkehrs in unserem Verbundraum und ganz Deutschland.
Deutschland beschließt seit Jahren ein Planungsbeschleunigungsgesetz nach dem anderen – und doch wird kaum etwas schneller gebaut. Statt neuer Paragrafen braucht es klare Prioritäten, solide Finanzierung, digitale Standards und echten politischen Willen.
Wenn Deutschland im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig bleiben will, sind regulatorische Rahmenbedingungen gefragt, die Produktivität und Innovationskraft freisetzen. Der Reformprozess sollte nicht beim Personenbeförderungsgesetz enden. Ein Plädoyer für moderne Regulierung im Sinne von Effizienz, Innovation und städtischem Nutzen.
Die Zulassung von Zügen des umstrittenen chinesischen Herstellers CRRC bei der österreichischen Westbahn hat Kritik von Arbeitnehmervertretern und Bahnindustrie hervorgerufen. Seit gestern darf der Konzern die Züge erstmals im regulären Betrieb einsetzen. Dies könnte einen Wendepunkt für die Bahnindustrie in Europa bedeuten.
Die Fahrradbranche steckt in einer Krise der Ideen. Zwischen übervollen Lagern, verpassten Chancen und Variationen des Immergleichen hat sie vergessen, was sie einst angetrieben hat: Innovation. Die Zukunft des Fahrrads entscheidet sich nicht auf der Eurobike – sie entsteht in den Köpfen derer, die das Fahrrad neu denken.
Seit Beginn des Jahres 2025 müssen Fluggesellschaften im Rahmen des Europäischen Emissionshandels (EU-ETS 1) die von ihnen verursachten klimaschädlichen Nicht-CO2-Effekte je Einzelflug erfassen und berichten. Im nächsten Schritt müssen diese aber auch vermieden werden – und zwar nicht nur auf europäischer Ebene, sondern global.
Schleusen, Wehre und Brücken verfallen, die Finanzierungslücke wächst. Wenn der Bund jetzt nicht handelt, droht der Kollaps der Wasserstraße und damit einer kritischen Infrastruktur. Das Vorurteil, die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung könne ihre Mittel nicht verbauen, ist längst nicht mehr richtig. Sie kann liefern – wenn man sie lässt.
Gerade hat die Verkehrsministerkonferenz die Finanzierung des Deutschlandtickets bis 2030 gesichert. Zeit, das Konzept auf alle regionalen Nahverkehrstarife zu übertragen und das System durchgreifend zu vereinfachen. Das wäre sowohl im Sinne der Bürger:innen als auch im Sinne der Nachhaltigkeitsziele.
Vor 25 Jahren haben sich die Wettbewerbsbahnen im Schienengüterverkehr zu einem Verband zusammengeschlossen. Diskriminierung durch den Staatskonzern DB war der Anlass. Durch Wachstum ihres Anteils und Wachstum des gesamten Schienengüterverkehrs zeigt die Branche, dass Markt, Kundenorientierung und Innovation auf der Schiene funktionieren. Nun stehen die nächsten Schritte an.
LNG gilt als Brückentechnologie der maritimen Energiewende – doch kann der fossile Kraftstoff die Branche wirklich auf dem Pfad zur Klimaneutralität leiten? Oder droht er, die Transformation auszubremsen?
Die französische Hauptstadt hat die Olympischen Spiele 2024 für einen verkehrspolitischen Strukturwandel genutzt, den viele Metropolen Europas bislang nur anstreben. Auch in München könnte dies gelingen – wenn die Stadt das Sportereignis als Katalysator betrachtet. Am kommenden Sonntag wird über die Olympia-Bewerbung abgestimmt.
Trotz wachsender E-Auto-Zulassungen bleibt der Hochlauf der Elektromobilität in Deutschland hinter den Erwartungen zurück. Plug-in-Hybride könnten eine realistische Brückenlösung sein, doch regulatorische Verschärfungen drohen ihren Marktanteil zu gefährden.
Bis 2024 konzentrierte sich das Straßenverkehrsrecht fast ausschließlich auf die Verkehrssicherheit und den Verkehrsfluss, ohne andere öffentliche Interessen zu berücksichtigen. Die Reform erweitert nun die Möglichkeiten, auch Umwelt-, Gesundheits- und Stadtentwicklungsaspekte einzubeziehen und stärkt die Mitwirkung der Kommunen. Diese Neuerungen stehen im Einklang mit dem Grundgesetz und beseitigen damit bisherige verfassungsrechtliche Defizite.
Täglich sterben in Deutschland Menschen im Straßenverkehr – oft durch Unachtsamkeit, wie beim tragischen Tod der Schauspielerin Wanda Perdelwitz. Dabei schreibt Paragraf 1 der Straßenverkehrsordnung klare Grundregeln vor: ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht. Doch solange diese Prinzipien im Alltag ignoriert werden, bleibt Sicherheit auf unseren Straßen ein unerfülltes Versprechen.
On-Demand-Shuttles gelten als Mobilitätslösung für den ländlichen Raum jenseits des Autos. Doch das ist ein Trugschluss: Aus Einzelfahrten und Pilotprojekten im ÖPNV wird kein Netz. Wer den ländlichen Raum substanziell stärken möchte, muss auf Reaktivierungen von Bahnstrecken setzen. Ansonsten bleibt das Auto dort der Normalfall.
Fahrraddiebstähle verursachen jährlich Schäden in Millionenhöhe. Die Aufklärungsquote ist gering, organisierte Kriminalität wird unterschätzt. Christian Matzdorf zeigt auf, wie sich das ändern ließe.
Die Bundesregierung plant die Einführung eines digitalen Führerscheins. Darin steckt Potenzial für mehr Verkehrssicherheit. Doch gebraucht wird eine europäische Lösung und einheitliche Schnittstellen, damit die Digitalisierung Fortschritte bietet.
In London wird nächste Woche über die finale Verabschiedung der globalen IMO-Maßnahmen zur Dekarbonisierung der Schifffahrt entschieden. Doch das Net-Zero Framework der internationalen Seeschifffahrtsorganisation weist deutliche Lücken auf. Damit die Emissionen tatsächlich sinken, soll die EU an ihrem strengeren Regelungsrahmen festhalten – und ihn gezielt weiterentwickeln.
In Europa sterben jährlich Hunderttausende an den Folgen von Luftverschmutzung – verursacht vor allem durch Straßenverkehr. Feinstaub, Stickoxide und Klimafolgen belasten Gesundheitssysteme und die Volkswirtschaft. Ärzteverbände warnen vor einer Abschwächung des Verbrenner-Aus. Die Diskussion beim Gipfel könnte zur gesundheitspolitischen Weichenstellung werden.
Die Deutsche Bahn wird besser, wenn sie ihr stärkstes Asset erkennt und stärkt: die Menschen im Betrieb. Die Sofortprogramme der Agenda des Bundesverkehrsministers klingen richtig, aber ihren Zielen fehlt Verbindlichkeit.
Mobilität ist Freiheit. Für viele Menschen bedeutet sie die Möglichkeit, selbstbestimmt zu entscheiden, wann und wie sie am Leben teilhaben – sei es beim Weg zur Arbeit oder beim spontanen Treffen mit Freundinnen und Freunden. Für Menschen mit Behinderung bedeutet Mobilität jedoch noch immer zu oft: Abhängigkeit, ständige Planung und die Frage, ob man überhaupt ans Ziel kommt.
Die europäische Mobilitätspolitik befindet sich in einer entscheidenden Phase: Während China die Wasserstoff- und Elektromobilität rasant ausbaut und bis 2035 allein eine Million Wasserstofffahrzeuge auf die Straße bringen möchte, geht der Wandel in Deutschland und Europa langsamer voran. Es braucht eine kombinierte Strategie aus Batterie- und Wasserstoffantrieben, um Europas Klimaziele zu erreichen und eine führende Rolle in diesen Zukunftsmärkten einzunehmen.
Die Klimaschutzlücke im Verkehr ist riesig. Und jetzt machen sich Politiker und Autoindustrie auch noch daran, die ersten Fortschritte bei der Antriebswende zu torpedieren. Plug-in-Hybride und Biokraftstoffe sind Verbraucher:innentäuschung und klimaschädlich. Außerdem führen sie zu mehr Bürokratie – anders, als es die Bundesregierung versprochen hat.
Mit der Änderung des Straßenverkehrsgesetzes hat sich die Bundesregierung auf den Weg zu einem effizienteren und gerechteren Parkraummanagement gemacht. Doch der aktuelle Gesetzentwurf geht nicht weit genug, er sollte digitale Parkkontrollen ohne Personal vor Ort ermöglichen.
Die deutsche Verkehrspolitik steht vor einer Mammutaufgabe: Marode Straßen, verspätete Züge, tausende sanierungsbedürftige Brücken. Klar ist: Neue Schulden allein sind nicht die Lösung – das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaschutz muss wirken. Doch die aktuelle Debatte zeigt: Es geht auch um Tempo, Vertrauen und die Handlungsfähigkeit der Politik.