Deutschland und Europa dürfen beim autonomen Fahren das Rennen gegen die USA und China nicht verlieren. Die Lösung: ein offenes, interoperables System, das durch gemeinsame Schnittstellen und Prozesse eine nahtlose Einbindung autonomer Fahrzeuge unterschiedlicher Hersteller und Fahrzeugtypen ermöglicht.
Die Automobilbranche ist auf robuste Open-Source-Software angewiesen. Doch um Entwicklung und Pflege kümmern sich oft Ehrenamtliche und unzureichend finanzierte Betreuerteams. Ein EU-weiter Sovereign Tech Fund könnte hier Abhilfe schaffen.
Der Haushaltsentwurf für dieses Jahr setzt richtige Schwerpunkte bei Erhalt und Schiene, doch viele vermeintliche Mehrausgaben sind lediglich Umschichtungen. Die Finanzierung bleibt strukturell fragil, denn Sondervermögen ersetzen keine langfristige Planung – insbesondere für die Schiene.
Der Boom bei großen Batteriespeichern macht bidirektional ladende E-Autos keineswegs überflüssig. Aus volkswirtschaftlicher Perspektive sind sie als Speicher konkurrenzlos günstig. Die Batteriekapazität eines Mittelklassefahrzeugs reicht aus, um den Stromverbrauch eines Zwei-Personen-Haushalts für eine Woche zu decken. Doch dazu braucht es Gleichbehandlung bei der Regulierung.
Das Deutschlandticket war ein verkehrspolitischer Durchbruch: einfach, günstig, verständlich – und für viele der Einstieg in den ÖPNV. Doch der Erfolg gerät in Gefahr, solange Bund und Länder um Preis und Finanzierung streiten. Fünf Ansätze für einen intelligenteren Einheitsfahrschein.
Am Montag verkündete die Deutsche Bahn eine Verbindung von Prag nach Kopenhagen über Berlin ab 2026. Eine Ausnahme. Zu oft liegt der Fokus auf Fernverkehrsverbindungen in Richtung Westeuropa. Tschechien und Polen sind für viele Deutsche unbekanntes Terrain. Dazwischen liegt Sachsen – der Freistaat ist für den gesamten mittel- und osteuropäischen Raum ein wichtiges Schienendrehkreuz nach Nord- und Westeuropa.
In Dänemark ging kürzlich die weltweit größte Anlage zu Produktion von grünem Methanol in Betrieb. Auch in Deutschland wäre bei Power-to-X noch mehr möglich, wenn die Politik Entschlossenheit zeigen würde. Helfen könnte etwa einen Strompreisezonensplit.
Die Trassenpreise belasten die Schiene stark. Es braucht deshalb eine Reform und mehr Förderung. Ohne Maßnahmen drohen Angebotskürzungen und Verlagerungen des Güterverkehrs von der Schiene auf die Straße.
Die Bundesregierung will mit steuerlichen Anreizen den Markthochlauf der Elektromobilität fördern. Dafür verändert sie die Dienstwagenbesteuerung sowie Abschreibungsregeln für E-Autos. Beide Instrumente könnten zu mehr Klimaschutz im Verkehr beitragen. Die geplanten Änderungen nutzen dieses Potenzial jedoch nicht und sind viel teurer als nötig. Wirksame Förderpolitik geht anders, wie zahlreiche Beispiele aus unseren Nachbarländern zeigen.
Der „Modernisierungspakt“ für den ÖPNV zählt zu den zentralen Aufgaben der Bundesregierung. Er wird darüber entscheiden, ob das Deutschlandticket dauerhaft durch ein freiwilliges Deutschlandangebot für den ÖPNV ergänzt wird. Die hierfür notwendige öffentliche Co-Finanzierung von Bund, Ländern und Kommunen erfordert eine Reform der bestehenden Strukturen. Nur wenn es gelingt, mehr Transparenz zu schaffen, können zusätzliche Mittel für den ÖPNV erschlossen werden.
Der EU Space Act legt Mindestanforderungen für Weltraumaktivitäten fest, die vor allem auf den Schutz vor den Gefahren durch Weltraumschrott, Cyberrisiken und eine nachhaltige Nutzung des Weltraums zielen. Doch dichte Detailvorgaben, komplexe Regelungen und ein Gemisch aus Zuständigkeiten der EU und nationaler Stellen sorgen für Fragen bei Weltraumakteuren, insbesondere bei kleinen Unternehmen und Start-Ups.
Das neue europäische Emissionshandelssystem für Gebäude und Verkehr (ETS 2) steht politisch unter Druck. Eine Verschiebung oder Verwässerung würde dringend benötigte Milliardeninvestitionen ausbremsen – und die europäische Klimapolitik destabilisieren. Ein ausgewogener Kompromiss mit vorgezogenen Einnahmen (Frontloading) könnte genau das verhindern.
Immer mehr Menschen setzen im Alltag auf das Pedelec. Möglich macht das ein liberaler Rechtsrahmen, der die Nutzung wie bei herkömmlichen Fahrrädern erlaubt. Doch neue Fahrzeugtypen mit mehr Leistung und höherem Gewicht drohen diesen rechtlichen Schutzraum auszuhöhlen. Warum Europa jetzt ein differenziertes, einheitliches Regelwerk für leichte E-Fahrzeuge braucht.
Verschiedene europäische Rechtsnormen verpflichten Automobilunternehmen dazu, die Emissionen ihres Stromverbrauchs zu erfassen. Allerdings sind die Vorgaben dafür bisher uneinheitlich – mal zählt etwa der nationale Strommix, mal der europäische. Warum die EU eine einheitliche und zuverlässige Methode zur CO2-Bilanzierung im Industriesektor entwickeln und wie diese aussehen sollte.
Deutschlands Straßen bröckeln – und mit ihnen das Vertrauen in die öffentliche Hand. Über ein Sondervermögen stehen nun viele Milliarden Euro in Aussicht, um Infrastruktur und Klimaschutz voranzubringen. Doch die zentrale Frage lautet: Wird das Geld wirklich zukunftsfähig eingesetzt – oder zementieren wir nur den Status quo?
Deutschland braucht einen übergreifenden und langfristig angelegten Transformationsplan von Automobilwirtschaft, Politik, Energiewirtschaft und Kommunen. Nur so wird der Umstieg auf Elektromobilität in der Breite attraktiv und planbar. Vorbilder könnten Frankreich und Norwegen sein.
Die neue Bundesregierung hat steuerliche Anreize für die Elektromobilität geschaffen – doch verbindliche Zielvorgaben oder klare ordnungspolitische Leitplanken fehlen bislang. Ohne Koordinaten bleibt unklar, wohin die Verkehrswende steuert. Ein Zwischenruf aus Sicht der Praxis.
Das Deutschlandticket steht zwei Wochen vor der nächsten Sonder-Verkehrsministerkonferenz erneut zur Debatte. Dabei ist das Ticket ein Symbol für moderne, soziale und klimafreundliche Mobilität – und für gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land. Dieses Erfolgsmodell darf nicht aufs Spiel gesetzt werden.
Die Verkehrswende kommt nicht in Gang – trotz neuer Angebote, trotz groß angelegter Werbekampagnen. Warum fällt es Menschen so schwer, vom eigenen Auto auf Bus, Bahn, Fahrrad oder Sharing-Dienste umzusteigen? Die Antwort liegt nicht allein im Angebot, sondern vor allem in der Kommunikation.
Die heute in Danzig startende Velo-City 2025 stellt die Bedeutung des Radfahrens für gesellschaftlichen Wandel, Klimaschutz und wirtschaftliche Entwicklung in den Mittelpunkt. Das Fahrrad ist ein Instrument für soziale Gerechtigkeit und Resilienz, was auch die Politik mehr fördern sollte.
Jährlich scheiden bei Bus und Straßenbahn rund 6000 Fahrpersonal-Beschäftigte altersbedingt aus. Ohne gezielte Maßnahmen drohen Angebotskürzungen und ein Rückgang der Verlässlichkeit. Eine neue Umfrage des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen liefert einen klaren Handlungsauftrag.
Das Fahrrad ist für viele junge Menschen ein wichtiges Verkehrsmittel. Es schafft Unabhängigkeit, ist bezahlbar und klimafreundlich. Für eine zukunftsfähige Mobilitätspolitik braucht es eine konsequente Radverkehrsförderung und -planung, in die junge Menschen stärker einbezogen werden.
In Europa ebbt die Debatte um das „Verbrennerverbot“ langsam ab – doch in den USA droht nun ein Rückschritt: Ausgerechnet Kalifornien, einst Vorreiter der Umweltpolitik, wird Ziel politischer Angriffe. Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus bringt das Ende der E-Auto-Förderung – und eröffnet eine neue Front im globalen Mobilitätswettlauf.
Die neue Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche will Innovationen stärker fördern. Für Technologie-Start-ups ist das ein gutes Zeichen. Denn sie müssen hierzulande das berüchtigte „Death Valley der Innovation“ überwinden.
E-Mobilität soll nicht länger ein Privileg für wohlhabende Haushalte sein: Die Bundesregierung plant ein Social-Leasing-Modell. So begrüßenswert der Gedanke ist, die Förderung bleibt hinter effizienteren Alternativen zurück. Um den heutigen Herausforderungen gerecht werden zu können, braucht es mehr als neue Autos für neue Käufergruppen.
Eine reine Elektrifizierung der Pkw greift auf dem Land zu kurz. Nur wenn die Abhängigkeit vom eigenen Auto verringert wird, lassen sich soziale und wirtschaftliche Teilhabe stärken, Erreichbarkeit sichern und Mobilität für alle bezahlbar gestalten.
Jahrelang haben Autobauer und der Herstellerverband Acea ein regelrechtes Anti-Recycling-Kartell betrieben. Es wird zu einem Zeitpunkt bekannt, zu dem in Brüssel die gesetzlichen Regelungen für Hersteller neu ausgestaltet werden. Es zeigt sich einmal mehr, dass die neue Verordnung ein robustes System der erweiterten Herstellerverantwortung und Transparenz sicherstellen muss.
Der Maßnahmenkatalog des neuen Koalitionsvertrags zur Planungsbeschleunigung verspricht viele Verbesserungen. Er wird jedoch nur sein volles Potenzial entfalten, wenn wir uns gleichzeitig von einigen etablierten Denkmustern und Verfahrensabläufen verabschieden: digitalisierte Verfahren und Ermöglichungskultur statt Verhinderungsdenken.
Die Sicherheitsteams NRW waren im vergangenen Jahr 41.000 Stunden im Einsatz für die Sicherheit der Menschen in den Regionalverkehrszügen an Rhein und Ruhr. Sie unterstützen das Fahr- und Begleitpersonal und sorgen so dafür, dass Reisende jederzeit sicher und komfortabel von A nach B kommen.
Selbst wenn wir davon ausgehen, dass bis 2035 ein Viertel der weltweiten Fahrzeugflotte elektrisch betrieben wird und der Strom dafür vollständig erneuerbar ist, bleibt der Bedarf an Energie in Molekülform enorm. Eine Studie des Entwicklungsdienstleisters IAV, die heute auf dem Wiener Motoren-Symposium vorgestellt wird, vergleicht grünen Wasserstoff, Ammoniak und Methanol.
Zum Amtsantritt von Verkehrsminister Patrick Schnieder wird darüber spekuliert, welche Köpfe an der Spitze der Deutschen Bahn ausgetauscht werden müssen. Es bedarf aber einer tieferen Analyse, damit sich die Schiene – und nicht nur die DB – aus dem Schlamassel herausarbeiten und endlich richtig wachsen kann. Die bisherige Steuerung durch den Bund ist mangelhaft.
E-Scooter sind ein fester Bestandteil der Mobilitätslandschaft. Bei der Mitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln ziehen Verkehrsbetriebe zunehmend die Notbremse und verbieten deren Mitnahme in Bus und Bahn. Dabei kann eine überarbeitete Norm die Sicherheit von Lithium-Ionen-Batterien weiter erhöhen und den Individualverkehr stärken.
Die Reform der Straßenverkehrsordnung (StVO) polarisiert. Manchen Kommunen geht es gar nicht primär darum, Straßen sicherer zu machen. Sie wollen lieber möglichst wenige „Verbote“ für den Kfz-Verkehr. Die CDU will pauschal alle Tempo-30-Beschränkungen auch vor sensiblen Einrichtungen zurücknehmen. Dabei ist die StVO Bundesrecht.
1000 Drohnen im Monat – das klingt nach Tatkraft. Doch Europas Verteidigung wird nicht auf Montagebändern entschieden. Wer Tempo fordert, muss auch Systemintegration, Softwarebeherrschung und digitale Führungsfähigkeit liefern. Sonst bleibt der Drohnenwall eine politische Behauptung ohne operative Substanz.
Fast zwei Drittel der Schweren Seltenen Erden auf dem globalen Markt kommen aus Myanmar. Es lohnt sich also, dort auf eine Verbesserung der Standards hinzuwirken – im allgemeinen Interesse: Wo die Arbeitsbedingungen stimmen, sinkt das Risiko einer Exportunterbrechung.
Der aktuell geltende Bundesverkehrswegeplan 2030 läuft bald aus und muss durch einen neuen Bundesverkehrswege- und Mobilitätsplan 2040 abgelöst werden. Stattdessen hält die kommende Bundesregierung am bestehenden Plan und seiner nachweislich überholten Methodik fest. Die Konzeption wird den Herausforderungen unserer Zeit jedoch nicht gerecht. Ein neuer Mobilitätsplan muss daher die Unzulänglichkeiten seines Vorgängers vermeiden.
Die Effizienzgewinne durch Digitalisierung im Verkehr sind enorm – mit Blick auf Emissionen, Fahrzeuge und Verwaltungsaufwand. Innovation durch Forschung ist ein Schwerpunkt der EU-Förderpolitik. Das Augenmerk liegt dabei insbesondere auf der KI, wo noch Potenzial brachliegt.
Bahnpolitik wird für die kommende Bundesregierung eine Herausforderung. Auch in Fachkreisen gehen die Meinungen auseinander. Mit Blick auf Angebotsqualität und Klimaneutralität zeichnen sich jedoch drei zentrale Stoßrichtungen ab: eine verlässliche Finanzierung für das Schienennetz, eine Eigentümerstrategie für die Deutsche Bahn AG und eine Bundesverkehrswegeplanung, die am Klimaschutz ausgerichtet ist.
Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Mobilitätswende sind für viele Menschen nur Schlagworte – und passen angeblich nicht zum Betrieb oder zum Bau von Autobahnen. Ökologische Mobilität ist möglich, wenn man Innovationen Raum gibt und Neues wagt. Die österreichische Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft (ASFINAG) geht erste Schritte in diese Richtung.
Deutschland braucht Tempo – im Interesse seiner Wirtschaft und dem Erreichen der Klimaziele sowie zur Wahrung seiner Sicherheit. Die Modernisierung der essenziellen Infrastruktur ist daher zentral. Die 500 Milliarden Euro Sondervermögen allein werden nicht reichen. Es gibt erprobte Methoden, mit denen die Verwaltung wichtige Projekte deutlich schneller realisieren kann.
Die Verhandlungen bei der Internationalen Schifffahrtsorganisation (IMO) diese Woche in London könnten richtungsweisende Entscheidungen für den E-Fuels-Markt bringen. Die EU sollte auf eine ambitionierte Umsetzung mit klaren Standards und robusten CO2-Vorgaben drängen, um einen globalen Schub für Produktion und Einsatz von grünem Wasserstoff auszulösen.
Neue Straßenbahn- oder U-Bahn-Projekte ließen sich viel schneller und günstiger umsetzen, wenn Kommunalpolitiker:innen sie eigenständig planen, finanzieren und genehmigen könnten. Länder, die sich stark auf die föderale Ebene verlassen, können viel von französischen Städten oder Madrid lernen.
Die Klimakrise macht sich immer mehr bemerkbar, auch bei uns: Dürre im März, Überschwemmungen, Hitzewarnungen. Insbesondere im Verkehrsbereich geht der Klimaschutz nicht voran – im Gegenteil wird die Lücke immer größer. Daran etwas zu ändern, nimmt sich die nächste Koalition jedenfalls nicht vor. Frisch mit Geld aus dem Sondervermögen ausgestattet, wollen Union und SPD vielmehr zurück in die Vergangenheit und weiter Autobahnen neu bauen. Das ist ein schwerer Fehler.
Es ist zu begrüßen, dass die neue Bundesregierung Deutschland zum Leitmarkt für autonomes Fahren machen und gemeinsam mit den Ländern Modellregionen entwickeln und mitfinanzieren will. Die Überführung der Entwicklung eines europäischen Gesamtsystems in ein sogenanntes IPCEI-Projekt könnte den Markthochlauf hierzulande ankurbeln.
Aus rechtlicher Perspektive ist der Weg von den kreditfinanzierten 500 Milliarden Euro im Sondervermögen zu einem leistungsfähigeren Schienennetz noch weit. Hilfreich ist ein Blick nach Österreich und in die Schweiz, weil sie mit ihren Rahmenbedingungen für die Eisenbahninfrastruktur einen erkennbar erfolgreicheren Weg eingeschlagen haben.
Alle Welt fährt Auto. In Deutschland wird über Sinn und Unsinn gestritten. Das Auto ist wichtig, gesellschaftsprägend, vermutlich auch identitätsstiftend und dennoch Problem Nummer eins für Umwelt und Natur und letztlich auch für die Menschen selbst. Das Auto scheint ein unverrückbarer Teil unserer Normalität zu sein, obwohl ihre Zahl aus umweltpolitischen Gründen deutlich reduziert werden müsste. Wie kann das gelingen?
Das Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaschutz ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Notwendig sind insbesondere massive Investitionen in den ÖPNV, die Bahn sowie Fahrrad- und Fußverkehr. Erfolge müssen schnell sichtbar werden. Dafür müssen sich die Strukturen ändern.
Die EU-Batterieverordnung ist seit einem Jahr in Kraft. Sie setzt den Rahmen, doch sie allein reicht nicht aus. Europa verfügt noch nicht über ausreichende Recyclingkapazitäten. Es fehlt an Recyclingunternehmen und Kapazität für die Vorbehandlung. Und ohne eine funktionierende Lieferkette für Sekundärmaterialien und wirtschaftliche Anreize für die Nutzung recycelter Rohstoffe droht die Kreislaufwirtschaft ins Stocken zu geraten.
Mit geteilter, vollautonomer Mobilität „made in Germany“ können nicht nur städtische Verkehrsprobleme gelöst, sondern auch technologische Souveränität gesichert und neue wirtschaftliche Potenziale erschlossen werden. Jetzt ist der Moment, Deutschlands Chance als Innovationsführer auf diesem Gebiet durch eine strategische, auf Europa fokussierte Industriepolitik zu stärken.
Die deutsche Wirtschaft erstickt an überbordender Bürokratie. 146 Milliarden Euro ziehen Gesetze, Verordnungen, Papierformulare, Berichtspflichten und endlos lange Antragsverfahren den Unternehmen Jahr für Jahr aus der Tasche, so eine aktuelle Studie des Ifo-Instituts. Die neue Bundesregierung muss Tempo machen und die unsinnigen Hürden beim Ausbau der Ladeinfrastruktur aus dem Weg räumen.
Nach wie vor ist die Finanzierung des Deutschlandtickets über das Jahresende hinaus offen. Gleichzeitig tritt ab 2027 der ETS-2 in Kraft. Die damit erzielten Einnahmen könnte der Bund teilweise in den Abofahrschein stecken – und so insbesondere einkommensschwache Bürgerinnen und Bürger entlasten.
Fast jeder geht, doch kaum jemand spricht darüber – der Fußverkehr ist oft ein stiefmütterlich behandeltes Thema. Der 5. Deutsche Fußverkehrskongress (FUKO) in Rheinland-Pfalz beleuchtet, wie Innenstädte für Fußgänger attraktiver gestaltet werden können, um ihre Bedeutung als kulturelle und wirtschaftliche Zentren zu stärken.
Der EU-Aktionsplan für die Autoindustrie sieht ein „Joint Undertaking“ vor, wie es schon im Luftverkehrs- und Halbleiterbereich existiert. Dieses Instrument könnte eine stärkere inhaltliche Mitsprache und finanzielle Beteiligung der Mitgliedstaaten erfordern. Gleichzeitig würde es einen Impuls für die Weiterentwicklung des Automobils durch Software- und Hardwareinnovationen setzen – ein Schritt, der angesichts des Wettbewerbs mit China und den USA längst überfällig ist.
Migration war eines der Top-Themen im Bundestagswahlkampf. Dabei zeigt sich ein Widerspruch: Deutschland braucht dringend Fachkräfte aus dem Ausland, debattiert aber gleichzeitig über strengere Begrenzungen der Zuwanderung. Das lässt eine zentrale Frage unbeantwortet: Wie können Unternehmen gezielt internationale Fachkräfte anwerben, um den wirtschaftlichen Wohlstand langfristig zu sichern? Die Antwort: Sie müssen das Ruder in die Hand nehmen.
Nachhaltige Mobilität wird zunehmend zum Streitpunkt – vor allem, wenn es konkret wird. Politische Slogans wie „Berlin, lass dir das Auto nicht verbieten“ spiegeln den Konflikt wider, der droht, auch die Koalitionsverhandlungen zu bestimmen. Doch nachhaltige Mobilität kann auch als Chance für einen gesellschaftlichen Wandel verstanden werden.
Airbus stoppt das Programm für ein Wasserstoff-Flugzeug. Das Unternehmen hat es nur dazu genutzt, politische Entscheidungsträger abzulenken. Am Ende haben wir nämlich mehr fossile Flugzeuge am Himmel als je zuvor. Wir sind keinem Durchbruch näher gekommen, weder bei Wasserstoff-, Elektro- noch bei Hybridflugzeugen.
Kurier-Express-Post-Unternehmen stehen vor widersprüchlichen Anforderungen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Gleichzeitig zwingt die angespannte Finanzlage viele Betriebe zu vorsichtiger Planung. Während einige Unternehmen noch abwarten, reagieren andere bereits aktiv auf die Antriebswende. Daraus lassen sich Muster für zukunftsfähige Strategien ableiten.
Im Wahlkampf spielt die Mobilität der Zukunft kaum eine Rolle. Dabei wäre ein verkehrs- und bahnpolitisches Programm dringend notwendig. Die künftige Bundesregierung braucht einen Fahrplan Zukunft – mit klaren Zielen und einer Umsetzungsstrategie.
Eine vorzeitige Öffnung und Schwächung der CO2-Flottengrenzwerte für Pkw würde die Planungs- und Investitionssicherheit massiv gefährden. Das wäre vor dem Hintergrund des überfälligen Beitrags des Verkehrssektors zum Klimaschutz verheerend. Stattdessen müssten die Grenzwerte verschärft werden – wie in Großbritannien.
Mit dem Wort „Zerschlagung“ wollen die Gegner:innen von Reformen bei der Deutschen Bahn die Diskussion durch brachiale Rhetorik vergiften. Das jüngste Beispiel hat Kanzler Olaf Scholz geliefert. Die Argumente der Reformgegner:innen sind leicht zu widerlegen. Die Bahnbranche sollte lieber gemeinsam für Verbesserungen eintreten.
Wir benötigen einen gesellschaftlichen Konsens über die Zukunft der Mobilität – und dann schnelles, konsequentes und ganzheitliches Umsetzen. Dafür werden klare Prioritäten und ein Paradigmenwechsel in der Politik gebraucht. Fünf Punkte für Wachstum, Klimaschutz und Zusammenhalt.
Für Verkehrsunternehmen wird die Personalpolitik zur Schlüsselaufgabe. Angesichts zehntausender unbesetzter Stellen im Bus- und Bahnbereich sind Verkehrsunternehmen auf Angestellte aus dem Ausland angewiesen. Auch die Politik muss ihrer Verantwortung gerecht werden.
Die deutsche Automobilbranche steckt tief in der Krise. Viele der Probleme sind eine Folge des Glaubens an die eigene Unangreifbarkeit. Eine Selbsterneuerung in Betrieb und Kommunikation könnte echte Chancen für einen Ausweg bieten.
Im Jahr 1900 war nahezu jedes zweite Fahrzeug in den USA ein E-Auto. Wegen seines Komforts wurde es als „Frauenauto“ abgestempelt und verdrängt. Hätten Frauen in den vergangenen 100 Jahren eine prominentere Rolle in der Automobilindustrie gespielt, wäre das wohl anders gelaufen – zum Wohl der Umwelt.
Der Versuch, privatwirtschaftliche Geschäftsmodelle für öffentliche Verkehre zu etablieren, ist gescheitert. Ohne öffentliche Zuschüsse geht es nicht. Um das Mobilitätsangebot für alle zu verbessern, muss beides zusammenspielen, indem die Anbieter staatliche Gelder gegen Daten, Kundenzugänge und Algorithmen erhalten.
Die jüngste Studie zu Nachtzügen greift zu kurz. Sie unterschätzt deren Potenzial. Die darin getroffenen Annahmen weisen blinde Flecken auf. Wichtig ist nun vor allem, dass die Politik Maßnahmen umsetzt, um die steigende Nachfrage nach Nachtzug-Verbindungen zu decken.