Es war Bestandteil der Verhandlungen zum geplatzten Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetz und dürfte auch in der kommenden Legislaturperiode wieder gefordert werden: eine Steigerung der Medizinstudienplätze. Einige Landesregierungen kündigten zudem eigene Initiativen an – wenig zielführend sei das, schreiben der FDP-Politiker und Medizinprofessor Andrew Ullmann sowie der Studienvertreter Pascal Lemmer in ihrem Standpunkt.
Die Krankenhausreform, so sie denn kommt, muss von einer konsequenten Digitalisierung flankiert werden – andernfalls werde sie zum Nachteil der Patienten. Das schreibt Volker Hofmann, Manager Healthcare bei InterSystems. Außerdem nennt er Beispiele, wie Kliniken ihre Versorgungsleistungen auf verschiedene Weise mithilfe digitaler Prozesse ausweiten können.
Ein Vergleich der Medizintechnik- mit dem Bereich der Humanarzneimittel der Pharma-Branche auf der Grundlage der Zahlen der Bundesregierung aus der Gesundheitswirtschaftlichen Gesamtrechnung zeigt: Die MedTech-Branche steht für mehr als doppelt so viel Arbeitsplätze sowie mehr Produktionswert, Bruttowertschöpfung und Ausstrahleffekte auf andere Branchen. Der neuen Bundesregierung biete sich mit der Medizintechnik im Land eine große Chance, schreibt BVMed-Vorstandschef Mark Jalaß im Standpunkt.
Die Hilfsmittelversorgung sei nicht optimal, schreibt Detlef Möller, Aufsichtsratsvorsitzender von rehaVital, in seinem Standpunkt. Die Bürokratie bremse Sanitätshäuser aus. Einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach zufolge könnten jedoch 47 Prozent der Befragten dank Hilfsmitteln wie Bandagen oder Orthesen früher an ihren Arbeitsplatz zurückkehren.
Es sei „grob fahrlässig, wie wenig wir heute als Gesellschaft über die tatsächlichen Strukturen im Vertragsarztbereich wissen“, schreibt die Geschäftsführerin des Bundesverbands Medizinische Versorgungszentren (BMVZ), Susanne Müller, im Standpunkt. Was die mit Argwohn betrachteten MVZ-Verbünde betrifft, lägen alle nötigen Daten bereits vor. Sie müssten nur endlich vereinheitlicht und überregional vergleichbar gemacht werden.
Die Debatte um die Organspende adressiert grundlegende Fragen zu Leben und Tod. Doch mit Blick auf den eklatanten Organmangel ist es an der Zeit, Neuregelungen wie die Widerspruchslösung auf den Weg zu bringen. Die Frage nach der Organspende sollte künftig keine Ausnahme mehr darstellen, sondern regelhaft in das Kontinuum der Patientenversorgung integriert werden, fordert Stefan Schwartze, der Patientenbeauftragte der Regierung, im Standpunkt.
Die Pflegebranche sieht sich weiterhin mit einem wachsenden Fachkräftemangel und der Überlastung der Pflegenden konfrontiert. Entlastung könnten digitale Pflegeanwendungen bieten, die ab Januar offiziell starten sollen. Nur: Bislang gibt es keine einzige zertifizierte Anwendung auf dem Markt. Warum das so ist und wie DiPA die Pflege nachhaltig entlasten können, beleuchtet Arun Ananth, Geschäftsführer des deutschen Pflegehilfswerks, im Standpunkt.
Die US-Präsidentschaftswahl entscheidet nicht nur über die Frauenrechte in den USA – sie könnte die Entwicklungszusammenarbeit und das System der globalen Gesundheit insgesamt kollabieren lassen. Davor warnt Angela Bähr von der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung im Standpunkt und fordert auch die Bundesregierung zum Handeln auf.
Das geplante Apotheken-Reformgesetz (ApoRG) wird die ohnehin angeschlagene Gesundheitsversorgung aus Sicht der Apothekerverbände zusätzlich schwächen – zumindest in seiner aktuellen Fassung. Welche konkreten Folgen könnte die Reform haben und was sollten Apotheken jetzt tun? Mark Böhm, Vorstandschef der Unternehmensgruppe NOVENTI, sieht im Standpunkt für ihre Betreiber eine klare Chance, sich mithilfe von Software zu modernisieren und zukunftssicher aufzustellen – auch unabhängig vom ApoRG.
Der EU Data Act gewährt Gesundheitseinrichtungen einen besseren Zugang zu wichtigen Daten entlang der ganzen Lieferkette, schreibt Ammara Gafoor. Denn durch das europäische Gesetz müssen Hersteller ihre Produkte so gestalten, dass Daten einfach und transparent zugänglich sind. Gesundheitsdienstleiter haben verschiedene Möglichkeiten, diese Daten für die Lieferkettenoptimierung zu nutzen.
Niedergelasse Ärztinnen und Ärzte profitieren von einer jährlichen Honoraranhebung, über die Arbeitnehmende in Deutschland jubeln würden, schreibt Hans-Jürgen Müller, Vorstandsvorsitzender des IKK e.V. in seinem Gastbeitrag. Demgegenüber stünden aber weiterhin inakzeptable Probleme für Versicherte, Termine zu bekommen, vor allem auf dem Land. Es stelle sich damit die Frage, ob der Sicherstellungsauftrag noch hinreichend erfüllt werde.
Die Versorgungslage für Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland ist schlecht, schreibt Céline Feldmann, Vorsitzende der interkommissionellen Arbeitsgruppe Schwangerschaftsabbruch im Deutschen Juristinnenbund, im Standpunkt. Da das auch an der Kriminalisierung des Eingriffs läge, fordert ein zivilgesellschaftliches Bündnis eine Neuregelung des Schwangerschaftsabbruchs für mehr reproduktive Gerechtigkeit – und hat dafür einen Gesetzentwurf vorgelegt.
Eins von 30.000 Neugeborenen kommt ohne Schweißdrüsen zur Welt. Grund ist ein Gendefekt. Einem Pädiater aus Erlangen ist es gelungen, das fehlende Protein künstlich nachzubauen und Kinder schon im Mutterleib von ihrem Leid zu befreien. Doch an der klinischen Studie an der Uniklinik Erlangen dürfen schwangere Frauen aus Kenia nicht teilnehmen. Die Deutsche Botschaft verweigert ihnen das Visum – obwohl der Studiensponsor sämtliche Kosten trägt. Warum?
Der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) für sexuelle und reproduktive Gesundheit eröffnet das erste WomenX Collective-Zentrum in Berlin. Denn obwohl es in den vergangenen 50 Jahren große Entwicklungen in Sachen Frauengesundheit gegeben hat, stockt der Fortschritt mittlerweile.
Frauen spielen eine entscheidende Rolle bei der Erreichung der globalen Gesundheitsziele, etwa der Ausrottung von Polio oder HPV. Über ehrgeizige Ziele und warum Frauen im Zentrum von Impfprogrammen stehen müssen, haben Bundesentwicklungsministerin Svenja Schulze und Gavi-CEO Sania Nishtar im Standpunkt geschrieben.
Die Herausforderungen in der Patientensteuerung sind groß, schreibt Gerald Quitterer im Standpunkt. Dennoch könne sie die Effizienz und Qualität der Versorgung langfristig aufrechterhalten. Doch neben der gezielten Patientenlenkung sieht der Präsident der Bayerischen Landesärztekammer noch weitere Ansätze, um die zunehmende Versorgungslücke zu schließen.
Der demografische Wandel und der steigende Anteil älterer Menschen stellen sowohl Kranken- als auch Pflegekassen vor große Herausforderungen. Die Verhinderungspflege, die Unterstützung bietet, wenn die reguläre Pflegeperson vorübergehend ausfällt, wird zunehmend bedeutender, schreibt Lena Armbruster von IBM iX. Künstliche Intelligenz (KI) eröffnet hier vielversprechende Möglichkeiten, sowohl die Qualität der Pflege zu verbessern als auch finanzielle Entlastung zu schaffen.
Die Reform unseres Gesundheitssystems sei unumgänglich. Finanzierungsprobleme, Fachkräftemangel und die Zunahme von Krankheiten wie Krebs oder Demenz führten dazu, dass es immer häufiger an seine Grenzen stößt. Als Katalysator für mehr Effizienz könnten Technologie und Innovation dienen, schreibt Hans-Peter Bursig in seinem Standpunkt.
Das Bekenntnis zur Pflege als Heilberuf mit eigenen beruflichen Kompetenzen sei überfällig, schreibt Pflegedirektorin Andrea Schmidt-Rumposch. Doch über den Entwurf für das geplante Pflegekompetenzgesetz könne sie sich nur bedingt freuen. Irritierend sei der beabsichtigte zeitliche Horizont, mit der Umsetzung müsse es schneller gehen. Und es fehle an einer differenzierten Herangehensweise, denn Pflege sei nicht gleich Pflege.
Es ist beschlossen: Der Europäische Gesundheitsdatenraum (EHDS) wird kommen. Ein guter Schritt, findet Ulrike Volejnik von der Telekom MMS. Im besten Fall könne er den Grundstein für die verstärkte Nutzung von KI im Gesundheitswesen legen. Der Weg dahin ist allerdings noch lang.
Wir wissen nicht, wem unsere Arztpraxen gehören. Doch genau diese Information ist entscheidend, um die medizinische Qualität und die wirtschaftliche Stabilität der ambulanten Versorgung zu sichern. Michael Peters, Leiter des Bereichs Finanzsystem und Realwirtschaft bei der Bürgerbewegung Finanzwende, argumentiert für Transparenzverpflichtungen.
Über 7,9 Millionen Menschen mit schweren Behinderungen und 4,3 Millionen Menschen in ambulanter Pflege sind auf funktionierende, schnell zugängliche Hilfsmittel angewiesen. Doch veraltete Strukturen, bürokratische Hürden und ein Mangel an Fachkräften erschweren den Zugang zu lebensnotwendigen Hilfsmitteln und machen den Alltag für viele Betroffene zu einem Hindernislauf, kritisiert Christiana Hennemann, Geschäftsführerin von rehaKIND, im Standpunkt.
Schwangerschaftsabbruch raus aus dem Strafgesetzbuch: Mit dieser Forderung startet heute „Abtreibung legalisieren – jetzt!“, eine Kampagne von feministischen Organisationen und Aktivist:innen. Zwölf Wochen lang wollen sie die Ampelparteien unter Druck setzen, damit die Regierung die Empfehlung der Expert:innenkommission aus dem Frühjahr umsetzt und Abtreibung legalisiert. Leonie Weber und Karlotta Biechele präzisieren im Standpunkt die Forderungen.
Das Gesundheitswesen braucht eine echte Zeitenwende, in der tradierte Rollenbilder aufgelöst werden. Das fordert Pfizer-Expertin Christina Claußen. Sie plädiert für ein System, das sich in erster Linie an den Bedürfnissen der Patient:innen orientiert, und für mehr Patientenpartizipation. Denn erst die ermögliche gleichberechtigte Verantwortung und stärke die Legitimation gesundheitspolitischer Entscheidungen.
Antibiotika-Resistenzen sind weltweit eine Riesengefahr für die Menschen. Jasmin Behrends, Expertin bei der Organisation Ärzte ohne Grenzen, macht sich deshalb für eine UN-Deklaration mit klaren Ansagen stark. Insbesondere Länder mit mittlerem und geringem Einkommen müssten im Kampf gegen resistente Erreger stärker unterstützt werden, fordert sie.
Um auf dem Medizintechnikmarkt überleben zu können, müssen deutsche MedTech-Unternehmen zügig ihre Geschäftsmodelle weiterentwickeln. Davon ist Michael Marquardt, Partner der Unternehmensberatung Prof. Roll & Pastuch, überzeugt. Helfen könnten dabei digitale Assistenzsysteme und alternative Bezahlmodelle.
Kurz vor den Wahlen in Sachsen und Thüringen machen die Apotheken in beiden Bundesländern heute mit Kundgebungen in Dresden und Erfurt auf ihre Forderungen aufmerksam und protestieren gegen die Reformpläne von Karl Lauterbach. Diese gefährdeten die ambulante Versorgung schwerkranker Patienten, warnt Dr. Christian Wegner, Geschäftsführer des Jenaer Gesundheits- und Pharmazieunternehmens Medipolis, in seinem Standpunkt.
GKV-Versicherte reagieren angesichts von Inflation und der allgemeinen wirtschaftlichen Situation zunehmend preissensibel. Der Beitragssatz allein sei aber nicht ausschlaggebend, schreiben Andreas Klar und Henrik Sehnert von Boston Consulting Group in ihrem Standpunkt. Für die meisten stehe bei ihrer Krankenkasse die Qualität des Angebots im Vordergrund, betonen sie.
Zwar können wir Zukunftsszenarien mithilfe von Daten heute besser antizipieren als je zuvor. Unser Einfluss darauf, welches Szenario in welchem Umfang tatsächlich eintritt, ist dabei nicht zu unterschätzen. Das schreibt Urs Vögeli, der neue Vorsitzende der Geschäftsführung der Janssen-Cilag GmbH, einem Unternehmen von Johnson & Johnson. Das gelte insbesondere für unsere künftige Gesundheitsversorgung.
Fehlende Transparenz über das Versorgungsgeschehen verhindert Fortschritt in der psychiatrischen Versorgung, meint Dr. Mechtild Schmedders. Sie leitet beim Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung das Referat Krankenhauspersonal und Qualitätssicherung. In Ihrem Standpunkt plädiert Schmedders dafür, die strukturierte Datenerhebung zu forcieren. Dies sei Voraussetzung für eine echte Reform der stationären psychiatrischen Versorgung.
Es existieren Gerüchte über vermeintliche Engpässe für medizinisches Cannabis. Dabei liegen weder von offizieller Seite Meldungen dazu vor, noch spiegelt die aktuelle Marktlage dies wider. Diese Gerüchte sind umso besorgniserregender, als dass inzwischen einige Patient:innen öffentlich als „unecht“ diskreditiert werden, die angeblich diese „Engpässe“ verursachen sollen. Es ist Zeit für einen Faktencheck.
Sie soll die Versorgung verbessern und Prozesse vereinfachen. Aber als Patient*in zu steuern, wer sensible Informationen in der neuen elektronischen Patient*innenakte (ePA) sehen kann, ist viel zu kompliziert, schreibt Manuel Hofmann von der Deutschen Aidshilfe. Dabei ist Diskriminierung im Gesundheitswesen eine Realität, mit der verschiedene vulnerable Patient*innengruppen schon jetzt alltäglich konfrontiert sind.
Gilt der Satz des französischen Philosophen Joseph de Maistre, wonach jedes Volk die Regierung hat, die es verdient, auch für die Gesetze? Die aktuelle Unzufriedenheit in unserem Land über die Arbeit der regierenden Ampelkoalition hat ihre Ursache auch in den Entstehungsgeschichten von Heizungsgesetz über Kindergrundsicherung bis zur Krankenhausreform und ihren fachlichen, organisatorischen und kommunikativen Unzulänglichkeiten.
Seit Jahrzehnten dreht sich die Finanzierungsdebatte im Gesundheitswesen in einer Endlosschleife zwischen Mittelherkunft und Mittelverwendung, ohne das Problem einer nachhaltigen Finanzierung grundsätzlich zu lösen. Eine nachhaltige Finanzierung gelingt nur, wenn wir den Mittelbedarf in den Fokus nehmen.
Am 17. Juli soll die Apothekenreform vom Kabinett beschlossen werden und unter anderem den Weg für die Telepharmazie ebnen. Das hält der DocMorris-CEO Walter Hess für einen wichtigen Impuls. Denn: Die Zahl der Apotheken nimmt ab, und die Kapazitätsgrenzen bei der Bewältigung der Patientenbedürfnisse sind erreicht.
Deutschland könnte für AstraZeneca bei klinischen Studien bald wieder die Spitzenposition in Europa einnehmen, meint Cristian Massacesi, der globale Leiter der Medizin und Entwicklung in der Onkologie des Unternehmens. Das forschende Pharmaunternehmen steigert die Investitionen in die klinische Forschung hierzulande erheblich. Warum, erklärt er im Standpunkt.
Trotz großer Fortschritte bei der Bekämpfung der AIDS-Pandemie stirbt weiterhin jede Minute ein Mensch an AIDS; in dieser Woche allein werden sich wieder 4000 junge Frauen und Mädchen neu mit HIV infizieren. Christine Stegling, stellvertretende UNAIDS-Exekutivdirektorin, und Peter Wiessner, Aktionsbündnis gegen AIDS, schreiben im Vorfeld der Welt-AIDS-Konferenz in München, was weltweit getan werden muss, um AIDS zu beenden.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach will die nationale Notfallversorgung reformieren. Sein nun vorgelegter Referentenentwurf enthält gute Ansätze. Doch er beachtet viel zu wenig die Bedeutung einer strukturierten Patientensteuerung für ein modernes Notfallsystem.
Wenn schon Placebo, dann muss dies offen kommuniziert werden. In diesem Sinne interpretiert der HNO-Arzt Christian Lübbers die Forderung des Ärztetages, Homöopathie als Versicherungsleistung zu streichen. Keinesfalls könne es angehen, Patienten zu täuschen und den Eindruck einer etablierten und wirksamen medizinischen Versorgung hervorzurufen, wenn diese nicht gegeben sei. Genau dies geschehe aber über die Kostenerstattung von Homöopathie durch Krankenversicherer.
KI-basierte Gesundheitsanwendungen finden selten den Weg in die medizinische Regelversorgung, beklagt Wilhelm Stork, Direktor für eingebettete Systeme und Sensortechnik am FZI. Das liege unter anderem am schlechten Datenfluss. Deshalb fordert er ein neues Mindset und einen gestaltenden Datenschutz, der die Gesundheitsversorgung in Deutschland verbessere.
Mehr digitale Vernetzung und Datenaustausch in den öffentlichen Gesundheitssystemen über nationale Grenzen hinweg: Das fordern der IT-Experte Mesut Yavuz und der Facharzt für öffentliche Gesundheit, Nicolai Savaskan. Und sie drängen zur Eile. Durch den rasch fortschreitenden Klimawandel mit den damit einhergehenden Migrationsbewegungen nämlich ließen die nächsten Krankheitsausbrüche nicht auf sich warten.
Mit dem AMNOG-Verfahren und dem GKV-Finanzstabilisierungsgesetz sehen sich die forschenden Pharmaunternehmen mehreren Hemmschuhen ausgesetzt. Gleichzeitig lassen positive Anreize auf sich warten, schreibt Janssen-Deutschlandchef Andreas Gerber. Er wünscht sich ähnlichen Tatendrang wie bei der Vorbereitung der EM.
Die fortschreitende Digitalisierung verändert die Gesundheitsindustrie grundlegend. Dadurch eröffnen sich zahlreiche Chancen für neue, innovative Ansätze, die angesichts des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels dringend benötigt werden. Generative Künstliche Intelligenz kann dabei eine bedeutende Rolle spielen, denn sie hat das Potenzial, den Gesundheitssektor effizienter, wirkungsvoller und nutzerfreundlicher zu gestalten – so auch die digitale Therapiebegleitung.
Felix Leininger lebt mit einer transplantierten Niere. Dennoch machen die niedrigen Registrierungszahlen im neuen Organspenderegister und die ebenso mageren Spendenzahlen ihm Sorge. Auf eine Länderinitiative zur Widerspruchslösung setzt er wenig Hoffnung, er plädiert für einen verpflichtenden Eintrag ins Organspenderegister.
Laut einer neuen Studie generieren Impfprogramme für Erwachsene einen bis zu 19-fachen Nutzen im Vergleich zu ihrer ursprünglichen Investition, wenn die gesamte Bandbreite der Effekte berücksichtigt wird. Der Druck auf die Gesundheitssysteme könnte durch eine auf Prävention ausgerichtete Politik verringert werden.
Gestern wurde das Gesundheitsversorgungsstärkungsgesetz vom Kabinett verabschiedet. Nach der Abstimmung in den Ressorts ist im vorgeschlagenen Gesetzestext von den strukturell zukunftsweisenden, koordinierenden und Rechtskreis-übergreifenden Ansätzen nichts außer Leerstellen geblieben.
Impfungen retten Leben – und helfen auch der Wirtschaft durch niedrigeren Krankenstand. Dennoch sind die Impfraten in anderen Ländern, etwa beim Grippeschutz, weit höher. Aus der Sicht der Chefin von Pfizer Deutschland, Sabine Gilliam, liegt das weniger an Impfskepsis als den oft zu hohen Hürden im Alltag. Sie fordert daher ein niedrigschwelligeres Impfangebot über Apotheken. Die dort bereits möglichen Impfungen gegen Influenza und Covid-19 sollten auf alle Totimpfstoffe ausgeweitet werden.
AbbVie baut gerade ein hochmodernes Forschungs- und Entwicklungsgebäude. Rund ein Drittel der über 1000 Wissenschaftler:innen am Standort sollen dort ab 2027 an neuen Therapien arbeiten. In seinem Standpunkt spricht sich Martin Gastens trotz dieses Erfolges für stabile Rahmenbedingungen. Denn die gebe es nach wie vor nicht.
Zurzeit gleicht die Hilfsmittelversorgung einer Blackbox, meint Alf Reuter, Präsident des Bundesinnungsverbandes für Orthopädie-Technik (BIV-OT). Durch Intransparenz und Bürokratie wird das Potenzial, Pflegebedürftigkeit zu vermeiden, nicht ausgeschöpft.
Mit der Einführung der „ePa für alle“ im Januar 2025 wird ein wesentlicher Schritt zur Beschleunigung der Digitalisierung im Gesundheitswesen unternommen. Gleichzeitig ist der Bereich noch immer stark auf physische Daten angewiesen. Entscheidend für die digitale Transformation ist aus Sicht von Iron Mountain, in dieser Phase ein reibungsloses Zusammenspiel der physischen und digitalen Gesundheitsdaten zu ermöglichen und so die Grundlage für die vollständige Digitalisierung zu legen.
Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung und das auf Gesundheitsversorgung schließen sich keinesfalls aus, meint Johannes Danckert, Vorsitzender der Geschäftsführung bei Vivantes. Vielmehr gehe es darum, bereits vorhandene Möglichkeiten zur datenschutzkonformen Nutzung von Patientendaten auszuschöpfen. Denn davon gebe es zahlreiche.
Der Bundesgesundheitsminister möchte die Begutachtung der Pflegebedürftigen und ihre Einstufung für die Höhe der Versicherungsleistungen künftig in die Hände der Pflegedienste und Pflegeheime geben. Doch dieser Plan birgt viele Risiken und Nebenwirkungen. Er bedroht die Unabhängigkeit der Gutachten, er belastet die ohnehin oft unterbesetzten Pflegeeinrichtungen – und er schafft die Gefahr einer unwirtschaftlichen „Selbstbedienung“ zulasten Dritter, nämlich der Beitragszahler.
Um das Gesundheitssystem zu entlasten, sollte die eigenverantwortliche Selbstmedikation gefördert werden. Denn damit müssten Arztpraxen erheblich weniger Besuche von Patienten mit leichten Beschwerden bewältigen.
Das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz hat den Spielraum für Verhandlungslösungen im AMNOG massiv eingeschränkt. Besonders betroffen: Medikamente zur Behandlung chronischer Erkrankungen. Die im Medizinforschungsgesetz vorgeschlagene Möglichkeit, vertrauliche Erstattungsbeträge zu vereinbaren, behebt diesen Schaden nicht und sollte nicht im Gesetz verankert werden. Stattdessen brauche es vorrangig Korrekturen am GKV-FinStG, meint Jesper Wenzel Larsen, Geschäftsführer von Novo Nordisk Deutschland.
Modernisierung und Digitalisierung des Gesundheitswesens: Das sind die zentralen Ziele des Digitalgesetzes. Mark Böhm, Noventi-Vorstand Markt & IT, erläutert, warum Deutschland mit der verpflichtenden Einführung des E-Rezepts die Weichen für die Zukunft der Vor-Ort-Apotheken und das digitalisierte Gesundheitswesen gestellt hat.
Die Gesundheit von Eltern und pflegenden Angehörigen hat besonders unter der Coronapandemie gelitten. Doch trotz ihrer gesamtgesellschaftlichen Relevanz werde Sorgearbeit nach wie vor als private Angelegenheit gesehen, kritisiert Yvonne Bovermann. Sie appelliert an die Politik, Maßnahmen zu ergreifen, um diese Gruppe besser zu schützen und versorgen.
Deutschland leistet sich nach internationalen Maßstäben Bettenkapazitäten, die überdimensioniert sind. Die Kosten für den Rückbau und gar die Schließung von Krankenhauskapazitäten will aber niemand tragen. Boris Augurzky, Leiter „Gesundheit“ am RWI und Mitglied der Krankenhausregierungskommission, sowie Wolfram F. Richter, Finanzprofessor und Mitglied im Wissenschaftlichen BMF-Beirat, machen Vorschläge, auf welche Aufgabenverteilung sich Bund und Länder verständigen sollten.
Seit der Teil-Legalisierung von Cannabis verbreiten sich Mythen und Falschangaben zum Konsum der Droge und Verkehrssicherheit. Richtig ist: Kiffen am Steuer ist nicht legal. Der Rausch am Steuer bleibt nicht straffrei und die Erhöhung des Grenzwerts ist nicht unverantwortlich.
Die Digitalisierung des Gesundheitssystems muss darauf abzielen, konkrete Herausforderungen in Medizin und Pflege zu bewältigen und Fachkräftemangel und Kostendruck entgegenzuwirken. KI dient dabei nicht als Ersatz, sondern als Hilfsmittel für medizinisches Personal.
Das im März von der Gematik beschlossene Cardlink-Verfahren zur volldigitalen E-Rezept-Einlösung beschreibt Olaf Heinrich, CEO der One-Stop-Apotheke Redcare Pharmacy, als Meilenstein in der digitalen Transformation des deutschen Gesundheitssystems. Es bedeute nicht nur eine Erleichterung für Patientinnen und Patienten bei der E-Rezept-Einlösung, sondern stelle auch das im Gesetz verankerte Recht auf freie Apothekenwahl wieder her.
Bei der Einführung der elektronischen Patientenakte werde auf zentrale Funktionen verzichtet, um ein politisch gesetztes Datum halten zu können. Diesen Vorwurf erhob Sybille Steiner vom Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung gestern im Background-Interview. Der SPD-Abgeordnete und Digitalexperte Matthias Mieves möchte das nicht so stehen lassen. Im heutigen Standpunkt rechtfertigt er ein schrittweises Vorgehen, wirbt um gemeinsames Engagement – und warnt vor Digital-Verweigerung.
Mit der Computertomographie-Koronarangiographie steht gesetzlich versicherten Patienten mit Verdacht auf eine koronare Herzerkrankung bald eine nichtinvasive, leitliniengerechte Diagnostik zur Verfügung. Endlich, denn die Methode ist schonender und kostengünstiger als die bisher dominierende Herzkatheteruntersuchung.
Am Montag nimmt das freiwillige Organspenderegister in Deutschland seinen Betrieb auf. Gerade junge Menschen sollten möglichst umfassend, aber ohne Zwang in das Organspenderegister aufgenommen werden, meint der Humangenetiker und Medizinethiker Wolfram Henn und macht Vorschläge, wie das gelingen könnte.
Das Medizinforschungsgesetz kann das Organisieren und Durchführen von klinischen Studien hierzulande vereinfachen, ohne dass Standards für Patientensicherheit angegriffen würden. Wenig Verständnis zeigt Inge Paulini allerdings für einzelne Forderungen aus der Pharmabranche, Genehmigungsverfahren im Strahlenschutzbereich vom Bundesamt für Strahlenschutz weg auf fachfremde Stellen zu verlagern.
Gesetzt den Fall, dass vertrauliche Erstattungsbeträge möglich werden – sie würden aller Wahrscheinlichkeit nach eher die Ausnahme als die Regel werden. Es gibt keinen ersichtlichen Anreiz für pharmazeutische Unternehmen, vertrauliche Erstattungsbeträge für ihre Arzneimittel mit Zusatznutzen in den Verhandlungen einzufordern – und dabei Mehrkosten auf sich zu nehmen.
Die Zusammensetzung klinischer Studien hat einen direkten Einfluss auf die Zeit bis zur richtigen Diagnose für Frauen, schreibt die globale Bereichs- und Beratungsleiterin für Life Sciences bei Wipro Limited. Gaurica Chacko führt auf, wie unterrepräsentierte Gruppen mehr zur Studienteilnahme animiert werden könnten und wie KI dabei helfen könnte, Ungleichheiten in der Medizin zu bekämpfen.