Transparenz und negative gesellschaftliche Effekte spielen für Kapitalgeber:innen bei Investments in KI eine immer größere Rolle. Dass im KI-Praxisleitfaden Transparenzvorgaben gestrichen wurden, hält Tina Dreimann für eine Chance. Mehr Freiraum für Eigenverantwortung könne den Wettbewerb um glaubwürdige Vertrauensstandards sogar ankurbeln.
Das letzte Puzzlestück für den Forschungszugang für nicht öffentlich verfügbare Plattformdaten ist da. Die Aufgaben für DSCs, Forschende und Plattformen sind nun klar verteilt. Die Wissenschaftler:innen Lukas Seiling, Jakob Ohme, Claes Holger de Vreese und Ulrike Klinger warnen davor, das Vertrauen auf allen Seiten nicht zu enttäuschen und schnell zu liefern.
Wissenschaftler:innen setzen auf Künstliche Intelligenz (KI), um die Forschung besser zu machen. Gleichzeitig bedrohen massenhaft KI-generierte Paper die akademische Glaubwürdigkeit. Daher brauche es rigorose Prüfungen und Aufklärung der Akteure, fordert Laura Hassink vom Wissenschaftsverlag Elsevier.
Vor wenigen Wochen hat die US-amerikanische FDA angekündigt, generative KI tief in ihre Prozesse zu integrieren: eine eigene KI-Plattform, ein Chief AI Officer, der Einsatz in kritischen Review-Bereichen. Das ist kein Experiment, sondern der Beginn eines Systemwechsels mit globaler Strahlkraft, meint David Boutellier, Mitgründer und CEO des Start-ups REMATIQ.
Technologien entwickeln sich exponentiell, während Organisationen sich bestenfalls logarithmisch anpassen. Ambidextrie ist ein Ansatz, mit dem Unternehmen und Behörden das ändern können. Innovationsberater Oliver Kemmann erklärt, wie damit neue Ideen in den Regelbetrieb integriert werden können und was Führungskräfte sich von Gärtnern abschauen sollten.
Während führende Nationen Milliarden in ihre technologische Zukunft investieren, droht Europa ins Hintertreffen zu geraten. Werden wir die Herausforderungen annehmen und Innovation sowie Souveränität sichern? In drei Szenarien gibt Andreas Liebl, Geschäftsführer der Applied AI Initiative, Einblick in mögliche Entwicklungswege und konkrete Maßnahmen, die auf politischer Ebene dringend ergriffen werden sollten.
Digitale Souveränität wird überall diskutiert. Doch wie Europa unabhängig werden kann und wie stark unabhängig es werden soll, sind sich nicht alle einig. Daniel Fallmann spricht sich für einen „neuen Pragmatismus“ aus.
Verwaltungsdigitalisierung hat ein Problem: Die Politik vernachlässigt ihre Führungsaufgabe. Statt genuin digitale Prozesse und Architektur einzufordern und zu gestalten, lässt sie bestehende Gesetze elektrifizieren. Florian Breger von IBM macht Vorschläge, wie es besser geht.
Der Deutschland-Stack ist zur Projektionsfläche geworden: Unterschiedlichste Akteur:innen deuten den Stack aus ihrer jeweiligen Perspektive und ordnen ihre Projekte kurzerhand dem Stack zu. Doch so verwässern sie den eigentlichen Kern, schreibt Thilak Mahendran von der Agora Digitale Transformation. Eine präzise Definition muss her.
Die schwarz-rote Regierung will prüfen, ob Europa neue Haftungsregeln für Künstliche Intelligenz braucht. Doch die EU-Kommission hat eine von ihr geplante KI-Haftungsrichtlinie nicht ohne Grund auf Eis gelegt, meint Anja Käfer-Rohrbach. Das geltende Recht ist technologieoffen. Es schafft schon heute Klarheit in Haftungsfragen und lässt Raum für Innovation.
KI-Reallabore sind nicht dafür gedacht, eine Vielzahl von Anwendungen pauschal durchzuschleusen. Das gezielte Lernen an wenigen, besonders innovativen KI-Anwendungen steht im Fokus – genau dort, wo rechtliche Unsicherheit besonders groß ist. Wo muss der Rechtsrahmen weiterentwickelt werden, um Innovation rechtssicher und verantwortungsvoll zu ermöglichen?
Deutschland braucht eine Kehrtwende in der digitalen Bildung – und zwar jetzt. Während andere Nationen ihre Bildungssysteme strategisch auf die digitale Zukunft ausrichten, droht Deutschland im globalen Wettbewerb, um die besten Köpfe zurückzufallen. Die Lösung liegt in einer radikalen Neuausrichtung unserer Bildungslandschaft.
Was schützt, muss auch zugänglich sein. Wer digitale Sicherheit ohne Barrierefreiheit denkt, riskiert Ausgrenzung und verliert Vertrauen. Das neue Barrierefreiheitsstärkungsgesetz zeigt: Teilhabe ist keine Nebensache mehr, sondern Voraussetzung für Resilienz im digitalen Raum, findet Ari Albertini von FTAPI.
Entwicklungszusammenarbeit braucht Technik. Wissen und Toolkits werden noch oft als PDFs und Downloads veröffentlicht. Aber wo sind Sprachassistenten, interaktive Modelle und intelligente Frühwarnsysteme? Semuhi Sinanoglu vom German Institute of Development and Sustainability fordert ein Technologie-Upgrade.
In der zweiten Amtszeit von Donald Trump als US-Präsident fangen politische Garantien an zu bröckeln. Deshalb braucht es technische Lösungen für Datensicherheit. Verschlüsselte Kommunikation ist eine davon.
In dieser Woche geht die Initiative zum beschleunigten Netzausbau erneut zur Beratung in den Bundestag. Eine gute Gelegenheit für die Politik, zu zeigen, dass es ihr ernst ist mit der Digitalisierung, schreibt Telefónica-CEO Markus Haas im Standpunkt. Die neue Regierung habe bereits Zeichen für eine Beschleunigung gesetzt. Das sei gut, reiche aber noch nicht, um Deutschland zu einem digitalen Spitzenreiter zu machen. Noch fehle vor allem Mut.
In Europa und Deutschland braucht es mehr als nur die Durchsetzung von bestehendem Recht, um die digitale Demokratie zu verteidigen, findet Astrid Deilmann von Campact. Nötig ist ein langfristig angelegtes digitales Investitionspaket seitens der Bundesregierung, inklusive der Förderung zivilgesellschaftliche Plattformprojekte und Factchecking-Organisationen.
Die wichtigste Wissenschaftskonferenz für Datenmanagement findet erstmals in Berlin statt. Volker Markl erklärt, welche technologischen Trends und Entwicklungen dort diskutiert werden und wie die Verarbeitung von massiv verteilten Datenströmen auch im Krankenhaus eingesetzt werden kann.
Russische Agenten, Cyberattacken und Drohnenüberflüge bedrohen Deutschland. Doch während die hybriden Angriffe Teil einer Gesamtstrategie sind, fehlt es an ganzheitlichen Gegenkonzepten. Doch die braucht es für eine glaubhafte Abwehr, schreibt Christopher Nehring.
Die Fähigkeit Europas, die Kontrolle der auf dem Kontinent angebotenen und genutzten digitalen Produkte, Dienstleistungen und Infrastrukturen wiederzuerlangen, setzt auch voraus, dass die massive Abhängigkeit von ausländischen Anbietern beim Aufbau und der Vermittlung digitaler Kompetenzen beendet wird, schreiben Sebastiano Toffaletti, Kai Zenner und Francesco Bonfiglio.
Wer bei Künstlicher Intelligenz vorn mitspielen will, muss als Volkswirtschaft die notwendige Energie für die Rechenzentren bereitstellen, argumentiert Dennis Gottschalk. Die USA und andere Länder wollen dafür neue Kernreaktoren bauen. Wenn Deutschland dies ausschließt, droht ihm auf dem KI-Markt das Abseits, warnt der Kernenergie-Experte von Arthur D. Little.
Social-Media-Verbote werden derzeit auf höchster politischer Ebene diskutiert. Der Elefant im Raum ist dabei die Umsetzung von Alterskontrollen im Netz. Im Standpunkt führt Svea Windwehr aus, weswegen Verbote nicht die Antwort sein können und was es stattdessen – von den Plattformen – bräuchte.
Künstliche Intelligenz kann gesellschaftliche Herausforderungen lösen – doch viele zivilgesellschaftliche Organisationen stehen vor großen Hürden. Ihnen fehlen Ressourcen, Know-how und Zugang zu relevanten Daten, bemängeln Julian Stubbe und Noah Damschke von der Geschäftsstelle Civic Coding. Im Standpunkt erläutern sie, wie eine gemeinwohlorientierte KI-Zukunft gelingen kann.
Globale Datenströme sind essenziell für Wirtschaft und Gesellschaft – und zugleich in Zeiten steigender geopolitischer Spannungen ein Sicherheitsrisiko, warnen die Juristen Moritz Hennemann und Alexander Wehde. Die Abhängigkeit von Daten mache deshalb neue Regulierungen und eine „Datenrealpolitik“ erforderlich, schreiben sie im Standpunkt.
Charles Giancarlo, der Geschäftsführer des Datenspeicher-Anbieters Pure Storage, verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der IT-Branche. Er drängt darauf, dass die Europäer ihre Rechenzentren schnell modernisieren. Sonst drohten Wettbewerbsnachteile, weil die Zentren derart viel Energie verschlingen.
In Deutschland sind viele Gründungszentren entstanden. Allerdings oft auch mit wenig Relevanz fürs Ökosystem. Statt um Gründer:innen geht es zu häufig um lokale Sichtbarkeit – nicht immer um tatsächlichen Bedarf, kritisiert Jasper Roll.
Damit Deutschland und Europa digital souverän werden können, braucht es mehr als eine Open-Source-Quote. Stattdessen sollte die Digitalwirtschaft in ihrer ganzen Breite mobilisiert werden, schreibt Oliver Grün, Präsident des Bundesverbands IT-Mittelstand (Bitmi).
Was bringt die Digitalisierung der Verwaltung wirklich? Statt allein auf Kosten und Technik zu schauen, müsse der Nutzen für Bürger:innen und Gesellschaft in den Fokus rücken, schreibt Joshua Pacheco vom Digital Service im Standpunkt – und zeigt mit der „Digitalrendite“, wie die digitale Transformation sinnvoll messbar werden soll.
Was die neue Bundesregierung aus Union und SPD in ihrem Koalitionsvertrag zur Bildung und Digitalisierung verspricht, klingt gut – doch wo bleibt der große Wurf? Eine echte Strategie für KI, Arbeit und Lernen fehlt, findet Sven Schütt, CEO der IU Internationalen Hochschule. Ohne radikale Ideen drohe Deutschland den Anschluss zu verlieren, warnt er im Standpunkt.
Künstliche Intelligenz ist keine neutrale Technologie, sondern auch eine Ideologie, schreiben Aline Blankertz von Rebalance Now und KI-Ethik-Professor Rainer Mühlhoff. Doch die Heilsversprechen von Singularität haben nichts mit der technischen Realität zu tun und lenken von drängenden Problemen ab.
Die Dominanz von Big Tech bedroht nicht nur den Wettbewerb, sondern zunehmend auch die Demokratie, warnt Yasmin Fahimi. Die DGB-Vorsitzende kritisiert die Allianz aus Marktmacht und libertärer Ideologie und sieht die EU vor der Herausforderung, digitale Souveränität und Grundrechte zu schützen.
Wenn SAP, Telekom und andere ihre Gleichstellungsinitiativen beenden, dann ist das nicht nur ein Rückschlag für gesellschaftliche Errungenschaften, findet Jutta Horstmann. Die deutschen Unternehmen machten sich aus Opportunismus gemein mit dem US-amerikanischen Unrechtsstaat. Dieser Mangel an Haltung, solle uns ein Lehrstück sein – schließlich vertrauten wir diesen Unternehmen unsere privatesten Daten, unsere digitale Infrastruktur und unsere demokratischen Prozesse an.
Meta möchte sein KI-Modell mit den historischen Daten seiner erwachsenen Nutzer:innen füttern. Verbraucherschützer werfen Meta vor, damit die DSGVO zu verletzen. Laut David Pfau geht es bei dem Streit um eine Grundsatzfrage, die viele weitere Unternehmen betrifft. Wer den Datenschutz ernst nimmt, muss auch die Realität datenbasierter Technologien anerkennen, findet er.
Trumps erratische Politik ist ein Geschenk an Europa. Danke für den Schocker. Der hilft bei der Selbstfindung. Ein Standpunkt von Rafael Laguna de La Vera und Sachbuchautor Thomas Ramge.
Um die Abhängigkeit von US-Technologieunternehmen zu unterbrechen, sollte der deutsche Staat auf Open Source setzen, schreibt Frank Karlitschek von Nextcloud. Die passenden Technologien und Anbieter aus Europa gibt es bereits heute, der öffentliche Sektor muss sie nur beschaffen.
Klein- und mittelständische Unternehmen will die neue Regierung von der Datenschutzgrundverordnung ausnehmen. Das gefährde die Verbraucher:innen und schaffe Unsicherheiten, etwa bei Online-Käufen. Stattdessen sollten klare Leitlinien für die Unternehmen geschaffen werden, argumentiert Michaela Schröder von der Vzbv.
Neue EU-Regularien wie Dora, NIS-2 und CSRD fordern Unternehmen und Prüfgesellschaften wie nie zuvor. Es drohe eine Überlastung, die ambitionierte Vorgaben ins Leere laufen lässt, schreibt Valentin Neumann von Cortea AI im Standpunkt. Nur durch Digitalisierung und Automatisierung könnten diese Anforderungen realistisch umgesetzt werden.
Vor lauter Angst vor einer plötzlich erwachenden Superintelligenz droht aus dem Blick zu geraten, wie Innovation normalerweise funktioniert: langsam und voller Reibungsverluste. Wer KI regulieren oder strategisch nutzen will, muss sie als normale Basistechnologie begreifen. Die eigentlichen Gefahren – und Chancen – liegen dort, wo technischer Fortschritt auf praktische Umsetzung trifft.
In seiner Kriegsführung nutzt Russland eine ausgeklügelte Mischung aus (un)konventionellen und nicht-militärischen Strategien. Dazu zählen Desinformation, Spionage und Cyberangriffe. Mit diesen Mitteln schwächt Russland das Vertrauen zwischen Ländern sowie der Öffentlichkeit in nationale Institutionen. Was der Westen dagegen tun kann.
Das Geoblocking von Filmen und Serien widerspricht den Grundprinzipien des gemeinsamen Marktes und der europäischen Idee. Doch es gibt einen konkreten Vorschlag zur Verbesserung des Zugangs zum Kulturangebot innerhalb der EU.
Während die Welt gebannt auf die zentralen KI-Giganten blickt, schlummert in Europas Industrie ein ungeschliffener Diamant: die dezentrale Künstliche Intelligenz gepaart mit Industriedaten. Sie birgt das Potenzial, unsere vermeintlichen Schwächen in Stärken zu verwandeln und Europa eine technologische Führungsrolle jenseits des Mainstreams zu sichern.
Die EU hat im März ein Gesamtpaket zur Digitalisierung der Steuerverwaltung verabschiedet. In Deutschland ist die E-Rechnung seit Anfang des Jahres zwar schon verpflichtend, Karl Heinz Krug sieht in den EU-Regeln einen letzten wichtigen Impuls für die vollständige Digitalisierung des Steuerwesens. Für Deutschland bietet das Paket bei erfolgreicher Umsetzung ein Milliarden-Potenzial an jährlichen Mehreinnahmen für den Bundeshaushalt.
1000 Drohnen im Monat – das klingt nach Tatkraft. Doch Europas Verteidigung wird nicht auf Montagebändern entschieden. Wer Tempo fordert, muss auch Systemintegration, Softwarebeherrschung und digitale Führungsfähigkeit liefern. Sonst bleibt der Drohnenwall eine politische Behauptung ohne operative Substanz.
Aktuelle Studien zeigen: Viele Mitarbeitende fürchten sich vor zu viel KI-Einsatz und Automatisierung bei Entscheidungen. Doch gerade in der Personalabteilung schaffen KI-Systeme durch die Übernahme von Routineaufgaben Raum für zwischenmenschliche Themen.
Der Gesundheitssektor steht unter massivem Druck. Fachkräftemangel, explodierende Kosten, ein demografisch bedingter Anstieg der Patientenzahlen und ein zunehmender Dokumentationsaufwand belasten das System. Als vermeintliche Lösung kommen Allzweck-KI-Lösungen zum Einsatz, die für das Gesundheitswesen nicht geeignet sind.
Kaum eine Geschichte wird so oft erzählt wie die vom unaufhaltsamen Aufstieg der Tech-Konzerne an die Spitze der global vernetzten Welt. Nur ein Kapitel wird dabei ausgelassen: Der Preis, den der globale Süden dafür bezahlt.
Der Koalitionsvertrag sieht Reformen im Datenschutz vor. Die Bundesregierung will sich auf EU-Ebene dafür einsetzen, dass nicht kommerzielle Tätigkeiten, KMUs und risikoarme Datenverarbeitungen vom Anwendungsbereich der DSGVO ausgenommen werden. Warum es dringend mehr braucht, als halbherzige Maßnahmen.
Online-Plattformen sind längst mehr als eine Bedrohung für den lokalen Einzelhandel, schreibt Bassel Soukar im Standpunkt. Der Head of Retail bei Wolt Germany sieht sie vielmehr als eine Unterstützung für Läden, die durch Kooperation mit Plattformen neue Kundengruppen erreichen und sich so gegen Amazon und Co. behaupten können. Er plädiert für eine flexible Plattformregulierung durch die nächste Bundesregierung.
Seit dem Gesetzentwurf 2023 hat sich beim Thema Arbeitszeiterfassung wenig bewegt. Dabei könnte die digitale Zeiterfassung viel Papierkram und ineffiziente Verwaltungsvorgänge ersparen, schreibt Frederik Neuhaus von Clockin. Die neue Bundesregierung sollte den Entwurf deswegen möglichst schnell aus der Schublade holen.
Ein Algorithmus zur Notenvergabe sorgte in Großbritannien für massive Proteste – und offenbarte ein unterschätztes Risiko: die Verstärkung sozialer Ungleichheit durch KI. Der Fall zeigt, warum technische Lösungen ohne sozialen Kontext nicht funktionieren können, schreiben Valerie Hafez von Women in AI Austria, Dániel Kondor von Complexity Science Hub und ihre Mitautor:innen im Standpunkt.
Statt ChatGPT zu fragen, wie viele Kalorien eine Avocado hat, sollten wir KI nutzen, um uns besser in andere hineinzuversetzen, schreibt Innovationsstrategin Lisa Steigertahl. So kann die Technologie einen gesellschaftlichen Mehrwert liefern.
In Vorbereitung auf den nächsten Weltgipfel zur Informationsgesellschaft muss sich die UN bis Jahresende auf einen Arbeitsprozess einigen. NGOs fordern mehr Transparenz und eine stärkere Einbindung in die Ausarbeitung der Schlüsseldokumente.
Damit Deutschland digitaler wird, kommt es vor allem auf die Menschen an, die den Wandel künftig gestalten. Denn Verwaltung ist und bleibt ein „People Business“, sagt Christina Lang, Leiterin des Digital Service. Was eine gute Struktur für Fachkräfte ausmacht und warum ein Blick nach Großbritannien lohnt.
6G soll ab 2030 eingeführt werden und verspricht bis zu hundertfach schnellere Übertragungsgeschwindigkeit als bisher. Deutschland hat beste Chancen, frühzeitig einen Spitzenplatz in diesem Geschäft einzunehmen, meint der Geschäftsführer des Projektträgers VDI/VDE-IT, Peter Dortans.
Dass Deutschland ein Digitalministerium bekommt, scheint ausgemacht. Wenn es die richtigen Prioritäten setzt, wird es ein KI-Ministerium sein, findet Agnes Heftberger, Vorsitzende der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland.
Die Debatte über digitale Souveränität in Europa nimmt zwar rasant an Fahrt auf, wird aber oft oberflächlich geführt, sagt Delos-Chef Nikolaus Hagl. Es wäre zudem illusorisch zu glauben, man könne das derzeitige Leistungsniveau allein mit Open-Source-Lösungen aufrechterhalten, ohne massive Verwerfungen für Wirtschaft und öffentliche Hand auszulösen.
Künstliche Intelligenz kann der Verwaltung nicht helfen. Niemand versteht, wie sie zu Entscheidungen kommt. Die Verwaltung muss aber transparent und nachvollziehbar entscheiden. Um KI zu verwenden, braucht die Verwaltung Rulemapping. Diese Methode stellt Entscheidungsprozesse logisch und nachvollziehbar dar und macht sie maschinenlesbar, schreiben die Gründer der Rulemapping Group, Till Behnke und Stephan Breidenbach.
Was in anderen Ländern seit Jahren selbstverständlich ist, fehlt in Deutschland bis heute. Die neue Bundesregierung hat die Chance, die Digitalisierung endlich voranzubringen. Ein Digitalministerium und eine Digitalagentur könnten dabei eine Schlüsselrolle spielen, schreibt Katarina Bartz von EY.
Wer sich nicht um KI-Kompetenz kümmert, riskiert nicht nur Fehlentscheidungen, sondern auch Sanktionen. Denn Artikel 4 des AI Act sieht zwar keine direkten Bußgelder vor, doch Verstöße können teuer werden, schreiben der Jurist Benedikt Quarch und IT-Rechtsprofessor Martin Ebers. Sie plädieren dafür, dass Unternehmen jetzt aktiv werden sollten, um Haftungsrisiken zu vermeiden.
Damit Künstliche Intelligenz unser aller Leben erleichtert, braucht es hochwertige Daten. Den Zugang dazu hat der europäische Gesetzgeber mit Data Act und Data Governance Act nun eigentlich erleichtert. Damit die Digitalgesetze ihr volles Potenzial entfalten können, sollte der deutsche Gesetzgeber zeitnah zuständige Behörden ernennen, schreiben Louisa Specht-Riemenschneider und Klaus Müller. Im Standpunkt bringen sich die beiden Behördenleiter:innen erneut ins Spiel.
Unternehmen müssen jetzt richtungsweisende strategische Entscheidungen treffen, wenn sie das Potenzial neuer KI-getriebener Technologien nutzen wollen, ohne noch stärker in digitale Abhängigkeit zu geraten, sagt Tobias Regenfuß, Technology Lead für die DACH-Region bei Accenture. Sie müssen ihre Daten zentral bereitstellen, offene Standards fokussieren und in organisatorischen Umbau und Kompetenzgewinn investieren.
Für den Einsatz von KI in Sicherheitsbehörden gibt es zahlreiche Hürden: unzureichende Daten, fehlende Robustheit, mögliche Diskriminierung und die Sorge vor übermäßiger Überwachung. Dennoch kann KI für Sicherheitsbehörden ein wertvolles Werkzeug sein, schreibt Sophie Tschorr von der Zitis.
Deutschland kommt bei der Digitalisierung nicht so recht voran. Standards, die in Nachbarländern längst selbstverständlich sind, werden hier nicht überall erreicht. Von schnellen Lösungen, effizienten Prozessen oder einer komplett digitalen Verwaltung sind wir häufig weit entfernt, abgesehen von einigen wenigen Leuchttürmen, schreiben Dörte Schall und Thomas Strobl im Standpunkt.
Die digitale Souveränität Deutschlands steht auf dem Spiel – und die bisherigen politischen Maßnahmen reichen nicht aus, um das Land unabhängiger von ausländischen Tech-Konzernen zu machen, findet Henning Tillmann, früheres Mitglied im Beirat Digitalstrategie. Für ihn offenbaren die Pläne aus den Koalitionsverhandlungen wenig Ambition, obwohl die Risiken politischer, wirtschaftlicher und sicherheitstechnischer Natur gravierend seien.
Die EU steht vor der Herausforderung, den Digital Services Act gegen den Widerstand großer Online-Plattformen durchzusetzen: Der Rechtsakt könnte zu einem heißen Thema in geopolitischen Verhandlungen werden. Um die digitale Integrität zu sichern, braucht es dringend entschiedenes Handeln.
Ende März endet die Projektphase der Deutschen Verwaltungscloud (DVC). Mit Beginn der Produktphase stehen mehr als 30 Cloudservices für Bund, Länder und Kommunen zur Verfügung. Damit das strategische Instrument sein volles Potenzial für digitale Souveränität entfalten kann, sind alle gefordert. So der Aufruf von Jörg Kremer von der Fitko und Jens Fromm von Govdigital. Es brauche Mut, Veränderungsbereitschaft und Pragmatismus bei föderalen Gremien, IT-Dienstleistern und Kunden gleichermaßen.