Künstliche Intelligenz bietet für die Verwaltung viele Möglichkeiten, weit über einfache Chatbots hinaus. Darum fordert Philipp Stolz von der Stadtverwaltung in Schorndorf, Kommunen sollten sich nicht darauf beschränken, Bürgeranfragen zu automatisieren. Denn KI berge die Chance, tiefgreifende Verwaltungsprozesse zu vereinfachen – von automatisierter Bürokratie bis hin zu vernetzten, effizienten Systemen.
Die Entwicklungen in den USA unterstreichen einmal mehr: Die Verquickung von politischer, medialer und ökonomischer Macht im Bereich von digitalen Plattformen birgt Gefahren für die Demokratie. Die kommende Bundesregierung täte gut daran, dem entschlossen entgegenzutreten, argumentieren Jan-David Franke von Wikimedia Deutschland und Johanna Graf von Germanwatch als Teil des Bündnisses Bits & Bäume.
Regulierung verhindert Innovation – das ist eine Binse in der Digitalbranche. Der AI Act verhindert demnach, dass EU-Unternehmen Künstliche Intelligenz (KI) entwickeln. Wie viel dran ist an dieser Sorge und warum „Applied AI made in Europe“ ein neues Gütesiegel werden könnte, schreibt Hendrik Reese von PWC.
Die Debatte um die weitere Verschärfung der Diensteanbieterregelungen muss ein Ende haben, schreibt Markus Haas, Vorstandsvorsitzender von Telefónica, in seinem Standpunkt. Statt endlosen Analysen und Untersuchen ist jetzt die Zeit, die auslaufenden Frequenzen zu verlängern.
Angesichts der jüngsten Angriffe von Tech-Milliardären wie Musk und Zuckerberg auf europäische Werte ist es wichtiger denn je, dass wir unsere eigenen technologischen Lösungen für politischen Prozesse entwickeln, schreibt Josef Lentsch, Gründer des Political Tech Summit. Nur so kann Europa seine demokratische Resilienz sichern.
Der Gesetzgebungsprozess muss als Innovationsprozess verstanden werden, fordert Anna Sinell. Ihr gesamtes Berufsleben widmet sie der Frage, wie Ideen nicht nur Theorie bleiben, sondern tatsächlich in der Gesellschaft wirken können. Als Projektleiterin beim Digitalservice des Bundes arbeitet sie an einer praxisnahen, digital umsetzbaren Gesetzgebung.
Ja, es gibt sie – die Blockchain-Strategie der deutschen Bundesregierung. Sie wurde im September 2019 verabschiedet und ist – wie manch anderes gut gemeintes Regierungspapier zur Innovationspolitik – weitgehend folgenlos geblieben. Dass das ein echtes Versäumnis sei, erläutert Sebastian Becker, Geschäftsführer des Blockchain Bundesverbandes, im Standpunkt.
Spätestens seit Donald Trump wieder US-Präsident ist, wirken sich die neuen Machtverhältnisse in den Vereinigten Staaten von Amerika unmittelbar auf die Regulierung großer Tech-Unternehmen aus. Der ehemalige Digitalminister von Schleswig-Holstein, Jan Philipp Albrecht, betont, wie wichtig es deshalb jetzt für die Europäische Union ist, ihre eigenen Vorschriften konsequent durchzusetzen. Sonst bedrohten die Tech-Konzerne die Souveränität der EU-Bürger.
Digitalisierung wird in der Politik nur punktuell adressiert und nicht konsequent umgesetzt. Um die notwendige digitale Transformation unabhängig von kurzfristigen politischen Strömungen zum Grundthema der Politik zu machen, schlagen der Rechtswissenschaftler Martin Will und der Legal-Tech-Gründer Benedikt Quarch die Aufnahme von Digitalisierung als Staatsziel im Grundgesetz vor.
Sicherheitsbehörden müssen unabhängig von geopolitischen Spannungen in der Lage sein zu handeln. Dafür braucht es technologische Entwicklungen, die Zitis widmet sich dem als Behörde. Für mehr Handlungsfähigkeit kommt es auf verschiedene Aspekte an.
Zuckerberg kündigte an, Faktenprüfer abzuschaffen und von nun an mehr an die Community auszulagern. Politiker:innen sind empört und fordern die EU-Kommission auf, den Digital Service Act hart durchzusetzen. Im Fall der Tiktok-Wahlbeeinflussung in Rumänien soll er zu wenig umgesetzt worden sein. Worauf es in Deutschland vor der Wahl ankommt.
Deutschland muss sich bald entscheiden, ob es nur Anwender oder auch Entwickler von allgegenwärtigen KI-Anwendungen wird. Das Land sei wissenschaftlich gut aufgestellt, resümiert Jörg Bienert, Vorsitz des KI Bundesverbandes in unserem Standpunkt. Doch um sich von den USA unabhängiger zu machen, brauche es Mut und ein aktives Digitalministerium.
Eine „Pragmatismus-Wende mit Tatendrang“ fordert die Deutsche-Telekom-Vorständing Claudia Nemat im deutschen Umgang mit Innovationen. Sie sieht die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Landes dadurch gefährdert, dass neue Technologien verklärt oder verteufelt werden. Was die nächste Bundesregierung dagegen tun sollte, erläutert sie im Standpunkt.
Schleswig-Holstein setzt als eines von nur zwei Bundesländern auf Open Source. Dirk Schrödter, Chef der Staatskanzlei, erklärt im Standpunkt, warum und was sein Land für 2025 geplant hat.
Elon Musk nutzt X, um Demokratie in Europa zu bekämpfen. Die offene Unterstützung der in Teilen verfassungswidrigen AfD, die geheime Manipulation der Empfehlungsmechanismen zur Stärkung rechtsextremer Accounts, algorithmisch verstärkte Propaganda im Minutentakt – das ist eine gefährliche Verzerrung der Realität, die Europa mit dem Digital Services Act bekämpfen muss.
Frankreich wird 2025 Gastgeber des KI-Aktionsgipfels. Mit Blick auf den Gipfel fordert der französische Botschafter François Delattre eine klare Vision und mutige Vorschläge im Dienste der europäischen Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit.
Mehr Mut zur Innovation, offene Schnittstellen, softwarezentriertes Denken – drei zentrale Verbesserungen, die 2025 das Denken über die Modernisierung der Bundeswehr bestimmen sollten, fordert Sven Weizenegger. Doch auch bei Struktur und Mittel erkennt der Leiter des Cyber Innovation Hub der Bundeswehr (CIHBw) Nachholbedarf.
Der Crowdstrike-Vorfall am 19. Juli 2024 hat eindrucksvoll und sehr plastisch vor Augen geführt, wie groß die digitale Angriffsfläche ist. Doch wie gut ist Deutschland auf den Ernstfall vorbereitet? Mit Blick auf das vergangene Jahr blickt Claudia Plattner durchaus auf Erfolge – sieht aber auch noch Nachholbedarf für das kommende.
Bis Mitte Februar 2025 müssen laut Digital Services Act freiwillige Verhaltenskodizes zu mehr Transparenz bei Onlinewerbung entwickelt werden. Mit ihnen könnten bereits einige Übel, die Onlinewerbemärkte plagen, angegangen werden, meint Julian Jaursch vom Thinktank Interface. Zentral dafür wäre eine Ausweitung der Vorgaben über die Transparenz einzelner Anzeigen hinaus. Bei einem Minimalkompromiss müsse infrage gestellt werden, ob DSA-Verhaltenskodizes überhaupt nützlich sind.
Moritz Hennemann kann dem gesamtgesellschaftlichen Ansatz des stetig wachsenden Datenrechts der EU einiges abgewinnen. Weniger froh ist er über den entstandenen Regulierungsdschungel, der die Wettbewerbsfähigkeit bremst. In Deutschland sollte man daraus lernen. Das Ampel-Aus hält der Professor für Informationsrecht an der Universität Freiburg für eine Chance, bei der Datenregulierung umzudenken. Er plädiert dafür, künftig Einzelgesetze in einem Datengesetzbuch zu bündeln.
Dass Verwaltung effizienter werden muss, ist unbestritten. Doch die rechtspopulistische Verteufelung von „Bürokraten“ ist gefährlich. Auch Bürokratieabbau allein sollte kein Ziel sein, sondern es geht um einen leistungsfähigen Staat. Worauf es bei der Verwaltungstransformation wirklich ankommt, schreibt Ann-Cathrin Riedel.
In der nächsten Legislaturperiode müssen die Zuständigkeiten im Digitalen dringend gebündelt werden, schreibt Stefan Heimann von der Agora Digitale Transformation. Doch das bedeutet nicht, alle Aufgaben in einem Haus zu zentrieren.
Ein Social-Media-Verbot für Jugendliche löst das Problem nicht, sondern verlagert es nur, schreibt Digitalpolitikerin Tabea Rößner (Grüne). Stattdessen sollte der Fokus auf Medienkompetenz und einer strengeren Plattformregulierung liegen.
Die Verwaltungsdigitalisierung hat ein Umsetzungsproblem, finden Axel Domeyer von McKinsey und Marina Lessig von Orphoz Public. Besonders behördenübergreifende Großprojekte bräuchten oft zu lange, um Nutzen zu liefern, konstatieren sie im Standpunkt. Eine Zielsetzung könne sein, neue IT- und Digitalprojekte innerhalb einer Legislaturperiode erfolgreich abzuschließen. Dabei könnten verschiedene „Nutzenbeschleuniger“ helfen.
Die Grünen wollen, dass Behördengänge künftig über eine zentrale „Deutschland-App“ erledigt werden können. Die Vision einer zentralen Verwaltungs-App ist sinnvoll, findet Elisabeth Schulze-Hulitz von der Technologieberatungsfirma Detecon – doch sei diese zu kurz gedacht, wenn es darum gehen soll, die Probleme der Verwaltungsdigitalisierung in Deutschland zu lösen. Hinter der digitalen Fassade müssten robuste und interoperable Systeme stehen.
Das im Herbst von der Bundesregierung vorgelegte Eckpunktepapier für ein Weltraumgesetz soll darauf einzahlen, die Raumfahrtindustrie zu stärken und wettbewerbsfähiger zu machen. Doch der Entwurf geht nicht weit genug und bringt neue Regulierungen mit sich. Stattdessen braucht es mehr staatliche Initiative.
Mit dem „Right to Repair”-Gesetz macht die EU einen wichtigen Schritt zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft. Ein entscheidender Hebel bleibt dabei aber noch ungenutzt, findet Alexander Jauns, Geschäftsführer von Green IT Solution. Auch Unternehmen sollten mehr dazu angeleitet werden, verantwortungsbewusst mit ihrer IT-Hardware umzugehen.
Deutschland soll zur Cybernation werden. Mit der Allianz für Cyber-Sicherheit (ACS) hat das BSI eine Plattform geschaffen, die den Informationsaustausch zwischen dem öffentlichen Sektor und Unternehmen ermöglichen soll. Von einer vertrauensvollen Allianz zwischen Staat und Wirtschaft sei man aber noch weit entfernt, argumentieren Rebecca Beigel und Ferdinand Gehringer.
Die Wiederwahl Donald Trumps war ein Schock. Sie kann aber auch eine Chance sein, argumentiert Dennis-Kenji Kipker im Standpunkt. Europa muss jetzt gezielt in wichtigen Punkten unabhängig werden, wenn es sich nicht erpressbar machen will.
Das Ende der Ampelkoalition besiegelt auch das Ende zahlreicher Gesetzesvorhaben. Für die Digitalisierung Deutschlands und den deutschen Telekommunikationsmarkt bedeutet das einen gravierenden Rückschlag, der Konsequenzen für die eh äußerst ambitionierten Ziele der scheidenden Bundesregierung hat, schreibt Frederic Ufer im Standpunkt.
Während die Tech-Giganten die Entwicklung des Metaverse vorantreiben, scheint die EU in einen Dornröschenschlaf gefallen zu sein. Zwar leistet die Europäische Kommission hinter den Kulissen wichtige Detailarbeit, doch eine klare, übergeordnete Strategie gibt es nicht. Anselm Küsters vom Berliner Cep sieht darin ein Risiko für die digitale Souveränität des Kontinents – und fordert die nächste EU-Kommission zum Handeln auf.
Deutschland muss seine Interessen mithilfe von globalen Allianzen in der Digitalpolitik verteidigen, glaubt Volker Wissing. Unsere Führungsrolle auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz sollten wir dafür nutzen.
Verwaltung und Wissenschaft könnten sich hervorragend ergänzen. Die Synergiepotentiale seien offensichtlich: öffentlich und frei verfügbare Lösungen, anwendungsnahe Forschung und enormer Wissenstransfer. Wie eine solche Zusammenarbeit aussehen kann, schreibt Hartmut Schubert, CIO von Thüringen.
Big Tech dominiert Europa, hält unsere Unternehmen klein, schadet unseren Kindern und untergräbt unsere Sicherheit. J.D. Vance hat angekündigt, dass die USA die NATO schwächen werden, wenn wir unsere Regeln gegen Musk durchsetzen. Wie könnte Ursula von der Leyen darauf antworten?
Eine neue EU-Verordnung für Banken, Versicherer und Co. wirft ihren langen Schatten voraus. Financial Data Access (Fida) stellt die Verbraucher in den Mittelpunkt und soll für mehr Transparenz und Wettbewerb sorgen – und wird viel Bewegung in den Markt bringen. Finanzdienstleister müssen jetzt Grundsatzentscheidungen treffen.
Das Bundeswirtschaftsministerium hat das Vergabetransformationspaket in die Verbändeanhörung gegeben. Was sagt die Digitalbranche zu den neuen Regeln für die staatliche Auftragsvergabe? Das erläutern Esther Steverding und Marc Danneberg vom Digitalverband Bitkom im Standpunkt.
Wo genau wird KI in der deutschen Verwaltung schon eingesetzt? Stefan Heeke und Tom Schlansky von der Init AG zeigen durch eine Datenanalyse, welche Ministerien KI-Modelle schon am aktivsten einsetzen.
Informationssicherheit steigert den Wettbewerbsvorteil und wird zum Anreiz für Investoren. Insbesondere für Start-ups ist das wichtig. Wie ein strukturierter Ansatz für mehr Informationssicherheit aussehen kann, führt CEO und Gründer von Kertos Kilian Schmidt aus.
Handyverbote an Schulen? Damit springen wir zu kurz, sagt Valentina Daiber, Vorständin Recht und Corporate Affairs bei Telefónica Deutschland. Wir brauchen keine Abschottung, sondern mehr digitale Medienkompetenz. Und das kann nicht nur zu Hause vermittelt werden, auch die Schulen tragen Verantwortung, plädiert Daiber im Standpunkt.
Berliner:innen können derzeit einen sogenannten Reparaturbonus für ihre kaputten Handys, Laptops oder Waschmaschinen beantragen. Ein ähnliches Konzept gibt es bereits in Sachsen und Thüringen. Obwohl ihn sämtliche Initiativen zu einer längeren Lebensdauer von elektronischen Produkten erst einmal freuen, geht der Bonus für „As good as new“-Chef Tim Seewöster am eigentlichen Problem vorbei. Wie es besser gehen würde, schreibt Seewöster im Standpunkt.
Wie lässt sich die öffentliche Verwaltung beim Beschaffen von digitalen Lösungen besser und risikofreudiger organisieren? Mit einer Änderung des Vertragswerks allein jedenfalls nicht, schreibt Publicplan-Gründer Christian Knebel als Replik auf Anja Theurer vom Digital Service des Bundes. Warum eine Umstellung von Werk- auf Dienstverträge das Problem nicht lösen, sondern eher neue Konflikte und Probleme schaffen würde, erläutert er im Standpunkt.
Lange ist es her, dass Europäer ihre Mobiltelefone in anderen Ländern wie den USA und China nicht benutzen konnten. Inzwischen setzen die Länder mit den Mobilfunkstandards der vierten und fünften Generation auf einen gemeinsamen Standard. Mit Blick auf die aktuelle geopolitische Lage könnte sich das allerdings wieder ändern, fürchtet Ansgar Baums, Buchautor und Senior Fellow beim Stimson Center.
Zum laufenden Digitalgipfel in Frankfurt diskutieren Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung über Grund und Grenze einer „Cybernation“ – und welche Zukunft uns als Cyberbürger erwartet. Grund genug für Ex-DsiN-Chef Michael Littger, im Standpunkt einen Blick auf ihre Entstehung zu werfen.
Die Sorge war groß, dass KI-gestützte Desinformation das Superwahljahr 2024 vor große Herausforderungen stellt. Doch bisher scheint die Wirkung dieser Inhalte überraschend gering auszufallen. Drei Trends zeigen, warum das für anstehende Wahlen nicht unbedingt weiter gelten wird, meinen Paula Köhler und Randolf Carr von der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC).
Die Verwaltung ist auf Sicherheit gepolt, so auch bei der Beschaffung von digitalen Lösungen und der Zusammenarbeit mit Dienstleistern. Dieses Denken verhindert jedoch moderne Anwendungen auf dem Stand der Technik, meint die CFO des Digital Service des Bundes, Anja Theurer. Warum man sich, um es künftig besser zu machen, von einer allseits beliebten Vertragsgrundlage verabschieden muss.
Erstmals ist die Anzahl an Gründerinnen gesunken. Die Familiengründung ist für sie oft herausfordernd, daher muss die Vereinbarkeit von Unternehmertum und Familie in der laufenden Steuergesetzgebung berücksichtigt werden, fordert Franziska Teubert vom Start-up-Verband.
Bei der Modernisierung der Verwaltung sind die Zeiten für Notlösungen vorbei. Stattdessen müssen tiefgreifende Reformen her, schreibt Franziska Hoppermann, CDU/CSU-Berichterstatterin für Verwaltungsdigitalisierung. Dazu müssen Querschnittsaufgaben zentral gebündelt werden – und ein Digitalministerium ist hier nur der Anfang.
Der AI Act soll KI auf europäischer Ebene sicherer machen. Dazu gehören auch strenge Regularien, die Diskriminierung und Datenpannen verhindern sollen. Doch der Compliance-Zwang kann die Innovationskraft von Unternehmen auch lähmen. Von der Angst, etwas falsch zu machen, profitieren vor allem Berater, argumentiert Simon Müller, der Chief Technology Officer von Wattx, einem der führenden Start-up-Inkubatoren in Deutschland.
Beim Digitalpakt 2.0 sind sich Bund und Länder weiterhin uneinig. Hauptstreitpunkt ist die Finanzierung. Das überdeckt die inhaltliche Ebene, kritisieren Angela Büttner und Oliver Pfleiderer vom Verein D64. Sie fordern eine umfassende Reform der digitalen Bildung in Deutschland. Nur so ließe sich im digitalen Raum verantwortungsbewusstes Handeln herstellen.
Europa ist nicht digital abgehängt. Das kommt uns Deutschen nur so vor, weil wir uns selbst im Hintertreffen sehen. Was Deutschland von Litauen in Sachen Innovationskultur lernen kann, schildern Dennis-Kenji Kipker und Clemens Kröger im Standpunkt.
Die Bundesnetzagentur soll die zentrale KI-Aufsichtsbehörde werden. Doch weitere Institutionen sind involviert. Daher kommt es nun darauf an, das Geflecht der bestehenden und neuen Institutionen zu entwirren und neu zu gestalten, erklärt Lajla Fetic.
Tools wie E-Mail oder Messaging-Apps gehören zu den risikoreichsten Kanälen für Datenverlust oder -diebstahl in Unternehmen. Besonders Smartphones sind sehr beliebte Einfallstore für Cyberangriffe, schreibt Threema-Marketingleiter Roman Flepp. Er bedauert, dass die Sicherheit der mobilen Kommunikation in Unternehmen oft wissentlich vernachlässigt wird, wie eine Umfrage im Auftrag des Messengerdienstes zeigt.
Die Verbreiter von Desinformationen profitieren immer noch stark von der Art und Weise, wie Algorithmen trainiert werden, und nutzen ihren Durst nach Engagement gegen unsere Gesellschaften. Schnelle Maßnahmen entlang eines gesamtgesellschaftlichen Ansatzes sind dringend erforderlich, schreibt Paula Gori, Generaldirektorin des European Digital Media Observatory (EDMO).
Das zähe Verhandeln um eine föderale Digitalstrategie ist mitunter zu geladen von Spannungen, findet Lisa Steigertahl. Die Digitalexpertin von Microsoft wünscht sich mehr positive Impulse und Dynamik, um ein Staatsversagen wegen zu langsamer digitaler Transformation abzuwenden. Welche praktischen Tipps sie dazu hat, lesen Sie im Standpunkt.
Die jüngsten Leitlinien des Europäischen Datenschutzausschusses könnten die Werbemodelle, die die finanzielle Lebensfähigkeit des europäischen Internets sichern, grundlegend verändern, schreibt Daniel Friedlaender von CCIA Europe. Das könnte viele beliebte Online-Plattformen, die jetzt noch kostenlos nutzbar sind, ihre Werbeeinkünfte kosten und dafür sorgen, dass weniger Menschen Zugriff auf sie haben.
Das Weißbuch, der Letta-Bericht, der Draghi-Report: Aus Brüssel haben zuletzt mehrere Papiere die deutsche Telekommunikationsbranche in Aufregung versetzt. Sie hätten auch gezeigt, was falsch läuft bei der europäischen Digitalisierung, schreibt Vodafone Deutschland-CEO Marcel de Groot und hat Ideen, mit welchen Punkten gestartet werden könnte.
Digitalisierung führt seit Jahrzehnten zu mehr Arbeitsverdichtung und steigender psychischer Belastung in den Unternehmen, konstatiert Robert Peters vom Institut für Innovation und Technik. Um den infolgedessen hohen Krankenständen entgegenzuwirken, plädiert er im Standpunkt dafür, Digitalisierung und Beschäftigtendaten anders einzusetzen – und zwar für gesündere Arbeit.
Es braucht ein Update, findet die Präsidentin des CDU-Wirtschaftsrates, Astrid Hamker – und zwar für die Start-up-Strategie der Bundesregierung. Die Wachstumsindikatoren für den Sektor seien zuletzt negativ ausgefallen und es mangele unter anderem an Kapital für große Finanzierungsrunden, hoch qualifizierten Mitarbeitern und Ausgründungen.
Die Zivilgesellschaft hat bei internationalen Formaten oft wenig zu sagen. Die Staaten machen wichtige Entscheidungen untereinander aus. Einen anderen Ansatz wählt seit Jahren das Internet Governance Forum. Hier werden möglichst viele Stakeholder involviert. Gut so, findet Tobias Bacherle. Doch das Mandat des UN-Forums muss verlängert werden. Der Grünen-Politiker plädiert für ein noch offeneres Nachfolgeformat.
Die Vorteile von bargeldlosem elektronischem Bezahlen liegen auf der Hand – doch gibt es soziale Gruppen, die darauf keinen Zugriff haben, findet Kirsten Bock. Die Referentin der Stiftung Datenschutz sieht das Bereitstellen von Bargeld als Teil der staatlichen Daseinsvorsorge. Warum auch die Datensicherheit ein Argument für Scheine und Münzen ist, lesen Sie im Standpunkt.
Viele begreifen Archive als Endlager für Dokumente. Dabei sind sie das historische Gedächtnis des Staates und der Gesellschaft. Wie man aus ihnen intelligente Wissensplattform machen könnte, schildern Jakob Kollotzek und Mathias Keller von Possible Digital.
Einige Big-Tech-Unternehmenschefs aus den USA vertreten zunehmend rechtsradikale Ideen, konstatiert Christopher Coenen. Der Forscher vom Karlsruher Institut für Technologie macht hierbei den Transhumanismus als Ersatzreligion aus, die sich mit ökonomischen Eigeninteressen und toxischer Männlichkeit vermengt. Im Standpunkt erläutert er, worin die Gefahren dieser Ideologie liegen.
Deutschland und die EU haben den Wettlauf um die Marktführerschaft bei KI-Basismodellen bereits verpasst, konstatieren Anton Leicht und Daniel Privitera vom Kira Center. Doch sehen sie eine Marktlücke, die man nutzen sollte: Die Entwicklung und Zertifizierung vertrauenswürdiger KI. Daher sollte auch die Politik ihre strategische Unterstützung neu ausrichten, fordern sie im Standpunkt.
Reparieren statt wegwerfen: Mit dem Recht auf Reparatur will die EU Kreislaufwirtschaft fördern und Müll vermeiden. Das ist sinnvoll, kann aber nur der Anfang sein, sagt Paul Heimann. Der Kleinanzeigen-CEO erklärt, was in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft jetzt passieren muss, damit das neue Gesetz nicht zum Scheitern verurteilt ist.