Keine Ausreden mehr: Die regulatorische Investment-Revolution ist da, das Geld ist da, die Gründerinnen und Gründer sind da – was Europa fehlt, ist der Mut bei institutionellen Investoren, Versicherungen, Pensionskassen und Privatpersonen, ihr Geld klug statt konservativ anzulegen.
Deutschland, Frankreich und die EU arbeiten an einer neuen KI-Initiative. Damit diese zum Erfolg wird, muss technologische Offenheit zum Leitprinzip werden. Ein bloßes Imitieren der KI-Giganten wäre dagegen ein teurer Irrweg, schreiben Nicolas Flores-Herr und Maximilian Gahntz.
Datenstandards und Modellierungsannahmen sind vom AI Act nicht erfasst. Wer kontrolliert, wen und was Algorithmen im Vorfeld ausschließen? Der Streit zwischen Anthropic und dem Pentagon verrät, wo die Regeln für KI geschrieben werden, schreibt Marius Khan, Geschäftsführer von Avisé Labs.
Digitale Plattformen prägen unsere Gesellschaft – doch ihre Architektur wird von Regulierungen meist nicht berührt, stattdessen werden nachträglich Symptome bekämpt. Deshalb braucht es einen Baukodex für soziale Medien und KI-Systeme, der die grundlegenden Fehlkonstruktionen der Plattformen behebt.
Was passiert, wenn US-Algorithmen, die auf kommerzielle Effizienz trainiert wurden, auf deutsche Krankenhäuser treffen, die historisch auf dem Prinzip der Solidarität gebaut sind? Dieser Frage geht Nico Marquardt im Standpunkt nach. Der Gesundheitswissenschaftler der Charité ist überzeugt, dass die Gesellschaft aushandeln muss, wie KI reguliert wird, um das Vertrauen der Bürger in die demokratische Kontrolle des Gesundheitssystems nicht zu verspielen.
Deutsche Unternehmen haben schon heute Vorteile durch transparent und effizient betriebene Rechenzentren, finden Andreas Hantsch und Thomas von Wittern. Wer diese Stärken ausbaut, stärkt zugleich Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz, argumentieren die beiden.
Deutschland führe die falsche KI-Debatte, ist Fabian Ulitzka überzeugt. Wir diskutieren Rechenzentren, nationale Modellprojekte und Regulierung, als könnten wir den Wettlauf um Foundation Models noch gewinnen, sagt er. Dabei liege unsere Zukunftsfähigkeit in der Anwendung.
Mit seiner KI‑Omnibus-Entscheidung macht das EU-Parlament einen wichtigen Schritt hin zu einer industrietauglichen KI-Regulatorik. Der ZVEI warnt seit Langem vor einer problematischen Doppelregulierung, die Innovationen unnötig ausbremsen könnte.
Wie der Staat Aufträge vergibt und wie Unternehmen KI-Software weiterentwickeln, passt nicht zusammen. Die Behörden müssen ihre Vergabelogik an Software-as-a-Service-Modelle anpassen und dürfen Open Source nicht mit digitaler Souveränität verwechseln, findet Jakob Reuschlein von Procure AI. Drei Hebel, wie es besser ginge.
Energiewende und Digitalisierung getrennt zu betreiben, kann Deutschland sich nicht länger leisten, warnt Vincent Policard von der Investmentgesellschaft KKR. Er plädiert für eine integrierte Strategie und Infrastruktur-Sonderzonen mit beschleunigten Genehmigungsverfahren.
Das Europäische Parlament stimmte am Donnerstag über seine Position zum sogenannten KI-Omnibus ab, der den AI Act vereinfachen soll. In den Verhandlungen ist aus Sicht der EU-Parlamentarier Axel Voss (CDU) und Svenja Hahn (FDP) ein enormer Erfolg für industrielle KI gelungen. Sie soll vom AI Act ausgenommen und nur unter sektorspezifische Regeln fallen. Das wäre ein wahrer Befreiungsschlag für viele europäische Wirtschaftszweige, argumentieren die beiden – und warnen vor Querschlägen.
Während noch über den Einsatz von KI-Systemen diskutiert wird, zieht am Horizont schon die nächste Neuerung heran: Quantencomputing. Der rheinland-pfälzische Landesdatenschutzbeauftragte Dieter Kugelmann sieht Prüfungsbedarf, ob die Rechtsgrundlagen für Nachrichtendienste und Polizei den Besonderheiten dieser Technologie gerecht werden.
Der Tech Stack war nur eine Bestandaufnahme. Jetzt müssen das Digitalministerium und die Länder die Zukunft der Verwaltungs-IT gestalten und einen Rahmen vorgeben. Vor welchen Herausforderungen die Verwaltungsdigitalisierung jetzt steht und was aus Sicht der Fachverfahrenshersteller geschehen muss, schreiben Sirko Scheffler und Detlef Sander vom Databund.
Europa diskutiert über KI-Gigafactories. Doch wer Wettbewerbsfähigkeit rein über Rechenleistung definiert, blendet entscheidende Faktoren aus, meint Christian Gilcher, CEO von Embraceable Technology. Messbare und dauerhafte Wertschöpfung entsteht nicht automatisch durch mehr GPUs, sondern durch intelligentere und effizientere Architekturen.
Soziale Medien wie Tiktok sind darauf programmiert, Aufmerksamkeit um jeden Preis zu binden. Minderjährige können davon süchtig werden, die Nutzung verändert ihre Gehirne. Fabian Westerheide schlägt ein dreistufiges Jugendschutzmodell vor, flankiert von Medien- und KI-Schulungen für Kinder.
Der Streit zwischen Anthropic und dem Pentagon hat in Europa Begehrlichkeiten geweckt: Lässt sich das KI-Unternehmen nach Deutschland oder Europa locken? Anton Leicht vom Carnegie Endowment for International Peace und Philip Fox vom Kira Center halten einen vollständigen Umzug für unrealistisch. Sie plädieren aber dafür, die Gunst der Stunde zu nutzen und mit besseren Rahmenbedingungen zumindest einen Teil der KI-Spitze nach Europa zu ziehen.
Schwache Innovationsaktivität wird zu einer zunehmenden Belastung für den europäischen Industriestandort. Mit einem europäischen Innovationsgesetz möchte die EU gegensteuern. André Wolf vom Centrum für Europäische Politik (Cep) plädiert für einen ganzheitlichen Politikansatz, der auf intelligente Clustersteuerung und gezielte Unterstützung bei der Markteinführung von Innovationen setzt.
Millionen europäische Unternehmen kämpfen täglich mit 27 verschiedenen Rechtssystemen. Das 28. Regime könnte das ändern – aber nur, wenn es für alle gilt.
Start-ups und Scale-ups im DefenceTech-Sektor sind weiter auf außereuropäisches Kapital angewiesen. Maßnahmen der Politik und Änderungen in der Praxis bleiben noch ohne größere Wirkung. Auch eine öffentliche Stigmatisierung hilft nicht weiter. Im Gegenteil.
Warum die Bafin mit ihrer Orientierungshilfe zu KI-Risiken im Finanzsektor seiner Ansicht nach einen bemerkenswert pragmatischen Beitrag zur digitalen Aufsicht leistet, erläutert Sebastian Dosch von Microfin im Standpunkt.
Störungen in kritischen Infrastrukturen wirken oft spektakulär, doch die größten Schäden entstehen meistens durch einfache handwerkliche Fehler in Planung und Betrieb. Ob Bagger, DDoS oder Ransomware: Deutschland muss beim Thema Cybersicherheit konsequenter handeln.
Der neue Gesetzentwurf zur Cybersicherheit markiert einen sicherheitspolitischen Wendepunkt. Der Staat will künftig nicht nur warnen, sondern aktiv digitale Angriffe unterbinden und selbst ausführen. Doch dafür braucht es strenge Regeln, findet Dennis-Kenji Kipker.
Deutschlands Gesundheitswesen muss krisenfester werden, argumentieren fünf Sicherheits- und Gesundheitsexperten anlässlich der heutigen KRITIS-Fachtagung in Berlin. Sie erklären, warum es „Health in all Policies“ auch für Gesundheitssicherheit braucht und welche Voraussetzungen derzeit dafür fehlen.
Das kürzlich in Kraft getretene NIS-2-Umsetzungsgesetz betrifft rund 30.000 Unternehmen in Deutschland – der Großteil davon KMU. Es ist jedoch kein Bürokratiemonster, sondern Europas dringend notwendiges Verteidigungsprogramm im Cyberkrieg.
Bei Drohnen läuft Deutschland einmal mehr Gefahr, in einer Zukunftstechnologie nur Mitläufer statt Gestalter zu sein, kritisiert Gerald Wissel. Der Vorstandsvorsitzende des Branchenverbands UAV Dach fordert rascheres Handeln und politische Entscheidungen, damit die Bundesrepublik den globalen Markt prägen kann.
Was bringt digitale Transformation im Staat wirklich? Statt auf Kürzungen oder KI-Quickfixes zu setzen, müsse Verwaltung ihre IT grundlegend modernisieren und den Mehrwert konsequent messen. Joshua Pacheco und Ann-Cathrin Riedel plädieren dafür, die „Digitalrendite“ endlich zum Maßstab staatlicher Digitalisierung zu machen.
Eigentlich sollte eine neue Verordnung der EU die Antwort auf den Cambridge-Analytica-Skandal sein. Statt die großen Akteure treffen die Regeln aber nun die Gemeinderats-Kandidatin aus Halle, meint Ilyas Heckmann. Der Experte für digitale politische Kommunikation kritisiert: Mit der Verordnung schießt Europa sich ins eigene Knie.
Seit zwei Jahren gilt der Digital Services Act. Für die Aufsicht wurde auch in Deutschland mit dem Digital Services Coordinator eine neue Institution geschaffen. Die vergangenen Jahre waren vor allem von Aufbauarbeit geprägt. Für die Umsetzung braucht es nun einen langen Atem.
Deutschland modernisiert sein Telekommunikationsrecht. Doch beim Glasfaserzugang hakt es bislang weiter, findet Frank Rosenberger, Vorsitzender der Geschäftsführung von 1&1 Versatel. Gerade Unternehmen brauchen mehr als schnelles Internet. Um die Wünsche der Wirtschaft erfüllen zu können, benötigen Netzbetreiber regulierte Zugänge, Dark Fiber und klare Standards.
Über dem AI Impact Summit schwebt eine geopolitische Grundsatzfrage: Wer setzt die Spielregeln für KI – und mit welchem Verständnis von digitaler Souveränität? Deutschland und Indien sollten eine KI-Partnerschaft auf Augenhöhe eingehen und gemeinsame Spielregeln entwickeln, findet Sophia Tawonga Longwe von Wikimedia Deutschland.
Die Regulierung von Datenschutz und Cybersicherheit soll die Gesellschaft schützen. Doch das Geflecht aus Regeln kann bei Überregulierung den ursprünglichen Schutzgedanken und Europas Innovationsfähigkeit gefährden, kommentieren Michael Kreutzer, Annika Selzer und Sarah Stummer vom Nationalen Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit Athene.
Die Debatte über digitale Souveränität greift zu kurz. Nicht einzelne Technologien, sondern Lieferkettensicherheit und belastbare Betriebsstrategien seien ausschlaggebend, schreibt Oliver Heidinger. Als Präsident von IT.NRW weiß er, dass öffentliche Betreiber kritischer Dienstleistungen längst verpflichtet sind, alternative Softwarelösungen zu identifizieren sowie Exit-Strategien und Migrationsoptionen vorzubereiten.
Die Buchbranche in all ihren Zweigen steht wegen KI vor einem großen Umbruch. Einerseits können datenbasierte Entscheidungen die Verlage voranbringen und Kosten reduzieren, andererseits braucht es einheitliche Regularien und den menschlichen Blick, schreibt Peter Kraus vom Cleff. Sonst droht laut Chef des Börsenvereins eine Entwicklung wie bei sozialen Medien.
Der Ruf nach Social-Media-Verbote ist politisch verständlich, aber europapolitisch kurzsichtig. Er ignoriert die ambivalente Forschungslage und riskiert demokratische Entfremdung einer Generation, die bereits Wehrdienst, Schulschließungen und Klimakosten tragen muss. Statt nationaler Schnellschüsse sollte Europa den DSA konsequent umsetzen – mit den Betroffenen, nicht über ihre Köpfe hinweg.
Die Bundesregierung legt bei digitaler Souveränität den Fokus auf theoretische Wechselfähigkeit. Eine auf den Ausnahmefall reduzierte Definition ist jedoch ökonomisch und praktisch verfehlt, sagt Nextcloud-CEO Frank Karlitschek. Digitale Souveränität entsteht nicht dadurch, dass Alternativen bereitliegen, sondern wenn sie im Regelbetrieb genutzt werden.
Mit der Zunahme hybrider Angriffe und angesichts einer angespannten geopolitischen Lage gelangt Sicherheit wieder in den Fokus vieler Unternehmen. Zu oft geht es dabei um punktuelle Maßnahmen, ohne sie in ein gesamtheitliches Bild einzuordnen. Dadurch entstehen Lücken, die Angriffe vereinfachen, schreibt Paul Zenker im Standpunkt.
Die Idee des Deutschland-Stack bringt eine neue Dynamik in die Verwaltungsdigitalisierung. Der Fokus darf dabei aber nicht auf einzelnen Technologien liegen, schreibt Michael Kiefer von SAP, sondern auf einer zusammenhängenden Plattformarchitektur.
Die geplante „Work and Stay“-Agentur soll Deutschland befähigen, ausländische Fachkräfte schnell aufzunehmen und ihnen das Leben und Arbeiten in Deutschland zu erleichtern. Damit die Agentur zu einem Erfolg wird, braucht es mutige Reformen, wie ein aktuelles Positionspapier von PD und Digital Service herausstellt. Christina Rieke Lang vom DigitalService und Philip von Haehling von PD, sind überzeugt: Nur ein weiteres Online-Portal bringt nicht die erhoffte Modernisierung.
Mit dem 28. Regime und der „EU Inc.“ will die EU eine neue, europaweit einheitliche Unternehmensrechtsform schaffen. Das wird aber nicht die gewünschten Resultate zeitigen. Ein Dramolett zur europäischen Rechtswirklichkeit.
Alle reden zwar von digitaler Souveränität und mehr Unabhängigkeit von US-Konzernen, doch in der Praxis passiert zu wenig. Deutsche und europäische Alternativen werden kaum unterstützt. Das hat vor allem drei Gründe.
Internetnutzende sind zunehmend ermüdet. Da kann Datenschutz noch so sinnvoll sein, nach seitenlangen Ausführungen und Auswahlmöglichkeiten wird den Cookies doch kollektiv zugestimmt. Dabei gibt es Alternativen und Ansätze, die Digitalregulierungen insgesamt stärken.
Drohen EU-Regularien wie der AI Act und künftig Fida sowie Bafin-Vorgaben europäische KI-Initiativen im Finanzbereich abzuwürgen? Ganz und gar nicht: Regulatorik und Innovation sind keine Gegensätze und befruchten sich gegenseitig. Für Unternehmen bilden sie die Chance, sich vor die Welle zu setzen und dem Wettbewerb einen Schritt voraus zu sein.
Unter dem Versprechen von digitaler Unabhängigkeit verschiebt sich Macht zu Staaten und Konzernen. Irans Abschaltungen zeigen, wie schnell „Souveränität“ zur Legitimation von Kontrolle wird. Das sollte auch für Europa eine Warnung sein.
In Baden-Württemberg ist Landtagswahl. Bisher ist die Digitalisierung dort im Innenministerium untergebracht. Warum es neben Hessen auch dort ein eigenständiges Digitalministerium braucht, argumentiert Jonas Hoffmann, MdL und Digitalausschussmitglied.
KI-Agenten analysieren unsere Verhaltensweisen und versuchen anhand dessen, das Denken der Nutzenden zu steuern. Deshalb besteht Nikolai Horn von der Denkfabrik iRights Lab auf ein Grundrecht auf kognitive Selbstbestimmung. Im KI-Zeitalter sei das freie Denken ein zentrales Schutzgut, das rechtlich abgesichert werden müsse.
Wenn der Markt versagt, braucht es neue Regeln, die Verbraucher:innen schützen und den Wettbewerb sichern. Beim Internet-Zusammenschaltungsmarkt liegt aber kein Marktversagen vor. Neue Regeln sind daher nicht notwendig. Die Zusammenschaltung funktioniert – bis auf wenige Einzelfälle. Wo vereinzelt Streitigkeiten auftreten, reichen die bestehenden Regeln aus. Der von der EU-Kommission vorgeschlagene Streitbeilegungsmechanismus verunsichert den Markt.
Heutzutage übernehmen KI-Agenten zahlreiche repetitive Aufgaben, sie können sogar die Urlaubsplanung gestalten. Doch diese neue Bequemlichkeit birgt auch Gefahren, denn öffentliche Diskussionen verlagern sich zunehmend vom allgemein zugänglichen Internet in private, einzelne KI-Antworten. Der Datenwissenschaftler Matthias Böck ruft zu mehr Eigenverantwortung auf.
Sicherheitsbedenken sind der Hauptgrund, wenn Menschen der elektronischen Patientenakte widersprechen. Dass sie so schnell wie möglich geschlossen werden müssen, ist für die Datenschutzbeauftragte Louisa Specht-Riemenschneider und Christian Groß, Leitungsstab der BfDI keine Frage. Doch viele wissen gar nicht, was in den Einstellungen möglich ist, wie das Datenbarometer zeigt.
Die Nutzung von Open-Source-KI kann schon jetzt Milliardenbeträge sparen. Ob der Vorsprung und die hohen Bewertungen vieler KI-Firmen dauerhaft sind, ist daher fraglich, glaubt Mark Surman. Gerade Regierungen sollten daher Open-Source-Modelle in ihre Strategien einbinden.
Deutschland debattiert leidenschaftlich über Heizungsgesetze und Verbrenner, übersieht aber das eigentliche Nadelöhr: die veraltete Energieinfrastruktur. Die Zahl dezentraler Anlagen wächst exponentiell. Dennoch wird versucht, dieses neue komplexe System mit Verwaltungsmethoden der Vergangenheit zu steuern. Björn Waide von Lynqtech analysiert, warum das nicht aufgehen kann. Er empfiehlt, Infrastrukturprobleme als Software-Herausforderung zu begreifen.
Ohne wachsende Start-ups stagniert Produktivität. Europas fragmentierter Binnenmarkt bremst Innovation und Investitionen. Der Vorschlag eines „Regime 0“ würde das ändern – und jungen Firmen die Expansion erleichtern, ohne nationale Regeln anzutasten.
Was macht gutes Marketing in Zeiten von KI-Bild- und Videogeneratoren aus? Zwar sparen Unternehmen durch die Nutzung von KI-Tools Produktionskosten, riskieren damit aber auch einen Vertrauensverlust ihrer Kunden.
Während das NIS-2-Umsetzungsgesetz in Deutschland Sicherheitsrisiken minimieren soll, adressiert das Gesetz die Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern in deutschen Telekommunikationsnetzen nicht. Dabei gibt es für Stefan Laun von Samsung Electronics eine Lösung: Deutschland sollte auf offene Schnittstellen und die Open-Ran-Technologie setzen, wie es in vielen Ländern längst Praxis ist.
2026 wird für Europa unbequem, sagt Andreas Liebl, Managing Director bei Applied AI. Das erfordert von Politik, Wirtschaft sowie Gesellschaft eine neue Ehrlichkeit zu notwendigen Investitionen und strukturellen Reformen.
AI Companions hören zu, helfen beim Lernen und vermitteln ein Gefühl von Nähe, ohne zeitliche oder soziale Barrieren. Doch weil KI menschliche Reaktionen täuschend echt simuliert, geht das Bewusstsein für die Künstlichkeit des Gesprächspartners verloren. Eine Regulierung, die die Risiken begrenzt, ohne die Potenziale der Technologie zu ersticken, ist dringend nötig.
Biometrische Daten, Datenbanken mit sensiblen Informationen, KI-Training, oder der (automatisierte) Abgleich mit sozialen Netzwerken – die Vorhaben der Regierung werden stark kritisiert. Auch von der Gesellschaft für Informatik, die von der Regierung Transparenz fordert.
Spätestens seit das Münchner Landgericht das Softwareunternehmen Open AI und seine Künstliche Intelligenz ChatGPT in die Schranken gewiesen hat, ist der Wettstreit zwischen KI und menschlichen Urhebern im Schöpfungsprozess in eine neue Runde gegangen. Die Auswirkungen des Urteils spürt auch der Buchhandel, meint Frederik Palm, und sieht darin auch Chancen.
Europa investiert Milliarden in KI-Infrastruktur und riskiert dennoch neue Abhängigkeiten: 19 KI-Fabriken und fünf Gigafabriken schaffen noch keine Souveränität, solange Verträge intransparent bleiben und die Umsetzung fragmentiert ist.
Während in Australien seit gestern ein Social-Media-Verbot für Unter-16-Jährige in Kraft ist, verliert sich Deutschland in Bedenken und Debatten über Medienkompetenz. Dabei ist solch ein Verbot längst überfällig, wie die Erfahrungen aus dem technologieverliebten Kalifornien zeigen.
Deutschland hat eine Modernisierungsagenda, aber noch keinen modernen Staat. Der Durchbruch kommt erst, wenn Bund, Länder und Kommunen sie gemeinsam mit Leben füllen: mit Experimentiermut, Transparenz und dem Ziel, Verwaltung bis 2040 spürbar besser und vertrauenswürdig zu machen.
Die Debatte zum Digital-Omnibus ist gerade erst eröffnet. Unternehmen sollten im laufenden Verfahren ihre Expertise einbringen und ihre internen Grundlagen stärken – also bessere Governance, klare Prozesse und robuste technische Strukturen schaffen. Denn es gilt: Regulierung folgt stets der technischen Entwicklung, und die wird schneller, nicht einfacher.
Seit 2021 darf in Deutschland legal online gezockt werden. Doch die Risiken sind weiterhin groß: schwache Schutzregeln, hohe finanzielle Gefahren und ein florierender illegaler Markt. Besonders problematisch sind die ständige Verfügbarkeit und ein Einzahlungslimit, das viele Spieler in die Überschuldung treiben kann, schreibt Konrad Landgraf vom Fachverband Glücksspielsucht im Standpunkt.
Social Media bleibt für viele Minderjährige ein riskanter Ort – deshalb diskutieren immer mehr EU-Länder Verbote nach australischem Vorbild. Doch solche Maßnahmen greifen zu kurz, findet Lena-Maria Böswald. Europa verfügt längst über ein starkes digitales Regelwerk. Was fehlt, ist nicht mehr Regulierung, sondern die konsequente Umsetzung der bestehenden Gesetze.
Mit der Forderung, DMA und DSA zu lockern, hat sich Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche die falschen Ziele gesucht, sagt Stepstone-Chef Sebastian Dettmers. Wer diese Gesetze schleife, hilft nicht der deutschen Wirtschaft, sondern großen Tech-Plattformen. Er sieht in dem Vorstoß aber auch einen Ausdruck von „Compliance-Fatigue“.
Die Verwaltung steht vor der Herausforderung, Künstliche Intelligenz nicht nur als technische Neuerung zu begreifen, sondern als strategisches Instrument für eine moderne, effiziente und bürgernahe Verwaltung. Doch dazu braucht es eine klare, übergreifende Strategie.
In der Debatte über die digitale Souveränität geht es derzeit viel um Grundsatzforderungen. Dabei wissen wir doch aus der Praxis: Souveränität entsteht nicht durch Abschottung, sondern durch technologische und organisatorische Schutzketten. Ein Plädoyer für eine realistischere Herangehensweise.