Die Deutschen sind weder Digitalskeptiker noch KI-Verweigerer. Der Technikradar von Acatech zeigt, dass sie Nutzen und Risiken neuer Technologien sorgfältig abwägen. Sie wünschen sich jedoch, dass Innovationen dem Gemeinwohl dienen und nicht nur Einzelinteressen – und sie wollen beim Einsatz umstrittener Technologien mitentscheiden.
Zwischen der Datenschutzgrundverordnung und der Verordnung für Künstliche Intelligenz (KI) schlägt der „Bridge Blueprint“ eine Brücke: Das Papier macht sichtbar, wie Datenschutz und KI-Regeln ineinandergreifen und so die Basis für eine wertebasierte, souveräne und innovative digitale Zukunft Europas legen.
Die Debatte ums Durchführungsgesetz zur KI-Verordnung zeigt ein Grundproblem: Föderale Kleinstaaterei im Datenrecht bremst Innovation. Der Handelsverband Deutschland fordert zentrale Marktaufsicht, einheitliche Auslegung und praxisnahe Umsetzung, damit Unternehmen investieren, mehr Rechtssicherheit gewinnen und Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig gesichert wird.
Die Geschichte des iPhones zeigt: Viel technologischer Fortschritt lässt sich letztlich auf den Wunsch zurückführen, die Gesellschaft inklusiver zu gestalten. Gleichzeitig bringt die Digitalisierung auch neue Formen der Ausgrenzung mit sich, warnt Sebastian Felix Zappe vom Verein „Sozialhelden“. Aus seiner Sicht sollten Unternehmen und Behörden schon aus Eigeninteresse prüfen, inwiefern ihr nächstes Digitalprojekt Teilhabe fördert oder verhindert.
Im Koalitionsvertrag ist nicht nur die Reform der Datenschutzaufsicht verankert. Dort findet sich auch der klare Auftrag, eine neue Kultur der Datennutzung zu schaffen. Der Erfolg beider Anliegen ist eng miteinander verknüpft. Denn Strukturen allein reichen nicht, wenn sich der Umgang mit Daten nicht auch verändert, meint Moritz Holzgraefe, Vizepräsident des BVDW.
Europa bekommt mit dem Data Act die Chance, das volle Potenzial industrieller Daten zu heben. Wer jetzt seine Datenströme öffnet, vernetzt und strategisch nutzt, hilft dabei, Europa in Führung zu bringen.
KI-Systeme ziehen Inhalte aus Nachrichten heraus und verbreiten sie. Medienhäuser müssen darauf reagieren und sich Standards setzen. Als KI-Anbieter für Redaktionstools sieht sich der Open-Mind-Chef Tor Kielland als Teil des Problems, aber auch als Teil der Lösung.
Im aktuellen „Eco Branchenmonitor Internetwirtschaft“ finden sich signifikante Unterschiede in der Nutzung von KI zwischen Ost- und Westdeutschland. Bei der Aufgabe der digitalen Transformation Deutschlands wird diese Entwicklung von besonderem Interesse sein, da sie tief in die Fragen von digitaler Ungleichheit und wirtschaftlicher Teilhabe eingreift.
Im europäischen Telekommunikationsmarkt gibt es kaum grenzüberschreitende Angebote für Endkunden. Jedes Land kocht sein eigenes Süppchen. Die EU strebt nun mit dem Digital Networks Act einen echten Binnenmarkt für Telekommunikation an. Statt wackeliger Leitplanken auf nationaler Ebene sollte das Thema EU-weit angegangen werden, schreibt Rickmann von Platen von Freenet.
Die deutsche Rechenzentrumsstrategie könnte zum „Bau-Turbo“ für eine digitalisierte Wirtschaft werden, glaubt Luka Kim von Vantage Data Centers. Was sich dafür beim Thema Planungs- und Genehmigungsverfahren ändern muss, schreibt er im Standpunkt.
Operative Souveränität scheitert in der Praxis an zentraler Abhängigkeit. Sogar Microsoft unterliegt trotz regionaler Rechenzentren und technischer Sicherheitsvorkehrungen der US-Rechtsordnung – mit Zugriffspflichten, die im Ernstfall europäische Kontrolle aushebeln. Digitale Souveränität ist nicht dort gegeben, wo der Server steht, warnt Benjamin Schilz, CEO von Wire.
Da das digitale Fundament der EU gelegt ist, entscheidet sich nun, ob Unternehmen in einem klaren, einheitlichen Rechtsrahmen arbeiten können oder ob sie im Flickenteppich nationaler Sonderwege stecken bleiben. Berlin muss sich in Brüssel dafür einsetzen, dass Evaluierungen nicht nur juristische Detailprüfungen sind, sondern echte Praxis-Checks.
Dank einheitlicher Standards müssen Unternehmen ihre Produkte nicht an jedes EU-Land anpassen. Sich auf solche Standards zu einigen, kann einige Zeit dauern, so auch im Falle des digitalen Produktpasses. Dabei birgt der Pass das Potenzial, Bürokratie abzubauen – entgegen der weitläufigen Wahrnehmung.
Es ist Zeit, die dreisten Angriffe auf die regulatorische Souveränität der EU durch die Trump-Regierung mit harten Gegenmaßnahmen zu beantworten, fordern Max von Thun und Matthias Spielkamp in einem offenen Brief an die EU-Kommission.
Während Eltern noch über Tiktok-Zeiten oder Whatsapp-Stress diskutieren, zieht mit den „AI Companions“ bereits die nächste Herausforderung ins Kinderzimmer ein: Künstliche Intelligenzen, die als Freunde auftreten und Jugendliche in stundenlange Gespräche verwickeln. Warum Verbote allein nicht helfen und wie Eltern ihre Kinder wirksam begleiten können.
Das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen soll die öffentliche Infrastruktur umfassend modernisieren. Dafür müssen die Mittel dort eingesetzt werden, wo private Finanzierung nicht trägt, und Mitnahmeeffekte vermieden werden. Am Beispiel des Breitbandausbaus zeigen drei Ökonomen, was künftig besser laufen muss.
In 35 Forderungen hat die „Initiative für einen handlungsfähigen Staat“ vor wenigen Wochen ihre Ideen für eine umfassende Modernisierung des Staates zusammengefasst. Für Govtech-Unternehmer Andreas Michel ist der Abschlussbericht ein mutiges und klares Papier – mit einem blinden Fleck.
Cloud-Anbieter aus den USA dominieren den Markt in der EU, doch wird ihre Nutzung zunehmend riskanter: Nicht zuletzt wegen Eingriffen der US-Regierung bei Aufsicht und Anbietern wächst die Unsicherheit, schreibt Sebastian Dosch von Microfin. Europäische Unternehmen müssten deshalb rasch daran arbeiten, sich konkret auf einen schrittweisen Ausstieg vorzubereiten.
Zwischen ambitionierten KI-Strategien und unternehmerischer Realität klafft eine Lücke. Wagniskapital kann diese schließen – als struktureller Brückenbauer zwischen staatlichen Zielen und privatwirtschaftlicher Innovation.
Nach 100 Tagen ist klar: Wenn die Bundesregierung ihre selbst gesteckten Ziele erreichen will, muss sie Prioritäten setzen, Zuständigkeiten festlegen und richtig loslegen. Entscheidend für den Start-up-Standort ist nicht, wer was macht, sondern was am Ende herauskommt, sagt Christoph Stresing.
Der Staat hat viel Geld in den Aufbau von Data Spaces investiert. Jetzt ist es Zeit, die Verstetigung anzugehen. Und zwar systematisch, fordern Thomas Hess und Christoph Egle vom Bayerischen Forschungsinstitut für Digitale Transformation (Bidt).
Damit autonome KI-Agenten verantwortungsvoll und sicher eingesetzt werden können, braucht es zentrale politische Weichenstellungen, schreibt Barbara Holzer von Salesforce in ihrem Standpunkt. Dazu gehört eine flexible, technologieoffene Regulierung, die global abgestimmt wird.
Datenschutz ist nicht das größte Digitalproblem deutscher Unternehmen – es ist schon eher die Datenqualität, findet die Forscherin Ramona Casasola-Greiner vom Zentrum für digitalen Fortschritt D64. Veraltete, unvollständige oder unstrukturierte Daten würden Innovationen bremsen und das Vertrauen in neue Technologien schwächen.
Die UN-Konferenz „WSIS+20“ soll im Dezember wichtige Weichen für die künftige Internet-Governance stellen. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die aktuellen globalen Machtfragen den Prozess prägen werden.
Nach einem Jahr mit dem AI Act wird deutlich: Es gibt gute Gründe, die Nutzung Künstlicher Intelligenz zu regulieren. Doch an vielen Stellen bedroht die Verordnung die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft. Denn vor allem das Zusammenspiel mit dem Produktsicherheitsrecht funktioniert nicht.
Künstliche Intelligenz steigert die weltweite Stromnachfrage deutlich. Doch es zeigt sich auch: Die Technologie wird immer effizienter und günstiger. Gerade dadurch nimmt aber auch die Nutzung zu. Um den Elektrizitätsbedarf für KI gesellschaftlich und ökologisch tragbar zu halten, schlägt der KI-Berater Benjamin Eidam die Einführung eines CO2-Preises für KI und eine stärkere Überwachung der Emissionen großer Systeme vor.
Die Monitoringstelle der Bundesnetzagentur, die den mutmaßlichen Doppelausbau bei Glasfasernetzen untersuchen sollte, hat ihren Abschlussbericht veröffentlicht und stellt den Betrieb ein. Sie hat keine Hinweise auf systematische Wettbewerbsverstöße gefunden. Frederic Ufer rätselt über dieses Ergebnis. Aber der Bericht habe auch seine positiven Seiten, schreibt der VATM-Geschäftsführer im Standpunkt.
Ein gesetzlich verordneter Glasfaser-Ausbau in Wohngebäuden? In einem gemeinsamen Standpunkt kritisieren Ingeborg Esser vom GdW Bundesverband und Philipp Müller von ANGA Breitband geplante Maßnahmen der Bundesregierung und warnen vor negativen Folgen für Investitionen und Akzeptanz. Kooperation statt Regulierung sei der bessere Weg.
Italien geht gegen Steuerbetrug im Onlinehandel konsequent vor – mit Milliardenforderungen und klaren Haftungsregeln. Deutschland hingegen sammelt zwar Daten, nutzt sie aber kaum, kritisiert Roger Gothmann. Warum das deutsche Zaudern gegenüber den E-Commerce-Anbietern aufhören muss, erläutert der Geschäftsführer und Co-Founder von Taxdoo im Standpunkt.
Mit der Hightech-Agenda präsentierte die Bundesregierung wichtige Initiativen rund um Robotik und Künstliche Intelligenz (KI). Nun gilt es, die guten Ansätze umzusetzen, fordert Werner Kraus vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung.
Das Bundesinnenministerium hat einen neuen Entwurf für das Sicherheitspaket vorgelegt. Aus zivilgesellschaftlicher Perspektive erfüllt der Entwurf die schlimmsten Erwartungen, schreiben Erik Tuchtfeld von D64 und Simone Ruf vom Center for User Rights. Die Befugnisse der Sicherheitsbehörden sollen massiv ausgeweitet werden, während Sicherheitsmechanismen gestrichen wurden.
Die Automobilbranche ist auf robuste Open-Source-Software angewiesen. Doch um Entwicklung und Pflege kümmern sich oft Ehrenamtliche und unzureichend finanzierter Betreuerteams. Ein EU-weiter Sovereign Tech Fund könnte hier Abhilfe schaffen, schreiben Markus Rettstatt und Magnus Östberg von Mercedes Benz.
Transparenz und negative gesellschaftliche Effekte spielen für Kapitalgeber:innen bei Investments in KI eine immer größere Rolle. Dass im KI-Praxisleitfaden Transparenzvorgaben gestrichen wurden, hält Tina Dreimann für eine Chance. Mehr Freiraum für Eigenverantwortung könne den Wettbewerb um glaubwürdige Vertrauensstandards sogar ankurbeln.
Das letzte Puzzlestück für den Forschungszugang für nicht öffentlich verfügbare Plattformdaten ist da. Die Aufgaben für DSCs, Forschende und Plattformen sind nun klar verteilt. Die Wissenschaftler:innen Lukas Seiling, Jakob Ohme, Claes Holger de Vreese und Ulrike Klinger warnen davor, das Vertrauen auf allen Seiten nicht zu enttäuschen und schnell zu liefern.
Wissenschaftler:innen setzen auf Künstliche Intelligenz (KI), um die Forschung besser zu machen. Gleichzeitig bedrohen massenhaft KI-generierte Paper die akademische Glaubwürdigkeit. Daher brauche es rigorose Prüfungen und Aufklärung der Akteure, fordert Laura Hassink vom Wissenschaftsverlag Elsevier.
Vor wenigen Wochen hat die US-amerikanische FDA angekündigt, generative KI tief in ihre Prozesse zu integrieren: eine eigene KI-Plattform, ein Chief AI Officer, der Einsatz in kritischen Review-Bereichen. Das ist kein Experiment, sondern der Beginn eines Systemwechsels mit globaler Strahlkraft, meint David Boutellier, Mitgründer und CEO des Start-ups REMATIQ.
Technologien entwickeln sich exponentiell, während Organisationen sich bestenfalls logarithmisch anpassen. Ambidextrie ist ein Ansatz, mit dem Unternehmen und Behörden das ändern können. Innovationsberater Oliver Kemmann erklärt, wie damit neue Ideen in den Regelbetrieb integriert werden können und was Führungskräfte sich von Gärtnern abschauen sollten.
Während führende Nationen Milliarden in ihre technologische Zukunft investieren, droht Europa ins Hintertreffen zu geraten. Werden wir die Herausforderungen annehmen und Innovation sowie Souveränität sichern? In drei Szenarien gibt Andreas Liebl, Geschäftsführer der Applied AI Initiative, Einblick in mögliche Entwicklungswege und konkrete Maßnahmen, die auf politischer Ebene dringend ergriffen werden sollten.
Digitale Souveränität wird überall diskutiert. Doch wie Europa unabhängig werden kann und wie stark unabhängig es werden soll, sind sich nicht alle einig. Daniel Fallmann spricht sich für einen „neuen Pragmatismus“ aus.
Verwaltungsdigitalisierung hat ein Problem: Die Politik vernachlässigt ihre Führungsaufgabe. Statt genuin digitale Prozesse und Architektur einzufordern und zu gestalten, lässt sie bestehende Gesetze elektrifizieren. Florian Breger von IBM macht Vorschläge, wie es besser geht.
Der Deutschland-Stack ist zur Projektionsfläche geworden: Unterschiedlichste Akteur:innen deuten den Stack aus ihrer jeweiligen Perspektive und ordnen ihre Projekte kurzerhand dem Stack zu. Doch so verwässern sie den eigentlichen Kern, schreibt Thilak Mahendran von der Agora Digitale Transformation. Eine präzise Definition muss her.
Die schwarz-rote Regierung will prüfen, ob Europa neue Haftungsregeln für Künstliche Intelligenz braucht. Doch die EU-Kommission hat eine von ihr geplante KI-Haftungsrichtlinie nicht ohne Grund auf Eis gelegt, meint Anja Käfer-Rohrbach. Das geltende Recht ist technologieoffen. Es schafft schon heute Klarheit in Haftungsfragen und lässt Raum für Innovation.
KI-Reallabore sind nicht dafür gedacht, eine Vielzahl von Anwendungen pauschal durchzuschleusen. Das gezielte Lernen an wenigen, besonders innovativen KI-Anwendungen steht im Fokus – genau dort, wo rechtliche Unsicherheit besonders groß ist. Wo muss der Rechtsrahmen weiterentwickelt werden, um Innovation rechtssicher und verantwortungsvoll zu ermöglichen?
Deutschland braucht eine Kehrtwende in der digitalen Bildung – und zwar jetzt. Während andere Nationen ihre Bildungssysteme strategisch auf die digitale Zukunft ausrichten, droht Deutschland im globalen Wettbewerb, um die besten Köpfe zurückzufallen. Die Lösung liegt in einer radikalen Neuausrichtung unserer Bildungslandschaft.
Was schützt, muss auch zugänglich sein. Wer digitale Sicherheit ohne Barrierefreiheit denkt, riskiert Ausgrenzung und verliert Vertrauen. Das neue Barrierefreiheitsstärkungsgesetz zeigt: Teilhabe ist keine Nebensache mehr, sondern Voraussetzung für Resilienz im digitalen Raum, findet Ari Albertini von FTAPI.
Entwicklungszusammenarbeit braucht Technik. Wissen und Toolkits werden noch oft als PDFs und Downloads veröffentlicht. Aber wo sind Sprachassistenten, interaktive Modelle und intelligente Frühwarnsysteme? Semuhi Sinanoglu vom German Institute of Development and Sustainability fordert ein Technologie-Upgrade.
In der zweiten Amtszeit von Donald Trump als US-Präsident fangen politische Garantien an zu bröckeln. Deshalb braucht es technische Lösungen für Datensicherheit. Verschlüsselte Kommunikation ist eine davon.
In dieser Woche geht die Initiative zum beschleunigten Netzausbau erneut zur Beratung in den Bundestag. Eine gute Gelegenheit für die Politik, zu zeigen, dass es ihr ernst ist mit der Digitalisierung, schreibt Telefónica-CEO Markus Haas im Standpunkt. Die neue Regierung habe bereits Zeichen für eine Beschleunigung gesetzt. Das sei gut, reiche aber noch nicht, um Deutschland zu einem digitalen Spitzenreiter zu machen. Noch fehle vor allem Mut.
In Europa und Deutschland braucht es mehr als nur die Durchsetzung von bestehendem Recht, um die digitale Demokratie zu verteidigen, findet Astrid Deilmann von Campact. Nötig ist ein langfristig angelegtes digitales Investitionspaket seitens der Bundesregierung, inklusive der Förderung zivilgesellschaftliche Plattformprojekte und Factchecking-Organisationen.
Die wichtigste Wissenschaftskonferenz für Datenmanagement findet erstmals in Berlin statt. Volker Markl erklärt, welche technologischen Trends und Entwicklungen dort diskutiert werden und wie die Verarbeitung von massiv verteilten Datenströmen auch im Krankenhaus eingesetzt werden kann.
Russische Agenten, Cyberattacken und Drohnenüberflüge bedrohen Deutschland. Doch während die hybriden Angriffe Teil einer Gesamtstrategie sind, fehlt es an ganzheitlichen Gegenkonzepten. Doch die braucht es für eine glaubhafte Abwehr, schreibt Christopher Nehring.
Die Fähigkeit Europas, die Kontrolle der auf dem Kontinent angebotenen und genutzten digitalen Produkte, Dienstleistungen und Infrastrukturen wiederzuerlangen, setzt auch voraus, dass die massive Abhängigkeit von ausländischen Anbietern beim Aufbau und der Vermittlung digitaler Kompetenzen beendet wird, schreiben Sebastiano Toffaletti, Kai Zenner und Francesco Bonfiglio.
Wer bei Künstlicher Intelligenz vorn mitspielen will, muss als Volkswirtschaft die notwendige Energie für die Rechenzentren bereitstellen, argumentiert Dennis Gottschalk. Die USA und andere Länder wollen dafür neue Kernreaktoren bauen. Wenn Deutschland dies ausschließt, droht ihm auf dem KI-Markt das Abseits, warnt der Kernenergie-Experte von Arthur D. Little.
Social-Media-Verbote werden derzeit auf höchster politischer Ebene diskutiert. Der Elefant im Raum ist dabei die Umsetzung von Alterskontrollen im Netz. Im Standpunkt führt Svea Windwehr aus, weswegen Verbote nicht die Antwort sein können und was es stattdessen – von den Plattformen – bräuchte.
Künstliche Intelligenz kann gesellschaftliche Herausforderungen lösen – doch viele zivilgesellschaftliche Organisationen stehen vor großen Hürden. Ihnen fehlen Ressourcen, Know-how und Zugang zu relevanten Daten, bemängeln Julian Stubbe und Noah Damschke von der Geschäftsstelle Civic Coding. Im Standpunkt erläutern sie, wie eine gemeinwohlorientierte KI-Zukunft gelingen kann.
Globale Datenströme sind essenziell für Wirtschaft und Gesellschaft – und zugleich in Zeiten steigender geopolitischer Spannungen ein Sicherheitsrisiko, warnen die Juristen Moritz Hennemann und Alexander Wehde. Die Abhängigkeit von Daten mache deshalb neue Regulierungen und eine „Datenrealpolitik“ erforderlich, schreiben sie im Standpunkt.
Charles Giancarlo, der Geschäftsführer des Datenspeicher-Anbieters Pure Storage, verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der IT-Branche. Er drängt darauf, dass die Europäer ihre Rechenzentren schnell modernisieren. Sonst drohten Wettbewerbsnachteile, weil die Zentren derart viel Energie verschlingen.
In Deutschland sind viele Gründungszentren entstanden. Allerdings oft auch mit wenig Relevanz fürs Ökosystem. Statt um Gründer:innen geht es zu häufig um lokale Sichtbarkeit – nicht immer um tatsächlichen Bedarf, kritisiert Jasper Roll.
Damit Deutschland und Europa digital souverän werden können, braucht es mehr als eine Open-Source-Quote. Stattdessen sollte die Digitalwirtschaft in ihrer ganzen Breite mobilisiert werden, schreibt Oliver Grün, Präsident des Bundesverbands IT-Mittelstand (Bitmi).
Was bringt die Digitalisierung der Verwaltung wirklich? Statt allein auf Kosten und Technik zu schauen, müsse der Nutzen für Bürger:innen und Gesellschaft in den Fokus rücken, schreibt Joshua Pacheco vom Digital Service im Standpunkt – und zeigt mit der „Digitalrendite“, wie die digitale Transformation sinnvoll messbar werden soll.
Was die neue Bundesregierung aus Union und SPD in ihrem Koalitionsvertrag zur Bildung und Digitalisierung verspricht, klingt gut – doch wo bleibt der große Wurf? Eine echte Strategie für KI, Arbeit und Lernen fehlt, findet Sven Schütt, CEO der IU Internationalen Hochschule. Ohne radikale Ideen drohe Deutschland den Anschluss zu verlieren, warnt er im Standpunkt.
Künstliche Intelligenz ist keine neutrale Technologie, sondern auch eine Ideologie, schreiben Aline Blankertz von Rebalance Now und KI-Ethik-Professor Rainer Mühlhoff. Doch die Heilsversprechen von Singularität haben nichts mit der technischen Realität zu tun und lenken von drängenden Problemen ab.
Die Dominanz von Big Tech bedroht nicht nur den Wettbewerb, sondern zunehmend auch die Demokratie, warnt Yasmin Fahimi. Die DGB-Vorsitzende kritisiert die Allianz aus Marktmacht und libertärer Ideologie und sieht die EU vor der Herausforderung, digitale Souveränität und Grundrechte zu schützen.
Wenn SAP, Telekom und andere ihre Gleichstellungsinitiativen beenden, dann ist das nicht nur ein Rückschlag für gesellschaftliche Errungenschaften, findet Jutta Horstmann. Die deutschen Unternehmen machten sich aus Opportunismus gemein mit dem US-amerikanischen Unrechtsstaat. Dieser Mangel an Haltung, solle uns ein Lehrstück sein – schließlich vertrauten wir diesen Unternehmen unsere privatesten Daten, unsere digitale Infrastruktur und unsere demokratischen Prozesse an.
Meta möchte sein KI-Modell mit den historischen Daten seiner erwachsenen Nutzer:innen füttern. Verbraucherschützer werfen Meta vor, damit die DSGVO zu verletzen. Laut David Pfau geht es bei dem Streit um eine Grundsatzfrage, die viele weitere Unternehmen betrifft. Wer den Datenschutz ernst nimmt, muss auch die Realität datenbasierter Technologien anerkennen, findet er.
Trumps erratische Politik ist ein Geschenk an Europa. Danke für den Schocker. Der hilft bei der Selbstfindung. Ein Standpunkt von Rafael Laguna de La Vera und Sachbuchautor Thomas Ramge.