Während große KI-Modelle sehr komplex und energieaufwendig sind, zeigt eine neue Generation kompakter Systeme, dass Innovation auch anders funktioniert: Hybride Ansätze verbinden symbolische und numerische Methoden zu leistungsfähigen und oft spezialisierteren Lösungen. Diese Entwicklung könnte den industriellen Einsatz von KI stark beschleunigen, schreibt Professor Wolfgang Wahlster im Standpunkt.
Immer mehr Jugendliche nutzen generative KI zur Ausbildungsrecherche. Felix von Zittwitz, CEO der Online-Berufsberatung, warnt vor Risiken, die den Fachkräftemangel verstärken und die Vielfalt der Ausbildungsberufe gefährden könnten. Es braucht mehr Transparenz und Verantwortungsbewusstsein dafür, wie Datenräume strukturiert sein müssen, damit auch weniger prominente Berufswege in der algorithmischen Berufsberatung eine faire Chance bekommen, schreibt von Zittwitz.
Der Digitale Omnibus der EU hatte schon vor seiner Vorstellung massive Kritik ausgelöst. Anhand des inzwischen vorliegenden offiziellen Kommissionsentwurfs ordnet Christiane Wendehorst das Gesetzesvorhaben ein. Dabei findet sie viele sinnvolle und teils auch überfällige Anpassungen im EU-Digitalrecht.
Der Staat muss digitale Räume schützen, um die Grundrechte der Bürger:innen wirksam zu bewahren. Gleichzeitig wachsen technische Herausforderungen, die Outsourcing kaum vermeidbar machen. Sarah Rachut, Rechtsprofessorin an der TU Braunschweig, erläutert im Standpunkt, was das für die digitale Souveränität bedeutet, besonders in sensiblen Bereichen wie der Polizeiarbeit.
Gemeinsam sollten sich Deutschland und Frankreich auf eine europäische Priorität für digitale Dienste einigen, fordert Frankreichs Digitalministerin Anne Le Hénanff. Dies sei die verantwortungsvolle Wahl, schreibt sie im Standpunkt. Denn europäische Innovationen zu priorisieren bedeute nicht, andere auszuschließen, sondern Abhängigkeiten zu überwinden.
Der europäische Gipfel in Berlin bietet die Gelegenheit, die theoretischen Debatten zur „digitalen Souveränität“ hinter sich zu lassen, um endlich ins Machen zu kommen. Denn was nun gebraucht wird, liegt auf der Hand.
Was sollte auf der Agenda des Gipfels zur digitalen Souveränität stehen? Amin Oueslati und Jonathan Schmidt von The Future Society argumentieren, dass es ehrgeizige Ziele und Initiativen braucht. Souveränität darf nicht zum bloßen Schlagwort verkommen.
Wenn die NIS-2-Richtlinie beschlossen ist, geht es um eine effiziente Umsetzung. Denn neue gesetzliche Pflichten machen noch keine bessere IT-Sicherheit. Auch im Haushalt müssen entsprechende Mittel für Personal eingeplant werden.
Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste sollen ein neues, modernes Funknetz bekommen. Dafür brauchen wir angesichts zunehmender Krisenlagen eine schnelle und effiziente Lösung. Denn dieses Mal muss die Umsetzung gelingen. Alles andere können wir uns unter aktuellen Voraussetzungen kaum leisten.
In einer Woche beginnt der deutsch-französische EU-Gipfel zur digitalen Souveränität. Andreas Kadler, CEO von Plusserver, hofft auf einen verbindlichen Aktionsplan. Damit europäische Provider mit den US-Cloud-Größen mithalten können, braucht es Kapital und politische Rückendeckung, etwa durch die Förderung offener Standards und eine koordinierte Beschaffungspolitik.
Erfolgreiche Digitalpolitik setzt nicht auf Kontrolle, sondern auf Kompetenz. Für Europa heißt das: Digitale Souveränität kann nur mit einem echten Binnenmarkt, internationalen Partnerschaften und ökonomischem Sachverstand statt rechtlicher Formalisierung gelingen.
Viele Unternehmen setzen derzeit darauf, beim Glasfaserausbau miteinander zu kooperieren. Dabei stand die Strategie der Deutschen Telekom zuletzt mehrfach in der Kritik der Wettbewerber. Nun meldet sich Thilo Höllen, Leiter der Breitbandkooperationen bei der Telekom, selbst zu Wort in der Debatte.
Der Ruf nach weniger Regeln ist laut – und bequem. Ohne verlässliche Leitplanken entstehen Unsicherheit, Machtkonzentration und Stillstand. Entscheidend ist es nicht weniger, sondern koordiniert und vorausschauend zu regulieren. Wie ein lernendes System aus Szenarien, Planspielen und Früherkennung politische Sackgassen verhindert.
Fast alle deutschen Behörden nutzen Microsoft-Produkte – mit gravierenden Folgen für Wettbewerb und Kosten, kritisiert Professor Torsten Oltmanns von der Berliner Quadriga Hochschule. Die Informationshoheit liege beim Konzern, weshalb echte Verhandlungen über Preise kaum möglich seien. Transparenz und offene Schnittstellen könnten den digitalen Handlungsspielraum zurückbringen.
Das Vergabewesen braucht Veränderungen. Gesetze und digitale Prozesse sind dabei wichtig, schreibt Lisa Steigertahl, Direktorin für Cloud und KI bei Deloitte – doch entscheidend ist ein Kulturwandel in der Beschaffung. Auf allen Seiten.
Verwaltungstransformation ist für viele junge Menschen ein fernes Expert:innenthema. Dabei entscheidet sie darüber, ob staatliches Handeln wirksam wird. Gefordert sind mehr Transparenz und überprüfbare Ziele, damit Erfolge wie Fehlentwicklungen gleichermaßen offenliegen.
Mit der Hightech-Agenda bekennt sich die Bundesregierung zu Quantentechnologien als strategischem Zukunftsfeld der deutschen Wirtschaft. Die dabei formulierten Ziele konzentrieren sich auf technologische Hardware-Exzellenz. Dabei braucht es mehr: eine Industrialisierungsinitiative, die Software als eigenes Handlungsfeld anerkennt – und die Entwicklung konkreter Anwendungen konsequent in den Fokus nimmt.
Die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands fällt und statt Innovationen zu entwickeln, wird das Land zum „Durchlauferhitzer“ für Forschung und Ausbildung. Tina Klüwer analysiert die Probleme und zeigt Lösungswege auf.
Der Staat fördert, aber beschleunigt nicht: Trotz Rekordmitteln hinkt Deutschland beim Glasfaserausbau weiter hinterher. Was die Politik jahrelang übersehen hat – und was jetzt passieren muss.
Die neue „Apply AI“-Strategie der EU tauscht Diskussionen über KI-Risiken gegen praktische Anwendung. Endlich, findet Anselm Küsters vom Centrum für Europäische Politik (Cep). Doch die Strategie kranke an einem Sammelsurium bestehender Programme ohne klare Prioritäten. Dabei hat Europa durchaus die richtigen Bausteine für KI-Erfolg.
Vom Silicon Valley nach Berlin? Wegen des Vorgehens der Trump-Regierung verlassen Tech-Talente in Scharen die USA – und Europa könnte der Gewinner sein. Doch während Kanada und China mit schnellen Visa locken, trödelt die EU mit langwieriger Bürokratie und braucht zu viel Zeit.
Von der Verwaltung bis zur Verteidigung: Europas digitale Infrastruktur hängt oft von US-Anbietern ab. Dabei wäre die Basis für echte Unabhängigkeit längst vorhanden, schreibt Kai Wawrzinek, CEO bei Impossible Cloud. Er plädiert für ein verbindliches Souveränitätslabel in der EU.
Wenn es um den Abbau von Bürokratie geht, sollte das Problem an der Wurzel gepackt werden. Dazu brauch es eine neue Arbeitskultur in den Ministerien. Denn obwohl Ministerien häufig neue digitale Tools ausprobieren, bleiben im Hintergrund klassische Bürokratie-Strukturen erhalten, schreiben Mascha Will-Zocholl, Tino Schuppan und Philipp Kuscher im Standpunkt.
Im November steht auf EU-Ebene eine Entscheidung an, die für die digitale Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und Europas von grundlegender Bedeutung ist: die künftige Nutzung des oberen 6-GHz-Frequenzbands. Die Radio Spectrum Policy Group (RSPG) sollte der EU-Kommission empfehlen, das gesamte Band für die lizenzfreie WLAN-Nutzung freizuhalten.
In der Debatte um digitale Souveränität geht es oft um Standorte. Doch das Problem ist nicht die Postleitzahl des Rechenzentrums, sondern fehlende technische Selbstbestimmung, schreibt Elias Schneider.
Kleine und mittlere Unternehmen sehen sich oft unfairen Praktiken großer Plattformen ausgesetzt. Statt endlich zu handeln, hat die EU nun die geplante Digitalsteuer vorerst gestrichen. Es braucht endlich mehr als Absichtserklärungen, schreibt der norwegische Unternehmer Petter Neby.
Während digitale Souveränität in Europa und Wege aus der technologischen Abhängigkeit von den USA weiterhin die Debatten prägen, kündigen SAP und Microsoft feierlich an, was Verwaltung, Schulen und Universitäten in Deutschland und Europa ihrer Ansicht nach demnächst nutzen sollen: KI-Technologie des US-Anbieters Open AI. Michael Littger und Dennis Kipker vom Cyberintelligence Institute ordnen im Standpunkt die Ereignisse ein.
Die Europäische Union hat bringt mehr Tech-Erfolge hervor als je zuvor. Doch Gründer:innen von Start-ups hadern mit den unterschiedlichen Rechtsrahmen der Mitgliedsstaaten. Ein „28. Regime“ soll Gründungen vereinfachen, Kapital mobilisieren und Mitarbeiterbeteiligungen vereinheitlichen. Doch Katharina Wilhelm vom Wagniskapitalgeber Index Ventures warnt, dass die Reform droht, zu kurz zu greifen.
Die Modernisierung der Verwaltung ist entscheidend für eine bürgernahe Zukunft, schreibt Mecklenburg-Vorpommerns Finanz- und Digitalminister Heiko Geue (SPD) im Standpunkt. Das Bundesland setzt Schwerpunkte bei IT-Sicherheit, Automatisierung und KI. Ziel sei ein Staat, der effizient, sicher und serviceorientiert arbeitet.
Die Mikroelektronikstrategie muss die industrielle Anwendung stärker berücksichtigen. Zudem brauche es eine Verzahnung mit anderen politischen Maßnahmen auf nationaler und europäischer Ebene, fordert Polina Khubbeeva vom BDI.
Viele Unternehmen experimentieren mit Ethik-Beiräten. Sie versuchen so frühzeitig verschiedene Perspektiven etwa bei der Entwicklung Künstlicher Intelligenz einzubeziehen. Den Beiräten fehlt dabei aber oft ein klares Ziel, ausreichende Ressourcen und eine sinnvolle Zusammensetzung, weiß Yasemin Efiloğlu. Firmen müssen aus Sicht der KI-Beraterin bei PD endlich damit starten, ethische Risiken als Gefahr fürs Geschäft ernst zu nehmen – und die Beiräte entsprechend aufzustellen.
Nur ein Handgriff könnte die Arbeit in Behörden, Unternehmen und von Privatmenschen stark erleichtern. Wenn nämlich die 1797 Gesetze und 2866 Rechtsverordnungen maschinenlesbar vorlägen. Davon ist Rafael Laguna, Direktor der Bundesagentur für Sprunginnovationen, überzeugt. Mit „Law as Code“ würde man die wuchernde Digitalisierung in Deutschland an der Wurzel packen.
Frequenzspektrum ist knapp und begehrt. Derzeit wird in der EU die Frage entschieden, wer das obere 6 GHz-Band künftig nutzen darf – Mobilfunk oder WLAN. Für Gerhard Fettweis ist klar: Vor allem mit Blick auf 6G-Anwendungsfälle ist das Spektrum für den Mobilfunk unverzichtbar – WLAN könne auch andere Frequenzen nutzen.
Die EU-Kommission will mit ihrem AI Continent Action Plan Europa zur KI-Führungsmacht machen. Doch der Plan offenbart fundamentale Widersprüche zwischen Wettbewerbsambitionen und Nachhaltigkeitszielen. Während Tech-Giganten wie OpenAI und Google diese Unklarheiten geschickt für ihre eigenen Zwecke nutzen, der EU fehlt eine Vision.
Die Deutschen sind weder Digitalskeptiker noch KI-Verweigerer. Der Technikradar von Acatech zeigt, dass sie Nutzen und Risiken neuer Technologien sorgfältig abwägen. Sie wünschen sich jedoch, dass Innovationen dem Gemeinwohl dienen und nicht nur Einzelinteressen – und sie wollen beim Einsatz umstrittener Technologien mitentscheiden.
Zwischen der Datenschutzgrundverordnung und der Verordnung für Künstliche Intelligenz (KI) schlägt der „Bridge Blueprint“ eine Brücke: Das Papier macht sichtbar, wie Datenschutz und KI-Regeln ineinandergreifen und so die Basis für eine wertebasierte, souveräne und innovative digitale Zukunft Europas legen.
Die Debatte ums Durchführungsgesetz zur KI-Verordnung zeigt ein Grundproblem: Föderale Kleinstaaterei im Datenrecht bremst Innovation. Der Handelsverband Deutschland fordert zentrale Marktaufsicht, einheitliche Auslegung und praxisnahe Umsetzung, damit Unternehmen investieren, mehr Rechtssicherheit gewinnen und Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig gesichert wird.
Die Geschichte des iPhones zeigt: Viel technologischer Fortschritt lässt sich letztlich auf den Wunsch zurückführen, die Gesellschaft inklusiver zu gestalten. Gleichzeitig bringt die Digitalisierung auch neue Formen der Ausgrenzung mit sich, warnt Sebastian Felix Zappe vom Verein „Sozialhelden“. Aus seiner Sicht sollten Unternehmen und Behörden schon aus Eigeninteresse prüfen, inwiefern ihr nächstes Digitalprojekt Teilhabe fördert oder verhindert.
Im Koalitionsvertrag ist nicht nur die Reform der Datenschutzaufsicht verankert. Dort findet sich auch der klare Auftrag, eine neue Kultur der Datennutzung zu schaffen. Der Erfolg beider Anliegen ist eng miteinander verknüpft. Denn Strukturen allein reichen nicht, wenn sich der Umgang mit Daten nicht auch verändert, meint Moritz Holzgraefe, Vizepräsident des BVDW.
Europa bekommt mit dem Data Act die Chance, das volle Potenzial industrieller Daten zu heben. Wer jetzt seine Datenströme öffnet, vernetzt und strategisch nutzt, hilft dabei, Europa in Führung zu bringen.
KI-Systeme ziehen Inhalte aus Nachrichten heraus und verbreiten sie. Medienhäuser müssen darauf reagieren und sich Standards setzen. Als KI-Anbieter für Redaktionstools sieht sich der Open-Mind-Chef Tor Kielland als Teil des Problems, aber auch als Teil der Lösung.
Im aktuellen „Eco Branchenmonitor Internetwirtschaft“ finden sich signifikante Unterschiede in der Nutzung von KI zwischen Ost- und Westdeutschland. Bei der Aufgabe der digitalen Transformation Deutschlands wird diese Entwicklung von besonderem Interesse sein, da sie tief in die Fragen von digitaler Ungleichheit und wirtschaftlicher Teilhabe eingreift.
Im europäischen Telekommunikationsmarkt gibt es kaum grenzüberschreitende Angebote für Endkunden. Jedes Land kocht sein eigenes Süppchen. Die EU strebt nun mit dem Digital Networks Act einen echten Binnenmarkt für Telekommunikation an. Statt wackeliger Leitplanken auf nationaler Ebene sollte das Thema EU-weit angegangen werden, schreibt Rickmann von Platen von Freenet.
Die deutsche Rechenzentrumsstrategie könnte zum „Bau-Turbo“ für eine digitalisierte Wirtschaft werden, glaubt Luka Kim von Vantage Data Centers. Was sich dafür beim Thema Planungs- und Genehmigungsverfahren ändern muss, schreibt er im Standpunkt.
Operative Souveränität scheitert in der Praxis an zentraler Abhängigkeit. Sogar Microsoft unterliegt trotz regionaler Rechenzentren und technischer Sicherheitsvorkehrungen der US-Rechtsordnung – mit Zugriffspflichten, die im Ernstfall europäische Kontrolle aushebeln. Digitale Souveränität ist nicht dort gegeben, wo der Server steht, warnt Benjamin Schilz, CEO von Wire.
Da das digitale Fundament der EU gelegt ist, entscheidet sich nun, ob Unternehmen in einem klaren, einheitlichen Rechtsrahmen arbeiten können oder ob sie im Flickenteppich nationaler Sonderwege stecken bleiben. Berlin muss sich in Brüssel dafür einsetzen, dass Evaluierungen nicht nur juristische Detailprüfungen sind, sondern echte Praxis-Checks.
Dank einheitlicher Standards müssen Unternehmen ihre Produkte nicht an jedes EU-Land anpassen. Sich auf solche Standards zu einigen, kann einige Zeit dauern, so auch im Falle des digitalen Produktpasses. Dabei birgt der Pass das Potenzial, Bürokratie abzubauen – entgegen der weitläufigen Wahrnehmung.
Es ist Zeit, die dreisten Angriffe auf die regulatorische Souveränität der EU durch die Trump-Regierung mit harten Gegenmaßnahmen zu beantworten, fordern Max von Thun und Matthias Spielkamp in einem offenen Brief an die EU-Kommission.
Während Eltern noch über Tiktok-Zeiten oder Whatsapp-Stress diskutieren, zieht mit den „AI Companions“ bereits die nächste Herausforderung ins Kinderzimmer ein: Künstliche Intelligenzen, die als Freunde auftreten und Jugendliche in stundenlange Gespräche verwickeln. Warum Verbote allein nicht helfen und wie Eltern ihre Kinder wirksam begleiten können.
Das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen soll die öffentliche Infrastruktur umfassend modernisieren. Dafür müssen die Mittel dort eingesetzt werden, wo private Finanzierung nicht trägt, und Mitnahmeeffekte vermieden werden. Am Beispiel des Breitbandausbaus zeigen drei Ökonomen, was künftig besser laufen muss.
In 35 Forderungen hat die „Initiative für einen handlungsfähigen Staat“ vor wenigen Wochen ihre Ideen für eine umfassende Modernisierung des Staates zusammengefasst. Für Govtech-Unternehmer Andreas Michel ist der Abschlussbericht ein mutiges und klares Papier – mit einem blinden Fleck.
Cloud-Anbieter aus den USA dominieren den Markt in der EU, doch wird ihre Nutzung zunehmend riskanter: Nicht zuletzt wegen Eingriffen der US-Regierung bei Aufsicht und Anbietern wächst die Unsicherheit, schreibt Sebastian Dosch von Microfin. Europäische Unternehmen müssten deshalb rasch daran arbeiten, sich konkret auf einen schrittweisen Ausstieg vorzubereiten.
Zwischen ambitionierten KI-Strategien und unternehmerischer Realität klafft eine Lücke. Wagniskapital kann diese schließen – als struktureller Brückenbauer zwischen staatlichen Zielen und privatwirtschaftlicher Innovation.
Nach 100 Tagen ist klar: Wenn die Bundesregierung ihre selbst gesteckten Ziele erreichen will, muss sie Prioritäten setzen, Zuständigkeiten festlegen und richtig loslegen. Entscheidend für den Start-up-Standort ist nicht, wer was macht, sondern was am Ende herauskommt, sagt Christoph Stresing.
Der Staat hat viel Geld in den Aufbau von Data Spaces investiert. Jetzt ist es Zeit, die Verstetigung anzugehen. Und zwar systematisch, fordern Thomas Hess und Christoph Egle vom Bayerischen Forschungsinstitut für Digitale Transformation (Bidt).
Damit autonome KI-Agenten verantwortungsvoll und sicher eingesetzt werden können, braucht es zentrale politische Weichenstellungen, schreibt Barbara Holzer von Salesforce in ihrem Standpunkt. Dazu gehört eine flexible, technologieoffene Regulierung, die global abgestimmt wird.
Datenschutz ist nicht das größte Digitalproblem deutscher Unternehmen – es ist schon eher die Datenqualität, findet die Forscherin Ramona Casasola-Greiner vom Zentrum für digitalen Fortschritt D64. Veraltete, unvollständige oder unstrukturierte Daten würden Innovationen bremsen und das Vertrauen in neue Technologien schwächen.
Die UN-Konferenz „WSIS+20“ soll im Dezember wichtige Weichen für die künftige Internet-Governance stellen. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die aktuellen globalen Machtfragen den Prozess prägen werden.
Nach einem Jahr mit dem AI Act wird deutlich: Es gibt gute Gründe, die Nutzung Künstlicher Intelligenz zu regulieren. Doch an vielen Stellen bedroht die Verordnung die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft. Denn vor allem das Zusammenspiel mit dem Produktsicherheitsrecht funktioniert nicht.
Künstliche Intelligenz steigert die weltweite Stromnachfrage deutlich. Doch es zeigt sich auch: Die Technologie wird immer effizienter und günstiger. Gerade dadurch nimmt aber auch die Nutzung zu. Um den Elektrizitätsbedarf für KI gesellschaftlich und ökologisch tragbar zu halten, schlägt der KI-Berater Benjamin Eidam die Einführung eines CO2-Preises für KI und eine stärkere Überwachung der Emissionen großer Systeme vor.
Die Monitoringstelle der Bundesnetzagentur, die den mutmaßlichen Doppelausbau bei Glasfasernetzen untersuchen sollte, hat ihren Abschlussbericht veröffentlicht und stellt den Betrieb ein. Sie hat keine Hinweise auf systematische Wettbewerbsverstöße gefunden. Frederic Ufer rätselt über dieses Ergebnis. Aber der Bericht habe auch seine positiven Seiten, schreibt der VATM-Geschäftsführer im Standpunkt.
Ein gesetzlich verordneter Glasfaser-Ausbau in Wohngebäuden? In einem gemeinsamen Standpunkt kritisieren Ingeborg Esser vom GdW Bundesverband und Philipp Müller von ANGA Breitband geplante Maßnahmen der Bundesregierung und warnen vor negativen Folgen für Investitionen und Akzeptanz. Kooperation statt Regulierung sei der bessere Weg.
Italien geht gegen Steuerbetrug im Onlinehandel konsequent vor – mit Milliardenforderungen und klaren Haftungsregeln. Deutschland hingegen sammelt zwar Daten, nutzt sie aber kaum, kritisiert Roger Gothmann. Warum das deutsche Zaudern gegenüber den E-Commerce-Anbietern aufhören muss, erläutert der Geschäftsführer und Co-Founder von Taxdoo im Standpunkt.
Mit der Hightech-Agenda präsentierte die Bundesregierung wichtige Initiativen rund um Robotik und Künstliche Intelligenz (KI). Nun gilt es, die guten Ansätze umzusetzen, fordert Werner Kraus vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung.
Das Bundesinnenministerium hat einen neuen Entwurf für das Sicherheitspaket vorgelegt. Aus zivilgesellschaftlicher Perspektive erfüllt der Entwurf die schlimmsten Erwartungen, schreiben Erik Tuchtfeld von D64 und Simone Ruf vom Center for User Rights. Die Befugnisse der Sicherheitsbehörden sollen massiv ausgeweitet werden, während Sicherheitsmechanismen gestrichen wurden.
Die Automobilbranche ist auf robuste Open-Source-Software angewiesen. Doch um Entwicklung und Pflege kümmern sich oft Ehrenamtliche und unzureichend finanzierter Betreuerteams. Ein EU-weiter Sovereign Tech Fund könnte hier Abhilfe schaffen, schreiben Markus Rettstatt und Magnus Östberg von Mercedes Benz.