Mit der angekündigten Vorlage des Gebäudemodernisierungsgesetzes muss die Bundesregierung mehr schaffen als nur einen neuen Namen. Es muss gelingen, die drei Viertel der Bevölkerung mitzunehmen, die noch mit fossilen Energieträgern heizen, schreibt Timm Kehler, Vorstand des Verbandes „Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft“. Er fordert unter anderem mehr Raum für Hybrid-Systeme sowie einen Erneuerbaren-Äquivalenzansatz.
Die nachträglichen Änderungen am Monitoring-Bericht haben kürzlich viel Empörung ausgelöst. Daher lohnt sich eine eingehende und sachliche Analyse der tatsächlichen Anpassungen, findet der Geschäftsführer vom Offshore-Windverband BWO, Stefan Thimm. Wie die Änderungen zustande kamen und wer sie verantwortet, müsse transparent gemacht werden.
Mit dem Emissionshandel und dem CO2-Grenzausgleich (CBAM) stehen aktuell ausgerechnet die Instrumente unter Druck, die zukunftsfähige Geschäftsmodelle anreizen und absichern sollen. Die EU-Kommission hat nun ihre Vorschläge für die Weiterentwicklung des CBAM vorgelegt, schreibt Benjamin Görlach vom Thinktank Agora Energiewende. Dies könne ein weiterer Schritt zu einem besseren Carbon-Leakage-Schutz sein, der Unternehmen in der Transformation zur Klimaneutralität unterstützt.
Netze sind zum Flaschenhals der Energiewende geworden. Begrenzte Anschlusskapazitäten und hohe Ausbaukosten dominieren die Agenda. Dabei könnte viel Stromnetzausbau vermieden werden, wenn alte und neue Privilegien überdacht würden, schreibt Andreas Jahn vom RAP. Als Problem sieht er nicht nur die bestehenden Industrienetzentgelte, sondern auch die Netzentgeltbefreiung für Speicher und das Marktdesign.
Ein funktionierender Markt mit internationalen Emissionsgutschriften ist eine Voraussetzung für eine effiziente, globale Dekarbonisierung. Die Europäische Union sollte dazu beitragen, diesen Markt zu gestalten. Durch smarte Anrechnung kann sie sicherstellen, dass die Anreize für Emissionsreduktionen innerhalb der EU hochbleiben.
Einige Bundesländer wollen die Umsetzung der Europäischen Gebäuderichtlinie EPBD verschieben, nun stimmt darüber auch die CDU auf ihrem Parteitag ab. Die EPBD wird jedoch dringend gebraucht, um den Sanierungsstau in Deutschland aufzulösen und die Klimaziele zu erreichen, schreibt der Geschäftsführer des Bundesverbandes energieeffiziente Gebäudehülle, Jan Peter Hinrichs.
Hielte Europa an den CO2-Zielen ab 2035 fest, hat die europäische Autoindustrie eine echte Chance, den Wandel hin zu einer wettbewerbsfähigen globalen E-Auto-Industrie zu schaffen. Werden die Ziele jedoch nun voraussichtlich geschwächt, wird die Branche dauerhaft zurückfallen.
Die Energiedominanz-Doktrin der Trump-Administration stellt Europa vor die Herausforderung, seine energiepolitische Souveränität und seinen Kurs der Dekarbonisierung zu verteidigen. Dabei steht Europa nach Ansicht von Sascha Müller-Kraenner nicht allein, sondern weiß große Teile der Weltgemeinschaft hinter sich. So lautet das klare Signal, das vom Weltklimagipfel im brasilianischen Belém ausgegangen ist, schreibt der DUH-Bundesgeschäftsführer.
Die EU schwächt zentrale Nachhaltigkeitsvorgaben ab und nimmt die meisten Unternehmen aus der Pflicht. Das gefährdet Transparenz und Investitionssicherheit. Europa setzt damit ein falsches Signal für Klima und Wirtschaft, schreibt Sören Hilbrich vom German Institute of Development and Sustainability.
Die Bundesregierung will das Gebäudeenergiegesetz, insbesondere die Vorgaben für den Einbau neuer Heizungen, reformieren. Veit Bürger vom Öko-Institut argumentiert, warum das Gesetz in seiner aktuellen Form die richtigen Signale setzt, Haushalte vor Fehlinvestitionen bewahrt und damit deutlich zielgenauer ist als ein CO2-Preis allein.
Deutschlands Wirtschaft steht vor einer entscheidenden Weichenstellung: Der Zugang zum Stromnetz wird zum Schlüsselfaktor für Wettbewerbsfähigkeit und Klimaschutz. Wer bekommt künftig den begehrten Netzanschluss – Industrie, Logistik, Rechenzentren oder Batteriespeicher? Warum es dringend Lösungen braucht und die Netzfrage nicht zur industriepolitischen Schicksalsfrage wird, schreiben Christoph Pellinger und Serafin von Roon, Geschäftsführer der Forschungsstelle für Energiewirtschaft.
Das Gelingen der deutschen Energiewende sei gefährdet, schreibt Klaus Ulrich Hachmeier, deutscher Cheflobbyist des Energieinfrastruktur-Investmenthauses CIP. Während der Ausbau erneuerbarer Kapazitäten rasant voranschreite, müsse der dafür nötige Ausbau der Netze „Tempo aufnehmen“. Gerade im Netzausbau klaffe jedoch eine Investitionslücke. Diese könne mithilfe des Deutschlandfonds geschlossen werden, wenn die Politik ähnlich wie bei der Entwicklungsfinanzierung vorgehe.
Ohne Strom keine grüne Industrie. So einfach lässt sich eine der zentralen Herausforderungen der europäischen Klimapolitik zusammenfassen, schreibt Felix Krause, Mitgründer und Geschäftsführer des Investors Vireo. Aus seiner Sicht ist das Potenzial für Elektrifizierung riesig. Der für Anfang 2026 angekündigte Electrification Action Plan biete die Chance, dieses auch zu heben.
Schwarz-Rot ist sich uneins, was die Finanzierung von Atomkraft durch multilaterale Entwicklungsbanken angeht. Die Ablehnung durch die zuständige SPD-Ministerin brandmarkt die CSU als Neokolonialismus. In seinem Standpunkt erklärt Dustin Schäfer von Urgewald, was echter Neokolonialismus in der energetischen Entwicklungspolitik bedeutet.
Die Wirtschaft fordert in der Krise mehr Vertrauen und weniger Nachhaltigkeitsregulierung. Dabei erzählt ihre Klimabilanz eine andere Geschichte. Während viele Unternehmen ambitionierte Ziele verkünden, steuern die DAX40 real auf einen 3-Grad-Kurs zu, schreibt Hannah Helmke, Co-Gründerin des auf Klimabilanzen spezialisierten Anbieters „Right. Based on Science“. Sie wirbt für einen nüchternen Blick auf Transparenz, Verantwortung und echte Transformation.
Ölstaaten blockieren seit 30 Jahren UN-Klimabeschlüsse – dank eines Konsensprinzips, das Fossil-Lobbyisten 1995 durchsetzten. Kolumbiens neue Konferenz zum Fossilausstieg will damit brechen. Vegard Beyer von der Denkfabrik Future Matters argumentiert, dass dies nur Erfolg haben kann, wenn echter wirtschaftlicher Druck aufgebaut wird.
Der Haushalt für das kommende Jahr biegt auf die Zielgerade ein, doch beim Klimaschutz bleiben auch 2026 erhebliche Lücken, bemängelt Juliane Dickel vom BUND. Die zusätzlichen Milliarden aus dem neuen Sondervermögen für den Klimafonds KTF würden lediglich zum Schließen des bestehenden Finanzlochs verwendet. Die Expertin warnt: Wenn jetzt kein Geld für Klimaschutz bereitgestellt wird, steigen die Kosten später.
Dynamische Tarife und Netzentgeltvergünstigungen setzen erhebliche Anreize zu Lastverschiebungen, wie eine aktuelle Studie zeigt. Um diese Flexibilitätspotenziale zügig zu erschließen, muss jedoch der politische Rahmen stimmen. Oliver Hummel, Vorstandsvorsitzender des Öko-Energieversorgers Naturstrom, macht in seinem Standpunkt Verbesserungsvorschläge.
Die Stromnetze in Deutschland müssen in den kommenden Jahren massiv ausgebaut werden. Eine Folge: steigende Netzentgelte, die Haushalte belasten und für Unternehmen zum Wettbewerbsfaktor werden. Eva Schreiner, Leiterin des Hauptstadtbüros des Bundesverbands der Energie-Abnehmer und Sebastian Bolay, Bereichsleiter Energie, Umwelt, Industrie bei der DIHK, stellen in ihrem Standpunkt fünf Optionen vor, um den Kostenanstieg zu begrenzen.
Die wichtigen LNG-Lieferanten USA und Katar fühlen sich durch Europas Nachhaltigkeitsforderungen vor den Kopf gestoßen, warnt Friedbert Pflüger. Der Geschäftsführer des Clean Energy Forum und Aufsichtsratschef des Verbands Die Gas-und Wasserstoffwirtschaft rät der EU dringend zum Kompromiss, sofern sie ihre Gasversorgung nicht gefährden will.
Batteriespeicher können die Netze entlasten und Kosten senken. Ihr volles ökonomisches Potenzial bleibt aber oft ungenutzt, kritisiert Claus Urbanke vom Grünstromproduzenten Statkraft. Der Grund: EEG-Innovationsausschreibungen verbieten die „Vermischung“ von Grün- und Graustrom im Speicher. Eine Reform des Regelwerks sei dringend geboten, betont der Experte für Wind-, Solar- und Speicherentwicklung.
Die Debatte um den Emissionshandel für die Industrie hat an Fahrt aufgenommen. Besorgniserregend ist dabei aus Sicht von Simon Wolf von Germanwatch, dass bessere Rahmenbedingungen für Investitionen in Innovationen und Klimaneutralität in der Debatte oft nur eine sehr untergeordnete Rolle spielen – obwohl dafür in diesen Wochen entscheidende Weichen gestellt werden könnten.
Neue Gaskraftwerke schaffen geopolitische Abhängigkeiten, widersprechen den Klimazielen und sind mittelfristig teurer als die Alternativen, warnt Moritz Leiner von Urgewald. Die Bundesregierung müsse endlich den Mut aufbringen, das fossile Kapitel konsequent zu schließen und ein erneuerbares, flexibles und sicheres Energiesystem aufzubauen.
Bei den Netzbetreibern türmen sich Anschlussanfragen für Batteriespeicher im dreistelligen Gigawattbereich. Das Problem: Der bestehende regulatorische Rahmen für den Netzanschluss ist mit der aktuellen Marktentwicklung nicht mehr vereinbar, schreiben Karl Holtkamp und Franziska Rothe von der Kanzlei Addleshaw Goddard und skizzieren, wie eine Lösung aussehen könnte.
Die Kraftwerksstrategie ist mehr als eine Kurskorrektur beim Neubau von Gaskraftwerken. Sie stellt wichtige Teile der Energiepolitik der Bundesregierung zurück auf das Fundament der Vernunft, schreibt Constantin Zerger von der Deutschen Umwelthilfe.
Mehr als 2,4 Milliarden Arbeitskräfte weltweit sind laut einem aktuellen UN-Bericht inzwischen regelmäßig übermäßiger Hitze ausgesetzt. Besonders gefährdet sind Menschen, die im Freien oder in prekären, nicht regulierten Beschäftigungsverhältnissen tätig sind – sie sind den zunehmend belastenden Bedingungen oft schutzlos ausgeliefert, schreibt Alan Dangour von der Stiftung Welcome.
Die BNetzA will das Bandlast-Privileg durch Flexibilitäts-Anreize ersetzen. Betriebe mit hohem, stabilem Stromverbrauch sollen nicht mehr von vergünstigten Netzentgelten profitieren, sondern ihre Elektrizitätsabnahme flexibilisieren. Das Problem sind aber nicht energieintensive Unternehmen, sondern die volatile Erneuerbaren-Einspeiser, argumentiert Holger Klaassen vom Kupferhersteller Aurubis. Neben der Industrie sollten daher auch PV- und Windkraftbetreiber mit in die Pflicht genommen werden.
Die Welt benötigt eine pragmatische Führungsrolle Deutschlands, wenn es darum geht, das richtige Gleichgewicht zwischen Energieunabhängigkeit, Klimaschutz, bezahlbarer Energie und Versorgungssicherheit zu finden, schreibt Raffi Garabedian, CEO des US-amerikanischen Elektrolyseurherstellers Electric Hydrogen. Die geplante Novelle des THG-Minderungsquotengesetzes könnte aus seiner Sicht Impulse liefern.
Damit Wasserstoff sein Potenzial für Klimaschutz und Versorgungssicherheit ausschöpfen kann, braucht es verlässliche Regeln – Normen und Standards. Lydia Vogt vom Deutschen Institut für Normung (DIN) zeigt, wo das technische Regelwerk bereits trägt – und wo noch Lücken bestehen.
Zehn Jahre nach Paris zeigt das Klimaregime Wirkung: Märkte und Regierungen steuern um, Investitionen fließen in Erneuerbare. Doch trotz der Fortschritte wackelt die 1,5-Grad-Grenze. Um zur notwendigen wirkungsvollen Umsetzung zu kommen, braucht die UN-Klimarahmenkonvention jetzt ein Update, sagen Laura Schäfer und Christoph Bals von Germanwatch. Die COP30 muss diesen Reformprozess starten.
Die Europäische Union hat sich auf ein neues Klimaziel geeinigt – und es im selben Moment abgeschwächt. Was als Signal der Einigkeit verkauft wird, ist in Wahrheit ein Rückschritt, schreibt Claudia Kemfert vom DIW. Statt Entschlossenheit zu zeigen, vertagt Europa erneut den Aufbruch in die klimaneutrale Zukunft.
Ein technisch orientierter Ansatz zur Senkung der Treibausgasemissionen reicht nicht aus, schreibt Katrin Böhning-Gaese zum UN-Klimagipfel in Belém. Stattdessen sollten Klimaschutz und Biodiversität zusammengedacht werden. Das könnte genau den Unterschied machen, der gefährliche Klimakipppunkte verhindern würde.
Damit der multilaterale Prozess für Klimaschutz glaubwürdig bleibt, muss die am 10. November beginnende Klimakonferenz COP30 in Brasilien ein gutes Abkommen für Just Transition auf globaler Ebene liefern. Die Chancen hierfür stehen gar nicht so schlecht, schreibt Yvonne Blos, Referentin für internationale Klimapolitik bei der Friedrich-Ebert-Stiftung.
Mit dem CO2-Grenzausgleich will die EU Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit verbinden. Doch im Stromsektor droht der CBAM, die Strommarktintegration der EU-Beitrittskandidaten Ukraine, Moldau und der Westbalkanländer zu gefährden. Die EU sollte den Stromsektor vom CBAM ausnehmen oder die Regeln reformieren, fordert Rouven Stubbe vom Projekt Green Deal Ukraїna.
Aus einem scheinbar unbedeutenden Vorfall an der Peripherie des Stromnetzes kann in wenigen Stunden eine Systemkrise werden, warnt Thomas Lang, Cybersicherheitsexperte bei dem Beratungsunternehmen Valantic. Er fordert Sicherheitsstrukturen und -prozesse, die speziell auf kleine Netzbetreiber zugeschnitten sind.
Ein Aufweichen des europäischen Emissionshandels würde sich rächen, ist Lukas Hermwille überzeugt. Der Industrieexperte am Wuppertal-Institut sieht Europas Stärke in der Transformation, nicht im Wettbewerb mit von günstigem Fossilbrennstoff getriebenen Wirtschaftsstandorten.
Eine aktuelle Umfrage des BDEW unter Kapitalmarktakteuren zeigt: Der geplante Regulierungsrahmen der Bundesnetzagentur ist nicht geeignet, den immensen Kapitalbedarf der Energiewende in den Netzen zu decken. Die Befragung zeichnet ein klares Stimmungsbild zum sogenannten NEST-Prozess – der Neuaufstellung der Anreizregulierung durch die Bundesnetzagentur, schreibt Andrees Gentzsch, Mitglied der Hauptgeschäftsführung.
Die Industrie in Deutschland leidet unter hohen Energiekosten, Bürokratie und Fachkräftemangel. Doch eine Diskussion darüber, ob bestimmte Produktionszweige in Deutschland noch eine Zukunft haben, ist falsch, warnt Matthias Belitz, Geschäftsführer der Plattform Energieintensive Industrien in Deutschland. Aus seiner Sicht stehen nicht nur Arbeitsplätze und Wertschöpfung auf dem Spiel, sondern die Fähigkeit Deutschlands, den Umbau zur Klimaneutralität selbst zu schaffen.
Europa und Deutschland stehen vor einer Phase erhöhter politischer Unsicherheit. Sie bremst Investitionen, schwächt die Wirtschaft noch mehr und untergräbt Vertrauen in die Handlungsfähigkeit der Politik. Gerade die Energie- und Klimapolitik sollte jetzt zur Stabilisierung beitragen und nicht zum zusätzlichen Unsicherheitsfaktor werden, schreibt Joachim Schmitz-Brieber, Director Industry beim Thinktank Epico.
Als Gründungspräsident des Erneuerbaren-Verbandes BEE hat Johannes Lackmann im Jahr 2000 das Referenzertragsmodell für die Windkraft maßgeblich mitentwickelt. Das Modell ist bis heute tragfähig, muss aber angepasst werden, mahnt er. Manche Projektierer nutzten ein Schlupfloch im Fördermechanismus, um höhere Fördergelder zu kassieren. Das sei schlecht für den Wettbewerb in der Branche und für die Endkunden, denn der Strompreis steigt.
Einen „Herbst der Reformen“ hat Bundeskanzler Friedrich Merz angekündigt. Auch das wichtigste Gesetz für die Erneuerbaren überhaupt, das EEG, soll novelliert werden. Hier ist besonderes Augenmerk angebracht, empfiehlt Ursula Heinen-Esser, die neue Präsidentin des Dachverbandes BEE.
Das Bundeswirtschaftsministerium plant eine Neuausrichtung der Energiepolitik. Effizienz spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle, obwohl sie große Potentiale bietet, zum Senken der Energiekosten, Reduktion von Abhängigkeiten und zum Wirtschaftswachstum, schreiben die Ökonomen Eberhard Jochem und Peter Hennicke in ihrem Standpunkt.
Energy Sharing kann mehr als Bürger:innen beteiligen und Akzeptanz stärken. Es kann systemdienlich ausgestaltet werden, Systemkosten senken und Innovationen unterstützen. Doch der aktuelle EnWG-Entwurf bleibt hinter seinen Möglichkeiten zurück. Damit Energy Sharing schneller Wirkung entfaltet, braucht es klare Zuständigkeiten, effiziente Prozesse und zielführende Anreize, schreiben Peter Ugolini-Schmidt und Reemt Heuke vom Ökostromanbieter EWS Schönau.
Das Monitoring zur Energiewende und der Bericht zur Versorgungssicherheit der Bundesnetzagentur zeigen nach Ansicht von Wolfgang Steiger, dem Generalsekretär des CDU-nahen Wirtschaftsrats: Strom ist in Deutschland zu teuer, zudem droht eine Versorgungslücke. Die Energiewende werde nun nicht abgeblasen, aber Ziele und Maßnahmen müssten stärker der Realität angepasst werden, fordert er. Eine Rolle dabei könnte auch die Kernfusion spielen.
Die EU muss dem Beispiel Deutschlands folgen und ihren Green Deal einem Realitätscheck unterziehen, fordert der Energieökonom Graham Weale. Nur so, argumentiert er, lassen sich Industrie und Wertschöpfung schützen und lässt sich der Weg zur Klimaneutralität sinnvoll gestalten.
Die deutsche Industrie steht unter hohem wirtschaftlichen Druck. Daher ist es verständlich, dass die Bundesregierung Entlastungsmaßnahmen prüft. Bei der Kabinettsklausur vergangene Woche war das auch wieder ein Thema. Dabei müssen jedoch Verzerrungen des Strommarktes und die damit einhergehenden Mehrkosten für alle Stromverbraucher vermieden werden, schreibt Anne Köhler, Geschäftsführerin des Energiehändlerverbandes EFET Deutschland, in ihrem Standpunkt.
Die deutsche Energiepolitik hat ein Prognoseproblem: Sie starrt auf kurzfristige Verbrauchskurven. Als strategischer Kompass für die Transformation reicht das nicht, findet Fabio Griemens. Es braucht eine vorausschauende Energiepolitik, die den Ausbau der Erneuerbaren als Voraussetzung für Stabilität und Tempo begreift und strukturelle Bedarfe ernst nimmt, statt zu bremsen.
Statt politischem Mikromanagement braucht Deutschland einen politischen Rahmen, der Klimaschutz garantiert, aber von staatlicher Kontrolle absieht, schreibt Sven Höppner, Vorsitzender der energiepolitischen Kommission beim Verband Die Familienunternehmer. Er fordert eine Angleichung des deutschen und des EU-Klimaziels, die Abschaffung von Subventionen und einen konsequenten Emissionshandel.
Kaum ein Sektor steht in Deutschland so exemplarisch für das Spannungsfeld zwischen Anspruch und Wirklichkeit wie der Energiemarkt. Der gesetzlich verankerte 24-Stunden-Lieferantenwechsel sollte als Hebel für mehr Wettbewerb, Digitalisierung und Verbrauchernutzen dienen – wenige Monate nach dem offiziellen Start zeigen sich jedoch deutliche systemische Defizite und Blockaden, schreibt Jan Rabe, CEO des Stromanbieters Rabot Energy.
Der Monitoring-Bericht „Energiewende. Effizient. Machen.“ markiert einen Wendepunkt in der deutschen Energiepolitik. Es ist nicht nur ein technisches Papier, sondern ein politischer Kompass für die künftige Bundesregierung und die Bundesministerin, wie Strom, erneuerbare Energien und Wasserstoff künftig zusammen gedacht werden müssen, schreibt Jorgo Chatzimarkakis, CEO des Wasserstoffverbandes Hydrogen Europe.
Wer Umweltrecht ernst nimmt, muss auch seine Durchsetzung ernst nehmen. Doch die Bundesregierung lässt bei der geplanten Reform des Umwelt-Rechtsbehelfsgesetzes zentrale Lücken und setzt europäische wie völkerrechtliche Vorgaben nur halbherzig um. Ginge es nach Marie Bohlmann, Juristin der Umweltrechtsorganisation Green Legal Impact, würde Deutschland eine Generalklausel einführen und eine faire Fristenlösung finden. Beides würde Verfahren beschleunigen.
Das Recycling von Grundstoffen bietet die Möglichkeit, den Klimafußabdruck der Industrie massiv zu reduzieren, und könnte Deutschland einen Innovationsvorsprung sichern. Doch die Transformation zur Kreislaufwirtschaft geht zu langsam voran, schreiben Henning Wilts vom Wuppertal Institut und Dietmar Gründig von der Deutschen Energie-Agentur. Sie machen Vorschläge für notwendige Maßnahmen, damit Unternehmen in neue, zirkulär ausgerichtete Produkte und Verfahren investieren.
Die Energiewende bedarf keiner Neuausrichtung, zeigt der Monitoringbericht. Damit entspricht er in vielen Bereichen den Forderungen des Erneuerbaren-Verbandes BEE, schreibt Präsidentin Simone Peter. Sie skizziert in fünf Schlussfolgerungen, worauf es jetzt vor allem ankommt.
Der Netzanschluss wird zum Flaschenhals beim Ausbau der Batteriespeicher. Das zeigt eine Umfrage unter den Mitgliedsunternehmen des BNE, über die Nadine Bethge, Leiterin Neue Energiesysteme beim Verband, schreibt. Sie gibt einen Einblick in die Ergebnisse und benennt die Ursachen.
Die Ankündigung von Bundeswirtschaftsministerin Reiche, CCS für Gaskraftwerke nicht nur zuzulassen, sondern zu fördern und zugleich den Wasserstoffhochlauf zurückzufahren, gefährden die Dekarbonisierung des Stromsystems und die deutschen Klimaziele. CCS schneidet bei Versorgungssicherheit, Dekarbonisierung, System- und Kosteneffizienz schlechter ab als grüner Wasserstoff. Simon Schreck und Simon Wolf von Germanwatch erläutern, wie sich die Chancen der Wasserstoffwirtschaft realisieren lassen.
Die umstrittenen Gasbohrungen vor Borkum schaffen einen gefährlichen Präzedenzfall. Ein Abkommen zwischen Deutschland und den Niederlanden soll die Förderung ermöglichen – das öffnet der Suche nach weiteren Gasvorkommen Tür und Tor. Die parlamentarischen Institutionen sind verpflichtet, das Vorhaben noch zu verhindern, schreibt Anike Peters, Energieexpertin bei Greenpeace. Ein aktuelles Rechtsgutachten stuft den Vertrag als völkerrechtswidrig ein.
Die Klimakrise verursacht vor allem in den Kommunen hohe Schäden. Finanzielle Mittel für Klimaanpassung vor Ort sind daher unverzichtbar und müssen endlich in ausreichendem Umfang bereitgestellt werden, fordern Julia Schneider und Sylvia Rietenberg von der Grünen-Bundestagsfraktion. Aber es brauche auch ein klares politisches Signal an die Stadtentwicklung. Mit dem geplanten Bau-Turbo läuft die Bundesregierung allerdings in die falsche Richtung, monieren die Abgeordneten.
Bei einem wichtigen Thema der Energie- und Wirtschaftssicherheit läuten die Alarmglocken. IEA-Exekutivdirektor Fatih Birol mahnt: Wenn die Regierungen Störungen in Branchen wie der Stromversorgung oder dem Bau von Flugzeugtriebwerken verhindern wollen, müssen sie den Nachschub an kritischen Mineralien sichern.
Die eingetrübte Stromverbrauchsprognose des Energiewende-Monitorings gibt Sabine Nallinger wenig Hoffnung auf ein baldiges Ende der Wirtschaftsflaute. Die Vorständin der Stiftung KlimaWirtschaft plädiert deshalb für mehr Investitionen in die Elektrifizierung und einen effizienteren Erneuerbaren-Ausbau, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln.
Große Batteriefabriken à la Northvolt zu bauen, ist in Yair Reems Augen für Europa der falsche Weg. Die Europäer müssen stattdessen ihre Forschungs- und Innovationskraft ausspielen, um sich bei Batterietechnologien der Zukunft an die Spitze zu setzen, argumentiert der Wagniskapital-Investor bei Extantia Capital.
Am heutigen Freitag steigt in Brüssel der Startegische Dialog, der für die Autoindustrie die Weichen für die Zukunft stellen könnte: Bleibt das Aus für neue Verbrenner ab 2035, oder öffnen Ausnahmen wie Plug-ins, Range-Extender und E-Fuels die Hintertür? Es geht um Glaubwürdigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und klare Flottengrenzwerte für die Antriebswende, schreibt Christian Kopp, Referent für Klima- und Verkehrspolitik beim Nabu.
Klimaschutz-Realität und Klimaschutz-Rechtsverbindlichkeit sind auf Kollisionskurs: Deutschland droht seine gesetzlichen Klimaziele zu reißen. Um die Vorgaben doch noch zu erreichen, bedarf es einer marktwirtschaftlich ausgerichteten Technologie-Offensive, betont Ruprecht Brandis. Um Wirtschaft und Klimaschutz zu vereinen, plädiert der Geschäftsführer des Clean Energy Forums für den Einsatz von KI, um optimale Klimaschutz-Konzepte zu entwickeln.
Mit ihrem Vorstoß für weniger Subventionen für und mehr Netzdienlichkeit von PV-Dachanlagen ist Wirtschaftsministerin Katherina Reiche auf viel Widerspruch gestoßen. Christian Ofenheusle, Vorstand Bundesverband Steckersolar (BVSS), kann der vorgeschlagenen Richtung allerdings einiges abgewinnen – wenn man es richtig macht.
Das anstehende Monitoring des Bundeswirtschaftsministeriums hat eine Debatte ausgelöst, wie viel Strom und Erneuerbare Energien Deutschland in Zukunft braucht. Warum eine hohe Stromnachfrage im Jahr 2030 realistisch und für die Transformation in Gebäuden, Verkehr und Industrie auch notwendig ist, erklären Philipp Godron und Mira Wenzel von der Denkfabrik Agora Energiewende.
Eine Absenkung der Stromverbrauchsprognosen gilt mit Blick auf den derzeit viel diskutierten Monitoring-Bericht des Bundeswirtschaftsministeriums als wahrscheinlich. Welche politischen und vor allem wirtschaftlichen Risiken damit verbunden sein könnten, bewertet Frank May, CEO bei Alterric, einem Projektierer und Betreiber von Windenergieanlagen an Land.
Die Bundesregierung setzt bei der Kraftwerksstrategie auf Erdgas. Aus Sicht von Felix Fischer greift der Ansatz aber zu kurz. Denn der Kraftwerksbau wird Jahre dauern und hohe Kosten verursachen. Ergänzend schlägt der COO von Reverion daher eine zweite Säule vor: kurzfristig ausbaubare Biogasanlagen. Ausgestattet mit einer modernen Brennstoffzellentechnologie könnten sie leistungsstärker werden und die Versorgungssicherheit gewährleisten.